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Full text of "Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Römer, gesammelt und erklärt"

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DIE SPRICHWÖRTER 



UND 



SPEICHWÖBTLICHEN ßEDENSAETEN 



DER 



RÖMER 



GESAMMELT UND ERKLÄRT 



VON 



De. A. OTTO, 

OBD. liEHBBB AM KÖNIOL. MATTHIABOTUNABIUH ZU BBESIiAU. 




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LEIPZIG, 

DRÜCK UND VERLAG VON B. G. TEÜBNER. 

1890. 



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Vorwort. 



Hat die klassische Philologie und Altertumswissetischaft ab- 
gesehen von der Erforschung und Deutung der antiken Zeugnisse 
Yomehmlich die Aufgabe, ein möglichst umfassendes und scharfe^ 
Bild der Denk- und Anschauungsweise der Griechen und Römer 
und überhaupt des historischen Entwicklungsganges ihrer Kultur 
zu entwerfen, so darf ohne Zweifel in dieser Darstellung auch 
das Sprichwort ein Plfttzchen fCLr sich in Anspruch nehmen. Ist 
es doch eine anerkannte Thatsache, dafs gerade das Sprichwort 
manchen höchst interessanten und tiefen Einblick in das Innere 
der Volksseele gewährt und uralte Anschauungen und Gebräuche 
noch lange im Sprichwort fortleben, nachdem sie in der Wirklich- 
keit längst abgestorben sind. Allein während die Sprichwörter 
der modernen Yölker wiederholt mit regem Eifer gesammelt und 
durchgearbeitet worden sind, ist der Vorwurf, welchen vor mehr 
als zwanzig Jahren C. P. W. Wander in der Vorrede zu seinem 
umfangreichen deutschen Sprichwörterlexikon (p. 13 Anm.) aus- 
sprach, dafs die deutschen Philologen seit Jahrhunderten noch 
immer keine zuverlässigen Citate geliefert und die Quellen nicht 
durchforscht hätten, im allgemeinen auch heute noch berechtigt. 
Seit dem Erscheinen des grundlegenden und bewunderungswür- 
digen Werkes des Erasmus von Rotterdam und den daran an- 
knüpfenden Bemühungen anderer Gelehrten der Renaissance ist 
die Erforschung wenigstens des altrömischen Sprichwörterschatzes 
erst in jüngster Zeit wieder aufgenommen worden, und eine über- 
sichtliche und zusammenfassende Bearbeitung des Materials, welche 
zugleich eine Grundlage fdr weitere Forschungen bilden könnte 
wird noch ganz vermifst. Diese Lücke auszufüllen und die Sprich- 



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"^V^V^i 



IV Vorwort. 

Wörter und sprichwörtlichen Bedensarten der alten Römer gesäubert 
und .entlastet von den in den vorhandenen Sammlungen ihnen 
beigemischten biblischen, mittelalterlichen oder gar modernen 
Sprüchen und Sentenzen zu vereinigen, ist nun in dem vorliegenden 
Buche versucht worden. Dabei mulste, sollten die einzelnen 
Sprichwörter nicht in der Luft schweben, sowohl auf die etwaigen 
früheren Quellen und Parallelen^ als auch auf das Fortleben der- 
selben in den modernen romanischen und germanischen Sprachen 
Rücksicht genommen werden, doch war in dieser Hinsicht, wenn 
nicht der Umfang des Ganzen zu sehr anschwellen sollte, Be- 
schränkung und Kürze geboten. Es wird daher aufserauf die be- 
kannten Werke von C. F. W. Wander und W. Körte (Die Sprich- 
wörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen. 2. Aufl. 
Leipzig 1861) vorzugsweise verwiesen auf die ^Sprichwörter der ger- 
manischen und romanischen Sprachen' von Ida v. Düringsfeld und 
Otto Freiherm v. Reinsberg- Düringsfeld (Leipzig 1872/75) und 
bezüglich der sprichwörtlichen Redensarten auf W. Borchardt, die 
sprichwörtlichen Redensarten im deutschen Volksmund (Leipzig 
. 1888). Ebenso: mufste ich mir bei Anführung der griechi- 
schen Vorbilder mit dem Hinweis auf gewisse Hauptstellen und, 
solange das von 0. Crusius vorbereitete Corpus paroemio- 
graphorom noch aussteht, auf die Bearbeitung der griechischen 
Parömiographen durch von Leutsch und Schneidewin (Göt- 
tingen 1839/51) genügen lassen. Weim somit nach dieser 
Seite hin Vollständigkeit der Citate nicht in dem Plane dieses 
Buches lag, so hat dieselbe allerdings als Endziel vorgeschwebt 
bei der Sammlung der lateinischen Sprichwörter und ich habe zu 
diesem Behufe seit Jahren die alten Autoren selbst gelesen und 
durchforscht, die bereits vorhandenen Schriften über diesen Gegen- 
stand excerpiert und auch die wichtigsten Lexika und Kommen- 
tare durchgesehen* Sehr förderlich war mir femer das reich- 
haltige Material, welches die Mitarbeiter des Archivs für lateinische 
Lexikographie ^ und Grammatik zusammengebracht und welches 
Herr Prof. Dr. E. Wölfflin mir freundlichst zur Verfügung 
zu stellen die Gewogenheit hatte. Trotz dieser vielfachen Be- 
mühungen bin ich mir wohl bewufst, dafs absolute Vollständigkeit 
auch so noch nicht erreicht ist, und manche Einzelheit wird noch 



Vorwort. V 

der Besserung bedürfen. Ist doch der Stoflf so weit über die 
ganze Litteratnr verstreut, dafs es für einen Einzelnen kaum 
möglich wird, alles zu übersehen und in die entlegensten Winkel 
einzudringen, zumal wenn ihm, wie dem Verfasser bis vor Jahres- 
frist, die Schätze einer gröfseren Bibliothek nur mit Mühe zu- 
gänglich sind. Schon jetzt hat sich während des Drucks die 
Notwendigkeit einer Eeihe von Berichtigungen und Nachträgen 
herausgestellt, welche ich hinter der Einleitung zusammengestellt 
habe. Ich bin aber überzeugt, dafs besonders in den späteren 
Autoren und in den Eirchenschriftstellem noch manches Goldkom 
verborgen liegt, und möchte im Interesse der Sache hier den 
Wunsch aussprechen, dafs sich die Teilnahme der Gelehrten für 
den Gegenstand, der es wohl verdient, mehr als bisher erwärme. 
Mir selbst wird jede Mitteilung oder Veröffentlichung dieser Art 
erwünscht sein. 

Noch seien mir ein paar Worte über Anlage und Inhalt des 
Buches gestattet. Wenn ich auch alles, was sich als nicht 
sprichwörtlich erweist, streng ausgeschieden oder nur in den 
Anmerkungen erwähnt habe, so glaubte ich doch die Grenzen 
nicht allzu eng ziehen und auch blofsen Übersetzungen grie- 
chischer Sprichwörter, welche ja meist als solche erkenntlich sind, 
die Aufnahme nicht versagen zu dürfen. Dafs ferner auch die 
sog. geflügelten Worte der Römer in der Sammlung Platz ge- 
fanden haben, wird man dem Buche hoffentlich nicht zum Vor- 
wurfe machen. Was die Anordnung der Sprichwörter anlangt, 
so schien mir, nachdem ich den Stoff in mehreren Aufsätzen des 
Archivs für lateinische Lexikographie nach sachlichen Gesichts- 
punkten beinahe vollständig behandelt habe, die alphabetische nach 
Stichworten aus praktischen Gründen die empfehlenswerteste zu 
sein, wobei duilsh Verweisungen, soweit es nötig war, das rasche 
Auffinden noch mehr erleichtert wird. Dem gleichen Zwecke dienen 
auch die beiden am Schlüsse beigegebenen Register. 

Zum Schlüsse bleibt mir noch übrig, für die vielfache Bei- 
hilfe, welche mir zu teil geworden ist, meinen herzlichsten Dank 
abzustatten. Vor allem haben mich durch wertvolle Auskunft 
erfreut und verpflichtet Herr Prof. Dr. E. Wölfflin und mein 
hochverehrter Lehrer Herr Geh. Rat Prof. Dr. M. Hertz, demnächst 



VI Vorwort. 

die Herren Prof. Dr. 0. Cnisius, Prof. Direktor Dr. C. F. W. Müller, 
Prof. Dr. C. Schenkl, Dr. Fisch. Besonderen Dank schulde ich 
meinem lieben Freunde Herrn Prof. Dr. G. Wissowa in Marburg, 
welcher zugleich die Freundlichkeit hatte, eine Korrektur zu lesen 
und mir bei dieser Gelegenheit manchen vortrefflichen Wink 
zukommen liefs. Bei der Korrektur der Druckbogen hat mich 
auch Herr Dr. Klimek bereitwilligst unterstützt. Ihnen allen 
sei hiermit nochmals der aufrichtigste Dank ausgesprochen. 

Breslau, im Juni 1890. 

A. Otto. 



Einleitung, 



Wenn es trotz vielfacher Versuche in alter und neuer Zeit 
noch nicht gelungen ist, eine durchweg befriedigende und all* 
gemein anerkannte Definition des Begriffes ^Sprichwort' zu finden, 
so liegt der Grund hierfür vor allem in dem Wesen der Sache 
selbst, denn die Grenzen verschwimmen im lebendigen Sprach- 
gebrauch bei allen Völkern und von der Bedeutung des Wortes 
im engsten Sinne bis zu der, welche es auf die Weisheitslehren 
Salomons oder auf die Lieblingsphrase einer einzelnen Person- 
lichkeit angewandt besitzt, ist ein weiter Weg. Überblickt man 
die ganze Masse dessen, was gelegentlich unter den Ausdruck 
^Sprichwort' subsumiert wird, so läfst sich unschwer ein Unter- 
schied zwischen einer engeren und einer weiteren Bedeutungs- 
sphäre unterscheiden. Das Sprichwort in engerem Sinne oder, 
wie man es auch nennen könnte, das eigentliche Sprichwort kenn- 
zeichnet neben der Verbreitung und Anerkennung im Volke die 
Vertretung und Übertragung eines allgemeinen Gedankens auf 
ein Besonderes, Partikulares, d. h. das Bildliche, Tropische und 
Allegorische im Ausdruck. ^Das Sprichwort', sagt Prantl in 
seiner viel zu wenig gewürdigten, tief eindringenden Abhandlung 
über *die Philosophie in den Sprichwörtern' (München 1858) 
S. 11, ^ führt dadurch in vollster Unmittelbarkeit das Ideale und 
Beale zusammen, dafs es wahrlich wie in einem Sprunge von 
einem schlechthin Partikularen sich auf die Allgemeinheit stürzt 
und während dieses Sprunges zugleich die sämtlichen analogen 
Einzelfälle mitumfafst.' Hierher gehören also Sprichwörter wie 
*Was ein Häkchen werden will, krümmt sich bei Zeiten', ^Es 
fällt keine Eiche von einem Streiche', *Wer keinen Stuhl hat, 
mufs auf der Bank sitzen', und von römischen ^cocia rnrniera- 
binms exta^ (cum signißcet: ex eventu sciemus), ^ gutta cavat 
lapidem\ ^sine Cerere et Libero fr iget Venus' u. a. Diese * Un- 
mittelbarkeit des Allgemeinen, welche sprungweise in das Parti- 
kulare hineingreift, um Partikulares analog neben Partikulares 
hinzustellen' (Prantl a. a. 0. S. 13), gilt aber bereits von der 
^einfachsten, noch unvollkommenen Form des Sprichworts, der 



VIII Einleitung. 

sprichwörtlichen Redensart. Die volkstümliche Sprache, welche 
zu solchen festgepr&gten nnd bekannten Wendungen mit ganz 
besonderer Vorliebe greift, bekundet auch darin ihr eigentüm- 
liches, sinnliches Leben, dafs sie, um einen Gedanken nicht blofs 
dem abstrahierenden Verstände, sondern auch der anschauenden 
Phantasie entgegen zu bringen, instinktiv von demselben Mittel 
Gebrauch macht, wie es in bewuTster Absicht die Poesie thut. 
Beide, das Sprichwort, wie die Dichter, knüpfen an die einzelne 
konkrete Erscheinung an, um an derselben das Allgemeine und 
Abstrakte zu verdeutlichen und zugleich zu beweisen. Dies ge- 
schieht entweder so, dafs das Partikulare nur neben das All- 
gemeine hingestellt wird, oder dafs beide geradezu mit einander 
identifiziert werden und eins für das andere eintritt. Auf diese 
Weise entsteht einmal der sprichwörtliche Vergleich und daneben 
die sprichwörtliche Metapher. Wenn kürzlich mit grofser Entr 
schiedenheit in Abrede gestellt worden ist, dafs solche Vergleiche 
wie z. B. Croeso diHor, luce (sole) clarior, Aetna gravior, Fene- 
Iqpa castior, tamquam unibra prosequi, quasi per cäligmem vi- 
dere u, a. überhaupt noch als sprichwörtlich gelten dürften ^), 
wenn man behauptet hat, sie hätten nur insofern Bedeutung, als 
sie überraschende Blicke in das Leben und die Anschauungen 
der alten Völker eröffneten, so müssen wir dem entgegenhalten, 
dafs letzteres bei allen. Sprichwörtern ohne unterschied zutrifft, 
dafs aber die beiden Hauptmomente des Sprichwörtlichen im 
engeren Sinne, die Anwendung eines Partikularen auf ein All- 
gemeines und die Volkstümlichkeit auch im Vergleich bereits 
vorhanden sind. -Wir halten uns also für berechtigt, den sprich«^ 
wörtlichen Vergleich als die einfachste und ursprünglichste Form 
der sprichwörtlichen Eedensart in Anspruch, zu nehmen. Je um- 
fassender und abstrakter nun ein Begriff ist, und je mehr Einzel- 
dinge er umfafst, um so zahlreichere Möglichkeiten bieten sich 
demgemäfs, denselben :je nach den verschiedenen Nuancen der 
Bede aufs mannigfaltigste zu variieren und zu versinnlichen. 
So wird der Begriff der Vielheit veranschaulicht durch die Menge 
des Sandes, der Wellen des Meeres, der Sterne am Himmel, der 



1) So P. Martin, Studien auf dem Gebiete des griechischen 
Sprichworts (Pgr. Plauen i.V. 1889) S.llf. Was hier M. sagt: 'D^r Reich- 
tum des Midas, die Arbeit des Sisyphus, der Fluch des Oedipus sind 
sprichwörtlich geworden, aber keine Sprichwörter' ist also m. E. nicht 
stichhaltig, hat aber seine Berechtigung, wenn man es z. B. anwendet 
auf das üppige und ausgelassene Leben in Alexandrien oder Kanopus, 
oder auf den Beichtum der Libertinen in der Kaiserzeit u. a. Diesei; 
war sprichwörtlich, wird aber nirgends vergleichsweise oder in fest- 
gemÜDzten Redewendungen verwertet. Hierher gehört auch die bei 
den Römern sprichwörtliche Kunst der Marser, Schlangen 2U be-^ 
schwören (Pomppja. 118 Ribb. Hör. epod. 6, 76. 17,28. Gell. 16, U). . 



EiBleitnng. IX 

Ähren des Feldes, der Bienen des* Hybla n. s. w., für gering- 
fügige und wertlose Dinge stehen das As und andere kleine 
Münzen, acus, <üga^ apmae tricobeque, apluda, huMa, ca^W/us, de- 
cum, fwngus, gerrae, glaeba, gutta, lupinus, nux cassa u. s. w. 
Die Verwandtschaft solcher Vergleiche mit der Poesie springt 
in die Augen und mehrere derselben, z. B. ^ weifs wie Schnee', 
^hart wie Eisen', ^schnell wie der Wind', ^zahlreich wie der Sand 
oder die Sterne', ^tückisch wie eine Schlange' begegnen in ihrer 
naheliegenden Einfachheit als Gemeingut fast aller Nationen und 
vor allem in der Sprache der Dichter, nur dafs allerdings die 
letzteren viel weiter gehen und aus eigener, schöpferischer Ein- 
bildungskraft heraus neue Vergleiche und Metaphern bilden, wäh*' 
rend in der Volkssprache der Bestand ein beschränkter bleibt. 
Vom Vergleiche zur Metapher ist bekanntlich nur ein 
kleiner Schritt. Ein starker Mann heifst geradezu ein Herkules, 
ein schlauer wird ein Fuchs genannt, ein strenger ein Cato, und 
so stehen neben . einander, alcedonia sunt circa forum und tarn 
iranquUlum fads, quam tranquUlum est mare, quom tbi aUcedo 
pullos educat suos, Beispiele für* metaphorische sprichwörtliche 
Bedansarten sind u. a. duabus sellis sedere, plenis velis, ma- 
nibus pedibusque contendere, ccUigare m sole, adverso flumine 
niti, ad incita redigere u. s. w. Doch fallen sprichwörtliche 
Bedensart und Metapher nicht ohne weiteres zusammen. Die 
erstere hält, um wieder mit FrantI (a. a. 0. S. 13) zu reden, 
noch immer die Zweierleiheit der partikularen verschiedenen 
Dinge fest, welche nebeneinander hingestellt oder für einander 
substituiert werden, während in der gewöhnlichen Metapher das 
Gefühl dafür bereits geschwunden ist. So verhalt sich der 
Aehselträger zu der Wendung ^auf beiden Achseln tragen', das 
n^fffslteiv zur Phrase *er lügt wie ein Kreter', mescare zu in- 
dudere carcere nassae u. a.^) Dazu kommt, dafs viele solcher 
auf Übertragung beruhender Bedensarten und Phrasen bereits 
durch den häufigen Gebrauch so abgegriffen und abgeblaCst sind, 
daXs sie überhaupt nicht mehr als eine eigentümliche, von der 
gewöhnlichen Bede abweichende Ausdrucksweise empfunden wer- 
den, wie z. B. Mars belli commums, aequo Marie pt^nare, aequi 
bonique fac&re, aequa lance pensare, in cassum, pedetemptim, 
longe lateque, terra marique, verba dare, ad astra tollere, genio 
inckUgere. Die Zahl liefse sich leicht vermehren und manche 
dex genannten Wendungen sind in der That als sprichwörtlich 
angesehen worden. Allerdings verschwimmen die Grenzen im 
einzelnen und eine feste Scheidelinie zu ziehen ist nicht immer 



xy Bei Erasmus finden sich solche metaphorisch gebrauchte 
Einzelworte häufig. 



X Einleiioxig. 

leicht oder auch nur möglieb, zumal bei einer toten Sprache, 
bei welcher wir allein auf die noch erhaltenen litterarischen 
Denkmäler angewiesen sind. Ich nenne beispielsweise flocci 
(püi) facere, ad amussim, de gradu deicere, coUcUis signis 
dqpugnare, aures arrigere. In solchen Fällen kann auch im La- 
teinischen der Znsatz ut arnnt oder quod didtur an sich noch 
nicht ausschlaggebend sein, da dieser vorzugsweise in der späteren 
Zeit gern dazu dient, um ein Wort als nur nneigentlich ge- 
braucht oder als vom geraden Sprachgebrauch abweichend zu 
bezeichnen.^) 

Wenn also nach dieser Bichtung Vorsicht geboten erscheint 
und mehrfach gefehlt worden ist, so mufs es geradezu als tadelns- 
werte Willkür bezeichnet werden, wenn, wie dies ebenfalls ge- 
schehen ist, Stellen aus altrömischen Autoren, welche am Fund- 
orte nur im eigentlichen Wortsinne gebraucht sind, ohne weiteres 
Übertragene Bedeutung untergeschoben und diese dann als Sprich- 
wörter ausgegeben werden. Bei Ovid heilst es in dem Briefe 
der Dido an Aeneas (her. 7, 123) Quid dubüas vinctam Gaettdo 
tr ädere larhae? Praehuerim sceleri hrachia nostra tuo und augen- 
scheinlich will Dido nur sagen, sie wolle sich willig fesseln 
lassen, um in die Gewalt ihres Feindes Jarbas überliefert zu 
werden. Gleichwohl hat man aus diesen Worten auf eine sprich- 
wörtliche Bedensart hrachia praehere sceleri *zu einem Verbrechen 
behilflich sein, die Hand bieten' geschlossen! Wie hier, so hat 
auch bei Juven. 13, 129 die Ähnlichkeit einer deutschen Phrase 
irre geführt. Wenn dort gesagt wird qiumdoquidem accepto 
claudenda est ianua damno^ so lehrt ein Blick in den Zusammen- 
hang, dafs die Worte sich auf die Sitte beziehen, bei Trauer die 
Thür zu schliefsen, dafs sie aber mit unserer Bedensart ^den 
Brunnen zumachen, wenn das Kind hineingefallen ist' auch nicht 
das mindeste zu thun haben. Ganz das Gleiche ist der Fall bei 
Verg. ecl. 3, 93 latet anguis in herha; Aen. 4, 212 cui lUus 
ara/ndum; Hör. ep. 2, 2, 11 laudat venales qui vult extntdere 
merces; Ter. Phorm. 708 gallina cecinit; Cic. de orat. 2, 5, 21 
discum, quam phüosophum audire malunt; Quintil. 12, 10, 21 
manmn intra paUium tenere. Auch bei Plin, n. h. .18, 179 ara- 
tor nisi incurvus praevaricatur berechtigt uns nichts, die Worte 
anders als im eigentlichen Sinne zu verstehen, da an dem betr. 
Orte gerade vom Ackern gehandelt wird. Die allgemeinere An- 
wendung der Verbindung a caliga ad consulaktm hat ebenfalls 
im römischen Sprachgebrauch keinen Anhalt. Das witzige Wort war 
auf Marius gemünzt^ auf den allein es ja zunächst auch nur pafst. 



1) S. zu corpus, agina» decus, defaecari. domus 5. formositas, 
Unguarium, aes 3. auspicium. anirnus 4. pes 13. prtncipium 4. 



Einleitung. XI 

Eine sprichwörtliche Redensart kann sich zu einem selb- 
ständigen Satze er weitem, so entsteht das eigentliche Sprich- 
wort. Der Übergang ist auch hier oft unmerklich und beide 
Formen gehen neben einander her, wie acta agere neben acta 
ne agas, tam^mm cornix comici oculos confodiat neben comix 
comid ocülum non eruit, nudo detrahere vestimenta neben nu- 
dus nee a decem pälaestritis despoUari potest^) Auch für das 
vollständige Sprichwort ist zunächst das tropische Element, hier 
die entfaltete Metapher d. h. die Allegorie charakteristisch^), 
und während sich in den sprichwörtlichen Redensarten das poe- 
tische Element der volkstümlichen Bede kundgab, liegt in den 
vollständigen Sprichwörtern zugleich die ursprünglichste, weil 
tinndttelbare Philosophie der Völker zu Tage, die * Weisheit 
von der Gasse', wie man sie mit Recht genannt hat. (S. Prantl 
a. a. 0. S. 11 ff.) Nun kann es aber niemand entgehen, dafs der 
Abstand zwischen der Allgemeinheit des Gedankens und der 
Besonderheit der Form und des Ausdrucks beim Sprichwort sich 
allmählich immer mehr und mehr verengt und, nachdem vielfach 
nur noch die Handgreiflichkeit und AugenMligkeit des äufseren 
Gewandes übrig geblieben, zuletzt der Satz ebenso allgemein 
und abstrakt ausgesprochen wird, als er gedacht war, mit anderen 
Worten, dafs das eigentliche Sprichwort in die Sentenz übergeht. 
Durch die Verwendung der Personifikation, des Wortspiels, der 
Allitteration, der Wortwiederholung stehen Sätze wie fortes For- 
tuna adixwai, dimidium facti qui coepit habet, eventus 
stultorvm magister, onus est honos, male partum male disperit 
und im Deutschen ^ Eigenlieb ist ein Dieb^, ^ünverhoflFt kommt 
offc^ 'Eile mit Weile', 'Aufgeschoben ist nicht aufgehoben' den 
oben charakterisierten Sprichwörtern entschieden näher, als Gno* 
man wie tarn diu discendum est, guamdiu vivas, dives aut 
iniquus est aut iniqui her es, homo frugi omnia recte facit^ 
qucmtum habehis tantum eris, expertus metuit, malum 
nuUum sine äliquo bono, praeterita mutare non possumt^. 
Prantl, der mit Recht in den an erster Stelle genannten Sätzen 
den Übergang zu den sog. Denk- und Sittensprüchen erkennt 
(a. a. 0. S. 21 fF.) und sie 'übergreifende Sprichwörter' nennt, 
betrachtet dieselben als die uneigentlichen Sprichwörter und 
scheidet von seinem Standpunkte aus konsequent und folgerichtig 
die blofsen Sentenzen, auch wenn sie im Volke allgemein ver- 
breitet sind, aus der Zahl der Sprichwörter ganz aus.') Allein 

1) S. auch zu aiienus 3. deus 3. expertus 1. gladius 1. pinna 3. 

2) S. auch Blafs, Hermeneutik und Kritik (in Iw. Maliers Hand- 
bach der Altertumswissensch. I) p. 199. Ps.-Diogen. praef. (Paroemiogr. 
gr. 1 p. 178) *E6tI dl fj mxQOiiiia rgoitog xal trig HaXovfiivrjg dllt}yoQiag, 

3) Ebenso Martin a. a. 0. S. 16. 



\y 



XJI 

eben dieser strenge Gesichtspunkt ist ein dnrclians einseitiger 
und steht in direktem WiddSrspmch mit dem allgemein recipierten 
Sprachgebranch. Sätze wie Veder ist sieh selbst der Nächste', 
^Undank ist der Welt Lohn' n. S. werden überall als Sprich- 
wörter empfanden nnd in der Bede angewandt Und so war es 
auch bei den Alten. Wenn Aristoteles die Sprichwörter einmal 
definiert als firra^o^i &jt eiSovg iic döog (rhet. 3, 11) nnd an 
einer anderen Stelle (2, 21) sagt ivuu %wv noQoifiißav oud yv&' 
(wcl ficiv^ so unterscheidet er offenbar zwischen den Sprichwörtern 
im strengeren. Sinne nnd den volkstümlichen Sentenzen, rechnet 
aber anch diese im weiteren Umfange ebenfalls noch zu den Sprich- 
wörtern. Und zn Ter. Andr. 426 ( Verum ülud verbum est, vtdgo 
quod dici sölet, Ornnes sibi rnaUe melius esse quam älteri) be- 
merkt Donat: id est proverbium et sententia. Sentenzen wie 
amici mores noveris, fion oderis; quam quisque norit artem, in 
hoc se exerceat; mature fias senex, si diu vis senex esse; nemo 
regere potest, nisi qui et regi werden ansdrficklich von Griechen 
und Eömem als Sprichwörter bezeichnet.-^) Da somit der Sprach- 
gebrauch selbst anch blofse Sinnsprüche, falls sie nur im Munde 
des Volkes leben, unter den Begriff des Sprichwortes subsumiert, 
da überdies dieselben praktisch den gleichen Gebrauch und die 
gleiche Geltung -haben, wie die echten Sprichwörter, so ergiebt 
sich daraus für uns die Berechtigung, den Begriff auch in diesem 
weiteren Umfange gelten zu lassen.^) Wir werden aber einen 
Unterschied machen zwischen den eigentlichen Sprichwörtern im 
strengen Sinne, für welche das Vertreten eines Allgemeinen durch 
ein Partikulares wesentlich ist, und den volkstümlichen teils ethi- 
schen, teils rein praktischen Sentenzen, die als die uneigentlichen 
Sprichwörter zu gelten haben. Die Brücke zwischen beiden wird 
dann durch die sog. * übergreifenden Sprichwörter' Frantls ge- 
schlagen. ^) 

Nach einer gewissen Bichtung hin stellen sich freilich anch 
bei der volkstümlichen Sentenz^ Zweifel und Bedenken ein, wie 
weit zu gehen erlaubt ist. Es giebt nämlich eine Anzahl von 



1) Anch die sog. Bauernregeln, Efsregeln und Eechtssprichwörter 
(s. unten) lassen sich mit der strengen Begriffsbestimmung des Sprich- 
wortes nicht in Einklang bringen. 

2) So definiert auch Eiselein, Sprichw. d. deutschen Volkes Einleit 
p. X das Sprichwort als einen mit öffentlichem Gepräge ausgemünzten 
Satz, der seinen Kurs und anerkannten Wert unter dem Volke hat. 

3) Es sei hier beiläufig bemerkt, dafs die Schreibmig ^Sprich- 
wort', für welche bekanntlich auch J. Grimm eintrat (D. Gr. II S. 679. 
.6S2), schon durch das Wesen desselben als die allein richtige sich 
erweist. Sprüche sind nur uneigentlich auch Sprichwörter, und nicht 
jeder Spruch ist ein Sprichwort. S. auch Eiselein, Einl. S. XX. 



Einleitimg. XIII 

Alltagsgedanken, die jedermann im gewöhnlichen Leben im Munde 
führt, und die auch in der Litteratnr immer von neuem aus- 
gesprochen werden, die sich aber zu einer feststehenden Form, 
welche bis zu einem bestimmten Grade für das Sprichwort ebenso 
unerläfslich ist, wie für die Onome, nicht verdichtet zu haben 
scheinen. Erfahnmgssätze der Art sind u. a., dafs die Liebe alles 
leicht mache (s. amare 1), dafs man den Frennd erst in der Not 
erkenne (s. amkus 6. 7), dafs man im Frieden zum Kriege rüsten 
müsBe (s. bellum l), dafs der Friede der letzte Zweck des Krieges 
sei (s. ieUvm 2), dafs die Gottheit längsam, aber sicher strafe 
(s. deus 11), dafs auf Eegen Sonnenschein folge (s. dies 2), dafs 
man ertragen müsse, was das Schicksal bringe (s. ferre 2), dafs 
der Tod allen gemeinsam sei (s. mors 1). Wenn es nun auch 
keinem Zweifel unterliegt, dafs solche Erfahrungen an sich noch 
keine Sprichwörter sind, so dürfte- es sich doch schon um der 
Vollständigkeit halber empfehlen, in einer Sammlung auch ihnen 
ein Plätzchen zu gönnen, um so mehr, als wir bei einer toten 
Sprache oft nicht wissen können, ob nicht diese oder jene Form 
doch in weiteren Kreisen im Umlauf war.^) 

Was von dem vollständigen Sprichworte gesagt war, findet 
nunmehr auch Anwendung auf die sprichwörtliche Bedensart. 
Auch hier stehen den eigentlichen sprichwörtlichen Redensarten 
eine Zahl von Phrasen gegenüber, welche zwar des tropischen 
Gehaltes ganz oder teilweise bar sind, doch aber formelhaft ge- 
worden und fest geprägt im Munde des Volkes überall verbreitet 
waren und so eine Parallele bilden zu den Sprichwörtern im 
weiteren Sinne. Ich nenne beispielsweise nm sie ahibit; age, 
si quid agis; de alieno liberalis; in diem vivere; dictum factum; 
nihil dictu est fadlius; expertus dico; factum, non fahula; 
omnium horarum homo; indoctius atque aperims; ut parva 
magnis conferam; malum necessarium; quid si hoc melius? in 
morho consumai\ natum non putavi; opera et cormlio iuvare; 
ad plures dbire; iam satis est; suspende te; soli sumus-^ 
unus e multis,, Dafs auch solche volkstümliche Formeln in einer 
Sammlung von sprichwörtlichen Bedensarten nicht vermifst werden 
dürfen, wird nach dem Gesagten nicht in Zweifel zu ziehen sein. 

Die condicio, sine qua non bleibt aber für die Aufnahme sei 
es einer Bedensart, sei es eines ganzen Satzes, in jedem Falle 
die Verbreitung im Volke oder wenigstens in weiteren Kreisen 
desselben, und alles, was Eigentum eines einzelnen Schriftstellers \ 
war und geblieben ist, mufs streng ausgeschieden und femgehalten l 
werden. Gegen diesen Grundsatz ist früher vielfach verstofsen 



1) Indes habe ich solche Gedanken, nm sie als solche kenntlich 
zu machen, in Klammem geschlossen. 



XIV > Einleitung. 

worden, besonders häufig haben sich die Sammler durch bildliche 
Wendungen täuschen lassen, obwohl es sich bei genauerem Zu- 
sehen klar herausstellt, dafs sie eben nur in den Zusammenhang 
der betreffenden Stelle hineinpassen oder, ganz vereinzelt sind. 
Als Beispiel^ seien angeführt Plaut. Stich. 35 aedilitatem 
hie quidem gerit sine pqpuli suffragio, Bud. 1010 adfligam ad 
terram te itidem ut piscem söleo polypum, Liv. 36, 32, 6 
testudo coUecta in suum tegimen est tiUa, Hör. sat. 1, 4, 87 
gui praehet aquam. Cic. ad Att. 7, 7, 7 ut hos armenta se- 
quitur, Verg. ecl. 2, 69 liquidis immisi fontHms apros.^) Auch 
Witzworte und Bonmots, deren weitere Verbreitung nirgends über- 
liefert ist, hat man mit Unrecht herbeigezogen. Wenn Kaiser 
Caligula den Philosophen Seneca wegen seines zerhackten Stils 
harenam sine cälce nannte (Sueton Calig. 63), so sind wir da- 
durch keineswegs zu der Annahme berechtigt, dafs dieser Ver- 
gleich auch sonst üblich gewesen sei. Hierher gehört auch die 
Frage des Kaisers Vespasian, als er seinem Sohne Titus ein aus 
der Urinsteuer gewonnenes Stück Geld vorhielt, num ölet? Wei- 
tere Beispiele sind cascus cascam ducit; rudentibus apta For- 
tuna; ex Untre loqui u. a.^) Noch mehr aber sind die Sprich- 
wörtersammlungen angefüllt mit Gnomen und Erfahrungssätzen, 
die sicherlich nie in weitere Kreise gedrungen sind, wie omimo 
dat gloria vires (Ov. trist. 5, 12, 37); Ärma in armatos sumere 
iura smunt (Ov. art. am. 3, 492); aurum lex sequitur (Prop. 
3, 12, 51); annulis plus quam amicis creditur (Senec. de benef. 
3, 15); foriuna non aequa honis praemia dividit - (ßenec. Herc. 
für. 525); fragili loco stant superhi (Senec. Tr. 5); iuvenile Vitium 
est regere non posse impetum (Senec. Tr. 250); ad perniciem 
solet agi sinceritas (Phaedr. 4, 13, 3); adversa magnos prohant 
(Plin. paneg. 31); agricolis optatissimum otium (Cic. ad Att. 7, 7). 
Mifstrauen und Vorsicht ist nicht minder am Platze gegenüber 
den Sentenzensammlungen aus dem zum Teil sehr späten Alter- 
tume, die aus den Schriften des Publilius Syrus, Cato und Seneca 
gezogen sind oder wenigstens ihren Namen tragen. Wie unleugbar 
Proverbielles in diesen Sammlungen eingestreut ist, so wenig wäre 
es angebracht, alles über einen Kamm zu scheren, anstatt von 
Fall zu Fall zu urteilen.^) Eine bestimmte Entscheidung ist 



1) Ebenso unrichtig wäre es, Metaphern aus dem Kriegswesen, 
wie sie z. B. Plautus mit Vorliebe braucht, sogleich zu Sprichwörtern 
stempeln zu wollen. 

2) Das schliefst' natürlich nicht aus, dafs Sprichwörter gut zq 
witzigen Bemerkungen sich verwerten lassen. S. zu sella, asinus 9. 
lepus 3. mortuus 3. Vgl. Cic. de orat. 2, 64, 258. 

3) Aus Publilius Syrus habe ich u. a. folgende Nummern nicht 
aufzunehmen gewagt: 10 Amici vitia si feras, facias tua. 44 At^endo 



Einleitung. XV 

* 

freilich nicht selten überaus schwer und die Möglichkeit nicht 
aasgeschlossen, dafs manche Sentenz oder Bedensart, welche zu- 
fällig in der Litteratur nur einmal begegnet, ganz gang und gäbe 
war. Einen, wenn auch nicht immer sicheren Bückschlufs für 
die Römer gestatten zuweilen Sprichwörter, welche auch heute noch 
in den modernen, besonders den romanischen Sprachen fortleben. 
S. zu amicus 9. 12. avarus 6. canis 13. comes. fistula. hospes. 
lupus 6 u. a.^) Trotz alledem bleibt noch manche Bedensart, 
noch mancher Sittenspruch übrig, bei welchem wir über ein non 
liquet bei unseren beschränkten Hilfsmitteln nicht hinauskommen. 
Ich verweise beispielsweise auf Ausdrucks weisen wie cum hasi 
mäiri, recto stare iälo, vorsis gladiis depugnare, aves squa- 
mosae, Alexandri praestare formae, ancoras tollere u. a.^) 

Wenn bisher für das Sprichwort die Volkstümlichkeit als 
unbedingt erforderlich hingestellt wurde, so darf doch der Begriff 
des Volkes nicht unbesehen hingenommen werden, es ist yielmehr 
ebenso unstatthaft, ihn ohne weiteres auf das ganze Volk auszu- 
dehnen, als ihn auf die untersten Klassen desselben zu beschränken. 
Die oft wiederholte und noch von vielen geglaubte Behauptung, dafs 
das Sprichwort als eine Schöpfung des Yolksgeistes auch dem 
ganzen Volke gemeinsam und von allen ohne Unterschied gekannt 
sein müsse, steht, so bestechend sie auf den ersten Blick sein 



virtus crescit, tardando timor. 49 Bona nemini hora est, ut non sit 
dxcui mala, 96 Cuivis dolori remedium est paiientia. 119 Cunctis 
potest accidere quod cuivis potest. 216 Homo semper alitid, fortuna 
aliud cogitat. 261.' 267 Ignis calorem suum etiam in ferro tenet 261. 
379. 390. 399. 433. 448. 616. 689. 609. 627. 630. 670. 

1) Beim Gebrauch moderner bes. deutscher Sprichwörtersamm- 
lüngen kann aber nicht genug zur Vorsicht geraten werden, da eine 
grofse Zahl der in denselben aufgeführten Sprichwörter von den Vor- 
gängern ohne Kritik entlehnt und blofse Übersetzung aus dem Latei- 
nischen ist. 

2) Entschieden zu weit gesteckt hat die Grenzen des Sprichwortä 

in seiner sonst sorgföltigen und reichhaltigen Abhandlung v. Wyfs, die 

Sprichwörter hei den römischen Komikern, Zürich 1889. Stellen wie 

folgende, um nur ein paar herauszugreifen, vermag ich nicht als 

sprichwörtlich anzuerkennen: Plaut. Asin. 727 tU constievere homines 

Salus frustratur et Fortuna. Poen. 431 quantum Acherunte est 

mrtuorum, Bacch. 6 ülixem audivi fuisse aerumnosissumum, Mil. 

glor. 1016 8% harwM Baccharum es u. ä. Gist. 2, 3, 20 non enim hie 

vibi ex Tusco modo Tute tibi indigne dotem quaeras corpori. Bud. 

461. Asin. 491 praefiscine dixerim, Truc. 864 hlitea . . . meretrix. 

Most. 39 ohoJuisti alium. Aulul. 410 ita me iste fuibuit gymnasium. 

Asin. 297 gymnasium flagri. Pseud. 412 ex hoc sepulcro vetere viginti 

wtnofi Effodiam ego hodie u. s. w. Vereinzelt erscheinen mir auch die 

Anspielungen auf Geryones (Plaut. Aul. 664), Aias (Capt. 616), Circe 

(Epid. 604), Calchas (Merc. 945), Phaon (Mil. glor. 1246), Pyrrhus 

(Ter. Eun. 783), die Anmaspen (Plaut. Cure. 393), die pränestinischen 

^üsse (Naev. v. 21 Bibb.), den Massicus (Plaut. Pseud. 1302) u. a. 



sy^ 



XYl Einleitmig. 

mag, in direktem Widersprach mit den Thatsachen. Wie nicht 
jedermann den gesamten Spracbsehatz seiner eigmen Muttersprache 
beherrscht, geschweige selbst anwendet, so kann auch der einzahle 
unmöglich alle Sprichwörter kennen, nnd wie sich in der Sprache 
gröfsere nnd kleinere Kreise absondern, so giebt es auch neben 
gewissen allgemein verbreiteten Sprichwörtern, gewissermafsen 
Lieblingen des Volkes, andere, welche ttber ein bestimmtes Gebiet 
nicht hinansdringen. Auch den lokalen Sprichwörtern (im Grie- 
chischen z. B. den attischen) nnd denjenigen, welche sich in ein- 
zelnen Bemfszweigen herausgebildet haben, kann ihre Berechtigung 
nicht abgesprochen werden. Dem gegenüber steht das andere 
Yorarteil, als ob nur dasjenige Wort proverbielle Geltung habe, 
welches im Munde des gewöhnlichen, ungebildeten Mannes sein 
Leben friste. Sehr richtig ist, was Prantl (a. a. 0. S. 18) sagt: 
^Auch .der Gebildetste, welcher von der Hohheit' der niederen 
Schichten in jeder Beziehung weit entfernt ist^ ftlhlt nnd denkt 
im Sprichworte an sich in gleicher Weise, wie seine ganze Nation.' 
Noch weiter geht Biehl in seinem vortrefflichen Buche über die 
deutsche Arbeit, wenn er (S. 136) bemerkt: ^Viel mehr als das 
Volkslied ist das Sprichwort Gemeingut aller Stände und selbst 
die Bücherweisheit der Schriftsteller hat bei der Prägung un- 
zähliger Sprichwörter merklichen Einfiufs geübt.' Der Gegensatz 
der Stände pflegt eben in der Zeit, in welcher die Sprichwörter 
zum grölsten Teile entstehen und der Volksgeist noch schöpferisch 
thätig ist, noch nicht entwickelt zu sein, und selbst bei den 
Griechen ist der Abstand zwischen dem gewöhnlichen Bürger und 
selbst dem Philosophen kein so grofser, dafs dieser die Ausdrucks- 
weise des Volkes und feststehende Wendungen und Gedanken aus 
diesem Kreise verschmäht hätte. Dies hindert aber nicht, dafs 
im Verlaufe der Zeit, zumal wenn die Abtrennung der Schrift- 
sprache von der Volkssprache vollzogen ist, wie dies z. B. bei 
den Eömern der Fall war, auch die Sprichwörter von dieser Be- 
wegung teilweise ergriffen werden, und zuletzt eine Anzahl sog. 
proverhia rustica in grobem, vielleicht gar schmutzigem Kittel 
derb koutrastieren mit den feineren und eleganteren voces sa- 
pientium. Als solche proverhia rustica, die der höhere Stil ver- 
mied^), werden von den Römern ausdrücklich genannt mmime 
cantherium in fossam; tute hoc intristi, tibi omne exedendu/M 
est; dignus, quicum in tenebris mices; omni pede stare. Auch 
Hieronjmus spricht verächtlich von Sprichwörtern de trivio (adv. 
Ruf. 3, 42. ep. 38, 5. 54, 5. 123, 5)^, und so stofsen wir in den 
Sittenschilderungen des Petron und in der Komödie noch auf 



1) S. Aelian nat. an. 12, 9 at tmv aypo/xa>tr «aQoifUai, 

2) Vgl. Cic. p. Mur. 13 arripere mäUdictum ex trivio. 



Einleitung. XVII 

viele recht drastische Sprichwörter, die wir in ernsteren Schrift- 
werken Vergehens snchen würden. Dagegen geben sich als Aus- 
flufs der Weisheit der höheren und gebildeten Kreise (als voces 
sapientium)^) Sätze wie die folgenden: verae amicitiae sem- 
pUemcLe sunt; consuetudo est ncUura altera; sui cuique mores 
fingunt fortunam homintbus; ira brevis insania; qui mültorum 
cu st ödem se profitetur, eum sui prmvum capitis custodem esse 
oportet; minima de malis; virtus pretium srd u. a.^) Höheren 
Stilcharakter tragen anch Sentenzen an sich wie f^umanum est 
errare; nullum malum sine aliquo bona; nota mala res optima; 
necessitas ante rationem est; usus magister optimus.^) Femer 
besitzt die Dichtersprache eine Beihe von Sprichwörtern, die 
ihr speziell eigentümlich sind und erst im späteren Latein auch 
in die Prosa übergingen, z, B. adamante durior; Alcinoi poma; 
amantis ius iurandum poenam non habet; auro contra; aureum 
saecidttm; harenam numerare; harenam (Utus) arare; Hyblae 
apes; Nireo pülchrior,^) 

Auch die räumliche Verbreitung der Sprichwörter ist, 
wie 'schon angedeutet, eine sehr verschiedene. Einige sind inter- 
national und finden sich z. B. in der Bibel ganz ebenso wie bei 
den Griechen und Römern und den ' modernen Völkern. Ich 
erinnere nur an die Zahllosigkeit des Sandes und der Sterne, 
an den Wert des Goldes, den Pleifs der Ameise. ^) Bei anderen 
wiederum liegt der rein rationale Ursprung auf der Hand, in- 
dem sie entweder auf eigentümliche Zustände, staatliche und 
private Einrichtungen oder Persönlichkeiten und Ereignisse an- 
spielen, oder Ansichten und Gedanken enthalten, wie sie für ein 
bestimmtes Volk als charakteristisch bekannt sind. Aus manchen 
spricht auch nationaler Stolz und nationale Eitelkeit und der 
Gegensatz zu anderen Völkern.^) Wie es aber keine Sprache 
giebt, die sich von fremden Bestandteilen frei erhielte, so wandern 



1) Vgl. Enrip. Hei. 513 ao(poiv ^nog. 

2) Vgl. Gerber, die Sprache als Kunst II* S. 177. 

3) S. noch fortwna 1. 5. 6. 7. 8. avaritia. dies 1. 6. sol 4. 8. 
itmgere u. a. 

4) S. Africa 2. 3. antütM, Ardbs. aranea 1. arista. ferre 2. lac. 
ventm 1. — Auf die Entstehung von sprichwörtlichen Redensarten 
sind, ganz abgesehen von den geflügelten Worten, die Dichter nicht 
ohne Einflufs gewesen. Ein recht lehrreiches Beispiel bietet die An- 
spielung auf das Schicksal von Amyclae, welche bei Afranius, Ver- 
gilins und Silius Italiens noch nicht, wohl aber im pervigilium Ve- 
neria und bei Ausonius sprichwörtlich ist. 

5) S. fiumen 3. hirudo, ignis 2. lapis 6. laqueus 1. mel 2. meiere* 
(iculus 1. Orcus 6. pinna 6. tempus 6. tuber 1. vivere 3. 

6) Vgl. Momanus sedendo vincit, latine loqui, more Eomano und 
dem gegenüber die levitas und fides Graecorum und perfidia Punica, 

Otto, Sprichwörter der Bömer. b 



XYIII Einleitung. 

und verbreiten sich auch die Sprichwörter von einer Nation zur 
andern und wie im besonderen die Sprache der Bömer mit ^ie- 
chischen Worten und ihre Litteratur mit griechischen Gedanken 
durchsetzt ist, so hat sich auch ein Strom griechischer Sprich- 
wörter nach Italien ergossen. ^) ' Indes ist auch unter diesen 
Fremdlingen ein Unterschied zu machen. Nicht wenige derselben 
haben sich auf dem neuen Boden so völlig akklimatisiert, dafs 
man sich ihrer Herkunft kaum noch bewufst blieb, während an- 
dere auf bewufste gelehrte Übertragung der Schriftsteller zurück- 
gehen und demgemäfs auch nur in diesen Kreisen gekannt sind, 
wieder andere sich als blofse gelegentliche Übersetzungen grie- 
chischer Originale verraten, also überhaupt nicht Wurzel gefafst 
hatten. Die Beurteilung, ob volkstümliche Aufnahme im persön- 
lichen Verkehr, ob blofse gelehrte Nachahmung einem griechischen 
Sprichworte das lateinische Gewand umgelegt, ist im einzelnen 
für uns, die wir nicht ans dem frischen Quell des lebendigen 
Wortes, sondern aus der toten, noch dazu sehr unvollständigen 
Litteratur schöpfen, sehr erschwert, zuweilen ganz unmöglich. 
Doch giebt auch in dieser Hinsicht zuweilen das Fortleben eines 
griechischen Sprichworts bei den modernen romanischen Volks- 
Stämmen eine Gewähr, dafs dasselbe schon früh ins Volk ge- 
drungen und so von den Römern vermittelt worden ist.^) Eben 
aus diesem Grunde und schon um der Vollständigkeit halber wird 
der Sammler der lateinischen Sprichwörter nicht umhin können, 
auch blofse Übersetzungen wie semper cUiquid novi Africa adfert, 
in Care periculum, multa Syrorum olera, da mihi mutuum testi- 
monium Vi, ^.Yf. mit aufzunehmen. Wenn nun auch in der Begel 
die Bömer der empfangende, die Griechen der gebende Teil ge- 
wesen sind, so ist doch an sich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, 
dafs, obwohl seltener, auch die Griechen in späterer Zeit von den 
Eömem Sprichwörtliches entlehnt haben können. Dem ist in 
der That so. Abgesehen von zweifelhaften Fällen^) sind sicher 
römischen Ursprungs "la wog aXXog\ ZvXXov <pdta xal MeriXXov 
Tov nCov; idvvri zoig vsvtKtiiiivoig (vae victis); alqs rbv öccktvXov 



1) Einflüsse von anderen Völkern her verschwinden ganz. Punisch 
ist allein der landwirtschaftliche Grundsatz, dafs der Acker schwächer 
sein müsse, als der Bauer (s. rus), denn das karthagische Sprichwort 
ut habeaa quietem, perde aliquid ist von Augustin nur übersetzt. 

2) S. z. B. zu vulpes 2. vivere 3. vipera 1. vinum 2. veritas 1. 2. 
venter 3. testa 1. terra 4. senex 1. senectits 1. 2 u. a. 

3) Lucian hat manches Eigentümliche, was mit dem römischen 
Sprachgebrauche auffallend übereinstimmt. S. Saturnalia. graecus 1. 
nomen 1. Was Apost. 13, 66 anführt ovxs ^Ptofirj nsaBitoti Zuriniovoq 
saTÖätog, ovte Sur^lmv irjasi trjg noXsmg neaovarjg (inl tmv vn^g na- 
xgCSog yQi]fisv{ov dnoQ'avstv) ist wörtlich aus Plutarch apophthegm. 
reg. p. 201 F entnommen und ein blofses dictum. 



Einleitaug. XIX 

(digitum tollere). Als echt römisch wird ferner bezeichnet amici 
mores noveris, non oderis, das sich auch bei den griechischen 
Parömiographen wiederfindet, und geflügelte Aussprüche Hannibals 
(s. nubes) und des Kaisers Tiberius (s. pastor) wurden auch bei 
den Griechen bekannt. Eine blofse Übersetzung aus dem Latei- 
nischen ist 6 r^aLKog 6 ijtt^iti^g (s. graecus 2) und octig dlg vav- 
ayri<SBt^ fiarijv (lifupexai üoiSeid&va bei Apostol. 13, 10^ (s. nau- 
fragium 3). 

Es erübrigt noch ein paar Worte über die zeitliche Ver- 
breitung der Sprichwörter zu sagen, denn auch darin unterscheiden 
sie sich von den blofsen Sentenzen, dafs sie eine wenn freilich nicht 
immer deutlich verfolgbare Entstehungs- und Entwickelungs- 
geschichte haben. Zum grofsen Teil sind sie uralt und ihr Ursprung 
fällt in eine Zeit, in welcher eine feste Litteratur noch gar nicht 
bestand. Das hohe Alter gewisser Sprichwörter wird von den 
Schriftstellern oft betont und diese gelten als besonders ehrwürdig 
und von unantastbarer Wahrheit und Gültigkeit. ^) Auf eine frühe 
Zeit weisen zuweilen auch sprachliche und sachliche Indicien hin. 
So hat das Wort hostis in der Redensart non civem dinoscere 
hoste noch die alte Bedeutung von ^Fremdling' gewahrt, wie 
auch scurra in dem Sprich worte gui semel scurra, mtmquam 
pater familias. Alte Sitten und Gebräuche bilden die Grundlage 
von Redensarten wie sexagenarii de ponte, dei pedes lanatos 
hdbent, inter s aar um et saxum, res ad triarios venit, herb am 
dare. Darum ist es erklärlich, wenn Sprichwörter im lebendigen 
Grebrauch entweder ganz absterben oder in ihrer ursprünglichen 
Bedeutung unklar und unverständlich werden und nun einer ge- 
lehrten Erklärung bedürfen, wie eine solche bei den Römern die 
Gi;^matiker Sinnius Capito, Festus und Gellius mehrfach ver- 
sucht haben. Solche Sprichwörter sind z. B. apinae tricaeque, 
rmUi Manii Ariciae, susque deque habere, di pedes lanatos 
hdbent; ita fugias, ne praeter casam; lepus es et pulpamentum 
quaeris; pugna Osculana; sexagenarii de ponte; salva res est 
saUante sene; vapula, Papiria, Freilich sind die Alten selbst 
auch in diesen Erklärungen nicht immer glücklicher als in ihren 
etymologischen Versuchen.^) Neben diesen alten giebt es aber 
jüngere Schichten, und zu keiner Zeit ist die Schöpferkraft 
der Volkssprache so ^anz erloschen, dafs sie nicht noch neue 
Sprichwörter geschaffen hätte. Zuweilen wird das junge Alter 
direkt hervorgehoben: Cic. de off, 1, 10, 33 factum est iam tritum 

1) S. zu ager 1. amictM 1. aZtus 1. amicitia 2. ars 3. bos 1. vis 1. 
itikare. lassus. flamma 6. dare 1. luptAS 8. lex. odisse 2 u. oft. Die 
Oriecben schieden ebenfalls zwischen alten und jüngeren Sprichwörtern. 
S. P. Martin a. a. 0. p. 4. 

2) S. zu Colophon. apinae. canis 18. cantheriua 2. 

b* 



XX Einleitimg. 

sermane proverhium. Tusc. 4, 16, 36 Ha pervülgatum, ut iam pro- 
verhü locum öbtineret, Liv. 40, 46, 12 w proverhium veniL Bei 
anderen ergiebt sich der terminus a quo von selbst, vorzugsweise 
bei denjenigen, welche sich auf historische Persönlichkeiten und 
Ereignisse beziehen. Die Redensart non assis aestimare konnte 
erst aufkommen, als die letzte Reduktion des Geldwertes bereits 
durchgeführt war. Nicht selten giebt auch das späte Vorkommen 
eines Sprichwortes in der Litteratur einen Fingerzeig, obgleich 
es für sich allein nicht erlaubt ist, daraus einen Schlufs zu ziehen, 
da hier der Zufall mitspielt. Der Vergleich mit dein goldenen 
Zeitalter begegnet nicht vor der Regierung des Kaisers Augustns, 
dann aber zunächst durch die Dichter eingeführt häufiger. Noch 
später sind Sprichwörter wie cornix cornici oculum non eruit; 
fumum vendere; Amyclis tacitumioT] rosae in vepribus na- 
scimtur; Cimmeriae tenehrae; funem contentiosum trdhere; prius 
antidotum, quam venenum; qui non zelat, non amat; frange 
lunam et fac fortunam, wo schon der Reim beweiskräftig ist. 
Von beschränkter Lebensdauer waren augenscheinlich Anspielungen 
auf den Reichtum Arabiens, die herbe Sittenreinheit der Sabiner, 
den Übermut der Campaner u. a. Das Gleiche gilt von einigen 
sog. sententiae populäres, die nur eine Zeit lang in aller 
Munde waren. S. unter arhor 2. consilium 1. flumen 8. male 2. 
taurus 3. Ja Cicero geht doch wohl in Übereinstimmung mit 
dem Sprachgebrauch sogar so weit, dafs er auch Witzworte, die 
nur auf einzelne Persönlichkeiten gemünzt waren und deshalb 
nur ganz kurze Zeit im umlaufe sein konnten, proverbia nennt: 
inVerr. 1, 46, 121 istius nequüiam et iniquitatem tum in vülgi ore 
atque in communibus proverhiis esse versatam. Philipp. 13, 12, 27 
quod in hoc Planco proverhii loco did solet. Vgl. noch Senec. suas. 
2, 13 qu^asi proverhii loco est: hie dies mens est. 

Die nächste Verwandtschaft mit den Sprichwörtern haben 
bekanntlich die sog. geflügelten Worte. Beiden ist die weite 
Verbreitung gemeinsam, sie unterscheiden sich aber dadurch, dafs 
die geflügelten Worte auf einen bestimmten, wenn auch nicht 
mehr immer mehr bekannten Urheber zurückgeführt werden 
können und mehr oder minder als Oitate empfanden werden, 
während beim Sprichwort sich gewissermafsen das Volk selbst als 
den Schöpfer betrachtet.^) Damit hängt es zusammen, dafs die 



1) Quintil. 6, 11, 41 Ea quoque, quae vulgo recepta sunt, hoc 
ipso, quod incertum auctorem habent, velut omniutn fiunt. Donat: 
est autem jproverbium sine auctore sententia. Bemerkenswert ist, wie 
richtig Quintilian über die Entstehung des Sprichworts urteilt. Es ist 
durchaus richtig, wenn er nicht das Volk an sich als den wirklichen 
Schöpfer eines Sprichworts ansieht, denn auch das Sprichwort kann, 
wie überhaupt jede Tolkstümliche Schöpfung, wie das Volkslied und 



Einleitung. XXI 

geflügelten Worte schon ihrer Natur nach mehr in gebildeten 
Kreisen fortleben, wenn auch einzelne, wie gewisse Sprüche der 
sieben Weisen sich weiterer Verbreitung erfreut haben mögen. Aber 
aus eben diesem Grunde ist es auch nicht immer leicht, aus der 
vorhandenen Litteratur mit Sicherheit zu bestimmen, wo das 
allgemein bekannte Wort aufhört und das gelehrte Citat beginnt. 
Mehrfach ist man auch darin zu weit gegangen. Die Bezug- 
nahme auf die beiden berühmten Gladiatoren Aeserninus und 
Pacideianus aus Lucilius bei Cic. ad Qu. fr. 3, 4, 2 und de opt. gen. 
or. 6, 17 ist gewifs keine allgemein gebräuchliche gewesen, son- 
dern nur eins der zahlreichen Citate aus Dichtem, wie sie Cicero 
liebt. Die Gelegenheit, auch die geflügelten Worte der Römer 
unter die Sprichwörter einzureihen, glaubte ich um so weniger 
hier vorübergehen lassen zu dürfen, als man sie geradezu als die 
Sprichwörter der Gebildeten ansehen kann und eine Scheidung 
in vielen Fällen überhaupt unmöglich ist. Mehrere derselben 
hatten nämlich entweder von Anfang an sprichwörtlichen Charakter, 
oder wurden nachträglich zu Sprichwörtern, indem der Name des 
Autors in Vergessenheit geriet. So führt Hieronymus ep. 130, 17 
und 69, 2 den Satz des Epicharm oder Pittacus cum loqui nesdant, 
iacere non possmU als vetus pröverhium an und als solches lebt 
er noch jetzt fort. Des Pythagoras Grundsatz, dafs zwischen 
Freunden alles gemein sei und dafs Freunde eine Seele in zwei 
Körpern seien, war schon in früher Zeit bei den Griechen sprich- 
wörtlich geworden. Blofs der Wortlaut, nicht der Gedanke ist 
originell in den Worten Vergils stat sua cudqtire dies (s. mors 1) 
und non omnia possumits omnes, ebenso in Salin sts idem velle atque 
idem nölle, ea demum firma amicitia est. Schon Cic. p. Plane. 
2,5 bemerkt vetus enim lex illa iustae amicitiae, ut idem amici 
smper velini, was Aristoteles rhet, 2, 4 bestätigt: raiyea rovroi^ 
ßovlB^d^ai. &voiy7t7i. In der bekannten Sentenz des Terenz ohse- 
qukm amicos, veritas odium parU (Andr. 68) ist die zweite Hälfte 
Übertragung eines schon bei den Griechen beliebt gewordenen 
Satzes des Demokrit. Ebenso schliefst sich der Ausspruch des 
Kaisers Tiberius honi pastoris esse tondere pecus, non degUibere 
inhaltlich an einen ganz ähnlichen, Alexander dem Grofsen bei- 
gelegten an. Ich gebe hier eine Übersicht über die von mir 
dafür gehaltenen geflügelten Worte der Römer, nach den Autoren 
geordnet, da dies in der Sammlung selbst ihrer Anlage nach nicht 
geschehen konnte.^) 

Volksepos, eines Schöpfers resp. Dichters nicht entbehren, der aber 
freilich, weil ganz in der Mitte des Volkes stehend, gar bald vergessen 
und dessen Eigentum zum Gemeingut wird. Nur die entwickelte Lit- 
teratur schützt das geistige Eigentum. 

1) Dieses Verzeichnis deckt sich nicht mit dem, was G. Büchmann 



XXII Einleitung. 

A. Griechen: 
Anaxagoras: inferi. Äntigenidas: Musa 5. Apelles: 
linea 4. Äpollonius: lacrima 1. Äratus: Juppiter 1. Ärchias: 
dies 5. Äristippus: naufragium 1. Aristoteles: avaritia 2. litte- 
rael, Sias: amicusb. omnis6. Bio: nervus. Chilo: nimis. noscere. 
mors 3. Chrysippus: sus 6. Cleohulus: modus. [Cratinus: 
aqua 9.] Diogenes: Megarenses. Epicharmus: credere 2. ta- 
cere 1. Epictetus: digiius 7. vas, Epicurus: Phälaris 2. latere. 
Euripides: vates, Hecato: amare 2. Hesiodus: consulere. con- 
silium 1. lahor 3. Hipp o erat es: vita 2. Homerus: Nestor 2. 
Isocrates: lüterae 1. Pif^acws: dimidium. tempus 4. Fytha- 
goras: amicus 1. ammws 1. ilf crcuriws. So erat es: edere, famesl. 
oratio, supra, Solo: mors 3. senex 3. timere. Zeno: frugi, Zeu- 
xis: invidere. Unbekannt: consuetudo. fugere 2. ira. taurus 3. 

B. Römer: - 

Äppius: canis 3. Aitius: odisse 1. Am^us^u^; hamus. 
(Brennus: vae,) Cato: agere 1. avarus 5. celeriter. haru- 
spex, (litterae 1.) mw^wari. $öi5 2 (?). Cicero: lex 3. <empw5 6. 
Ennius: clavus 3. cwwctori. flamme 6. (odisse 2.) i^oniomes 2. 
(Hannihal: nübes.) Horatius: acervus 3 (?). Africa 2. at;art«^ 3. 
caeZwm 6. mediocritas. testa 1. Jwvewa^is; ferula. Naevius: lau- 
dare, male 1. Pacw«?iws: aiwewfia. Propertius: veUe. Salin- 
stius: älter 1. amicitia 2. cowcordia. Puhlil. Syrus: avarus 1. 
consuescere (?). naufragium 3.^) Terentius: amare 3. ^owo 4. 
ifamma 2. Zwfwm 3. veritas 3. Ti6criw5; pastor. Titus: dies 7. 
Fer^iZiws: aegt*w5 2. amare 1. as^rwwi. atirum ö. Hercules 5. 
ÄöÄ^i5 1. ?a5or 2. Mwm 6. mori. mors 1. cwwnis 1. regio, rus. Thyle. 
Unbekannt: ars 2. 3. dare 1. fortu/na 8. PÄr^/o? 2. 

Diese Zusammenstellung zeigt, dafs von römischen Autoren 
vorzugsweise Dichterworte und zwar vor allem aus Eimius, Terenz, 
Horaz und Yergil, dagegen nicht aus Plautus, Ovid u. a. das 
Glück hatten, geflügelt zu werden. 

Halten wir schliefslich mit dem, was bisher über das Sprich- 

in seinem ausgezeichneten Werke ^Geflügelte Worte' 15. Aufl. Berlin 
1887 giebt. Büchmann hat dem Zwecke seines Buches entsprechend 
nur diejenigen 'Gitate aus der römischen Litteratur gesammelt, die 
auch heute noch gang und gäbe sind, es aber bei den Römern 
selbst zum grofsen Teile noch nicht waren. S. auch Härtung, Die 
lat. Sprichwörter II, Sprottau 1881. Über die gefl. Worte aus Homer 
und der Geschichte s. im Register die Abschnitte *Litteraturgeschichte' 
und 'Weltgeschichte'. — Inzwischen habe ich 'die geflügelten Worte 
bei den Römern' besonders behandelt in dem Programm des Königl. 
Matthiasgymnasiums Breslau 1890. 

1) Eine Anzahl anderer nennt Gell. 27, 14, 3 (Macrob. 2, 7, 10): 
56. 104. 106. 176. 178. 193. 221. 245. 264. 362. 383. 416. 469. 645. 
S. p. 11 des oben angeführten Programms. 



Einleitung. XXIH 

wort gesagt wurde, die Ansichten zusammen, welche die Römer 
seihst gelegentlich üher die Natur desselben äafsem, so haben 
sie zwar keine umfassende und durchweg befriedigende Begrifis- 
erklärong geliefert, aber die charakteristischen Merkmale des- 
selben recht wohl herausgefühlt. Die von den Grammatikern im 
Anschlufs an die, Griechen^) gegebenen Erklärungen leiden aller- 
dings an dem Übelstande, dafs sie zu einseitig das Yerhüllte und 
Dunkle des Ausdrucks, das Allegorische des Sprichworts im 
engeren Sinne betonen. Auf gleiche Qaellen gehen zurück die 
Definitionen bei Donat (3, 6 p- 402, IIK.): Paroemia est accowr 
modatum rebus temporibusque proverbium, Charisius p. 276 K. 
Paroemia est vulgaris (pro)verbi usurpatio cum aUqua diversitaite, 
ut ^coda ftmnerabimus exta' cum significet: ex eventu sdemus, 
Diomedes p. 462 E. parhoemia est vulgaris proverhii usurpatio 
rebus temporibusque accammodata, cum aliud significatur, quam 
quod dicüur^), Isid. orig. 1, 37, 28 Paroemia est rebus et tem- 
poribus accommodatum proverbium. Bebus, ut: lupus est in fa- 
lula.^ Damit stimmt inhaltlich schon Varro 1. lat. 7, 31 überein: 
Adagio est litter a commutata äbagio (Tumebus: ambagio), dicta ab 
eo, quod ambit orationem neque in äHqim u/na re consistit sola. 
Gleichwohl ist auch das hauptsächlichste Charakteristikum des 
Sprichworts, seine Volkstümlichkeit und Verbreitung, von den 
Alten nicht übersehen worden, wie schon der Zusatz vulgaris 
bei Charisius zeigt. Dieses Moment wird aber oft und gern 
hervorgehoben bei der Anführung von Sprichwörtern oder sprich- 
wörtlichen Bedensarten selbst. Man setzt hinzu ut (vulgo) di- 
citur, quemadmodum didtur, ut dici sölet, ut dicu/nt (fenmt), 
ut aiunt^), ut vulgares dicunt. Ein Sprichwort heifst proverbium 
(oder verbum, versus) frequens, tritum, vulgär e^\ iUud, vulgatum 
ültid. Die praktische Bedeutung des Sprichworts für das mensch- 
liche Handeln wird durch die Bezeichnung praeceptum (oder 
kx) zum Ausdruck gebracht, und darauf machen ausdrücklich 
aufmerksam Fest. p. 12M. adagia ad agendum apta und Donat 

1) Über diese s. P. Martin, Studien auf dem Gebiete des grie- 
chischen Sprichwortes S. IfT. Vgl. Athanas. Synops. S. S. 14 (ill 164 
Bened.). Caesar, homil. in Prov. Sol. p. 454. Ps.-Diogen. praef. (Paroe- 
miogr. gr. I p. 178). Apost. praef. (Paroemiogr. gr. II p. 234). 

2) Ähnlich Isid. orig. 1, 37, 22 Allegoria est aeniloquium, aliud 
mm sonat, aliud iwteUegitwr (s= Donat p. 401 E.) 

3) Einen circulus vitiosus in dieser Definition zu sehen, sind wir 
trotz Pomp, comment. (V p. dllE.) paroemia proverbium lativ^ dicitur, 
noch nicht gezwungen, da paroemia hier das Sprichwort im engeren, 
proverbium im weiteren Sinne bedeutet. 

4) quod dicunt bei Catull 94, 1. Uft dicunt bei Hieron. ep. 67, 12. 
Griechisch co; q)ctaiv^ %atä to Xeyoftsvov. 

5) So erst später häufig. S. asinus 3. audire. bos 4. choraula. cu- 
♦»cu«. fdber 1. forum 1. Doch schon Cicero s. lapis 6. 



XXIV Einleitung. 

zu Ter. Eun. 3, 1, 38 Et dida et proverhia et adagiones, quod 
rem agtmt.^) Ganz allgemeine Bezeichnungen sind verhum, vox, 
dictum, sermo, sententia, gewöhnlich aber in Verbindung mit 
einem der oben genannten Zusätze. Die auf den Landbau be- 
züglichen Regeln heifsen oracula (s. agere 1. agricola. frigidus. 
seges 1). Für die christlichen Schriftsteller bekommt das Sprich- 
wort leicht den Beigeschmack von etwas speziell Heidnischem 
und wird dann sententia saecularis genannt, oder man fügt 
hinzu ut gentes loqmmtwr (s. amidtia 2. amicus 1. fugere. licet 1. 
mori), 

über die Stoffe,. an welche das Sprichwort anknüpft, nnd 
die Gebiete, über die es sich verbreitet, giebt das angehängte 
Register Auskunft. Hier mögen nur einige kurze Bemerkungen 
Platz £nden. Wenn es auch im allgemeinen richtig ist, daJGs alle 
Seiten des menschlichen Lebens und die ganze uns umgebende 
Natur sich im Sprichwort wiederspiegelt, so ist doch die Aus- 
wahl aus dieser unerschöpflichen Fundgrube und die gröfsere 
oder geringere Vorliebe für das eine oder andere Gebiet nicht 
etwas Zufälliges und Gleichgültiges. Einen hervorragend scharfen 
Blick besitzt naturgemäfs das Volk für die Gewohnheiten und 
den Charakter der Tiere, in Besonderheit derjenigen, für welche 
der Landmann, und als solcher tritt uns der Römer der älteren 
Zeit überall entgegen, ein natürliches Interesse hat, indem er 
sie entweder als Haustiere schützt n;id ausnützt, wie Pferd, Rind, 
Esel, Hund, Schwein, Schaf, oder als schädliche und verderbliche 
Feinde fürchtet, wie den Wolf, den Fuchs, die Schlange, die 
Maus u. a. Das Sprichwort, von der Einzelerscheinung ausgehend 
und mit der Tendenz, einen allgemeineren Gedanken daran zu 
knüpfen, schlägt also einen ähnlichen Weg ein wie die Fabel, 

1) Das Wort adagio war schon zu Varros Zeit veraltet und 
kaum mehr verständlich: 1. lat. 7, 31 quod verhum usgue eo evanuit, 
ut graecum pro eo positum magis sit apertum; nam idem est, qijLod 
nagoLfi^av vocant Graeci. Das spätere Altertum suchte mit anderen 
Archaismen auch dieses Wort wieder hervor: Auson. id. 12 (27,47 
Seh.). Symmach. ep. 1, 3, 2. Donat zu Ter. Eun. 3, 1, 38. Placid. 
gloss. p. 8 Deuerl. Corp. gloss ed. Goetz II p. 6, 15 Adagiones ngooLfiCcc 
(st. nagoLfiiat). p. 393, 3 nagoifiia proverbium adagio, Loewe prodrom. 
p. 217 ntxQOLfiia proverbium adagio ambitio. (Letzteres Wort mit Nett- 
leship [Journal of philol. 1888 p. 119. Archiv f. lat. Lex. ö p. 106] 
in ambagio oder ambigio zu verwandeln ist nicht nötig, da es ge- 
schützt wird durch Varro 1. 1. 7, 31 guod ambit orationem.) gloss. 
nom. p. 6. Daneben bestand die (jüngere) Form adagium: Fest, 
p. 12, 12 M. (wo aber Nettleship a(?a^ta ebenfalls adagio bessern 
will). Censorin 1, 7. Gell. 1 praef. 19. Corp. gloss. II p. 6,14. Über 
die Etymologie (W. ag in aio, nego u. a.) s. Corssen, Ausspr.* p. 90. 
306. Vanicek, griech.-lat. etymol. Wörterb. p. 21. Adagio entspricht 
also unserem 'Sprichwort' (nicht Sprüchwort), während in proverbium 
das Stellvertretende der Form hervorgehoben ist. 



Einleitung. XXV 

mit welcher es sich daher auch in vielen Beziehungen berührt. 
Schon den Griechen war diese Verwandtschaft, nicht entgangen 
und das Wort alvog heilst bei ihnen sowohl Fabel als Sprich- 
wort. Auch Quintil. 5, 11, 21 kennt ein jtccQOiiilag genus, quod 
est vdut fäbeUa Irevior et per ällegoriam acdpUur. Das histo- 
rische Verhältnis zwischen Fabel und Sprichwort ist aber in 
neuerer Zeit nicht immer richtig beurteilt worden, wenigstens 
gingen Gervinus und Bergk fehl, wenn sie die Entstehung der 
Sprichwörter überhaupt aus der Fabel herleiten wollten. Freilich 
spielen manche Sprichwörter aus dem Tierleben auf vorhandene 
Fabeln deutlich genug an (z. B. alienis coloribus se exorhare; 
asinus de Äesqpi puteo ; de prospectu et umbra asini; calcare 
iacentem; certa amittimus, dum incerta petimus; non videmus 
manticae quod in tergo est; cor v um deludere hiantem)^ allein 
ebenso wahrscheinlich ist bei anderen die Abhängigkeit der Fabel 
vom Sprichwort. Sprichwörter wie asino lyra super flue canit; 
camelus sdUans; viperam sub äla nutricare; parturiu/nt mon- 
tes, nascetur ridiculus mus; inflat se tamquam rana dürften 
eher den Stoff zu den bekannten Fabeln gegeben haben, als um- 
gekehrt. Bei noch anderen bleibt das Verhältnis unklar, doch 
ist auch hier der selbständige Ursprung ohne Anlehnung an eine 
Fabel sehr wohl möglich, z. B. bei narrare fäbellam asello 
swräo; asinus in tegulis; leoni esurienti praedam exsculpere; 
rustims expedat, dum defluat amnis (s. flumen 2); bovi cli- 
teUae sunt impositae; sus Miner vam,^) 

Weit weniger als dem Tierleben ist die Aufmerksamkeit 
des Volkes der Pflanzenwelt zugewandt und Blumen beschäf- 
tigen es in weit geringerem Grade, als Nutzpflanzen^ Bäume und 
Getreide. Grofsen Eindruck machten dagegen hinwiederum die 
Erscheinungen der Natur, Sonne und Sterne, Wind und 
Wetter, Steine und Metalle, Feuer und Wasser. Was den Menschen 
betrifft, so liegt einem jeden der eigene* Körper, seine Thätig- 
keit, seine Zustände und Bedürfiiisse am nächsten. Von den Be- 
standteilen des menschlichen Körpers spielen die inneren Teile eine 
fast yerschwindende EoUe gegenüber den äufseren, vor allem dem 
Kopfe mit den Sinnes Werkzeugen und den Extremitäten, Fufs 
und Hand. Dafs Hand und Finger im besonderen Mafse bevor- 
zugt werden, darf bei den lebhaft gestikulierenden Südländern 
um so weniger auffallen. Nur der Magen weifs sich auch im 
Sprichwort seine volle Bedeutung zu wahren, und das Essen, 
sowie die verschiedenen Nahrungsmittel werden entsprechend ge- 



1) Auch die festen Charaktereigenschaften der Tiere sind nicht 
Wofa ans der Tierfabel entlehnt, sondern bieten sich der Beobachtung 
^on selbst dar. 



XXVI Einleitung. 

würdigt. Bemerkenswert ist hier, zmnal wenn wir unser deutsches 
Sprichwort zum Vergleich heranziehen, dafs die Freude und der 
Genufs am Trinken hei den Bömem mehr in den Hintergrund 
tritt und selbst der Wein, das Hauptgetränk der Alten, nur 
mäfsig verwandt wird. In der Kleidung schenkt das Sprichwort 
nur den einfachsten Zuständen und den Grundformen Beachtung, 
den Wechsel der Mode und den Luxus ignoriert es völlig. Das 
Gleiche ist der Fall bei der Behausung, wenn auch die Liebö 
und Wertschätzung des eigenen Heims deutlich hindurchscheint. 

Auf das Familienleben und das gegenseitige Verhältnis 
der Familienglieder wirft das Sprichwort drastische und signifi- 
kante Lichtblicke, doch sind die hervorspringenden Züge bei den 
Bömem nicht immer erfreulich, und Innigkeit und Gemütlich- 
keity die das deutsche Sprichwort nicht verkennen läfst, werden 
vermifst. Vom Lobe der Frau als Jungfrau und Hausfrau, wo- 
von unser Sprichwort überfliefst, schweigt das römische, dagegen 
sind die üblen Eigenschaften des Weibes wohl bemerkt. An 
Stelle der Liebe, die fast nur als geschlechtliche Leidenschaft 
gedacht ist, tritt die Freundschaft, deren Wert und Bedeutung 
in volle Beleuchtung gerückt wird. 

Die umfangreiche Zahl von Sprichwörtern und Vorschriften, 
welche das Landleben und alles, was damit zusammenhängt, 
betreffen^), ist für die Römer ebenso bedeutungsvoll, wie die 
dem Kriege und der Kriegsführung entlehnten Wendungen. 
Waren doch Landbau und Krieg die beiden Pole, um die sich 
das Leben der alten Römer drehte. Auf dem Gebiete der Schiff- 
fahrt und des Handels begegnet neben Eigenem manches den 
Griechen entnommene Gut, und das Eigene bezieht sich nur auf 
die Binnen- und Flufsschiffahrt. Die Strebungen und Strömungen 
der höheren Politik lagen selbst in Eom dem gewöhnlichen 
Manne zu fern, als dafs sie ihm Material zu Sprichwörtern ge- 
liefert hätten, rein politische, und um dies sogleich hinzuzufügen, 
religiöse Sprichwörter giebt es überhaupt nicht. Aber auch der 
Gegensatz der Stände und Berufsarten und ihre Vorzüge und 
Schwächen, wie sie das deutsche Sprichwort so scharf und zu- 
weilen ergötzlich beleuchtet, hat bei den Römern keine Spur 
hinterlassen. Anderseits hat das praktische Recht swesen, dessen 
feinere Ausbildung eben den Römern verdankt wird, manche 
sprichwörtliche Frucht gezeitigt. Die Erfahrung, dafs das streagste 
Recht das gröfste Unrecht sei, haben sie zuerst ausgesprochen. 

1) Bei den Römern fanden die sog. Bauernregeln ihre Pflege 
und Ausbildung. S. ager 1. 2. agricola. hordeum. occare, occipitium. 
oculus 12. malus 3. regio, omnis 3. seges, serere. olivetum. Hierher gehören 
auch praktiscbe und populäre Regeln über Behandlung des Weines, 
über Essen und Trinken. S. frigidus, Hymettus 2. cowmium. hospes. 



Einleitung. XXVU 

Die aufßerordentlicheYorliebe der Bömer für öffentliche und private 
Spiele, für Theater, Circusaufftthrungen und Gladiatorenkümpfe 
bekunden sich auch im Sprichwort. Künste und Wissenschaften 
dagegen liegen, soweit sie nicht dem praktischen Nutzen dienen, 
dem Körner fern, und was die Litteratur davon bietet, ist meist 
aus Griechenland eingewandert, ebenso wie die Anspielungen auf 
griechische Mythologie und Heldensage. Einen ziemlich breiten 
Raum beansprucht die Geschichte, politische und kulturelle, 
beschränkteren die Geographie. Die grofsen Männer der Vorzeit, 
ein Fabricius, Oato u. s. w. werden mit Stolz genannt und als 
nachahmenswerte Vorbilder vor Augen geführt, Hannibal und 
Sulla als Schreckbilder vorgehalten. Am tiefsten haben sich 
aber die schweren Zeiten und die erschütternden Niederlagen, 
wie die Einnahme Roms durch die Gallier, die von Pyrrhus 
drohende Gefahr, die Schlacht bei Cannä und die drohende Nähe 
Hannibals der Erinnerung des Volkes eingepiilgt.^) Dennoch sind 
es keineswegs immer die bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse, 
an die das Sprichwort anknüpft, oft sind es unscheinbare, teil- 
weise anektodenhafte Erzählungen und Vorkommnisse, denen ein 
Sprichwort sein Dasein verdankt. Vgl. non Omnibus dormio; 
rideo, inquit GiMa cantherio; minime cantherium in fossam; 
sexagenarii de ponte; sälva res est, dum sältat senex. Für die 
gegenseitigen Beziehungen der Völker zu einander und die kulturelle 
Stellung der einzelnen Stämme und Städte giebt das Sprichwort 
manchen lehrreichen Fingerzeig. 

Wie die Lust an Anekdoten und Fabeln dem Volke ge- 
wissermafsen angeboren ist, so hat auch das sonst verschollene 
Märchen der Griechen und Römer interessante Spuren im 
Sprichwort zurückgelassen.^) Märchenhafte Züge und Elemente 
finde ich in folgenden Sprichwörtern und Redensarten: Ähdera 
est (man denke an die Märchen von den Laienbürgern); apinae 
trkaegue; aureum saeculum; in mcmu üUus plumbum aurum 
fiehat; de caelo devolat; carhonem pro thesauro invenire; 
cornu Copiae\ ex harena funem hectere; quasi tu öbicias for- 
fnicis papaverem; heliotropia sponsa solis; incuhare thesauro; 
füwm lamna; milvo volanti u/ngues resecare; nwmmos modio 
metiri; montes auri; Pici divitiae; porci codi ambulant; Orcus 
redpere noluit; in rutae folium conicere; virgula divina. An 
die Zustände der verkehrten Welt erinnern Redensarten wie in 
oere aedifioare; piscare in aere; caelum findere aratro; funda- 

1) 8. E. Wölfflin, Krieg und Frieden im Sprichwort p. 213. 

2) S. darüber L. Friedländer, Bilder aus der röm. Sittengesch. I^ 
p. 469». (6. Aufl. 622 fF.) und neuerdings den weitschauenden Vortrag 
^on 0. CrusiuB in den Verhandlungen der Görlitzer Philologenversamm- 
lung 1889. 



XXYIII Einleitang. 

mentum in aqua panere; ante lupos capient haedi (vgl. Grimm, 
M&rchen n. 158 zwei Tauben zermpften einen Wolf); ipsa olera 
olla legii. Aach gewisse abergläubische Meinungen sind echt 
yolkstümlich. Vgl. lupus in fabula; lupus prior eum vidit; 
cycni cantus; mures migrant; vulturius exspectat; citius ele- 
phdnii pariu/nL S. auch lepus 4. sepulcrum. vitalis. 

Dafs das Sprichwort eine Wahrheit ausspreche, ist ein 
von Griechen und Bömem oft betonter Gedanke, aber diese 
Wahrheiten beanspruchen nicht etwa blofs theoretische Geltung, 
sondern sie wollen auch praktisch befolgt sein und unser Handeln 
beeinflussen. Sie kleiden sich daher gern in die Form von Vor- 
schriften, Begeln und Warnungen, oder sie tadeln und geifseln 
die Fehler und Verkehrtheiten der Menschen, welche das Un- 
mögliche möglich zu machen suchen, in einem Siebe Wasser 
schöpfen, auf Sand säen u. dgl.^). Überflüssiges und Nutzloses 
vornehmen ^), das Nächstliegende nicht erkennen, sich selbst 
schaden, sich mit ihren eigenen Waffen verwunden und in die 
eigenen Schlingen fallen.') Neben der mangelnden Einsicht ist 
die zweite HauptqueUe der menschlichen Iriiingen der Egoismus. 
Jeder ist sich selbst der nächste und sucht seinen persönlichen 
Vorteil ohne Bücksicht und oft zum Schaden anderer durch List 
und Betrug, er übersieht seine eigenen Mängel, während er für 
die Schwächen seiner Mitmenschen ein nur allzu scharfes Auge 
hat, er betrachtet die Armut als die gröfste Last und strebt 
nach Geld und Gut, um zu geniefsen und über die anderen zu 
herrschen. 

So ist also die Welt ein Schauplatz von unvollkommen- 
beiten und Lastern, in .der Thorheit, Selbstsucht, Lüge und Be- 
trug, Habsucht und Geiz ihr Wesen treiben, und in welcher der 
Mensch, schwach und hinfällig wie er ist, der harten Notwendig- 
keit preisgegeben ist un^d Zufall und Geld gröfseren Einflufs 
haben als Tugend und Gerechtigkeit. Und diese pessimistische 
Weltanschauung wird im römischen Sprichwort nicht wie in dem 
unsrigen gemildert durch Humor und Laune, Eigenschaften, 
welche der Bömer fast gar nicht kennt, sondern mit dem Ernst 
oder der witzigen Schärfe vorgetragen, wie sie den Bömern in 
allem eigen war. Indessen fehlt es doch auch nicht ganz an 



l)S.vulpe8 lungere; c accus iter monstrat; adver so flumine niti; 
flu et US numerare; aquam reti hawire; harenae semina mandare; 
in aere aedificare. 

2) aeta agere; in tnedio flumine quaerit aquam; süvam in ligna 
ferre; in mare aquas fttndere; sus Minervam; alba linea signare, 

3) S. zu arma. ars 4. avis 4. compes. consilium 1. crus, flamma 7. 
gladius 3. laqueus. ludus 2. messis. mucro. plaga. pinna 4. sapere 1. 
telum 1. 2. 



Einleitung. XXIX 

Lichtblicken, und die Tugenden der Thatkraft und Energie, der 
Mafshaltung und Selbstbelierrscliung, der Freigebigkeit und 
Preundesliebe werden in ihrem vollen Werte geschätzt und wieder- 
holt empfohlen. 

Wenden wir uns von dem inneren Gehalte der äufseren 
Form des Sprichworts zu, so kennzeichnet sich dasselbe zunächst 
durch eine gewisse Festigkeit und Stetigkeit des sprachlichen 
Ausdrucks, die aber nicht so weit geht, dafs nicht mannigfache 
Variationen zugelassen wären. Die Eedensart dis inimicis natus 
wird beispielsweise modifiziert, indem man statt mimicis auch 
iratis oder adver sis^ statt natus auch genitus und procreatus 
sagte. Für fortes fortuna adiuvat heifst es auch audaces fortuna 
adiuvat und bei den erotischen Dichtem fortes adiuvat Venus.^) 
Zuweilen gehen zwei gleichberechtigte Formen neben einander 
her, wie clitellae hovi simt imposUae, non est nostrum onus und 
non nostrum, inquit, onus, hos clitellas; harenae semina mandare 
und litus arare, currentem incUare und calcaria addere cur- 
renti u. ö. Wenn dann noch hinzukommt, dafs die Schrift- 
steller sich oft mit blofsen Andeutungen und Hinweisen begnügen, 
und die Dichter überdies durch den Verszwang beengt sind, so 
kann es nicht wunder nehmen, wenn es in einzelnen Fällen 
kaum möglich ist, die eigentliche Originalform eines Sprichworts 
mit Sicherheit festzustellen. 

Das Sprichwort liebt eine ins Ohr fallende, unerwartete, 
witzige und pointierte, oft geradezu rätselhafte und dadurch die 
Aufmerksamkeit reizende und im Gedächtnis festhaftende Aus- 
drucksweise. Paradoxa, scheinbare Unmöglichkeiten und Wider- 
sprüche verwendet es gem. Es sei nur angeführt tmus animus 
ß ex pluribus; apparet etiam caeco; vigüans dormit; dimi- 
dium facti, gm coepit, habet; dimidius maior est, quam totus; 
oiU cxmdimentum est fames; nusquam est, gui übique est; sibi 
obstat; magnas inter opes inops; praesens äbsens est; quod 
^cis^ nescias; cum loqui nesciat, tacere non potest; tacent, satis 
laudant; vidi vincunt. 

Etwas dem Witze Verwandtes liegt auch im Wortspiel, 
dessen Verwertung sich denn auch das Sprichwort nicht hat ent- 
gehen lassen.^) Zu nennen sind folgende: du/m excusare credis, 
dccusas; amens amans; invidebitur aliquis facüius quam imi- 
tahitur; [aut bibat, aut abeat;'] Septem convivium, novem vero 
convidum; quod differtur, non aufertur; deligere oportet, quem 

1) S. auch zu alienus 1. amare 4. as 4. cycnus 1. dens 1. deus 1. 
dies 6. flumen 7. fulmen 2. gutta 2. homo 1. habere 1. lupus 5. lux, 
omm. rarus 2. regere 1. süva 1. sperare 1 u. a. 

2) S. E. Wölfflin, das Wortspiel im Lateinischen. Sitzungsber. 
a. bayr. Äkad. d. Wissensch. 1887 p. 187 ff. 



XXX KinleiiaDg. 

veUs diligere; legere et nan intellegere neglegere est; vacat legere; 
honos onus; guod libet, hoc licet; nomen atque omen; ocdsa 
saepe sapU phis muUo sus; {urbi et orhi;^ uhi über, ihi tuher. 

Echt volkstümlich ist weiterhin die Neigung zu Übertrei- 
bungen und Hyperbeln^), von denen im besonderen Bedensarten 
und Vergleiche^) wimmeln: Äetna gravior; aquam plorat pro- 
fundere; adamante durior; certo certius; stultior stultissimo ; 
modio awrum metiri; montes mcdi; montes auri poUiceri; no- 
men mum öblivisci u. s. w. Diese Sucht zu vergröfsem oder zu 
verkleinern hat vor allem Gelegenheit sich zu bethätigen bei 
der Bezeichnung des Grofsen und Kleinen, des Wertvollen und 
Wertlosen, des Zahlreichen und Seltenen. 

Der Wortgebrauch zeigt zuweilen in vulgären Sprichwörtern 
und Bedensarten eine naive, drastische Derbheit, die vor 
Eraftausdrücken nicht zurückschreckt und auf zartbesaitete 
Ohren keine Bücksicht nimmt. So sind zu beurteilen Wen- 
dungen wie quod in huccam venerit; cahallus in divo\ si nos 
coleos häberemus; ealdum meiere et frigidum polare; culum 
lingere; de alieno corio ludere; lorum in aqua^ non inguina ho- 
hes; lotium suum non välet; est modtis matulae; praestare 
matellam u. a.^) 

Eine besondere Klasse von Sprichwörtern bilden die sog. 
apologischen, welche scherzhaft an einen einzelnen Vorfall 
anknüpfen, und welche die Bömer schon bei den Griechen fanden.^) 
Von römischen Sprichwörtern dieser Art sind mir folgende be- 
kannt: Non nosirum, inqmt, onus, hos diteUas; hoc aliud hnge 
est, inquit, qui cepe serekat; hoc plus negotii est, inquit coctio, 
sex aedües viderat; modo sie, modo sie, inquit rusticus, varium 
porcum perdiderat; rideo^ inquit Galha cantherio. Erst aus später 
Zeit stammt deus miserere animahus, dixit Oswald cadens in 
terram, ^) 

Bein rhetorische Figuren, die doch sonst von den Bömem 
angelegentlich ausgebildet und gepflegt wurden, sind dem Cha- 



1) S. Qerber, die Sprache als Kunst IP p. 30. Quintil. inst. 8, 6, 75 
est autem (sc. hyperholä) in usu vulgo quoque et tnter ineruditos et apt4d 
rusticos, videlicet quia natura est omnibus augendi res vel minuendi cu- 
piditas insita nee quisquam vero contentus est. 

2) S. darüber auch die Zusammenstellungen von E. Wölfflin, 
Archiv f. lat. Lexikogr. 6 p. 448 ff. 

3) Von vulgären Wortformen finden sich caelus, copo, ioca, ori- 
cula^ Osculanus. 

4) M. Haupt opusc. U p. 395 ff. Kratinos fr. 251 Keck tocvv' avToc 
n^ättm, '(paüTi' dvriQ ovdhv noi&v. 

5) Nicht hierher gehört tammodo^ inquit Draenestinus und über- 
haupt nicht sprichwörtlich scheint equus respondit: oreas mihi inde, 
tibi cape flagellum, — S. auch P. in Wölfflins Archiv 3 p. 62. 



Einleitung. XXXI 

rakter des Sprichworts und überhaupt der Volksrede, die nach 
Eüvze strebt und keine überflüssigen Worte macht, zuwider. 
Dieses Streben nach Kürze geht so weit, dafs bei bekannten 
Sprichwörtern nicht der volle Wortlaut angeführt wird, sondern 
eine blofsö Andeutung genügt, um das G-anze ins Gedächtnis 
zurückzurufen. Dergleichen proverbia cum iXkelijßsty wie sie 
Donat nennt, sind z. B. folgende: pauci, quos aequus amavU 
(sc. Iuppit€r)j nee sibi nee alt er i (sc. eonsulere potest)\ anusjrur- 
sum ad armillum (sc. revertUwr)*^ agas asellum (sc. cursum non 
docebitur)\ non nostrum, inquit, onus hos clitdlas (sc. videns\ 
claudus pilam (sc. tenei)'^ quicguid in huceam (sc. venerit)*^ 
corvi oculos (sc. eonfigere)^ currentem (sc. incitare); prius imdis 
flamma (sc. miscehiiur, s. aqu^a l); forfes fortuna (sc. adiuvai)] 
ne puero gladium (sc. dederis)\ ad incitas (sc. redactus)-^ ne 
his ad eundem (sc. lapidem offendas)'^ Imc canes, hac lupi (sc. 
urgent)] minima de malis (sc. eligenda sunt)-^ ut parva magnis 
(sc. conferam)] manum de tabula (sc. tollere)] sus Miner vam 
(sc. doeet)] nil nimis (sc. feceris)] inter os et offam (sc. multa 
intervenire possunt)] sero sapiunt (sc.Phryges)] eontra stimulos 
cakes (sc. iactare)] quicum in tenehris (sc. mices). 

Während somit rhetorischer Schmuck vom Sprichworte ver- 
schmäht wird, so sind ihm ins Gehör fallende Klangfiguren, 
welche der Kürze keinen Eintrag thun, sehr erwünscht, wie sie 
die Umgangssprache auch sonst nicht ungern verwendet. Hier- 
her gehört die sog. Parataxe^), d. h. die Aufeinanderfolge der 
gleichen Worte unmittelbar nach einander, z. B. aqua aquae 
(ovum ovo, lac lacti) simüis; amicus amieo; aliud älios decet; 
clavum clavo peller e\ cor nix cornici oculum non erudt; truditur 
dies die; figulus figulo invidet; fallacia alia äliam trudit; 
homo Tiomini deus est; homo homini lupus est; ignem igni in- 
ätare; manus manum lavat; malum malo augere; malum mälo 
aptissimwm; de manu in. manum; par pari; pares cum parihus 
faciUime congregantur ; similia similibus gaudent; v erb um de verbo, 
Anaphorische Wiederholungen sind bene emo, bene vendo; male 
partum male disperit; summum ius summa iniuria; serva me, 
serväbo te; qw>t servi, toi hostes; aliud st ans, aliud sedens lo- 
guüur. und ähnliche Eesponsion der Satzglieder zeigen idem 
velle atque idem nolle; multos timet, quem multi timent. 

Seltener und auf die Verknüpfung zweier Worte beschränkt 
ist der Reim.*) Solche Verbindungen sind mel fei; rar um 
carum; res spes; res fidesque; neque fictus neque pictus; 

1) S. die reichhaltige Sammlung von H. Landgraf im Archiv f. 
lat. Lexikogr. 6 p. 161ff., bes. p. 167. 

2) S. E. Wölfflin, der Beim im Lateinischen. Archiv f. lat. 
Lexikogr. 1 p. 360 ff. 3 p. 443 ff. 



XXXII Einleitang. 

summum ius, summa crux; übi über, ibi tuher. Erst in späterer 
Zeit entstand frange Zun am et fac fortunam. 

Kein Eunstmittel ist aber im römischen Sprichworte häaüger 
znr Anwendung gebracht als die Allitteration^), nnd zwar 
zunächst ebenfalls znr Verbindung teils zusanmiengehöriger und 
sich ergänzender, teils entgegengesetzter Begriffe: ab acta et acu; 
albus aterque; de caelo in caenum; de calcaria in carbonarium; 
(a caliga ad considatum;) a carcere ad caleem; nee cor nee 
Caput; factum non fdbula; (flamma ferrmnque;) de fvmo ad 
flammam; sine fuco et faUaciis; funus et feriae; inter manum 
et mentum; (hodie atque heri;) maria montesque; nee mu nee 
ma; inter os et offam; oleum et operam perdere; pueri ac pudlae; 
pransus paratus; prora et puppis; purus putus; inter sacrum 
et saxum; nihil utilius sale et sole; sine suco et sanguine; sine 
sudore et sanguine; tacitulus taxim; tricas tramas (s. apinae)-^ 
a vestigio ad verticem (s. unguis 1); nee vola nee vestigium; vivus 
videns. ^) 
^ Die Verwendung der Allitteration erstreckt sich aber auch 

C weiter und sie dient dazu, die Begriffe im Satze überhaupt 
zusammenzuhalten. Hierher gehören folgende Beispiele: agas 
asellum; anus ad armillum; caballus in divo; cornix non 
ideo ante eycnum; cornu Cqpiae; ereta et carbone notare (s. cdl- 
culus 1); canis sine coda; cras eredo; eutem cmare; homines 
dum docent, diseunt; frontem ferire; fueum faeere; fortes 
Fortuna adiuvat; Fortunae ßius; addere garo gerrem; late- 
rem lavare; mense Maio nübunt malae; exemi e manu manu- 
brium; mappa missa; minima de malis; est modus matulae; 
mendacem memorem esse oportet; mala merx; montes mcdi; 
mutuum muH scabunt; muH Mariani; mus in matella; ipsa 
olera olla legit; malam parram pilare; pollicem premere; pica 
pulvinaris; qui fuit rana, nunc est rex; ad restim res redü; 
ad rastros res redit; salva res est saltante sene; saxum sarire; 
sero sapitmt Phryges; stulte, stude; in vino veritas; vita vi- 
güia est; vox viva; nesds, quid serus vesper vehat; vipera in 
vepreeula; vicina sunt vitia virtut%bus. 

Ähnlicher Art wie die oben genannten allitterierenden sind 
noch eine Beihe anderer, ebenfalls formelhafter und volkstümlicher 
Verbindungen, die aber nicht durch das Band der Allittera- 
tion verknüpft sind: apinae tricaeque; aequa et iniqua; aqua 
et ignis; arae foci; Ättius et Tettius; a terra ad caelum; pugnis 

1) S. E.Wölfflin, die allit. Verbind, der lat. Sprache. Sitzmigsber. 
d. bayr. Akad. d. Wisaensch. 1881 p. 1—94, bes. p. 29ff. Bötticher, 
de alliterationis apud Romanos vi et usa. Berlin 1884. p. 17 ff. 

2) Zahlreiche deutsche allitterierende Verbindungen bei Bor- 
chardt, die sprichw. Redensarten im deuteeben Volksmund S. 9 ff. 



Einleitung. XXXIII 

calcihus; equis viris; nee pes nee Caput; digna indigna; fanda 
nefanda, dicenda iacenda; fas ncfas; indoctius atque apertius; 
ioca seria; qua iure quave iniuria; iusta iniusta; malis bonis; 
manihus pedibus; uhi mel, ibi fei; navibus atque quadrigis'^ 
(terra marique;) opera et consüio; ossa ac pellis; praesens 
absens; remis vdis; res fidesque; res spes; sartus tectus; pru- 
dens sciens; per scutum per ocream; sursum versum; susque 
deque; Titius Seius; ultro cUroque; velis nolis; ab unguibus 
ad capülos; via et semita. 

Recht schwierig und im einzelnen oft nicht mit Sicherheit 
zu heantworten bleibt die Frage, wo und wie weit das römische 
Sprichwort von Anfang an metrische Form besessen habe. 
Ganz aufser Spiel bleiben zunächst alle diejenigen zahlreichen 
Sprichwörter, welche nur von Dichtem überliefert oder auch nur 
zuerst gebraucht sind, da wir in diesem Falle nicht wissen, ob 
ein Sprichwort dem Dichter bereits in dieser Gestalt vorlag, 
oder nicht. Denn dafs die letzteren je nach Bedürfnis des Verses 
die Sprichwörter, wenn es nötig war, umformten, liegt in der 
Natur der Sache und wird durch die Thatsachen bestätigt. Der 
bekannte jambische Trimeter quam quisque norit artem, in hac 
se exerceat (bei Cicero nach dem griechischen Original) erscheint 
bei Horaz als daktylischer Hexameter, bei Properz als Pentameter. 
Auch bei den sonst tiberlieferten metrischen Sprichwörtern steht 
mehrfach die Möglichkeit offen, dafs sie einem Dichter ihre Über- 
lieferte Gestalt verdanken.^) Dennoch bleiben auch so noch eine 
Anzahl von Sprichwörtern übrig, bei denen die erhaltene oder 
leicht herstellbare Versform mit gröfster Wahrscheinlichkeit als 
die ursprüngliche angenommen werden darf. Allerdings ist der 
jambische Trimeter der am meisten bevorzugte Vers, z. B. amici 
mores noveris, non oderis^)'^ omnes sibi mäkmt melius esse quam 
alteri; bos lassu^ - ^ fortius figit pedem; mälum consilium 
consultori pessimum; muUer, quae mulier ^ <^omnesy milvinum 
gerne; gladiator Kjpse} in harena consilium capit; onus est 
honos, qui sustinet rem publicam; non continetur intra pellicu- 
lam suam; accessit huic patellae dignum operculum; bonos cor- 
rumpu/nt mores congressus mäli (nach dem griechischen Original); 
senex matwre fias, ut maneas dm. Vielleicht auch: pereant amici ^ 
dum wna inimid intercida/nt; moram si quaeres, sparge mlium et 



1) S. hierüber die Erörterung von 0. Ribbeok com.* coroll. p. 
XLVIIff. Luc. Müller (Lucil. fr. p. 286) behauptet sogar, die Mehrzahl 
der metrischen Sprichwörter stamme aus der Komödie. 

2) Der Vers, der ausdrücklich und nur als Sprichwort bezeichnet 
wird, geht wohl nicht, wie man angenommen hat, auf Publilius Syrus 
zurück. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. C 



XXXIV Einleitung. 

collige.^^ Jambische Tetrameter sind: hovi clUeUae stmt impostae 
plane, non est nostrum onus; Scabies tmius pecudis totam com- 
maculat gregem; nihü cum fidüms gracülo est, nü cum amaracmo 
sui. Jambischen Bhythmns haben femer: canis caninam non est; 
colubrarestemnonparü; tardum est differre, quod placet; ^od 
duhitas, ne feceris; fortcs fortuna adiuvat; mutwum muli sca- 
btmt; nescis, quid vesper serus vehat. Trochäisches Metram ist 
seltener: effugit mortem, quisquis contempserit; postea noli ro- 
gare quom impetrare nolueris; rex erit, qui rede faciet, qui 
non faciet, non erit; hdbeat scabiem, quisquis ad me venerit no- 
vissimus (aus Kinderspielen).^) Daktylisch gemessen sind: morbos 
non novit, novit medicina scUutem; primigeni, credas, quicquid 
discis, tibi discis; non male respondü, male enim prior üle ro- 
garat; mutmut non facere audet. Nach Luc. Müller (index Nonii 
p. 399) sind auch metrisch cras credo, hodiS nihü; Hercules 
tuam fidem; pransüs paratus; 4st modus matülae-^ longe fugit, qui 
suos fugit (?), 

Die Quellen, aus denen wir unsere Kenntnis der römischen 
Sprichwörter schöpfen, sind, wie schon bemerkt, einzig die litte- 
rarischen Denkmäler. Die Autoren selbst machen aber von den 
Sprichwörtern je nach ihrem Charakter oder den Gegenständen, 
die sie behandeln, und der Art der Darstellung einen sehr 
verschiedenen Gebrauch und daher ist die Ergiebigkeit der 
Fundstätten eine ungleiche. Je populärer die Darstellung ist 
und je tiefer sie in das Leben des gewöhnlichen Volkes hinab- 
steigt, um so reichlicher ist sie mit yolksttimlichen Redensarten 
und Sprichwörtern durchtränkt. Die Komödie, in erster Linie 
Plautus, bietet eine Fülle von Material und auch hier sind es 
durchschnittlich Leute niedrigen Standes, wie Soldaten^), Sklaven, 
Kuppler u. ä., welche Sprichwörter im Munde führen. Es ist 
auch nicht zufällig, dafs Terenz, als der feiner gebildete und 
vornehmere, sie zwar keineswegs verschmäht, aber sich doch 
vorsichtiger hält und allzuderben augenscheinlich aus dem Wege 
geht, auch mehr griechische Sprichwörter übersetzt. Der Ko- 
mödie kommt an Reichhaltigkeit die Satire gleich, die ja eben- 
falls das Leben malt, wie es ist. Die satirischen Schriften des 
Lucilius, Horaz, Persius, Martial und Juvenal, und vor 
allem Yarros saturae Menippeae, Senecas apocölocyntosis , Pe- 
trons Gastmahl des Trimalchio sind überreich an sprich wört- 



1) Bibbeck weist diese Verse einem Dichter zu. 

2) S. Baehrens, fr. poet. Bom. p. 56, der diese drei Verse auf 
einen unbekannten Dichter zurückführt. 

3) Flav. Vopisc. Numer. 13 ipsi denique comici plerumque sie mi- 
Utes inducunt, ut eos faciant vetera dicta usurpare, n 



Einleitung. XXXV 

liebem Gute. Einzelne plebejische Scenen and Tischgespräche 
bei letzterem enthalten wahre Sammlungen (c. 37ff. 57.58. 74 ff.). 
In Ton und Stilförbung nähert sich der gewöhnlichen, ungekün- 
stelten Bede am meisten der Brief, zumal wenn er an einen 
vertrauten Freund gerichtet ist. Darum enthalten Ciceros 
Briefe an Atticus viel mehr proverbiellen Stoff, als die ad 
familiäres, wo er zwar nicht fehlt, aber doch sparsamer geht, ent- 
sprechend der Stellung und dem Verhältnis des Briefschreibers 
zu den verschiedenen Adressaten. Man hat auch die Beobachtung 
gemacht, dafs die Stimmung Ciceros selbst nicht ohne Einflufs 
gewesen ist und z. B. in der Zeit der Verbannung nur «wenig 
Sprichwörtliches aus seiner Feder flofs. Die Briefe des jüngeren 
Plinius, von Anfang an für die Öffentlichkeit bestimmt, halten 
Mafs und meiden alles Vulgäre, Symmaehus ist zu wenig 
schöpferisch und hält sich fast durchweg an seine Vorbilder 
(Cicero und Plinius), dasselbe thut Apollinaris Sidonius, der 
auch auf diesem Gebiet gern mit eitler Gelehrsamkeit prunkt. 
M^ches Eigene hat Ausonius, besonders in den Vorreden und 
poetischen Episteln, von christlichen Schriftstellern sind fast nur 
zu nennen Ambro sius, Augustinus und vor allen anderen 
Hieronymus. In der Absicht, populär, effektvoll und eindringend 
zu schreiben und unterstützt durch eine ausgedehnte Belesen- 
heit in den klassischen Autoren, in Cicero, Plautus, Terenz, Ver- 
gil, Horaz streut dieser überall volkstümliche Wendungen und 
Sprichwörter ein, die allerdings wohl teilweise auf blofsen Ee- 
miniscenzen aus früherer Lektüre beruhen. Mit den Eirchen- 
schriftstellem kommen wir bereits auf die philosophische 
Darstellung, wie denn die Briefe des Hieronymus u. a. zwar 
die Form von Briefen haben, aber in Wahrheit eigentliche Ab- 
bandlungen sind. Auch im philosophischen Dialoge, welcher sich 
bis zu einem gewissen Grade an die Sprache des Lebens, an 
das Gespräch, anlehnt, hat schon Cicero nach dem Vorbilde der 
Griechen, besonders Piatos, sich nicht gescheut, Sprichwörtliches 
mit einfliefsen zu lassen, und dasselbe läfst sich von den rhe- 
torischen Schriften sagen. Immerhin ist es bemerkenswert, dafs 
Cicero in diesen Schriften vorwiegend griechische Sprichwörter^) 
oder voces sapienttum^) oder endlich dichterisch modifizierte^) 
herbeizieht, wie er ja überhaupt Dichterstellen mit Vorliebe citiert, 
dals er aber vulgäre meist anderen in den Mund legt*), oder 



1) S. ar8 1. Äspendius» auloedus» bibere, cogittxHo, digitus 7. edere, 
oagra, ncwfragitan 1. necessitas 1. n. a. 

2) S. u. a. custos. consuetudo» 

3) S. ars 2. equus 7. foriuna 8. tVa. m(üe 1. laudare 1. patria, 
4)S.arrr. clatidicare, hat'uspex. lapisl. frugi. dicere 1. micare, metere. 



c* 



XXXVI Einleitung. 

sieb darauf beruft, obne sie direkt in seine eigene Darstellung 
zu verweben. Dies thut obne Bedenken der Pbilosopb Seneca 
sowobl in den pbilosopbiscben Abbandlungen, als aucb in den 
Briefen an Lucilius, aucb für ibn sind wie für Hieron jmus die 
Spricbwörter ein Mittel zur Belebung der Bede, docb weifs er 
sie aucb nacb ibrem inneren Werte wobl zu scbätzen. Von den 
KircbenscbriftstelleiTi kommt neben Laetantius, der sieb auch 
darin an Cicero anlebnt, und Arnobius bauptsäcblicb Ter- 
tullian in Betracbt, welcber wie in seiner ganzen Scbreibweise 
so aucb im Gebrauch spricbwörtlicber Wendungen originell bleibt 
und manches Abgelegene und Seltene heranzieht. 

In rein wissenschaftlichen und didaktischen Schriften 
finden Sprichwörter nur gelegentlich Platz, docb bereichem die 
scriptores rei rusticae und der ältere Plinius unsere Kenntnis 
durch mehrfache Anführungen und Hinweise, während Lucrez 
nur auf yerbältnismäreig wenige anspielt. Ein grofser Unterschied 
besteht zwischen den Historikern. Caesar und Tacitus, 
beide der Volkssprache femstehend, enthalten sich ihrer ganz, 
auch was Sallust, Nepos, Velleius und Valerius Maxi- 
mus geben, ist wenig und selten recht volkstümlich. Livius 
dagegen macht öfter von ihnen Gebrauch und später Curtius 
und Ammianus Marcellinus. Auch hier können wir ver- 
folgen, wie die Verwendung sprichwörtlicher Wendungen immer 
mehr abnimmt, je abstrakter oder erhabener und künstlicher der 
Stil wird. Dieselbe Erscheinung weisen die Beden auf. Wenn 
sich auch die Versicherung H. Genthes (comment. in honorem 
Tb. Mommseni p. 272), Cicero enthalte sich in seinen Reden 
der Sprichwö*rter so gut wie ganz, nicht aufrecht erhalten läfst, 
soweit dies wenigstens die sprichwörtlichen Redensarten anlangt, 
so ist doch so viel richtig, dafs er ihnen in den Reden höheren 
Stils und Schwunges augenscheinlich aus dem Wege geht.^) In 
den Jugendreden dagegen (p. Rose. Am., p. Quinct., p. TuUio, in 
Verr., p. Caec), deren Stil der Umgangssprache noch näher steht, 
begegnen sie öfter ^), während sie später in den Reden, in welchen 
ein beifsender und heftiger Ton vorherrscht, z. B. in Pisonem, 
de lege agr., p. domo, und in den Reden gegen Antonius dazu 
benutzt werden, um den Gegner lächerlich zu machen und in 
witziger Weise zu bekämpfen. Es steht dies im Einklänge mit 



1) H. Landgraf (Bl. f. bayr. Gymnasial w. 16 p. 318) macht die feine 
Bemerkung, dafs Cicero im edleren Stile sprichwörtliche Redensarten 
durch ein hmzugefügtes ut dicüur abschwächt und gewissermafsen 
entschuldigt f während in der familiären Sprache dieser Zusatz fehlt. 

2) Vgl. Hellmuth, de sermon. propriet. quae in prioribus Cic. 
orat. inveniuntur. Act. semin. Erlanff. I p. 106. Landgraf, de Cic. 
elocut. in oratt. p. Quinct. et p. Rose. Amer. conspicua. Würzburg 1878. 



Einleitung. XXXVII 

der yom Eedner selbst entwickelten Theorie (de orat. 2, 64, 258): 
in hoc genus (sc. ridiculi) coniduntur proverhia. Vgl. Quintil. 
6, 3, 96 Ädiuvant urbanitatem , . , et proverhia opportune posita,^) 

Es liegt in der Natur der Sache, dafs die tragische und 
epische Dichtung, da sie Schwung und Erhabenheit anstrebt, 
fdr das Sprichwort nur einen beschränkten Eaum übrig hat. Erst 
später geflügelt wurden eine Anzahl von Stellen aus Enuius und 
Vergils Aeneis. Auch in der lyrischen Dichtung besteht 
zwischen den Dichtungen erhabenen und vulgären Stils ein un- 
verkennbarer Gegensatz, am deutlichsten bei Catull.^) In den 
letzteren herrscht die Umgangssprache vor und der Dichter braucht 
hier ohne Scheu die derbsten und vulgärsten Sprichwörter. In 
Bezug auf Kraft des Ausdrucks und Leidenschaftlichkeit der 
Empfindung steht ihm Properz ebenbürtig zur Seite, und auch 
er ist ein Freund der Sprichwörter. Weit zurückhaltender ist Hör az 
in den Oden und Tibull, wogegen sie dem Ovid in reicher Fülle 
zuströmen. Doch ist schon oben darauf hingewiesen worden, dafs 
allen diesen Dichtem ein gewisser Bestand von sprichwörtlichen 
Wendungen eigentümlich ist, die feststehend sind und öfter wie- 
derkehren. 

Der Umfang der Quellen ist damit noch nicht erschöpft, 
denn es giebt kaum einen römischen Autor, der nicht beiläufig 
dieses oder jenes zur Vervollständigung des Bildes beisteuerte. 
Im ganzen kann man aber behaupten, dafs die Eömer für den 
Wert und die Bedeutung des Sprichwortes weit weniger Sinn 
und Gefühl besafsen als die Griechen, an welche sie auch 
in Eeichtum und Mannigfaltigkeit bei weitem nicht heran- 
reichen. Von einer wissenschaftlichen Erforschung und Samm- 
lung der Sprichwörter bei den Römern hören wir daher auch 
nur wenig, und nur das Altertümliche und schwer Verständ- 
liche reizte das Interesse der Grammatiker und Altertums- 
forscher, eines Verrius Flaccus, Sinnius Capito u. a., aus denen 
Pestus, Gellius, Macrobius und Isidoras schöpften. Wir wissen, 
dafs Sinnius Capito (wohl in einem besonderen Werke) 
sich mit der Erklärung schwieriger Sprichwörter beschäftigte ^), 
doch sind nur noch wenige Spuren seiner Thätigkeit übrig ge- 
bliehen.*) Erst aus späterer Zeit lernen wir aus der Anführung 

1) Quintilian schätzt die Sprichwörter höher als Cicero. Dies 
erhellt aus 6, 11, 36 ^e haec quiäem vülgo dicta et recepta persuasione 
popidari sine tisu fuerint. Testimonia sunt enitn quodammodo vel po- 
tentiora etiam, quod u. s. w. § 89 lam üla Septem praecepta sapientium 
nowne quasdam vitae leges existimamus? § 41. Vgl. 9, 3, 104. 

2) S. A. Riese Einl. der Ausg. von Catulls Gedichten p. XXIV fi". 

3) S. M. Hertz, Sinnius Capito p. 21 f. 

4) S. zu cantheriiAS 3. Manius. servus. sexagenarii, Sabinus. Sardus, 
vapülare. 



XXXVIII Einleitung. 

des Charisias (p. 240, 28K.) ein Werk des Apuleins deproverbiis 
kennen, von dem das zweite Buch citiert wird, das aber sonst 
völlig verschollen ist.^) Schliefslich sind noch die Scholiasten 
zu Horaz, Persius und Juvenal und die Kommentare des Donat 
zu Terenz und des Servius zu Vergil zu erwähnen, welche des 
öfteren, wenn auch nicht konsequent auf die sprichwörtliche Natur 
einer Stelle aufmerksam machen und ihre Erklärung versuchen. 
Mit dem Aufblühen der klassischen Studien am Ausgange 
des Mittelalters begann auch sogleich die Aufmerksamkeit den 
antiken Sprichwörtern sich zuzuwenden. Grundlegend war und 
blieb das Werk des grofsen Erasmus von Rotterdam, dessen 
adagiorum collectanea zuerst im Jahre 1500 erschienen und 
mit gröfstem Beifall aufgenommen mit jeder neuen Auflage stark 
vermehrt sich zuletzt zu dem grofsartigen Werke der adagiorum 
chiliades quinque erweiterten. ^) Diese Sammlung der griechischen 
und römischen Sprichwörter und Redensarten, die nach des Ver- 
fassers Tode immer von neuem aufgelegt und mit Zusätzen und 
Erweiterungen von zahlreichen Gelehrten wie Hadrianus Junius, 
Brassicanus, Vulpius, Gilbertus Cognatus, Tumebus u. a. versehen, 
später auch nach loci communes geordnet wurde, zeichnet sich 
aus durch eine staunenswerte Belesenheit in den alten Autoren, 
durch eine umfassende Kenntnis des gesamten Altertums und 
durch scharfsinnige Erklärung und Behandlung des Stoffes. Allein 
sie hat auch ihre Mängel. Da sich Erasmus über den Begriff 
des Sprichworts nicht recht klar geworden war^), so konnte es 
nicht ausbleibeu, dafs er gar manches mit unterlaufen liefs, was 
nur Metapher oder Sentenz oder Witz oder stehende Phrase war.*) 
Überdies hielt er sich nicht streng in den Grenzen der antiken 
Sprichwörter, indem er auch mittelalterliche und biblische, wenn 
auch in beschränktem Umfange mit aufnahm. Ein fernerer Fehler 
war es, dafs Erasmus die Gelegenheit benützte, um seine poli- 
tischen, religiösen und ethischen Ansichten mit grofser Breite 
« 

1) S. 0. Crusius Rhein. Mus. 44 p. 458, welcher zugleich auf die 
zahlreichen Sprichwörter in den Schriften des Apuleius hinweist. 

2) S. darüber die Angaben von Suringar, Erasmus over neder- 
landsche Spreekwoorden. Utrecht 1873. Einl. p. III Anm. 1 und desselben 
recensie van Dr. W. Binders novus thesaurus adagiorum latinorum (Tijd- 
schrift voor de Nederlandsche Gymnasien 1861) p. 9. 

3) Dies beweist seine Definition: paroemia est celebre dictum 
scita quapiam novitate insigne, 

4) Als Beispiele will ich nur anführen a capite arcessere, de gradu 
deic&re, diserte saltare (Tacitus), cura esse, quod audis (Horaz), ex co- 
horte praetoria (Cic), medullitus, ocuUtus, pdlmarium facinus (Ter.), 
honis (malis) avibus, hene est, ad astra ferre, verba dare, iugtun ferre, 
in utrumque paratus (Vergil), culleo digntts, lacimam explere, inescare 
homines, funditus, vestem mutare, genio indulgere, ad ptleum vocare, 
ansam quaerere, pensum absolvere, post homines natos. 



Einleitung. XXXIX 

und Ausführlichkeit darzulegen und auf diese Weise sein Werk 
über Gebühr anschwellen liefs. Die Nachfolger haben die Hinter- 
lassenschaft des Erasmus entweder als unerschöpfliche Fundgrube 
ausgebeutet und geplündert, oder zu erweitem und zu vermehren 
gesucht, aber in einer Weise, die der Sache nicht eben förderlich 
war. Sie ahmten ihr Vorbild, wie es zu geschehen pflegt, mehr 
in seinen Schwächen, als in seinen Vorzügen nach und verflachten 
und verdunkelten den Begriff des Sprichwörtlichen noch mehr, 
ja sie gingen sogar soweit, die Übersetzungen, welche Erasmus 
von griechischen Sprichwörtern gefertigt hatte, als wirkliche la- 
teinische Sprichwörter auszugeben und zu verbreiten Über die 
zahlreichen Sanmilungen griechischer und römischer Sprich- 
wörter aus den folgenden Jahrhunderten kann ich daher kurz 
hinweggehen, da man über Erasmus nicht hinauskam und all 
diese Zusammenstellungen auch nicht wissenschaftlichen , son- 
nern rein praktischen Zwecken dienten.^) Erwähnenswert sind 
nur etwa P.Manutius, adagia optimorum utriusque linguae scrip- 
toram omnia. Florent. 1575. Serz, Handbuch der griechischen 
und lateinischen Sprichwörter. I Nürnberg 1792. Die lateini- 
schen Sprichwörter allein behandelte Philippi, Kleines lateinisches 
Konversationslexikon. Ein lexikalisches Handbuch der üblichsten 
lateinischen Sprichwörter, Sentenzen, Gnomen und Eedensarten. 
Leipzig 1833. Eine kurze Übersicht gab Zell, Ferienschriffcen 
II p. 1 — 96 und Härtung, Über die lateinischen Sprichwörter. 
I Sprottau 1871. II Sprottau 1881. Den Beschlufs machten 
W. Binder, Novus thesaurus adagiorum latinorum. Lateinischer 
Sprich Wörterschatz. Stuttgart 1861. und A. Vannucci, proverbi 
latini illustrati. Milano 1880—83. 3 Bde.*) Beide Werke, so 
verschieden ihrer Anlage nach sie auch sind, vereinigen die Fehler 
ihrer Vorgänger. Bei Binder gehen altrömische und mittelalter- 
liche Sprichwörter, Sentenzen und Redensarten, zum Teil blofse 
Übersetzungen aus dem Griechischen, bunt durch einander, die 
Quellenangaben sind weder genau, noch annähernd vollständig, 
griechische Originale werden nicht berücksichtigt, die deutsche 
Übersetzung ist oft unzutreffend, zuweilen falsch und die Anordnung 
eine solche, dafs das Auffinden eines Sprichworts, zumal ein Re- 

1) Eine Aufzählung der früheren Arbeiten (bis zum Jahre 1860) 
gab W. Binder in dem seiner Sammlung vorausgeschickten Quellen- 
verzeichnis und am vollständigsten Suringar, recensie van Dr. W. Binders 
noYus thesaurus adag. lat. p. 5 ff. S. auch Suringar, Erasmus Einltg. 
p. XV ff. 

2) Nur ganz beiläufig sei genannt Faselius, Latium oder das 
alte Rom in seinen Sprichwörtern. Weimar 1859, wo sich eine geradezu 
verblüffende Kritiklosigkeit und Unkenntnis der lateinischen Sprache 
breit macht. Das Buch ist ein wahres Schatzkästlein unfreiwilligen 
Humors. 



XL Einleitung. 

gister fehlt, anmöglich wird. Yannucci behandelt die lateinischen 
Sprichwörter und Sentenzen in zusammenhängender, populärer 
Darstellung, aber nur, um feuilletonartig Gedanken über antike 
und moderne Dinge daran weiterzuspinnen. Seine Belesenheit ist 
ausgedehnt, aber abstrus, und das Thema selbst weder scharf ab- 
gegrenzt, noch vollständig behandelt. ^) Wenn also eine zusammen- 
fassende und möglichst vollständige Sammlung und Erklärung 
der wirklichen altrömischen Sprichwörter und sprichwörtlichen 
Bedensarten noch nicht vorhanden ist, so fehlt es doch nicht an 
einer Anzahl von Vorarbeiten, in denen entweder der Gebrauch 
derselben bei einzelnen Autoren untersucht, oder gewisse engere 
Stoffgebiete behandelt werden. Aus älterer Zeit ist zu erwähnen 
Pareus, lexicon Plautinum. Frankfurt 1614, wo unter dem Stich- 
woi*t proverhia eine umfassende Zusammenstellung geboten wird, 
und Froben, penu Tullianum. Hamburg 1619, dort steht p. 352 
— 357 ein index operum M. Tullii Ciceronis proverbialis. Die 
Sprichwörter der (griechischen und römischen) Kirchenschrift- 
steller behandelte in umfangreicher, wenn auch nicht erschöpfender 
Weise AI. Novarinus, Adagia ex sanctorum patrum ecclesiasti- 
corumque scriptorum monumentis prompta. Lyon 1637. Über das 
Sprichwort bei Petron schrieb Studer im Ehein. Mus. II (1843) 
p. 82 ff. (Nachträge bei Segebade, observationes gramm. et crit. in 
Petr. Halle 1880p. 3 ff.). Die Sprichwörter bei Tertullian sind 
vereinigt im ersten Bande der Ausgabe von Migne col. 209 ff. 
(neben manchem Brauchbaren auch sehr viel Ungehöriges). Über 
die Sprichwörter bei Plautus und Terehz besitzen wir aus 
neuerer Zeit drei Untersuchungen: J. Schneider, de proverbiis 
Plautinis. diss. Berlin 1878. X. Pflügl, Die lat. Sprichwörter 
bei Plautus u. Terenz. Pgr. d. Studienanstalt zu Straubing 1879. 
W. V. Wyfs, Die Sprichwörter bei den römischen Komikern, diss. 
Zürich 1889.*) Auf Cicero beziehen sich u. a. H. Genthe, de 
proverbiis a Cicerone adhibitis (Comment. in honorem Th. Mommseni 
p. 268—273). H. Landgraf in den Blättern f. bayr. G.-W. 16 
p. 274 ff. bes. p. 317 — 331 (Sprichwörtliches in Ciceros Briefen). 
P. Meyer, de Ciceronis in epistolis ad Atticum sermone. Bayreuth 
1887 p. 52 ff. Sprichwörtliches in Horaz' Satiren in dem Pgr. 



1) Für den Schulgebrauch sind bestimmt J. H. Schmitt, Lat. 
Sprichwörter, Redensarten und Musterverse. Edenkoben 1886 und 
P. B. Sepp, Varia, eine Auswahl von latein. und deutschen Versen, 
Sprächen und Redensarten. Augsburg 1885 (5. Aufl.). Beide Büchelchen 
habe ich nicht ohne Förderung benutzt. 

2) Während Schneider Vollständigkeit nicht erreicht, wohl auch 
nicht erstrebt hat, ist v. Wyfs vielfach zu weit gegangen. Pflügl 
arbeitete mit unzureichenden Hilfsmitteln und seine Anordnung ist 
mifsglückt. 



Einleitung. XLI 

von Barta, Sprachl. Studien zu den Sat. d. Horaz 11 Linz 1881 
p. 23 ff. Über einzelne Gebiete verbreiten sich G. Büchmann, Ge- 
flügelte Worte. 15. Aufl. bes. von W. Robert-tomow. Berlin 1887 
bes. p. 223 — 332 (vortrefflich). H. Genthe, epistula de proverbiis 
Eomanorum ad animaliom naturam pertinentibus. Hamburg 1881. 
(Sylvio Köhler, Das Tierleben im Sprichwort der Griechen und 
Römer. Leipzig 1881). Nachträge dazu von P. im Archiv für lat. 
Lexikogr. 3 p. 59 ff. und vom Verfasser dieses Buches ebendas. p. 388 ff. 
E. F. Wort mann, de comparationibus Plautinis Terentianisque ad 
animalia spectantibus. Marburg 1883. E. Wölfflin, Krieg und 
Frieden im Sprichwort. Sitzungsber. d. bayr. Akad. d. Wiss. 1888 
p. 197 ff. Endlich erschienen vom Verfasser eine Anzahl von 
Artikeln im Archiv für lat. Lexikogr. 3 p 207 ff. (Die Götter 
und Halbgötter im Spr.). p. 305 ff. (Die historischen und geo- 
graphischen Spr.). 4 p. 14 ff. (Die Natur im Spr.). p. 189 ff. (Das 
Pflanzenreich im Spr.). p. 345 ff. (Eßsen und Trinken im Spr.). 
5 p. 1 ff. (Kleidung und Wohnung), p. 369 ff. (Familie und Freund- 
schaft). 6 p. 9 ff. (Landwirtschaft, Jagd und Seeleben), p. 47 ff. 
(Geldverkehr und Besitz), p. 309 ff. (Der menschliche Körper und 
seine Teile). 7 p. 1 ff. (Staatliche und private Einrichtungen und 
Bemfsarten). 



NacMräge und Bericlitigungen. 



Während des Druckes sind mir eine Anzahl früher übersehener 
Belegstellen und neuer Sprichwörter bekannt geworden, die ich hier 
nebst einigen kleineren Verbesserungen in Kürze zusammenstelle. 

abolla. Marquardt, Privatleben p. 670 (2. Aufl.). 

accipiter« Auch Plaut. Bacch. 274 bezieht sich auf einen habsüchtigen 

Gastfreund (vgl. 276). Georges: wird zum Geier sein. 
accnsare« Das Wortspiel hat auch Augustin enarr. in Psalm. 140 

(Migne 37 col. 1807) Ne, inquit, peccata mea malim excusare, quam 

accusare. ^ 
Adoni». Hieron. zu Isai. 18, 66 (4 col. 774 Vall.) Fertur sapientis- 

simi apud Graecos merito celehrata et laudata sententia, qui otnnes 

saeculi voluptates et pompam mundi cUque luxuriam celeriter trans- 

euntem hortos Ädonidis vocat. Die Griechen sagten sprichwörtlich 

'AdtoviSog "afinoi: inl zav dagoav xal fii] i^Qiiofisvoav (Diogen. 1,14). 

Vgl. Plato Phaedr. 276 B. 
Aetna 1. Ov. met. 13, 868 Cumque suis videor translatam mrihus 

Aetnam Pectore ferre meo. 
alienus 2. Vgl. fr. com. adesp. 359 Kock. Tl t' dXlotQiov, av^gtons 

ßaatiavtaTate^ Katiov o^vdogytSLg^ to S' tdtov nagaßlinsig; 
alienus 6. fr. com. adesp. 1221 Kock. xal xov ßiov anavza nsgitgi- 

XOVTSg ocXXotgioig nxCXoig avtovg ifpccLSgvvov xara xov fivd'ov. 
altas« Publil. Syr. 162 Excelsis mülto facilius casus nocet, Liv. 30, 30, 23 

quanto ältius elatus erat, eo foedius conruit. Senec. de brevit. vit. 

17, 4 Qiio altius surrexerit, opportunitis est in occasum, Lactant. inst. 

7, 16, 13 quia plus hahent ponderis ad ruinam, qu^ae sunt ceteris 

altiora. Hieron. ep. 130, 7 cuius quanto suhlimior ascensus est, tanto 

lapsus periculosior. Greg, epist. 3, 48 (Migne 77 col. 643) ne tanto 

periculosius cadant, quanto citius conscendere ad altiora festinant. 

Isidor synon. 2, 21 De excelso gravier casus est, de alte maior ruina 

est. Vgl. turris. S. auch E. Voigt, Egberts v. Lüttich fecunda ratis. 

Halle 1889) p. 47. 
animns 1. Auson. praef 1, 3, 42 Seh. alter ego. 
aqna 4. Greg. magn. mor. 22, 2 (Migne 76 col. 213) quasi in aquis 

enim defluentibus fundamenta ponere est in rebus lahentibus spei fidu- 

ciam velle solidare. 
Argus. Stat. silv. 6, 4, 11 ff. 
arista 3. Hieron. c. loann. Hieros. 2 (col. 409 Vall.) quasi super ova 

et aristas inter theatrales praestigias pendenti gradu incedere. 
asellus« Hieron. ep. 107, 10 Experimento didici asellum in via, quam 

lassus fuerit, diverticuHa qua^rere, Sinn: man soll sich nicht zu 

Schweres zumuten. 



Nächtige und Berichtigungen. XLIII 

astrnin. Prudent cath. 10, 92 Et iid asWa dolonbus iiwr, 

anrens. Ennod. p. 67, lOVdg. quis per discordiam aurei mihi saeculi 

iubet perire beneficia? 
anris 6. Vgl. Ter. Heaut. 380. 
ararus 3. Hör. ep. 1, 2, 56 citiert auch Hieron. in Ecclesiast. 5 (4 

col. 430 Vall.) und Isidor orig. 10, 9. 
aie. AmbroB. de off. 1, 39, 192 rigidior adversus völuptates, dwra ad- 

versus illeeebras, quibus aurem deferre nesciat, nee, ut dicitur, ave 

dicat, die sie ganz gleichgültig lassen, um die sie sich nicht im 

geringsten kümmert. 
caelnm 6. Hör. ep. 1, 11, 27 führt a^h an Hieron. ep. 16, 2. 
caelum 10. Ov. met. 7, 61 et vertice sidera tangam. 
calculns 1. Venant. Fort. carm. 6, 8, 16 Indignus verstM potins car- 

hone notetur, 
Cancer« Venant. Fort. vit. Mart. 3, 359 Et rediere canes quasi per 

vestigia cancri, rückwärts. 
cantare« Juven. 7, 59 Jfeque enim cantare sub antro Pierio thyrsumque 

polest contingere maesta Paupertas atque aerie inops enthält eine An- 
spielung auf das griechische Sprichwort ovdslg nsivmv TiocXa udei 

(Macar. 6, 73. Achaeus bei Athen. 6, 270 B). 
capnt. Augustin in Psalm. 140 (Migne 37 col. 1824) Non er esc et 

Caput meum de adulaiione . . . Propterea et homines, cum falsa laude 

dliquem irriserint, hoc etiam de illo dievmt: unxi Uli eaput epist. 

33 (147), 3 (Migne 33 col. 130) ideoque de homine, qitem fälsae blan- 

ditiae faciunt arrogantm^ recte etiam vulgo dicitur: crevit eaput, 

er trägt den Kopi hoch, 
castra« Ov. am. 2, 9, 4 et in castris t'ülneror ipse meis. 
celox. Hieron. ep. 1, 2 Super onerariam navem rudis vector imponor, 

et homo, qui necdum scaÜmum in lacu rexi, Euodni maris credor 

fragoribvs, 
eiccuB 1. ciceum. 
clandng« Die Anmerkung bezüglich der Übersetzung von Georges 

beruht auf einem Irrtum und ist zu streichen. 
collyrium« Vgl. Hieron. adv. Joann. Hierosl 5 (col. 412 Vall.) Imperiti 

medici ad omnes oculorum dolores uno utuntur collyrio, 
comQ 5 st. Boeth. consol. phil. 2 v. 5 1. 2, 2 v. 5. 
currere. Vgl. Ennod. p. 9, 17 Vog. Hac fiducia provocassem ventos 

ad flandum, ad eursum flumina. 
cycnns 2. Ov. her. 7, If. 
decet. Cic. p. Rose. Am. 42, 122 Non in omnes arbitror omnia con- 

venire. Plin. ep. 6, 27, 4 non omnibus eadem placent nee eonveniunt 

quidem. 
dies 6. Senec. Thyest. 305 lam tempus Uli feeit a^rumnas leves. 
dlmidiimi« Hör. ep. 1, 2, 40 citiert Hieron. zu Zachar. 2, 6 (6 col. 

826 Vall.). 
discere 2. Vgl. Cato dist. 3 prol. Instrue praeceptis animum nee discere 

cesses. 4, 27 Discere ne eesses. 
donnm. Soph. Ai. 665. 

eipertng 3. Prop. 1, 3, 18 Expertae metuens iwrgia saevitiae. 
facies l. Petron 127 mox perfricata diutiu^ fronte . . . inquam. 
farina. Vgl. Cic. ep. 7, 29, 1 nos de meliore nota. 
forma 2. Vgl. Ov. am. 3, 4, 41. 
foTtuna 9. frgm. trag. 374 N. gehört dem Sophokles, 
frugl. Vgl. fr. trag, adesp. 133 N. 'Unavtct xoCg nalovaiv dvägdaiv 

liamus 1. Ambros. de Tob. 7, 26 hamum voras. 



XLIY Nachträge und Berichtigungen. 

Hippocrates. Hieron. ep. 109,2 quasi vincults Hippocrateis volui 
ligare furiosum. adv. Vigilant. 3 (col. 890 Yall.) aique Eippocratis 
vincults alligandum (^^ furiosum, delirum), er gehört in die Zwangs- 
jacke, adv. lovin. 1, 3 (col. 239 Vall.). 

homo 9. Arnob. adv. nat. 2, 16 nee qtwt in orbe sunt homines, nohis 
sunt sententiae totidcm, 

bonos« Ot. met. 2, 634 mixtoque oneri gaudebat honore. 

inluria« Augustin de doctr. Cbrist. 1, 36, 40 (Migne 34 col. 34) pati 
melius est iniquitatem, quam facere. Boeth. cons. phil. 4, 4 infeliciores 
eos esse, qui faciant, quam qui pcUiantur iniuriam, 

lason* Lambin und Bergk (Kleine philol. Sehr. 1 p. 676) yerBtehen 
vielmehr Jason von Pherae. 

labor 3. Hör. sat. 1, 9, 59 citiert Hieron. ep. 58, 11. 

latere« S. Usener, Epicurea p. 326. Die Vorschrift Epikurs war 
bereits bei den Griechen sprichwörtlich (Saidas s. v. Zaganitav). 
Vgl. Hör. ep. 1, 18, 103. 

latns« Augustin in Psalm. 140 (Migne 37 col. 1684) Non enim sine 
causa et in sermone cotidiano dicimus de äliquo, qui forte m^le agit 
ex malorum co'fisiliis amicorum, de illo dicimus: mala latera habet 
Mali Uli inhaerent in Psalm. 47 (Migne 36 col. 535) Quicumque 
enim alicui inhaeret, latera ipsivs dicuntur. Nam et de aJiquihus 
hominibus solemus ita loqui: Bonus homo est, sed mala latera habet, 
id est: ipse quidem prohitate praestat, sed mäligni sunt, qui ei con- 
iuncti sunt. 

lepus« Non. p. 68, 18 abstemius est, immo seit, quo rete leporem 
teneat, lupum non teneri war wohl sprichwörtlich von dem, der 
nicht darnach greift, was über seine Kräfte geht. 

linea 3. Vgl. Hieron. adv. lovin. 2,8 (coli. 336 Vall.) Per quinque 
sensus . . . vitiorum ad animam introitus est ... et capitur aspectu, 
auditu, odoratu, sapore, tactu. Dieselbe Steigerung, wie sie Donat 
angiebt, auch bei Terenz selbst Eun. 365 summa forma semper Vi- 
debit, conloquetur, aderit urM in unis aedibus, öibum non numquam 
capiet cum ea, interdum propter dormiet. 373. 574. 

lingna 2. Über die Verbreitung der angeführten Hesiodstelle bei den 
Griechen s. jetzt Büchmann, Gefl. W. 16. Aufl. p. 243. 

lux. Cic. Verr. 2, 76, 186 luce clarius. Vgl. TertuU. de resurr. cam. 47 
ipsius solis rädio scriptum putem, ita claret. 

magnns 1. Ov. am. 2, 17, 14. 

male l. Ov. her. 6, 157. 

manns 7. Ov. am. 1, 2, 20. 

mare 3. Das Austrinken des Meeres auch im Märchen. S. Grimm, 
Kinder- und Hausmärchen n. 134. 

medins« Vgl. fr. trag, adesp. 547, 6 N. ^H d^ fisaorris h näaiv datpa- 
Isatsga. 

mel 3. Vgl. Petr. Chrysol. serm. 53 (Migne 52 col. 348) aut tnter 
diUcia mella fdlk^venena ama/riora confimdat 

mendax 2. Demetr. Phaler. bei Stob. flor. 12, 18. — Isidor. sent. 2, 30, 1 
Mendaces fa^u/nt, ut nee vera dicentibus credatu/r. Cic. p. Babir. 
Post. 13, 36 übi semel quis peieraverit, ei credi postea, etiamsi per 
pluris deos iuret, non oportet, 

metiri 3. Luc an. 8, 527 Metiri sua quemque decet viresque fateri. 
Avian. fab. 5, 1 Metiri se quemque decet propriisque iuvari Laudibus. 

mora 1 Anm. 1. Stat. Theb. 10, 794. 

mors 3. Das geflügelte Wort Solons berührt auch Cic. de offic. 3, 22, 76. 
Vgr Sophocl. fr. 271. 601 N. Eurip. fr. 733 N. Dionys. fr. 3N. 

mns ^' M. Ol. Gertz (Jahrb. f. Philol. 1888 p. 846) schreibt atqui 



Nachträge nnd BerichtigUDgen. XLV 

Bomae, inquis, mures molas lingtmt und erklärt: Homae enim omnes 

. . . id tantum faciunt, quod naturale est et facile ferri potest. 
nasci. Sali. lug. 2, 13 Omnia orta occidunt et aucta senesctmt. Stat. 

silv. 2, 1, 218 Quicquid init ortus, finem iimtt. Augustin. confess. 

4, 10, 15 etenim omnia senescunt et omnia intereunt. Augustin bei 

Hieron. ep. 131, 14. 
nayis. Hieron. ep. 123, 16 Verum quid ago? fracta navi de mercibus 

disputo, treffe zu späte Mafsregeln. Vgl. cinis. 
nebnla 3. Bei Plaut. Poen. 474 bezeichnet nebüla den Schaum des 

jungen Weines. Vgl. Ov. fast. 5, 270. 
necessitas l. Eurip. fr. 299 N. Ilgog tijv dvdynTiv nuvta t' all' iaz' 

dod'SVTl. 

necessitas 4. Petr. Chrysol. serm. 42 (Migne 62 col. 319) faciat de 
necessitate virtutem. 

nimis. Augustin zu Psalm. 118, 4, 1 (Migne 37 col. 1609). de beat. vit. 
(Migne 32 col. 976). Isidor. sent. 2, 44, 16 Ne quid nimis. Plin. n. h. 
11, 284 perniciosissimum auteln in omni quidem vita quod nimium, 

nix 1. 1. Ov. am. 3, 7, 8 st. 3, 6, 8. 

oenlus 9. Hieron. zu Jerem. 4, 18 (4 col. 968 Vall.). Ambros. serm. 76. 
Isidor orig. 1, 41, 1 Melius enim oculis, quae fiunt, deprehendimuSj 
quam quae auditione colligimus. 

odisse 2. Die angeführte EnniussT.elle ahmt femer nach Ov. am. 2, 2, 10 
guem metuit guisque, perisse cupit, 

oleum 2. Hör. sat. 2, 3, 321 fülurt an Servius zu Verg. Aen. 6, 64. 

peius 2. Vgl. Augustin zu Psalm. 96, 3 foris lucety intus lutum est 

pluna 2. Ov. met. 13, 796 MolUor et cycni plumis. 

porcus 4. Cum porcis cum fiscina erklärt jetzt 0. Seyffert (Berl. Philol. 
Wochenschr. 1890 p. 597) sehr wahrscheinlich als ^ein Bauemsprich- 
wort, welches die Überlassung mit allem Zubehör bedeutete und 
vollständig lautete: habe tibi suem cum porcis cum fiscina.^ Doch 
ist vielleicht nicht suem zu ergänzen, sondern domum, also: die 
ganze Wirtschaft mit allem Zubehör. 

Potitius. Bücheier (Rhein. Mus. 37 p. 530) erklärte poticio (so die Hss.) 
als 'Jüngelchen', eine Erklärung, die jetzt wohl allgemein an- 
genommen ist. 0. Ribbeck ändert neuerdings auch barbaro in balbulo, 

palviscnliim 1. puJvisculus. 

rampere« Ov. her. 16 (16), 221 Eumpor et invideo. 

serpens l. Ennod. p. 33, 13 Vog. viperinis oculis illud, quod alter de- 
Unquit, inspiciens. 

taomg 3. Der von Arnob. adv. nat. 5, 20 übersetzte griechische Vers, 
welchen aufser Jul. Firm. Mat. de errore prof. relig. 26 p. 119 Halm, 
auch Clem. Alex, protr. 16 p. 17 Dind. anfährt und erklärt, gehört, wie 
schon A. Reifferscheid vermutete und kürzlich 0. Crusius, Rhein. 
Maa. 46 p. 365 ff. dargelegt hat, dem Tarentiner Rhinthon an. Trotz 
der Einführung des Arnobius ist es daher kaum wahrscheinlich, dafs 
die aus dem Zusammenhange herausgerissenen Worte bei den Grie- 
chen allgemeiner angewendet und geflügelt waren. Denn dafs die 
lateinische Fassung eine blofse Übersetzung ist und zwar vielleicht 
eine von Arnobius selbst gefertigte (0. Crusius a. a. 0. p. 270, Anm. 1), 
leuchtet ein. 

Tolgelliim 1. volsella. 

^nlnus. Hieron. c. Ruf. 1, 6 (col. 461 Vall.) sed meo tantum vulneri 
admovi manum hatte das griechische Sprichwort onov ng alysL, 
xft^t %al TIJV x^'^q' H^^ (Plut. de garrul. 22 p. 613 E) im Sinne. 



DIE SPRICHWÖETEß 



UND 



SPRICHWÖRTLICHEN REDENSARTEN. 



A. 

AMera. i. 

Die Einwolmer dieser Stadt standen im späteren Altertume 
im Bufe der Beschränktheit und Dummheit, wie bei uns die 
Schildbürger, Schöppenstädter u. a. Die ersten sicheren Belege 
bei Cicero ad Att. 4, 16, 6 Hie Abdera, man glaubte in Abdera 
zu sein (vom Senate, der einen verkehrten Beschlufs fafst. Gleich 
darauf verumtamen quid tarn ridiculum?), ad Att. 7, 7, 4 Id 
est aßöriQixiKov^ da^ ist ganz lächerlich, de nat. deor. 1, 43, 120 
Quae guidem omnia suntpatria Demoer iti^ quam Bemocrito digni- 
ora, diese Auffassung (von dem Wesen der Götter) wäre eines 
Abderiten würdiger.*) Vitruv. 7, 5, 6 videamus .... ne Apaturii 
scäena efficiat et nos Äläbandeas et Äbderitas. Mart. 10, 25, 4 
Ahderitanae peetora plehis hahes, du bist einföltig. 
luven. 10; 48 cuius (Democriti) prudentia monstrat Summos posse 
viros .... Verveeum in patria crassoque suh aere nasci, SchoL: 
Ahderita nam fuit Democritus, uhi stulti solent nasei. Arnob. 
adv. nat. 5, 12 Ähdera, Abdera, dar es quantas vias mortalihus 
irridendi, tälis si apud te esset fdbula ita conflata! (Solche Anek- 
doten bei K. F. Hermann, Ges. Abb. S. 370 f. Vgl. Lucian, de histor. 
conscrib. l). Wielands * Abderiten' haben auch bei uns die *Ab- 
deritenstreiche' in lebendigem Andenken erhalten. 

abesse s. parens 3. 

ablre s. bibere, reverti. 2. 

[Ter. Andr. 175 mirabar, hoc si sio abiret, wenn das so 
glatt abgeht. CatuU 14, 16 non hoc tibi ... sie abibit, das 



*) Wenn K. F. Hermann, Ges. Abhandlungen und Beiträge S. 108 
übersetzt 'Dieses Schwanken, diese Inkonsequenz', so trägt er etwas 
in den Zusammenhang hinein, was nicht darin liegt. Überhaupt ist 
seine aus den angeführten Stellen Ciceros gewonnene Ansicht, wonach 
'Abderas Name im Sprichworte ursprünglich weder die Bedeutung des 
Stumpfsinnes, noch eigentlicher Eleinstädterei , sondern eines solchen 
Gemeinwesens gehabt habe, wo die nämliche Sache nach Privatzwecken 
und Impulsen des Augenblicks bald so bald anders entschieden wird 
und man bei dem Mangel einer festen Norm und bei der durchherr- 
schenden Inkonsequenz nicht weifs, woran man sich halten soll' eine 
einseitige und^ schiefe. Bei Cicero liegt der Accent weit weniger auf 
der Inkonsequenz, als auf dem Lächerlichen und Thörichten. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 1 



2 abolla — acetnm 

wird dir nicht so durchgehen. Cic. ad. Att. 14, 1, 1 non posse 
istaec sie abirc. de fin. 5, 3, 7 fortasse non poterit sie ahire. 
Die Wendung ist volkstümlich, nicht eigentlich sprichwörtlich.] 

abolla. 3. 

luven. 3, 115 aigue audi facinus maioris abollae. Schol.: 
proverbium, quasi maioris togae i, e, sceleris potioris, — abolla 
speeies est maioris vestis, qimsi pallii maioris, ergo abollae per 
ironiam dixit quasi sanctioris philosophi. Doch bleibt es sehr frag- 
lich, ob hier wirklich eine gebräuchliche Eedensart zu Grunde 
liegt. Über die abolla vgl. Marquardt, Privatleb. S. 553; hier ist 
der Philosophenmantel gemeint. 

absens s. praesens 1. 2. 

accedere. 4. 

1) Petron 57 nam ingmuum nasd tarn facile est quam 
Woede istod', ist so leicht, wie zu sagen: Komm her. Der 
Vergleich ist hergenommen von dem Herrn, der den Sklaven zu 
einer HandreichuDg zu sich ruft. S. concrepare, 5. 

2) Ps.-Cato dist. 7 (Baehr. P. L. M. III p. 215) Antequam 
voceris, ne accesseris ist eine späte Anspielung auf das grie- 
chische Sprichwort bei Plut. quaest. conviv. 1, 2, 3 atOTCog fiev otiv, 
i'cpri^ %al TtaQoi^tcoörjg MsviXaogj bX ye (Sv(ißovkog iyivETO fii} 
7taQaKS7iXri(iivog, Gemeint ist der Vers bei Hom. II. 2, 438 
Avtofiarog öe ot ^X^£ ßoriv &ya&og MeviXaog. Ein griechisches 
Sprichwort lautete avto^atoi d' &ya&ol ayad'&v inl daitag 
iBvxai (Zenob. 2, 19. Plato Sympos. p. 174 B). S. Hug im Rhein. 
Mus. 28, 627 ff. 

accipiter s. corvus 2. 6. 

Als Symbol der Gier bei Plaut. Pers. 409 accipiter avide 
atque invide. Vgl. Plaut. Bacch. 274 em aecipitrina haec nunc 
erit, eine Falle. 

Accins s.^Attius. 

accusare. 7. 

Hieron. ep. 4 ad virg. in exil. missam c. 3 (Migne 30 col. 60 D) 
dum excusare credis, accusas. Qui s'excuse, s'accuse. Das 
Wortspiel dürfte also schon im Altertume geläufig gewesen sein. 
Zum Gedanken vgl. Ter. Heaut. 625 nescio quid peccati portat haec 
purgatio. 

acervus. i 8. 

Ov. am. 1, 8, 90 postmodo de stiptQa grandis acervus erit. 
rem. am. 424 de multis grandis acervus erit. Hesiod. opp. 361 
Eli yaQ %bv xal cTfiix^^öv inl c^itiqü Kaza^eio nal Q'uucc xovz eq- 
öoig^ td^a Tihv (liycc xai t6 yivoixo, ^Viele Kömer machen einen 
Haufen' (Düringsf. H n. 540. 554). Plato Cratyl. p. 428. 

acetum. 9. 

[Plaut. Pseud. 739 JScquid aufem is homo habet aceti in 



Acheron — ' acus S 

pectore? Bacch. 405 Nunc eocperiar, sitne aceto tibi cor acre in 
pectore. An beiden Stellen hat acetum die Bedeutung von Schärfe, 
Bitterkeit, Galle (nicht Witz (sales), wie man gewöhnlich 
übersetzt). Ebenso im Griechischen: S^og rjKQanafiivov (inl 
mv oQyiXmv xal ÖQi^vxaxaiv Appeud. proverb. 4, 28. 29. 
Aristoph. Plut. 720). Auch bei Hör. sat. 1, 7, 32 At Graecus post- 
quam est ItaJo p er f usus aceto ist scharfer, beifsender Spott 
(Lauge) gemeint.] 

Acheron s. Orcus 3. lo. 

[Achemiitis pabulum, Höllen futter, zur Bezeichnung für 
einen Alten bei Plaut. Casin. 2, 1, 12.*) Vgl. Mercat. 290. 
Amphitr. 627.] 

Achilles ii. 

erscheint als Repräsentant männlicher Kraft (Petr. 129 Uta 
pars corporis^ qua quondam Achilles er am) und Schönheit (Plaut. 
Mil. glor. 61 hicine Aohilles est? 1054 Äge^ mi Ächillef Vgl. 
Hom. II. 2, 674. Lucian dial. mort. 18, 1), auch wohl der Schnellig- 
keit (Mart. 2, 14, 4 tuosgue Laudat Achilleos, sed sine ftne, 
pedes. Vgl. die Homerischen Epitheta coKvnovg und Ttodag c»xi5g). 
Einzelne durch ihre Tapferkeit hervorragende Männer führten den 
Beinamen Achilles (Valer. Max. 3, 2, 21. Fest. p. 190 M. Gell, 
n. a. 2, 11, l). 

Achiyi s. rex 4. 

acia s. actts 2. 

acidus s. mel 3. 

actio. 12. 

Arnob. adv. nat. 3, 6 nee seoundas, ut dicitur, aotiones 
nohis ah infantibus posiularet, die Rolle des Nach leiern s. Vgl. 
Her. ep. 1, 18, 14. Im Griechischen wird dsvTSQoloyeiv resp. dsv- 
tsQoXoyCcc meines Wissens nicht sprichwörtlich gebraucht. 

actus s. agere 2. 

acus. 13. 

1) Plaut. Men. 238 8i acum, credo, quaereres, Aoum inve- 
nisses, man hätte eine Stecknadel (das Kleinste) finden 
können. Ähnlich Mart. 8, 71, 10 Nonus acu levius vix coch- 
leare tulit, 14. 

2) Petron 76 ab aoia et acu mi omnia exposuit, vom Faden 
und der Nadel an d. h. haarklein, bis ins kleinste Detail. Die 
allitterierende Verbindung war stehend: Titin. com. 5 ßibb.^ 
(Non. p. 3, 21) reliqui acus aciasque ero atque erae nostrae, 
wir würden etwa sagen: Nadel und Schere. 15. 

3) Hieron. ep. 112, 13 Oro ergo te, ut qui nostro vulnusculo 



*) Ein blofses Witzwort ist u. a. Plaut. Amphitr. 1029 uHmorum 
Ächeruns, 

1* 



4 adamas 

medendum putas^ quod Mu foratum^ tmmo punotum, ut dicitur^), 
huius sententiae medearis vuJneri, quod lancea et, ut ita dicam, 
phalaricae mole perctissum est. Den Gegensatz zwischen einem 
Nadelstich und einem Lanzenstich kennen auch wir. Vgl. Cic. de 
fin. 4, 3, 7 PungufU quasi aculeis interrogatiunculis angustis, 16. 

4) Plaut. Bud. 1306 tetigiBti aou, 'du hast den Nagel anf 
den Kopf getroffen'. Der Ausdruck ist wohl von der Sonde des Chi- 
i*urgen entlehnt. Ähnlich Cic. fr. or. pro Aem. Scaur. 20 neque 
acu quaedam enucleata argumenta conquiram^, spitzfindige, 
tiefliegende Beweise. Wahrscheinlich ist auch Cic. Acad. 2, 24, 75 
zu lesen quorum sunt contorta et acu enucleata (vulg. aculeata) 
quaedam sophismata: sie enim appeUantur fäUaces conclusiunciUae. 

adamas s. ferrum 1. 17. 

1) Oy. her. 2, 137 Dnritia ferrum ut snperes adaman- 
taque. Stat. silv. 1, 2, 69 duro nee enim ex adamante creati . . 
sumus, Petr. Chrjsol. (Migne 52 col. 532) sed dives adamante 
durior, *hart wie Stahl'. Eurip. Cycl. 596 nixQag to Xfjiia 
Tiaddfiavxog S^ofiev, — Gefühllose oder (seltener) unerschütter- 
lich feste Menschen hahen hei den Dichtern ein mit Stahl und 
Eisen gepanzertes Herz: Tih. 1, 1, 63 non tun sunt duro prae- 
cordia ferro Vincta. Ov. ex Pont. 4, 12, 31 duro tibi pec- 
tora ferro Esse vel invicto clausa adamante putem. Nemes. 
ecl. 4, 56 Quisquis amat pueros, ferro praecordia duret. Ebenso 
auch Hör. carm. 1, 3, 9 IIU röbur et aes triplex circa pectus 
erat. Oder gar das Herz selbst ist von Stahl und Eisen: Ov. 
met. 9, 614 solidumve in pectore ferrum Aut adamanta 
gerit. her. 10, 109 illic (seil, in pectore) adamanta tulisti. 
trist. 1, 8,42 JEt rigidum ferri semina pectus habet Von den 
Griechen schon Pindar hei Athen. 13, 8 (fr. 123 Bgk.) i^ add- 
(lavxog ^H öiöaQov KB%&k%Bvzcii, fiilatvav nagdlav. Das 
Bild selbst, aber mit abweichender Bedeutung begegnet bereits 
bei Hom. H. 2, 490 %dk7csov de ^oi fitoQ ivelri. S. silex 1. 18. 

2) Ov. trist. 4, 8, 45 adamas licet alliget. Augustin de 
duab. anim. 14, 23 (Migne 42 col. 110) adamantinis, ut dici- 
tur^ oatenis innexae, mit stählernen, sehr harten Bauden. Vgl. 
Prop, 4, 11, 4 Non exoraio stant adamante viae,*^) — Apul. 
met. 9, 18 auro soleant adamantinae etiam perfringi 
fores, 'Gold geht durch alle Thtiren' (Düringsf. I n. 612). 
S. aurum 6. 19. 

3) Ov. am. 3, 7, 57 lila graves potuit quercus ada- 



*) Vgl. Senec. de benef. 1, 4, 1 pungit, non perforat. Plin. 
epist. 1, 20, 18 qui non pungit, sed infigit. 

*♦) Vgl. dazu Theoer. id. 2, 33 z\) d' "jQteiiL ^cci zbv iv Ziida Ki- 
vrjaaig % äddiiavta. 



adiuvare — aeqims 5 

mantaque durum .... movere, art. am. 1, 659 laorimis ada- 
manta movebis. Vgl. süex 3. 

adiuyare s. fortwna 9. deus 8. 12. 

adulescens. 20. 

Plaut. Baccfa. 816 Quem di düigunt, adulesoens moritur, 
dum valet, sentit, sapU, So schon Menander fr. 124Kock (Mein. 
fr. com. 4 p. 105) ov ot &Boi (pilovciv^ oatod'vyaKet viog, 'Was 
Gott am liebsten hat, führt er jung heim' (Körte n. 2936). 
Vgl. vitalis, 

adyersus s. flumen 7. 

aedes s. pergula. 21. 

Plaut. Aul. 82 guippini Ego intus servem? an ne quis aedes 
auferat? Auch bei uns sagt der gewöhnliche Mann scherzhaft 
von einem Hause, in dem es nichts zu stehlen giebt, er bewache 
das Haus, damit es nicht fortgeschleppt werde. 

aedilis*) s. coctio 2. 

aediflcare s. aer 1. diruere. Megarenses. 

aegrotiis s. sperare 1. 22. 

Ter. Andr. 309 faoile omnes, quem valemus, recta con- 
silia aegrotis damus. Aeschyl. Prometh. 263 ilatpQov^ oöug ttt^- 
ftarrav e^<o Ttoöa "By^st^ TtaQciivetv vovd'sretv xb xov xaxög IlQciöaovra. 
Eurip. Alcest. 1078 ^Paov Tvagcctveiv rj na^ovra %ciqxBqeiv, 'Der 
Gesunde kann dem Kranken gut Rat geben.' Vgl. venter 2. 

aeneus s. aes 1. 

aequare s. mors 2. 

aeqaor s. scopulus 1. 23. 

Anthol. lat. 726, 8 R. (= Baehr. P. L. M. 3 p. 63) Ätquin 
turbari sine ventis non seiet aequor, nichts geschieht ohne 
Veranlassung. Der Satz hat proverbielle Färbung. Vgl. tintinna- 
hUkim, 

aequus s. iniquus. 24. 

1) Liv. 2, 32, 7 eam (seil, concordiam civium) per aequa, 
per iniqiia reconciliandam civitati esse^ um jeden Preis, wohl oder 
übel. Vgl. Prop. 2, 4, 6 Bein domiti post haec aequa et iniqua 
fenmt, sie ertragen alles. Plaut. Amphitr. 173. Append. prov. 2, 
100 KQeiCßoviov yccQ xai dhiauc kHöm icx^ Ano^etv, Vgl. iustus, 25. 

2) Verg. Aen. 6, 129 pauci, quos aequns amavit luppiter, 
nur wenige Gottbegnadigte. Die Wendung wurde anscheinend zu 
einer geflügelten: Plin. ep. 1, 2, 2 Nam vim tantorum virorum 
pauci, quos aequus amavit, assequi possunt. Apoll. Sidon. 
ep. 4, 3, 10 Nam te . . , pauci, quos aequus amavit, imitabun- 



*) Plaut. Stich. 353 Sine suffragio Populi tarnen aedili- 
tatem hie quidem gerit ist kein Sprichwort, sondern nur ein 

Scherz. 



6 aer — aes 

tur. Jedenfalls zeigt das Fehlen des Subjekts, dafs der Vers be- 
kannt war. 

aer s. ventus 2. 26. 

1) Augustin serm. 8 prooem. (Migne 38 col. 67) ne suh- 
tracto fwndamento in aere aediflcare videamwr, Luftschlösser 
bauen, ibid. col. 30 ne suhtracto ftmdamento rei gestae quasi in 
aere quaeratis aedificare. Vgl. Arnob. adv. nat. 2, 62 spe ... 
aeria Uandiantur, S. auch W. Borchardt, die sprich w. Redens- 
arten im deutschen Volksmund n. 655. 27. 

2) Flaut. Asin. 99 lubeas . . . me piscari in aere. Ov. 
trist. 1, 8, 3 oaelnm flndetur aratro. Hierzu zahlreiche grie- 
chische Analogieen: Zenob. 1, 99 avifiovg yecnQystg' TtQog tovg 
itovovvxag xai firjÖEvbg ^sxaXay%civovxag, 1, 39 ai&SQcc 
vrjvsfiov iqicOBiV iitl t&v ficirriv tcovovvtov, 3, 17 ömrvfp 
avsfiov d-riQag. Ähnliche Eedensarten aus modernen Sprachen 
bei Düringsf. II n. 664 (Er schifft im Winde, er balgt den 
Nebel u. a.). Vgl. Grimm, Kinder- u. Hausmärchen n. 159. 28. 

3) Augustin de ag. Christ. 5, 5 (Migne 40 col. 294) ne 
putent stiilti adversus aerem nos debere certare, wider die 
Winde streiten, Lufthiebe schlagen, d. h. gegen einen nicht vor- 
handenen Gegner kämpfen. Schon Senec. quaest. nat. 7, 14, 1 
Solvere ista quid aliud est quam manum exercere et in ventum 
iactare hraechia? Claud. Mamert. 3, 16 p. 187, 19 Eng. in auras 
tela iacere et sine hoste pugnare und ähnlich Petron 83 dum 
sum ventis litigo. Vgl. Hieron. adv. Eufin. 1, 15 (col. 471 V) 
stultum est iuxta Äpostolum (Corinth. 1, 9, 26) pugnis aerem 
verherare. Das Bild ist von den Übungen in der Fechtschule 
hergenommen und den Griechen entlehnt, welche öKuxfiaxetv genau 
ebenso brauchen: Plat. apol. p. 18 D. de leg. 8 p. 830 G. Lucian 
5ermot. 33 &g)* cav &v ot öMöKaXot (S7iiafia%w6L TtQog rj^äg 
UTtovrag,*^ Kratinos fr. 17Kock. 

a^rumna s. Hercules 2. 

aes. aeneus s. lupinus. 29. 

1) Hör. carm. 1, 33, 10 cui placet imparis Formas atque ani- 
mos sub iuga aenea Laevo mitfere cum ioco. 3, 9, 18 diductosque 
iugo cogit aeneo^ zwingt sie im ehernen Joch. Valer. Flacc. 7, 
595 cogitque frementes Suh iuga aena toros. Doch anscheinend 
nur dichterisch. 



*) Auch bei Verg. Aen. 6, 446 Entellus vires in ventum effudit 
ist zwar die wörtliche Auffassung nicht abzulehnen, aber der Gedanke 
an die sprichwörtliche Redensart dürfte doch daneben vorgeschwebt 
haben. Dasselbe gilt von Catull 64, 111 Nequiquam vanis iactan- 
tem cornua ventis und seinem griechischen Vorbilde bei Cic. ad 
Att. 8, 6, 1 nollcc ficit7}v Tis^dsaaiv ig T]Bqa d'viirjvccvtoc. Vgl. noch 
Ov. metam. 7, 775 vanos exercct in aera morsus. 



Aesopus — Aetna 7 

2) Cic. ad famil. 15, 14, 1 üleisi aere meo est, gebort [dO. 
zu meinem Besitz, d. h. ist mir verpflichtet (Gegens. aes alienum). 
ibid. 13, 62 et mehercule semper »ic in animo hahui te in meo 
aere esse. Symmach. ep. 3, 43, 1 fortunae tuae gaudia in meo 
aere duco, für mich förderlich. 1, 37, 2. 8, 16. Apollin. Sid. 
ep. 5, 9, 1 in aere meo duco, 31. 

[3) TertuU. adv. Yalent. 12 Igüur ex aere collatioio, qiiod 
alunt, . . . pulcherrimum sidus compingunt, sie borgen alle mög- 
lichen Vortrefflichkeiten, um Christus zu verherrlichen. Doch ist 
der Ausdruck blofs ein metaphorischer.] 

Aesopus s. alienus 6. asinus 6. 

aetas s. dies 1. tempus 2. 

Aethiops s. Ilaurus. 32. 

Zu Pers. Ö, 116 Pelliculam veterem retines bemerkt der 
Scholiast: Tractum est ab Aethiope, qui non mutat pellem. Wir 
haben also eine Anspielung auf das griechische Ald'loTta (S(irixeig 
Zenob. 1, 46. Diog. 1, 45 u. a. Die Mohrenwäsche bei christ- 
lichen Schriftstellern (Hieron. adv. Buf. 3, 23. adv. Pelag. 2, 26. 
ep. 69, 6. 97, 2. 108, 11. Greg. Magn. ep. 3, 67. Iren. 13, 26) 
geht zurück auf Jerem. 13, 23. 

Aetna. 33. 

1) Cic. de sen. 2, 4 u^ onus se Aetna gravlus dicant 
sustinere, (seil, senectutem)^ eine Bergeslast. Eurip. Herc. für. 637 
aiQ-og öe xb yrjQccg aiel ßaQvreQov Airvag öTCOTtiXoDv inl 
x^aii Ksitat, Grates bei Stob, floril. 98, 72 tö öe y7]Qcig ßaQv- 
rsQovAhvfig. *Das Alter ist eine schwere Last' (Düringsf. I n. 81). 
Dasselbe gilt von der Armut (s. paupertas), — Ein weiterer Ver- 
gleich bei Plaut. Mil. glor. 1065 Aetna aeque non alta est. 
S. Com. ine. fr. 702 Kock. 34. 

2) Hieron. ep. 54, 9 Non Aetnaei ignes tantis ardorihus 
aestuant. Salvian gub. dei 6, 16 ut Aetnam putes impudi- 
carum fuisse flammarum. Boeth. consol. phil. 2, 5 v. 25 Sed 



Aeserninus. 

Cic. ad Qu. fratr. 3, 4, 2 Ad inimicitias res venisset: cum Aeser- 
nino Bamnite Faoideianus comparatus viderer. de opt. gen. 
orat. 6, 17 A me autem gladiatorum par nobilissimum indiicitur, Ae- 
ichines tamquam Aeserniniis, ut ait Lucilius (fr. 4, llM =» 128 Baehr.): 
Äeserninu' fuit Flaccorum munere guidam Samnis, spurcus 
homo, vita illa dignu' locoque: Cum Pacidei ano componitur, 
optumus lange Post homines natos gladiator qui fuit unus 
(= Non. p. 393, 26). Vgl. Cic. TuscuL 2, 17, 41. 4, 21, 48. Orat. 48, 161. 
Quintil. 9, 11, 38. Luc. Müller bemerkt zu dem Luciliusfragment: nobi- 
lissimum illud par gladiatorum, quae erat popularitas Lucilii librorum, 
paene in proverbium videtur abisse. Allein, da Cicero der einzige ist, 
welcher die Stelle öfter citiert, so liegt jedenfalls nur eine gelehrte 
Anspielung vor. 



8 afannae — ager 

saevior ignibus Aetnae Ferreus amor ardet habendi Ps. 
Ov. her. lö, 12 Me calor Äetnaeo non minor igne tenet, 

afannae s. apina, 

Africa. 35. 

1) Plin. nat. bist. 8, 16, 42 Idea multiformes ibi animälium 
partus .... unde etiam vulgare Graeciae dictum, semper 
aliquid novi Afrioam adferre. Vollständig bei Zenob. 2, 51 ubI 
g)iQSi XI Aißvri naivov %ciy.6v^)', inl ztbv nanovQyoxdTunv xorl 
&ü TtqoCB^EVQiiSiiovxviv vemxEQov XI naTcov. Mit Bezug auf den 
Beicbtum Afrikas an wilden und gefährlichen Tieren (Aristot. 
bist. an. 8, 28, 7. Diogen. 6, 11). 36. 

2) Hör. carm. 1, 1, 10 Quidquid de Libyeis verritar areis 
(vgl. 3, 16, 26). eat. 2, 3, 87 Frumenti quantum metit Afrioa. 
Senec, Thyest. 356 Non quicquid Libyeis terit Fervens area 
messibus. epigr. 54, 8 (Baebr. F. L. M. 4 p. 78) Et quic- 
quid Libyco secatur arvo. Stat. silv. 3, 3, 90 quod messibus 
Äfris Verritur, aestiferi quicquid terit area NHL Mart. 6, 86, 5 
Fossideat Libycas messes Hermumque ,Tagumque, Hieron. ep. 
112, 22 et novis Äfricae frugibus Bomana tecta locupletato. 
Wenn auch die angeführten Stellen zum Teil sich als Nach- 
ahmungen des Horaz verraten, so zeigen sie trotzdem, dafs der 
Getreidereichtum Afrikas seiner Zeit sprichwörtlich geworden war. 
Dies beweist auch das griechische Sprichwort eü rtg iv AlyvTtxip 
ßtxov iTtaydyri (Append. prov. 2, 33). ' 37. 

3) CatuU 7, 3 quam magnus numerus Libyssae harenae. 
61, 202 nie pulveris Africi Subducet numerum prius. Verg. 
georg. 2, 105 Quem qui scire velit, Libyci velit aequoris idem 
Dicere, quam multae zephyro turbentur harenae. Claudian 
(in Eutrop. I) 18, 32 J. Si pelagi fluctus, Libycae vidisses ha- 
renas, Eutropii memoräbis avos. Wir sprechen vom märkischen 
Sande. S. harena, 

Agathocles. 38. 

Plaut. Pseud. 532 Virtute tu regi Agathoeli antecesseris. 
Der Vergleich ist vielleicht sprichwörtlich. Vgl. Most. 775 f. 

ager s. dlienus 1. ßix, occare, rus, 39. 

1) Plin. nat. bist. 18, 6, 36 Temerarium videtur unam vocem 
antiquorum posuisse et fortassis incredibile penitus aestumetur, 
nihil minus expedire quam agrum optime colere. Vgl. 
ibid. 38 Bene colere necessarium est, optume damnosum. Wir fassen 
diesen Grundsatz der alten Landwirte allgemeiuer : 'Allzuviel ist un- 
gesund.' 'Allzugut verdirbt's gar' (Körte n. 1 1 7). Pred. Sal. 7,17. 



*) Meist citieren auch die griechischen Schriftsteller die kürzere 
Form (ohoe xaitdr): Aristot. hist. an. 8, 28, 7. de anim. gen. 2, 7. Athen. 14 
p. 623 E. 



agere 9 

2) Columella 1, 3, 9 Poenos dixisse convenit imbeoil- [40. 
liorem agrum quam agrieolam esse debere; qiumiam, cum 
Sit cölluctandum cum eo, si fundus praeväleat, aUidi dominum. 
S. rus*) 

agere s. läbor 1. 41. 

1) Colum. 11, 1, 26 Nam illud verum est M, Catonis ora- 
culum: Nihil agendo homines male agere diBOiint. Das Wort 
dürfte geflügelt gewesen sein. Vgl. Cato dist. 1, 2 Nam diu- 
hirna quies vitiis alimenta ministrat Soph. fr. 287 N. zl- 
xT£t yaQ ovdhv iad^Xbv sIkciIci öxoXri. Jes. Sir. 33, 29 *Müfsiggang 
lehrt viel Böses.' 'Nichts thun, lehrt Übles thun' (Körte n. 5717). 
^Müfsiggang ist aller Laster Anfiäng.' Otia dant vUia. 42. 

2) Plaut. Cist. 4, 2, 36 Actam rem ago, quod periit, periit, 
Pseud. 261 Verla re mmc fads: stuUus es, rem actam agis, 
Ter. Phorm. 419 Actum, aiunt, ne agas. Cic. ad Att. 9, 6, 6 
Sed acta ne agamus, reUgua paremus, 9, 18, 3 Tu, mälum, 
inguies, actum ne agas. (Vgl. 15, 20, 3 Sed acta missa (seil. 
faciamus)] videamus, quae agenda sint). de amicit. 22, 85 prac- 
posteris enim utimur amicitiis, et acta agimus, quod vetamur 
vetere proverbio, Liv. 28, 40, 3 Sdo . . . rem actam hodiemo 
die agi et frustra habiturum orationem. Hieron. adv. Pelag. 
1, 24 (p. 721 Vall.) nugaris, nee meministi illius proverbii: 
actum ne agas. Zur Erklärung s. Donat zu Ter. Phorm. 419 
Aäa res est, de qua sententia prolata est, zu Andr. 3, 1, 7 (465) 
Yerha sunt desperationis, nam ^ actum esf**) didtur in ea re, de 
qua iam lata sit sententia, und b'es. zu Ad. 232, wo Donat eben- 
falls liest actum agam und erklärt Proverhium L e. nihü agam. 
Quod emm semel in iure iudicatum fuerit, rescindi et iterum agi 
non potest. Danach stammt also der Ausdruck von der Rechts- 
pflege und bedeutet: Eine verhandelte, entschiedene Sache noch 
einmal verhandeln, Überflüssiges thun, leeres Stroh dreschen. Zu 
vergleichen ist noch Plaut. Mil. glor. 636 Quid opus est nota 
noscere? 43. 

[3) Plaut, mil. glor. 215 age, si quid agis, mache Ernst 
mit deinem Vorsatze (volkstümliche Aufforderung zur Eile). Ebenso 
Plaut. Trin. 981. Stich. 715. Epid. 196. Pers. 659. — Gleich- 
bedeutend ist Capt. 930 Hoc agamus, zur Sache! 967 Hoc 



*) Einen alten Erfahrungssatz scheint auch auszusprechen Pallad. 
de re rnet. 1,6, 6 In agro periclitantur interiora, nisi colan- 
tur extrema, 

**) Nur uneigentlich zu den Sprichwörtern kann die der Volks- 
sprache aaigehörige vFormel actum est 'es ist aus' gerechnet werden 
(Plaut. Rud. 683 acta haec res est. 761. Ter. Eun. 1, 1, 9 u. a.). Cic. 
ep. ad Att. 5, 15, 1. 9, 12, 4. famil. 14, 3, 3. 14, 3, 4 transactum est. 
Enrip. Hippol. 778 wcw^axTat. S. Landgraf zu Cic. p. Rose. Am. 52, 15Q. 



10 agina — alapa 

agamus. Hör. sat. 2, 3, 152 hoc age. S. Lorenz zu Plaut. Pseud. 
Y. 149 und Mil. glor. 215. Die Phrase stammt ans dem Opfer- 
brauche (Plut. Numa 14, 4. Cor. 25). Eine Satire Varros war 
überschrieben age modo, Tertull. adv. Marc. 4, 7 ut dici seiet, 
ad quod venimus, hoc age. Ähnlich fac, si facis Mari 1, 
46, 1. Senec. de benef. 2, 5, 2. Theoer. id. 5, 78 Ela Uy\ h 
XI liyef.g. ^Was du thun willst, das thue bald' (Joh. 13, 27). 

[agina. 44. 

Tertull. adv. Hermog. 41 scilicet, qui inter honum et malum 
suo arhitrio agüatus in neutram tarnen jpartem pronus et praeceps 
mediae, quod aiunt, aginae aequilibrato impetu ferehatur, gleich- 
mäfsig, ruhig wie der Wagebalken. Indes dürfte hier blofs eine 
metaphorische Wendung ohne weitere Verbreitung vorliegen.] 

agna s. luptis 3. 45. 

Mart. 5, 37, 2 Agna Galaesi moUior Phalantmi. luven. 8, 15 
Enganea quantumvis mollior agna, weich wie Wolle. Auson. 
epigr. 69 (64 Seh.), 5 sed mollior agna. Phidippides fr. 29, 2 
Kock (Stob. flor. 2, 10) ccTteiCLv aqviov fiaXaTimxBQog, 

agnatus. 46. 

Yarro r. r. 1, 2, 8 mente est captus atque ad agnatos et 
gentiles est deducendus (citiert von Colum. 1, 3, l), er ist 
verrückt und mufs unter Kuratel gestellt werden, ^er ist reif für 
das Tollhaus'. Her. ep. 1, 1, 102 credis nee curatoris egere 
Ä praetore dati. sat. 2, 3, 217 interdicto huic omne adi- 
mat ins Praetor et ad sanos aheat tutella propinquos. 
S. die lex beim anct. ad Herenn. 1, 13, 23. Digest. 27, 10, 1. 
Plutarch bei Apost. 13, 51' ov% oÜtg) xoig 6Qg)avotg 7tat6lvy &g 
xotg avorixoig avÖQciöiv iTttXQOTtovg %qri TtaQsivai. 

agnus s. lupus 4. 

agricola s. rus. 47. 

Plin. nat. bist. 18, 6, 40 Inde üla reliqua ex oraculo: ne- 
quam agrixiolam esse, quisquis emeret, quod praestare ei 
fundus posset, malum patrem familias, quisquis iuterdiu 
faoeret, quod uoctu posset, nisi in tempestate caeli, peiorem, 
qui profestis diebus ageret, quod feriatis deberet, pessimum, 
qui sereno die sub tecto potius operaretur, quam in agro. 

ala s. vipera 1. 

alapa. 48. 

Petron 38 est tamen sub alapa ist offenbar sprichwört- 
lich, aber noch nicht erklärt. Meist versteht man nach Burman 
(sehr unwahrscheinlich): Man merkt ihm den Freigelassenen noch 
an (das Zeichen der Freilassung war ein Backenstreich). Sehr 
viel für sich hat Stowassers Vermutung: est tamen sub ala 
vipera, er ist eine Schlange an fremdem Busen, er beutet andere 
aus {et non vult sibi male heifst es gleich darauf). S. vipera 1. 



album — alcedonia 11 

[album. 49. 

Pliii. nat. bist, praef. 6 non eras in hoc albo, du standest 
nicht mit auf der Liste meiner Beurteiler, an dich hatte ich 
nicht gedacht. Senec. ep. 69, 1 si ad nostrum album verba diri- 
gimus. Doch war die Metapher schwerlich volkstümlich,] 50. 

albus s. avis2. cdkulus 1. 2. dms^, gäll'ma 2. quadriga 1. 

1) CatuU 93, 2 Neo soire, ntmin sis albns an ater homo 
(angeführt von Quintil. 11, 1, 38), ich mag nicht wissen, ob du weifs 
oder schwarz bist, wie du aussiehst, d. h. ich will mit dir nichts 
zn thun haben, du bist mir gleichgültig. Ebenso Cic. Philipp. 2, 
16, 41 vide, quam te amarit is, qui albus aterve fuerit ignoras. 
Phaedr. 3, 15, 10 ünde illa scivit niger an albus nascerer?, 
welches Interesse nahm sie an mir (Eiese)? Apul. apol. 16 libenter 
ie . . , albus an ater esses ignoravi, Hieron. adv. Helvid. 16 
(col. 224 Vall.) albus, ut aiunt, aterne sis nescio. Diese 
Auffassung wird bestätigt durch Plaut. Pseud. 1196 Que'M ego 
hominem nulli coloris novi, worin offenbar eine Anspielung 
darauf enthalten ist. Wenn also Porphyr, zu Hör. ep. 2, 2, 189 
{Genius . . . albu>s et ater, fröhlich und traurig) bemerkt: Pro- 
verhialiter, hoc est: bonus et malus, so mufs diese Erklärung 
als von aufsen hineingetragen angesehen werden. Übrigens wird 
ein schlechter Mensch nicht ater, sondern niger genannt: Hör. 
sat. 1, 4, 85 hie niger est, hunc tu, Eomane, caveto. Cic. pro 
Caecin. 10. Schol. zu Pers. 1, 110 malum didmus nigrum. Das 
Gegenteil dazu ist candidus, nicht albus, 51. 

2) Gell, praef. 11 Namque Uli omnes . . . mülta et varia 
kctitantes, in quas res cumque indderant, alba, ut dicitur, linea, 
sine cura discriminis solam copiam sectati converrebant, alles 
ohne einen Unterschied za machen, ohne Verständnis. Und so 
schon früher Lucilius bei Non. p. 282, 17 und 405, 16 (29, 6M. 
629 Baehr.) Et amabat omnes; nam ut discrimen non facit, 
quei (Salmas. st. neque) signat linea alba. Das Sprichwort 
ist griechisch: Zenob. 4, 89 XevKii axd&iirii inl x&v firiöev 
GvvL£vx(ov . . . ^Ev yccQ roLg Xevoiotg Xl&o^g XevTcal Ctdd'fjLat ovöev 
övvavvcct ösixvvvat, Sophocl. fr. 307 N. Plato Cbarmid. c. 3. Plut. 
de garrul. 33. Die Bauleute benützen beim Behauen von Steinen 
eine geschwärzte Schnur, weil eine mit Kreide bestrichene keine 
Spur zurücklassen würde.*) 

alcedonia. 52. 

Plaut. Casin. prol. 26 alcedonia sunt circa forum, es herrscht 
die gröfste Stille auf dem Markte. Poenul. 355 nisi ülam tarn 

* *) Plaut. Pers. 76 Qui hie albo rete aliena oppugnat bona nehmen 
die früheren Erklärer als sprichwörtlich. Doch gilt die Stelle jetzt 
allgemein als verdorben. Die Vulgata sucht zu erklären Pflügl, d. lat. 
Sprichw. bei Plaut, und Ter. S. 34 f. 



f.. 

12 Alcinous — alea 

l^ iranquillam facis, Quam mare olim est, quom ihi alcedo 

pullos educit suos. Je^ßnfalls nach griechischer Quelle: Apost. 
2, 20 aXxvovCxidag TjfijQag äyeig: i%l x&v axaQditav %a\ av- 
BnriQsoiatav. Aristoph. Ay. 1594. Über die alkyonischen Tage s. 
Ov. met 11, 742 ff. 

Aleinous. ^* 53. 

1) Die hochberühoillftn Obstgärten des PhSakenkönigs Alki- 
nous (nach. Hom. Od. 7, 112 ff.) werden von den römischen Dichtern 
mit Vorliebe angezogehr bes. zur Bezeichnung des Reichtums: 
Verg. georg. 2, 87 Foiitaque et Aloinoi silvae. Prop. 3, 2, 11 
Nee mea Phaeacas aequatU pomaria Silvas (vgL.l, 14, 24 Älci- 
noi munera). Priapj^ 60- Äi guot hdbes versus, tot hdberes poma, 
Friape, Esses antiguo ditior Älcinoo. Mart. 8, 68, 1 Corcy- 
raei .... pomariafregi^' 10, 94, 1. 12, 31, 10. 13, 37. Stat. 
silv. 1, 3, 81 Quid tifera Älcinoi laudem pomaria? luven. 5, 151 
Qualia (seil, pom'öi) perpetuus Phaeacum autumnus hahe- 
bat Terbul!, de pall. 2 rus . . . consitum et amoenum super Älci- 
noi pometum. Vgl. Ov. am. 1, 10, 56. — Daher entstand auch 
die Redensart poma dare Alcinoo, jemand etwas schenken, was 
er selbst in Fülle besitzt, Holz in den Wald tragen: Ov. ex 
Pont. 4, 2, 10 Quis . . . poma det Älcinoo? Mart. 7, 42, 6 
Älcinoo nullum poma dedisse putas? 

Ebenso bekannt war 54. 

2) Das Wohlleben der Phäaken und ihre Weichlichkeit (nach 
Hom. Od. 8, 248 ff.): Hör. ep. 1, 15, 24 Pinguis ut inde domum 
possim Fhaeaxque reverti, ep. 1, 2, 28 sponsi Penelopes, nebu- 
lones, Älcinoique . . . iuventus*) (nachgeahmt von Auson. ep. 9, 

13 ff.). — Daher auch Alcinoi dapes bei Stat. silv. 4, 2, 3 und 
Älcinoi culina bei Sidon. Apoll, carm. 12, 19. Gell. 19, 9, 8 
cedere, inquit, vohis dehui, ut in tali asotia atque nequitia 
Älcinum vinceretis (s. dazu die Note von M. Hertz). Macrob. 
sat. 7, 1, 14 Ät vero Älcinoi et Didonis mensa quasi solis 
apta deUciis. 

alea. 56. 

Der berühmte Ausspruch, den Cäsar beim tJlsergange über 
den Rubikon gethan haben soll, alea iacta est Mer Würfel ist 
gefallen' (Sueton Oaes. 32) ist nichts anderes, als die lateinische 
Übersetzung des griechischen Sprichwortes &vBQQlg>d'(jo %vßog 
(Append. prov. 1, 28. Macar. 2, 8. Apost. 2, 13). Da dieses die 
feststehende Form des Sprichwortes ist (nur Suidas s. v. Avig- 
QiTtzat macht eine Ausnahme), und überdies nach dem ausdrück- 
lichen Zeugnisse des Plutarch (Pomp. 60) Cäsar sich des grie- 
chischen Idioms bediente, so hat die Vermutung des Erasmus, 



*) S. dazu die Bemerkung von A. Kiefaling. 



aleator — alienus 13 

auck bei Sueton sei das überlieferte est in esto zu verwandeln, 
die gröfste innere Wahrscheinlichkeit. Auch äufserlich scheint 
der Wortlaut bei Sueton selbst für diese Änderung zu sprechen: 
Eatur, inquit, quo deorum ostenta et inimicorvm iniquitcis vocat: 
lacia alea esto, — Eine Anspielung auf das Sprichwort findet 
sich anscheinend auch bei Petron 122 (v. 173) ludice Fortuna 
cadat alea. Die Metapher alea von einem Wagnis mit zweifel- 
haftem Ausgange ist nicht selten: Liv. 1, 23, 9 in dübium im- 
perii servüiigue aleam imus, Sl, 35, 1. 37, 36, 9. 42, 50, 2. 
Lucan 6, 7. Apoll. Sidon. ep. 4, 6, 3. Hör. carm. 3, 1, 6 Peri- 
culosae plenum opus aleae, Ov. art. am. 1, 376 Tälibus ad- 
missis alea grandis inest Ambros. ep- 82, 8 incerU evenius 
guaedam, ut dicitur vulgo, alea, 

aleator. ' ^ 6*6. 

Plant. Bud. 359 Ne te aleator nuUus est sapientior, du 
bist schlau wie ein Spieler. Vgl. Pablil. Syr. 33' Aleator qua/nto 
in arte esti,,.4(M6^$t' nequior, 

AljQxapdbn 57. 

PIau\ Mü. glor. *777 Ätqi^ Alexandri praestare pracdicat 
formae su^m. Ob wirklich sprichwörtlich? 

alga. 58. 

Verg. ecl. 7, 42 Horridior rusco, proiecta vilior alga. Hör. 
sat. 2, 5, 8 JEt genus et virtus nisi cum re vilior alga est, ist 
wertlos. Als Hyperbole wird angeführt vüior alga von Sacerdos 
p. 465, 28 E. Vgl. Hör. carm. 3, 17, 10 et alga littus inutili. 

alienus s. corium 1. forum 2. fundus 3. mala, mus 5. 59. 

1) Publil. Syr. 28 Aliena nobis, nostra plus aliis plaoent. 
Vgl. Senec. de ira 3, 31, 1 Nulli ad aliena respicienti sua 
placent, citiert von Salvian gab', dei 1,10 ut ait ille: Aliena n. s. w. 

Das ünsrige behagt den andern, das des andern behagt uns' 
(Körten. 7785). — Ov. art. am. 1, 349 Fertilior seges est alienis 
semper in agris, Vicinumque pecus grandius über habet. Hör. 
sat. 1, 1, 110 Quodque aliena capella gerat distentius über. 
Porphyr. Froverbialis est autem sensus, quo etiam Ovidius 
usus est, Pers. 6, 13 angulus ille Vicini nostro quia pin- 
guior, luven. 14, 142 malorque videtur Et melior yioina 
seges,*) 'Anderer Leute Kühe haben immer das gröfste Euter' 
u. a. bei Düringsf. I n. 89. 60. 

2) Ter. Heaut. 503 Ita comparatam esse hominum naturam 
ownium, Aliena ut melius videant, et diludioent. Quam sua 
(citiert von Lactant. instit. 3, 4, 7). Cic. de offic. 1, 41, 146 FU 
^mnescio quomodo, ut magis in aliis cernamus, quam in nobis- 
^ ipsis, si quid delinquitur, Tusc. 3, 30, 73 Est enim proprium 

*) Vgl. auch Hör. ep. 1, 2, 57 Invidus alterius macrescit rebus opimis. 



14 alienus 

I stultitiae aliorum vitia cernere, öblmisci suorum. Senec. ep. 109, 16 

Ai'unt homines plus in alieno negotio videre, quam in suo. 
Cato monost. 49 f. S. Menand. fr. 63 K. (Meiu. com. fr. 4 p. 256) 
OidBlg ig>* aitoü ta xaxa Cvvoqa^ JZajiigptle, 2aq>tbQ^ heQOv ö^ atf^^- 
fiovovvrog o^Biai, Eurip. fr. 1042 N. — Senec. de ira 2, 28, 8 
Aliens vitia in oculis habemus, a tergo nostra sunt. Lactant. 
Instit. 2, 3, 16 quoniam facilius est de alienis iudicare quam 
de suis; dum aliorum praecipitium vident, non prospexerunt, quid 
ante suos pedes esset ^Er sieht den Splitter in dem Auge des 
Nächsten, aher den Balken im eigenen Auge sieht er nicht' (nach 
Matth. 7 , 5. Luk. 6, 42). 'Draufsen hat man hundert Augen, 
daheim kaum eins' (Körte n. 409). Vgl. mawtica, peduclum. 
Ulcus 2. 61. 

3) Plaut. Fers. 540 te de aliis, quam alios de te snavius 
est Fieri dootos. Ter. Heaut. 210 Scitum est, periclum ex 
aliis facere, tibi quod ex usu siet. Ad. 416 ex aliis sumere 
exemplum sihi. Publil. Syr. 47 Bonum est fugienda aspicere 
in alieno malo. 150 Ex vitio alius sapiens emendat suum. Tibull 

> 3, 6, 43 felix quicumque dolore Alterius disces posse cavere 
tuum. Plin. n. h. 18, 6, 31 optunmmgue est, ut vulgo dixere, 
aliena insania frui. Columban. 79 (Baehr. P. L. M. 3 p. 241) 
Felix, alterius cui sunt documenta flagella. Cato dist. 3, 13 vita 
est nohis aliena magistra. Demonax (fr. philos. gr. ed. Mullach II 
p. 351 n. 4) 'Ev alXotQloig naQaöeCyficcöi nalÖBVS aeavxov^ 
Ticcl &XX6rQiog x&v xorxdov earj, Menand. monost. 38 Bkirnjov nsj^löevii 
elg Tcc t&v all(x>v xaxa. *Selig, den fremder Schaden witzig 
macht' (Düringsf. II n. 288).*) 'Anderer Fehler sind gute 
Lehrer' (Körte n. 1642). 62. 

4) Ter. Heaut. 76 aliena ne cnres, ea quae nü ad te 
attinent. Vgl. Plaut. Mil. glor. 994 qui rem älienam potms cur ei, 
quam suam. Hör. sat. 2, 3, 19 aliena negotia curo Excussus pro- 
priis, Senec. ep. 118, 2 Sua satius est mala, quam aliena tradare. 
Menand. monost. 448 nQ&rxe rcc öavtovj jttij ta r&v aXlcov 
cpQovEi, Jes. Sir. 3, 24 Was nicht deines Amtes ist, da lafs 
deinen Ftirwitz. 10, 4 Menge dich nicht in fremde Sachen. 
'Sorge nicht, was andre machen. Acht auf deine eignen Sachen'. 
S. referre. 63. 

5) Senec. de dem. 1, 20, 3 Nam quemadmodum non est magni 
animi, qui de alieno überaus estu. s. w. ep. 16, 7 adhtic de alieno 
liheralis sum, Liv. 3, 1, 3 largiendo de alieno populärem 



*) Plaut. Mercat. 4, 7, 40 Feliciter sapit, qui alieno pericuJo sapit 
ist untergeschoben. Apost. 6, 97 iti t&v ysitovcov ^%ovai th naqd8siy\i<a^ 
was Schneider de proverb. Plaut, p. 23 anführt, hat einen gänzlich ab- 
weichenden Sinn. 



alius — alter 15 

fieri quermtes. *Aus anderer Leute Beutel ist gut zehren' (Dü- 
ringsf. I n. 91). ^Gastfrei in anderer Leute Häusern' (Körte 
n. 2198). 64. 

6) Hieron. praefat. in Didym. de spirit. sanct. (col 106 Vall.) 
mlui alieni operis interpres exsistere, quam . . . informis corni- 
cula alienis xne ooloribus adomare, ^mich mit fremden Federn 
schmücken', ep. 108, 15 et cornicem Äesopi alienis colori- 
lus adornare. Nach der bekannten Fabel (Phaedr. 1, 3. Hör. 
ep. 1, 3, 18ff.), die schon bei den Griechen sprichwörtlich ver- 
wandt wurde. Lucian. Pseudolog. 5 6 Xoyog üccroc rbv Alacojtov 
%oXoiov (SviifpoQrirbg . • . ^x TtoiTtlloav &XXox^C(ov TtreQ&v. Euseb. 
Praep. ev. 10, 4, 27 rbv ßlov ccreavta 7teQLtQi%ovreg &XloTQLOig nxi- 
hiq Gtpag wbtovg IqxxLöqvvov, Äesopi graculus braucht TertuU. 
adv. Valent. 12 nebst anderen Ausdrücken von Christus, der alle 
Tugenden und Vorzüge in sich vereinigt, also nicht in dem ge- 
wöhnlichen tadelnden Sinne.*) — Das Gegenteil findet sich bei 
Hieron. adv. Ruf. 3, 41 (col. 568 Vall.) meisqiie me ooloribus 
esse pingendum. 3, 42 (col. 568) Possum et ego tuis te cölorihus 
pingere, dich darstellen, wie du wirklich bist. 

alius s. älienus 2. 3. alter 3. cepe, lepus 1. sapere 2. 65. 

1) Schol. zu Pers. 4, 46 (Egregmm cum me vicinia dicat, Non 
credam?) Vetus estpraeceptum, ne aliis de se quisquam plus 
quam sibi credat, wohl im Anschlufs an Hör. ep. 1, 16 19 Sed 
meor, ne cui de te plus quam tibi credas. Senec. ep. 80, 10 intus 
te ipse considera; mmc gualis sis, aliis credis. Cato dist. 1, 14 
Cum te aliguis laudat, iudex tuus esse memento; Plus aliis de te, 
g:ii(m tu tibi credere noli. S. credere 2. 66. 

2) Ter. Andr. 189 Nu/nc hie dies aliam vitam defert, alios 
mores postulat ist wohl eine Übertragung des griechischen Sprich- 
worts alXßg ßiog, aXXrj öCaixa (Zenob. 1, 22. Macar. 1, 86). 'Andere 
Zeiten, andere Sitten' (Düringsf. I n. 88). 

aloe s, nml. 3. 

[alpha. 67. 

Mart. 2,' 57, 4 Cordus alpha paenulatorum , der erste, voll- 
kommenste der P. 5, 26, 1 Quod alpha dixi, Corde, paenulato- 
rum. Doch ist der Ausdruck anscheinend nur witzig.] 

alter s. animus 1. 68. 

1) Publil. Syr. 2 Ab alio exspectes, alteri quod feceris 
(=» Senec. ep. 94, 43. Lactant. instit. 1, 16, 10. Com. ine. 82 
^ibb.^), wie du die Leute behandelst, also werden sie dich wieder 
behandeln. 'Wie du mir, so ich dir.' Ennius trag. 321 Ribb. 



*) Ein Sprichwort pennis pavonis se exornare, sich mit 
fremden Federn schmtjcken (so noch Genthe, de prov. ad anim. nat. 
pertin. p. 7), finde ich' bei den Römern nirgends. 



\ 



\ 



16 alter 

bei Cic. Tusc. 2, 17, 39 Qui alteri exitium parat, Eum scire 
oportet, sihi parat am p est em ^Wer anderen eine Grube gräbt, 
fällt selbst binein (Düringsf. I n. 643). Vgl. Diogen. Vindob. 2, 42 
öUt] ölwqy IViXTS nal ßXaßri ßkdßtjv, 69. 

[2) Lamprid. Alex. Seyer. 51 clamabatqiie saepius, gmd a 
quibusdam sive ludaeis sive Christianis audier at et tenebat 
. . . quod tibi fieri non vis, alteri ne feceris. ^Was du nicbt 
willst, dafs dir gescbicbt, das tbu du aucb den andern nicht.' 
Es ist der bekannte cbristlicbe Grundsatz nacb Mattb. 7, 12. 
Luc. 6, 31, der aber schon bei Tobias 4, 16 ausgesprochen wird. 
Doch auch Isocrat. adv. Nicocl. 61 S Ttäa^owsg ig)* eteqov oQyi- 
fftf^ö-f, xavta xoig alkoig fii] noulxB, Vgl. Hieron. ep. 121, 8. 
Iren. c. haeres. 3, 12, 14. Isid. Sjnon. 2, 81. Colamban. 86 
(Baehr. R L. M. 3 p. 241). Büchmann, gefl. W.^^ S. 26.] 70. 

3) Plaut. Trucul. 159 (l, 2, 58) quia qui alterum incusat 
probri, se eumpse intueri oportet.*) (Pseud. 612 Non soles 
respicere te, qupm dicis iniuste alteri?). Ambros. de oflF. 3, 11, 72 
Qui alterum peccati arguit, ipse a peccato dehet alienus esse. Cato 
monost. 41 (Baehr. P. L. M. 3 p. 238) Cum accusas alium. 
propriam prius inspice vitam, dist. 1, 30 Quae culpare 
soles, ea tu ne feceris ipse, Eusebius bei Appst. 4, 23* *14 totg 
aXXoiGLV vag q>avXa iittxi^g^ xavta tvqoxsqov avxbg noiisiv (pvXaCßeo. 
Menand. fr. 710 Kock '^Oxav xt fiiXXyg xbv TciXag naKtfyoQsi^Vj Avxbg 
xa aavxov TtQ&xov imc^iTCxav xaxa. ^Wer selbst in einem Glas- 
hause wohnt, darf andere nicht mit Steinen werfen.' ^ßicht vor 
dein Haus, danach guck' nach andern aus' (Eörte n. 3310). 
S. Düringsf. II n. 417. Vgl. custos und audire, 71. 

4) Plaut. Mil. glor. 702 Tu homo et alteri sapienter potis 
es eonsulere et tibi (doch ist die Echtheit des Verses bestritten, 
er fehlt in A und wird von Eibbeck und Lorenz gestrichen). 
Cic. de offic. 2, 10, 36 Quam ob rem . . . contemnuntur ii, qui nee 
sibi, nee alteri, ut dicitur (seil, consulere queunt), die weder 
sich selbst, noch anderen raten und helfen können. Vgl. constUere. 72. 

5) Ter. Andr. 426 Verum illud verhum est, vulgo quod 
dici solet: Omnis sibi malle melius esse, quam alteri. 
Donat: id est proverbium et sententia. Et sie veter es verbum 
pro sententia, Salvian ad eccles. 3, 3, 12 Etiam vulgo dictum est, 
omnes u. s. w. Eurip. Med. 86 &$ Ttäg xcg aixbv xov TtiXag (laUov 
g>dsc, Menand. monost. 528 g>iXeL d' iavxov TtXeiov oidelg o^- 
öiva. ^Liebe fängt bei sich selber an' (Düringsf. II n. 40). Vgl. 
proximus.**) 



*) So Bothe. Scholl liest mit Bergk eumpse enitere, 
**) Über das Wort audiatur et altera pars (nach Senec. Med. 2, 
2, 199 f. und Mantiss. proverb. 2, 6) s. Büchmann, gefl. W.^* S. 320. 



altus — amare 17 

altus. 73. 

Petr. Chrysol. (bei Migne 52 col. 273 C) quanto altius 
ascendit homo, lapsus tanto altius cadet. Claudian 3, 22 
Jeep tollu/ntur in altum, ut lapsu graviore ruant. Hieron. reg. 
monach. 15 (Migne 30 col. 417 C) quanto altior est ascensus^ 
tanto durior descensus. Vgl. Publil. Syr. 667 Humilis nee 
die cadere nee graviter potest. *Wer hoch steigt, fjiilt hoch' 
(Düringsf. I n. 739). 

amaracinnm s. sus 4. 

amare s. oculus 1. rivalis, 74. 

1) Cic. or. 10, 33 sed nüül diffioile amanti pvdo. Verg. 
ecl. 10, 69 Omnia vincit amor, eine Stelle, welche Macrob. 
sat. 5, 16, 7 unter denen nennt, die vice proverbiorum in 
omnium ore funguntur, die also ein geflügeltes Wort wurde 
(citiert wird es Ciris 437 und comment. Bern, zu Lucan p. 111, 
15). Plin. ep. 4, 19, 4 amor, qui magister est optumus. 
Hieron. ep. 22, 40 Nihil amantibtis durum est (= reg. monach. 28 
Migne 30, 344). Zum Gedanken s. Cic. ad. fam. 3, 9, 1 und Ter. 
Heaut. 805 Nulla est tarn facilis res, quin difficüis siet, Quom 
invitus facias. *Liebe überwindet alles* (Düringsf. II n. 41). *Lust 
und Liebe zum Dinge Macht alle Arbeit geringe.' 76. 

2) Senec. ep. 9, 4 Hecaton ait . . . Si vis amari, ama. Ov. 
art. am. 2, 107 Ut ameris, amahilis esto. Mart. 6, 11, 10 ut 
ameris, ama, nachgeahmt von Auson. epigr. 91, 6 (94, 6 Seh.). 
Das Wort scheint also bekannt gewesen zu sein. ^Liebe wird 
durch LieV erkauft' (Körte n. 4871). 'Liebe erwirbt Liebe' (Körte 
n. 4870). II faut aimer pour 6tre aim6. Vgl. Plin. paneg. 85 
häbes amicos, quia amicus ipse es. • 76. 

3) Ter. Andr. 555 Amantium ira amoris integratio est 
(= Publil. Syr. 37) wird von Donat z. d. St. nur als sententia yv(o- 
fitxij bezeichnet, war also wohl kein wirkliches Sprichwort. Der 
Gedanke ist aber verbreitet: Plaut. Amphitr. 940 ff. Ter. Eun. 59 ff. 
Publil. Syr. 164. 108 Cogas amantem irasci, amari si velis. 247 
In amore seniper mendax iracundla est. Ov. am. 1, 8, 96 Non 
hene, si tollas prodia, durat amor, Menand. fr. 797 Kock, mo- 
nost. 410 &Qyii (fLXovvvog (iikqov laxvet %q6vov. Allgemeiner Publil. 
Syr. 131 JDiscordia fit carior concordia. 'Liebeßzorn ist neuer 
Liebeszunder' (Körte n. 4912). ^Buhlerzank ist der Liebe An- 
fang.' 77. 

4) Catull 70, 3 sed mulier cupido quod dicit amanti, In vento 
et rapida scribere oportet aqua, Publil. Syr. 38 Amantis ius iu- 
randum poenam non habet. TibuU 1, 4, 21 Veneris periuria 
venti Inrita per terras et freta longa ferunt. (Lygd.) 3, 6, 49 
periuria ridet amantum luppiter et ventos irrita ferre iubet. 
Prop. 2, 28, 8 Quicquid iu/rarunt (seil, puellae)^ ventus et unda rapU, 

Otto, Sprichwörter der Römer. 2 



18 amams — amentia 

Oy. am. 2, 8, 19 Tu, dea, tu iuheas animi periuria puri CarpaÜiium 
. . . per mare ferre notos. (Vgl. am. 2, 16, 46.) Plaut. Cist. 1, 
1, 104. Ov. art. am. 1, 633 luppiter ex cdto periuria ridet amantum 
Et iubet Äeolios irrUa ferre notos. Den Gedanken haben die 
römischen Dichter den Griechen entnommen: Sophocl. fr. 74 1 N. 
0(^%ovg iyo) yvvat%bg elg Cöag yqdgxo, Append. prov. 4, 33 
OQKog *Aq)Qo6Caiog övyytyvdaüsrat (fr. trag, adesp. 525 N.). 
Diogen. 3, 37. Callim. epigr. 26, 3 iofioatv iXla Xiyovaiv ilrid^icc^ 
rohg iv i^artt OQnovg iiii övveiv oüat' ig A^avarmv. Plato Sympos. 
p. 183 B. Vgl. Y. Leutsch zu Apost. 6, 56 und Mallet, Quaest. 
Prop. p. 21. 78. 

5) AuguBtin c. Adim. 13, 2 extr. (Migne 42 col. 147) Non 
enim frusira vulgo dici solet: Qtii non zelat, non amat« ^Wo 
keine Eifersucht ist, da ist auch keine Liebe.' Uomo zelante, 
uomo amcmte. 79. 

6) Plaut. Mercat. 82 Amens amansqne animum affirmo meum. 
Ter. Andr. 218 Nam inceptio est amentium, haud amantium. 
Liv. 3, 47, 4 tanta vis amentiae verius quam amoris menteni 
turhaverat. Apul. de mag. 84 mulier obcantata, vecors, amens, 
amans. (S.Wölfflin, das Wortspiel im Lateinischen p. 195.) Publil. 

I Syr. 22 Ämare et saper e vix deo conceditur. 117 Cum ames, non 
sapias, aut cum sapias, non ames. (15 Ämans quid cupiat, seit, 
quid sapiat, non videt.) Vgl. Gurt. 6, 7, 8 et amore et metu amens. 
Eurip. (fr. 161 N.) bei Apost. 8, 68* tJ^möV xo (laiveiS&ai d' &q' riv 
igag ßQoxotg, ^Minne verkehrt die Sinne' (Körte n. 5330). Tout 
amant est fou. 80. 

7) Verg. ecl. 8, 108 Credimus? an, qui amant, ipsi ßibi 
Bomnia flngunt? Serv. quod per proverhium est locutus, 
Publil. Syr. 16 Äma/ns quod suspicatur, vigüans somniat. Vgl. 
amor 3. 

amai'us s. mel 2. 3. 

ambrosia s. nectar. 

amens s. am>are 6. 

amentia. 8i. 

Der bei Varro 1. lat. 7, 102 und Fest. p. 373 angeführte 
Vers des Pacuvius (v. 112 Bibb.^) Dei monerint meliora atque 
amentiam averruncassint tu am blieb auch späterhin bekannt. 
Dafür spricht der Umstand, dafs er bei Non. p. 74, 23 dem Luci- 
lius beigelegt wird (fr. 26, 30 M. n. 466 Baehr.) di monerint 
meliora, amentiam averruncassint tuamf, und dafs ihn Amob^ adv. 
nat. 1, 32 als bekannt voraussetzt: Discedat haec longe, atque a 
nobis procul, inquam, ut dicitur, averruncetur amentia, die Götter 
mögen solchen Wahnsinn von mii- abwenden. Und so auch 
Ambros. de fide 1, 9, 60 Sed avertat deus hanc amentiam. 1, 11, 
73 deus hanc averruncet amentiam. 



1 



amicitia 19 

amieitia s. amicus 5. animus 1. par 2. 82. 

1) Cic. de amic. 6, 22 itaqtis non aqua non igsi, ut aiunt, 
pluribus locis utimur, quam amioitia. Nach griechischem Vor« 
bilde: Mantissa proverb. 2, 49 (Paroemiogr. gr. 11 p. 766) Ttdvrcav 
ridmov ri q)tXla' Ka&b öf^ Kai XilBUtai nvqhg xal ^daxoq 6 q)lXog 
cLvccyKatorsQog. Flut, de adul. et am. discrim. 5 tux&o 6ii Kai 
UyBxcct TCVQog Kai ^öatog 6 (plXog avayKaiorsQog, Aristot. Eth. Nicom.8, 
1, 1. ^Freunde thun mehr not. Denn Feuer, Wasser und Brot' 
(Körte n. 1923). 83. 

2) Cic. p. Plane. 2, 5 Vetus est enim lex illa iusiae amici- 
tm, ut idem amioi semper velint.*) Sali. Catil. 20, 4 nam 
idem velle, atque idem nolle, ea demum firma amioitia est. 
In letzterer Form wurde der Gedanke zum geflügelten Worte: 
Citiert und variiert von Senec. ep. 20, 5. 109, 16. Sil. Ttal. 9, 406. 
Ambros. de fide 5, 7, 74. Hieron. ep. 130, 12 saecularis quo- 
que sententia est, eademvelleu. s. ^w. adv. Rufin 3, 3 (eol. 540 
Vall.). Aogustin de virtut. carit. 4 (Migne 47 col. 1130). de amic. 2. 
Sidon. Apoll, ep. 5, 3, 2. Ennod. p. 216, 20 Vog. Carm. de figur. 8. 
Donat. zu Ter. Hec. 1, 2, 95. Senec. de ira 3, 34, 2 Quod vinculum 
amoris esse debebat, seditionis atque odii causa est, idem v eile. 84. 

3) Cic. de amicit. 9, 32 verae amicitiae sempitemae sunt. 
p. Rabir, Post. 12, 32 Neque me vero paenitet mortales inimicitias, 
sempüemas amicitias habere. Liv. 40, 46, 12 Vulgatum illud 
in proverbium venu, amicitias immortales, mortales inimi- 
citias esse debere. Senec. rhet. controv. exe. 5, 2 mortales esse 
inimicitiae debent, Quintil. declam. 9, 14 simultates, quas maxime 
omnimn mortales esse voUtere sapientes. declam. min. p. 51, 6 
Ritter: non oportet immortales esse inimicitias. Caecil. Balb. Mon. 

15, 9 amicitias immortales esse oportet. — Hieron. ep. 3, 6 Ami- 
citia, quae desinere potest, vera numquam fuit (== reg. 
monach. 28 (Migne 30 col. 394 D). ^Freundschaft, so ein Ende 
fand, Niemals rein nnd echt bestand' (Körte n. 1964). Der Ge- 
danke schon bei den Griechen: Eurip. Troad. 1051 (= Apost. 
13, 15*^) oidslg igaatiig^ otstig ovk aisl tpiXst. Aristot. rhet. 2, 21 
fe* (piXsiv cifx &a%BQ (patslv^ aU' &ig &el g)diq(Sovra. Diodor 27, 

16, 1 q)i.X£ag äd'avcixovg,**) 85. 

4) Cic. de amic. 19, 67 verumque illud est, quod dicitur, 
niultos modios salis simul edendos esse, ut amioitiae munus 
ezpletum sit, nach dem Vorgange der Griechen: Aristot. Eth. 

*) Aristot. rhet. 2, 4 ravtcc yaQ tovtoig ßovlead'ai &vdy7i7}. 
**) Der Aussprach des Cato bei Cic. de amic. 21, 76 amicitiae 
sunt remissione usus eliienda et, ut Catonem dicere audivi, dissuendae 
^agisquamdiscindendae (de offic. 1, 33, 120. Cat. fr. p. 109 Jord.) lebt 
noch fort in den romanischen Sprachen. II faut däcoudre, non d^chirer 
Tamiti^. S. Yannucci, Proverbi latini illusfcrati I p. 319. 



20 amictus — amicus 

Nicom. 7, 2, 46 oi yiq iartv ävev %elqag ovde(iucg rifii^ag 6 ^Aog, 
öio elg naQoifilav iXriXv&£v 6 iiiöiiivog r&v aX&v. 8, 3, 8 
xara t^v naQoifilav yccQ oin k'oxiv sldfiöciii aklrih)vg^ tvqIv tovg Xsyo- 
(livovg aXag awak&vat. Apost. 2, 28. Greg. Cypr. Leid. 1, 23. 
^Den Freund zu erkennen, mufst du erst einen Scheffel Salz mit 
ihm gegessen haben' (Düringsf. II n, 276). Doch hat Cicero (ob 
eigenmächtig?) dem Sprichworte eine andere Anwendung gegeben; 
nach seinen Worten wird die Aufgabe der Freundschaft nur 
durch langdauernden Verkehr erfüllt, während es gewöhnlich 
heifst, der Freund als solcher werde auf diese Weise erst er- 
probt. Eine Anspielung auf dieses Sprichwort liegt vor bei Plaut. 
Gas. 3, 2, 8 Non ecastor vilis emptus est modius, qui venu 
salis, der Scheffel Salz war nicht billig gekauft, die Freund- 
schaft ist bald gelöst worden. Zu vergleichen ist damit das 
griechische Sprichwort aX&v fiidtfivov &TCog)ay6v (Greg. Cypr. 
Leid. 1, 23 inl t&v &iccqi(Sx(Qv. Apost. 2, 28). 

amictus. 86. 

Quintil. 5, 14, 31 nam quid üla miserius lege, velut prae- 
formatas infantibus litteras persequentium et, ut Qraeci dicere 
solent, quem mater amictum dedit, soUicite oustodientium, 
von denen, die sich ängstlich an das Überlieferte halten, sich von 
dem Althergebrachten nicht frei zu machen wissen. Plut. de 
Alex. fort. c. 8 p. 330B dUriv vrinlov itmöog g>vXdtt(ov r^r 
TtSQißoXiiv^ rjv rj Ttaxqtog avxm avvi^^sicc aad'dTceQ xit^ii 
7CSQiid"rj7iev, 

amicus s. animus 1. consiUum 2. hostis 2. veritas 3. 87. 

1) Ter. Ad. 803 Nam' vetus verhum hoc quidem est, Oom- 
munia esse amioomm inter se omnia. Donat.: Inter Pytha- 
gor cos ortum dicitur, Cic. de offic. 1, 16, 51 cetera sie ohser- 
vcntur, ut in Graecorum proverhio est, amicorum esse communia 
omnia, in Verr. 2, 36, 89 iste Borotheum sie diligehat, ut diceres 
omnia inter eos esse comm/imia. Senec. de benef. 7, 4, 1 Omnia 
dicitis Ulis esse communia, 7, 12, 1 cum omnia amicis dicamus 
esse communia. ep. 48, 2. 6, 3. Symmach. ep. 9, 106 (97) d-ocu- 
mentum dahis, omnia amicorum esse communia, Ambros. de vid. 1, 4 
si quis de gentihus dixit communia omnia amicorum esse dehere. 
Hier. adv. Ruf. 3, 39 (col. 566 Vall.) Pythagorica et üla prae- 
cepta sunt, amicorum omnia esse communia. Ps.- Senec. de mor. 145. 
Vgl. Cic. de leg. 1, 12, 34. Auf Pythagoras führen das Sprich- 
wort ebenfalls zurück Timaeus bei Diog. Laert. 8, 10 und Zenob. 
4, 79 %otvä xcc (pLXiov, Plato leg. 5 p. 739 C XiyBxai öl cb? 
iaxl Tioivoc ,ta (pCXtov. Aristo! eth. Nicom. 9, 8, 2. Menander fr. 9 
Kock. Mari 2, 43, 1. ^ünter Freunden ist alles gemein.' 88. 

2) Plaut. Truc. 885 Verum est verhum, quod memoratur: 
ubi amici, esse ibidem opes. Quintil. 5, 11, 41 Ea quoque. 



amicuB 21 

quae vulgo recepta sunt, hoc ipso, quod incertum auctorem 
hiibent, velut omnium fiunt, quäle est: uhi amici, ihi opes, 
'Ein getreuer Freund, ein grofser Schatz' (Düringsf. I n. 605). 
'Freunde sind über Silber und Gold' (Düringsf. I n. 505). 'Wo 
Freunde, da Reichtum' (Körte n. 1924). Zum Gedanken vgl. 
Menand. monost. 526 g)lXovg i'xcDv v6(ii>^6 d"t]öavQO^g ixetv. Jes. 
Sir. 6, 15 Ein treuer Freund ist mit keinem Gelde noch Gut zu 
bezahlen. 89. 

3) Plaut. Mil. glor. 674 In bono hospite atque amioo 
quaestus est, quod sumitur. Mart. 5, 42, 7 Extra fortunam 
est, si quid donatur amicis. Vgl. Hör. ep. 1, 12, 24 Vilis 
amicorum est annona, bonis uhi quid deest *Was der Freund be- 
kommt, ist unverloren' (Körte n. 505). Doch mufs dahin gestellt 
bleiben, ob der Gedanke wirklich von den Römern als proverbiell 
empfunden wurde. 90. 

4) Hieron. ep. 148, 30 ut vulgo dicitur: Faoile ex 
amioo inicniouin facies, oui promissa non reddas, aus einem 
Freunde, dem man sein Versprechen nicht hält, wird leicht ein 
Feind. 91. 

5) Cie. de amicit. 16, 59 Negäbat ullam vocem inimiciorem 
amicitiae potuisse reperiri, quam eius, qui dixisset ita amare oper- 
iere, ut si aliquando esset osurus; nee vero se adduci posse, 
ut hoc, quemadmodum putaretur, a Biante esse dictum crederet, 
Publil. Syr. 245 Ita amicum habeas, posse ut facile fieri hunc in- 
imicum putes (citiert von Gell. n. a. 17, 14, 4. Macrob. 2, 7, 11). 
Gell. 1, 3, 30 Chilo ... Hac, inquit, fini ames, tamquam forte for- 
tma et osurus, hac itidem tenus oderis, tamquam fortasse post 
amaturus. Aristot. rhet. 2, 13 &Xlcc %axa tijv BlavTog 'ÖTro^aJxTjv 
xal q^iXavöiv &g fiiöriöovTsg xorl (iiöovöiv &g (pil^j^dovreg. 2, 21 rb 
is Ti^og ßiXxtoVj Sri oi öei', Rctcsq qxxclv^ (piXeiv eng \iiCrfiovxag^ 
aüa yMlXov (itaetv &g g>diqaovxccg. (Menand. • fr. 1116 Kock. 
monost. 406. Apost. 13, 15^ 5, 90™.) Danach war also schon 
bei den Griechen das Wort als ein geflügeltes in den allgemeinen 
Gebrauch übergegangen. *Hab' Umgang mit dem Freund, als 
könnt' er dein Feind werden, und mit dem Feind, als könnt' er 
dein Freund werden' (Körte n. 7683). 92. 

6) Cic. de amicit. 17, 64 Quamquam Ennius rede: Amious 
oertus in re incerta cemitur (p. 146 Vahl. v. 388 Ribb. trag.^). 
Plaut. Epid. 1, 2, 10 (v. 113) Is est amious, qui in re dubia re 
iuvat, uhi re est opus, Publil. Syr. 42 Ämicum an nomen ha- 
beas, aperit calamitas. Petron 61 scitis autem, in angustiis 
amici apparent. Ps.-Senec. de mor. 51. Eurip. Heo^ 1226 
Eiv Toig KaKotg yaq ayad-ol Gaq>i(Sxctxoi "Oikoi. Orest. 454 'Övofta 
W) %ov d' oin i'%ovatv ot cplXot^ Ol (lii 'tti xotdt av(ig)OQatg 
ovTfg (piloi, *Den Freund erkennt man in der Not' (Düringsf. I 



22 amicus 

n. 495). 'Glück macht Freunde, Unglück prüft sie' (Düringsf. I 
n. 507\ Vgl. ignis 2. 93. 

7) Plaut. Stich. 521 Si res flrma est, itidem flrmi amici 
sunt: si res labat, Itidem amioi conlabascuut: res amkos 
invenit. Ov. trist 1, 5, 27 ff. 1, 8, 10. 1, 9, 5. ex Pont. 2, 
3, 23. Phaedr. 3, 91. Petron 38 uhi semd res inclinata est, 
amici de medio, 80 Cum fortuna manet, vultum servaUs, amid, 
Cum cecidit, turpi vertitis ora fuga. Auson. sept. sap. (Append. 
3, 1, 13 Seh.) Flures amicos re secunda comparas, Paucos amicos 
rebus adversis pröbas, Zenob. 1, 90 ^AvSqog xaxdo^ ^qacsov- 
xog iTCTtodoüv q>CXot> (= Sophocl. fr. 667 N. Menand. monost. 32). 
Theogn. 645. 857. 929. bes. 697. Pindar Nem. 10, 78. Apost. 
8, 7 eitvxla 7tokvg)dog. Menand. monost. 510. Jes. Sir. 6, 7 ff. 
Lucian epigr. 12. 'Glück ist der Freunde Sommer und Ernte, 
Unglück aller Freunde Winter' (Düringsf. I n. 506). *Wo Geld 
kehrt und wendet. Hat die Freundschaft bald ein End'^ (Düringsf. 1 
n. 6t4). Eine feste Form scheint jedoch der Gedanke bei den 
Alten nicht angenommen zu haben. Ygl. olla 1. 94. 

8) Cic. p. Deiot. 9, 25 de Domitio dixit verhum Graecum 
eadem sententia, qua etiam nos hahemus Latinum: pereant 
amici, dum inimici iina intercidant. Augustin c. Faust. 16 
sicut est illa notissima et quarwndam litter arum memoriae com- 
mendata furiosa sententia: pereant u. s. w. (Trag. ine. 159 Ribb.^). 
Macar. 4, 12 iggitm tpikoq fSvv i%^Qm: inl r&v öC ii^qhv %a\ 
iplkovg ßXaTtrotrcoDv (fr. trag, adesp. 362 N). 95. 

9) Quintil. 6, 3, 28 Laedere numquam velinms longeque 
äbsit propositum illud potius amioum quam dictum per- 
dendi. Vgl. Bor. sat. 1, 4, 34 dummodo risum Excutiat sihi, non 
hie cuiquam parcet amico. Ebenso im Französischen: il vaut 
mieux perdre un hon mot, qu'un ami. S. Büchmann, Geflüg. 
Worte ^^ p. 281. Vgl. flamma 6. 96. 

10) Porphyr, zu Hör. sat. 1, 3, 32 Bis ergo colligü ami- 
corum vitia, si levia sint, ferenda esse, secfwndum illud, quod prae- 
cipitur per proverhium: Amioi mores noveris, non oderis 
(Vgl. Publil. Syr. 56 Meyer). Fronte ep. p. 239 Nah. tj Ss x&v 
^Pca^cclmv TtaQOtfila fplXov xqoitov (iri fiiöetv^ &XV eldivat q>ri<il 
dstv, Menand. monost. 535 cplXtov XQOTtovg ylvcoCKs^ (lii (liösi 
d' oXmg (= 742).*) *Der Freunde Weis' soll man wissen, aber 



*) Da das Wort ausdrücklich als römisch bezeichnet wird, so 
nimmt Ribbeck com. * coroU. p. XLVIl nach dem Vorgange von 
E. Schehkl an, es sei von den Griechen erst den Römern entlehnt und 
variiert worden. Eine solche Variation z. B. bei Macar. 4, 40 (= Ap- 
pend. prov. 3, 4) ij^ri tpÜMtv y^voDOTie, fiiiiriarj Sh fii/j^ wo wohl die spätere 
griechische Aussprache mitgewirkt hat. 



amnis — amor 23 

nicht hassen/ ^Freundes Gebrechen soll man kennen and tragen, 
aber nicht nennen und nagen/ ^ 97. 

11) Plaut. Mil. glor. 658 nee magis qui amico amicua sit'. 
Curcnl. 332 ut decet velle Jiominem amicum amico.*) Ter. Phorm. 
562 Solus est homo amico amicus. Pompon. v. 145 Ribb. com.^ 
iit si quis est Ämici amicus (doch ist hier die Lesart unsicher). 
Att. V. 132 Eibb. trag.^ Qui neque amico amicus umquam gravis 
. . . fuit, Petron 43 amicus amico (= 44). Donat zu Ter. a. a. 0. 
na^oifila. Apollodorus: fiovog ye htlctaxai (piXstv xohg tpL- 
lovq (fr. 19 Kock), ein Freund, wie er sein soll. Antiphanes 
fr. 195 Kock (Athen. 6 p. 238 D) xmv (plXcav yccQ mv q>CXoq"EQ- 
yoKSi iqr^azog^ oi koyoiq lq>vv (i6vov, Hesiod. opp. 353 Tbv (pt- 
Uovxa tpiXaiv. Eurip. Orest. 424 kkri^i\g 6^ ig (pllovg k'q>vv 
(pllog, Iphig. Taur. 610 xoig g>lloig x h^^&g tplkog. 98. 

12) Plaut. Trucul. 1, 2, 71 (v. 174) Certe, herole veter- 
nuntis homini optumus est amicus, Mie alten Freunde sind 
die besten.' Columban 61 Non erit anfiquo novus anteferendus 
amicus. Pjthag. simil. n. 134 (Mullach fr. phil. I p. 495) ÜKevri 
ta ^lev aaivcc KQehxovay q>iXla Sh 4] TCcckaLOxiQcc. S. Jes. Sir. 9, 14 f. 
Das Sprichwort findet sich in allen germanischen und romanischen 
Sprachen (Düringsf. I n. 62). Vgl. Cic. de amic. 19, 67. 

amnis s. flumen 2. 

amor s. amare 1. 3. 4. ocülus 8. vinum 4. 99. 

1) Prop. 2, 14, 18 insano nemo in amore videt. Prop. 
2,16,35 nisi forte^ quod aiunt, Turpis amor surdis'aurihus 
esse solet (Hör. sat. 1, 3, 38 amatorem . . . caecum,) Mant. 
proverb. 3, 30 xvq)Xovxai 7C6qI xb q>iXovfisvov 6 g>tX&v, 
Tlhrttüv xavx %^>r\ (leg. 5 p. 731 E). Menand. fr. 48 Kock (Mein. 
fr. com. 4 p. 81) xo d' Iqav iTCiaKoxet ^'Anaciv^ 6)g l'otxe. Theoer. 
id. 10, 19 xv(pXbg ... 6 "EQmg. 'Die Liebe ist blind' (Düringsf. I 
n. 243). — Auch die ^Eigenliebe macht die Augen trübe': Hör. 
cann. 1, 18, 14 caecus amor sui. Senec. ep. 109, 16. 100. 

2) Petron 42 sed antiquus amor Cancer est, ist wie ein 
Krebsgeschwür. Vgl. Lucr. 4, 1064 ulcus enim vivescit (seil, 
amor). CatuU 76, 13 Difficüe est longum subito deponere amorem, 
Vgl. Apost. 7, 3 sXxog l%a> xbv eipoora. Ähnlich ist unser Sprich- 
wort: 'Alte Liebe rostet nicht.' Vgl. Theoer. id. 11, 1.**) 101. 

3) Publil. Sjr. 31 Amoris vnlnus idem sanat, qui facit, 
nach dem griechischen Sprich werte 6 xQmöccg Idaexai, (Mantiss. 
proverb. 2, 28 nebst den Bemerkungen v. Leutschs). In diesem 
Sinne wird das bekannte dem Telephos erteilte Orakel mit Vor- 



*) Vgl. Mercat. 499 Ämice amico operam dedi, 
**) Dafs die Liebe unheilbar sei, ist ein Gedanke, den besonders 



die erotischen Dichter oft aussprechen. 



24 amussis — andabata 

liebe von griechischen und römischen Dichtem angezogen. S. 
A. Otto, de tib. Propert. p. 21. *Der Liebe Wunden kann allein 
der heilen, der sie schlug' (Körte n. 4892). 

[amussis. 102. 

Ex amuBsim, nach der Bichtschnur, genau, ist plautinisch: 
Amphitr. 843. Mil. glor. 632. Most. 102. Men. 50. Non. p. 9, 12. 
Vgl. Placid. gloss. p. 12 D. Sonst ad amussim: Lucr. 1, 657. 
Varro r. r. 2, 1, 26. sat. Menipp. p. 232 R. n. 555 B. S. Fest. 
p. 6, 9 M. Gell. 1, 4, 1. 20, 1, 34. Macrob. 1, 4, 13. Griechisch 
xotxa (Srd&(iriv und &7ib ötdd'^rig (Theogn. 543. Theoer. id. 25, 194. 
Plut. de profect. 17).]*) 

Amyclae. 103. 

Die Einwohner dieser Stadt sollten auf ein ausdrückliches 
Gesetz hin die Annäherung der Feinde nicht gemeldet haben, 
und so sollte die Stadt in die Hände der Lakedämonier gefallen 
sein (Serv. zu Verg. Aen. 10, 564). Auf die Thatsache spielen 
an Afranius v. 275 Eibb. com. ^ Ämunculas tacendo periisse audio 
(vgl. Lucil. fr. p. 168 M.). Verg. Aen. 10, 564 et tadtis regnavit 
Amyclis. Sil. Ital. 8, 528 Quasque evertere silentia, Amyclae. 
Eigentlich sprichwörtlich scheint aber die Bezugnahme erst in 
späterer Zeit geworden zu sein: Pervig. Ven. 92 Sic Amyolas, 
cum tacerent, perdidit silentium. Auson. prof. 15, 6 (16, 16, 
6 Seh.) taciturne, Amyolas qui silendo* viceris. Apoll. Sidon. 
ep. 8, 6, 9 Amyclis ipsis taciturnior ero. Schol. Veron. zu 
Verg. Aen. 10, 564 Amyclis ex proverbio . . . sumptwm est 

ancora s. dtco 3. navis 4. 104. 

[Varro r. r. 3, 17, 1 si vultis . . . anooras tollere^ die Anker 
lichten, d. h. aufbrechen, sich zum Weggehen bereit machen. 
Jedenfalls eine volkstümliche, wenn auch nicht geradezu sprich- 
wörtliche Wendung.] 

andabata. 105. 

Hieron. adv. Helvid. 5 (col. 210Vall.) more andabatarum 
gladium in tenehris ventilans, ins Blaue hineinschlagen, adv. lovin. 
1, 36 (col. 294 Vall.) Melius est tamen clausis, quod dicitur, 
oculis andabatarum morc pugnare, quam directa spicula clipeo non 
repellere veritatis. Schon eine Satire Varros führte den Titel 
Andabatae (de hominum caecitate et errore). Den Namen hatten 
eine Art von Gladiatoren, welche Helme mit geschlossenem Vi- 
siere trugen, und deshalb ins Leere hineinschlugen, blofse Luft- 
hiebe machten (vgl. Friedländer, Sittengesch. IP p. 330). Vgl. 
aer 3. 



*) Ahnlich Auson. parent. 5, 8 a^^ perpendiculum seque suosqxie 
hahuit, nach dem Schnürchen. Amm. Marcell: 29, 2 honestoitem . . . 
morum ad p. Ubrans. Ennod p. 145, 20 ad p. fdbricata conloquia. 



Andromache — animus 25 

Andromache. i06. 

Tertull. de pudic. 8 nihil enim ad Andromaoham, das ge- 
hört nicht zur Sache. Jedenfalls nach Analogie gleichbedeuten- 
der griechischer Redensarten wie oidsv jtQbg JiSvvöov (Zenob. 
5, 40), t£ TtQbg xbv ^EQfifjv; (Diogen. 8, 52), ovöev Ttqbg STtog 
(Apost. 13, lö^) und vielleicht mit Rücksicht auf die Andromache 
des Ennius. 

an^illa. 107. 

Plaut. Pseud. 747 Anguilla est: elabitur, er ist aalglatt 

/schlau). Aristoph. fr. 218 Kock (Athen. 7 p. 299 B) kstog &(S7teQ 

„yxekvg. Eupolis fr. 338 Kock, Lucian Tim. 29 &(S7teQ at iy- 

%iXsig . . . dicc tcov danTvXiov ÖQajtsxBvsig. ^Wer den Aal hält beim 

Schwanz, dem bleibt er weder halb noch ganz/ 

anguls s. hasüiscus. serpens, vipera 2. 108. 

Plaut. Mercat. 760 quam dudum dixeras Te odisse atque 
anguis. Hör. carm. 3, 10, 17 nee Mauris . . . mitior anguibus, 
ep. 1, 17, 30 cane peius et angui Vitabit, er wird ihm aus 
dem Wege gehen, wie einer giftigen Schlange, sat. 2, 8, 95 
peior serpentihus Afris, carm. 1, 8, 9 Sanguine viperino 
Cautius vitat Senec. rhet. controv. 7, 6, 20 hanc sapientes viri 
relut pestifenam <(viperamy vitandam esse praecipiunt carm. 
de fig. 57 Et peius serpemte Urne, Theophr. char. 1 g)vXfkrea&at 
ftaUov Ost i) Tovg l%sig. Jes. Sir. 21, 1 Fliehe vor der Sünde, 
wie vor einer Schlange. Vgl. Hieron. ep. 108, 22 necessitas ne- 
quisslmae viperae et morfiferae bestiae resistendi.*) 

anilis s. anus. 

anlma s. aegrotus, animus 1. nasus 2. sus 5. 109. 

1) Ter. Phorm. 661 Quid si animam debet? Donat : Grae- 
cum proverhium: TL ölj si rij/v tlfv%ijv d(pslXsr^ er ist auch 
seine Seele schuldig. Von einem, der tief in Schulden steckt. 
CEr hat Leib und Seele verpfändet'). 110. 

[2) Beda bist, eccles. 3, 12 (Migne 95 col. 136) Vulgatum est 
autem et in consuetudinem proverbii versum, quod etiam int er verha 
orationis vitam finierit (Oswaldus), Nam cum armis et hostihus 
drcumsaeptu^s iamiamque videret se esse perimendum, oravit pro 
animabus exercUus sui, TJnde dicunt in proverhio: Deus, mise- 
rere animabus, dixit Oswald oadens in terram. Dag Sprich- 
wort ist also christlichen Ursprungs.] 

animus s. ca^lum 6. m^lus 1. iii. 

1) Cic. de amic. 25, 92 Nam cum amicitiae vis sit in eo, ut 
^U8 quasi animus fiat ex pluribus u. s. w. de offic. 1, 17, 56 
^fficUurque id, quod Fythagoras vult in amicitia, ut unus fiat ex 
pluribus (vgl. de amic. 7, 23). Quintil. declara. 16, 6 Ämicitia 

*) Verg. ecl. 3, 93 latet anguis in herba ist kein Sprichwort. 



26 animaa 

plurimorum corporum unus animus, — Oy. trist. 4, 4, 72 Qu/i dm 
corporihus, mentibus unus erant, und danach Domit. Mars, bei 
Philarg. au Vergil. ecl. 3, 90 denique, ut aiunt, corporihus geminis 
Spiritus unus erat, ^sie waren ein Herz und eine Seele'. Ambros. 
de offic. 1, 33, 173 Benevolentia facit, ut w«ws fiat ex plurihus. 
3, 22, 133 ut unum velis fieri ex duohus. Dieser Grundsatz, den 
auch schol. Fers. 5, 22 auf Pythagoras zurückfuhrt, war den 
Griechen sehr geläufig: Aristot. eth. Nicom. 9, 8, ^ nal al naq- 
oifilat de 7ta(Sai Sfioyv(Ofiovov(Stv^ olov rb ^(Ata if/v^i]'. Magn. 
Mor. 2, 19 orav ßovX6fie^a öq)6dQcc tpilov elnstVj iila liev '^v%ii 
fi ifiii xofl fj tovrov. Aristot. bei Diogen. Laert. 5, 1, 20 cptXog^ 
e'iprij filcc tpv%ii ovo Cmfiaöiv ivot%ovaa, — Daher nennt Horaz 
carm. 1, 3, 8 den Mäcenas animae dimidium meae (citiert von 
Augustin confess. 4, 6), und carm. 2, 17, 5 sagt er: Ä^ te meae 
si partem animae rapU Maturior vis, quid moror altera? Stat. 
silv. 3, 2, 7 atque animae partem . . . nostrae maiorem, Rutil. 1, 
426. 493. Apoll. Sidon. carm. 21, 4 Namque animae nostrae portio 
maior eras. Venant. Port. c. 6, 10, 48. 7, 20, 12. — Auf der 
gleichen Anschauung beruht es, wenn die Alten den Freund ein 
zweites Ich nannten: Cic. de amic. 21, 80 est enim is quidem 
(seil, amious), qui est tamquam alter idem. ad fam. 7, 5, 1 
te me esse aJterum, ad Att. 3, 15, 4 te quasi me dtterum. 4, 1, 7 
ad omnia me alterum se fore dixit. Ambros. de off. 3, 22, 133 
cui (sc. amico) te tamquam alt er i tibi committas. de spirit. sanct. 
2, 13, 154 Unde quidam interrogatus , qmd amicus esset: alter, 
inquit, ego. Ps.-Senec. de mor. 145. Aristot. eth. Nicom. 9, 4, 6 
Eöxt yccQ 6 q>ilogy aXXoq avrog (9, 10). Magn. Moral. 2, 15 ißu 
yccQy &g g)afievy 6 cpiXog sxsQog iyA. Zeno bei Diogen. Laert. 
7, 1, 23 iqoitriQ'elg zi i<Sxt> (pikog^ aXXog iyoD^ eg>ri. Un ami est 
un autre nous-möme. S. Biichmann, Gefl. W.^^ p. 252. 112. 

2) Greg. Tur. de glor. conf. 62 (p. 785 ed. Arndt u. Krusch) 
ut fertur inter rusticos sermo vulgatus, quod inhiante auro et 
oiroumventionis fallacias inferenti saepius animi ooniun- 
guntur, die Aussicht auf Gewinn führt die Herzen zusammen. 113. 

3) Senec. de ira 1, 19, 5 /Si intellegit, non ex alto venire ne- 
quitiam, sed summo, quod aiunt, animo inhaerere, komme 
nicht aus der Tiefe des Herzens, sei nicht eingewurzelt, sondern 
nur auf der Oberfläche. S. läbrum 2. 114. 

[4) Macrob. sat. 1, 5, 12 non animum, ut dicitur, re- 
mittentes, sich erholend. Der Ausdruck ist nur metaphorisch, 
nicht eigentlich sprichwörtlich. Ebensowenig Amob. adv. nat. 7, 4 
animiqu^, ut dicitur, causa.]*) 



*) Apul. de deo Socr. 19 qui , . . ut ita dixerim, non animo, 
sed auriius cogitant ist nach Georges proTerbiell. Schwerlich. 



annus — anulus 27 

annus. ii6. 

Plaut. Cure. 14 plits iam anno scio» Most. 505 anno vix 
possum eloqui. Cure. 451 ita non potuere uno armo circumirier. 
Ter. Heaut. 240 Dum moliuntur, dum conantur (seil, mulieres) 
annus est.*) Yerg. ecl. 7, 43 Si mihi non haec lux toto iam 
longior anno est Petron 44 iam annum esuritio fuit Da- 
nach war also amius eine volkstümliche Hyperbel für eine 
lange Zeit. 

anser s. cycnus 2. 116. 

Catull 25, 1 mollior cuniculi capülo Vel anseris meduUula. 
Priap. 64, 1 Quidam mollior anseris medulla, A. Eiese zu Catull 
a. a. 0. hält jedoch diese letztere Stelle nur für eine Nachahmung, 
so dafs die sprichwörtliche Natur des Vergleichs in Frage gestellt 
ist. Es ist wohl nicht ^das weiche Innerste der Knochen und 
der Federkiele der Gänse' gemeint (A. Riese), sondern das Veiche 
Innere des Gefieders', die Daunen (Plin. n. b. 10, 53). Baehrens 
denkt an die Gänseleber! 

Anticyra. 117. 

Der Ort war berühmt durch den dort wachsenden Helleborus, 
der gegen Wahnsinn gebraucht wurde. Daher Hör. sat. 2, 3, 166 
Naviget Antioyraxn, er ist verrückt. Wir sagen etwa: Er ist 
reif für Leubus o. ä. 2, 3, 83 Nescio an Äniicyram ratio Ulis destinet 
ormem, a. p. 300 tribus Anticyris Caput insanäbile. Ov. ex 
Pont. 4, 3, 53 hibe . . . Quicquid et in tota nascitur Anticyra. Pers. 

4, 16 Anticyras meliar sorhere meraces. luven. 13, 97 si non 
eget Anticyra. Auson. ep. 4, 69 nisi cor purgeris aceto Anti- 
cyramve bibes. Lucian vit. au ct. 23 oi ^ifiig- ytvh^ai (Sotpov^ 
V ft^ xQlg iq>€^rig tov iXXsßoQOv nli^g. Körte n. 5366 führt 
an: ^6eh' nach Molnheim und lafs dir den Gecken schneiden.' 

5. eUeborus. 

antidotum. 118. 

Hieron. adv. Eufin. 2, 34 (col. 528 Vall.) quae quodam vati- 
dnio fiiturae cälumniae responderunt implentes proverbium: prius 
antidotan), quam venenum. Vgl. ibid. 3, 8 (col. 539) Misique 
/ws ipsos Apologiae meae libros ad eos, quos tu vulneraveras , ut 
vmena tua nostra sequeretur antidotus. ^Arznei vor dem Gifte 
nehmen' (Körte n. 388), d. h. sich verteidigen, bevor man an- 
gegriffen wird. 

anulns. 119. 

Lucr. 1, 312 Anulus in digito subtertenuatur habendo. 

Oy. art. am. 1, 473 Ferreus assiduo consumitur anulus usu. 
ei Pont. 4, 10; 5 consumitwr anulus usu. Vgl. Ov. ex Pont. 2, 7, 43 
assidw) vomer temiaiur ab usu. am. 1, 15, 31 Ergo cum süices. 



*) Vgl. Plaut. Mil. glor. 1292 mulier profecto nata est ex ipsa mora. 



28 anus — aper 

cum dens paticntis aratri Depereant aevo o. s. w. Anthol. lat. 118, 
lOff. Baebr. Sinn: Dauernder, wenn anch noch so geringer Ein- 
wirkung widersteht nichts. Vgl. fcrrum 2. gutta 2. 

anns. 120. 

1) Die thörichte Leichtgläubigkeit der alten Frauen war 
sprichwörtlich: Cic. Tusc. 1, 21, 48 quae est annB tarn delira, 
quae timcat ista? 1, 39, 93. de divin. 2, 15, 36 Haec iam . . . 
ne aniculae quidem existimant. 2, 60, 125. de nat. deor. 1, 34, 94 
Ista . . . sunt vix digna lucubratione anicularum. 2, 28, 70 super- 
stitiones paene amles. 3, 39, 92. Lactant. instit 1, 17, 3 
superstitiones paene aniles. 2, 4, 4 non poeiice, sed aniliter desipuit. 
5, 2, 7 impia atque anili super stitione. Amm. Marceil. 21, 16, 18 
anüi superstitiane. 4ugust. enarr. in Psalm. 38 anicidaria tibi 
videntur haec verba, Claud. Mamert. 2, 8 p. 129 Eng. vetemosas 
anilium opinionum suspiciones. Ennod. p. 18, 14 Vog. cessent ani- 
lium commenta poetarum. Daher auch die Etymologie des Wortes 
bei Pest. p. 6 M Anus dicta . . . quod iam sit sine sensu, quod 
graece didtu/r avovg\ 121. 

2) Ebenso verächtlich sprach mau von Altweibergeschwätz: 
Cic. de nat. deor. 3, 5, 12 nee fabellas aniles*) proferas. Apul. 
apol. 25 per nesdo quas anilis fabulas. Min. Fei. Oct. 11, 2 aniles 
fahulas adstruunt, Lactant. inst. 5, 1, 26 ad aniles fabulas. 
Hieron. ep. 128, 1. adv. loann. Hieros. 14 (col. 421 Vall.) aniles et 
super fluas cantHenas (adv. Rufin. 3, 22 (col. 552). Schol. Pers. 
5, 91 aniles fabulas, Zenob. 3, 5 Fqa&v ^^Xoqx inl r&v (latriv 
XriQovvtoav. S. 1. Tim. 6, 20. 2, 2, 16. Tit. 1, 14. 122. 

3) Fest. p. 325 M. (vulgatum est) ülud quoque: anns (quod 
vult, som)niat. Vgl. Sabinus. 123. 

4) Lucil. bei Non. p. 74, 13 (28, 30 M. n. 579 Baehr.) Hinc, 
ad me! hinc ilicet ^Anus rursum ad armlUum', die Alte greift 
wieder zum Weinkruge, kehrt zu ihrer früheren Gewohnheit zu- 
rück, Apul. metam. 6, 22 Interea Cupido amore mmio persues 
. , . ad armillum redit, 9, 29 Ät illa praeter genuinam nequi- 
iiam contumelia etiam quamvis iusta, tarnen aUius commota ad ar- 
millum revertitur et ad familiäres feminarum artes accendiiur. 
Placid. gloss. p. 7 D. Armillum, vas vinarium, unde ^anus ad ar- 
millum\ 'Die Katze läfst das Mausen nicht.' — 'Er kommt wieder 
auf die alten Sprünge.' Das Sprichwort stammt wohl aus der 
Komödie, wo die alten Weiber gern als trunksüchtig dargestellt 
werden. (S. Lorenz zu Plaut. Mil. glor. 107.) 

aper s. canis 13. 124. 

1) Plaut. Gas. 2, 8, 40 Iam ego uno in saltn lepide apros 

*) Dagegen spricht Her. sat. 2, 6, 77 garrit anilis Ex re fdbellas 
achtungsvoll von den Märchen und Geschichten, wie sie die alten 
Mütterchen den Kindern erzählen. Vgl. TibuU 1, 3, 84. 



apertus — apina 29 

capiam duoB, ich werde in einem Waldthale zwei Eber fangen, 
d. h. zwei Erfolge zu gleicher Zeit emngen. Ahnlich sagen wir: 
^Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen', ^Zwei Füchse in einem 
Loche ausnehmen' (Körte n. 2068). Vgl. diw 2. 125. 

2) Flav. Vopisc. Numer. 14 Diocletianus dixit: ego semper 
aproB occido, sed alter utitur pulpamento, ich habe die Ar- 
beit, ein anderer den Lohn. Vgl. Zenob. 1, 65 aXloi Kcifiov, 
uXXoi &v cc VTO. Parallelen ans modernen Sprachen bei Dü- 
ringsf. I n. 344.*) *Der eine fängt den Hasen, der andere ifst 
ihn' (Düringsf. I n. 345). Vgl. Zcpws 1. arbor 1. 

apertus s. caput 3. indodus, 

Apicius 126. 

war als Schlemmer und Prasser sprichwörtlich geworden, und 
zwar schon bei seinen Zeitgenossen: Senec. ep. 120, 19 modo Li- 
cinium divitiis, Apioium cenis . . . provocant Mart. 2, 69, 3. 

2, 89, 5. 3, 22, 1. 10, 73, 3. luven. 4, 23. Schol. fuit nam ex- 
emplum gulae. luven. 11, 2 Quid enim maiore cachinno Excipitur 
vül^i, quam pauper Apicius? TertuU. de pall. 5 Taceo Nerones 
et Äpicios, de anim. 33 quod condimentis Apicianis et Lurco- 
nianis honoratur. Hieron. ep. 29, 1 epistolae . . . quxis non condit 
Apicius. Apoll. Sidon. ep. 4, 7, 2 infer Apicios epulones, 4, 25, 2 
Apicianis plausihus ingerebaiur. Venant. Fortun. carm. 7, 2, 3 
Tu noster Apicius exstas. Aulul. p. 22, 18 Peip. cedant Apici fer- 
cula. Vgl. Dio Cass. 57, 19. Friedländer, Sittengesch. HP p. 16. 

apina. 127. 

Plin. nat. bist. 3, 11, 104 Diomedes ibi (seil, in Bawnid) de- 
levit gentis Monadorum et Dardorumque et urhis, quae in pro- 
verbium ludicrum vettere, Apinam et Tricam, Die Verbin- 
dung ist sprichwörtlich: Mart. 14, 1, 7 Sunt apinae trioaeque 
et si quid vilius istis, wertloise Kleinigkeiten. (Vgl. 1, 113, 1 
(iuae lusi iuvenis et puer quondam Apinasque nostras.) Städte 
dieses Namens hat es jedoch nicht gegeben, vielmehr ist apinae 
entstanden aus dem griechischen Sprichworte elg ^Atpavvaq (Zenob. 

3, 92 ItcI tS}v &.8'{\k(ov)^ nach Utopien (agjavijg), worin allerdings 
die Griechen ebenfalls eine Stadt oder Gegend in Sizilien er- 
kennen wollten**); tricae aber (impedimenta et implicationes) wird 



*) Verg. ecl. 2, 69 liquidis immisi fontibus apros nimmt u. a. 
Genthe de proverb. ad anim. nat. pertin. p. 6 für sprichwörtlich de iis, 
qui perverse agunt. Wohl schwerlich mit Recht, da dann doch auch 
der vorhergehende Vergleich (floribus austrum immisi) proverbielle Be- 
deatang haben müfste. Mir scheint, das Ganze ist Eigentum des 
Dichters. 

**) Afannae = apinae = nugae bei Apul. metam- 9, 10 Haec et 
alias simika afannas fi'v>8tra adblaterantes. 10, 10 nescio quas afannas 
effutire. 



30 apis — aqua 

von 0. Bibbeck mit Wahrscheinlichkeit von dem griechischen 
d'gC^ hergeleitet (Flausen).*) Für den Zusammenhang mit der 
unteritalischen Posse* (0. Ribbeck) spricht anscheinend Varro bei 
Non. p. 8, 28 Putas eos non cUius tricas Äiellanas, quam iä 
extricaturos? (p. 143 Biese, n. 198 B.) Doch ist dies sehr zweifel- 
haft. L. Müller schreibt mit Turnebus Tellenas nach den Hss. 
und nach Amob. ady. nat. 5, 28 tricas, quemadmodem dicitur, 
conduplicare Tellenas. Im allgemeinen s. 0. Ribbeck, Leipziger 
Studien IX p. 337 ff. Anders Goetz, Archiv f. lat. Lexikogr. II 
p. 341 f. — Gleichbedeutend ist tricas tramas, Possen (Plaut. 
Rnd. 1324).**) 

apis s. HyUa 1« 128. 

Senec. ep. 84, 2 Apes, ut aiunt, debemiis ünitari. ^Der 
Bienenfleifs' galt also schon den Alten als Vorbild. S. Hör. carm. 
4, 2, 27 ff. 

apluda. 129. 

Naevius V; 117 Ribb. com.^ (Fest. p. 10 M.) non hercle apluda 
est hodie quam tu nequior, schlechter, nichtswürdiger als Spreu, 
Abfall. Vgl. Non. p. 69, 31 Äpludas frumenti furfures dicunt 
rustici veteres, 

Apollo. 130. 

Plaut. Pseud. 480 Qiiod sciho, Delphis tibi responsuni 
dnoitOy ist so sicher, wie Amen in der Kirche. Ter. Andr. 698 
Non Apolliuis magis verum atque hoc responsuni est. Cic. 
Tusc. 1, 9, 17 nee tarnen quasi Pythius Apollo certa ut sint et 
fixa, quae dixero. ad Brut. 1, 2, 6 Haec ex oraculo Äpollinis 
Pythii edita tibi puta; nihil potest esse verius, Lucr. 1, 738 
Sanctius et multo certa ratione magis, quam Pythia quae tripodi 
a Phoebi lauroque profatur, — Verg. ecl. 3, 104 et eris mihi 
magnus Apollo. Ov. art. am. 3, 789 Sed nequePhoebei tripodes . . . 
Vera magis vöbis . . . canet. Die Griechen nannten untrügliche 
Wahrheiten ri &%h rqlnoöog (Zenob. 6, 3). Vgl. Dodona und 
Sibylla 3. 

Apulns s. Säbina. 

a^na s. amidtia 1. caenum 1. flumen 1. 7. fims 1. gutta 2. 
incendium. lacus. mare 1. 2. ventus 2. pumex 3. 131. 

]) Cic. Philipp. 13, 21, 49 prius undis flamma (seil. 
miscebitur) ut ait poeta nesdo quis (Trag. ine. 155 Ribb.^), 
eher wird das Unmögliche möglich werden. Ov. trist. 1, 8, 4 
Unda dabit flammas et dabit ignis aquas. Augustus bei 
Dio Cass. 55, 13 &äaaov nvQ ödccxi (jLi%&ri6£6&ai. Vgl. 
Theognis 1245. 

*) So scho^ Non. p. 8. 
**) Ebenso allitterierend Sext. Turpil. v. 45 Eibb. com.* turbas 
tricas. 



aqua 31 

2) Plaut. Men. 1089 Neque aqua aquae . . . itsguam [132. 
similinst. Mil. glor. 551 Nam ex uno puteo similior numquam 
potis Aqua aquae sumi, quam haec est atque isla hospita. Vgl. lac. 
Ovum. So ähnlich, wie ein Tropfen Wasser dem andern. 133. 

3) Ambros. de Noe et arca 22, 80 (Migne col. 419) tam- 
qmm in proverhio, si quis reti subtili haurire oupiat aquam, 
sie qui malitiam ex pedoribus hominum conatur auferre, es wäre 
vergebliches Bemühen. Vgl. cribrum. 134. 

4) Cic. de fin. 2, 22, 72 quarum omniuin (seil. virhUum) 
fondamenta vos in voluptate tamqtiam in aqua ponitis, ihr 
bant auf schwankendem Gründe, auf Sand. Matth. 7, 26. Vgl. 
aer 1. 136. 

5) Catnll 70, 3 sed mutier cupido quod dicit amcmti, In vento 
et rapida soribere oportet aqua. SophocL fr. 742 N. oqkov d' 
iyoi yvvatTibg slg fiScaQ yQciqxjo^ 'schreibe ich in den Eanch, in 
den Schornstein'. Angastin de civit. dei 19, 23, 1 Forte magis 
poteris in aqua impressis litteris soribere (aus griechischer 
Quelle). Diogen. 5, 83 na^^ ^datog yQdq>€iv: inl r&v adv- 
vttxoLg i7ti%6iQOvvrcav. Macar. 5, 50. Apost. 6, 56. 136. 

6) Plaut. Aulul. 308 aquam hercle plorat, quom lavat, pro- 
fandere, yon einem Geizhalse gesagt. Der Satz scheint sprich- 
wörtlich zu sein. ^Den Geizhals reut der Schatten, den sein 
Licht wirft.' 137. 

7) Plaut. Bacch. 247 Eitax, asperslBti aquam, du hast mich 
wieder aufgerichtet, mir Leben und Hofßaung wiedergegeben. 
Trucul. 366 Ä, aspersisti aquam: lam rediit animus. Epid. 
554 gufkUa Pectus ardens mi aspersisti, Cisl. 2, 3, 37 Obsipat 
Äqutdam, Enn. bei Charis. p. 240 K. (ann. y. 173 Vahl.) aqua est 
aspersa Latinis, Der Ausdruck ist von der Behandlung Ohn- 
mächtiger abgeleitet.*) 138. 

8) Petron 42 aqua dentis habet sagt der Wasserfeind, 
was vielleicht sprichwörtlich ist. /JccTivet vom Weine Alexis 
fi'. 278Kock (Mein. fr. com. 3 p. 512). 



*) Ganz verschieden davon ist Plaut. Gistell. 1, 1, 37 cZam... 
Aquam frigidam subdole suffundunt, was ich jedoch nicht für 
sprichwörtlich, sondern nur für metaphorisch halten möchte. Der 
Sinn ist: Sie suchen durch versteckte Schmähungen und Verleumdungen 
die Liebesglut der Jünglinge auszulöschen. (Anders Pflügl, Das Tat. 
Sprichw. bei Plaut, und Ter. p. 33.)' Dieselbe Bedeutung (verspotten, 
schmähen) hat das Wort auch oei Hör. sat. 1, 4, 87 j^ quibus unus amet 
quavis adspergere cunctos Praeter eum, qui praebet aquam, 
wo ebenfalls zu quaois aus dem folgenden Verse aqua zu ergänzen ist. 
Denn die Bezeichnung des Gastgeberd durch qui praebet aquam scheint 
nur durch das Verbum adspergere veranlafst, nicht, wie man annimmt, 
^er Sprache des gewöhnlichen Lebens entnommen. Die Redensart 
selbst erklärt sich wohl durcji solche Scherze beim Mahle. 



32 aquila 

[9) Hör. ep. 1, 19, 1 Piisco st credis, Maeccnas docfe, [i39. 
Cratino, Nulla placere diu nee vivere carmina posstmi, Quae scri- 
hunttir aquae potoribus. Cratinus fr. 199 Kock (Mein. fr. com. 
2, 1 p. 119) '^TöoiQ 6e nlvoav ovdev fiv tekol <sog>6v. Dafs dieser 
Vers wenigstens bei den Griechen viel gebraucht wurde, zeigt 
Zenob. 6, 22 nebst der Anmerkung Schneidewins. Vgl. Epicharm 
bei Athen. 14 p. 628 B. Apost. 13, 67.] 140. 

10) Ov. am. 1, 6, 26 Nee tibi perpetuo serva bibator aqua, 
du wirst nicht immer Sklavenbrot essen. Petron 71 cito aquam 
liberum gustabunt. Ebenso sagten schon die Griechen: Anti- 
phanes fr. 25 Kock (Mein. fr. com. 3 p. 11) firidiitod'' Cöodq 
TttoLfii iXsv&SQov. Vgl. Hesych. iksv&eQov ^dcag, Eustath. 
p. 1747, 10. 141. 

11) Cassiod. bist. trip. 12, 4 (Migne 69 coL 1204) quia 
negue parvulum tempus sustinens ad talia verba descendit et se- 
cwndum proverbium, ut ita dicam, cum neqne civitatis adhue 
gustasset aquam, persectäor ferventissinms apparebat, nach kurzem 
Aufenthalt, nachdem er kaum das Wasser der Stadt ge- 
kostet. 142. 

12) Cic. de offic. 3, 33, 117 dicit ille quidem muLta multis 
locis, sed aqua haeret, ut aiunt. ad Qu. fr. 2, 8, 2 In hac 
causa mihi aqua haeret, ich weifs mir keinen Eat, bin in Ver- 
legenheit. Nach der gewöhnlichen Annahme wäre an die Wasser- 
uhr zu denken, doch könnte auch das auf den Feldern stehende 
Wasser, das nicht ablaufen will, die Quelle der Redensart ge- 
wesen sein (so schon Cognatus). Gleichbedeutend ist haeret res, 
es hapert: Plaut. Amphitr. 814 haeret haec res = Pseud. 985. 
Trin. 904. Pseud. 423 haeret hoc negotium. Auch das blofse 
Verbum wird so gebraucht: Plaut. Capt. 631 haereo, Merc. 729. 
Ter. Eun. 848. Ad. 403. Phorm. 963. Cic. de divin. 2, 62, 128 
haerebu/nt. 

aquila. us. 

1) Ter. Heaut. 520 visa vero est, quod dici solet, Aquilae 
senectus, mit Anspielung auf den Aberglauben, dafs die Adler 
im hohen Alter, weil sie nix5ht mehr fressen können, viel trinken 
müssen (Aristo t. bist. an. 9, 32j. Sonst von einem kräftigen Alter: 
Auson. prof. 4, 21 (16, 5, 21 Seh.) pulcher in senio quoque, ut 
Aquilae senectus aut equi. Daher hatten die Griechen das Sprich- 
wort &EXOV y7]Qag^ %oQvdov veotrjg Zenob. 2, 38 (naQocSov xßi 
yrjQaCTiav aexbg cifielvmv ictl Ttctvrbg vsa^ovtog OQVid'og). Doch wird 
auch da zur Erklärung hinzugefügt XiyeTat öh tov ßlov ccetog 
Y.cixa6zqiq>BG&cLi xrig KafiTtrig rov av(o %sCkovg TtQog t6 xarw ßvy- 
Ticcfiilßdörig. Vgl. cquus 1. 14*- 

2) Hör. sat. 1, 3, 26 Cur in amicm^um vitiis tarn cerniß 
acutum; Quam aut aquila, aut serpens? Apul. flor. 2 Ceteruw 



ara — Arabs . 33 

si magis poller ent ocülorum quam animi iudicio, profecto de sa- 
pientia foret aquilae concedendum. Schon der Ilias ist der scharfe 
^Adlerblick' nicht unbekannt: IL 17, 674 TIavxoCB nantalvcDv^ 
ööt' alstbg^ Sv ^d ts (paciv ^O^vratov öiQ7iS6^ai . . . Ttstsri- 
v&v. Vgl. Argus, Lynceus. milvus 2. 145. 

3) Plaut. Pseud. 852 Nisi milvinis aut aquilinis ungolis, 
mit (habsüchtigen) Adlerkrallen. 146. 

4) Hör. carm. 4^4, 31 neqne imbellem ferooes Progenerant 
aquilae columbas. Porphyr, proverhialis sententia. ^Adler 
brüten keine Tauben' (Düringsf. I n. 12), d. h. Starke erzeugen 
keine Schwächlinge. — Der Gegensatz auch Hart. 10, 65, 12 
Tarn dispar aquilae columha non est, und ähnlich 10, 100, 4 
Äquilisque similes facere noctuas quaeris? 

[ara. 147. 

Die Verbindung arae foQi(que) gehört zu den stehenden und 
entspricht etwa unserm ^Haus und Hof'. Gemeinhin bezieht man 
arae auf die Altäre der Tempel, foci auf den Herd im Hause, 
allein dafs dieser Gegensatz nicht vorhanden ist, zeigen deutlich 
die Stellen, an denen die templa deorum u. dgl. noch besonders 
hinzugefügt sind: Cic. Philipp. 2, 29, 72 contra deos patrios 
arasgue et focos. 2, 30, 75 repetebant praeter ea deos patrios 
aras focos, 8, 3, 8 deorum immortäliu/m templa . . . aras, focos. 
in Catil. 4, 11, 24 de aris ac focis, de fanis ac templis decernite. 
Liv. 5, 30, 1 siM pro aris focisque et dernn templis . . . dimi- 
candum fore, 28, 42, 11 templa deum, aras et focos defendenf. 
Danach sind also arae und foci Synonyma, die sich gegenseitig 
ergänzen: Die Altäre auf dem Herde des Hauses bezeichnen 
die Familie im Gegensatz zum Staatswesen und seinen in den 
Tempeln verehrten Gottheiten. Zuweilen werden (und dadurch 
wird das Gesagte weiter bestätigt) zu den arae und fod noch 
die di penates hinzugefügt: Cic. Philipp. 13, 7, 16 contra deos 
Venates, contra aras et focos, de domo 40, 106 aras focos, deos 
penates. 56, 143 in aris in focis, in dis penatihus, p. Deiot. 3, 8. 
Senec. de benef. 5, 15, 5 aras focos penates. Weitere Belegstellen 
für die Verbindung sind noch: Plaut. Amphitr. 226 Urbem, agrum, 
aras focos seque uti dederent. Cic. de nat. deor. 3, 40, 94 pro 
aris et focis certamen, p. Sest. 42, 90 ab aris, focis ferrum 
fiammamque depellit. in Pis. 37, 91 aras et focos relinquere. Sali. 
Catil. 52, 3. 59, 5. Gell. 19, 9, 8 tamquam pro aris et focis, 
Non. p. 57, 8. Ambros. de virginit. 3, 13 inter aras et focos. Es 
war, wie sich zeigt, eine Lieblingsphrase Ciceros.] 

Arabs. i48. 

Arabien war bei den Eömem berühmt wegen seines fabel- 
haften Eeichtums, doch, wie es scheint, nur von der Augustei- 
schen Zeit bis gegen Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr.» 

Otto, Spriohwörter der Bömer. , 3 



34 aranea 

Hör. carm. 1, 29, 1 Icci, heatis nunc Arabum invides Gasis? 
2, 12, 24 Plenas aut Ärahum domos. 3, 24, 1 Intadis apu- 
lentior Thesauris Arabum et divitis Indiae. ep. 1, 7, 36 Otia 
divitiis Arabum liberrima muto, Prop. 1, 14, 19 lila neque Ära- 
bium (= divUum)*) meluU transcendere Urnen, Senec. Herc. Oet. 
793 dives . . . Arabs, Stat. silv. ö, 1, 61 Arahtmigue potentes 
Divitias, Auch bei uns haben die kalifornischen Schätze nur einen 
Ruhm von beschränkter Zeitdauer gehabt. Vgl. India. 

aranea. i49. 

[l) Spinnengewebe gelten als Zeichen der Vernach- 
lässigung: Plaut. Aulnl. 84 Ita inaniis stmt oppletae atque 
araneis (seil, aedes). Catnll 68, 49 aranea , , . In deserto Allii 
nomine opus faoiat. (Vgl. 25, 3 süuque araneoso. Priap. 82, 30 
Araneosus obsidet forem situs.) Prop. 2, 6, 3ö Sed non immerito 
velavit aranea fanum. 3, 6, 33 Puiris et in vacuo texatur aranea 
lecto, Hieron. ep. 107, 1 Fuligine et aranearwm telis onrnia Bo- 
mae templa coopertae swnt, Hom. Od. 16, 35 %rix£i ivewalav 
xax' aQd%vicc Kshcci S%ov0a. Lncian Pseudolog. 24. Hesiod. 
opp. 475.] 150. 

2) Catnll 13, 7 nam iui CatuUi Flenns Baocnlus est 
aranearum, sein Geldbeutel ist leer. Schon früher Afranius 
V. 410 Ribb. com.^ (Fest. p. 359 M.) tanne arcula Tua plena 
est aranearum? Vgl. CatuU 23, 2 Nee cimex neque araneus 
neque ignis. Und schon Cratinus fr. 190 Kock (Suidas a^a%vij) 
i^' ccQa%vliov fieöxiiv i%Bvg tiiv yaöri^a. Gemeint ist hier die 
bauchige Flasche. 151. 

3) Ambros. de of&c. 1, 49, 244 Quid ergo vane araneam 
texis? Hieron. adv. Ruf. 3, 20 (col. 549 Vall.) et nequaquam ara- 
nearum mihi opponas cassiculos, sed fortissimo me et solidissimo 
constringas reti. ep. 125, 6 qu^asi aranearum fila disrumpit, 
wie Spinnwebennetze. Claud. Mamert. 1, 25 p. 88 Eng. sicut 
aiunt, etiamsi araneae filum cogitaveris, Apost. 9, 15 taxov 
&qa%v7iq\ inl z&v si)7tet&g Sialvofiivoov tuxI q)&€iQOiiiv(ov ^ nebst 
der Anmerkung von v. Leutsch. Lucian Charon 16. — Hiob 8, 14 
Seine Hoffnung ist ein Spinngewebe. Esai. 59, 5. 



arator, 

[Plin. n. bist. 18, 19, 179 Arator nisi incurvos praevaricatur; 
(inde translatum hoc crimen in forum). *Wenn der Bauer sich nicht 
bückt, ackert er nicHt gut' ^Eörte n. 563. vgl. 8494). Indessen geht aus 
dieser Stelle noch keineBwegs hervor, dafs der Satz auch schon bei 
den Bömem als Sprichwort in Anwendung war (&» jeder Beruf er- 
fordert Anstrengung), da hier wirklich vom Ackern gehandelt wird.] 



*) Die Mehrzahl der Erklärer versteht die Stelle von arabischem 
Marmor, der eich jedoch sonst nicht findet (vgl. Hertzberg z. d. St.). 



arare — Archilochus 35 

arare s. harena 4. 

arbor s. cuneus. folium 2. 3. silva 1. 152. 

1) 'Liy. 10, 24, 5 Fäbms, quam arborexn consevisset, 
sub ea legere alium fructum indignum esse dicere. ^Der eine 
pflanzt den Baum, der andre ifst die Pflaum'' (Düringsf. I n. 346). 
Vgl. Verg. ecl. 1, 73 his nos consevimus agrosf Ähnlich 
heiTst es im Griechischen akXotQLov ccfiag d'BQog (Diogen. 2, 75) 
lind akXot önEtQovöLv^ aXXot d' &(i'^6ovzat (Greg. Cypr. 
Mosqu. 1, 38). Johann. 4, 37. Vgl. aper 2. 153. 

2) Quintil. 8, 3, 76 quae me iuvene uhique cantari sole- 
hant . . . Generosiorifl arboris statim planta cum fructu est 
ist kein eigentliches Sprichwort, sondern nur ein sogen, versus 
popularis. *Ein edler Baum bringt zeitig Frucht.' *Gute Bäume 
tragen zeitlich' (Wander, Sprichwörter-Lexik. I p. 278). 

arltinstam. 154. 

Senec. ep. 86, 13 didici ab Äegialo, diligentissimo patre fami- 
liae , , . quamvis vetus arbudtum posse transferri, eine An- 
spielung auf das griechische Sprichwort yeQavÖQvov (ieta(pv' 
tevetv (Zenob. 2, 1 ItcI rov ädwärov, üaQsyyva ds^ on (i^i dsl 
Tovg Tta^ßriKoxag ngodyBiv slg ra rmv axftafövrwv lipya). ^Ein 
alter Baum ist schwer zu verpflanzen' (Düringsf. I n. 64). Vgl. 
planta, 

Arcadia. 155. 

Carm. de flg. 6 Arcadiam petis; immensum petis, hau 
tribuam istud ist die wörtliche Übersetzung des griechischen 
Sprichwortes L4^xad/i^v (i altstg^ fiiya fi altstg' oü rot d(&6(0 
(Diogen. 2, 69 iTtl t&v fisydXa 1) a6vfAq)0Qa altovvtoDv)» Diesen 
Orakelspruch gab das delphische Orakel den Lacedämoniem, als sie 
einst einen Feldzug gegen Arkadien beabsichtigten (Herod. 1, 66). 
Auch Cicero kennt und braucht das Wort: ad Att: 10, 5, 2 Qtwd 
tnihi mandas de Quinto regendo, ^AQuadlav^ tarnen nihil praeter- 
mriltam. 10, 12, 7 Nos iuveni, ut rogas, suppeditahimus et Felo- 
ponnesum ipsam smtinehinms. 

Arcadicus. 156. 

luven. 7, 159 Scilicet arguitur, guod laeva in parte ma- 
vnillae Nil salit Arcadico iuveni. Schol. Ärcadico: asino*), ac 
per hoc stulto, hebeti. Mart. Capeila 6 § 577 sed qma nunc 
Arcadicum ac Midinum sapis, S. Diogen. 3, 42 ^Aqyiddtov ßXd- 
0X7^1 a: inl t&v dspX&v. 

Archilochus. 157. 

Cic. ad Att. 2, 20, 6 Bibulus cum Arohilochio edicto . . . 

'distuMt, d. h. contumelioso, bittere, bissige. 2, 21, 4 Itaque Archi- 

lochia in ülvm edicta BibuU populo ita smit iucunda u. s. w. Vgl. 

*) Arkadien war durch seine Eselzucht berühmt. 

3* 



36 Archiinedes — argilla 

Diogen. 2, 95 lAQiiXo%ov naretg: inl r&v XotSoQovvtoov und 
Maxt. 7, 12, 6 Si qua Lycambeo scmguine tda madent. 

Archimedes. i58. 

Cic. p. Claent. 32, 87 non Arohimedes melius potoit di- 
Boribere. Eine schwierige Aufgabe heifst TtQoßXrnia ^A^xifirj- 
dsLov bei Cic. ad Alt. 12, 4, 2. 13, 28, 3. 

arcus. 159. 

1) Phaedr. fab. 3, 14, 10 Cito rumpes aroum, semper si 
tensxiin habueris. Diogen. 2, 89 aTtoQQayiqaerai rsivoiisvov tb 
naXAoiov. Herod. 2, 173. — Ps.-Senec. de mor. 138 Ar cum in- 
tentio frangit, animum remissio, Plut. an seni etc. 66 to^ov 
(isv^ &g q>aaiVj i7tix6iv6(isvov §riyvvtaij ^'^%V ^^ avie(iivri*) 
*Wer den Bogen überspannt, der sprengt ihn' (Düringsf. I 
n. 255). 160. 

2) Ob Hör. a. p. 350 Nee semper. feriet qnodonmqne 
minabitiir areus proverbielle Grundlage hat, läfst sich nicht be- 
stimmt sagen. Doch meint Wölfflin (Krieg und Frieden im Sprichw. 
d. Römer p. 209), dafs das Bild populär geworden, wie vielleicht 
aus Pers. 3, 60 zu schlief sen sei: Est cdiquid, quo tendis et in guod 
derigis arcum? 'Der Bogen trifft nicht immer, wohin er zielt.' 
'Jede Kugel trifft ja nicht/ 

ardnus. lei. 

Cic. Tusc. 3, 34, 84 Quid autem praeclanim non idem ar- 
duimi? Ein beliebtes griechisches Sprichwort lautete: %als7ca xa 
Kala (Zenob. 6,38). Vgl. Ov. art. am. 2, 537 nulla nisi ardua 
virtus, trist. 4, 3, 74 Ardua per praeceps gloria vadüiter, ex 
Pont. 2, 2, 113 tendit in ardua virtus, Cornel. Sever. in schol. 
Bern, zu Lucan 9, 402 Ardua virtuti longoque per aspera 
nisu Ekictanda via est (Baehr. fr. p. E. p. 352). Ps.-Sall. de 
re publ. 2, 7, 9 ad virtutem via ardua est. Sil. Ital. 4, 603 per- 
que aspera duro Nititur ad laudem virtus interrita clivo. Senec. 
Herc. für. 441 Non est ad astra mollis e terris via. Cyprian de 
hab. virg. 21 Non est ad magna facilis ascensus. Gedanke und 
Bild sind alt: Hesiod. opp. 290 (laKQbg de Kai SQ&i>og oliiog ig 
aixr^v (seil, a^fri]^).**) *Der Weg zum Himmel führt durch 
Kreuzdorn' (Körte n. 3550). ^Durch Gedränge zum Gepränge' 
(Körte n. 2244). Vgl. astrum. 

arena s. harena. 

argilla s. cera 1. 



*) Denselben Gedanken enthält eine mehrfach angefochtene Stelle 
bei Cic. de sen. 11, 36 Et corpora quidem exerdtationum defatiga- 
tione tngravescunt, animi autem exercendo levantur, Apost. 13, 61^ Ov% 
aqa xovxo (laxaiov ^itog iLsqoncov irtvl Xi%%'7\, ^PT^yvvü&ai cotplrig xo^ov 
&VLSfievov. 

**) S. auch 0. Jahn zu Pers. 3, 67. 



Argus — ars 37 

Argas. 162. 

Plaut. Anlul. 555 Qiws si Argns servet, qui oouleus totus 
fuU, . . . Is^numquam servet. Apul. met. 2, 23 homo perspi- 
cacior ipso .*. . Argo et oculeus totus, Hieron. ep. 54, 9 Argi 
cmtum oonlis observare. Apoll. Sidon. ep. 5, 7, 5 confestim videbis 
iUic et oculos Argi, Vgl. Fest. p. 28 M. Lucian quom. bist, con- 
scrib. 10 i^vtsQOv fihv toü "Aqyov 6Q&vtag. Die *Argus- 
äugen' sind aucb bei uns nocb nicbt vergessen. Ygl. Ijynceus, 
aquUa 2. müvtis 2. 

Aricia s. Manius, « 

arietinum or acutum s. facere 1. 

arista. 163. 

1) Catull 48, 5 Non si densins aridis*) aristis Sit nostrae 
seges osciilationis, Ov. trist. 4, 1, 57 aestu numerabis aristas. 
ex Pont. 2, 7, 25 citms numerabis aristas. Vgl. Stat. silv. 3, 
3, 97 Mbernas citius numeraveris imbres Silvarumque comas. Vgl. 
harena 1. 164. 

2) Ov. ber. 5, 111 Et minus est in te, quam sunmia 
pondus arista dürfte spricbwörtlicb sein, wenn der Vergleicb 
aucb sonst nicbt nacb weisbar scbeint. Vgl. cortex 1. 165. 

3) Hieron. ep. 82, 5 totum relinquit ambiguum et quasi 
super aristas graditur, vorsicbtig, Vie auf Eiern', adv. Bufin. 2, 

10 (col. 501 Vall.) et quasi super aristas pendenti incedens 
gradu loqueris. 

arma s. beUum 2. furere 2. gladius 3. lex, 3. 166. 

[Cic. Tusc. 2, 16, 37 Nam scutum, gladium, galeam in onere 
nostri milites non plus numerant, quam umeros, lacertos, manus. 
Arma enim membra militis esse dicunt. Docb ist dies kein 
eigentlicbes Spricbwort.] 

armillum s. anus 4. 

Arretinum oraculum s. facere 1. 

ars 8. fames 2. paupertas 1. vita 2. 167. 

1) Cic. Tusc. 1, 18, 41 Bene enim ülo Graecorum pro- 
verhio praecipitur: Quam quisque norit artem, in hao se 
exerceat. Prep. 2, 1, 46 Quapote quisque, in ea conterat arte diein. 
Hör. ep. 1, 14, 44 Qitam seit uterque, libens censebo exerceat artem. 
Nach Aristopb.Vesp. 1431 eQÖoirig i)v cxatfrog sldeiri xi%vriv 
(vgl Diogen. praefat. Paroemiogr. I p. 179 f. Cic. ad Att. 5, 
10, 2. Atben. 8 p. 351 E). Die Bedeutung ist entweder: Übe 

11 ar die Kunst, die du verstebst, befasse dicb nicbt mit anderen 
(Aristopb. Cic), oder: Die Neigungen der Menseben sind ver- 
schieden, darum mag jeder treiben, was er kann (Prep. Hör.). 168. 

2) Cic. orat.^43, 147 pervagatissimus ille versus, qui 

*) Dafür Bcbrieb Markland Äfricia. b. Africa 2. 



38 ars — arse verse 

vetat: Artem pudere proloqni, quam faotiteB (Com. ine. 30 
Bibb.)^), schäme dich nicht deines Handwerks. Die ünvoll- 
ständigkeit des Satzes läfst darauf schliefsen, dafs er aus dem Zn- 
sammenhange herausgenommen und geflügelt geworden war. 169. 

3) Cic. Tusc. 1, 2, 4 Honos alit artes omnesque incendun- 
tur ad studia ghria (citiert von Augustin de civit. dei 5, 13). 
Senec. ep. 102, 16 Et cum aeque aniiquus poeta**) ait: Laus 
alit artes non laudationem didt, quae corrumpü artem, Sym- 
mach. ep. 1, 43 (37), 1 vetus sententia est, artes honore nutriri 
ep. 1, 79 sds bonos artes honore nutriri. 1, 96. *Ehre mehrt Kunst' 
(Körte n. 1225). *Kunst wül Gunst' (Körte n. 4550). Zum Ge- 
danken vgl. Plato polit. 8 p. 551 A und von römischen Autoren 
Prop. 4, 10, .3 sed dat mihi gloria vires. Ov. ex Pont. 3, 9, 21 
Scribentem iuvat ipse favor. 4, 2, 35 lauddtaque virtus Crescit et 
immensum gloria cälcar habet, trist. 5, 12, 37 non parvas animo 
dat gloria vires. Bion. 16, 2 rificc 8s ra jCQdyfmra TiQSdöova 
TtotsL***) 170. 

4) Tibull 1, 6, 10 heu, heu, mrnc premor arte xnea, ich bin 
in meine eigene Schlinge gefallen. Ov. art. am. 1, 655 neque enim 
lex aequior ulla est. Quam necis artifices arte perire sua. Liv. 21, 
34, 1 sed suis artibus, fraude et insidiis est prope circum- 
ventus. 22, 16, 5 Nee Hannibalem fefdlU, suis se artibus peti 
27, 28, 13 Harmibal suamet ipse fraude captus äbiif. Lucian dial. 
mort. 8 &öxe ö6g>i'ö(ia %axa 6avxov övvti&eiTcag. Piscat. 7. 
— Allgemein: Senec. Herc. für. 735 auctorem scelus Repetit 
suoque premitur exemplo nocens. Thyest. 312 Saepe in magi- 
strum scelera redierunt sua. Vgl. Ov. fast. 5, 42 vertit in 
auctores pondera vasta suos, Lucr. 5, 1152 f. *Wer andern eine 
Grube gräbt. Mit selbst hinein' (Düringsf. I n. 643). Vgl. laqueus 1. 
pinna 4. telum. gladius 3. mucro. 171. 

5) Ter. Ad. 741 Illud quod cecidit forte, id arte ut corrigas. 
Hör. sat. 2, 8, 84 ut arte Emendaturus fortunam. Cato 
monost. 69 (Baehrens P. L. M. 3 p. 240) Quicquid inoptatum cadit, 
hoc homo corrigat arte. ^Man mufs sich zu helfen wissen.' Cor- 
riger la fortwne, S. Büchmann gefl. W.^^ p. 259 f. Vgl. Cato disi 
1, 26, 2 sie ars deluditur arte.f) 

[arse yerse. 172. 

Placid. gloss. p. 10 D. Arse Yexse proverbium. Vgl. PauL- 



*) Der Vers lautet bei Ribbeck: Artem ne pudeat proloqui quam 
factües. 

**) Baehr. fr. p. R. p. 137 vermutet Ennius. 
♦*♦) Cic. Brut. 81, 281 honos praemium virtutis. 
t) Mit Berufung auf Sueton citiert man ein lateinisches Sprich- 
wort 'artem quaevis alit terra^. Damit ist ein Ausspruch Neros 
gemeint t6 Tsxviov n&aa yuia rqi^pei (Suet. Nero 40). 



articulus — as 39 

Pest. p. 18M. Arse verse averte ignem significaL Tuscorum mim 
Imgua arse averte, verse ignem constat appeUari. Ufide Afranius 
aü: Inscribat aliquis in ostio arse verse (v. 415 ßibb.). Als sprich- 
wörtlich konnte die Formel wohl erst bezeichnet werden, als das 
Verständnis derselben verloren war.] 

articulus. 173. 

Qnintil. 11, 1, 70 Qtiam molli autem artionlo iractavU Ca- 
ionemf, wie gelind und schonend behandelte er ihn! Vgl. 2, 12, 2 
exdpU adver sarii molli s articulus. Vgl. brachium 1. manu^s 17. 

arnndo s. hanmdo, 

arx. 174. 

Cic. p. Plane. 40, 95 dixisti, dum Plandi in me merüum 
verVis extollerem, me aroem facere ex oloaoa, ich mache 
aus der Mücke einen Elefanten, ich streiche eine geringfügige 
Sache heraus. Das Sprichwort ist speziell römisch, ^die Griechen 
sagten dafür iXitpavxa i% fivlag jtoisiv (Zenc^. 3, 68). Den 
gleichen Sinn hat Oy. ex Font. 2, 5, 22 et e riv(hf%umina magna 
facis, was Georges ebenfalls für sprichwörtlich h< 

as s. habere 1. nihil 3. 175. 

1) CatuU 5, 3 imitis aestimemus assis, sehr gering. 42, 13 
Non assis facis? Priap. 8, 3 Noji^^a^sis faciunt, keinen Heller 
wert. Senec, ep. 123, 11 assis ne feceris, Lucian Tim. 24 aide 
ißoXov i^loig,*) — Cic. p. Q«inct. 5, 19 assem se negat 
daturum. p. Bosc. Com. 17, 49 qui assem nuUum dedit, keinen 
Pfennig. Catull 33, 8 non potes asse venditare. Hör. sat. 1, 6, 13 
unius assis Non umquiam pretii pluris licuisse. Petron 57 assem 
aerariwm nemini debeo, keinen roten Heller. 77. — Cato bei Senec. 
ep. 94, 28 quod nom opus est, asse oarum est (Plut. Cato 4 
Cat. rell. p. 79 Jord.). ^Was man nicht braucht, ist um einen 
Heller zu teuer' (Körte n. 3400). Vgl. dupondium. 176. 

2) Hör. ep. 2, 2, 27 ad assem Perdiderat, bis auf den letzten 
Kreuzer, sat. 1, 1, 43 vUem redigatur ad assem, — Plin. ep. 1, 
15, 1 ad assem impendium reddes, bis auf Heller und Pfennig. 
Vgl. Apoll. Sidon. ep. 3, 3, 9 qui laborum tuorum non ex asse 
historiam texere praesumpsi, bis in die kleinste Einzelheit, u. oft. 177. 

3) Hör. sat. 2, 2, 98 cum deerit egenti As, laquei pre- 
tium, er wird keinen Dreier mehr haben, um sich einen Strick 
zum Aufhängen zu kaufen. Lucian Tim. 20 noXXo^g ctv üitBiv 
h^i\ii>i üoi oi8i dßoXbv &(Sxe %QCa(S^ai ßq6%ov i6%ri}i6rccg. 
(Apost. 13, 15^). Vgl. restis. 



*) Senec. apoc. 11 vermutet Bücheier tris ho min es assarios 
(statt des überlieferten tristionicts assarionem), — Ter. Ad. 163 huius 
non faciam, ich gebe nicht so viel darum (mit bezeichnender Hand- 
tewegung). 



40 ascensas — asinus 

4) Hör. ep. 1, 16, 63 gtii liberior sit avarus In triviis [l78. 
flxum otun se demittit ob assem? Pers. 5, 111 Inque luto 
fixum possis transcendere numtnum? Petron. 43 paraius 
fuit, quadraniem de stercore mordicus tollere. Von Geiz- 
hälsen und Habgierigen gesagt.*) Vgl. flamma ö. 

ascensas s. altus. 

ascia s. crus. 1. 

asellus. 179. 

Petron 24 post asellum diaria non snmo, nach so leckerer 
Eost mag ich keine gemeine. ^Wer Salme gegessen, dem schmecken 
keine Schneiderfische.' Asellus hiefs ein wohlschmeckender Seeiisch. 

asinus. asellus. i8o. 

1) Plaut. Pseud. 136 Negue homines magis asinos umquam 
vidi, gröfsere Esel (doch hier von der Störrigkeit). — Ter. Ad. 935 
asinef Heautontim. 877. Eun. 598 te asinum tantumf Cic. ad 
Att. 4, 5, 3 scio . . . me asinum germanum fuisse, der reine 
Esel, de orat. 2, 66^ 267 si qui/ntum pareret mater eius, asinum 
fuisse parituram, Mart. 12, 36, 13 Nulla est gloria praeterire 
asellos. Apul. met. 4, 5 tamdiu mortuo, immo vero lapideo asino 
servientes, (8, 26 vervecem . . . non asinum vides,) 10, 13 nee enim 
tam stultus eram tamque vere asinus. Scherzhaft Hör. ep. 1, 
13, 8 Asinaeque paternum Cognomen verlas in risum. Vgl. das 
griech. Sprichwort ^AvxqAvLog Svog (Suidas). Schol. zu Pers. 1, 59 
(auriculas imitari mohilis albas)**) stolidos esse hoc prover- 
hio significatur, — Pers. 1, 121 Auriculas asini quis non 
habet? Schol. Persius sie scripsit: auriculas asini Mida rex 
habet, sed Cornutus hoc nmtavit . . . veritus, ne Nero in se dictum 
putaret. 181. 

2) Cic. in Pison. 30, 73 Quid nunc te, asine, litteraa do- 
oeam? Non opus est verbis, sed fustibus,***) Hör. sat. 1, 1, 90 
Infelix operam perdas, ut si quis asellum In campo doceat 
par entern currere frenis, Porphyr.: Et Iwc videlicet de asino 
proverbium aut proverbiale, quia inficetum atque inurbawum 
erit, si putemus illud ad praesens a poeta fictum esse. Vgl. 
W. Borchardt, die sprich w. Redensarten p. 131 Anm. f) Cra- 
tinus fr. -229 Kock Svoi d' &7tG)riQ(o Kci^vtcci tfjg XvQag. Der Esel 



*) Doch sind die drei Stellen nicht ganz gleichwertig, die beiden 
ersten beziehen sich auf einen Einderscherz : Schol. zu Pers. a. a. 0. 
quia sölent pueri, ut ridendi causam habeanf, assem in süice plumha- 
tum figere, ut qui vidervnt se ad tollendum cum tncUnent nee tarnen 
possint evellere. quo facto pueri etiam acclamare solent. 
**) Einem Eselsohren drehen. 
***) Apost. 12, 78» övov nXriy&v of|u)ff. 

t) Über Hör. ep. 1, 20, 15 ut ille Qui male parentem in rupis 
protruait asellum s. ArchiT f. lat. Lexikogr. 3 p. 60 Anm. 



asinus 41 

ist wegen seiner Ungelebrigkeit weder für die Widsenschaften, 
noch zum Reiten geeignet. Vgl. Lucil. bei Non. p. 36,. 31 ut si 
litter as doceas lutum (28, 16 M. n. 576 Baehr.). 182. 

3) Amob. adv. nat. 6, 9 Norme tUud est, guod in vulga- 
rihusproverhiis dicitur . .. oum hominis oonsilium quaeras, 
ab asellis et poroxQis agendaram rerum sententias qnaerere? 
Wenn man einen guten Bat baben will, darf * man sieb nicbt an 
Dummköpfe wenden. 183. 

4) Hör. ep. 2, 1, 199 Scriptores autem nekTraxe putaret asello 
Fabellam snrdo, tauben Ohren predigen. Zenob. 5, 42 8vo9 t&g 
Heys (Aü&ovj 6 ÖS ta Sota iKlvei. Vgl. auris 2. surdiis. Das 
Sprichwort entstand wobl aus einer Fabel, ebenso wie 184. 

5) Hieron. ep. 27, 1 asino qnippe lyra snperflne oanit, 
nach dem griecbiscben ovog Xvgag (seil, axovmv. Diogen. 7, 33 
lid tSiv &jtaidevtfx)v), Menand. fr. 527 Kock. Lucian adv. indoct. 4 
ovog IvQag &KOVEig mv&v xa mra. Yarro sat. Menipp. ün äne 
n'entend rien de musique. Eine andere Form war ovog kv- 
gltmv (Macar. 6, 39), auf welche unser Sprichwort ^Was tbut 
der Esel mit der Sackpfeife?' zurückgeht (Düringsf. 11 n. 591). 
S. Phaedn fab. append. 12 (asinus ad lyram), Grimm, Kinder- und 
Hausmärchen n. 144 (das Eselein). Vgl. gramlus und sus 4. 185. 

6) Tertull. adv. Marc. 4, 23 Asinns de Aesopi puteo: modo 
venis et tarn exclamas, von jemand, der unerwartet dazu 
kommt und durch sein Geschrei alles stört. Ob der Hinweis 
wirklich sprichwörtlich war, mufs dahingestellt bleiben. Eine 
diesbezügliche Fabel ist nicht erhalten.*) 186. 

7) Petron 63 nam et ipse rem horrihilem narrdbo: asinus 
in tegulis, ^der Esel auf dem Dache', von einer ominösen, un- 
erhörten Erscheinung. Vielleicht ist es der Anfang einer verloren 
gegangenen Fabel. Vgl. Bahr. fab. 125. 187. 

8) ApuL met. 9, 42 summoque risu meum prospectum cavü- 
lari non desmtmt tfnde etiam de prospeota et umbra asini 
mtum est frequens proverhium. Lucian Luc. 45 k&k zote i| 
iliov TtQootov fiXd'Sv Big av^Qfhnovg 6 Xoyog oitogx ij ovov Ttaga- 
KvipscDg. Zenob. 5, 39 Svov ytaQaKvijfScag: inl t&v KaraysldaxoDg 
(iv%o(pavxovfiiv<ov. Die Entstehung des Sprichwortes wird auf eine 
ähnliche Erzählung zurückgeführt, wie die des zweiten ircsQ ovov 
(Sxiäg (Zenob. 6, 28). Diese bekannte Geschichte, welche dem 
Demosthenes in den Mund gelegt wurde, ist älter, schon Ari- 
stoph. Vesp. 191 und fr. 192 Kock und Plato Phaedr. p. 260 C 



*) Asinus in pelle leonis (Bahr. 2, 56. Avian. 5) ist eine wirk- 
liche Fabel, aas der auf die Existenz eines Sprichwortes nicht ohne 
weiteres geschlossen werden darf, wie Genthe thut (de proverb. ad 
animal. nat. pertin. p. 10). 



42 asinus 

brauchen das Sprichwort, das übrigens auch uns nicht un- 
bekannt ist (^um des Esels Schatten streiten'). Babr. fab. 2, 95. 
Vgl. caper 2. 188. 

9) Cic. de orat. 2, 64, 258 In hoc gmus coniciimtur pro- 
verhia, ut ülud Scipioms, cum Äsellus omnes provincias stipendia 
mer entern se peragrasse gloriaretur: Agas aseUnin et cetera. 
Die Vervollständigung dieses unvollständig angeführten Sprich- 
wortes ist unsicher. Gewöhnlich wird ergänzt si hovem agere 
non queas nach dem griechischen sl fiii övvaio ßovv, k'Xavv 
ovov (Zenob. 3, 54 ijcl r&v o kcctcc dvvafiiv i^ovct nQartSLv %aQ- 
syyvcaiUvmv). ^Besser den Esel treiben, als selbst Säcke tragen.' 
Danach würde also Scipio etwa haben sagen wollen: Der Feld- 
herr mufs eben auch mit schlechterem Material vorlieb nehmen. 
Vgl. mulm 4. Immerhin will diese Erklärung nicht völlig be- 
friedigen. Dem Zusammenhange würde weit mehr das zweite 
von Piderit z. d. St. angeführte Supplement entsprechen: cur- 
sum non docehitur: du bist, obwohl weit herumgekommen, 
immer noch der alte Asellus, d. fa. du bist nicht klüger geworden.*) 
Doch möchte ich dann nicht blofs Sprichwörter vergleichen wie 
unser: ^Ein Esel bleibt ein Esel, käme er auch gen Bom', ^Treib 
ein Gänschen über den Bhein' u. ä., sondern hauptsächlich auf 
die unter n. 2 angezogene Horazstelle verweisen. 189. 

10) Plaut. Aulul. 235 Hoc magnum est pericülum ab asinis 
ad boves transoendere, vom Esel aufs Bind, d. h. hier *höher 
hinaufstreben'. Plautus hat damit nur das griechische Sprich- 
wort Ätt' ovüüv Ig)' tTtnovQ (Diogen. Vindob. 1, 55 inl t&v &jtb 
(iiHQ&v Ttqbg (isl^io xcDQovvrcov. Macar. 2, 19) anwenden wollen. 
Die Vertauschung des Pferdes mifc dem Ochsen ist willkürlich 
und wenig angemessen, aber an der betr. Stelle durch den ganzen 
Zusammenhang geboten. Das Gegenteil s. unter mulus 4. 190. 

11) Tertull. ad. Valent. 19 Hoc est mulum de asino pingere 
et Ptolemaeum describere de Välentino, das eine ist nicht besser 
als das andere. 191. 

12) Petron 45 qui asinnm non potest, Stratum oaedit« 
^Man schlägt auf den Sack und meint den Esel' (Düringsf. II 
n. 270). 192. 

13) Plaut. Poen. 683 Lyc: It ad me lucrum. Call.: Bluo 
guidem, quorsnm asinus caedit oaloibus, der Gewinn geht rück- 
wärts, d. h. geht verioren, wird nicht erreicht.**) 

*) Ahnlich, aber noch weniger wahrscheinlich ist die Deutung 
H. Genthes (de proverb. ad anim. nat. pert. p. 9). Dieser vervollstän- 
digt quia bovem amiststi und will es auf die bezogen wissen, qui 
a meliore rerum statu deiecti humüius vivere coguntur, 

**) Genthe a. a. 0. p. 6 erklärt falsch de ignavis, qui pectus ad- 
versarii petere non audent, v. Wyfs, d. Sprüchw. d. röm. Kom. p. 80 
versteht es in dem Sinne von advorsum stimulum cälces. 



asparagus — Attalus 43 

14) Hör. Bat. 1, 9, 20 Demitto aiirioula4Ei ut iniguae [198. 
mentis asellus, ich lasse die Ohren hängen, ergebe mich in mein 
Schicksal. Vgl. Flato republ. 10 p. 613C xa Iota inl t&v äfitov 
h'^vxeg^ von Mutlosen und Beschämten. 194. 

15) Apul. met. 6, 26 oorium nan asini orassum, sed u. s. w. 
Ein dickfelliger Esel. Vgl. dephantus 1. 

asparagus. i95. 

Sueton Oct. 87 führt unter den Lieblingsworten des Kaisers 
Augustus an oelerius, quam asparagi ooqnuntur (ad expri- 
mendam festinatae rei velocUatem). 

Aspendius. i96. 

Cic. in Verr. 1, 20, 53 Ätque etiam ülum Aspendinm oithari- 
stam, de quo saepe audistis id, quod est Graecis hominihus in 
proverbio, quem anrnia intus oanere dicebant, sustulit de leg. 
agr. 2, 26, 68 Ätque hoc Carmen hie tribu/nus plebis non vobis, sed sibi 
intus canit, zu seinem eigenen Vorteile. Ps.-Ascon. p. 172 Orell. 
Diffküe autem, quod Aspendius citharista fadebat, ut non uteretur 
cantu utraque ma/nu, sed omnia i, e, wniversam cantionem intus et 
sinistra tantum manu complederetur, Unde omnes, quotquot für es 
erant*), a Graecis Äspendii citharistae in proverbio dice- 
hantur, quod ut üle carminis, ita isti furiorum occultatores erant, 
Valet hoc proverbium et in eos, qui multum intestinis 
suis commodis consulunt praeter honestatem, schol. Gron. 
p. 404, 2 Or. (Äspendiu^s) proverbialiter dictus est in sc 
canere solitus. Zenob. 2, 30 ^Aanivöiog Ktd'aQicx'^g: Zrjvmv 
i Mvvdiog inl z&v q>iXoxQriliat<ov g)rial tetdxd'ai xi^v naQüifilav» 

aspis s. vipera 2. 

astrnm a.j>inna 5. 197. 

Verg. Aen. 9, 641 sie itur ad astra. so wird man unsterb- 
lich. Das Wort wurde dem Anscheine nach geflügelt: Senec. 
ep. 48, 11 Sic itur ad astra? 73, 15 Credamus itaque Sextio 
monstranti pukherrimum iter et clamanti: Hac itur ad astra. 
Vgl. ardu/us, 

ater s. aJims 1. carbo. 

athleticus. i98. 

Plaut. Bacch. 248 (valet) Fanoratioe atque athletioe, er ist 

gesund wie ein Faustkämpfer, *hat Appetit wie ein Drescher'. 
Epid. 20 Valet pugilice atque athletice, 

atramentum s. ebur. 

Attalus. 199. 

Hör. carm. 1, 1, 11 Gaudentem patrios findere sarcuh Agros 
Attaliois oondioionibus Numquam dimoveas, durch glänzende 



*) Die man/UiS sinistra ist die Hand des Diebstahls. S. A. Biese 
zu Catull 12, 1 u. 47, 1. 



44 Atticus — Attius 

Bedingungen. 2, 18, 5 neque AttaLi Ignotus heres regiam occupaui 
Tertull. de ieiun. adv. Psych. 15 panem mandans postulandum, non 
et Attalioas divitias. Ohne Zweifel machte erst die Erbschaft 
der Bömer i. J. 133 v. Chr. die Reichtümer des Attalus populär, 
allein schon Flautus nennt Attalus (I.) neben Philipp (s. das.) als 
einen mächtigen und reichen Fürsten: Pers. 339 Mirum quin rcgis 
Philippi causa aut Attali Te potius vendam quam mea.*) 
Atticus s. Hymettus 1. 200. 

1) Der attische Witz stand schon bei den Griechen in 
Buf: vgl. Lucian Anach. 18. Prometh. 1 ^nvnxfiqa xhv ^Amxov. 
Die Römer sprechen oft und gern von ihm: Plaut. Pers. 394 Da- 
buntur dotis tibi inde sexcenti logi, Atque Attici omnes, nullum 
Siculum vnveneris (der sicilische Witz galt als beifsend). Cic. ad 
famil. 9, 15, 2 Accedunt non Attioi . . . sales (vgl. de orat. 2, 
54, 217). Mart. 3, 20, 9 Lepore tindos Attico sales. 4, 23, 6. 
Senec. rhet. suas. 1, 1, 6 si nasus Atticus ibi substUisset. Hieron. 
ep. 57, 12 hie lepos Atticus. adv. Rufin. 3, 21 (col. 550 Vall.). 
Apoll. Sidon carm. 23, 100 Bomanus fuit Attico in lepore.*^) 201. 

2) Vell. Paterc. 2, 23, 4 adeo enim certa Atheniensium in 
Bomanos fides fuit, ut semper et in omni re, quidquid sincera fide 
gereretur, id Bomani Attica (fide) fieri praedicarent Doch ist diese 
Erklärung sehr zweifelhaft, da schon bei den Griechen die l4rTtx^ 
TtCattg sprichwörtlich geworden war (Diogen. 2, 80. Macar. 2,60). 
Vgl. Isoer. Paneg. 45 iuxl (ptkiag siQetv TtLötotdxag . . . [lä- 
kiötcc TCaQ* 'fjfiiv eöttv'. 

[Attila. 202. 

Agnellus Script. Langob. 37 In proverbiis dicitur: Attila 
rex, priusqiiam arma sumeret, arte pugnabat.] 
attingere s. caelum 10. digitus 3. 
Attius« 203. 

Varro bei Gell. 3, 16, 13 8i quis mihi filius tmus phiresve 
in decem mensibus gignantur, ii si enmt i-voi Xvgagj exheredes 
sunto; quod si quis undecimo mense Tiara ^Agiörorilriv natus est, 
Attio idem quod Tettio ius esto apud me. Per hoc vetus pro- 
verbium, fügt Gellius hinzu, Varro significat, sicuti vulgo 
dici solitum erat de rebus nihil inter se distantibus: 



*) Berühmt waren auch Attalische Decken und Polster: Prop. 2, 
13, 22 Nee sit in Attalico mors mea nixa toro (= pretioso). (2, 32, 12 
aulaeis nobilis Attälicis.) 3, 18, 19 Aitalicas supera vestes. (4, 5, 24 
Sectaque ah Attälicis putria signa toris.) Culex 63 Attälicis apibus data 
vellera. S. Marquardt, Privatl. d. Rom. p. 534 f. 

**) Vgl. noch Ter. Eun. 1093 Dixin ego in hoc esse vobis Atticam 
elegantiam? — Tertull. apol. 39 sapientiae Atticae . . . exemplum. 
— Mart. 4, 86, 1 Si vis auribus Atticis probari. — Hieron. adv. Rufin. 1, 3 
venustate Attica, 



attondere" — audire , 45 

idem Ätti, quod Tetti, ita pari eodemque iure esse in decem 
mensilms natos et in undecimo (j^, 229E. n. 543B.). Idem Ätti 
quod Tetti*) lautete auch der Titel einer der Varronischen Satiren 
(p. 149 E.). Über die Verbindung vgl. zu Titius. Vergleichen läfst 
sich unser Sprichwort: ^Was dem einen recht ist, ist dem andern 
billig/ 

attondere. 204. 

Das Bild des Scherens (von Schafen, wie von Menschen) 
wird in volkstümlicher Redeweise mehrfach bei Plautus für 'aus- 
be utein, betrügen* gebraucht: Bacch. 1095 Is me scelus auro 
usque attondit dölis. 1125 Attonsae hae quidem anibae usque smit^ 
geschoren wie Schafe. Mercat. 526 tondetur nimium scite. Capt. 266 
Nunc senex est in tonstrina (vgl. Lorenz zu Mil. glor. 768). — 
Eigentlich sprichwörtlich ist wohl nur Plaut. Bacch. 242 tondebo 
auro usque ad vivam outem, ich will ihn bis aufs Hemd aus- 
ziehen. Fers. 829 qui me usque admutilavisti ad cutem^ augen- 
scheinlich nach griechischer Quelle. Wörtlich würde entsprechen 
^vQEi iv %Q^ (Apost. 12, 23 nebst der Note v. Leutschs), das 
aber erklärt wird inl töbv iitimvSvvfov TtQayfidxoav' ivCore yäg xal 
xov 66(icitog iq)d7tzBzai 6 aCdriQogy doch kommt der Bedeutung 
näher itQbg g>&stQa KslQaa^cct (Eubulus fr. 32 Kock. Mein.fr. 
com. 3 p. 221). Vgl noch Plaut. Capt. 268 Sed utrum strictimne 
(bis auf die Haut) attonsurum dicam esse, an per pectinem 
Nescio. Prop. 2, 16, 8 Et stolidum pleno vettere carpe pecus, beutle 
ihn aus. 

auetor s. ars 4. 

andens s. forttma 9. 

andire. 205. 

Flaut. Pseud. 1173 Contnmeliam si dioes, andies. Ter. 
Andr. 920 Si mihi perget, qnae volt, dioere, ea, quae non 
volt, andiet. Hör. sat. 2, 3^ 298 Dixerit insanum qui me, toti- 
dem audiet. Hieron. adv. Rufin. 3, 42 (col. 568 Vall.) nisi illud e 
trivio: Cum dixeris quod vis, audies, quod non vis, aut 
si tibi vUe videtur vulgare proverbium u. s. w. adv. Pelag. 1, 25 
(col. 721V.) Cum dixeris, quae votueris, audies, quae ne- 
quaquam velis. Cato monost. 10 (bei Baehr. F. L. M'. 3 p. 237) 
Audit quod non vult, qui pergii dicere, quod vult. Vgl. 
Caecilius Statius bei Gell. 6, 17, 13 Äudibis male, si male dicis 
inihi (v. 24 Ribb. com.^). Ter. Andr. prol. 22 Behinc ut quiescant 
porro moneo et desinant Male dicere, male facta ne noscant sua, 
Eun. 4. Das Sprichwort geht auf griechische Quellen zurück: 
Hom. II. 20, 250 ^0%itol6v % zX%i^^%a snog^ xolov % ina- 

•) Über diese Namensformen vgl. M. Hertz zu Gell. 3, 16, 14 und 
im Archiv f. lat. Lexikogr. 4 p. 137. 



46 auferre — aaricula 

Tiovöatg. Hesiod opp. 721 Ei 8h Kaabv einotg^ td%a k aitbg 
(iBi^ov inovCaig. Macar. 3, 49 Elnmv & d'ikstg^ äicove xal a 
(lil ^iXsig. Append. prov. 2, 17. Eurip. Ale. 704. 'Wer redet, 
was er will, mufs hören, was er nicht will' (Düringsf. II n. 249). 
*Wie man in den Wald schreit, so schreit es wieder heraus' 
(Düringsf. II n. 653). 

auferre s. differre. 

Augias. 206. 

Varro bei Non. p. 242, 17 (p. 107 R. n. 70 B.) Non Her- 
cules potest, qui Augeae egessit KOTtQov. Senec. apol. 7 in 
quos si incidisses, valde fortis licet tibi videaris, maluisses cloa- 
cas Angeae pnrgare; mülto plus ego stercoris exhausi (TertulL 
adv. nat. 2, 9 plus fimi Augias conferehat). Die Alten wenden 
die Redensart einfach auf eine schwierige Arbeit, eine Biesen- 
arbeit an, während wir mit dem Augiasstall zugleich den Begriff 
der Vernachlässigung und Unordnung verbinden. Schon die Griechen 
gingen voraus: Lucian fugit. 23 &(ietvov ^v .. . t^v xott^ov inxa- 
d-ägat ai&tg xriv AvyeCov. Pseudom. -1 ti^v Avyelov ßovata- 
(Slav • . . avana^riQuö^ai TtsiqdiSoiiat. 

auloedus. 207. 

Cic. p. Miir. 13, 29 üt aiunt in graecis artificibus, eos 
auloedos esse, qui citharoedi fieri non potnerint, sie nos 
videmus, qui oratores evadere non potuerint, eos ad iuris Studium 
devenire (citiert von Quintil. 8, 3, 79). Die Kunst des Cither- 
spiels galt als edler und schwieriger, als die des Flötenspiels 
und stand daher, zumal in Athen, in gröfserem Ansehen. Die 
griechische Form ist mir unbekannt. 

aura s. aer 3. ventus 1. 2. 5. 

aureus s. aurum 2. 208. 

Yerg. ecl. 4, 6 redeunt Satnmia regua, das goldene Zeit- 
alter kehrt wieder (Aen. 6, 793). Suet. Tib. 69 Anrea mutasti 
Satumi saeeula, Caesar. Ov. art. am. 2» 277 Aurea sunt vere 
nunc saeeula. Calpum. ecl. 1, 42 Aurea secura cum paee rena- 
scitur aetas. Senec. rhet. controv. 2, 15, 7 nos nimium fdici et 
aureo, quod aiunt, saeculo natosf (Senec. ep. 115, 13 quod Opti- 
mum videri vol/unt saeculum, aureum appellant (sc. poetae), 
de dem. 2, 1, 30 vocem . . . dignam, cui redderetur antiquum ülud sae- 
culum. Lact. inst. 7, 2, 1. 7, 15. (Apoll. Sidon. ep. 5, 8, 2 Satumi 
aurea saecla quis requirat?) Wir leben wie im Paradiese. 

aurichalcum s. aurum 1. 

auricula s. asinus 14. 209. 

1) Cic. ad Qu. fr. 2, 15, 4 (me) fore orioula infima scito 
molliorem. CatuU 25, 2 mollior . . . imula orieilla, Am m. 
Marceil. 19, 12, 5 ima, quod aiunt, auricula mollior, weicher 
als das Ohrläppchen. Vgl. Hör. sat. 2, 5, 32 gaudent praenomine 



auris 47 

molles Äuriculae. Pers. 1, 107 Sed quid opus teneras mordaci 
rädere vero Äuriculas?*) 210. 

2) Zu Hart. 5, 77 Narratur helle quidam dixisse, Marulle, 
Qui te ferro oleum dixit in auricula bemerkt Eriedlaender: 
'Soll vielleicht nur die schiefe Kopfhaltung bedeuten, womit sich 
aber wohl noch ein anderer uns unbekannter Sinn der vielleicht 
sprichwörtlichen Eedensart verbindet/ W. Gilbert (in Fleckeisens 
Jahrb. Bd. 135 p. 145): Das Epigramm bezieht sich vielleicht 
auf einen mit reichlichen Ohrenausscheidungen Gesegneten. Von 
ihm heifst es dann, dafs er das öl, das er (zum Salben nach dem 
Bade) brauche, im Ohre (statt im Fläschchen) bei sich trage. 
Dagegen erklärt 0. Crusius (Rh. Mus. 44 p. 457) in Anlehnung 
an Erasmus und Gilb. Cognatus: oleum ore ferre si rede is 
dkitw, qui verhis Ula/ndientihus adulatur (Psalm. 55, 22), tum au- 
ricula oleum fert, qui perattente alterum au di endo germanum se 
praestat assentatorem. Ist letztere Erklärung zutreffend (und 
ist sie wahrscheinlich), sa liegt allerdings eine sprichwörtliche 
Wendung zu Grunde. 

anris s. Itippiter 3. lupus 9. oculus 9. 10. 211. 

1) Plaut. Pseud. 123 De istac re in oculum utrumvis oon- 
quiescito. Cal. Utrum in oculum anne i/n aurem? Ps. Hocpervol- 
gatum est nimis, Ter. Heaut. 341 Ädemptum tibi iam faxo 
omnem metum, In aurem utramvis otiose ut dormias, du kannst 
dich beruhigt und sorglos aufs Ohr legen. Symmach. ep. 4, 61, 1 
Tuentius tuus in utramvis aurem somnum capessat, Menander 
fr. 402Kock bei Gell. 2, 23, 9 in' &ii(p6tsQov . . . (liXlst, 
üci^evdri08iv (Mein. fr. com. 4 p. 189). Apost. 7, 72*. Append. 
prov. 2, 78 in ificporsQa Ttad-evösi ra mrcc: inl r&v e%(o <pQovxlöog, 
Variiert wird die Redensart bei Cic. ad Att. 13, 24 Sed quoniam 
tu susdpis, in alteram aurem, lege ich mich beruhigt aufs 
andere Ohr. Plin. ep. 4, 29, 1 nihil est, quod in dextram aurem 
fiduda mei dormias, wohl weil man auf dem rechten Ohre tiefer 
schlafe. 212. 

2) Liv. 3, 70, 7 haud snrdis auribns diota. 40, 8, 10 
vereor ne va/na surdis aurihus cecinerim, dafs ich Hauben 
Ohren gepredigt' habe. 24, 32, 6 sed surdae ad omnia aures 
cmätae multitudinis erant Prop. 2, 20, 13 De te quodcumque ad 
surdas mihi dicitur aures. Senec. ad Marc, de consol. 1, 6 surdas 
aures inrito. Symmach. ep. 9, 69 (64) quidquid attuleris surdis, 
ut aiunt, aurihus ingeretur, Hieron. adv. Pelag. 3, 11 (col. 793 
Vall.). Ego ad loquendum surdis aurihus {seih paraius sum), Sulpic. 



*) Sprichwörtlich klingt Cic. ad Qu. fr. 3, 4, 2 Äd inimiciticis res 
venisset ... auriculam fortasse mordicus abstuUsset. S. Suringar, 
Erasmus p. 34. 



48 auris 

Sev. dial. 2, 8, 1 surdis aurihus audientur. Sever. episc. Maior. epiist. 
de lud. (bei Migne 20 col. 746) tarn diu cassa verha surdis auri- 
hus ingerentes nihil profecissemus. Vgl. Ov. am. 3, 7, 61 Quid iuvet, 
ad swrdas si cantet Phemius aures? Gleichbedeutend ist das ein- 
fachere surdis canere (s. unter surdus). — Die Bedensart gilt 
jedoch nicht blofs von dem, der auf Ermahnungen und Lehren, 
sondern von dem, welcher auf Bitten und Vorstellungen nicht 
hört: Ter. Heaut. 330 orando surdas iam auris reddideras 
mihi. Curt. 6, 11, 15 gentium iura nequiquam apud surdas aures 
invocäbat. 9, 2, 30 Surdas iam dudum aures puJso. Plin. paneg. 26 
plerique inritis precibus surdas principis aures öbsirepeba/nt. ^Es 
giebt keine ärgeren Tauben, als die nicht hören wollen' (Düringsf. II 
n. 427). 213. 

3) Wer nicht hören will, verstopft sich auch wohl die 
Ohren. Dies wird gern in Beziehung gesetzt zu der bekannten 
List des Odysseus gegenüber den Sirenen (Hom. Od. 12, 165 ff.): 
Hör. ep. 2, 2, 105 Obturem patulas . . . legentibus auris. Amm. 
Marcell. 27, 11, 6 nee exorari posset nee ad ignoscendum erro- 
ribus inclinari, ideoque aures eius non cera, sed plumhis 
videbantur obstnictae. 29, 2, 14 ut videretur aures occlu- 
sisse ceris, Ambros. de fide 1, 6, 47 clausa quodammodo prae- 
terire aure debemus, de incarn. domin. 3, 14 Quid aures tarn- 
quam cera et plumbo clauditis? ep. 51, 3 non auäirem? Sed aures 
non possum cera veterum fäbularum claudere, Hieron. adv. ßuf. 3, 
11 (col. 540Vall.) aurihus ohturatis redpis, vit. Hilar. praef. 
(col. 14 V.) Verum destinato operi imponam manum et Scyllaeos canes 
ohiurata aure transiho. Apoll. Sidon. ep. 9, 6, 2 Ulixeas, ut ferunt, 
ceras aurihus figens fugit adver sus vitia surdus, taub gegen Ver- 
suchungen. Vgl. Ennod. p. 72, 25 Vog. credo more aspidis clausa, 
ut aiunt, aure transivit. Ebenso schon die Griechen: Apost. 9, 77 
KrjQOv xoig &6lv iTtaXEifpsig: STtl r&v naQctitovfiivoDV axovöai 
xivoav Sirs g)avkG)v etre öTtovöalcov, luven. 9, 148 ff. Vgl. Siren. 214. 

4) Verg. ecl. 6, 3 Cynthius aurem Vellit et admonuit, er- 
innerte, mahnte mich. Senec. ep. 94, 55 Sit ergo äliquis custos 
et aurem subinde pervellat. de benef. 5, 7, 6 dicere solemus: 
Sine, loquar mecum, et: ego mihi aurem pervellam, will mich 
selbst am Ohre ziehen, es nicht vergessen, de benef. 4, 36, 1 et 
aurem mihi pervellam. de vit. beat. 10, 3 virtus . . . aurem per- 
velUt. Copa 38 Mors aurem vdlens: Vivite, ait, venia. Calpum. 
ecl. 4, 155 vellit nam saepius aurem Invida, paupertas. Amm. 
Marcell. 22, 3, 12 Adrastia aurem, quod dicitur, vellens monens- 
que. Das Ohr galt und gilt noch jetzt als Sitz des Gedächt- 
nisses: Plin. nat. bist. 11, 45, 251 est in aure ima memoriae locus, 
quem tangentes antestamur (vgl. Hör. sat. 1, 9, 76). Wir sagen: 
^Sich etwas hinter die Ohren schreiben.' 



aurum 49 

[5) Ter. Andr. 933 Arrige siirisl spitz die Ohren, höre [215. 
aufmerksam zu. Verg. Aen. 1, 153 arrectisqtie aurilms adstant. 
(12, 616). Prop. 3, 6, 8 suspensis auribus ista hibam. Boeth. 
cons. phil. 3, 1 arrectis adhuc auribus. Cassiod. var. 11, 8 (Migne 
69 col. 834) arrectis auribus sustinetis. Doch scheint es nicht, 
dafs die Römer die Wendung noch als proverbiell empfanden, 
wie sie denn Donat zu Ter. a. a. 0. nur als eine translatio a 
pecudibus bezeichnet (so wirklich von Tieren bei Verg. Aen. 2, 
303. Ov. met 15, 516). Die Griechen zählen wie wir die Formel 
oktIv löT&ötv unter die sprichwörtlichen (Diogen. 8, 74).] 216. 

6) Hieron. ep. 117 praef. Postguam enim arguendo crimina 
factus sum criminosus et iuxta tritum vulgi sermone prover- 
hium iurgantibus et negantibus cwnctis nee aures me oredo 
habere nee taotum, ipsique parietes in me mäledicto resonaruM 
.... coactus mälo tacere didici, als mir Hören und Sehen 
verging. 

anmm s. animus 2. hamus 3. ignis 2. lu/tum 6. tnediocrUas. 
mons 1. 2. Tolosa. 217. 

1) Flaut. Epid. 411 Non oaxus est auro contra. Trucul. 538 
iam mi auro contra constat filius. Curcul. 201 Äuro contra cedo 
modestum amaiorem. Fseud. 688 aurichalco contra non carum fuit. 
Mil. glor. 660 Cedo tris mi homines aurichalco contra cum istis 
moribus. 1076. Fetron 76 et tunc erat contra aurum, goldes- 
wert. Vgl. ladoyvQog Aeschyl. Agam. 959. — Lucr. 4, 926 carior 
auro. CatuU 107, 3 est carius auro. TibuU 1, 8, 31 Carior est 
auro iuvenis. Ov. met. 8, 79. ex Font. 2, 8, 5. Maxim, eleg. 1, 19. 
Aeschyl. Choeph. 372 %Qela6ova XQVdov. 218. 

2) Flaut. Bacch. 640 HnnQ hominem deoet auro expendi, 
huic decet statuam statui ex auro, man sollte ihn mit Gold 
aufwiegen oder in Gold fassen. Vgl. Verg. ecl. 7, 36 aureus 
csto, Lucian Fseudol. 14 XQvaovg^ (paölv^ iv ^Olv(i7tla ard- 
^Titu Theoer. id. 10, 33 xqvösoi &fiq>6xsQ0i % ivsKsliiB^a va 
^A(pqoUca, Apost. 18, 41. An eine (chryselephantine) Statue 
dachte auch Fers. 2, 58 sitque Ulis aurea barba und Fetron 58 
non deridebis licet barbam auream häbeas.*) 219. 

3) Fetron 43 in mann iUins plnmbnm aurum fiebat, 
von einem Glückspilze. Man denke an die Midasfabel. 220. 

4) Flaut. Bacch. 332 Quin habeat auro soocis snppactujn 
solum, er hat goldene Sohlen an den Schuhen, von einem steinreichen 
Manne. Die Hyperbel dürfte wohl sprichwörtlich gewesen sein. 
Vgl. auch Flin. n. h. 33, 14, 50. Athen. 12 p. 539 C. 221. 

5) Verg. Aen. 3, 57 Quid non mortalia pectora cogis Anri 
Sacra famesl Der Satz wurde nach dem Zeugnisse des Macrob. 



*) S. O. Jahn zu Fers. 2, 68. 

Otto, Sprichwörter der Römer. 



50 auspicimn — avaritia 

sat. 5, 16, 7 zu einem geflügelten Worte: Porphyr, zu Hör. 
epod. 7, 20. Priscian, praeexercit. p. 433, 9K. Anthol. lat n. 119, 3 
(ed. Baehr.): Äuri dira fames et non expleta libido. comment. 
Bern. p. 95, 25. Laus Pison. 219 nee enim me divitis auri Im- 
periosa fames et habendi saeva libido Impulerunt, Hieron. vit. 
Paul. Eremit. 4 (col. 4 Vall.) Verum quid pectora humana cogit 
auri Sacra fames I Butil. Namat. itin. 356 Äuri caecus amor dual 
in omne nefas, 222. 

6) Hör. carm. 3, 16, 9 Äurum per medios ire satellites 
Et perrumpere amat saxa potentius Ictu fulmineo. Apul. 
mei. 9, 18 cum . . . auro soleant adamantinae etiam perfringi 
fores. Menand. monost. 538 iQvobg d^ avolysi ndvxa % atöov 
TtvXag. 'Gold geht durch alle Thüren' (Düringsf. I n. 612). Wer 
erinnerte sich dahei nicht jenes dem König Philipp von Mace- 
donien in den Mund gelegten Ausspruches omnia castella expugnari 
passe, in quae modo asellus onustus auro posset ascendere (Cic. ad 
Att. 1, 16, 12. cf. Hör. carm. 3, 16, 13)? l/iQyvQaig k6y%aig fiaj^ov, 
xal jravTcov KQcetiqasirg (Diogen. 2, 81). Plut. Aemil. Paul. 12, 6. 
Zum Beweise für die Allmacht des Goldes wird von den Dichtern 
gern auf die Danaefabel hingewiesen (vgl. Hör. carm. 3, 16, 5 ff. 
u, ö.). Ähnlich sagte Verres nach Cic. Verr. act. I 2, 4 nihil 
esse tam sanctum, quod non violari, nihil tarn munitum, quod 
non expugnari pecunia possit 

[auspicinm. 223. 

Hieron. praefat. in reg. Pachom. (col. 53 Vall.) (ut) et bono, 
quod aiunt, auspicio longum silentium rumper em, unter guten 
Auspicien, ist blofs ein uneigentlicher Ausdruck.] 

AutolyCUS. 224. 

Plaut. Bacch. 275 Beceptus sum: Autolyoo hospiti aurum 
credidi. Mart. 8, 59, 4 Non fuit Autolyci tam pipßrata manus, 
so diebisch und trügerisch. Über Autolycus s. Serv. zu Verg. 
Aen. 2, 79. Ov. met. 11, 313. 

avarus^ ayaritia s. as 4. 225. 

1) Publil. Sjr. 628 Tarn deest avaro, quod habet, quam 
qnod non habet, citiert von Senec. rhet. controv. 7, 3, 8. 
Quintil. 8, 5, 6. 9, 3, 64. Dafs der Spruch lange fortlebte und 
bekannt blieb, zeigt auch Hieron. ep. 53, 10 Äntiqu^m dictum est: 
Avaro tam deest u. s. w. 226. 

2) Publil. Syr. 236 Inopiae desunt multa, avaritiae onmia, 
citiert von Senec. rhet. controv. 7,3,8. Senec. ep. 108, 9. Salvian 
ad eccles. 4, 20. Der Gedanke wird auf Aristoteles zurückgeführt 
bei Maxim. Tjr. 12, 14 lAQiarotilovg: '^ nsvia nolX&v ioxiv 
ivÖEi^g^ 'fj öe anlriaxla navcav, ^Der Armut geht viel ab, 
dem Geize alles' (Körte n. 365). ^Des Geizes Schlund ist ohne 
Grund' (Düringsf. I n. 556). 



avis 51 

3) Hör. ep. 1, 2, 56 Bemper avarus eget war ent- [227. 
weder von vornherein sprichwörtlich, oder wurde geflügelt: Hieron. 
ep. 100, 15 eget semper qui avarus est Ps.-Seneca de mor. 101. 57 
Quae est nmxima egestas? avaritia. Poet. aev. Carol. 2 p. 372 Quia 
teste poeta semper avarus eget. *Je mehr der Geizige hat, je weniger 
wird er satt' (Körte n. 2325). Vgl. Cic. parad. 6, 3, 52. — Senec, 
ep. 94, 43 führt unter anderen kurzen und bekannten praecepta 
an Avarus animns nullo satiatur luoro (Publil. Syr. v. 55 
Meyer. Ribb, com. ine. v. 81). Pred. Salom. 4, 9 Wer nach Gelde 
geizt, wird des Geldes nie satt. — Hör. carm. 3, 16, 28 Magnas 
inter opes inops (vgl. ep. 2, 2, 146 ff.). Senec. ep. 74, 4 genus 
egestatis gravissimum est, in divitiis inopes, Ambros. ep. 38, 3 
fiüt in summis divitiis inops. Spr. Salom. 13, 7 Mancher ist 
arm bei grofsem Gut. * *Geiz ist die gröfste Armut' (Düringsf. I 
n. 557). 228. 

4) Publil. Syr. 234 In nnllo avarus bonus est, in se 
pessimus (= Senec. ep. 108, 9). ^Der Geizige ist keinem gut, 
ihm selber der ärgste' (Körte n. 2331. Vgl. Düringsf. I n. 558). 
Ob der Satz schon den Alten sprichwörtlich war, bleibt unent- 
schieden. Vgl. hene. 229. 

5) Cato bei Gell. 11, 2, 2 Ex quo libro (de moriJms) verha 
haec swnt: Avaritiam omnia vltia habere putabant (p. 82 Jord.). 
rhet. ad Hörenn. 2, 22, 34 Avaritia hominem ad quodvis maleficium 
mpellit. Ambros. de off. 2, 17, 89. de poenit. 8, 75. Hieron. 
ep. 12, 6 und 125, 2 radix omnium malorum avaritia nach 
Paul, ad Timoth. 1, 6, 10. Vgl. Quintil. 9, 3, 89 crudelitatis mater 
est avaritia und vollständiger bei Eutil. Lup. 2, 6 Nam crude- 
litatis mater avaritia est, pater furor (ein Dichterwort). 
Der Gedanke ist aber älter. Diogenes bei Diog. Laert. 6, 50 ti^v 
(piXaQyvQCav shts (itjXQdTtohv Ttdvrcov x&v xorxcov (ebenso Bion bei 
Stob. flor. 1, 38). Append. proverb. 5, 17 -^ q>doxQri(io<SvvYi i»>'fixriQ 
xofxdrt^Tog aTtdarig. ^Der Geiz ist die Wurzel alles Übels' (Düringsf. I 
n. 558). 230. 

6) Publil. Syr. 23 Avarus nisi cum moritur, nil recte 
facit. Manutius und Binder führen den Satz als Sprichwort an, 
ob mit Becht? Logau: 'Ein Geizhals und ein fettes Schwein 
Uns erst im Tode nützlich sein.' Ebenso im Italienischen und 
Französischen. 

ayis. 231. 

1) Plaut. Bacch. 290 Neque aves, neque venti oitius, schnell 
wie ein Vogel. Vgl. ventus 5. ' 232. 

2) Pers. 1, 46 Quando hoc rara avis est, ein seltener Vogel. 

Schol. translatio est a phoenice. proverbialiter dicunt rar am 

avem eam, quam post longum tempus videmus, luven. 6, 165 

Bara avis in terris nigroque simillima cycno. Hieron. adv. 

4* 



axis — Babylo 

in. 1, 47 (col. 315 Vall.) si bona fuerit et suavis tixor, quae 
en rara avis est (= Senec. fr. 66). adv. Pelag. 2, 11 (col. 754) 
d nos rara avis est. adv. Helvid. 20 (col. 228) quae rara avis 
*) Der seltene Vogel ist aber nicht, wie der Scholiast zu 
sius meint, der Phönix, sondern der auch nns wohlbekannte 
fse Rabe. Cic. ad famil. 7, 28, 2 quod quasi avem albam 
ntur hene sentientem dvem videre, luven. 7, 202 Felix ille 
en oorvo quoque rarior albo. Letzteren Vergleich haben 
m die Griechen: Macar. 5^ 52 Xevxbg KOQavag: inl x&v 
vdtcDv. Galen tvsqI övva(i, qyvö. 1, 17 XsvKm xolvvv %axa 
7taQ0t(ilav SoMS KOQaat., 233. 

3) Plaut. Men. 919 Soleamne esse avis squamosas, pisois 
natos? Nach Wortmann, de compar. Plaut, et Ter. p. 38 eine 
io proverhialis, qua res ineptissima et insana indicatur, Immer- 

ist das zweifelhaft. 234. 

4) Plaut, bei Serv. zu Verg. Aen. 6, 205 (v. 289 p. 76 
iter) Ipsa sibi mortem creat.**) Isid. orig. 12, 7, 71 turdela, 
si maior tu/rdus, cuius stercore viscum gener ari putaiur, unde et 
verhium apud antiquos eraty malum sibi avem cacare. 

Alten glaubten nämlich, der Same der Mistel, woraus der 
^elleim bereitet wurde, gehe erst auf, wenn er durch den Leib von 
:eln gegangen sei (Plin. n. h. 16, 247. Athen. 9 p. 394 E).***) 
raucht wurde das Sprichwort wohl von dem, der, ohne es zu 
sen und zu wollen, durch seine Thätigkeit sich selbst schadet. 

Griechen sagten Ix rov ßobg 'Ij fidöu^ (Append. prov. 2, 49). 

axis. 235. 

Mart. 2, 77, 1 Cosconi, qui longa putas epigrammaia nostra, 
Lis iinguendis axibus esse potes. Dazu bemerkt Fried- 
ler: *Die älteren Erklärer erkennen hierin wohl mit Recht 
1 sprichwörtliche Redensart. Leute, die zum Schmieren der 
sen gut sind, sind solche, denen nichts schnell genug geht.' 

B 

Babylo. 236. 

Ter. Ad. 914 iuhe nunciam Dinumeret ille Babylo viginti 
as, jener Nabob. Stat. silv. 3, 2, 1S7 .Äntiquae Bäbylonis 
f. 5, 1, 60 Babylonos opes. Vgl. Persa 1. — Hieron. ep. 
», 7 contempserunt Babylonias dapes. Diogen. 3, 14 (Paroe- 
gr. II p. 38) Mfiöi,7iri xQdTte^a: iTcl r&v avnoQoav, 



*) Hör. sat. 2, 2, 25 quia veneat auro Bara avis hat damit nichts 
>hun. 

**) So die Hss. und Winter. Burmann wollte cacat, wohl mit 
bt. 
***) Vgl. auch Wölfflins Archiv f. lat. Lex. 3 p. 66. 



balbus — basis 53 

balbus, 237. 

Hieron. ep. 50, 4 est guippe proverhium balbuxn melius 
balbi verba cognosoere, Leute von gleicher, wenn auch geringer 
Bildung oder Stellung verstehen einander am besten. ^De eene 
stamelaar verstaat den andern wel' (Düringsf. II n. 294). 

barathrnm s. cloaca. terra 3. 238. 

[Apul. met. 2, 6 tantum a cautda Pamphües äbfui, ut etiam 
nitro gestirem ... in ipsum barathrum saltn oonoito praeoi- 
pitare, von dem unvorsichtigen, der blindlings in den Abgrund, 
d. h. ins Verderben stürzt. 2, 25 me somnus in imum bara- 
ihr um . . . demergit. Vgl. Hör. sat. 2, 3, 59 Hie fossa est ingens, 
hie rupes maxima: servaf a. p. 458 Si veluti merulis intentus de- 
ddit auceps In puteum foveamve. Doch scheinen hier blofse Me- 
taphern vorzuliegen.] 

barba s. aurum 2. 239. 

Hör. sat. 1,3, 133 vellunt tibi barbam Lascivi pueri, 
lausen dir den Bart*), d. h haben keinen Bespekt vor dir, spotten 
und machen sich lustig über dich. Da der Bart ein Zeichen der 
männlichen Würde ist, so galt es seit def~ ältesten Zeit als eine 
schwere Beleidigung, jemanden am Barte zu ziehen. Pers. 1, 133 
Si Cynico barbam petulans Nonaria vellat 2, 28 Iddrco stoli- 
dam praebet tibi vettere barbam luppiter? Mart. 10, 90, 9 noli 
Barbam vettere mortuo teoni. Vgl. die Erzählung bei Liv. 5, 41, 9. 
S. leo 6. 

basiliscus. 24o. 

Amm. Marcell. 28, 1, 41 nihiJo tenior fuit et iam longins 
nocens ut basilisci serpentes, vom schädlich gehaltenen Basi- 
liskenblicke. Vgl. anguis. 

[basis. 241. 

Senec. ep. 76, 31 cum basi illum sna metiris, du über- 
schätzest ihn, indem du wie bei einer Statue das Piedestal mit 
in Anrechnung bringst. Der Vergleich gilt als sprichwörtlich. 



bacalnsiae. 

Patron 41 postquam . . . omnis bacalusias consutnpsi, nach 
Georges: nachdem ich alle Nüsse geknackt hatte, d. h. nachdem ich 
niich in allen möglichen Konjekturen fruchtlos erschöpft hatte. Doch 
ist die Lesart ganz ungewifs. 



*) Bei Horaz ist der Philosophenbart gemeint {sapiens barba 
Hör. Bat. 2, 3,* 35). Bart und Mantel als Charakteristikum eines 
Philosophen bei Gell. 9, 2, 4 Video, inquit Herodes (sc. ÄUicm), bar- 
bam et paltium, phitosophum nondum video. 13, 8, 6 Tiomines ignavi 
ac desides, operti barba et pallio, Lactant. 3, 25, 6 mysterium eius 
harha tantum celebratur et paÜio. 5, 2, 3. S. auch v. Leutsch zu Apost. 
6, 93 e {&nb ndnycavog (pLX6ao€poL), 



Batavus — bellus 

;h scheint es dem Zusammenhange nach wahrscheinlicher, dafs 
dem Seneca angehört]. 

Batayns. 242. 

Mart. 6, 82, 5 Cuius nequitias iocosque novit, Aurem qui 
\do non habet Batavam, ein un^^ebildetes Ohr. Vgl das grie- 
ische Sprichwort Boidxtov ovg (Diogen. 3, 46), S. Boeotus. 

beatns s. hellus. 

Bellerophon. 243. 

Plaut. Bacch. 810 Bellerophantam tuos me feoit ßms: 

yomet tahellas tetuli, ut vincirer, es war ein üriasbrief. Zenob. 

87 B£XkEQoq)6vxrig rct yQttfi(iatcc. Diogen. 5, 45 xa<9'' iav- 

}V B6kksQoq>6vrrig: inl z&v nad"^ iccvx&v xi noiovvxmv. Zur 

iche 8. Hom. 11. 6, 152 ff. 

bellum 8. gäleatm. 244. 

[1) Publil. Sjr. 465 Frospioere in paoe oportet, quod 
ellum luvet. Veget. de re milit. 3 praef. qui desiderat 
acem, praeparet bellum, Dio Chrysost. de regn. orat. 1 
ng fidhaxa 7CoXe(ietv naQsöKSvaöfiivoigj xovxotg fidhaxa e^eoxiv 
Iqtivyiv ayeiv. *Wer Frieden haben will, mufs zum Kriege rüsten' 
Düringsf. I n. 517). Vgl. Liv. 6, 18, 7 ostendite modo bellum, 
acem habebitis. Der Gedanke war demnach von den Alten mehr- 
ach ausgesprochen, dafs er sprichwörtliche Geltung erlangt 
latte, ist bei der Verschiedenheit der Form schwerlich an- 
;unehmen.*)] 246. 

[2) Auch der Gedanke, dafs ^im Kriege das Letzte nicht 
ler Krieg,' sondern der Friede ist, wird von den Bömem viel- 
ach ausgesprochen: Cic. Phil. 7, 6, 19 Quare si paoe trul vo- 
umuB, bellum gerendnin est (de offic. 1, 23, .80 Bellum ita 
mscipiatur, ut nihil aliud nisi pax quaesita videatur), Comel. Nep. 
Spam. 5, 4 paritur pax belle. Stat. Theb. 7, 554 saevis pax 
luaeritur armis. August, de civit. dei 19, 12 Omnis hämo etiam 
)eUigerando pacem requirit Cato monost. 91 Ärma, nisi ut sum- 
noveas, ne sumpseris. Vgl. Gurt. 7, 30 Bellum vitando alemus. 
Chucyd. 1, 124 iK TCoXifiov fiev yccQ slgrivri (i&kXov ßeßatovxai. 
Trotz seiner Verbreitung hat aber auch dieser Satz sich an- 
icheinend nicht zur festen Form eines Sprichwortes kondensiert.**)] 

bellus. 246. 

Aulul. p. 18, 23 Peip. Eho, Querole, numquam audisti: Nemo 

*) Vgl. E. Wölfflin, Krieg und Frieden im Sprichworte der Römer 
Sitzungsber. der bayr. Akad. d. Wiss. 1887 p. 202)^ wo auch darauf hin- 
gewiesen wird, dafs die Form si vis pacem, para bellum nicht 
intik ist. 

**) Ob die Antwort des alten Cato bei Liv. 34, 9, 12 bellum se 
psum alet wirklich einen vom Altertume nicht blofs praktisch ge- 
Ibten, sondern auch in dieser Form ausgesprochenen Grundsatz wieder- 
sieht, ist ebenfalls mehr als zweifelhaft. 



belua — bestia 55 

gratis bellus est? Niemand ist yollkommen glücklich, das Glück 
mufs immer durch einen Mangel erkauft werdet. Vgl. Hör. 
carm. 2, 16, 27 nihil est ah omni Parte heatum. Aristopb. Ran. 
1217 = Eurip. fr. 662 N. oir. eauv Saug %6lvx &viiQ evdaifiovet 
(Menand. monost. 627). Eurip. fr. 46 N. Vgl. honus 1. 

belua s. hestia 1. 2. 

bene s. henefidum 1. 2. celeriter. patria, 247. 

Plaut. Pseud. 1134 Qui neque tibi bene esse patere, et 
Ulis, quibas est, invides, du gönnst dir selbst nichts Gutes und 
beneidest andere darum (von Geizigen). Trin. 352 Quando equi- 
dem nee tibi hene esse pote pati neque alteri, der du weder 
dir selbst, noch anderen etwas gönnst. Vgl. avan^ 4. 

beneflcium. ^ 248. 

1) Publil. Sjr. 235 Inopi beneflcium bis dat, qui dat 
celeriter. 141 Duplex fit bonitas, simul accessit celeritas, 
44 Bis est gratum, quod opus est, si ultro offeras. Schon Ennius 
bei Non. p. 510, 10 ßim quidquid des, des celere (p. 154Vahl. 
n. 457 Baehr.). Vgl. Auson. epigr. 83, 1 (86, 1 Seh.) Si bene quid 
facias, facias cito nach dem Griechischen der Anthol. Pal. 10, 30 
^SlmccL i&qixeg yXv%Eq6xEQcii, *Wer bald giebt, giebt doppelt' (Dü- 
ringsf. I n. 142). Vgl. celeriter. 249. 

2) Plaut. Bud. 939 bonis, quod bene fit, hau perit. Pu- 
blil. Sjrr. 55 Beneficium dando accepit, qui digno dedit. (Vgl. 78 
Beneficium dignis ul)i des, omnes obliges). Der Satz könnte sprich- 
wörtlich gewesen sein. Vergleichen läfst sich unser Sprichwort: 
^Wohlthun trägt Zinsen' (Düringsf. II n. 680, wo auch zahlreiche 
Parallelen aus romanischen Sprachen zu finden sind). Vgl. 
amicus 3.*) 

bestla. 250. 

[1) Plaut. Poen. 1293 mala illa bestia est. Bacch. 55 
mala tu es bestia. Vgl. Menander fr. 488 Kock (Mein. fr. com. 4 
p. 214) noXX&v .... &riqC(ov . . . fiiyKStöv icxi Q"riqlov yvvrj. Und 
so wird belua als Schimpfwort gebraucht: Plaut. Trin. 952. Most. 
569. 619. Rud. 543. Ter. Phorm. 601. Eun. 704 u. a. Cic. p. 
Sest. 7, 16 taetram irnmanemque beluam.] 251. 

2) Cic. in Verr. 3, 9, 23 quem (seil, odorem) ut aiunt, ne 
bestiae quidem ferre possent. Catil. 2, 9, 20 ut iam ista non 
tmäo homines, scd ne pecudes quidem mihi passurac esse 
videantur. Derselbe Gegensatz auch bei Caecil. v. 94 Ribb. d 
homini et pecubus omnibus. ad Att. 1, 16, 6 quod omnes non 



/ 



*) Senec. de benef. 1, 2, 2 nemo beneficium in calendaria 
scribit ist die Quelle des modernen Sprichworts: 'Wohlthaten schreibt 
man nicht in den Kalender' (Düringsf. II n. 678). Ob aber der Satz 
acbon bei den Alten gangbar war, möchte zu bezweifeln sein. 



56 bibere — bolus 

modo homines, verum etiam pecudes factum esse sdant de orat. 

2, 36, 153 iäem exlstimavi pecudis esse, non hominis, parad. 1, 

3, 14 Quae quidem mihi vox pecudum videtur esse, non homi- 
num. Philipp. 2, 12, 30 Sed sfuporem hominis, vel dicam pe- 
cudis attendite, in Pison. fr. 14M. te heluam ex utero, non 
hominem fudit. Hieron. adv. Pelag. 1, 7 (col. 701 Vall.) nemi- 
nem me putas, an heluam? Vgl. hipes, 252. 

3) Apul. apol. 97 quasi oaeca bestia in oassuni hiavit 
erinnert an das griechische Sprichwort XvKog B%avBv (Diogen. 
6, 20 iitl t&v T^g Ihtlöog &7toxvy%av6vrG}v). S. lupus 1. 

bibere s. Parthus. 253. 

[Cic. Tusc. ö, 41, 118 Mihi quidem in vita servanda videtur 
lila lex, quae in Graecorum conviviis ohtinetur: ant bibat, 
inquit, aut abeat, sauf oder lauf (1} jtt^i 1) anid'i)^ d. h. man 
mufs sich in die Welt schicken, wenn man mit der Welt ver- 
kehren will. Doch mufs man aus dem Wortlaute der Stelle 
schliefsen, dafs es Cicero selbst war, der der griechischen Formel 
die erweiterte Bedeutung gab. Vgl. Plato Theaet. p. 169 B Aa- 
Kedaifiovioi (lev yccQ &nodveöd'cci ^ &nUvat hbXbvovöiv,^ 

bllls s. mel 2. 

bipes. 254. 

Cic. de domo 18, 48 omninm non bipedum solum, sed etiam 
quadripedum impurissimo. Plin. ep. 1, 5, 14 Begulus omnium 
bipedum nequissimus, Alexander bei Ael. Lamprid. vit. Alex. 9 
nie omnium non solum bipedum, sed etiam quadrupedum spur- 
cissimus. Apul. met. 4, 10 omnium bipedum nequissimu>s Chry- 
seros. Vgl. Laberius v. 92 Ribb. bipedem bliteam bduam. Eine 
vulgäre Phrase. 

bis s. beneficium 1. imperare, lapis 6. senex 1. 

blatta. 255. 

Laberius v. 94 Ribb. (Non. p. 543, 26) Amöre cecidi, tam- 
quam blatta in pölvim, wie eine. Schabe ins Wasserbecken, wo 
sie verloren ist. 

[BoeotU8. 256. 

Hör. ep. 2, 1, 244 Eoeotum in orasso iwrares aere natum. 
S. TertulL de anim. 20 Thebis hebetes et brutos nasci relatum est. 
Cic. de fato 4, 7. Corn. Nep. Alcib. 11, 3. Diogen. 3, 46 Boi6xiov 
ovg. Greg. Cypr. 1, 91 BoiAxiog i/ovg.] 

bolus. ' 257. 

Ter. Heaut. 673 Crudor bolmn mihi tantum ereptum 
tarn desubito e fauoibus, dafs mir der Bissen vor dem Munde 
weggenommen, d. h. ein Vorteil entrissen ist, dessen ich sicher 
zu sein glaubte. Lucil. bei Non. p. 36, 19 (fr. 29, 63M. n. 650Baehr.) 
spem esse, quovis posse me emungi bolo. Das Gegenteil dieser 
vulgären Redensart bei Plaut. Pers. 658 dabit haec res tihi 



bonuB — bos 57 

grandis holos, Trucul. 714 holos quos dat! 31. Varro r. r. 3, 
2, 16 Ut ad hunc hölum pervenias, 

bonns s. henefidum 2. mälum 3. malus 1. 4. Uro, 268. 

1) lul. Valer. 1, 13 ed. Müller: Heu, rex ait, numnam ülud 
in isto proverbium est, quod .semper propter rebus bonis 
deteriora oommutant? ^ Glück und Ungldck sind nahe bei ein- 
ander' (Wander, Sprichw. -Lexik. I p. 1750). Ov. rem. am. 323 Et 
mala simt vicina bonis. Publil. Syr. 384 NuUa tarn bona est for- 
iuna, de qua nihil possis queri, S. belUis. 259. 

2) Plaut. Mil. glor. 611 Faoile est impermm in bonos. 
Bacch. 726 imperatum bene bonis factum ilico est. Hier 
könnte ein sprichwörtlicher Gedanke zu Grunde liegen. 260. 

[3) Cic. p. Sest. 48, 102 Mnltäe insidiae sunt bonis, 
verissime dictum est, wird von vielen als Sprichwort angesehen, 
ist aber nur ein Dichterwort (p. Plane. 24, 59. Attius v. 214Ribb.)]. 

bos s. asinu>s 10. 261. 

1) Hör. ep. 1, 14, 43 Optat ephippia bos, piger optat 
arare eaballus, niemand ist mit seiner Lage zufrieden. 262. 

2) Cic. ad Att. 5, 15, 3 Clitellae bovi sunt impositae 
plane, non est nostrum onus, man hat dem Ochsen einen 
Sattel aufgelegt (den sonst nur die Pferde tragen), das ist keine 
Aufgabe für mich. Amm. Marcell. 16, 5, 10 vetus illud pro- 
verbium: Clitellae bovi smd impositae plane, non est nostrum onus, 
Quintil. 5, 11, 21 cui confine est 7caQ0i(ilccg genus illud y quod 
est velut fabella brevior et per allegoriam acdpitur: Non no- 
strum, inqult, onus bos olitellas (seil, videns). Die griechische 
Quelle bei Diogen. 7, 9 oiK l'tfr' ifibv zb JtQäyfia TtolXcc ^ai- 
gizG) (iid TGOv &7tQay(i6vG}v) verbunden mit Macar. 7, 75 0og>6bg 
ßovg i'tpaöKSv aöXQccßriv lö(hv {pi TCQOiS'^iisiv ccir^ xb CKSvog. 
Kock fr. com. ine. 563. 554). Die Herstellung der ursprünglichen 
Form ist verschieden versucht wurden: Eibb. com.^ incert. v. 66 
schreibt nach Bücheier: Clitellae bovi sunt impositae: plane! non 
est nöstnim onus (vgl. aber auch coroU. p. XLVIII). P. in Wölff- 
lins Archiv 3 p. 60 vermutet, die Originalform sei gewesen: Non 
nostrum onus, inquit, bos ferens clitellas. Allein offenbar gab- es 
zwei Formen neben einander, die eine, welche den Wortlaut aus 
der Fabel selbst wiedergab (Cicero, Amm. Marcell.)*), die andere, 
kürzere, in einem blofsen Hinweise bestehende (Quintil.), die durch 
inquit an die Fabel erinnerte.**) 'Ein Packsattel pafst nicht auf 
jeden Rücken' (Ital.). 

*) Ich stelle einen jambischen Tetrameter her: Bovi clitellae sunt 
impostae plane, non est nostrum onus. 

**) So scheidet auch 0. Crusius (Rh. Mus. 44 p. 459), der die grie- 
chische Quelle nachwies. Crusius möchte herstellen ^Non nostrum\ 
inquit, ^onus\ bos clitellas (^adhibentiy , oder: -.uw_uu_uu non 



58 brachium 

3) Hieron. ep. 57, 12 tritum vulgi sermone pro- [263. 
vcrhium: oleum perdit et impensas, qui bovenä mittit ad 
oeroma, was soll der Ochs auf dem Eingplatz? S. oleum 3. 264. 

4) Hieron. ep. 102, 2 («= Augnstin ep. 68, 2) memento . . . 
vulgaris proverbii, quod bos Idssus fortins flgät pedem 
(s. darauf Augustin bei Hieron. ep. 110, 4), ^müde Ochsen treten 
hart' (Körte n. 5820. 5819), d. h. alte Leute greifen nicht zart 
an. Die ursprüngliche metrische Form ist noch deutlich zu er- 
kennen.*) 265. 

5) Fetron 62 iaoebat mües meus in lecto tarnquam bovis, 
unbeweglich und träge. 266. 

6) Fetron 63 poterat bovem iratum tollere, ein Beweis 
ungewöhnlicher Körperkraft. Vgl. taurus 1. 267. 

7) August, de scal. parad. 11 (Migne 40 col. 1003) ut 
vulgo dici solet, bovem oomu trahit, er zieht den Stier am 
Hörne herbei, d. h. zwingt auch den Nichtwilligen. 268. 

8) Fetron 44 Asse panem quem emisses, non poiuisses cum 
altera devorare; nunc oculum bublum vidi maiorem, jetzt ist 
das Brot so klein, wie ein Kuhauge. 269. 

9) Faulus-Festus p. 59 M. Cyprio bovi merendam Ennius 
sotadico versu cum dixit, significavit id quod solet fieri in insula 
Cypro, in qua hoves humano stercore vescuntur (p. 164Vahl. 
n. 536 Baehr.). Vgl. Flin. n. h. 28, 81. Die Griechen sagten 
sprichwörtlich ßovg Kvitqiog el^ d. h. TioitQoqxxyog (Diogen. 3,49. 
Apost. 4, 100).**) 

brachinm s. flumen. 270. 

1) Cic. ad Att. 2, 1, 6 Quod me quodammodo molli braeliio 
de Pompei familiaritate ohiurgas u.s. w., in zarter Andeutung. Quintil. 
2, 4, 12 lucundus ergo tum maxime debet esse praeceptor, ut re- 
media, quae alioqui natura sunt asper a, molli manu lenimtur, 
mit zarter Hand. Quintil. declam. 12, 11 et levi, quod aiunt, 
manu offensa. Vgl. Quintil. 11, 1, 70 molli articulo tractare. 
S. manus 15. 271. 

2) Cic. ad Att. 4, 17, 3 (4, 16, 6) ConsuleSf qui illud levi 
braohio egissent (auf die leichte Achsel genommen hatten), reni 
ad senatum detulerunt,***) 



nostrum, inquit, ^onus^ hos Clitellas (spectans^. Doch bezweifle ich, , 
ob hier überhaupt ein Vers zu Grunde liegt. 

*) P. in Wölfflins Archiv 3 p. 61 ergänzt: hos lassus, aiunt, fortius 
figit pedem, 

**) Cic. ad Att. 7, 7, 7 Quid ergo, inquis, acturus es? Idem quod 
pecudes, quae dispulsae sui generis sequuntur greges, Ut hos armenta, 
sie ego, hovos viros . . . sequar ist, wie der ganze Znsammenhang dar- 
thut, kein Sprichwort, wofür es von vielen Seiten gehalten wird, sondern 
ein blofser Vergleich. 

***) Aus Ovid her. 7, 126 Praehuerim sceleri hrachia nostra 



brevitas — bulla 59 

breyitfts s. Laconismus, 

bruma. 272. 

Petron 132 metu firigidior rigente bruma, kalt wie Eis. 
Petron 19 Ego autem frigidior hieme gallica (actus (zu Eis 
erstarrt) nullum potui verbum emiitcrc. Über die gallische 
Kälte vgl. Verg. ecl. 10, 47 Alpinas, a, dura, nives et frigora 
Eheni Me sine sola vides, und dazu Serv.: Quae amatorem spernis 
et Gallicana potes frigora sustinere* 

Brutus 8. Muaus, 

bucca. 273. 

1) Cic. ad Att. 1, 12, 4 Si rem nullam Jiabebis, quod in 
buccam venerit, scrihito, (citiert Senec. ep. 118, 1) was dir in 
den Mund, in den Sinn kommt. 7, 10 vel quod in b. venerit. 
12, 1, 2 quidquid in buccam. 14, 7, 2 quod in b. venerit. Senec. 
apol. 1. Mart. 12, 24, 4. Hieron. ep. 2, 1. 51, 7. 74, 6. 85, 1. 
117, 12. adv. Euf. 1, 18 (col. 475 V). Augustin ep. 3, 5 (Migne 33 
col. 65). Gelas. tract. 6, 1. Plato republ. 8 p. 563 C ovxovv ymz 
AicivXov^ eqyrij iqov^Bv on vvv ^XO' im öxoficc; (fr. 351 N). 
Athen. 4 p. 217 C otrt kev in &¥,aiqltiv yX&xxav el^rj. 
Lucian bist, scrib. 32 ort ksv in &KaiQlfiav yk&aaavy q)aalv^ i'X&ri. 
Der vulgären Redensart steht bei den Römern als die feinere 
gegenüber quicquid venit in mentem (Cic. ad Att. 9, 19, 4. 
11, 25, 1 u. a.). Vgl. solum. 274. 

2) Hör. sat. 1, 1, 20 Quid causae est, merito quin Ulis lup- 
piter ambas Iratus buooas iuflet? — Anderes Hieron. adv. 
Raf. 3, 39 (col. 564 ValL) Ubi est illa fiduda, qua inflatis buoois 
creherrime pcrsonäbas, indem du dir den Mund vollnahmst, ep. 
36, 14 et inflatis bucds spumantia verba trufinent, ep. 40, 2 
l^uceis tnUinatur inflatis.*) 

«bnlga s. nudus 1. 

bulla. 275. 

Varro r. r. 1, 1, 1 cogitams esse properandum, quod, ut dici- 
ii^r, si est homo bulla, eo magis senex, der Mensch ist so ver- 
gänglich und hinfällig, wie eine Wasserblase (wir: eine Seifen- 
blase). Petron 42 nos non pluris sumus quam bullae. Schol. 
Per&. 2, 10 ex quo etiam proverbialiter dicitur: homo bulla 
est. Durchgeführt wird der Vergleich von Lucian Charon 19. Der Ge- 
danke auch sonst bei den Griechen: Hom. II. 6, 146 cm? nsQ gwlXcov 
yiverij ^ot^ Si xal avdq&v. Pind. Pyth. 8, 95 iSmag ^vccq av&QGmog. 

iuo eruiert man eine Redensart brachia praebere sceleri, zum Ver- 
brechen die Hand bieten (so auch Georges). Allein Dido erklärt an der 
Stelle, sie wollen sich binden lassen, ohne Widerstand zu leisten! 

*) Ein vulgärer Ausdruck ist auch Petron 43 durae buccae fuit, 
er hatte ein hartes, d. h. freches Maul («= mälae linguae est). S. Land- 
graf zu Cic. p. Rose. Am. 31, 87. 



60 caballus — caelum 



C 



caballns s. hos 1. clivus, 
cadere s. älttis. 

caecas s. hestia 3. dies 9. 276. 

1) Liv. 32, 34, 3 Apparet id quidem . . . etiam oaeco, 
das sieht ein Blinder. Qnintil. 12, 7, 9 Caecis hoc, ut aiunt, 
satis darum est Boeth. consol. phil. 3, 9 Ätqui kaec, inquam, 
vel caeco perspicua est. Macar. 3, 29 örjlov iaxi xai xvtpXa. 
Aristoph. Plut. 48. Menand. fr. 111 Kock. S. Homerus. 277. 

2) Hör. ep. 1, 17, 3 ut si Caecus iter monstrare velit. 
Porphyr. Proverbialiter, ut: sus Minervam docet, Cic. Tusc. 
5, 38, 112 cum, quorum res esset, sua ipsi non videbant, caecum 
adhibehant ducem, Plato republ. 8 p. Ö54B cö yaq av xvtplov 
rjysfiovcc tov %OQoa iKti^üaro. Damit verwandt ist unser Sprich- 
wort: ^Wenn ein Blinder den anderen führt, so fallen sie beide 
in den Graben', nach Matth. 15, 14. 278. 

3) Placid. gloss. p. 83 Deuerl. ScurrilUas, locus improhus, quasi 
Velut caeons currit', er rennt wie ein Blinder, jedenfalls von 
einem langsam Gehenden, denn ein Blinder rennt nicht. Das 
Beispiel scheint nicht blofs ein willkürlich gebildetes zu sein. 

caedere s. caesus. 279. 

Hör. ep. 2, 2, 97 Caedimur et totidem plagis oonsumimus 
hostem. Pers. 4, 42 Caedimus inque vicem praebemus crura sa- 
gittis. Der Satz ist anscheinend sprichwörtlich von denen, die 
selbst erdulden, was sie anderen anthun. 

caelum s. aer 2. vituperare. 280. 

1) Liv. 4, 3, 6 Quid tandem est, cur caelum et terras 
misceant? luven. 2, 25 Quis caelum terris non misceat et mare 
caelo? 6, 283 Clames licet et mare caelo Confundas, Vgl.Vell. 
Paterc. 2, 2, 3 summa imis miscuit Sali. Catil. 2, 3 misceri 
omnia cerneres. Diog. Vindob. 2, 14 y§ ovqccvov 6vvd%xBiv 
%ccl yrj ^ciXaööav &vafiLyvvvcci: ini xobv ö<p6dQcc iQyt^ofiivmv. 
Append. prov. 1, 74. Luc. Prometh. 9. Der, welcher im Zorne 
und in der Aufregung sich wie rasend gebärdet und alles in Be- 
wegung setzt, ist ein Bild des wild bewegten Meeres (vgl. Verg. 
Aen. 1, 133. 5, 790.)*) 281. 

2) Plaut. Pers. 604 A terra ad caelum quidlibet (licet 
percontari), alles mögliche. — Petron 44 narratis, quod nee ad 
caelum nee ad terram pertinet, was nicht die geringste Be- 
ziehung zur Sache hat. Append. prov. 4, 47 cßr« yf^g oütc ov- 
Qccvov aTtxsxccc: inl xmv TceQixt&v xal ^ridsv TtQog x6 Ttqayfia Cvv- 



*) Diese Stellen sind aber nicht sprichwörtlich! — Über den Aus- 
druck omnia miscere s. Landgraf zu Cic. p. Rose. Am. 32, 91. 



caeltun 61 

TEkovvxav. Luc. Pseudom, 54 oxtw fioi %Qfi0(ioi)g l7C£fit|;£v ovtB yfjg^ 
(paciv, oirs oigavoi) a7tTO(uvovg. Körte n. 3555 führt an: 'Er 
berührt weder Himmel noch Erde/ 282. 

3) Tertull. de spectac. 25 Quäle est enim de ecclesia dei in 
didboli ecclesiam tendere, de oaelo, quod aiunt, in oaienum, 
vom Himmel zur Hölle.*) 283. 

4) Macrob. sat. 3, 12, 10 venit in mentem toto, ut aiunt, 
caelo errasse Vergüium. Augustin de gen. ad litt. 1, 19, 39 
(Migne 34 col. 261) ita delirare, ut, quemadmodum diciiur, 
toto caelo errare conspidens risum tenere vix possit. c. Faust. 
20, 6 (Migne 42 col. 371) toto caelo, ui dicitur, erratis, ent- 
weder 'am ganzen Himmel' (dann würde der Ausdruck auf das 
Seeleben führen), oder 'um die Entfernung des ganzen Him- 
mels', d. h. ihr seid ganz auf dem Holzwege. Für die letztere 
Auffassung des Ablativs als mensurae, nicht loci, spricht auch 
die gleichbedeutende griechische Wendung bei Aristoph. Ban. 1136 
Bv^g yccQ Tj^QtriKsv ovqdviov oöov^ wie auch unsere deutsche 
Redensart 'himmelweit verschieden'. 284. 

5) Petron 45 ubique medius caelus est, die Welt ist 
überall dieselbe mit ihren Leiden und Freuden, es ist hier nicht 
besser und schlimmer, als anderswo. Vgl. das bei Düringsf. I 
n. 237 angeführte Sprichwort 'Der Himmel ist uns überall gleich 
nahe' und Anaxagoras bei Cic. Tusc. 1, 43, 104 undique ad 
inferos tantundem viae est, S. inferu 285. 

6) Hör. ep. 1, 11, 27 Gaelum, non animum mutant, qui 
trans mare currunt. Der Satz scheint volkstümlich gewesen 
zu sein: Senec. ep. 28, 1 animum dehes mutare, non caelum. 
Ennod. p. 126, 5 Vog. VUia nostra regionum mutatione non fugimus. 
Schon Bias (fr. philos. ed. Mullach I p. 229 n. 9) Toitcav fieta- 
ßolctl ovtB (pQOvriCiv didoi()Kov(Stv ^ oixs &(pqo0vvr\v &q)aiQOVtnat. 

Wer weit reist, verändert wohl das Gestirn, aber nicht das Ge- 
bim' (Körte n. 6322). 286. 

7) Varro bei Non. p. 499, 24 Tanta porro invasit cupiditas 
honorum plerisque, ut vel caeltun mere, modo magistratum ad- 
ipiscantur, exqptent, selbst wenn die Welt einstürzte. Hör. carra. 
3, 3, 7 Si fr actus illahatur orhis, Impavidmn ferient ruinae. 
Senec. nat. qpiaest. 6, 32, 4 securus adspiciet fulminantis caeli trucem 
o>igue horridam faciem, frangatur licet caelum. Vgl. Probus 
zu Verg. ecl. 7, 31 Afranius etiam in Augure: Mare, caelum, 
terram ruere ac tremere diceres (v. 9Ribb. com.^). — Die Furcht 
vor des Himmels Einsturz bezeichnet im Gegensatz dazu den über- 

*) Ein älteres Böispiel dieser allitterierenden Verbindung weist 
Wölfflin nach (Die allitt. Verb, der lat. Sprache, S. 31). Livins Drusus 
batte gesagt, er hinterlasse nichts, nisi quis aut caenutn dividere^ 
vellet, aut caelum (Flor. .3, 17, 6. de vir. illustr. 66). 



2 caelmn 

läfsig Zaghaften: Ter. Heaut. 719 Quid si redeo ad iUos, iui 
iunt: quid si niino caelnm raat? Die Vorstellung scheint 
en Griechen entlehnt zu sein: Theogn. Sß9 "Ev (loi i%Ena 
iüoi (liyag oigavbg svQvg fijtEQ&Bv %dXK£og, av^Q^nanv 
ei^ia xa^itnyBvioDv. unser deutsches Sprichwort verwendet das 
Unfällen des Himmels scherzhaft z. B. ^Wenn der Himmel ein- 
ele, wären alle Spatzen gefangen' (Körte n. 3542 ff.). 287. 

8) Lactant. inst. 1, 11, 55 Saturnum caeli filium dictum, 
uod soleamus eos, quorum virtutem miremur, aut qui re- 
entino advenerint, de oaelo deoidisse dicere (vgl. Min. Fei. Oct. 
1, 7). TertuU. apolog. 10 ex consuetudi/ne humana, qua ignoti 
cl ex inopinato apparentes de cado supervenisse dicuntur. 
n der ersteren Bedeutung findet sich die Redensart hei Cic. de 
n. 1, 19, 63 Tum . . . üla, quae quasi delapsa de oaelo est 
ein Göttergeschenk) ad cognitionem omnium regula, de imp. Cn. 
^omp. 14, 41 Cn, Pampeium sicut aliquem . , . de caelo ddapsum 
ntuentur (einen Boten des Himmels), ad Qu. fr. 1, 1, 2, 7 Nam 
rraeci quidem sie te . . . intuebrmtur, ui . . , de caelo divinum 
ominem esse in provindam ddapsum putent. Liv. 10, 8, 10 
atridos primo esse factos non de caelo demissos, durch über- 
atürliche Macht entstanden. Quintil. 1, 6, 16 analogia demissa 
aelo, luven. 2, 40 Tertius e caelo cecidif Cato, 11, 27 E 
aelo descendit yv&^i tseavxov. lustin. 5, 4, 10 hunc quasi de 
aelo missum .. , contudwr. Tertull. apol. 4 (l^) oh homine con- 
epta est, neque enim de cado ruit. de testim. anim. 6. In der 
weiten, auch bei uns üblichen Bedeutung steht die Wendung bei 
'laut. Pers. 259 ea (occasio) nunc quasi decidit de caelo, Liv. 
12, 29, 3 se ades repente velut caelo demissa . . . ostendU. 
?ibull 1, 3, 90 Sed videar caelo missus adesse tibi. Flor. 1, 
{2, 9 (2, 6, 9) vdut caelo missa descendit. Apul. met. 9, 3 de 
aelo missus, Tertull. ad nat. 2, 12. Vgl. Ov. art. am. 1, 43 Eaec 
ibi non tenues veniet delapsa per auras, — Der ersteren Anwendung 
ähert sich Liv. 7, 12, 13 qui nihü agentisibi de caelo devolaturam 
n sinum victoriam censeat, der glaubt, der Sieg müsse ihm in den 
•chofs fallen (wir: die gebratenen Tauben in den Mund). 288. 

9) Cic. ad Att. 2, 19, 2 Bibulus in oaelo est (wird in den 
limmel gehoben), nee quare scio; sed iia laudatur u. s. w. 2, 20, 4 
bibulus hominum admiratione et benevolentia in caelo est. Vgl. 
Redensarten wie: in caelam ferre, tollere u. ä. — Davon verschieden 
ind Stellen wie Cic. ad Att. 2, 9, 1 Si vero, quae de me pacta 
unt, ea non servantur, in oaelo sum, bin ich wie im Himmel, d. h. 
berglücklich. de domo 28, 75 quibtis tamquam gradiJbus mihi 
ideor in caelum ascendere, Petron ZI' Nunc nee quid, nee 
uare, in caelum abiit. Vgl. Cic. ad Att. 2, 21, 4 dedderat ex 
stris. Vgl. deus 5. 



caenum — caesus 63 

10) Cic. ad Att. 2, 1, 7 nostri auiem principes digito [289. 
86 caeltun putent attingerO; si mulli harbaü in pisdnis sint, sind 
glücklich. Symmach. ep. 1, 52 (46) ne ego digito, ut aiunt, 
supera convexa tetigissem. — Prop. 1, 8,43 Nunc mihi summa 
licet contingere sidera plantis. — Hör. carm. 1, 1, 36 Suh- 
limi feriam sidera vertice, nachgeahmt von Auson. id. 8 
(6, 52 Seh.) tunc tangam vertice caelum, Ov. ex Pont. 2, 5, 57 
Huic tu cum placeas et vertice sidera tangas. Nach griechischem 
Vorbilde: Synes. ep. 79 p. 224 C (687, 30Hch.) o^tag &Qccaaai rrj 
Kstpak^ rbv oiQavov (Kock com. Att. fr. III p. 505). ep. 57 p. 198 A 
(p. 668Hch.). Aristen. ep. 11 p. 143 Hch, xai tb Xeyofievov öh 
Tovzo iöoTiei T§ K£q>aXy 'tlfavBiv rov ovQavov. Sapph. fr. 9 ^avsiv 
Ss Ttokov öoKst fiot d)Qccv& övöTtccxscc,*) Ygl. Ov. art. am. 2, 39 
Kon ego sidereas adfecto tangere sedes, Mart. 8, 36, 11 quae (sc. 
domus) vertice sidera pulsat Senec. Thyest. 889. 290. 

11) Hör. ep 1, 17, 33 Bes gerere et captas ostendere civihus 
hostis Attingit soliuxn lovis et caelestia temptat, erhebt zum 
Himmel. Petron 51 hoc facto putäbat se solium lovis tenere, 
hielt er sich für einen Gott. Senec. de benef. 1, 13, 2 tamquam 
caelum, quod mente vanissima complectebatur, teneret, als ob er 
schon ein Gott wäre.**) 

caenum s. caelum 3. flamma 5. lutum 2. 291. 

l) Afran. v. 187Ribb. (Non. p. 504, 17) aquam ex caeno 
hanrire, qui laver4nt manus hält Kibb. com.^ coroU. p. LXXI 
fiir eine proverhialis inrngo, ut dehortaretur , ne quis honesta con- 
silia impuris turpihusque remediis perpetrare vellet. 292. 

[2) Liv. 10, 15, 9 orare, ut ex caeno plebeio consulaium 
extraheret, aus dem Schmutz, d. h. der Niedrigkeit und Ver- 
achtung. Lucr. 3, 77 Ipsi se in tenehris volvi caenoque que- 
runtur. Lact. inst. 7, 6, 2 tamquam luto caenove demerserint. 
Salvian gub. dei 6, 8, 43 quasi in caenum proidantur (== pereant). 
Doch ist es sehr zweifelhaft, ob die Metapher als proverbiell em- 
pfunden wurde. Griech.: iv ßoQßoQGi nela^cci, Plat. Phaed. p. 69 C] 
Vgl. lutum 2. 

caesus. 293. 

Cic. ad Att. 5, 18, 1 ne quid inter caesa et porrecta, ut 
aiunt, oneris mihi addatur aut temporis, zwischen dem Zerlegen 
der Eingeweide des Opfertieres und dem Darbringen auf dem 
Altare, d. h. zur Unzeit.***) Zur Erklärung s. Varro 1. lat. 6, 16 



*) S. auch 0. Crusius, Rh. Mus. 44 p. 450, 

**) Wirklich von der Aufnahme unter die Götter Stat. silv. 3, 1, 25 
Sive tut solium lovis et virtute parata Astra tenes. 

***) Nach einer anderen Deutung: im letzten Moment, in elfter 
Stunde. Ganz abzuweisen ist die Interpretation: in summo discrimine 
(Genthe). 



64 calcar — calculns 

agna, . . . inter quaius exta caesa et porreda flamen primtis vinum 
legiL 6, 31. Macrob. 3, 2, 3. ^Marquardt, Rom. Staatsyerw. III 
p. 178. 

calcar s. currere. 

calcare, 294. 

Ov. Ib. 29 caloasti qui me, violente, iaoentem. Nacli der 
bekannten Fabel vom Löwen und Esel (Pbaedr. 1, 21). 

calcaria. 295. 

Tertnll. de carn. Christ. 6 Pervenimus igitur de caloaria, 
ut dici solet, in carbonariam, a Mardone ad Apellem, etwa: 
vom Regen in die Tranfe, hier: von einer yerkehrten Lehre zu 
einer anderen nicht minder yerkehrten. 

caicens. 296. 

1) Amm. Marcell. 14, 6, 16 quod quidam per ampla spatia 
urhis suhversasque süices sine periculi metu properantes equos veliU 
püblicos signatiS; quod dicitur, oaloeis agüant, nach Georges: 
mit bescheinigten Schaben, d. h. als hätten sie einen Postschein 
gelöst, wie mit Extrapost. 297. 

2) Hör. ep. 1, 10, 42 Cui non conveniet sua res, ut cal- 
oetis olim, Si pede maior erit, subvertet, si minor, nret, 
spielt an auf das griech. Sprichwort: (ividh ineQ tbv Ttoda l<?T(a 
t6 ircodri^a (rjyovv firidiv l'^c» tov (litQov tcoUi Apost. 11, 34^ 
und dazu y. Leutsch). Lucian pro imag. 10 2% öe za &v^q(0' 
Ttiva xavxa inaCvu avxiiv firiöh intSQ tbv noöa l<rro> t6 ijtodrjiia, 
firi Kccl imaxofilay fis. Plut. apophth. Lacon. Agesil. 3 

p. 208 C. 298. 

3) Plaut. Trucul. 765 Nee mi adeo est tantillum pensi iam, 
quo oapiam calceos, ich habe alles yerloren. Doch schreibt 
Ussing mit den Hss. quos c. c, es ist mir gleich, welche Schuhe 
ich nehme, ob ich fein oder gewöhnlich auftrete. 

calcitrare s. Stimulus. 

calculns. 299. 

1) Catull 68, 148 Quem lapide iUa diem oandidiore notat. 
107, 6 lucem candidiore nota! Hör. carm. 1, 36, 10 Cressa ne 
ca/reat pulckra dies nota, Porphyr, album oaloulum Cressam 
dicit, quia Cretensihus mos erat laetos dies cälculis albis . . • 
notare, tristes aufem nigris, Pers. 2, 1 Eunc, Macrine, diem 
numera meliore lapillo, Schol. . . . qtcem diem laetitiae albo 
cälculo more Cretensium iudieat assigna/ndum, quod Cretenses de- 
finientes vitam ex laetitia constare, dies laetos albo lapülo et tristes 
nigro indicahant, postea computo facto lapüloru/m videbant, quantos 
dies laetos in anno viderint et eos se vixisse testificabcmtur. Die- 
selbe Sitte berichtet yon den Scythen Phylarch bei Zenob. 6, 13 
(xccg iv r§ (pciQexQa 'tl;fiq)tdag) und yon den Thraciem Plin. n. h. 
7, 131 more Thraciae gentis, quae calculos colore distindos pro 



caldus — calidns 65 

experimento cuiusquc diel in urnam condit ac suprcmo die sepa- 
ratos dinumcrat atque ita de quoque pronuntiaL Vgl. Stat. silv. 
4, 6, 18. Mart. 8, 4ö, 2. 10, 38, 4. 11, 36, 1. 9, 52, 4 Felic 
utrague lux diesque nohis Signandi meliorihus lapillis.*) Plin. 
ep. 6, 11, 3 diem . . . laetum notandumque mUii candidissimo 
calculo. Symmach. ep. 1, 96 (90) alho calculo veterum more 
signaho. Ebenso erklärt sich daraas das griechische Sprichwort 
hv%ii if}f}q>og (inl t&v evdatfiövag ßiovvzcov Diogen. 6, 9. Apost. 
10, 62). Im 'Gegensatz dazu nannten die Bömer Unglückstage 
dies airos (doch vgl. 0. Gruppe in Heimes 15 p. 624), während 
die Griechen einen Glückstag sprichwörtlich als kevaii rifiSQu 
bezeichneten (Append. prov. 3, 60. Menand. fr. 315 Kock = Mein, 
fr. com. 3 p. 498). Auch wir haben die Eedensart: *Den Tag will 
ich mir im Kalender rot anstreichen/ — Auf geistiges Gebiet 
ward die Redensart übertragen von Hör. sat. 2, 3, 246 Sanin 
creta cm carhone notati? und danach Pers. 5, 108 lila prius 
creta, mox haec carbone notasti? 300. 

2) Plin. ep. 1, 2, 5 si modo tu fortasse errori nostro album 
caloulum adieceris, wenn du mir verzeihst. Apollin. Sidon. ep. 
4, 6, 3 consilio album cälculum minime apponam, werde ich nicht 
billigen. Macar. 5, 57 Xbv^vi i^r^tpogi inl t&v viTuomcov, Die 
ßedensart hat ihren Ursprung im attischen Gerichtswesen. 

caldns s. calidus 2. potio,^' 

calendae. 30i. 

Um zu sagen, dafs Leute nie bezahlen würden, hatte der 
Kaiser Augustus das Lieblingswort, ad oalendas graecas sola- 
turos (Sueton, Oct. 87), *zu der Juden Weihnachten', *am Nimmer- 
leinstage' (s. Wander, Sprichw.-Lexik. in p. 1034). Die Kaienden, 
welche die Griechen nicht hatten, waren bei den Römern zugleich 
der Zahlungstermin.**) War das Wort Eigentum des Kaisers? 
Vgl. graecus 3. 

calere s. calidus 1. 

calidns s. furnus, mendacium, potio, 802. 

1) Ter. Eun. 380 Vide, ne nimiam oalidum hoo sit modo, 
zu heifs gekocht, zu übereilt Donat: proverbiale. Plaut. Poen. 
914 Ät enim nihil est, nisi, dum calet, hoc agitur, wenn man 
nicht das Eisen schmiedet, so lange es heifs ist. Pseud. 1127 
dum calet, devorari decet, man mufs die Gelegenheit benützen. 
Epid. 256. Das Gegenteil bei Ter. Ad. 233 Nil est, refrixerit 
f^s. Die Metapher ist, wie der Gebrauch bei den Komikern 
^^igt) jedenfalls volkstümlich gewesen. 303. 

2) Patron 67 Mulieres si non essent, omniapro J/uto habercmiis; 

*) S. 0. Jahn zu Pers. 2, 1. Friedländer zu Mart. 8, 46, 2. 
**) Die Griechen zahlten die Zinsen am Neumond (Aristopb. Nub. 
745 ff.). 

Otto, Sprichwörter der Römer. 5 



66 caliga — calx 

nunc hoc est caldmn meiere et fiigidtun potare. Die Stelle 
ist noch unerklärt. Habinnas beklagt sich über die Frauen, welche 
durch ihre Putzsucht dem Manne fortwährend Kosten machen. 
Der Sinn, den man gewöhnlich hineinlegt: Die Ausgaben über- 
steigen die Einnahmen, ist gar zu künstlich herausinterpretiert. 
Man dachte nämlich an die Walker, welche viel trinken mufsten, 
um mit dem Urin die Kleider zu reinigen! Stowasser übersetzt: 
Es geht nicht anders, läfst sich nicht anders machen. Dagegen 
spricht sowohl der ganze Zusammenhang, als auch die Partikel 
nunc im Anfange. Vielmehr sind die Adjektiva caldum and fri- 
gidum metaphorisch zu verstehen: caldum bedeutet ^hitzig, rasch, 
schnell', frigidum *matt, lässig' (s. die Wörterbücher). Dann ist 
also der Sinn: Jetzt gehen die Ausgaben schnell, die Einnahmen 
langsam. (^Ausgegeben ist schnell, eingenommen langsam.') 

caliga 8. Maximinus,^) 

caligatus. 304. 

luven. 3, 322 veniam caligatus in agros, wohlgerüstet^ ^ge- 
stiefelt und gespornt'.**) 

caligo s. nehula. 

Gallippides. 305. 

Cic. ad Att. 13, 12, 3 Biennium praeteriU, cum üle Callip- 
pides assiduo cursu cubitum nullum processerit. Suet. Tib. 38 ut 
vulgo iam per iocum Callippides vocaretur, quem cursitare ac 
ne cuhiti quidem mensuram progredi proverhio graeco 
notatum' est Mantiss. proverb. 1, 87 KdXXiTtTtog tQsxer. inl 
Tobv TCoXka (iBlsrdivrüDv TtoifjCaL^ dklya öe ÖQfavttov,***) Dem An- 
scheine nach war dieser Kallippos ein Schnellläufer, der trotz 
aller Anstrengung nie zxmi Ziele kam. 

calo s. samhuca. 

calx s. Stimulus, 306. 

1) Petron 46 iam Crraeculis calcem impingit, er hängt die 
Griechen (das Studium des Griechischen) an den Nagel (giebt ihm 
einen Fufstritt). - 307. 

2) Plaut. Poen. 819 Is me autem porro verherat, incursat 

*) Senec. de benef. 6, 16, 2 Ingraius C. Marius ad consulatum a 
caliga perductu^. Ampel. 18, 15 G. Marius . . . a caliga pervenit 
usqtie septimum consulatum, etwa ^von der Pike auP. Da das aber nur 
von Marius gesagt wird und auch eigentlich nur auf ihn pafst, so kann 
die Verbindung nichts anderes gewesen sein, als ein bonmot auf Marius. 
**) Doch hätte caligatus diese Bedeutung nur hier. Daher erklären 
andere: Ich will mich dir als gewöhnlicher Soldat (caligatus) unter- 
ordnen (adiutor). Das wäre eine blofse Metapher. 

***) Callippides ist Patronymikon zu KaXUnnog, ein Mann wie Kal- 
lippos, und so läfst es sich noch bei Cic. auffassen. Bei Sueton aller- 
dings ist daraus mifsverständlich ein wirklicher Eigenname geworden. 
Zu ändern ist aber etwa des Griechischen wegen an beiden Stelleu 
nichts. 



camelus 67 

pugnis calcibus, nach dem griecbischen nb^ Kai Id^j ^mit 
Händen und Füfsen' (Synes. ep. 104). Cic. p. Sulla 25, 71 Quem 
in stuprorum defensionibus non solum verbis uti improhissimis s'o- 
litum esse scimus, verum etiam pugnis et calcibus, Tusc. 5, 
27, 77 certantes pugnis calcibus, wnguibus morsibus denique, hier 
aber von wirklichen Ringkämpfen, in Verr. 3, 23, 56 cum 
pugnis et calcibus concisus esset, Quintil. 2, 8, 13 pugno vel cälce 
ferire, 308. 

3) Cic. de amic. 27, 101 ut cum aequalibus possis, quibuscum 
iamquam e carceribus emissus sis, cum isdem ad oaloem, ut 
dicitur, pervenire, ans Ziel der Laufbahn (hier des Lebens). 
Ebenso Varro bei Non. p. 199, 18 (p. 165 Riese, n. 288 B.) Nemini 
Fortuna currum a carcere intimo missum Labi inoffensum per 
aequor candidum ad calcem sivit, Hieron. adv. Pelag. 3, 13 
(col. 797) ad calcem venire festinat, adv. Helvid. 16 (col. 224) 
ad calcem venia, comment. in Ezech. (V col. 3. col. 325. col. 405). 
Cic. Tusc. 1, 8, 15 Nunc video calcem. Umgekehrt bei Cic^ de 
sen. 23, 83 Nee vero velim quasi decurso spatio ad carceres a 
calce revocari und bei Senec. ep. 108, 32 quoniam sumus ab 
ipsa calce eius interpeUatione revocati. Die Griechen hatten den 
Ausdruck anb ßaXßlöog^ von Anfang an (Zenob. 2, 7), und ano 
7901ms (Diogen. 2, 83*. Bekk. Anecd. p. 426, 191). 309. 

4) Amm. Marceil. 21, 1, 14 Ne igitur extra caloezn, quod 
dicitur, sermo decTirrens Jecturo fastidium ferat. 25, 10, 7 extra 
calcem, ut dicitur, procurrebat, er kam aus dem Geleise, 
schweifte von dem Gegenstande ab. Vgl. linea 2. 

camelus. 310. 

Hieron. adv. Helvid. 18 (col. 226Vall.) Bisimus in te pro- 
verbium: Camelum vidimus saltitantem, von dem, der etwas 
versucht, wozu er nicht das geringste Geschick besitzt. *Die 

calYos« 

Sueton Calig. 27 Cu7n ad saginam ferarum muneri paraiarum ca- 
riu8 pecudes compararentur , esc noxiis laniandos adnotavit (seil. Gali- 
gula) et custgdiarum seriem recognoscens . . . a ealvo ad calvum duci 
imperavit. Ähnlich, aber nicht völlig übereinstimmeDd erzählt Cass.. 
l^io 59, 22 Idmv ydq nots öx^ov sits Ssaiicat&v ehe nal äXlav ziv&v 
^QOcita^E zovxo 8r\ xh Xsy6(isvov &7tb tov q)aXcc'iiQOv iisxQt xov %o- 
^&vxoq ndvxccg wbxovg aqxxyfjvai. Der Zusatz x6 X6y6(i6vov zeigt zwar, 
dafa das Wort des Kaisers bekannt geblieben, für epiichwörtlich kann 
ich es aber deswegen noch nicht ansehen. — Senec. de tranquill, an. 
8, 2 Bion eleganter ait, non minus molestum esse calvis, quam 
comatis pilos velli ist ein blofses Citat. 

Camarina. 

Verg. Aen. 3, 700 et fatis numquam concessa moveri Ap" 
paret Camarina procul u. Sil. Ital. 14, 198 Et cui non licitum fatis, 
Camarina, moveri erinnern an das griechische Sprichwort: afisivov r^v 
&Kfvrixov xriv KaiiaQivav i&v (Luc. rseudol. 32. Zenob. 6, 18). 
Beide Stellen selbst sind jedoch ganz ohne sprichwörtliche Färbung. 



* 



08 Camillns — canis 

Kuh geht auf Stelzen/ Danach die Fabel bei Babrius 80 (^Avzi^- 
§r}(Siv 6 Xoyog {%u naQcc t&v ö<oq>Q6vG}g ^ijv aiQOVfiivcDv tcqoq tov^ 
iv ßla KBvä iyuvoov(iivovg\ der eine parömiographische Samm- 
lang benutzte. 

[Camillns sii. 

wird wegen seiner Einfachheit oft neben Fabricius unter den 
Vorbildern der guten alten Zeit genannt: Cic. p. Cael. 17, 39. 
Hör. carm. 1, 12, 42. ep. 1, 1, 64. Mart. 1, 24, 3. 9, 27, 6. 
11, 5, 7. Lucan 7, 358. luven. 2, 153. — Liv. 22, 14, 9 hk 
novus Camillus. Claud. 22, 390 Jeep, susdpiant alium terostra 
Camillum, d. h. alium -patriae servatorcm,] 

Campanas. 312. 

[1) Plin. nat. bist. 18, 11, 111 adeo terra non cessat parere, 
unde vulgo dictum plns apiid Gampanos ungntBnti, quam 
apud oeteros olei fieri. Vgl. Capua.] 313. 

2) Eine Folge dieser Fruchtbarkeit war der Hochmut und 
die Anmafsung, aber auch die Ausgelassenheit der Be- 
wohner des Landes: a) Cic. de leg. agr. 2, 33, 91 illam Cam- 
panonun arrogantiam. 34, 93 Campano supercilio, 35, 95 
Campani semper superhi. (de leg. agr. 1, 7, 20 nata inibi 
superbia.) Gell. 1, 24, 2 epigramma Naevii plenum superhiae 
Campanae, Auson. ordo urb. nobil. (19 Seh.) 59 Campania fastu, 
b) Amm. Marcell. 14, 6, 25 Campanam imitatus lasciviam. 
Vgl. Für. Bibac. in schol. luv. 8, 16 Catinaequ^ puer, Cumana 
meretrix, luv. 8, 16 tenerum attritus Catinensi pumice lumbum. 
Über die Weichlichkeit der Campaner s. auch Plaut. Trin. 545 f. 

Cancer s. amor 1. 314. 

Plaut. Pseud. 955 Ut transvorsus, non provorsus cedit, 
qnasi Cancer solet, seitwärts wie ein Krebs. Vgl. Aristoph. 
Pax 1083 a^Ttoxa 7toiri06tg xov naqmvov iQ&oc ßaöl^Biv. — Unserm 
^Krebsgänge' (rückwärts) entspricht mehr Plaut. Gas. 2, 8, 7 re- 
cessim cedam ad parietem, imitahor nepam. 

Candidas s. cälctUu^ 1. lac 1. lilium. niger. nix 1. 

canere s. Äspendius. auris 2. 

canis s. lupus 8. 315. 

[1) Der Hund ist den Alten ein Bild der Unverschämt- 
heit, und wird in diesem Sinne gern als Schimpfwort gebraucht: 
Ter. Eun. 803 Äin vero, canis? u. dazu Donat. Catull 42, 16 
ruhorem Ferreo canis exprimamus ore. Hör. epod. 6, 1. 
Ov. Ibis 168. Petron 74. Hierou. ep. 97, 1. So schon Parab. 
Salom. 26, 11. lob 30, 1. Hom. IL 6, 344. 8, 423. 21, 481. 
Od. 16, 91 u. a.*)] 

*) Mit Bezug auf seine Verächtlichkeit heifst es bei Plaut. Am- 
phitr. 680 (Nam haec maritum suum) salutat magis haud quiquam 
quam canem, nicht mehr wie einen Hund. 



canis 69 

2) Bösartige und zänkische Menschen, besonders [316. 
Franen^ werden mit Hnnden verglichen: Plaut. Bacch. 1146 est 
istic dam mordax oanis. Men. 936 Nam dudum uxorem suam 
esse aiebat rabiosam canem, (838 illa mc ah laeva räbiosa 
femina adservat canis,) Vgl. Curcul. 598 apage istanc canimlam! 
Gas. 2, ö, 12. 5, 4, 4. Poen. 1236. Mil. glor. 681. Lucil. bei 
Non. p. 32, 31 canino origue ocidisque Involem (30, 100 M. 
n. 7J3Baehr.). Hör. epod. 6, 1 Quid immerentis hospites vcxas, 
canis? Ov. Ib. 232 Lairat et in ioto verha canina foro, Colum. 1 
praef. 9 Sed ne caninum guidem, sicut dixere veteres, Studium 
praesiantissimum quemque adlatrandi. Hieron. adv. loann. Hieros. 1 1 
(col. 417 Vall.) canino rictu.*) — Von Schmähsüchtigen heifst 
es bei Hieron. ep. 50, 1 et libros canino dente rodere. adv. 
Ruf. 2,27 (col. 523 V.) et ohtrectatoribus meis tantum respondeo, 
qui canino me dente rodunt, die über mich herziehen, mich durch- 
hecheln.**) Vgl. Charybdis. 317. 

3) Eine unverschämte, schmähsüchtige Beredsam- 
keit hiefs deshalb nach dem Vorgange des Appius (Claudius?) 
eine oanlna faoundia: Non. p. 60, 16 Inde et Sallustius: 
Canina, ut ait Appius, facundia exercebatur, Quintil. 12, 9, 9 
Ea est enim prorsus canina, ut ait Appms, eloquentia, Lactant. 
instit. 6, 18, 26 Sed quia ipse caninam iHam- facundiam (sicut Sal- 
lustius ab Äppio dictum refert) exercuit u. s. w. Hieron. ep. 119, 1 
canina, ut ait A. fac, ep. 125, 16. ep. 134, 1. adv. Lucif. 1 
(col. 171V.). Ennod. p. 56, 1 Vog. quid . . . incessitis canina 
loquacitate? Vgl. auch Isidor. de summo bono 3, 60. Der 
Aasdruck war demnach zu einem geflügelten geworden. S. Dietsch 
zu Sali. bist. 2, 37. 318. 

4) Hör. ep. 1, 17, 30 oane peius . . . Vitabit, wie einen 
bissigen Hund. Cave canem war der Titel einer Varronischen 
Satire, nach der bekannten Warnung im Vestibulum des römischen 
Hauses, die ich aber mit Bücheier u. a. für sprichwörtlich zu 
halten Bedenken trage (vgl. noch Varro bei Non. p. 152, 32 = 
p. 126 ß. n. 143 B. ).***) Wenn Kiefsling zu Hör. a. a. 0. recht 
hätte, dafs bei Horaz canis nur als Witz stehe (dafs der Kvoav 

*) Wegen ihrer Bösartigkeit sollte der Sage nach auch Heeuba 
in eine Hündin verwandelt worden sein: Plaut. Men. 1146. Cic. Tusc. 3, 
26, 63. Ov. met 13, 549 ff. luv. 10, 271. 

**) Auf gleicher Anschauung beruht _Mart. 5, 60, 8 (Allatres licet ms- 
que no8) . . . Non derunt tarnen hac in urbe forsan . . . Feilem rodere 
q^i veJint caninam, die dir dein unverschämtes Hundefell zerzausen 
wollen. Doch ist es unrichtig, aus dieser Stelle auf ein Sprichwort 
pellem caninam rodere zu schliefsen. 

***) Das griechische Sprichwort tlvcov iv nQod'vQ(p (App. prov. 
3, 53) bat eine ganz andere Bedeutung (inl t&v iv roCg SiiiaCoiq tol- 



70 canis 

sich vor dem Hunde fürchte -(?)), so fiele diese Eedensart als eine 
sprichwörtliche überhaupt weg. 319. 

5) Ennius bei Gell. 6, 9, 2 und Non. p. 140, 25 (p. 159 Vahl. 
n. 473 Baehr.) Meum non est, ac si me oanis memorderit scheint 
einen sprichwörtlichen Vergleich zu enthalten (der Hund beifst 
den, der sich an fremdem Gute vergreift). 320. 

6) Plaut. Poen. 1234 Etiam me meae adlatrant canes? 
Wander, Sprichwörter-Lex. 11 p. 896 führt ein Sprichwort auf: 
*Die eigenen Hunde beifsen ihn', d. h. die Angehörigen und Freunde, 
die ihm beistehen sollten, stellen ihm nach und schaden ihm. Vgl. 
Apost. 8, 24 e'xofisv Y,vvct tw nxm%<& ßofi^oüvra. 321. 

7) Curt. 7, 4, 13 Ädidt ddnde, quod apud Bactrianos 
vulgo usurpahant, oanem timidum vehementius latrare, 
quam mordere. Vgl. Enn. bei Varro 1. lat. 7, 32 canis sine 
dentihus. latrat (p. 76 Vahl. n. 410 Baehr.) und lul. Valer. 1, 
43, 55 nam et canibus imbecüUoribus, quanto plm defuerit virium, 
tanto cristas acuere suhlimms et latratibus irritatioribus indülgerc. 
*Bange Hunde bellen viel' (Düringsf. I n. 144). ^Bellende Hunde 
beifsen nicht' (Düringsf. I n. 171). 322. 

8) Plin. n. h, 29, 102 Minus hoc miretur, qui cogitet, la- 
pidem a cane morsum. usque in proverhium discordiae ve- 
nisse. Zur Erklärung dient Pacuv. v. 38 Ribb. trag.^ (Non. p. 124, 2) 
Nam canis, qua/ndo est percussa lapide, non tarn ülum adpetit, Qtti 
sed icif, quam ülum eumpse lapidem, qui ipsa icta est, petit. Der 
Ergrimmte, Erbitterte greift in seiner blinden Wut nicht seinen 
wirklichen Gegner selbst an, sondern dessen unschuldiges Werk- 
zeug. Als Beweis feiger und niedriger Gesinnung dagegen Plato 
republ..Ö p. 469E r^. oYst xi diccg)OQOv ÖQctv rovg xovro TCOLovvrag 
xa>v %vv&Vy ctt xolg XC^oig^ olg &v ßXfjd'&ötj yaktnaivoviSi xov ßccX- 
Xovxog ovx &7tx6(i6vat; 323. 

9) Varro 1. lat. 7, 31 wird als Sprichwort citiert canis 
caninam non est, und so sagten auch die Griechen xvcav xv- 
vbg oix cinxsxcit {inl x&v xovg Sfiolovg qyuXaxxofiivoiv Append. 
prov. 3, 55). 'Ein Wolf frifst den anderen nicht' u, ä. bei Dü- 
ringsf. II n. 685. Dieses Sprichwort hatte im Sinne Varro r. r. 
2, 9, 9 fames enim hos (seil, canes) ad quaerendum cibum ducet, si 
non praebeUtur, et a pecore abducet Nisi si, ut quidam puiant, 
etiam illuc pervenerint, proverbium ut tollant antiquum, vcl 
etiam ut ^vd'ov apericmt de Actaeone atque in dominum affcrani 
dentes, dafs sie sich selbst oder gar den Herrn angreifen.*) Vgl. 
ursus 3. 324. 

10) Plaut. Pseud. 318 Quia pol, qua opera credam tibi, Tina 



*) Andere, unannehmbare Erklärungsversuche s. bei J. G. Schneider 
z. d. St. 



canis 7 1 

opera alligem oanem fugitivam agninis lactibus. Einen Hund 
an Lammseingeweide festbinden zu wollen, wäre verkehrt und 
thöricht, weil er sie frifst. ^Ein Hund ist nicht an eine Brat- 
wurst gebunden' (Körte n. 3753).*) 325. 

11) Hör. sat. 2, 5, 83 üt oanis a oorio ntunquam abs- 
terrebitur unoto. Porphyr.: Proverhialiter: numquam dterit 
hoc facere. Wer einmal Blut geleckt hat, kann davon nicht mehr 
lassen. Ebenso im Griechischen: Lucian adv. indoct. 25 ovös 
yccQ %v(ov &7ta^ navaair* av OTiytotQayeiv fiaOo-Otfa**) und 
im Deutseben: *Am Eiemen lernt der Hund das Leder kauen' 
(Körte n. 6357). *Ein Hund, der rohes Fleisch gekostet hat, 
ist immer lüstern danach.' 326. 

12) Plaut. Stich. 139 Stultitia est, pater, venatum duoere 
invitas canes. *Mit gezwungenen Hunden ist Übel jagen' (Dü- 
ringsf.1 n. 770)***) Vgl. Theogn. 371 Mi} (i AeKovrcc ßlrj kevx&v 
vtp^ &^a%av iXccvvs, 327. 

13) Ov. rem. am. 422 A oane non magno saepe tenetur 

aper. ^Oft fängt ein kleiner Hund ein grofses wildes Schwein; 
Oft kann ein kleiner Feind dem Grofsen schädlich sein' (Düringsf. I 
n. 922). 328. 

14) Placid. gloss. p. 73 Deuerl. Obvenisse nisum oani 
maorae proverhium est in eos, quibus praeter spem confingit 
aliquid vel successit, ein magerer Hund (d. h. dem man es nicht 
ansah, dafs er trächtig war) hat geworfen. Statt cani macrae, 
welches von Studemund (Archiv f. lat. Lexikogr. I p. 115) her- 
rührt, ist überliefert canimago oder caninaga, 329. 

15) Senec. apoc. 10 (Claudius) occidehat tarn faoile Jiomines, 
quam oanis adBidit, so leicht, wie ein Hund pifst. Vgl. 



*) Man pflegt damit das griechische Sprichwort nvoov nag' 
ivTSQoig (Diogfen. 5, 67*) in Verbindung zu bringen, welches aber er- 
klärt wird: inl rmv fiij dvvccfisvoav iiitoXcivBiv t&v TCgoTisifiivcov. 
V. Leutsch bezweifelt zwar die Richtigkeit dieser Erklärung und möchte 
lieber (pvXaTzsL zusetzen, ich bin der Ansicht, die beiden Sprichwörter 
haben nichts mit einander gemein. Gegen die überlieferte Deutung des 
griechischen läfst sich gar nichts einwenden, wenn man an einen an- 
gebundenen Hund denkt, der die vor ihm liegenden Leckerbissen nicht 
erreichen kann. 

**) Gleichbedeutend ist das griechische Sprichwort %aZ«7p6v 
Xoqiov nvvcc yBVBiv, Theoer. id. 10, 11. Greg. Cypr. 3, 97. 

***) Von dem Spürsinn der Hunde Plaut. Curcul. 110 Canem esse 
/wnc quidem magis par fuit: sagax Nasum habet (eine Hundsnase). 
Mil. gtor. 268 ibo odorans quasi canis venaticus üsque donec per- 
secutiis volpem ero vestigiis. Hör. epod. 12, 4 sagacius tmus odoror . . . 
Quam canis acer^ ubi lateat sm. Apul. apol. 67 vincit idem sagacitate 
odorandi canes. 



72 Cannae 

*Hunde pissen und Weiber weinen, wann sie wollen' (Düringsf. 11 
n. 608)*) 330. 

16) Hieron. adv. Euf. 2, 10 (col. 498 Vall.) in ipsa qua&- 
stione, pro qua oanes latrant, dicit se nescire, quod qttaeritur, 
von etwas allgemein Bekanntem. ^Die Hunde bellen es in der 
Stadt aus und die Sperlinge auf den Dächern' (Körte n. 2521. 
3784 d). 331. 

17) Fetron 43 non meherctUes ülum puto in domo oanem 
reliqnisse, ich glaube, er hat keinen Hund, d. h. nicht das Ge- 
ringste übriggelassen und geschont Vopisc. vit. Aurel. 22, 5 irahis 
dixisse fertw: canem in hoc oppido non relinquam. Vgl. 
tegula. 332. 

18) Varro bei Gell. 13, 31, 14 (p. 237 R. n. 575 B.) novum 
(seil, vinum) refrigerare, vetus cälefacere, medium esse pran- 
dinm caninum (nach Mnesitheus). Gellius, welcher den Aus- 
druck prandium caninu/m ein proverhium nennt, meint: caninum 
dicitur, quoniam canis vino caret, wonach man ihn früher ge- 
wöhnlich von einer Mahlzeit ohne Wein verstand. Dies wäre ein 
direkter Widerspruch, da ja eben drei Weinsorten unterschieden 
werden. Vielmehr soll gesagt sein, der mittlere Wein als der 
schlechteste sei nur für die Hunde gut genug (*ein Hunde- 
fressen').**) 333. 

19) Vielleicht sprichwörtlich ist der Vergleich Varros bei 
Non. p. 86, 19 Sed ut canis sine coda (p. 223 R. n. 518 B.).***) 

Cannae. 334. 

Cic. p. Rose. Am. 32, 89 te pugna Cannensis accusatorem 
sai honum fecit, die Sullanischen Proskriptionen, die ebenso ver- 
heerend waren, wie die Schlacht bei Cannä. in Verr. 5, 11, 28 
ut quivis . . . non se praetoris convivium, sed ut Cannensem 
pugnam nequitiae videre arhitraretur, von den Teilnehmern 
an einem wüsten Gelage, die wie tot am Boden liegen. Vgl. 



*) Ädsidit hat zuerst Bücheier (Symbol, philol. Bonn. p. 59) für 
urinam facit erklärt. Vgl. auch p. 83. 

**) So wird richtig erklärt von P. in Wölfflins Archiv 3 p. 68 f., 
wo auch über die Bedeutung von prandium das Nötige gesagt ist. 
Auch wird daselbst eine Beziehung auf die Cyniker als möglich an- 
genommen. In der That nannte Diogenes ein wertloses Geschenk 
Alexanders des Gr. Kvviy,ov ßq&iia (fr. philos. gr. ed. Mullach H 
p. 303 n. 41). So auchPetronl4 Cynica . . . cena, wo aber Bücheier 
pera liest. 

***) Varro r. r. 2, 9, 8 canis ossihus pascitur ist nichts weniger 
als sprichwörtlich, wie Genthe (p. 7) meinte. — Ein blofses Witzwort 
ist auch Macrob. sat. 2, 2, 7 Secintus est FuHus Albinus: Post Muti- 
nensem fugam quaerentibus, quid ageret Antonius, respondisse familiaris 
eius ferchatwr: Quod canis in Äegypto: bibit et fugit. Vgl. 
Phaedr. 1,25. 



cantherius — caper 73 

Augustin de rhetor. 19 p. 149 Halm: qtuie dicentem profecto 
M. Erucium aut äliguem ex Cannensi caterva nemo ferreL Arnob. 
adv. nat. 5, 38 citiert Cicero p. Rose. Am. a. a. 0. 

caiitherins s. asinus 10. mülus 4. , 335. 

1) Plaut. Men. 395 haec oantherino ritii mulier astans 
somniat, träumt stehend wie ein Gaul.*) Vgl. dormire 1. 336. 

2) Liv. 23, 47, 6 Taurea verhis ferocior quam re, minime 
Bis, inquit, oantheriuxn in fossam, qime vox in rusticum inde 
proverhium prodita est Zu ergänzen ist ein Wort wie demiseris, 
also: Treibe das Pferd nicht in den Graben, in ein Loch, d. h. 
handle nicht verkehrt. Das Sprichwort, dem Landleben entstam- 
mend, ist ohne Zweifel älter, als die (fabelhafte) Entstehungs- 
geschichte, welche Liyius über dasselbe zum besten giebt. 337. 

3) Fest. p. 282 M. Rideo, inquit Galba oantherio, pro- 
verhium est, quod Sinnius Capito ita interpretatur, si qui prin- 
eipio rei aUcuius mchoatae deficiunt animo. Sulpicius Galba, cum 
in provi/ndam exiens ad portam ipsam cantherium suum animad- 
vertissä cecidisse, rideo, inquit, cantheri, te iam lassum esse, mm 
tarn longwm iter itwrus vix id sis ingressus. 

eantilena. 338. 

Ter. Phorm. 495 Cantilenam eandem canis, immer die- 
selbe Leier!**) Cic. ad Att. 1, 19, 8 ut crehro mihi . . . insu- 
surret cantilenam illam suam. Anders ist Theophilus fr. 7 
Kock (Mein. fr. com. 3 p. 629) oidslg yccQ "^(i&v % a'bxhv ufStxai 
(liXog. Vgl. decantare, 

capella s. aliemts 1. 

caper^ eaprinns. 339. 

1) Caprinnm proelixun (tzsqI fidovfjg) war eine Varro- 
nische Satire betitelt. Die Ziegen galten als ausgelassen und 
geil: Hör. carm. 3, 15, 12 Lascivae similem lindere capreae. 
Ov. met. 13, 791 tenero lascivior haedo. 340. 

2) Hör. ep. 1, 18, 15 Älter rixatus de lana sa^e oaprina 
Propu^at migis armatus, Porphyr.: de nihHo aut, ut quidam 
dicunt, caprorum pilos non saetam dicens esse, sed lanam. 
Unsere Eedensart *um des Kaisers Bart streiten', die damit ver- 
glichen zu werden pflegt, ist zwar ähnlich, aber der Bedeutung 
nach nicht identisch. Während hier mehr die Nichtigkeit und 
Wertlosigkeit des Gegenstandes betont wird, liegt der Nach- 
druck dort auf der Hartnäckigkeit, mit welcher eine augenschein- 
lich unrichtige Behauptung vermittelst Spitzfindigkeiten (nugis) 

*) Mil. glor. 217 beruht die Lesart ehOf cantherie, me hau scis 
ie alloqui? Vigila, inquam auf Haupts, jetzt aufgegebener Kon- 
jektur. 

**) Im eigentlichen Sinne bei Apul. flor. 12 denuo repetit eandem 
. cantilenam. 



74 capere — capnt 

bewiesen werden soll.*) Im Italienischen heifst es noch jetzt 
disputar della Jana caprina, Analogieen s. bei Dtiringsf. II n 403. 
Vgl. Aristoph. Nub. 320 xal XBitxoXoyBlv riSr^ S'i^et xal nzql xa- 
nvov özsvoXsaxeiv. 

capere s. vincere 1. 

capillns s. unguis 1. 341. 

1) Pablil. Syr. 159 Etiam capillus tmus habet umbram 
suam. ^Auch das Haar hat seinen Schatten und jede Ameise 
ihren Zorn' (Düringsf. I n. 661). Vgl. Publil. Syi-. 255 Inimicum 
quamvis humüem docti est metuere, 342. 

2) Petron 38 non puto ülum oapillos liberos habere, er 
hat mehr Schulden, als Haare auf dem Kopfe. 

caprea s. caper 1. leo 1. lupv^ 3. tälpa. 

Capua. 343. 

Cic. de leg. agr. 2, 35, 97 Capuae, in domicUio superhiae 
atque in sedibus luxuriosis (vgl. 1, 7, 20). post red. in sen. 7, 17 
Capuaene ie putäbas, in qua urhe domicilium quondam superhiae 
fuit, consulem esse? in Pis. 11, 24 fuit pompa, fuU species, fuit 
incessus sältem Seplasia dignus et Capua. S. Campanus und Seplasia, 

capnt s. digitus 12. homo 9. 344. 

l) Plaut. Capt. 614 Garriet, quoi neqne pes umquam ne- 
que Caput compareat, woraus niemand klug werden kann, was 
nichts wert ist (wir sagen ähnlich: die Eede hat weder Hand 
noch Fufs). Asin. 729 Qy,in nee caput nee pes sermoni ad- 
paret, Nee quid dicatis seire, necme quor ludatis possum**) Vgl. 
das griechische Sprichwort &Ki(palog (iv&og (int x&v äxElfl k- 
yovrcDv Zenob. 1, 59. Plato de leg. 6 p. 752 A). — Cic. famil. 7, 
31, 2 propter tuas res ita contraetas, ut, quem admodum scribis 
(nämlich Curius)^ nee oaput neo pedes, von Geschäften, bei 
denen man nicht mehr weifs, wo man anfangen soll, bei denen nicht 
mehr zu helfen ist.***) Auf die Phrase spielte ein Witz des alten 
Cato an: Liv. perioch. 50 Cum tres legatos ad pacem inter Ni- 
comedem et Prusiam faciendam Bomani misissent, cum wnus ex 
his Caput multis cicairicibus sartum häberet, älter pedibus aeger 
esset, tertius ingenio socors haheretur, diocit Cato eam in legationeni, 
ncc Caput nee pedes nee cor habere (Plut. Cato mai. 9. Jordan, 



*) Die erste Erklärung des Porphyrien (de nihilo) ist also unzu- 
treffend, obwohl allgemein angenommen. Dies ergiebt nicht blofs der 
Zusammenhang, sondern auch das folgende nugis amKxtus. 

**) Die Verbindung auch sonst im eigentlichen Sinne: Catull 17,9 
per caputque pedesque. Hör. a. p. 8 ut nee pes nee caput uni Beddatur 
formae. 

***) Ebenso in einer alten Beschwörungsformel bei Plin. n. h. 27, 
131 nee Caput nee pedes haheat (soll yergehen). Philol. 25 
p. 696. 



Car 75 

Cat. rell. p. 99). Er wollte sagen, die ganze Gesandtschaft tauge 
nichts.*) - 345. 

2) Augnstin enarrat. in Psalm. 29 (Migne 36 col. 223) pro- 
verhium est antiquum et verum: nbi oapnt, et cetera membra. 
Kopf und Glieder, Herrscher und Untei'thanen sind aufs engste 
verbunden. Ähnlich sagt das Sprichwort *Wenn das Haupt krank 
ist, trauern alle Glieder' (Dtiringsf. I n. 692). 346. 

3) Plaut. Capt. 475 Ipsi de foro tarn aperto capite ad leno- 
nes eunt, In iribu quam aperto capite sontis condemnant reos, Senec, 
de vit. beat. 13, 2 luxuriatur, et iam nude, aperto capite. Greg. 
Cypr. Leid. 1, 81 rvfivrj r§ ii6g>aX^: iid x&v &vcLi(S%ivxtüg 
Xw^ovvTiav nqhg Tt&v t6 tv^öv. — Petron 57 homo inter homines 
sum, aperto capite amhulo, ich brauche mich nicht zu schämen. 
Wer etwas that oder thun wollte, dessen er sich schämen mufste, 
verhüllte sich, um nicht erkannt zu werden, das Haupt (daher 
ca^e operto, ohvoluto), Plato Phaedr. 20 p. 243 B TteLQaaoiiat 
avta &jtodovvat xiiv TCaXivoidlav yv^iv^ ty Ksgjak^ tucI ov%y möitSQ 
TÖ^' in al0%vvfig iyTisüaXviJtiiivog. 347. 

[4) Cic. ad Att. 8, 5, 1 multa, inquam, mala eum dixisse; 
suo capiti, ut aiunt, nach einer viel gebrauchten Verwünschung: 
Plaut. Poen. 645 capiti vestro istuc quidemf möge es auf 
euer Haupt fallen! Caelius bei Cic. famil. 13, 1, 4 quod illorum 
capiti Sit! Verg. Aen. 11, 399 capiti cane talia . . . Dardanio rebus- 
que tuis (nach Hom. Od. 2, 178 (lavTevso oolci rineaot). Vgl. 
TibuU 1, 2, 12. (Plaut. Curcul. 314 vae capiti tuo! Amphitr. 741.) 
Plato Euthyd. p. 283 E 2oi elg KSfpaki^v. Aristoph. Acharn. 833 
vvv ig otsfpaXriv r^BTtotro fioi, Plut. 526. — Plaut. Trucul. 819 
meo ilUc nunc sunt capiti comitia. Aulul. 700. — Ter. Phorm. 491 
Metuo lenonem, ne quid . . . suo suat capiti.] 

Car. 348. 

Cic. p. Place. 27, 65 Quid? de tota Caria norme hoc vestra 
voce vulgatum est, si quid cum periculo experiri velis, in Gare 
id potissimum esse faciendum? Senec. nat. quaest. 4, 5, 3 in Gare 
cxperiaris. Das griechische Sprichwort lautete iv KuqI tbv kCv- 
Svvov (Zenob. 3,59. Eurip. Cycl. 654. Kratinos fr. 16 Kock) 
und sollte seine Entstehung der Thatsache verdanken, dafs die 
Karier zuerst um Sold Kriegsdienste gethan hätten; die Wahr- 
heit ist, dafs die karischen Sklaven und Söldner die verach- 
tetsten und billigsten waren. S. Append. prov. 2, 60 ^v KaQog 

*) Die allitterierende Verbindung nee cor nee caput wendet in 
gleichem Sinne an Senec. apoc. 8 nee cor nee caput habet. Das Fehlen 
des cor und caput (seil, tmwom) beim Opfertier galt als eine schlimme 
Vorbedeutung (Capitol. Pertinax 14). Vielleicht war auch dies eine 
sprichwörtliche Redensart. (Nach Bücheier wollte jedoch Seneca blofs 
an das Witzwort Catos erinnern.) 



76 carbo — casa 

fiolga: fjyovv iv dovXov xd^Bi. Ka^eg öi S^vog Eircekigj «tpa- 

Xüüu^o^evov asl aal SovXovfiBvov , i^ ov aal oi öovXot KäQsg 

iXiyovto. Wir sprechen von einem cxperimentum in corpore vüi. 

carbo s. calculus 1, 349. 

1) Ter. Ad. 849 Tarn excodam reddam atgue atram, qnaxn 
carbo est, schwarz wie eine Kohle. 350. 

2) Phaedr. 5, 6, 6 Carbonem, ut aiunt, pro thesanro 
invenimns, von getäuschter Hoffiiung. Zenob. 2, 1 Svd^axsg 
6 ^tlöccvgbg 7ti<pfivev. Lncian Zeux. 2. Timo 41. Vgl. Wagner 
zu Alciphron 1 p. 317. Eine solche Scene wird geschildert in 
Querolus p. 45 Peip. Der Zug ist aus dem Volksaberglauben und 
märchenhaft. S. Grimm, Kinder- und Hausmärchen n. 182. 

carbonaria s. calcaria. 

carcer s. calx 3. 

cardo. 351. 

Serv. zu Verg. Aen. 1, 672 (haud tanto cessäbit cardine rerum) 
ut Sit de proverbio iradum, quo dicüur: res in oardine est. 
Isid. orig. 15, 7, 7 Unde et proverhiale est, in cardine rem esse, 
die Sache steht auf dem entscheidenden Wendepunkte, der Moment 
ist kritisch. S. Stat. Theb. 10, 853 fatorum in cardine summo. 
Lactant. instit. 2, 8, 55. 7, 5, 2. TertulL de mort. persec. 24 in ipso 
cardine. 

carica. 352. 

Petron 64 abietis dnlcis caricae, die süfsen Feigen sind 
fort, die gute Zeit ist vorbei. 

caro 8. vermis. 

carus 8. rarus 2. 

casa. 353. 

1) Ter. Phorm. 768 Ita fagias, ne praeter casam, quod 

aiunt Donat: Proverhium: ita fiigito, ne praeter casam, hoc 
est, ne praeter eas casam tuam, quae sit tibi tutissimum recepta- 
culum. aut: ita fugias, ne praeter casam, ubi custodiri magis et 
prehendi für d mulctari verberibus potest aut verbum erat ipsius 
custodis, furem exagitantis et interea prohibentis, ne ante casam 
iranseat, ne in praetereundo diam inde aliquid rapiat. Pompei 
comment. art. Donat. 5 p. 311 K. nescioqui puta für rapuft nescio 
quid et fugit ante domum eius, cui rapuerat, tu dicis iUud, quod 
legimus in Terentio: ita fugias, ne praeter casam. Georges er- 
klärt: Fliehe so, dafs du nicht an der bergenden Hütte vor- 
beirennst, d. i. dafs du nicht vor Eifer zu entkommen den eigent- 
lichen Zielpunkt deiner Flucht verfehlst. Dziatzko: Wer einer 
Gefahr sich durch die Flucht zu entziehen sucht, soll zusehen, 
dafs er nicht dabei seine Behausung den etwaigen Verfolgern 
überlasse. Nach der von Donat richtig angegebenen Situation: 
Queritur de sc senex, qui, dum avari infamiam fugerd, in stulü 



cassis — castra 77 

reprehmsionem incidisset, kann der Sinn des Sprichwortes nur der 
sein: Wenn dich eine Gefahr bedroht, so lafs dich nicht zu un- 
bedachtsamem und übereiltem Handeln fortreifsen, damit du. dir 
nicht, anstatt dich in Sicherheit zu bringen, ein noch schlim- 
meres Unheil zuziehest. Die Entstehung des Sprichwortes möchte 
nicht auf ein Einderspiel zurückzuführen (so Dziatzko), sondern 
dem Soldatenleben entnommen sein; casa helfst die Feldbavacke 
des Soldaten und kollektivisch hier das Lager (j= castra). Eine 
gewisse, wenn auch entfernte Ähnlichkeit hat das griechische 
Sprichwort oixoi yevolfiriv {i%l r&v iKtpvystv xa dsivä eixo^iivtav. 
Append. prov. 4, 14. Apost. 12, 38).*) 354. 

2) Senec. ep. 66, 3 Fotest ex oasa vir magnus exire ist 
vielleicht ein sprichwörtlicher Gedanke. (Es kann wohl aus einer 
Bauemhütte ein grofser Mann kommen.) 

cassis. 355. 

[TibuU 1, 6, 5 lam mihi tendimtur casses, mir wird eine 
Falle gestellt. Ov. art. am. 3, 554 novus viso Casse resistet amans. 
Vgl laqueus 1. rete 1.] 

Cassins. 356. 

Cic. in Verr. 3, 60, 137 ^em tu in cohorte tua Oassianuxu 
iudicem Jiabebas. ib. 62, 146 Non quaero iudices Cassianos, 
veter em iudiciorum severitatem non reguiro. p. Rose. Amer. 
30, 85 vel apud Cassianos iudices, quorum etiamnunc ii, quibus 
causa dicenda est, nomen ipsum reformidani. Amm. Marceil. 26, 
10, 10 Catonianae vel Cassianae sententiae. 22, 9, 9 iudicibus 
Cassiis iristior et Lycurgis, 30, 8, 13 Lycurgos invenisse pro- 
clamalat et Cassios. Vulcat. Gallic. Avid. Cass. 5, 6 hominem Cas- 
sianae severifatis et disciplinae. Gemeint ist der als strenger 
Richter berühmte L. Cassius Longinus (Cic. Brut. 25, 97. de 
leg. 3, 16, 35 ff. Vell. Pat. 2, 10). Vgl. Lycurgus. 

castra. 357. 

Senec. controv. 9, 1, 13 in suis üliim castris cecidit, er 
hat ihn in seiner eigenen Stärke übertroffen (hier Sallust den 
Thukydides in seiner Kürze). 

cascus. 

Aus Yarro 1. lat. 7, 28 Cascum duxisse cascam non mirdbile 
^t (Citat aus Manilius), hat man ganz mit Unrecht auf ein Sprich- 
wort casctM cascum ducit (Gleich und Gleich gesellt sich) geschlossen. 
^8 ist nichts als ein witziges Epigramm auf einen einzelnen Fall. 



*) Schneider, de proverb. Plaut, et Ter. p. 36 hält casa für korrupt, 
was nach der gegebenen Erklärung abzuweisen ist. Pflngl, d. lat. 
Sprichw. bei Plaut, nnd Ter. p. 20 will verstehen: Es ist recht, dafa 
man, um als bonus zu gelten, Prozessen aus dem Wege geht (fugere), 
dafs man aber sein gutes Recht nicht vertritt (casa!) und lieber zu- 
gefügtes Unrecht belohnt, ist stark! 



78 Cato 

CatO. 358. 

1) Valer. Maxim. 2, 10, 8 omnihus numeris perfecta virtus, 
quae quidem effecU, ut quisquis sanctum atque egregium 
civem significare velit, suh nomine Catonis definiat, Cic. 
de orat. 3, 16, 56. ad Att. 16, 1, 6. Hör. ep. 1, 19, 14 Yir- 
tutemne reprdeseniet moresque Catonis? Phaedr. 4, 7, 21 lector 
Cato, strenger Kritiker. Mart. 1 praef. Non intret Caio thea- 
trum meum . . . Cur in theatrum, Cato severe, venisti? zugleich 
mit Anspielung aaf eine bekannte Anekdote (Valer. Max. 2, 10, 8). 
6, 51, 5. 9, 28, 3. 10, 19, 21 Tunc me vd rigidi (sitten- 
strenge) legant Catones. 11, 2, 1 Triste supercüium durique 
severa Catonis Frons et aratoris filia Fahricii (nachgeahmt 
von Apoll. Sidon. ep. 8, 9, 2 Caionianum superciliosae frontis arU- 
trium). 11, 5, 14. 11, 15, 1 Strnt ckartaemihi, quas Catonis uxor 
(legat), 11, 39, 15. 12, 6. 8. Petron 132 Quid me spedaiis con- 
stricta fronte Catones? ihr Sittenrichter! luven. 11, 90 Cum 
tremerent autem Fäbios durumque Catonem, 2, 40 tertius e cado 
cecidit Cato, Tertull. apol. 11 Catone sapientior et gravior. 
Hieron. adv. Ruf. 1, 13 (col. 469 Vall.) sapientiae columen et norma 
Catonianae severitatis. Auson. Mosella (18, 2, 3.86 Seh.) Nee 
sola antiquos ostentat Borna Catones. parent. 22, 3 (15, 24, 3 Seh.) 
Nee solus semper censor Cato (placeat). Lamprid. Alex. Sever. 68 
Fahius Sabinus, Cato temporis sui. Apoll. Sidon. ep. 9, 14, 8 
iudices Catoninnos advocaturum. Claudian 17, 165. 22, 383. 
Ennod. p. 101, 12 Vog. Catonem aequitate praecesserat. — Häufig 
wird Cato im Kontrast anderen gegenüber gestellt: Senec. ep. 
120, 19 Quidam alternis Vatinii, älternis Catones sunt. ep. 118,4 
scio apud te Catones repelli, Vatinios ferri (vulg. fieri). ep. 97, 10 
omne tempus Clodios, non omne Catones feret, — Hieron. 
ep. 125, 18 intus Nero, foris Cato, eine Variation für domi mildes, 
foris leo (s. das.). Vgl. pellis 2. 359. 

2) Unter den Lieblingsworten des Kaisers Augustus nennt 
Sueton Oct. 87 auch die Redensart: oontenti simus hoc Catone 
(cum hortatur, ferenda esse praesentia qualiacmnque sint), wir ver- 
langen nichts Besseres. Ob Augustus selbst der Schöpfer de3 
Wortes war, läfst sich nicht feststellen. 360. 

3) Von dem jüngeren Cato erzählt Plutarch (vit. Cat. 19,4): 
fieydXri do^cc tcsqI avtbv ^v^ &gxb QrjroQa ^sv ötKrj xivl naQXVQtdS 
fii&g q>SQOfiivrig bItcslv ngbg Tohg ötKciöxag^ &g ivl fia^vQOVVti 
nqoßl%Hv ovös Kax&vi xaAwg l'^ft, itoXkovg de r^dri tzsqI x&v ait- 
löxmv Kai Ttagaöo^cov &67teQ iv TtaQol^ita rm HysiVj on 
TOÖTO jLi^v oube KctTUivoc XeTOVTGC TTiöavöv dcTiv. Darauf spielt 
an Hieron. adv. Ruf. 2, 24 (col. 547 Vall.) unique testi nee 
Catoni creditum est und ähnlich adv. loann. Hieros. 40 (col. 
449) testimonium pro se nee Catoni creditum! 



catulas — celox 79 

catulns. * 361. 

Plaut. Epid. 579 Quia ^leonis^ aliter cattdi longe olent, 
aliter suis, man erkennt jeden schon an seiner äufseren Ersehe!- 
nimg und unterscheidet ihn seinem Werte nach von anderen.*) 

cauda. 362. 

1) Petron 44 Haec colonia retroversus oresoit, tamquam 
coda vituli, wächst zu Boden wie ein Euhschwanz, d. h, geht 
zarück. 363. 

2) Hör. sat. 2, 3, 53 Hihilo ut sapientior üle, Qui ie deridet, 
candam trahat. ^cro: Proverhium est: caudam trahit i, e, 
risu dignus est . . Sölent pucri nescientibits caudam suspendere. 
Wir sagen ähnlich: jemandem hinter seinem Rücken eine Nase 
schneiden, um ihn zu verhöhnen. 

cannea. 364. 

Patron 44 hdbemus aedilem trinm oauneamm, der nicht 
mehr wert ist, als drei Feigen. 

CaupO. 365. 

Petron 62 Gai nostri domum fugi, tamquam copo compi- 
latus, wie ein hestohlener Budicker, der dem Diehe nachsetzt. 
Wir würden etwa sagen 'als ob mir die Polizei auf den Fersen 
wäre', oder *wie mit Hunden gejagt'. 

Cecrops. 366. 

luven. 8, 46 Ast ego Oeoropides I ich bin von uralter könig- 
licher Abstammung, von hohem Adel. Schol. : nohilis. Die Griechen 
sagten sprichwörtlich iiyBvitSxeqoq xov KeKQOTtog (Lucian 
Tim. 23). 

celeriter s. henefidum 1. 367. 

Suet. Oct. 25 Crehro itaque iUa iactabat (Odavianus) . . . 
Sat celeriter fieri, quidquid fiat satis bene (Ribb. com. ine. 
V. 89. corolL p. XLVHI). Der Satz geht auf Cato zurück nach 
Hieron. ep. 66, 9 Scüum est ülud quogue Catonis: sat cito, si 
sat bene, quod nos quondam adulescentuli, cum a perfecta ora- 
tore in praefatiuncula diceretur, risimus. ^Geschwind genug, was 
gut genug' (Körte n. 2550. vgl. 3037). 

celox. 368. 

Fulgent. expos. serm. antiqu. p. 565, 22 Merc. (= 396 Gerl. 
und E.) Apuleius in libro de republica (?) ait: qui celocem regere 
nequit, onerariam petit, wer noch nicht einmal ein kleines, 
leichtes Fahrzeug lenken kann, will ein grofses nnd schweres 
Bteuera, d. h. wer das Leichte noch nicht versteht, versucht schon 
das Schwere. 



*) Den Einschub des Genetive leonis (Goetz nach Lindemann) ver- 
langt der Zusammenhang. Sonst citiert man gewöhnlich nach der 
Vulgata aliter catuli longe olent, aliter sues , anders riechen 
Schofühündchen, als Schweine. 



80 cena — cerebrum 

cena s. Saliaris. 369. 

Varro r. r. 1, 2, 11 et Stdo, num oena oomessa, ifiguit, 
veninxuB? nach der Mahlzeit, d. h. zu spät. Die Griechen sagten 
xaTOTCtv ioQx^g ^%£ig (Diogen, ö, 73).*) Plato Gorg. p. 447 A. 

censorias. 370. 

Valer. Max. 2, 9, 1 prohitas et continentia oensorio snper- 
oilio examinata, mit Censorenstrenge. Apnl. de mag. 13 longa 
iUa et censoria oratio, Macrob. sat. 7, 1, 2 non tamquam cen- 
soria quaedam et plus nimio verecunda materfamilias Amob. 
adv. nat. 5, 23 censoria manu. Vgl. Hiero^. ep. 61, 2 quasi 
censoria virgula**) älios eicere de hibliotheca, älios redpere. 
Apoll. Sidon. ep. 8, 6, 9 ad puncta censoris onmium voce concele- 
hrati Die Griechen nannten einen überstrengen Mann jiQsoTta- 
yltrig (Diogen. 2, 91). 

cento. 371. 

Plaut. Epid. 455 Quin tu aJium qu-aeras, cui oentones saroias, 
snche dir einen anderen, dem du Lappen anheften, d. h. eineu 
Bären aufbinden kannst. Ähnlich und ebenfalls metaphorisch ist 
Lucilius bei Non. p. 175, 33 (28, 32 M. n. 563 Baehr.) Sarcinn- 
torem esse summum, suere centonem optume.***) 

cepe, 372. 

Lucilius bei Non. p. 201, 2 (16, 8M. n. 379 Baehr.) Hoc 
aliud longe est, inquit, qui oepe serebat, das ist etwas ganz 
anderes, sagte der Bauer. Zur Vervollständigung des Sprichwortes 
fügt 0. Crusius (Rh. Mus. 44 p. 448) hinzu: äUum adindiderat, 
da hatte er Euoblauch hinzugenommen. ^Longe aliud esse dkit 
rusticus, quod fere idem est." 

cera s. epistula. nix 2. 373. 

1) Cic. de orat. 3, 45, 177 sicut mollissimam ceram ad 
nostrum arhitrium formamus et fingimus. Hör. a. p. 163 Cereus 
in Vitium flecti, weich wie Wachs. Ambros. de lapsu virg. 
7, 35 Cor vero sit liquescens tamquam cera. Vgl. Hör. ep. 2, 2, 8 
argilla quidvis irmtaberis uda. Greg. Cjrpr. Leid. 2, 44 %ifiqov sv- 
TtXaözoteQog: iitl t&v ^ccöloag zi tcoiovvxodv. 374. 

2) Hieron. ep. 9, 1 ut illam epistulam . . . imis, ut aiunt, ceris 
eraseris, ins tiefste Wachs hinein, d. h. ganz und gar, so dafs 
keine Spur mehr übrig bleibt. 

cerdo s. crepida. pellis 1. 
Gerealis s. Saliaris. 
cerebrum s. luppUer 4. 



*) Die Übersetzung post festum ist nicht antik. 
**) Quintil. 1, 4, 3 non versus modo censoria quadam virgüla noiare. 
***) Fälschlicherweise wird aus dieser Stelle ein Sprichwort kon- 
struiert sarcinoitorum esse, summum suere centonem optime. 



Ceres — cervus 81 

Ceres s. Iwno, Venus, 

* 

certus. 376. 

1) Plaut. Pseud. 685 Oerta amittimus, dum inoerta peti- 
mns. Hieron. ep. 29, 7 iuxta Äesopici canis fahulam, dum 
magna sectamur, etiam minora perdentes (= reg. monach. 
31 Migne 30 col. 398). ad Vigil. 17 (col. 400 Vall.) Quid autem 
necesse est, certa dimUtere et inoerta sectari? Menand. monost. 18 
iq>Big za q>ccv£Qa fiii dCtane xAtpavi], Vgl. Hesiod. fr. 186 
Göttl. viJTTM)^, og tä hotfia hTtoDv iviroiiicc öimT^i, Pind. Pyth. 3, 
224. Isthm. 7(8), 13. Der Gedanke liegt der bekannten Ä.80- 
pischen Fabel vom Hunde, der ein Stack Fleiscb durch einen 
Flufs. trägt, zu Grunde (Phaedr. fab. 1, 4): Apost. 12, 9 7*^ 6 
nXaovav sq&v xal r&v TtQotSovxmv &7Co<S'rsQeiTai' AliSdnov. Heran- 
zuziehen ist auch Catull 8, 10 Nee quae fugit sectare nach 
Theoer. id. 11, 75 xC xbv q)£vyovxa di6x£ig; und Hör. sat. 1, 2, 
108 Transvolat in medio posita et fugientia captat nach Callim. 
epigr. 31, 5 xa fiev (psvyoyxa Si^whbiv Ol6& (Apost. 16, 60^). Zum 
Gedanken s. noch Plin. ep. 8, 20. Append. sent. 174Bibb. Sua 
muUi amUtmfd, cupide dum aliena appetunt, ^Man soll das Ge- 
wisse nicht fürs Ungewisse geben.' *Gewifs geht vor Ungewifs' 
(Dttringsf. I n. 594). 376. 

2) Plaut. Capt. 643 nihil, inquam, invenies magis hoc oerto 
oertins, das ist gewisser, als gewifs.*) Apul. met. 2, 7 fdix et 
{cerio} certius heatus. 9, 41. 10, 28. Vgl. Mart. 8, 76, 7 Vero 
verius. 

cervix. 377. 

Senec. rhet. controv. 3 praef. 16 scholastici intueri me, quis 
essem, qui tam orassas cervioes haberem, der ich einen so 
dicken Nacken hätte, d. h. so unverschämt sei. 

cervus s. leo 4. • lupus 7. 378. 

1) luven. 14, 251 longa et oervina seneotufl, ein sehr 
hohes Alter. Vgl. darüber Cic. Tusc. 3, 28, 69. Plin. n. h. 8, 
32, 119. schol. luven, a. a. 0. Auson. griphus 14 (26, 2, 14 Seh.), 
id. 18, 4 (32, 4 Seh.).**) 379. 

2) Plaut. Poen. 530 Vinoeretis cervom oursu, schneller 
als ein Hirsch.***) Vgl. Zenob. 3, 66 iXdq)£iog AvtIq: inl xov 
dfUotf. 380. 

3) Ov. art. am. 0. 1, 766 Longius insidias oerva videbit 



*) Die allitterierende Verbindung certus clarus (WölffJin, d. 
allitt. Verb. p. 61), die zuweilen unter die sprichwörtlichen gerechnet 
wird, ist nach dem Vorkommen derselben nicht blofs volkstümlich. 
- **) Daher cervus vivax Ov. metam. 3, 194. 7, 273. Verg. ecl. 7, 30. 
***) Deswegen nannte man auch flüchtige Sklaven cervi: Fest. 
P.343M. cervi, a quorum celeritate fugitivos vocent cervos. S. servtAS 
Anm. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 6 



82 chalceus — chrysius 

ann0, ^Erfahrung macht witzig'. Der Satz scheint sprichwörtlicli. 
Vgl. lupus 7. 

chalceus s. chf^sitis. 

chamaeleo s. corium 1. 38i. 

Auson. epist. 17 praef. chamaeleonüs bestiolae vioem, 
quae de suhiectis sumit colorem erinnert an das griechische Sprich- 
wort xaiiaiXiovxog evfiBvcißoXfotsQog (Oreg. Cjpr. Leid. 3, 32). 

Gharybdis. 382. 

[Die Charjhdis erscheint als Sinnbild der Habgier (Hör. 
carm. 1, 27, 19 Quanta laboräbas Charybdil Aristoph. Eqn. 248 
Xd^ßdiv a^ayrig) oder der Verschwendung (Cic. Philipp. 2, 27, 67 
Quae Charybdis tarn vorax?). Die Verbindung mit der Scylla 
(als Sinnbild des Neides) wird erst in später Zeit eine gewöhn- 
liche: Hieron. ep. 14, 6 In ülo aestu Charybdis luxuriae salt/ir 
tem vaf*at, Ibi ore virgineo . . . Scyllaeum renidens libido 
blanditur, ep. 125, 2 ubi Charybdis et radix omnium mabrum 
avaritia? ubi Scylla ei obtrectatorum.canes? ep. 130, 7 Hanc 
feiram Charybdim Scyllamque • . . fugiens. Augustin Soliloqu. 
35 extr. Da nobis, domine, inter Scyllam et Charybdim ita 
tenere medium, ut salva navi et merdbus securi perveniamus in 
partum. Salyian gub. dei 5, 11 Non &ic pereuntes, ut ita dixerim, 
nautae Charybdis voracitate aut Scyllaeis, ut aiunt, cani- 
bus devorantur. Ennod. p. 108, 20 Vog. et guamvis veltd Scyl- 
laeos canes et patulas Charybdis fauces . . . carina diffugiat 
Vgl. Apoll. Sidon. ep. 1, 1, 4 post lividorum latratuum Scyllas 
enavigatas. Wenn man auch aus dieser metaphorischen Verwen- 
dung der Scylla und Charybdis nicht auf' ^richwörtlichen Ge- 
brauch im Volke zu schliefsen berechtigt ist, so lassen die Stellen 
doch erkennen, dafs dieselbe bei den späteren Schriftstellern sehr 
beliebt war.*)] 

choraula. 383. 

Augustin ep. 60, 1 (Migne 33 col. 228) nisi forte, sicut 
vulgares dicunt, malus choraula bonus sympboniacus est, 
ein schlechter Ghorflötist ist immer noch ein guter Musiker in 
der Kapelle. Wer in einem Fache nichts leistet, kann in einem 
anderen recht tüchtig sein. 

[chrysius. 384. 

Mart. 9, 94, 3 Tarn stupidus numguam nee tu,puto, Glauce, 
fuisti, Ohalcea donanti chrysia qui dederas spielt an aaf den 
bei den Griechen sprichwörtlich gewordenen Waffentausch zwischen 



*) Der Vers Incidia in ScyUatn cupiens vitare Charybdim stammt 
bekanntlich erst aus dem Mittelalter (Gualtier de Lille, Alexandreis 
6, 801). Doch schon griechisch bei Apost. 16, 49 T^v XaQvßdiv h- 
(pvyoiv t{[ ZyiMji nsQuitfcov. Büchmann, Gefl. W.^^ p. 308. 



cibus — cinis 83 

Glaucüs und Diomedes (Hom. D. 6, 235 og %Qbg Tvdsldfiv Jio- 
l/bifita XSVX6 ä^eiße %Qv(Ssa %aXKBl(ov. Plato Sympos. p. 21 9 A. 
Cic. ad Att. 6, 1, 22 xQv<sea xakuslotiv). Komische Schriftsteller 
ziehen die Thatsache auch sonst heran, so Plin. ep. 5, 2, 2 Beci- 
pies ergo e^istulas steriles et simplicUer ingrcUas ac ne iUam qui- 
dem söllertiam Diomedis in permutando munere imitantes und Gell. 
2, 23, 7 Diomedis hercle arma et Qlaud non dispari magis 
pretio aestimata sunt Immerhin bleiben das nur gelehi-te An- 
führungen.] 

cibus 8. flamma 5. 

eicada. 385. 

Novius V. 25 Ribb. (Non. p. 245, 28) totiun diem Arguta- 
tur quasi doada, wie eine Grille. Theoer. id. 1, 148 rimyog insl 
Tvya fpi^BQOv SdsLg, Vgl. Ov. art. am. 1, 271 Vere prius volucres 
iaceant, aestate dcadae. 

CiCCnS. 386. 

Plaut. Bud. 580 ciconm non interduim, ich gebe keinen 
Granatäpfelgröbs darum, d. h. nicht das Geringste. Trin. 994 
ciccum non interduim. Rud. 724 Mihi cum vostris legibus Nee 
äccum est commeroi. Plaut, bei Varro 1. lat. 7, 91 ciccum non inter- 
duo (Winter, Plaut, fr. v. 224 p. 63). Doch findet sich die Redens- 
art sonst nicht und sie scheint speziell Plautinisch zu sein nach 
Auson. praef. id. 13 (28, 1 Seh.) nequ^e Afranius naucum dar et 
neque ciccum suum Plautus o ff er r et. Wohl aber im Grie- 
chischen: Hesych. oi fidXa xiKOiccg' TtaQüifila t6 fifiöhv öri(iai- 
vov0a, Phot. p. 360, 9 oi ^lidka xvxxa: t6 (iridiv, Diogen. 7, 4 
oi ftaAa wvnag: inl t&v (iTjöev Svxoav. Apost. 13, 38. S. Kock 
fr. com. Att.'l p. 714 (Stratil. fr. 10). 

Cimmerii. 387. 

Lactant. inst. 5, 3, 23 caecum pectus, o mentem Cimmenis, 
tu aiunt, tenebris atriorem. Amm. Marcell. 29, 2, 4 omnes ea 
tempestate velut in Cimmeriis tenebris reptäbamus, Hieron. adV. 
loann. Hieros. 44 (col. 453 Vall.) Bogo, qme tanta est caecitas et 
Cimmeriis, sicut aiunt, tenebris involuta? ^Ägyptische Finsternis.' 
Ober die Cimmerier s. Hom. Od. 11, 14 ff. 

cinaedus. - 388. 

Lucil. bei Non. p. 5, 20 (l, 26 M. n. 24 Baehr.) Stnlte sal- 
tatum te inter venisse oinaedos hält L. Müller ftlr sprich- 
wörtlich (apparet tangi cum, qui minore usu rerum peritissimis se 
inmiscuerit) und vergleicht Plaut. Mil. glor. 668 Tum ad sältandum 
non cinaedus malacus aeque est atque ego, 

cinis. 389. 

Frop. 2, 14, 16 oineri nunc medioina datur, die Hilfe 
kommt zu spät. Quintil. declam. 11, 23 Quid, quod medicina 
'^ortuorum sera est. Quid quod nemo aquas infundet in 

6* 



84 Circe — clandicare 

einer em?*) Vgl. Diogenes (fr. philos. gr. ed. MuUach 11 p. 302. 
n. 36) Netcqov latQsisiv xal yiqovxa vov^stelv xavxov iöxi. 
^Nach dem Tode braucht man kein Rezept mehr' (Düringsf. II 
n. 122). ^Mit Spritzen kommen, wenn das Haus abgebrannt ist' 
(Düringsf. 11 n. 621). 

Circe. 390. 

Cic. divin. in Verr. 17, 57 repente e vestiffio ex Tiomine tam- 
quam äliquo Ciroaeo pooulo fadus est Verres, Symmacb. ep. 1, 
47 (41), 1 et suada Circae pocula, Ennod. p. 168, 21 Vog. 
Circeo, ut aiunt, pocülo a se translata , est , ist sieb untreu ge- 
worden. Hilarius vit. Honor. 3, 17 (Migne 60 col. 1258) Non 
Circaeo, ut aiunt, poculo ex liaminibus feras, sed ex feris homines 
Christi verhum tamquam dulcissimum poculum faciebat Theoer. 
id. 9, 36 tovg d' oiu jrotw daXriaaxo KCf^m. Vgl. Prop. 2, 1, 53 
Seu mihi Circaeo pereimdum est gramine. Die Quelle ist Hom. 
Od. 10, 236 ff. 

eitharoedus s. auloedus. 39i. 

Varro r. r. 2, 1, 3 sed non omnes, qui habent citharam, 
Bimt oitharoedi. ^Es sind nicht alle Jäger, die das Hom blasen', 
(Düringsf. I n. 18). ^Es sind nicht alle JS[öche, die lange Messer 
tragen' (Körte n. 4330). Ähnlich ist das griechische Sprichwort 
vaQ&ifiKoq)6QOt fiev noXXoly ßdx%oi de ts TcavQot (Plato 
Phaed. p. 69 C). Auch das vorliegende Sprichwort wird auf ein 
griechisches Original zurückgehen. 

cito s. heneficium 1. celeriter. credere 2. dicere 5. 

ciyis s. immunis. 392. 

Plaut. Trin. 102 Hostisne an civis oomedis pairvi pendere 
(te dicunt). Hör. ep. 1, 15, 29 Impransus non qui civem di- 
nosceret hoste, der keinen Unterschied machen würde zwischen 
Fremden und Einheimischen, zwischen Freund und Feind, d. fa. 
selbst die ihm Nächststehenden nicbt schonen würde. Derselbe 
Gegensatz auch bei Liv. 10, 36, 8. 5, 8, 11. 

clarus s. lux, 

claudicare. 393. 

Cic. de orat. 2, 61, 249 Calvino Glaucia claudicanti: Uli 
est vetus illud: niim olandioat? At hie clodicat. Dazu be- 
merkt Piderit: Die sprichwörtliche Frage hatte, jedenfalls einen 
die politische . Gesinnung eines Mannes bezeichnenden Sinn, etwa 
wie unser: auf beiden Seiten hinken, oder: auf zwei Schultern 
tragen. Dagegen Harlefs: eos significat, qui haesUarent, nee, quid 
dictu aut factu ipsis opus esset, satis scirent. Vgl. I reg. 18, 21 
utroque claudicare pede. 

*) Plaut. Mil. glor. 1000 sermo huius haud einer em quaeritat 
(braucht keine Asche (zum Putzen), ist wohl geglättet) ist rein meta- 
phorisch. 



claudus — clavus 85 

ClauduS. 394. 

Cic. in Pis. 28, 69 Ch*aecus primo distmguere atgue dividere, 
iUa quemadmodum dkerentur: iste olaudiu, quemadmodum 
aiunt, pilam: retinere, quod acceperat, d. h. für den Piso waren 
die feinen Unterscheidungen und Interpretationen des griechischen 
Philosophen dasselbe, was fUr einen Lahmen der Ball ist, mit 
dem er nichts weiter anzufangen weifs, als ihn festzuhalten, d. h. 
er hielt sich blind an den Wortlaut der Lustlehre des Epikur. 
Das Sprichwort ward also angewendet auf diejenigen, welche sich 
mit einer Sache beschäftigen, für die sie keine Be^igung und 
kein Verständnis haben.*) *Was soll der Blinde mit dem Spiegel?' 
(Düringsf. H n. 589). 

elSTa s. Hercules 5. scirptts 2. 

ClaTUS. 395. 

1) Plaut. Asin. 156 Fixus hie apud nos est cmimus tims 
olavo Cupidims. Cic. Yerr. 5, 22, 53 Et ut hoc heneficmm, quem- 
admodum dicitur, trabali olavo flgeret. Petron 75 quod semel 
destinavi, clavo trahali fixum est, ist so festbeschlossen, wie 
ein Nagel an der Wand. Amob. adv. nat. 2, 43 ne vdut traba- 
libus clavis afßxi öorporibus haereatis. Vgl. das Bild der necessUas 
bei Hör. carm. 1, 35, 17. 3, 24, 5. Wir haben den Ausdruck 
^niet- und nagelfest-. 396. 

2) Cic. Tusc. 4, 35, 75 Etiam novo quidam amore veterein 
amorem tamqnani olavo olaviun oioiendum putant, eine ho- 
möopathische Kur. Hieron. ep. 125, 14 Phüosqphi saecuU solent 
amorem veterem amore novo qmsi clavum clavo expellere. Felix 
Papa U (Migne 13 col. 37 B) Non emm detrahentibus honrnn est 
detrahere, autpalo, secundum vulgarem fabulam, excutere palum, 
mit Gewalt. Nach dem Griechischen: Diogen. 5, 16 ^^o) xhv 
tilov %al ndttalov i^iKQOvCag TtaxxciXto: &vtl tov &fiaQtfj' 
ftau x6 afiaQrfnia &6Q€e7C6veig. ^Ein Keil trjBibt den andern' (Dü- 
ringsf. I n. 358). ^Man mufs Böses mit Bösem vertreiben.' 397. 

3) Ennius bei Isid. orig. 19, 2, 12 (p. 70 Vahl. n. 334Baehr.) 
Dum olavTim reotum toneam navemqtie gubemem, Quintil. 2, 
17, 24 diceique notum illud: dum clavum rectum teneam, mag 
geschehen, was da will, wenn ich nur meine Pflicht thue (wie 
der Steuermann im Sturm das Schiff gerade gegen Wind und 
Wellen hält). Cic. ad fam. 12, 24, 5 quum (navem) quidem nos 
damus operam, ut rectam teneamus. Das Wort des Ennius war 
also geflügelt, es ist aber nicht originell, sondern eine Übertragung 
der griechischen sprichwörtlichen Redensart ig&äv xav vaüv 
(Cic: ad Qu. fr. 1, 2, 4, 13), vollständig aU', w noxsiSccvy &^*, 



*) unannehmbar ist die Deutung bei Georges: Wenn man es 
jemandem nicht recht machen kann. 



86 clipeus — coctio 

ow iq9av xicv vaiiv fiaxadvacD (Aristid. Rhod. p. 802Dind.). Vgl. 
Senec. ep. 85, 33 Qui hoc potuit dicere: Neptune, numquam hanc 
naveni nisi rectam!, arti satisfecU: iempestas non opus gubernator'is 
impedU, $ed successum, de consol. ad Maxe. 6, 3 at ille vel in nau- 
fragio laudandus, quem öbruU mare navem tenentem et obnixum*) 

clipeus. 398. 

Oy. trist. 1, 3, 35 Et gpmmquam sero olipeum post vnl- 
nera Bumo, treffe Gegenvorkehrungen, nachdem das Unglück 
geschehen ist, zu spät. Vgl. Said, iisra xi^v iv Maqu^&vi (Mi%Yiv, 

clitellae s. hos 2. 

CliVUS. 399. 

Petron 134 lassua tamquftm oaballiui in clivo, erschöpft 
wie ein Gaul, wenn es bergauf geht.**) Ov. rem. am. 394 Prin- 
cipio clivi noster anhelat equus, wir sind noch lange nicht 
über den Berg. Ov. heroid. 19, 41 Müle doUrestant, clivo suda- 
mus in imo. Petron 47 Nee adhuc sciebamus nos in media 
lautitiarum, ut aiunt, ^livo laborare, dafs wir erst mitten in 
den Genüssen waren, noch lange nicht alles überstanden hatten. 
Vgl. Senec. ep. 31, 4 clivum istum (diese Schwierigkeit) uno, 
si potes, spiritu (in einem Atem) exsupera, Sil. Ital. 4, 606 
virtus interrita clivo, 

cloaca s. arx. 400. 

Hör. sat. 2, 3, 242 qui sanier ao si lUud idem in rapidom 
fluvium iaoeretve cloaoam? Senec. ep. 87, 16 quae (pecunia) 
sie in quosdam homines, quomodo denarius in cloacam cadit. 
Petron 42 aeque est enim, ac si in puteum conicias, als ob 
man's ins Wasser würfe. Vgl. Zenob. 2, 72 jSaAA' Big Goto q: iiti 
x&v iXi&Qov ä^lcav. Gleichbedeutend ist Hör. sat. 2, 3, 166 Quid 
enim differt, harathrone Don es, quicquid hohes? und scherzhaft 
Plaut. Curcul. 121 effunde hoc cito in barathrum (in den 
Schlund) und Hör. ep. 1, 15, 31 barathrumque maceUi. 

Cochlea. 401. 

Plaut. Poen. 532 vicistis ooohleam tarditudine, ihr seid 
langsamer gewesen als eine Schnecke. 

coctio. 402. 

1) Plaut. Asin. 203 Vetus est ^nihili oootio est' scis 
cuius; non dico ampUus, Statt des verderbten scis cuius ver- 

*) Aus dieser Bedeutung erklärt sich auch die Metapher bei 
Arnob. adv. nat. 3, 11 abiecisse clavum deos, die Götter haben die 
Leitung der Welt aufgegeben. Ich erwähne dies nur, weil man ver- 
kehrterweise aus dieser Stelle ein Sprichwort abgeleitet hat: clavam 
abicere, die Flinte ins Korn werfen I 

**) Gegen die Erklärung Georges': von einem schlaflF Gehenden 
hat sich bereits Wölfflin (AUitt. Verb. p. 7) ausgesprochen. Noch weiter 
ab Hegt unsere, allerdings äufserlich sehr ahnliche Redensart: wie der 
Ochs am Berge. 



coda — Collum 87 

mutet Lambinns: si est caecus, Goetz: luscmus. Dann wäre der 
Sinn: Ein Mäkler taugt nichts, wenn er nichts sieht, nicht auf- 
paTst, sein Geschäft nachlässig betreibt. S. auch y. Wyfs, die 
Sprichw. bei d. röm. Kom. p. 64,*) 403. 

2) Laberius v. 63 Bibb.* (Gell. 16, 7, 12) Duos ugcores? 
herole hoo plus negoti est, inqnit oootio: Sex aediles viderat. 
Das ist zu viel Arbeit, sagte der Mäkler, da hatte er sechs 
Aedilen gesehen (vor denen er sich jedenfalls aus dem Staube 
machte).**) 

coda s. cauda. ^ 

codex s. stipes, 

coepisse s. diimdmn, 

COgere s. currere. 

cogitatio. ^ 404. 

1) Cic. Philipp 12, 2, 5 Fosteriores enim oogitationes, 
ut aiunt, sapientioreB solent esse, ad Qu. fr. 3, 1, 18 Effo 
vero mUktö dsvxiQag g>QovrlSag habere possum, Apostol. 1, 58^ 
at SevtBQal itcog g>Q0vxl8Bg öotpmzsQai (= Eurip. Hippol. 436). 
*Die besten Gedanken kommen allezeit hinterdrein' (Körte n. 224). 
*Wenn die Herren vom Rathause kommen, sind sie am klügsten' 
(Körte n. 3481). 405. 

2) Cic. p. Mil. 29, 79 liberae enim sunt cogitationes nostrae 
nach dem römischen Bechtsgrundsatze bei ülpian digest. 48, 19, 18 
Cogitatioms poenäm nemo patitur. Ob derselbe aber schon im 
Altertume sprichwörtliche Geltung hatte, ist zweifelhaft. Immerhin 
braucht ihn auch Ambros. de virginit. 17, 107 liberae enim simt cogi- 
tationes prudentium. ^Gedanken sind zollfrei' (Düringsf. II n. 739). 

COitiO. 406. 

Ter. Phorm. 346 prima ooitio est acernuna, der erste Zu- 
sammenstofs ist der heftigste. Die erste Hitze legt sich. 

COleUS. 407. 

Petron 44 si nos ooleos haberemns, wenn wir Männer 
wären; jedenfalls ein vulgärer Ausdruck. Ähnlich Pers. 1, 103 
Haec fierent, si testiculi vena ulla paterni Viveret in nobis? 
Schol. si qmcquam in nobis virüitcUis esset. Vgl. vir. 

coUaticius s. aes 3. 

collnin. 408. 

[Apul. Herrn, trim. 12 animam obtorto, ut aiunt, detinet 



*) Pflügl (d. lat. Sprichw. bei Plaut, und Ter. p. 11) übersetzt: 
'Borgen macht Sorgen'! — Über coctio, wofür andere cocio schreiben 
(S. Hertz zu Gell. 16, 7, 12 und Goetz -Loewe zu Plaut, a. a. 0.) = aril- 
lator vgl. Fest. p. 51 M. und Gell. 16, 7, 12. Loewe, prodrom. gloss. p. 285. 
— Vahlen (Hermes 17 p. 599) schützt das überlieferte coactio. 

**) Ähnlich: 'Zu viel Herren, sagte die Kröte, da g^ng ihr die 
Egge über den Leib' (Düringsf. II n. 565). 



88 coUyrium — columba 

collo, mit Gewalt. Der Ausdruck ist nur von der Phrase öbtorto 
coUo in ms vocare (Plaut. Cic.) übertragen.] 

eollyrium. 409. 

Hieron. comment. in ep. ad Ephes. praef. (VII p. 539Vall.) 
ita et scmctus ÄpostoVus Paulus per singuLas ecdesias vulneribus 
medetur ülatis nee ad instar imperiti medid nno ooUyrio am- 
nium oculos vult oiirare. ^Mit einer Salbe alle Schäden heilen' 
(Körte n. 6468). 

Colophon. 410. 

Paul.-Fest. p. 37 M. Colophon dixenmt, cum aliquid fini- 
tum significaretur. Die Griechen sagten nämlich in diesem Sinne 
7ioXoq>&vcc iTci^fjTiag (Diogen. 8, 36. Greg. Cypr. 2, 86. Plato 
Theaet. p. 153. leg. 2 p. 673 D), was Strabo 14, 1; 28 davon her- 
leitet, dafs man in gefährlichen und unentschiedenen Kriegen die 
vortreffliche Beiterei von Kolophon herbeigerufen, um die Ent- 
scheidung herbeizuführen. In Wirklichkeit ist Kokogxov ein Sub- 
stantiv mit der Bedeutung: Gipfel, Spitze, übertr. Vollendung. 
Wir haben also eine Art Volksetymologie. 

COlor s. albus 1. alienus 6. 

colubra. 411. 

1) Plaut. Truc. 780 oolubrino ingenio ambae estis, listig 
wie Schlangen. Poen. 1034 Bisulci lingua, quasi proserpens 
hestia, schlau, doppelzüngig. Pers. 299 iamquam proserpens 
bestia est bilinguis et scelestus. 412. 

2) Petron 45 oolübra röstem nön parit, etwa: ^Der Apfel 
Mit nicht weit vom Stamme.' Vgl. aquüa 4. Die Griechen sagten 
xov Ttctxqhg %h Ttaiölov (Varro).*) 

columba s. aquHa 4. corvus 2. 413. 

[1) Ov. art. am. 1, 117 üt fugiu/nt aquilas timidissinia 
turba, oolumbae, wie scheue Tauben, art. am. 2, 363 Äcc^ri 
timidas credis, furiose, columbas, Diogen. 7, 64 TtQaojeQog tvsqi- 
atsQ&g: ijtl x&v i%ui,%Siv^ 414. 

2) Sprichwörtlich ist die Zärtlichkeit der Tauben: Lucil. 
falso adscr. p. 164 fr. XII M. vinoit oolumbas osoulis. Catull 68, 
125 Nee tantum niveo gavisa est uUa columbo Compar, quae mMUo 
dicitur improbius Oscula mordenti semper- decerpere nostro. Hör. 
ep. 1, 10, 5 veiuU notique cohmibi, von zwei anhänglichen Freunden. 
Vgl. Anthol. lat. 711, 2 R. fion munera vestra .. . non vincant 
oscula conchae. Ov. am. 2, 6, 56 Oscula dat cupido blanda 
columba mari und Mart. 1, 109, 2 Issa ^t purior os-culo co- 

*) Plaut. Stich. 321 quas tu vides colubras? soll heifsen: Bist 
du wahnsinnig? (So noch Wortmann, de comparat. Plaut, et Ter. p. 46). 
Doch ist die Lesart sehr unsicher und der Zusammenhang, der über- 
haupt eine Frage nicht zuläfst, der Bedeutung nicht günstig. Hermann, 
schreibt quas tu edes col. Pius liest vites. 



columna — conscientia 89 

hmhae. Zur Sache s. Isid. orig. 12, 7, 61 qtias (sc. colutnbas) 
antiqui venerias nuncupahant, eo, quod nidos freguentent et osculo 
amorem candpiant.*) Vgl. passer, 

columiia 8. Maenius. 416. 

Cic. orat. 67, 223 (<» p. Scaur. 45) inourriBti amens in 
colnmnas, du bist wie wahnsinnig mit dem Kopfe gegen die 
Wand gerannt. 

comes. 416. 

Pablil. Syr. 104 Comes faoundus in via pro vehionlo 
est. ^Beredter Geführte iBt so gut wie ein Wagen' (Dtiringsf. I 
n. 587). 

eomnuiiiis s. amicus U 

compes s. fäber 2. 

conclamare. 417. 

Ter. Eun. 348 iam oonolamatxiin est, es ist aus, es ist 
vorbei. Amm. Marcell. 18, 6, 18 achim et condamatum est, ni 
caverit Graeda. Eine volkstümliche Redensart. 

eoneordia. 418. 

Sali. Ing. 10, 6 Nam oonoordia parvae res oresennt, dis- 
oordia maxnmae dilabuntnr. Senec. ep. 94, 46 M. Agrippa 
»n.dicere solehat, multum se huic dehere sententiae: Nam 
concordia u. s. w. Hieron. reg. monach. 28 (Migne 30 col. 395 A) 
concordia enim parvae res crescunt Oros. 2, 17, 17 concordia mi- 
nimas res crescere, discordia maximas düaM. Vgl. Publil. Syr. 289 
IM semper est victoria, uhi concordia est. Der Gedanke war dem- 
nach zu einem geflügelten geworden. ^Eintracht das Kleine mehrt, 
Zwietracht das Grofse verheert' (Körte n. 1368). "^ Eintracht 
bringt Macht' (Düringsf. I n. 404). Vgl. 'Friede ernährt, Unfriede 
verzehrt' (Düringsf. I n. 515). 

concrepare. 419. 

Cic. de off. 3» 19, 75 si digitis conorepuerit, auf den ersten 
Wink, de leg. agr. 2, 30, 82 gui, simulac decemviiri concre- 
puerint, armati in cives et expediti ad caedem esse possint. Das 
Schnalzen mit den Fingern war das Zeichen für die des Befehls 
ihres Herrn gewärtigen Diener (Petron 27. Plaut. Mil. glor. 206. 
Mart. 3, 82, 15. Marquardt, Privatl. p. 175 Anm. 4). Vgl. accedere, 

eonfessio. 420. 

P8.-Cic. ad Octav. 7 sü errantd medioina oonfessio wird 
ängeftlhrt als Parallele zu dem modernen Sprichwort: ^Bekannt 
ist halb gebüTst'. Ambros. de instit. virg. 4, 27 Erroris igitur 
"n^mna eonfessio est. Ps.-Senec. de mor. 94. 

eonsclentia. 421. 

1) Quintil. 5, 11, 41 wird unter den Gedanken, quae vulgo 



*) S. auch Bücheler in WölflFlinß Archiv 2 p. 116. 



90 consilium — consuetudo 

recepta sunt^ genannt: oonBCientia xnille testes. Vgl. Plant. 
Most. 544. ^Gates Gewissen ist tansend Zeugen wert' (Körte 
n. 2644). Conscience vant en essence De mille t6moins la pr6- 
sence. La coscienza vale per mille prove. ^ 422. 

[2) Hieron. ep. 123, 15 nee paratum häbeas illud e trivio: 
Snfftoit mihi oonsoientia mea; non curo, quid de me loquan- 
tur homines («= 14, 7). Der Satz enthält, wenn er auch nicht 
im strengen Sinne sprichwörtlich ist, doch einen häufig ans- 
gesprochenen Gedanken. Vgl. Ov. fast. 4, 311 Conscia mens recti 
famae mendacia ridet, Cic. ad Att. 12, 28, 2 Mea mihi cansdentia 
pluris est, quam omnium sermo. *Thiie recht und scheue niemand.'] 

consilium s. aegrotus. forhma 7. gladiator. qpera 3. 
sceltis. 423. 

1) Varro r. rust. 3, 2, 1 Opinor, inquam, non solum, quod 
dicitur, malüm oonslliTim oönsultoii est pössimxim, sed 
etiam u. s. w. Gell. 4, 5, 6 Tum igitur, quod in JEtruscos am- 
spices male consulentis cmimadversum vindicaiumque fuerat, versus 
hie Seite factus eantitatusque esse a pueris urhe tota 
f er tur: Mälum u. s. w. (aus Verrius Flaccus' erstem Buche rerum 
memoria dignarum). Sali. hist. &. 1, 48 D Maxume vettern... 
prava incepta consuUoribus noxae esse. Das Original ist Hesiod 
opp. 266 ^ de %a%ii ßovXii tw ßovkBvöavtt KUKCetri, Vgl. 
Liv. 36, 29, 8 Äetolorum prava consüia atque in ipsorum capul 
semper recidentia. ^Wer anderen eine Grube gräbt, föUt selbst 
hinein.' 424. 

2) Greg. Tur. hist. Fr. 6, 32 p. 272 impletumque est illud 
proverhium, quod quendam senem narrantem audivi: amico ini- 
miooque bonum semper praebe eonsilixim, quia amicus 
acoipit, inimieus spemit. 

consolatio s. sdlus 2. 

consnescere. 425. 

Hieron. ep. 128, 3 illo versieulo eomprohato: aegre re- 
prehendas, quod sinis oonsuesoere. ep. 107, 8 Legi quondam 
in seholis puer: aegre reprendas u. s. w. Wohl ein bekannter 
Vers des Publilius Syrus (v. 52 p. 20 Meyer). 

consnetndo. 426. 

Cic. de fin. 5, 25, 74 deinde oonsuetndine quasi alteram 
v quandam natnram efjßci. Macrob. sat. 7, 9, 7 consuetudo, quam 
sectmdam naturam pronuntiavit usus. Augustin c. lul. 4, 103 
(Migne 45 col. 1398) quae (consuetudo) non frustra dicta est a 
quitmsdam seeunda natura, c. lul. 1, 105 (Migne 45 col. 1119) 
secunda natura, sie enim a doctis appellari consuetudinem. 
c. lul. 1, 69 (Migne 45 col. 1091) quae (consuetudo) ah eruditis 
etiam saeculi dici seiet secunda natura, c. lul. 6, 41 (Migne 45 
col. 1605). de musica 6, 7, 19 (Migne 32 col. 1173) consuetudo 



consulere — corbita 91 

guasi secimda et guasi affäbricata natura didtur. Aristot. rhet. 
1, 11 Kai yccQ tb €l&tö(iivov &<sneQ TtstpvTiog i^dri yfyvsrat. Stob. 
ecl. 2, 31, 10 TtciQoifila: fieXixri %Qovia&BUS^ dg qyvfStv na^l^xaxai 
(trag. fr. adesp. 227 N.). ecl. 2, 7, 11. Galen de tuend, valet. 1. 
'Gewohnheit ist die andere Natur' (Düringsf. I n. 598). Zum 
Gedanken vgl. Cic. Tusc. 2, 17, 40 consuetudinis magna vis est, 
Pablil. Syr. 201 Gravissimum est Imperium consuetudinis, Schol. 
luY. 6, 87 difficüe est deserere consuetudinem. 

consulere s. alter 4. 427. 

Cic. p. Cluent. 31, 84 Sapientissimum esse diount exun, 
Olli, quod opus Bit, ipsi veniat in mentem; proxime aooedere 
iUum, qni alterius bene inventis obtemperet. In stuUüia 
contra est, Liv. 22, 29, 9 saepe ego, inquU, audivi, milites, 
eum pnmum esse virum, qui ipse consulat, quid in rem sU, 
secundum eum, qui hene monenti ohoediat; qui nee ipse 
consulere, nee alteri parere sciat, eum extremi ingenii 
esse. Mart. epigr. 31, 1 Cedere maiori virtutis fama secunda 
est.*) Die Quelle ist Hesiod opp. 293 Oirog fikv Ttavägiarog^ og 
air^ Ttdvra voricy Ogaddafisvog . . . ^Ec&Xbg d' av K&KSivog^ og 
ev elnovtt nid-Tixat, *'0^ Si x€ |lm}t' uixhg voiiß fijjr' aXkov inovcav 
Ev ^fi& ßdXXfixcci^ 6 d' «vt' axQ'fitog ÄviJ^. 

contemptas s. odium, 

contns. 428. 

Amm. Marcell. 18, 5, 6 non oontis neo remuloo, ut aiunt, 
id est non flexÜoquis amhagibus vd obscuris, sed velificatione 
plena in rem publicam ferebatur, nicht bedächtig und im Ge- 
heimen, sondern oflfen mit vollen Segeln. Vgl. Cic. Tusc. 4, 4, 9. 
S. velum 2. 

conyersari s. iungere, 

conylyinm. 429. 

lul. Capitol. vit. Ver. 5, 1 cum sU notissimum dictum de 
numero convivarum: Septem conviviimiy novem vero oonvioixun. 
Auson. ephem. 5, 5 (4, 5, 5 Seh.) Sex enim convivium, , , , si super 
convicium est, ^Sieben Gäste ein Mahl, neun eine Qual' (Körte 
n. 2195). ^Sieben Gttste, gute Zahl, neune halten böses Mahl' 
(Simrock 3052). Vgl. Varro bei Gell. 13, 11, 2 convivarum nume- 
rum incipere oportere a Gratiarum numero et progredi ad Musarum 
«. e. proficisci a trihus et consistere in novem (p. 175 B. n. 333 B.). 

copia s. cornu 5. 

copo s. caupo, 

corMta. 430. 

Flaut. Poen. 507 homines spissigradissumos Tardiores quam 



*) S. Ps.-Cato dist. 10 (Baehr. P. L. M. III p. 216) Maiori concede, 
'Dem Grofsen weichen ist keine Schande' (Düringsf. II n. 613). 



92 corcillum — Coriii 

corbitae Bunt in tranquillo mari, langsamer als Lastschiffe bei 
ruhiger See. 543 operam celocem hanc tniki, ne corhitam dafe. 

corcillum s. pectus 1. 

Gorinthus s. Dumysius. 431. 

Hör. ep. 1, 17, 36 Non ouivis homini oontingit adire 
Corinthtun ist eine Übertragung des griechischen Sprichwortes 
ov itttvxhg ivS^bg elg KoQtvd'ov löd"^ 6 nloüg (Zenob. 5, 37 
inl r&v tQVip&v ßovXofiivcDv slQflad'ai Tt^v TtaQOifiUxv. Strabo 8, 
6, 20. Gell. 1, 8, 4. Kock fr. com. adesp. 600). Der Ursprung 
desselben wird von den Alten verschieden erklärt. Es sei ent- 
standen entweder, weil die Einfahrt in den dortigen Hafen zu 
beschwerlich (Apost. 13, 60), oder weil die Zahl der dort leben- 
den Hetären den Fremden sehr geföhrlich gewesen sei (Zenob. 5, 
37. Diog. 7, 16). In Wahrheit war wohl die Stadt infolge der 
Reize der dort gebotenen Genüsse und Vergnügungen das ersehnte 
Ziel aller Seefahrer.*) Bei Horaz ist der Sinn des Sprichwortes: ' 
Nicht jedem glückt es, das höchste Ziel zu erreichen. Entsprechende 
moderne Sprichwörter bei Düringsf. I n. 837 z. B. ^Es kann nicht 
jeder um Ablafs nach Bom ziehen.' ^Nicht jeder ist auf die 
Hochzeit geladen.' ^Es haben nicht alle das Glück an den Hof 
zu reiten' u. a. 

corium s. canis 11. cribrum 2. palUum 2. 432. 

1) Apul. met. 7, 11 126 vera ludis de aUeno oorio, du 
spielst mit fremdem Besitz (vgl. de alieno liberälis {älienus 5)). ^Aus 
anderer Leute Haut ist ^t Riemen schneiden'- (Düringsf.. I n. 92). 
Das Gegenteil bei Mart. 3, 16, 3 Ebrius es; negue enim faceres 
hoc söbrius umquam, Ut velles corio ludere, cerdo, tuo. Wer 
um die eigene Haut spielt, seine eigene Haut zu Markte trägt, 
mufs betrunken oder ein Dummkopf sein. Eine Anspielung auf 
die Redensart liegt auch vor bei TertulL de pall. 3 Hoc soll 
chamadeonti datum, quod vulgo dictum est, de corio suo 
ludere und Hieron. ep. 54, 5 Cave nutrices et gerülas et istius 
modi venenata a/nimaUa, quae de corio tuo saturari ventrem 
suum cupiimf. 433. 

[2) Senec. rhet. suas. 7, 1, 3 Ciceroni ... de corio Cesüi 
satisfecit. controy. 10 praef. 10 debuü de corio eius nolis 
satisfieri, handgreiflich. Liv. 2, 35, 1 nisi de tergo plehis Bo- 
manae scUisfiat,]**) 

cornens s. comu 1. 

Corni (= Corani) s. faber 3. 

*) Die Üppigkeit des Lebens bezeugt u. a. das Epitheton uncia 
bei luven. 8, 113. Mart. 10, 65. Vgl. ^ogiv^idikiv Macar. 5, 18. 

**) Sprichwörtliches Kolorit besitzt auch Plaut. Epid. 65 Eerdt 
detegetur corium de tergo meo, Sinn: Die ich liebte, besitzt ein 
anderer. 



comix — comu 93 

cornix s. cymus 1. 434. 

1) Berühmt war zunächst das hohe Alter der Krähen 
(Gic. Tusc. 3, 28, 69. Lucr. 5, 1082. üv- am. 2, 6, 35. Plin. n. h. 
7,48, 153. Hesiod fr. 163Göttl.). Cic. Tusc. 1, 31, 77 Staici 
autem usuram nohis largitmtur, tamquam oornioibus; diu man- 
snros aiiint animos. Hör. carm. 4, 13, 24 Servatura diu parem 
Cornicis vetulae temporibus Lycen. Mart. 10, 67, 5 lam 
cornicibus omnibus superMes (vetuHa), luven. 10, 246 Bex 
Pylm . . . Exemplum vitae fuit a comice secundae. Auson. ep. 20, 7 
Longaevae tcmtum superamus honore senectae. Quid refert? Cornix 
nm ideo ante cycnum. Vgl. aquüa 1. cervus 1. equus 1. 435. 

2) Cic. p, Mur. 11, 25 (citiert von Quintil. 8, 3, 22) Inven- 
tus est scriba quidam . . . qui oomionm oonlos confbLorit. 
p. Flacc. 20, 46 Hie hercuLe cornici oculum, ut dicitur. Schol. 
Bob. p. 242 Or, Proverbio celeberrimo usus est Hieron. adv. 
Ruf. 2, 27 (col. 522 Vall.) comicmn, ut dicitur, oculos configere. 
Ambros. epist. 32, 6 (Migne vol. III 2 col. 1071) quod aiunt, 
cornici oculum (sc. configit). Da die Krähen ein sehr scharfes Gesicht 
haben, und überaus vorsichtig sind, so bedarf es grofser Schlau- 
heil»', sie zu täuschen. Die Redensart gilt also von dem, der selbst 
die Vorsichtigsten zu hintergehen vermag. Von dieser Schlau- 
heit der Krähe ist noch zu verstehen Plaut. Most. 832 Vide, ubi 
ludificatur una cornix vuliurios duos,*)' 436. 

3) Macrob. 7, 5, 2 tamquam cornix ooraioi oonlos ef- 
fodiat. Greg. Tur. bist. Fr. 5, 18 (p: 211 Kr.) impletur in te 
proverbium illud, quod corvus oculum corvi non eruit, 'Eine 
Krähe hackt der andern die Augen nicht aus' (Düriogsf. I n. 934). 

cornu s. bos 8. vultur 2. 437. 

1) Petron 134 nisi ülud tarn rigidum reddidero quam oornu, 
hart wie Hörn. Vgl. Pers. 1, 47 neque enim mihi cornea fibra, 
ein hartes Herz**); nachgeahmt von Apoll. Sidon. ep. 8, 11, 20 
eorneasque fibrös mollit. 438. 

2) Hör. sat. 1, 4, 34 (citiert von Hieron. ep. 50, 5) Fenum 
habet in oornu, longe fuge, nimm dich in acht vor ihm (wie 
vor einem bösartigen Ochsen, dessen Homer man, um die Leute 
za warnen, mit Heu umwickelt hat. S. Porphyr, z. d. St.). Plut. 
Qaaest. Born. 71 öio %al Maquov Kq&iSCOv ot 'PcDjüarot loqxov 
^l^iv £g>a<Sav, ig>vXtttzovw yccQ avxbv &g &(ivvu7ibv mt övösnt- 
%Hqm6v (= Vit. Grass. 7, 9). 439. 

3) Plaut. Pseud. 1021 Ne in re secunda nunc mi obvortat 
cornua, sich mir entgegenstelle. Hör. epod. 6, 12 Farata tollo 

*) Ein förmliches Sprichwort ist aber in dieser Stelle nicht zu 
suchen, wie man vielfach gewollt hat. 

**) Sprichwörtlich klingt auch Petron 43 corneolus fuit, acta- 
tem hene ferebat, er war ein hagebuchener Kerl von fester Gesundheit. 



94 corpus — cortex 

cornua, ich zeige meine Homer, um mich zn wehren. Tertull. 
de mort. persec. 32 iUe iollit audacius cornua. Apul. apol. 81 pars 
epistulae, guae smüUer pro me scripta in memet ipsum vertit 
cornua. Hieron. adv. Ruf. 1, 31 (col. 488Vall.) Cornuatam 
hestiam pttis.^) 440. 

[4) Hör. carm. 3, 21, 18 Viresgue et addis oomua pawperi, 
giebst ihm Mut und Kraft. Ov. am. 3^ 11, 6 Vener ünt capiti 
cornua sera meo. art. am. 1, 239 tum pauper cornua sumiU 
Diogen. 7, 89 TCQb rovrov os &^riv xi^arcc ixsiv: inl r&v avigslag 
imkri^iv i%6vxo}v. Die Homer erscheinen von jeher als Zeichen 
der Kraft.] -441. 

5) Plaut. Pseud. 671 Nam haec aUata comn oopiae est, 
uhi inest, quicquid volo, (Hör. carm. 1, 17, 14 Hie tibi copia 
Mandbit ad plenum henigno Huris honorum opulent a cornu, 
carm. saec. 59 adparetque beata Copia cornu. ep. 1, 12, 28 awea 
fruges Italiae pleno defundit Copia cornu. Ov. met* 9, 88. Senec. 
Med. 65. Boeth. consol. phil. 2 v. 5.) Gell. 14, 6, 2 Äccipio cu- 
pidus et lubens, tamquam si copiae cornum nactus essem. 
Amm. Marcell. 22, 9, 1 quod ei . . . vdut mu/ndanam comucopiam 
Fortuna . . . deferebat. Das Füllhorn ist in der Hand der Göttin 
Fortuna (Preller, Rom. Mythol. II p. 188 f.). Bei den Griechen 
entspricht ^AiiaX^sCag xiQccg (Zenob. 2, 48. Gell. 1, 8, 2), wie 
auch Plin. n. h. praef. 23 übersetzt, bei uns etwa das ^Tischlein 
deck dich' (vgl. Philemon fr. 65 Kock (Mein. fr. com. 4 p. 20). 
Grimm, Kinder- und Hausmärchen n. 36. 54). 

[corpus. 442. 

Cic Catil. 1, 6, 15 quot ego tuas petitUmes ita coniedas, ut 
vitari posse non viderentur, parva quadam declinatione et, ut aiunt, 
corpore efifagil, durch eine blofse Wendung des Körpers. Der 
Ausdruck ist von der Gladiatorensprache genommen, aber wohl 
nur metaphorisch. Vgl. Gurt. 6, 1, 4 alia tela clipeo excipiehat, 
corpore alia vitabat.] 

cortex. 443. 

1) Hör. carm. 3, 9, 22 tu levior cortice, leichter (leicht- 
fertiger) als Kork. Apost. 9, 97* 7iov(p6teQog g>eXXo'ü'. ini t&v 
sv^sraßdkGiv. 444. 

2) Hör. sat. 1, 4, 119 simulac duraverit aetas . . ., nabis 
sine cortice. Acron: Proverbialiter posuit ^näbis sine cortice^ 
i. e. sine älieno adminicuh. Wir sagen etwa: auf eigenen Beinen 
stehen. 



*) Vielleicht hat man in diesem Sinne auch zu verstehen Petron 39 
aerumnosi, quibus prae mala sua cornua naseuntur, die das 
Unglück zu bösartigen Menschen macht. Oder: denen ihr Unglück 
Mut giebt (S. n. 4). 



corvns — cothurnus 95 

coryus s. avis 2. comix 3. cycnm !.• 446. 

1) Petron 43 niger tamquam corvxui, rabenschwarz. Apul. 
met. 2, 9 corvina nigredine caerulos cölumbarum collis floscuhs 
aemulcUus. Yaler. Migne 87 col. 443 nigriar corvo, 446. 

2) layen. 2, 63 Dat veniam corvia, vexat oensura oo- 
Ixunbas. Schol. Proverhium est*) Derselbe Gedanke in anderer 
Form bei Ter. Phorm. 330 Quda non rete accipitri tennitur neque 
milvo, Qui male fackmt nobis: Ulis, gut mhU faciimty tennitur. 
Der Schelm geht straflos aus und der Unschuldige mufs leiden. — 
Der Gegensatz zwischen dem Baben und der Taube auch bei 
Fmdent. dittoch. 192 et ore potens corvos mutare columbis, 
und zwischen dem Habicht und der Taube bei Ov. art. am. 
2, 363 Accipitri timidcts credis, furiose, columhas. Derselbe 
Kontrast besteht zwischen dem Wolfe und dem Schafe (\rgl. 
lupus 3. 4. 5.). 447. 

3) Hör. ep. 1, 16, 48 (Non) pasoes in omoe corvos, du 
wirst (nicht) Galgenfutter werden. Petron 58 crucis ofßa, 
corvorum ciharia, Babenfutter! Galgenvogel! Aristoph. Thes- 
mophor. 1027 i(i inQifiaas ko^cc^i dstnvov. Bekannt ist die 
Verwünschungsformel ig TiOQccnas (Macar. 2, 24) = ahi in 
malam crucem (rem). S. Lorenz zu Plaut. Pseud. 817. 448. 

4) Hör. sat. 2, 5, 55 Plerumque recodus Scriha ex quinque- 
viro oomun deludet hiantem. Diese Anspielung auf die be- 
kannte Fabel vom Fuchse und Baben (Phaedr. 1, 13) dürfte 
sprichwörtlich sein (= einen Habsüchtigen täuschen). Ein grie- 
chisches Sprichwort lautet: q>GiV'!q6ag 6 »OQa^ novrfiBxai (Apost. - 
11, 89*). Vgl. Hör. ep. 1, 17, 50 u. lupus 1. 

Gorjcaeus. 449. 

Cic. ad Att. 10, 18, 1 omnes enim KujpuKaToi videntur 
subanscTÜtare, quae loquor. Cicero bezieht sich auf das grie- 
chische Sprichwort Kfaqvnaiog ^i^qoclIbzo (Strabo 14, 1, 32. 
Snidas s. y.), von dem, der ahnungslose Leute aushorchte, um 
das Gehörte ihren Feinden zu hinterbringen. Zenob. 4j 75 
K» ^x^.: i%\ t&v doüovvtav nev Xd&Qcc n^&ttsöd'aty slg yvS>6tv dh 

Costa. 450. 

Petron 43 sed reoorrexit oostas üUiAS prima vindemia, hat 
ihn wieder auf die Beine, d. h. zu Wohlstande gebracht. 

cothurnus. 451. 

Amm. Marcell. 20, 1, 2 supercüia erigentem ut comua et de . 



*) Vollständ^: Froverbium est corvorum de impudicis. Discrevit 
sexum per aves, Unde dicunt coire corvos per os et sie parere. Danach 
wäre ^0 nicht der ganze Satz proverbiell, sondern nur der Ausdruck 
corvus statt impudicus. 



96 Cotta — creber 

tragioo, quod aiunt, oothurno Btrepentem, indem er den 
Hund vollnahm, sich aufs hohe Pferd setzte. Vgl. tragoedia. 

Cotta. 452. 

Macar. 5, 17 KoTiäc Md£l^oc: inl x&v ineq t6 öiov q>Qovri- 
(Aoxiiofiivfav» Diogen. 5, 46 Koxxäg Md^ifiog: ijtl r&v vTtsQ t6 
diov q>Qovetv voovvrwv. Oirog yaq 6 Md^t,(iog ika^av iyiveto. 
Vgl. 0. Crusius, Fleckeis. Jahrb. Bd. 135 p. 256 (zu Plut de 
proY. Alex. 20), welcher darauf hinweist, dafs auch bei Martial 
(1, 9. 10, 49. 10, 13) ein eitler und übermütiger Prahler den 
Namen Cotta führt. 

crabro. 453. 

Plaut. Amphitr. 707 Inritabis crabrones, da wirst in ein 
Wespennest stechen. Macar 7, 94 iSq>ri%i,av riqi^taagi inl im 
iccvxotg TuxKcc xivovvxtov. Aristoph. Lysistr. 475. Vesp; 223. 

crambe. 404. 

luven. 7, 154 Oooidit miseros erambe repetita magistros. 
Schol. Proverhium teste Pröbo dlg xQciiißri ^dvaxog omnibus 
iritum (Valla). Suid. s. v. nQcifißri. Bei Düringsf. I n. 264 wird 
aus dem Italienischen angeführt: Cavölo riscaldato non fu mai 
huono, aufgewärmter Kohl war niemals gut.*) 

eras s. dies 5. 405. 

1) bras oredOy hodie nihil (das glaube ich morgen, d. h. 
gar nicht) war der ohne Zweifel sprichwörtliche Titel einer 
Varronischen Satire (p. 113 Biese). 456. 

2) Petron 45 quod hodie non est, oras erit. ^Was nicht 
ist, kann noch werden' (Düringsf. II n. 506). Ebenso schon Tibull 
2, 6, 19 sed credula vitam Spes fovet et fore eras semper ait me- 
lius. Theoer. id. 4,41 xd^ a^Qiov i'aasx^ äfisivov. Vgl. sperare. 

crassus s. Minerva 2. Musa 1. 

Grassus. 457. 

Sein Reichtum war fast ebenso sprichwörtlich, wie der des 
Croesus: Varro bei Non. p. 379, 8 non atria diviti* Crassi (p. 103 R. 
n. 36 B.) Cic. de finib. 3, 22, 75 rectius dives quam Crassus. 
Pers. 2, 36 nu/nc Crassi miüit in aedis. Senec. ep. 119,9. Tertoll. 
apolog. 11 Croeso aut Crasso copiosior. Lactant. 6, 13, 11 licet 
nie aut Croesum aut Crassum divitiis superet. 

crastinus s. dies 5. 

creber. 458. 

Lucr. 4, 1283 Nam leviter quamvis quod orebro tnn- 
ditiir icta, Vincitnr in longo spatio tarnen atqne labascit, 
nach dem griechischen Sprichworte TtoXkatat nkviyatg ÖQvg 
dafid^exai (Diogen. 7, 77*). ^Von vielen Streichen fällt selbst 
die stärkste Eiche' (Düringsf. II n. 560). Vgl. gutta 2. 



*) S. Büchmann, Gefl. W.^« p. 301. 



credere — crepida 97 

credere s. alius l. expertus, mulier 4. oculus 9. 469. 

1) Caes. b. G. 3, 18, l//ere libenter homines quod volunt, 
oredont. b. civ. 2, 27, 2 quae völumus, et credimus libenter, Senec. 
Herc. für. 313 Quod nimis miseri volunf. Hoc facile credunt Vgl. 
Plaut Trutf. 192. Das Gegenteil bei Ov. heroid. 2, 9 Tarde, 
quae credita laedunt, Credimus. 'Was man wünscht, das glaubt 
man gern' (Düringsf. II n. 720). Demosth. Olynth. 3, 19 o yag 
ßovkstaiy tovO' sxaötog tcccI oisrai. 460. 

2) Qu. Cic. de petit. cons. 10, 39 Quamohrem ^ETCixaQfieiov 
illud teneto: nervös atque artus esse sapientiae non temere cre- 
dere (= Ambros. epist. 1, 2, 28). Ov. art. am. 3, 685 Nee cito 
credideris. Petron 43 numquam autem rede faciet, qui cito 
credit. Ps.-Cato distich. 24 (Baehr. P. L. M. III p. 215) Nihü te^ 
were credideris. Vgl. Hieron. reg. monach. c. 16 (Migne 30 
col. 418 D) Non omnibus, qui loquuntur, sis facilis ad credendum. 
Phaedr. 3, 4, 26 stulta credulitas. Epicharm bei Cic. ad Att. 1, 
19, 6 und Apost. 12, 9* vfjtpe xal fii^vrjao icmarstv (Lorenz, 
Leben und Schriften des Koers Epich. p. 260). Eurip. Helen. 
1617. Jes. Sir. 19, 4 Wer bald glaubt, ist leichtfertig. 'Glaube 
nicht alles, was du hörst' (Körte n. 2684). 'Wer leicht glaubt, 
wird leicht betrogen' (Körte n. 2685). 461. 

3) Senec. ep« 3, 4 Utrumque enim Vitium est et omnibus 
credere et nulli.. Ps.-Senec. de mor. 77 Vitium est omnia cre- 
dere, Vitium nihil credere. Hesiod. opp. 372 Illarsig d' &q roi 
ofi&g xcrl iaiKSxUti ioXeCav ävÖQag. fr. com. adesp. 132Kock noXk^ 
mißxUt diÖQansv aya&ä Kai nCötig xaxa. Vgl. auch Phaedr. 3, 
10, 1 Periculosum est credere et non credere. 'Allen zu glauben 
ist zu viel, keinem glauben zu wenig,' 

crepida s. culus. 462. 

Plin. n. h. 35, 84 Idem (seil. Apelles) perfecta opera pro- 
ponebai in pergula transewntibus atque ipse post tabulam latens 
^üia quae notarentwr auscultdbat, vulgum diligentiorem iudicem quam 
se praeferens; fenmtque reprehensum a sutore, quod in crepidis una 
paudores intus fecisset ansas, eodem postero die superbo emendatione 
pristinae admonitioniS cavülante drca crus, indignatum prospexisse 
demmtiantem ne supra orepidam sutor iudicaret, quod et 
ipsum in proverbium abiit. Valer. Max. 8, 12 ext. 3 Mirifice 
et üle artifex, qui in opere stio moneri se a sutQf^e de crepida et 
anstUis passus^ de crure etiam disputare incipientem supra plan- 
iam ascenderß veiuit.*) Amm. Marcell. 28, 1, 10 supra 
plantam, ut dicitur, evagatus. Eine Anspielung auch bei 
Mart. 3, 16, 5 Sed te, mihi crede, memento Nunc in pellicula, 
oerdo, tenere tua. Vgl. Ov. trist. 3, 4, 25 intra Fortunam debet 

*) Eine ähnliche Erzählung bei Athen. 8 p. 351 A. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 7 



98 cresco — Croesus 

quisque martere suam. Vgl. Append. prov. 3, 90 (ii;]dhv iTtsQ ta 
nakditoSa^ &vtU iifiöev irnkg xb (litQOv . . • Mvqqixov yccQ zbv 
öKvria.ipaöl roüto slneiv. Macar. 5, 88. S. auch L. Cohn, 
Zu den Farömiographen p. 25. ^Schnster, bleib bei deinen Leisten' 
(Düringsf. 11 n. 338), d. h. urteile nicht, gieb dich nicht mit 
Dingen ab, von denen du nichts verstehst. 

cresco s. nihü 3. 

creta s. calculus 1. 

Greta. 463. 

Die Einwohner von Creta standen als lügnerisch in bösem 
Ruf: Ov. am, 3, 10, 19 nee fingunt omnia Cretes, art. am. 
1, 298 Quamvis sit mendax Creta , negare potest Vgl. Clau- 
dian 26, 442 Jeep. Cretaque, si verax narratur fäbula, u. s. w. 
Daher der bekannte Vers des Epimenides: KQ^irsg ael ipsCfcrraf, 
xaxa d'riQla^ yadteQsg &^a£ (Callim. in loy. 8. Pauli, ad Tit. 1, 12. 
Hieron. ep. 70, 1. Tertull. de anim. 20). Zenob. 4, 62 x^ijt/- 
ietv: inl tov il^evdeö&at. 

cribrum. 464. 

1) Varro bei Non. p. 153, 5 Ut novuxn oribrum novo pa- 
xillo pendeat (p. 109 ß. n. 69 B.). Varro bei Non. p. 153, 4 
Uhi dicatur primus Zenon novam haeresim novo paxillo sus- 

pendisse (p. 127 B. n. 164 B.). ^Ein neues Sieb mufs man an 
einen neuen Griff hängen' (Wander, Sprichw.-Lexik. IV p. 551), 
d. h. zu einem neuen Inhalt gehört auch eine neue Form. 465. 

2) Apul. met. 3, 29 oorixun neo oribris iam idonenm 
relinqutmt, sie durchbläuen ihn so, dafs seine Haut nicht einmal 
mehr zu einem Siebe taugen würde. Plaut. Bud. 102 perlucet ea 
(sc. tnlla) quam cribrum crebrms. Aristophanes fr, 480Eock bei 
PoUux 10, 114 &(S7t€Q alqoTCtvov zitQvircii, 466. 

3) Plaut. Ps.eud. 102 Non pluris refert, quam si ünbrexn in 
cribrum iugeras. 369 Inpertussum ingerimus dicta dolium: 
operam ludimus. Lucr. 3, 936 Et non omnia pertusum con- 
gesta quasi in vas Commoda perfluxere atque ingrata interiere, 
Plut. prov. 8 KoaaCvm Cöcdq Avtlstg (Plato republ. 11 p. 863 D). 
46 slg TstQfifiivov 7t£&ov AwlBig. Aristot. Oecon. 1, 6. X'enoph. 
Oecon. 7, 40. Philetair. fr. 18 Kock. Macar. 3, 16 davccld&v 
nld-og. Lucian Hermot. 61. ^Mit einem Siebe Wasser schöpfen', 
*eine Danaidenar})eit thun', d. h. sich unnütz abmühen (Düringsf. II 
n. 461). 

crista. 467. 

luven. 4, 69 et tarnen Uli Surgebant cnstae, es schwoll 
ihm der Kamm vor Stolz und Selbstgefälligkeit (nicht vor Zorn). 
Schol. adsentatione ac laude intwmescebat imperaior, quamvis falsa, 

Croesus. 468. 

CatuU 115, 3 Cur non divitiis Groesum superare potis sit? 



crus 99 

Tibull 4, 1, 198. Prop. 2, 26, 23 Non si tarn Gygae*) redeant 
ä flumina Croesi, 3, 5, 17 Lydus Dülichio non disfat Croesus 
ah Iro. 3, 18, 28. Ov. trist. 3, 7, 42 Irus et est subito, gui modo 
Croesus erat, Mart. 5, 39, 8 Croeso divüior licet fuissem, 11, 5, 4 
Et cum tot Crocsos viceris. Stat. silv. 2, 2, 121 e^ Lydo ditior auro. 
1, 3, 105. 5, 1, 60. luven. 14, 328. Tertull. apolog. 11. Lac- 
tant. instit. 6, 13, 11 licet ille Croesum aut Crassum diviiiis su- 
peret. Panegjr. lat. 4, 16 Baehr. Auson. id. 3, 12 (12, 2, 12 Seh.), 
epigr. 54, 1. Hieron. ep. 53, 10. 57,12. 125,10. 127,4. adv. 
ßuf. 1, 17 (col. 473 Vall.) Qtmmvis Croesos quis spiret aut Da- 
reos. 3, 4 (col. 534) u4 audeat cum Croeso et Dareo pugnare 
divitiis. ep. 60, 11 Croesi qpes et Darei divitias se vicisse 
iadäbat. ep. 118, 5 Negue enim Darei opes et Croesi divitiae 
valent explere pauperes mimdi, Clandian 3, 198. 18, 213 J. Mart. 
Cap. 6, 578. Vgl. v. Leutsch zu Diogen. 8, 53 rbv . . . Kqolcov 
nUvxov. Theoer. 8, 53. 10, 32. — Plato Lysis 8 p. 211 E t6 
^uQsCov xQvölov xTi)iScia9at Synes. p. 3D nlovtov d'tjfi&vag 
inlq Tov ndkai Jaqiiov, Wir haben unsern Botbschild. Vgl. 
l^ersa, — Cic. de fin. 4, 12, 29 teruncium adicere Croesi 
pecuniäe (nihil interest). 3, 15, 45 in divitiis Croesi teruncil 
accessio, ein Tropfen ins Meer. 

crus. 469. 

1) Petron 74 ipse mihi asoiam in orus impegi, ieb habe 
mich ins eigene Fleisch geschnitten. Apul. met 3, 22 Ain, in- 
guit, volpinaris, amasio, meque sponte asciam crurihus meis in- 
lidere competlis? Augustin de genes, c. Manich. 1, 5, 8 (Migne 34 
coL 177) ne, cum volunt verbis sacrüegis conddere veritatem, quam 
videre non possunt, redeat Ulis securis in crura. Vgl. Cic. p. 
Mur. 24, 48 quam te securim putas iniecisse peiitioni tuae? 
p. Plane. 29, 70 reipublicae infligere securim, Schaden zufügen. 470. 

2) Cic. Philipp. 13, 12, 27 lUud tarnen mirum, quod in hoc 
Planco proverbii loco dici solet, perire eum non posse, nisi 
ei omra fraota esaent; fracta sunt et vivit. Sklaven pflegte 
man als Strafe die Beine zu zerschmettern (Suet. Oet. 67. Tiber. 44. 
Vgl. Lorenz zu Plaut. Mil. gl. 156). Natürlich kann hier von 
einem wirklichen Sprichworte nicht die Rede sein, sondern nur 
von einem damals verbreiteten Worte. *'^) Vergleichen läfst sich 
etwa unsere Redensart: Er hat ein so zähes Leben wie eine 
Katze. 



*) Auch der Reichtum des LydierkÖnigs ßyges war bei den Grie- 
chen sprichwörtlich: Alpheua Mityl. (Anthol. Pal. 9, 110) Oi) azsQyo) (3a- 
^vXriiovg &QovQag^ o^x öXßov noXvx^vaov, ola rvyrig. Anacreont. lö, 1 u.a. 
**) Ähnlich sagt Cic. p. Rose. Am. 20, 57 crura quidem vobis 
nemo suffringet in einem Vergleiche mit bissigen Hunden, denen 
man Steine zwischen die Beine wirft. 



100 cmx — guIus 

cmx 8. corvus 3. 

enbitus. 471. 

Cic. ad Att. 13, 12, 3 cum Ule . , , cnbitum nulluin pro- 
oesserity keine Elle, keinen Schritt vorwärts gekommen ist. Suet. 
Tib. 38 cursiiare ac ne cvhiti quidem mensuram progredi. 
Ähnlich Acad. pr. 2, 36, 116 guübus non concessis digitum pro- 
gredi non possunf. 

cncurMta. 472. 

1) Apul. met. 1, 15 Nempe etsi tu alicuius facinoris tibi con- 
scifi€ scilicet mari cupis, nos onoorbitae oapnt non habenms, 
ut pro te moriamur, wir sind keine Strohköpfe. Der Kürbis 
gleicht einem Kopfe, ist aber im Innern hohl.*) 473. 

2) Apul. met. 5, 9 Ätgue ego misera primum patre meo se- 
niorem marUum sortüa sum, ddnde ouonrbita oalviorem, kahler 
als ein Kürbis. 

cnlina. 474. 

Petron 2 Qui inier haec nutriimtur, non mcigis sapere possunt 
quam bene olere, qui in cnlina habitant. Der Vergleich ist 
wohl sprichwörtlich (^ Womit man umgeht, das hängt einem an'). 

culter. 475. 

Hör. sat. 1, 9, 73 Fugit impröbus ac me Snb enltro lin- 
quit. Acron. Proverhium est i. c. magna in molestia. Wir 
sagen ebenso: ^Das Messer sitzt mir an der Kehle'. Ov. trist. 
1, 1, 43 ego perditus ensem Haesurum iugulo iam puio iam- 
que meo. Vgl. faules 1. 

CUltnS. 476. 

Quintil. 8 prooem. 20 Et eultos concessns atqne magni- 
ficuB addit hominibns, ut Graeco versu testatum est, auoto- 
ritatem. ^Kleider machen Leute' (Düringsf. I n. 914). Das 
griechische Original ist nicht erhalten, die Formel Bi^iinx* &vriq 
rührt von Scaliger her, kann aber die richtige nicht sein, weil 
sie der Überlieferung bei Quintilian nicht entspricht*'^) Vgl. 
dazu Senec. ep. 47, 16 stultissimus est, qui hominem aut ex veste 
auJt ex condidone . . . aestimat. 

CUIUS. 477. 

Catull 98, 1 In te, si in quemquam, did pote, putide Vidi, 
Id quod verhosis dicitur et fatuis: lata cum lingua, si usus 
veniat tibi, possis Culos et orepidas lingere oarpatinas. Einem 
schwatzhaften Thor sagte man also: Mit deiner Zunge könntest 
du nötigenfalls den Leuten den A. oder die Schuhe belecken, ohne 

*) Daher heifsen auch Dammköpfe geradezu cucu/rhitae (Fetron 39), 
und Seneca schrieb seine bekannte Scno'KoXoyLvvToaaig divi Claudiu Bei 
luv. 14, 66 iRt Cucurbita der Schröpf köpf. 

**) Die Form vestis vir um reddit, wofür man sich gewöhnlich 
auf die obige Stelle beruft, ist nicht antik. 



cunabttla — cunctari 101 

befürchten zu dürfen, sie zu beschmutzen, d. h. dein Mund ist 
ebenso schmutzig wie jene Dinge.*) Ähnlich sagen auch wir 
von einem, der ohne Scheu Mie schmutzigsten Dinge in den Mund 
nimmt', er habe ein ^ungewaschenes Maul'. 

cunabnla. 478. 

Cic. de leg. agr. 2, 36, 100 qui non in ounabnllSy sed in 
campo sunt consüles facti, nicht in der Wiege, d. h. von Geburt. 
Liy. 4, 36, 5 iam inde ab incunabulis imbutum odio tribunarum, 
Yon der Wiege, d. h. von frühester Kindheit an. Colum. 1, 3, 5 
cum a primis cunahulis audire . . . potuerit, von Jugend auf. 
1, 7, 3 iam inde a cunahulis. Auson. prof. 5, 5 (16, 6, 5 Seh.) 
paene ab ipsis orsus incunabulis. Amm. Marcell. 27, 6, 8 ab in- 
cunabulis. Amob. ad. nat. 2, 66. Ambros. de iide 1 prol. 2. 
Hieron. ep. 82, 2. — Cic. de erat. 1, 6, 23 r^etamque non ab 
incunabulis nostrae veteris puerilisque doctrinae quendam ordinem 
praeceptorum, von Anfang an, von ihren ersten Ursprüngen, 
Elementen ab. orat. 13, 42 non alienum fuit de oratoris 
quasi incunabulis dicere. Quintil. praef. 1, 6 quos ab ipsis di- 
cendi velut incunabulis per omnes . . . artes ad summam eius 
operis perducere destindbamus, Senec. rhet. controv. 1 praef. 12 ab 
incunabulis nosse rem, von Grund aus. Hieron. ep. 108, 3 Älii 
äUms repetunt et a cunabulis eius ipsisque, u/t ita dicam, crepundiis. 
Griechisch ^| ht cnagyccvoav (Philon 2 p. 361, 7. Sext. adv. mathem. 

1, 41 p. 224). 

cunctari. 479. 

Der noch heute allbekannte Vers des Ennius auf Qu. Fabius 
Maximus: Unna homo nobis onnotando restituit rem (p. 47 Yahl. 
u. 191 Baehr.) war schon bei den Römern hochberühmt. Er wird 
citiert und mannigfach variiert z. B. von Cic. de off. 1, 24, 84. 
de senect. 4, 10. ad Att. 2, 19, 2. Liv. 30, 26, 9. Ov. fast. 

2, 242. Senec. de benef. 4, 27, 1. Plin. n, h. 22, 5, 10. Sil. 
Ital. 7, 126. 151. 16, 673. Valer. Max. 7, 3, 7. Sueton Tiber. 21. 
Hieron. ep. 77, 2. adv. Ruf. 3, 29. Macrob. 6, 1, 23. Seren. 
Sani mon. de medic. 1101. Serv. zu Verg. Aen. 6, 845. Vgl. Liv. 
22, 39, 15. S. Bomanus 1. 

*) So verstehe ich das Sprichwort, anders als Scaliger, der culos 
lingere übersetzte: die schmutzigsten Dienste verrichten, und Biese: 
über alles schwätzen. — Was Sinn und Bedeutung des ganzen Epi- 
gramms anlangt, so mufs man aus dem Wortlaute (von dir gilt, anf 
dich läfst sich anwenden, was man Schwätzern sagt) folgern, dafs 
es nicht diese Eigenschaft des Victius ist, die gebrandmarkt werden 
soll. Indes entbehrt auch Scaligers Vermutung, wonach der als De- 
nuntiant berüchtigte römische Bitter L. Vettius gemeint sei, der 
festen Gnmdlage. Es bleibt nur die Annahme übrig, Victius habe 
einen sehr üblen Mundgeruch gehabt (v. 5/6), als ob er seine Zunge zu 
obscönen Dingen mifsbrauchte. Weshalb er sonst dem Dichter verhafst 
war, läfst sich natjürlich nicht sagen. 



102 cnneus — currere 

cnneus. 48o. 

Hieron. ep. 69, 5 iuxta vulgare proverhium, malo ar- 
boris nodo maluB ouneus requirendxui est, auf eine schlimme 
Krankheit (Irrtum, Fehl) gehört eine bittere Medizin. *Auf einen 
groben Klotz gehört ein grober Keil/ Vgl. Düringsf. I n. 926. 
Ahnlich, aber nicht gleich, Aeschyl. fr. 339 firi xaxotg l& xaxa. 
Soph. Ai. 362 fiii xaxov xaxol diöovg axog, fr. 75. Herod. 3, 53. 

cmiicalas. 48i. 

1) CatuU 25, 1 moUior cnnioiili capillis etwa: glatt wie 
ein Katzenfell. 482. 

2) Hieron. adv. Ruf. 3, 19 (coL 548 Vall.) novi onniculos 
txiOB, ich kenne deine Minen, d. h. deine Schliche. Vgl. Plat. 
Caes. 6 ovyiixt yccQ inovofiotgj aXl^ i^dri firixavaig ai^et t^v noXi- 
Tslav, Cic. leg. agr. 1, 1. 

cupere b. egere. 

cupressus. 483. 

Hör. a. poet. 19 Et fortasse onpresstim Scis simnlare. 
Porphyr, hoc proverhium est in malum pictorem, qui nesciebat 
aliud hene pingere quam cupressum . . . Quod proverhium Graeds 
in usu est: firi xi xal xv7taQl(S6ov d'iksig; 

curare s. älienus 4. 

curculiunculus. 484. 

Plaut. Bud. 1325 Cnrcnliunoulos minntos fabnlare (= res 
nullius usus) ist vielleicht volkstümlich sprichwörtliche Phrase. 

Curius. 485. 

M'. Curius Dentatuä wird wegen seiner Sittenstrenge 
und Genügsamkeit neben Camillus und Fabricius oft gepriesen: 
Cic. in Pis. 24, 58. p. Sest. 68, 143. p. CaeL 17, 39. de se- 
nect. 55. Hör. carm. 1, 12, 41. ep. 1, 1,64. Lucan 6,55. 7,358. 
10, 151. Mart. 1, 24, 3. 9, 27, 6. 9, 28, 4. 11, 16, 6. Apul. 
de mag. 17. Hieron. ad Rufin. 2, 11 (col. 341) u. a. S. bes. luven. 
2, 3 Qui Curios Simulant et Bacchanalia vivunf, 

currere s. caecus 3. Cursor. 486. 

Cic. de orat. 2, 44, 186 Facüius est enim onrrentem, ut 
aiunt, inoitare, quam commovere languentem, de fin. 5, 2, 6 Te 
autem hortamur onrnes, curr entern quiäem, ut spero. Philipp. 3, 8, 19 
Quamquam ille non cguit consilio cuiusquam, sed tarnen curr entern, 
ut dicitur, incitavi. ad Att. 5, 9, 1 me currentem hortatus 
es, 6, 7, 1 me hortante, sed currentem. 13, 45, 2 QiU>d me hör- 
taris . . . currentem tu quidem. ad famil. 15, 15, 3 eumque . . . 
redeuntem ad pacem currentem, ut aiunt, incitarem. ad. Qoi fr. 
1, 1, 45 non ,,.ut te oratio mea dormientem exdtasse, sedpotius, lU 
currentem, incitasse videatur. 2, 15, 2 me hortaris, sed mehercüle 
currentem mmc quidem. Schol. zu Lucan 7, 559 Quod alt Cicero: 
currentem, ut dicitur, occupavi, Plin. ep. 3, 7, 15 ut curren- 



Cursor — custos 103 

tem quogue instigem. Hieron. ep. 66, 13 sed quo currentem im- 
pellam.. 75, 2 currentem, ut aiunt, impello. 82, 1 currentes 
. . . incUati sumus, Alcimus 6, 8 Currentemque monet. Die Er- 
klärung bei Apoll. Sidon. ep. 4, 7, 1 Seilet dicere: currentem mones, 
qui rogatur, ut faciat, quod facturus fuerat. Das Sprichwjort hat 
schon Homer II. 8, 293 tC (le aitBvSovxa xat aixhv ^Oxqv- 
vstg; Eustath. p. 1033, 4. Apost. 16, 100 xov xqiiovxa iqi^ile. 
Vgl. zu Diogen. 1, 65. Auson. grat. act, 62 cogunt volentem. 
Häufig wird die Redensart noch mebr versinnlicht durch das Bild 
des Eeiters und seines Bosses: 0^. ex Pont. 2, 6, 38 Nee nocet 
admisso subdere oaloar equo. rem. am. 788 Non opus est 
cderi subdere coUcar equo, art. am. 2, 732 et admisso subdere calcar 
eguo. Plin. ep. 1, 8, 1 Äddidisti ergo calcaria sponte cur- 
renti, Symmach. ep. 1, 62 (56) calcar quoddam suppingo pro- 
perantibus (vgl. 9, 39 (36)). Ennod. p. 290, 29. 322, 20 Vog. 
stirmdos adfnovisse currmtibus. 

Cursor. 487. 

1) Fronte p. 26, 7 Nah. quod Cursor em fugitivom ferunt 
dixisse: domino sexagena ourrebam, mihi oentena, ut fu- 
giam, ourram. Nach Naber sprichwörtlich. Der Sinn ist: Für 
sich selbst thut jedermann mehr, als für andere. 488. 

2) Flaut. Trin. 1023 Quorum hercle unus surrupiat ourrenti 
cursori solum, von diebischen Sklaven, die einem Läufer im 
Laufe die Schuhe zu stehlen imstande sind, scheint proverbiell. 
Der Ausdruck eiinnert an das Märchen vom Meisterdieb (Grimm 
n. 192). S. auch müvus 3. 

CUrVUS. 489. 

1) Hör. ep. 2, 2, 44 Scüicet ut veUem curvo dinosoere 
rectum, das Krumme vom Graden, d. h. das Schlechte vom Guten 
unterscheiden. Pefs. 4, 12 rectum discernis, ubi inter Curva 
suhit, Anthol. lat. 2 n. 789, 6 R. curvo diducere rectum . . . 
Permitte. 490. 

2) Plin. ep. 5, 9 (21), 6 inveDimus, qui ourva oorrigeret, 
der Krummes gerade machen, d. h. die Welt ändern und verbessern 
kann (ironisch). Senec. apoc. 8 Hie nobis curva corriget? Corp. 
Inscr. lat. 1, 1438 p. 268 Corrigi vix tandem quod curvom est 
factum crede. Vgl. Sedul. carm. pasch, carm. 4, 7 (Deo) cui prona 
facultas, ardua planare et curva in directa referre.*) — Ein grie- 
chisches Sprichwort lautet ^vXov SyKvXov oidinox* 6q&6v 
(Diogen. 6, 92 Sxi SvöxeQsg ix q)avkmv Aycc^ovg äTts^döccßd'ai), 

custos. 491. 

Cic. Philipp. 12, 10, 25 Etenim qui multorum oustodem 
se profiteatur, cum sapientes sui primum capitis aiunt custo- 



*) S. Archiv f. lat. Lexikogr. 3 p. 238 f. 



104 cutis — cycnns 

dem esse oportere. Ähnlich Xenoph. conviv. 4, 5 o£ fuivteig 
kiyovxai ötJTtov akloig fiev jtQouyoQevsiv zb (liklov, iatnotg ös fiii 
TtQOOQ&v xb iniov. Vgl. de imp. Cn. Pomp. 13, 38 Neque enim por 
(est exercitum is continere imperator, qui se ipse non contmet. Vgl. 
dUer 3. sapere. ulcus 2. 

cutis s. attondere, virus 4. 492. 

1) Fers. 3, 30 ego te intus et in cute novi (citiert von 
Hieron. ep. 58, 7 und adv. Ruf. 2, 16), ich kenne dich von innen 
und aufsen, d. h. vollständig.'*) Vgl. peUis 2. 493. 

[2) Senec. ep. 9, 13 Sapientem undique sübmovcnt et intra 
entern suam cogunt, sie behaupten, der Weise dürfe sich nicht 
in das Getriebe der Welt mischen, sondern müsse sich auf sich 
allein beschränken. Vgl. latere und vivere 5. *Halt' und such' 
dich in deiner Haut' (Körte n. 3342).] 494. 

[3) Hör. ep. 1, 2, 29 In oute curanda plus aequo operata 
iuventus. 1, 4, 15 et nitidum hene curata cute vises, mit wohl- 
gepflegtem Bäuchlein. sat. 2, 5, 38 Pelliculam curare iube, 
sich wohl sein lassen. Fers. 4, 18 assiduo curata cuticula söle. 
luven. 2, 105 Et curare cutem. Jedenfalls ein vulgärer Aus- 
druck.] 

cycnus. 495. 

1) Wegen seiner blendenden Weifse ist der Schwan ein 
Vertreter der Schönheit: Mart. 1, 115, 2 oandidior puettn 
oyeno. Sil. Ital. 13, 116 candore anteiret olores, Auson. parent. 
5, 5 (15, 7, 5 Seh.) qui clarior esset olore. Der weifse Schwan 
und der schwarze Eabe bilden einen beliebten Gegensatz: Mart. 
1, 53, 8 Inter Ledaeos ridetur corvus olores, 3, 43, 2 Tarn 
subito corvus, qui modo cycnus eras. Auson. epist. 20, 8 cor- 
nix non ideo ante cycnum. Vgl. Ov. ex Font. 3, 3, 96 Menmo- 
nio cycnos esse colore putem, Claudian 18, 348 J. velufi niffrantibu^s 
älis Äudiretur clor, corvus candore ligustri, 496. 

2) Berühmt ist femer seine Sanges gäbe, welche ebenfalls 
durch die Gegenüberstellung mit anderen Vögeln (besonders mit 
den Gänsen) gehoben wird: Lucrez 3, 6 quid enim contendat 
hirundo cycnis? 4, 181 Parvus ut est cycni melior canor, ille 
gruum quam clamor, Verg. ecl. 8, 55 Certent et cycnis ululae, 
9, 36 sed argutos inter strepere anser olores. Mit Bezug auf 
diese Stelle: Prop. 2, 34, 84 canorus Anseris in docto carmine 
cessit olor. Hör. carm. 4, 3, 19 mutis quoque piscibus Donatura 
cycni, si liheat, sonum, Symmach. ep. 1, 1, 4 Liceat inter olores 
canoros anserem strepere. Apoll. Sidon. carm. 22 praef. Nos . . . 
coram canoro cycno ravum anserem profitemur. ep. 9, 2, 2 hoc 



*) Gegensätzlich bei Seneca ad Helv. matr. de consol. 9, 1 non 
summam cutem rupit vulnus, pectus ei viscera ipsa divellit. 



Cyprius — dare 105 

more tu et olorinis ccmtibiis anseres ravos . . . sodaveris. Ennod. 
p. 225, 26 Vog. quasi post olores unser strömt. Vgl. Calpurn. ecl. 
6, 7 si vincat aconthida cornix, Vocalem superet si dirus aedona 
hibo, Fronto p. 113 N. An tu cycnwm coges in uUima cantione 
cornicum voculas CLemulari? ^Die Gans lehrt dem Schwan singen' 
(Körte n. 2154). 'Gänse unter Schwänen' (Körte n. 2161^). 
Von griechischen Sprichwörtern sind ähnlich Zenob. 1, 69 aXXo 
yAav§5 ^^^0 %oqmvri g>d'iyy6xai. Dioscorides bei Zenob. 3, 77 'Ev 
yciQ &(iqviSoig Kai xoQvdbg ^xvxvov^ g>d'iyysT* ^aoidoteQogy, 
Theoer. id. 5, 136. 497. 

3) Cic. de erat. 3, 2, 6 lila tamguamoijQneBL fuit divini hominis 
vox, sein Schwanengesang. Senec. Phaedr. 302 Bulcior voccm 
moriente cycno, Mart. 5, 37, 1. Fronto ^>, 113 Nah. Hieron. ep. 
52, 3 grandes natu cycneum nescio quid ... cednerunf, ep. 60, 1 
q/cneus canor. Apoll. Sidon. ep. 5, 7. Dirae 1. (Vgl. Hör. carm. 
2, 20.) Eine Satire Varros führte den Titel Cycnus ntql xaq>fiq 
fp. 117R.). Ebenso schon bei den Griechen hv^vblov aa(ia 
(Aeschyl. Agam. 1407. Plato Phaed. p. 85 B. Diogen. 5, 37. 
Apostol. 10, 18). Über den Gesang, welchen die Schwäne kurz 
vor ihrem Tode hören lassen sollten, s. Cic. Tusc. 1 , 30, 73. Ov. 
met. 14, 430. Mart. 13, 77. MüllenhoflF, Deutsche Altertumskunde, 
S. 2 ff. 

Cyprius s. hos 9. 

D 

Daedalus. 498. 

Apul. flor. 1, 9 hominem . . , tot utensilium peritia Daeda- 
lum. Apoll. Sidon. ep. 3, 13, 10 Hoc fabricatu Daedalus noster 
amicitiarum culmen aedificat. Zenob. 3, 7 JaiödlELa noti^iiatcc: 
inl Ta>v aTiQißovtrttDv rag rixvag,*) Eurip. Hec. 836. Plato Eutyphr. 
p. 11 B. Bei Petron 70 heifst ein geschickter Koch Daedalus. 

damnum s. lucrum 3. 4. 

Danans s. donum, 

dare s. henefidum 1. 2. 499. 

1) Plaut. .Cist. 2, 1, 29 Inter novam rem verhum usurpäbo 
vetus: Quod dedi, datum non vellem: qnod reliquom est, 
non diM30. So spricht der, welcher es bereut, . jemandem etwas 
gegeben oder geliehen zu haben. Nach der Ansicht 0. Ribbecks 
(com. ine. v. 100) stammt das Wort aus einer alten Komödie. 
Dann hätten wir es, was am wahrscheinlichsten ist, mit einem 
geflügelten Worte zu thun. 



*) Plaut. Am^hitr. tion scius quivi, si me Daedaleis tuUssem re- 
nigiis ist Nachdichtung aus dem 15. Jahrh. (TeuflFel R. L.-G. 97, 1 

Anmkg. 1). 



106 Dareus — deligere 

2) Donat zu Ter. Phorm. 22 Proverbiale est: qnod [600. 
dedit, reoepity er hat nur den verdienten Lohn empfangen, denn: 
*Wie du mir, so ich dir.' Ebenso Cic. ad. Att. 8, 2, 3 Eic tu in 
me illud: des, id feras^ wie du andere behandelst, so behandeln 
sie dich wieder. Nicht ohne Beziehung darauf entstand offenbar 
jenes Witzwort der Bewohner von Baetica, wovon Plin. ep. 3, 9, 3 
berichtet: Caedlius Classicus, homo foedus et aperte malus, pro- 
consülaium in ea non minus violenter, quam sordide gesserat eodm 
anno; quo in Äfrica Marius Priscus. Erat ßutem JPriscus ex Bae- 
tica, ex äfrica Classicus, Inde dictum Baeticorum . . . «on 
inlepidum feräbaiur: dedi malum et accepi. Vgl. a^ter 1. 

Darens s. Groesus und Philippu^. 

debere s. anima 1. 

decantare. 5oi. 

Cic. ad Att. 13, 34 haec deoantata erat fabula, abgedroschenes 
Gerede. Senec. ep. 24, 6 Becantatae » . . in omnihus scholis fa- 
hulae istae sunt, Macrob. 5, 2, 6 tälia ut pueris decantata 
praetereo. Vgl. cantilena und schola. 

decet. 502. 

1) Flaut. Stich. 693 Suom quernqne deoet, jedem geziemt 
das Seine. Vgl. Quintil. 10, 2, 22 . suus cuique . . . decor 
est*) 503. 

2) Quintil. 11, 3, 177 saepe aliud alios deoere, eines schicke 
sich nicht für alle. Plaut. Mercat. 984 aetatem aliam aliud 
factum condecet. Cornel. Nepos praef. 3 Hi si didicerint, non 
eadem omnihus esse honesta atque turpia u, s. w. Prop. 3, 9, 7 
Omnia non pariter rerum sunt omnihus apta, Ov. art. am. 
3, 188 Nam non conveniens onmibus onmis erit, Quintil. 5, 10, 40 
neque mim uhique idem aut licet aut decorum est, Tac. ann. 
6, 54 non eadem omnihus decora. 

[decus. 504. 

Ennod. p. 27, 25 Vog. et familiaris malt stupenda, ut aiunt, 
deoora comprimite ist blols ein übertragener und ungewöhnlicher 
Ausdruck.] 

[defaecare. 506. 

Apoll. Sidon. ep. 1 , 1 , 3 has litterutas non recensendas, . • • 
sed defaeoandaa, ut aiunt, limxindasque commisi. Die Wendung 
ist wohl blofs nietaphorisch, nicht allgemein gebräuchlich.] 

deligere. soe. 

Ehet. ad Herenn. 4, 21, 29 Deligere oportet quem velis 
diligere. Apoll. Sidon. ep. 5, 11, 1 est enim consuetudinis meae, 



*) Über die Verbindung suum cuique, die zwar sehr häufig, 
aber bei den Alten nie sprichwörtlich ist, s. Büchmann, Gefl. W.^^ 
p. 265. 



Delphi — dens 107 

ni eligam ante, post diligam. Vgl. Gic. de amicit. 17, 62. 
Nicocles bei Apost. 5, 98* det v^lvavxag q>tXeiv rj tptXriöavTag xqi- 
vEiv. Pß.-Senec. de mor. 48 JSonestius est cum ituiicaveris amare, 
quam cum amaveris iudicare, Theophrast bei Senec. ep. 3, 2. 

Delphi s. Apollo, 

demonstrare s. digitus 8. 9. 

dens s. aqua 8. canis 2. equus 4. silex 4. 507. 

1) Hör. carm. 4; 3, 16 Et iam dente minm mordeor in- 
vidOy yom schmähsüchtigen Zahn des Neides. Der Neidische 
wird mit einem zähnefletschenden Hunde verglichen, der die 
Menschen heimtückisch von hinten angreift (vgl. canis 2. 3.).*) 
Hör. sat. 2, 1, 77 Invidia. et fragili quaerens inlidere dentem 
Offendet solido, Ov. trist. 4, 10, 123 Nee . . . Livor iniquo Ullum 
de nostris dente momordit opus, ex Pont. 3, 4, 74 quia laedere 
vivos Livor et iniusto carpere dente solet, Ennod. p. 5, 11 Vog. 
male pertinax dens livor is. Der Gedanke an Neid nnd MiTsgonst 
ist zwar nicht ausdrücklich betont, liegt aber zu Grunde bei Cic. 
p. Balb. 26, 57 non ülo inimico, sed hoc maledico dente car- 
punt, sie schmähen mich. Hör. epod. 6, 15 si quis atro dente 
me petiverU, ep. 1, 18, 82 Dente Theonino**) cum circum- 
roditur. Hart. 5, 28, 7 Buhiginosis cuncta dentihus rodit, — 
Statt des einfachen dens wird später öfter genuinus oder mo- 
laris gesetzt: Pers. 1, 115 et genuinum fregit in Ulis, hat sie 
geschmäht.***) Hieron. ep. 46, 10 in plerisque provinciis familiäre 
est, ut genuino dente se lacerent 50, 5 possum genuinum 
laesus infigere. 108, 15 apud detredatores et genuino me semper 
dente rodentes. adv. Buf. 1, 30 (col. 485 Vall.) me hominem ma- 
ledicum . . . in praecessores meos genuinum semper infigere. prae- 
fat. chron. Euseb. (Migne 27 col. 38) huic volumini genuinum den- 
tem infigant, Apoll. Sidon. ep. 1, 1, 4 5i c< hisce deliramentis 
genuinum molarem invidia^ non fixerit, ep. 4, 22, 6 cohir 
Mnis öblcUratorum molarihus fixt. Vgl. canis 2. 608. 

2) Petron 58 venies snb dentem, du wirst mir noch unter 
die Zähne, d. h. in meine Gewalt kommen. Laberius bei Gell. 
6, 9, 4 (v. 28 Ribb.) simul sub dentes mulieris Veni. Vgl. Augustus 
bei Sueton Tiber. 21 miserum poputum Romanum, qui süb tarn 
lentis maxülis erit. 509. 

3) Plaut. Epid. 429 itaque me albis dentibus Meus deri- 



*) Vgl. Soph. fr. 800 N. ZaivBtg 9d%vovau xal xvoov Xal&aq- 
yoq sl. 

**) Für Tkeonino, das sonst nicht vorkommt, ist vorgeschlagen 
worden Bümeo nach ep. 2, 2, 60 Tlle Bioneis sermonihus et sale nigro 
(dekctatur). 

***) Schol. genuinus proprie dicitur dens, qui süb genis est , . . ül- 
timus molaris est, qui post vicesimum annum accrescit. 



108 desertor — deus 

deret filius meritissimo, aus vollem Halse, so daFs die Zähne 
sichtbar werden. Capt. 486 Saltem si non arriderent, dentes ut 
restringerent 

desertor. 510. 

Angnstin bei Migne 42 col. 195 Qui, ut dici solet, de- 
sertor arguas militem? Wie kann ein Flüchtling einen Sol- 
daten beschuldigen? Wer sich selbst als Feigling gezeigt hat, 
darf andere nicht bekritteln. 

desipere s. insanire. 

deus s. anima 2. ferre 1. hämo 1. 2. labor 3. lucrutn 1. 
mimus. sperare 2. 511. 

1) Die Verbindung di hominesque kann infolge ihres un- 
endlich häufigen Gebrauches nicht mehr als ungewöhnlich und 
sprichwörtlich gefühlt worden sein, aufser etwa in Formeln wie 
bei Cic. ad Qu. fr. 2, 4, 1 diis hominihusque plauden- 
tihus. 512. 

[2) Petron 76 cito fit, quod di volnnt. Vgl. Cic. de di- 
vin. 2, 41, 86. Liv. 1, 39, 4 JEvenU facüe, guod diis cardi esset. 
Ov. met. 8, 619 quicquid superi voluere, peractum est. 
Linus bei Apost. 15, 17^ ^öia n&vxa •9'eoo tBkifSai %a\ kvrivvxQv 
o-ötfiv.] " ' 513. 

3) Flaut. Fers. 26 Quid ego faciam? deisne advorser, 
quasi Titani? Cic. de sen. 2, 5 Quid est enim aliud Gigan- 
tum modo bellare cum diis, nisi natu/rae repugnare? worin 
besteht jener sog. Kampf mit den Göttern nach Art der Giganten 
anders, als in dem Widerstreben gegen die Vorschriften der 
Natur? Tuscul. 3, 25, 60 Nam et necessitas ferenda condidonis 
humanae quasi cum deo pugnare prohibet, ' admonetqtce esse ho- 
minem. (Vgl. de leg. 3, 2, 5.) Curt. 7, 6, 7 cum diis enim 
pugnare sacrüegos tantum, Salvian. gub. dei 6, 4, 24 quasi . . . 
caelum oppugnamus. Vgl. Boeth. consol. phil. 2, 8 we we in- 
exoräbüe contra Fortunam gerere bellum putes. Die Griechen sind 
auch in diesem Sprichwort die Vorgänger der Eömer: (Hom. B. 
17, 98 onnox* iviiQ id'iky JtQbg doclfiova ywrl iiaxsöd'ai) 
Theogn. 687 Oix S^xlv &vritotai, nqbg &&avarovg f*a- 
Xi(tcc6^ai, Eurip. fr. 491 N. Ov x^ fiaxeo^äi Tt^bg tö ^etov, 
&kl' iav, fr. 716 N. Zv rf' d% avdyTiy wd ^soiöi fiii fu^x^v. 
Menand. monost. 247 ^em (laxecd'ai ÖBi^viv iöti xal tvxy (Apost. 
8, 89^). Apost. 13, 61. TertiiU. de Scap. 4 monendo firi ^«o- 
fia^ffTv (Act. Apost. 5, 39. 23, 9). Hierher gehört auch die alte, 
dem Pythagoras zugeschriebene Lebensregel eitov ^ew (s. v. Leutsch 
zu Diog. Vindob. 3, 3. Paroemiogr. gr. II p. 40), welche Cic. de 
fin. 3, 22, 73 und Senec. vit. beat. 15, 5 mit sequere deum über- 
setzen. 514. 

4) Cic. orat. 5, 19 ille vis deo conoesBum esse dkebat 



deuB 109 

ad Att. 9, 6, 5 vix deus iam (polest). PnbliL Sjr. 22 vix deo 
conceditur. 121 vix deus vires habet Liv^ 9, 4, 16 quam 
ne du guidem superant, Phaedr. fab. 5, 8, 4 Non ipse possit lup- 
pUer reprehendere. Plin. panegyr. 40, 3 in praeterüum suhvenire 
ne di quidem possunt Vgl. necessitas 1.*) 615. 

5) Auf Menschen übertragen bezeichnet deus entweder den 
höchsten Grad der Vollkommenheit (Ter. Ad. 535 fado te 
apud iUum dexun. Cic. de orat. 1, 23, 106 Equidem te , , . in 
dicendo semper putavi deum, 2, 42, 179 in qua tu mihi 
semper deus videri soles. 3, 14, 53 quem deum, ut ita dicam, 
int er homines putant, and so schon Antiphanes fr. 209 Kock 
(Mein. com. gr. fr. 3 p. 121) ^ebg iv &v^Qm7Coi(fiv f^v iTutvog. 
Qnintil. 1, 10, 5 gui sit futurus cansummatus et, ut dicunt, mor^ 
talis quidam deus)**)^ oder des Glückes (Plaut Gnrc. 167 
Sum deus. Ter. Hec. 843 Dens sum, si hoc ita est. Heaut. 693 
Deorum vitam apti sumus, wir leben wie Gott in Frankreich. 
Catull 51, 1 lUe mi par esse deo videtur nach Sapphos üog 
^iousiv, Cic. de leg. 1 fr. bei Lactant. instit. 5, 8, 10 deorum 
profecto vitam homines viverent. Prop. 2, 15, 40 Nocte una qui 
vis vd deus esse potest Senec. Herc. Oet. 104 Par iüe est superis, 
cuiu. s. w.). Vom Beichtume der Götter: Plaut. Men. 217 Neque 
hodie, ut te perdam, meream deorum divitias mihi. Vgl. Plaut. 
Trin. 372. 616. 

6) Cic. de nat. deor. 1, 8, 18 tamquam modo ex deorum 
consilio et ex Epicuri intermundiis descendisset. Petron 76 
oonsiliator deomm, von jemand, der so überklug ist, dafs ihn 
seihst die Götter an ihren Beratungen teilnehmen lassen. Ps.- 
Sall. in Cic. 2, 3 tamen Cicero se dicit in consilio deorum 
immortalium fuisse, inde missum huic urhi. 4, 7 luppiter . . . 
in concHio deorum admisit (ironisch). Ähnlich Schiller: Er be- 
lauschte der Götter urültesten Bat. Die griechische Quelle bei 
Zenob. 4, 30 Ocd&v &yoqd* TtaQOifilcc inl xtbv rolfioovrov xi Xiytiv 
inl Toig toCoikov insQixovatVj oöov ol ^tol t(bv &v&q(07C(ov, 617. 

7) Caecilius bei Symmach. ep. 9, 114, 1 Homo homini 
deus est, si suum officium scicU (y. 264 Eibb.). Der Satz ist eine 
Übersetzung des griechischen ävd'Qaitog ivd-gdoTtov daifiöviov 

*) Auf eine sprichwörtliche Redensart weisen Tielleicht auch hin 
Plaut. Epid. 610 Si undecim deos praeter sese secum adducat lup- 
piter Ita non omnes ex cruciatn poterunt eximere Epidicum. 676 Duo- 
decim deis plus quam in caelo deorum est immortalium Mihi nunc 
auxUio adiuioros sunt et mecum milüant, verglichen mit Aristoph. Av. 96 
otddidsxcc 9eol E£^aaiv InixqC^aC ae (s. dazu Eoek) und Aristophon fr. 11 
Kock. fr. com. adesp. 869 K. (Mein. fr. com. 3 p. 361) S. v. Wyfs, Die 
Sprichw. der röm. Eom. p. 7. 

^) Daher auch yon einem solchen Redner Cic. de orat. 2, 67, 234 
ut amhrosia dlendus esse videatur. 



110 dens 

(Zenob. 1, 91 inl t&v &7tQoööoKriT€og inb iv^ganov ao^o- 
(liviov ^ xal öid xiva evdaifiovovvzav). ^£in Mensch ist des 
anderen Gott' (Körte n. 5298). Zum Gedanken s. Cic. p. Ligar. 
12, 38 Homines mim ad deos nulla re prqpius accedunt, quam 
säluiem hominibus dando. Das Gegenteil s. unter lu^s 12. 518. 

8) Panegyr. lat. 9, 4Baehr. sna enim cuique prudentia 
deuB est, *Hilf dir selbst, so hilft dir Gott' (Düringsf. I n. 703). 
VgL.Ov. metam. 8, 72 sibi quisque profecto Est dem, ignavis pre- 
cUms Fortvma repugnat. Avian fab. 32, 11. Vgl. fortuna 9. Aide- 
toi, le ciel t'aideral 519. 

9) Plaut. Mil. glor. 314 Quis magis deis inimicis natus at- 
que adversis, von Leuten, welche anscheinend die Mifsgunst der 
Götter schon von der Geburt an verfolgt, die in allem Unglück 
haben. Most. 563 natm dis inimicis omnibus. Phaedr. fab. 4, 20, 15 
Dis est iratis natus, qui est similis tibi, Pers. 4, 27 himc dis 
iratis genioque sinistro, Senec. apoc. 11 Videte corpus eius dis 
iratis natmn. Gurt. 6, 10, 32 Q^id enim me procreabas in- 
felicem adversantibus dis? Ijiven. 10, 129 Dis ille adversis 
genitus fatoque sinistro. Scherzhaft Hör. sat, 2, 3, 7 immerüus- 
que läborat Iratis natus paries dis atque poetis, sat. 2, 7, 14 
Vertumnis, qy>otquot sunt, natus iniquis. sat. 1, 5, 97 Gnatia 
hßmphis Iratis exstructa, wo es an Wasser fehlt, (sat. 2, 3, 123 
I)is inimice senex.) Das Gegenteil bietet Hör. ep. 2, 1, 68 love 
iudicat aequo. *) carm. 1, 31, 13 e^i^ carus ipsis, Pers. 5, 114. 520. 

10) Porphyr, zu Hör. carm. 3, 2, 32 dicitur deos iratos 
pedes lanatos liabere, quia mmnumquam tarde veniunt nocenti- 
bus. Petron 44 Quid enim futurum est, si nee di nee homines eius 

coloniae miserentur? . . . Nemo enim caelum cadum putat, nemo 

lovem pili fadt . . . Itaque dii pedes lanatos habent: quia nos 
religiosi non sumus, agri iacent. Macrob. sat. 1, 8, 5 Saturnum 
Apollodorus alligari ait per armum laneo vincido et solvi ad 
diem sibi festum . . . atque inde proverbium dictum, deos laneo s 
pedes habere. Wenn das Sprichwort gewöhnlich dahin inter- 
pretiert wird, die Götter kämen leisen Schrittes (gewissermafsen 
auf Filzsohlen!), um zu strafen, so steht damit nicht blofs die 
Erklärung des Porphyrio und Macrobius, sondern auch der Zu- 
sammenhang bei Petron in offenbarem Widerspruch. Vielmehr 
ist dem Porphyrion sowohl als dem Petron gemeinschaftlich das 
tarde venire: die Götter haben sozusagen gefesselte Fäfse, sie 
kommen nur langsam und spät, wenn die Menschen gottlos 
sind, entweder ihre Sünden strafend (Porphyr. S. n, 11), oder 



*) Rein formelhaft ist wohl Cic. ad Att. 1, 16, 6 nisi qui nos 
deu8 respexerit, 7, 1, 2 nisi idem deus . . . respexerit. 16, 12, 1 nisi 
qui deus . . . subvenerit Vgl. ad Brut. 2, 7, 2 nisi Caesari . . . deus gut- 
dam illam mentem dedisset. 



dextera — dicere 111 

ihrer Not sich erbarmend (Patron). Der Ursprung' des Sprich- 
worts ist von Apollodor richtig angegeben, auch Lucian 
Cronosol. 10 {^v dh oi Tcediqvrig) und Stat. silv. 1, 6, 4 spielen 
auf die Fesselung des Kronos an. Preller, Rom. Myth. 11 p. 15. 521. 

11) TibuU 1, 9, 4 Sera, tarnen taoitis Foena venit pe- 
dibus. Senec. rhet. controv. 10 praef. 6 sunt di immortales 
lenti quidem, sed certi vindices generis humani, Valer. 
Maxim. 1, 1 extr. 3 Lento enim gradu ad vindictam sui di- 
vina procedit ira, Gurt. 3, 13, 17 dii seri saepe ultores. luven. 
13, 100 lenta ira deorum est, VgL Hör. carm. 3, 2, 31 Raro 
antecedentem scdestum Deseruit pede poena claudo. Lact, instit. 
1, 1. ^Gott kommt langsam, aber wohl' (Düringsf. I n. 624). 
Den gleichen Gedanken sprechen griechische Sprichwörter aus: 
Macar. 6, 85 6if;£ &e&v aXiovOt (ivloi^ aXiovöi de kETtra, 
Zenob. 4, 11 Zsi)g Karetds XQOviog sig tag dKp&igag. Vgl. 
Eurip. Ion 1615. 622. 

12) Yarro r. r. 1, 1, 4 £!^ quoniam, ut aiunt, dei flaoientes 
adiavant, pHus invocdbo eos, den ThUtigen (nach anderen: den 
Opfernden, d. h. Frommen) sind die Götter hold. Aeschyl. Pers. 
742 alV Stav (STtBvöy xig aitbg^ %A d'sbg cvvaTCiBtcii, fr, 395 N. 
(pikBi ÖS ta nd^vovtt avöTCsvöeiv Q-sog. Eurip. fr. 432 N. a'iitög 
u vüv ÖQu % oürm daC(iovag ndksi' Tco yccQ novovvxi %^Gi d'sbg 
ovXXaiißdvei. Ähnlich ist das griechische Sprichwort gvv ^A^riva 
xat iBtQct %ivBi, (Zenob. 5, 93 u. a.). ^Man muls mit Gott in die 
Hände speien/ Vgl. lahor 3. 

dextera. 623. 

Cic. ad Att. 14, 20, 5 Quintus . . . Antoni est dextella, ist 
seine rechte Hand. eleg. ad Maecen. 1, 13 tu Caesaris aJmi dextera, 
Ennod. p. 88, 22 Vog. pes ülii4S erat, oculus, dextera.*) Ebenso 
wird manus gebraucht: Ov. met. 5, 365 Arma manusque meae, 
Cic. Verr. 2, 10, 27. Tac. Agric. 15. 

dicere s. audire. fari. 624. 

l) Cic. de orat. 1, 33, 149 In quo fallit eos^ quod audie- 
runt, dioendo homines, ut dieant, efftoere solere.**) Vere 
enim illud dicitur, perverse dicere homines perverse di- 
oendo faeillime conseqiu. ^Rede, so lernst du reden' (Körte 
n. 6239). Himer. or. 24, 4 in toü kaXstv &el xb kakeLv nBQiyivBzai 
(fr. com. adesp. 406 Kock). Euagoras SchoL Hermog. p. 16 xara 
T^v Cvqq>Biiiv %ccQOifiCav xb kiyBiv ix xov kiystv Tco^l^ea^at. 



*) Dagegen Catall 47, 1 Pord et Socration, duae sinistrae Pi- 
sonis, 'Diebeshände', Werkzeuge seiner ungerechten Bereicherung. S. zu 
Aspenditis, 

**) Plin. ep. 6, 29, 4 Video enim multos parva ingenio, litteris 
nuUis, ut hene agerent, agendo consecutos. 



112 dies 

2) Plaut. Fers. 729 Dictum sapienti sat est = Ter. [525. 
Phorm. 541. (Noch Pormulae aev. Merov. ed. Zeumer 279, 6 Quid 
plura? ad sapientem semel suf fielt loqui = 217,23. 260,11. 
198, 31). ^Den Gelehrten ist gut predigen', *Ein Wort ist genug 
für den, der's merken mag' (Oüringsf. II n. 705). 526. 

3) Ter. Eon. 41 Nulluni est iam dictum, quod non sit 
dictum priuB ist wohl sprichwörtlich. Wir sagen: ^ Alles ist 
schon dagewesen', ^Es gieht nichts Neues unter der Sonne.'*) 
Pred. Salom. 1, 9. 527. 

4) Ter. Phorm. 300 nihü est diotu facilius. Donat: Mke, 
ui solet, proverhio uno dissölvü totam senis intentionem, ^Das 
ist leicht gesagt' (aber schwer gethan). 528. 

5) Liv. 23, 47, 6 dioto prope citius, kaum gesagt. Verg. 
Aen. 1, 142 dido citius. Hör. sat.^ 2, 2, 80. Senec. apoc. 13. 
Petron 131. Amm. Marcell. 17, 8, 4. 629. 

6) Ter. Andr. 381 dictum factum invenerit, gesagt, gethan. 
Donat: Froverbium celeritatis L e. cito. Heaut. 760 diäum 
factum reddidi. 904 Dictum factum huc abiit. Enn. bei Prise. I 
p. 278 H. dictum fadumque facit frux (p. 48 Yahl. n. 216Baehr.). 
Vgl. Hör. carm. 1, 11, 7 Dum loquimur. Petron 99 dum h- 
queris. Griechisch ßft' IVtoff, ßf*' i^ov (Zenob. 1, 77.)**) Hom. 
II. 19, 242 Aitüc Imid^ cifia (iv^og it^v, xBrilsöro 6h £Qyov. 
Herod. 3, 135. Miller, m^langes p. 380 ^antov loyov. 

dies s. sol 4. 8. tempus 2. 5. 530. 

[1) Hör. carm. 2, 18, 15 Truditur dies die, ein Tag treibt 
den andern, die Zeit vergeht, epod. 17, 25 Urget diem nox 
et dies noctem, Senec. ep. 24, 26 Diem nox premit, dies nodem. 
Vgl. Düringsf. n n. 421. — die. Tusc 1, 31, 76 volat enim 
aetas, die Zeit fliegt. Verg. georg. 3, 284 Sed fugü interea, 
fügit iireparabile tempus, die Zeit ist flüchtig. (Aen. 10, 467 
hreve et irreparahile tempus,) Ov. art am. 3, 65 cito pede labt- 
tur aetas, am. 1, 8, 49. fast. 6, 772 fugiunt . . . dies. Pars. 
5, 153 fugit hora, Senec. ep. 123, 10 Fluunt dies et im-epara- 
hilis vita decurrit. Colam. 10, 159 tacito nam tempora gressu 
Diffugiunt 11, 1, 29 Ptaeterlabentis vero temporis fuga, quam 
Sit irreparabilis, quis duhitet? Auson. epigr. 13, 4 (12, 4 Seh.) 
Nee revocare potesj, qui periere dies, die Zeit ist flüchtig und 
unersetslioh. Das Bild der flüchtigen Zeit war demnach den 



*) Sprichwörtlich klingt auch Plaut Pseud. 308 dieta non so- 
nani, Worte klin^fen nicht (wie Grold), richten nichts aus. Lorenz z. 
d. St vergleicht die griechischen Sprichwörter nsvi^v ipdllBig, und 
K«ya %Bvol ßovXfvovxai, 

**) Zur Verbindung s. noch Cic Philipp. 10, 9, 19 nostra diäa 
faeta. Petron 1 omnia dicia factaqm. 



dies 113 

Römern wenigstens sehr vertraut.*) 'Die Zeit hat Flügel' (Dü- 
ringsf. II n. 729). Vgl. praeteriiics,] 531. 

[2) Tibull 3, 6, 32 Venit post rnultos una serena dies, 
'auf Regen folgt Sonnenschein' (Düringsf. II n. 251). Prop. 2, 
28, 32 Et deus et durus vertitur ipse dies. Ov. trist. 2, 142 Nube 
seiet ptdea oandidus ire dies. fast. 1, 495. Senec. ep. 107, 8 
Nuhilo serena succedunt. Vgl. Hör. carm. 2, 9, 1 Non setnper 
imhres nubibus hispidos Mcmant in agros (2, 10, 19). Gedanke 
und Bild waren also wohl bekannt, eine feste Form ist aber an- 
scheinend nicht erreicht worden. Vgl. Theoer. id. 4, 43 X& Zshq 
&IX0WX. (ihv TciXsi al^QLog^ äXXoTici 6^ Ife^] 532. 

3) Publil. Syr. 103 Cotidie eat deterior posterior dies. 
Senec. Phaedr. 775 horaque S^emper praeterita deterior suhit. 
Die beiden Stellen enthalten eine Reminiscenz an das griechische 
Sprichwort &sl za nigvoi ^ektlco (Diogen. 2, 54. Macar. 1, 31). 
Die Vergangenheit erscheint immer besser als die Gegenwart. 533. 

4) Publil. Sjr. 123 Disoipulns est prioris posterior dies, 
'das Heute ist des Gestern Schüler' (dies diem docet). Eurip. 
fr. 945 N. Idst xt xaivov 'fjfiiQcc Ttaidevexai. Posidipp. fr. 20 Kock 
'^j 5' 'SifiiQu Idsl xt Tiaivov elg xb tpQOVxl^stv q>iQ6t. 534. 

5) Plaut. Poen. 499 res serias Omnis extollo ex hoc die 
in alium diem, ernste Dinge verschiebe ich auf morgen (denn 
guter Rat kommt über Nacht*). Der Lacedämonier Archias bei 
Comel. Nepos Pelop. 3, 2 in crastinum, inquit, differo res 
serias. Hier wird das Sprichwort an dieselbe Erzählung geknüpft, 
wie das zu Grunde liegende griechische slg aigiov xa anovdciLcc 
bei Plut. Pelop. 10. Vgl. Append. prov. 2, 58 iv &ol xa cnovöatcc. 535. 

6) Ter. Heaut. 421 aut illud faJsum est, quod vulgo audio 
Bici, diem adimere aegritudinem hominibus. Cic. ad famil. 5, 
16, 5 diuturnitas, quae maximos luctus vetustate tollit. 
(7, 28, 3 sed efiam dies, qtuie stultis quoque mederi sölet,) 4, 5, 6 
Nulltis dolor est, quem non longinquitas temporis minuat ac molliat, 
ad Att. 3, 15; 2 Dies autem non modo non levat luctum hwnc, sed 
äiam äuget. 12, 10. (Ov. ex Pont. 1, 3, 15 Tempore ducetur 
longo fortasse cicatrix. rem. am. 131.) Senec. Ä.gam. 130 Qutod 
ratio non quit, saepe sanavit mora. (Vgl. Ps.- Senec. de mor. 118 
Saepe ea, quae sanari ratione non poterant, sanata sunt tempore?) 
Senec. ad Marc, de consol. 8, 1 Dolorem dies longa consumit. 
Senec. ep. 63, 13. Auson. parent. 9, 11 (15, 11, 11 Seh.). Menan- 
der fr. 677 Kock Ttdvxtov laXQog xobv &vay%alaiv xaxdov %q6- 
vog i0xlv' o^xog xai ös vvv Idaexcct, Diphilus fr. 117 Kock 



*) Dasselbe gilt von dem ^Zahne der Zeit': tempus edax (Ov. 
met. 15, 234. 872. ex Pont. 4, 10, 7). Simonides bei Stob. ecl. 1, 8, 22. 
Bücbmann, Gefl. W.^» p. 291. 

Otto, Sprichwörter der Römer. 8 



114 differre — digitus 

Apost. 12, 55* 6 Koivbg Icctgog cb ^eganevtSBi XQOvog (Phi- 
lippides com. fr. 32 Kock). ^Die Zeit heilt alle Wanden, die Zeit 
ist der beste Arzt' (Düringsf. 11 n. 735). 536. 

y 7) Bekannt blieb der Ausspruch des Kaisers Titus (Sneton 

Tit. 8. Eutrop. 7, 21) atnici, diem perdidi, welchen er that, als 
er einmal an einem Tage nichts Gutes gethan hatte. Auson. 
grat. act. 16, 72 Celehre fuit Titi Caesaris dictum, perdi- 
disse se diem, quo mhü honi fecerat Vgl. Plin. ep. 3, 5, 16 
Poteras, inquit, has horas non perdere. .Claud. de rapt. Proserp. 
2, 282 Amissum ne crede diem. 537. 

8) Cic. Philipp. 2, 34, 87 nan solum de die, sed etiam in 
diem vivere*), in den Tag hinein leben. Tusc. 5, 11, S3 nos 
in diem vivimus, de orat. 2, 40 169 barbarorum est in diem 
vivere, Liv. 22, 39, 13. 27, 12, 4. 40, 8. Colum. 3, 3, 6. Plin. 
ep. 5, 5, 4 qui voluptatibus dedüi quasi in diem mvunt, Hieron. 
ep. 7, 5. Ähnlich Cic. Philipp. 5, 9, 25 hi, qui in horam vi- 
verent. Die Bedensart ist volkstümlich. 538. 

9) Plaut. Pseud. 301 Emito die caeoa hercle ölivom; id 
vendito ooulata die. Lorenz: Calidor soll öl kaufen mit un- 
sichtbarem (nicht absehbarem, also verschobenem) Zahlungstermine, 
d. h. auf Kredit, aber nur verkaufen mit sichtbarem (sofortigem) 
d. h. gegen bar. Nach Faul.- Fest. p. 179 M. steht oculata fQr 
praesenti. Doch erscheint es sehr ungewifs, ob die Metapher in 
der That sprichwörtlich war. 539. 

[10) Senec. rhet. suas. 2, 13 in quo hoc est decentissimum, 
quod ex commtmi sermone trahitur; nam quasi proverbii loco 
est: hie dies mens est (in Bezug auf einen Ausspruch des 
Severus Cornelius): Dieser Tag ist noch mein, ich will ihn ge- 
niefsen, da das Morgen ungewifs ist. Dafs der Gedanke kein 
wirkliches Sprichwort, sondern nur dem allgemeinen Ideenkreise 
der Leute ehtnommen war, sagt Seneca selbst. Vgl. utere tem- 
poribus {tempus 2).] 

differre. 540. 

1) Senec. de provid. 4, 7 quisquis videtor dimissiiB esse, 
dilatua est.* Amob. iun. (Migne 53 col. 375) quod differtur, 
non aufertur, ^Aufgeschoben ist nicht aufgehoben' (DtLringsf. I 
n. 123). 541. 

2) Petron 10 Tardum est, inquam, differre, qnod plaoet. 
Der Satz könnte sprichwörtlich sein. 

digitus. digitulns s. caeJmn 10. conorepere. wnguis 4. 542. 

1) Flaut. Fers. 187 si sois tute, qaot hodie habeas di- 
gitos in manu. ^Du kannst nicht bis auf drei zählen.' 543. 

2) luven. 7, 231 audores noverit omnes Tamquam ungues 



*) C. F. W. Müller liest hier allerdings bibere mit Hauschild. 



digitus 115 

digitosque suob, so gut, wie sich selbst. Vgl. domus 4. 
nomen 1. 644. 

3) Plaut. Pers. 793 Ne sis me uno digito attigeris, rühr 
mich nicht an. Bud. 810 8i hercle illic iUas hodie digito teti- 
gerit Invitas u. s. w. Ter. Eun. 740 si ülam digito attigerit 
uno, ocuU ülico ecfodientur. Cato bei Gell. 10, 23, 5 digito non 
änderet contingere (p. 68 Jord.). Cic. Tusc. 6, 19, 55 Laelius 
si digito quem attigisset, poenas dedisset, wenn er jemand anch 
nur angerührt hätte, de domo 19, 50. Apul. met. 4, 21 ut nemo 
quisquam fuerit ausus quamvis iacentem hestiam vel digito con- 
tingere (9, 17). Hieron. ep. 82, 10 Tangat sältem digitulo, 
et ulitro eocibi/rifms, Ambros. de vid. 11, 70 dum ipsi ea attingere 
digüulis non queant. — Porcius Licinus bei Gell. 19, 9, 13 (fr. 
poet. Eom. p. 279Baehr.) Si digito attigero, incendam silvam, 
bei der geringsten Berührung. 545. 

4) Ter. Eun. 284 Q^i mihi nunc tmo digitulo fores aperis 
mit dem kleinen Finger^ d. h. ohne die geringste Anstrengung. 
Cic. p. Scaur. 2, 10 ut iUi amcukte . . . Collum digitulis duo- 
hus oblideret. Mart. 5, 12, 6 Uno cum digito vel hoc vel iUo Portet 
Stella meus decem pueUas. Hieron. adv. Lueif. 13 (col. 185 Vall.) 
hone igitur hastam . . . uno, ut aiunt, digitulo repellam. Vgl. 
Apost« 5, 86* doLUXvXida öst dB iX%vö^fjvat: inl rc6v dicc vdtfov 
fj Xv%r\v Us%v&v y6vo(iiv(ov. Aristoph. Plut. 1136. 646. 

5) Plaut. Bacch. 675 Sic hoc digitulis duobus sumebas 
primoribus, mit den Fingerspitzen, d. h. zaghaft, zurückhaltend. — 
Poen. 566 Vix quidem hercle (seil, tenes rew»), ita res pauxtUa est, 
digitulis primoribus, Cic. p. Cael. 12, 28 qui . . . genus hoc 
vitae . . . extrends, ut dicitur, digitis attigissent, nur ober- 
flächlich kennen gelernt, nur leicht genossen hatten. Zenob. 1, 61 
&KQG} ciifjaaQ'at xa öaKtvlG): iitl r&v oi^ &7iQLß&g ridxrifiivoiv, 
olov Oiöh fMxtcc Ti^v naQoifiCav anQm reo dccKTvko) a'tlfoifisvog (Luc. 
Demon. 4). 647. 

6) Zu Hör. sat. 1, 4, 14 (Crispinus minimo me provocat) 
merkt Porphyrio an: Sensus ex proverbiali consuetudine 
ductus. solemus namque dicere: minimo me digito provo- 
oat, cum völ/mms quem intellegi tcmtum välere minimo digito, quan- 
tum alium totis viribus. Also: Komm nur her! ich 'habe mehr 
Kraft im kleinen Finger, als du in der ganzen Hand. Wenn 
auch die Interpreten des Horaz diese Erklärung abweisen, so ist 
doch an der Existenz, der sprichwörtlichen Bedensart deshalb 
nicht zu zweifeln (vgl. u^iguis 2). 648. 

7) Cic. p. Caecina 25, 71 qua denique digitum proferat, 
non habet, er kann sich nicht rühren, nicht das geringste thun. — 
de fin. 3, 17, 57 Chrysippus quidem et Diogenes . , , ne digitum 
quidem eius (bonae famae) causa porrigendum esse dicebant. 



116 digitus 

dürfe maD keinen Finger krumm machen. Fers. 5, 119 digitum 
exere: peccas, wenn du nur den Pinger rührst. Die Wendung 
war in der Schule der Stoiker belieht: Flut, de Stoic. repugn. 26 
iv fCoXkoig TtdXiv evqtjkbvj &g ovö^ ccv rbv öaurvlov xa'&ijxot 
ngoTstvai %äQtv &(i€Qialag q)QOVTi6B(og. Epikt. fr. 53 g)iko60(pia 
(fticlv 0X1 ovo 6 xhv öocKxvlov i^xelveiv £tx^ ngoöriKst. Diog. Laert. 
7, 1, 104. S. Ev. Matth. 23, 4. Luk. 11, 46 u. a. 0. Jahn zn 
Fers. a. a. 0. 549. 

8) Her. carm. 4, 3, 22 Quod monstror digito praäereuntmm, 
dafs sie, als auf einen berühmten Mann, mit Fingern auf mich 
weisen. Fers. 1, 28 Ät puldirum est, digito monstrari. Schal, Hk 
requiritur hisioria Demosthmis, qui cum transiret et a mercennario 
tahemariae digito monstraretur, fertur laetatus esse, quod ab igno- 
hilibus scireiur,*) Mart. 9, 97, 3 quod turha semper in omni 
Monstranmr digito, (5, 13, 3 et dicitur: hie est,) Tacit. or. 7 
quos • . . hie populus transeuntes nomine vocat et digito demonstrat 
(luven. 1, 161 qui verbum dixerit: hie est.) Lucian somn. 11 
xmv 6Q(hvxG}v enaöxog xhv nXriolov xtvriöag dsC^si 6s xm daxxvXa 
^oixog instvog' Xiyonv. - Harmon. 1. Apost. 5, 81* öaKXvXat öbI- 
Kvvxar, inl rcov imarnKov. Vgl. noch Cic. Tusc. ö, 36, 103. Plin. 
ep. 9, 23, 4. Mart. 6, 82, 3. — Indes findet sich die Redensart 
auch wie bei uns in tadelndem Sinne (mit Fingern auf jemand 
weisen): Ov. am. 3, 1, 19 Saepe äliquis digito vatem designat em- 
teni, 3, 6, 77 Quid moror et digitis designor adultera vulgi? 
HieroD. ep. 22, 27 ne ad te ohviam praeteremdium turha consistat 
et digito monsireris.**) S. Sprichw. Sal. 6, 13. Esa. 58, 9. 650. 

9) Macrob. somn. Scip. 1, 7, 8 (quod) magis ostenderet et, 
quod aiunt, digito demonstraret Italiam, deutlich, unverkenn- 
bar auf etwas hinweisen. Tib. Claud. Caes. de civit. Gall. dand. 
2, 26 quam ut vobis digito demonstrarem, 561. 

10) Flaut. Rud. 902 In digitis hodie percoquam, quod cepe- 
rit, seinen Fang will ich in der Hand braten, d. h. er wird nichts 
fangen. 552. 

11) Flaut. Fseud. 884 Ipsus sibi faciam ut digitos praero- 
dat 8U08, dafs er sich die Finger darnach lecke. 887 Ut prae- 
rodatis vostras furtificas manus. Nach griechischem Sprachgebrauch: 
Fherecrates fr. 13Kock neQiXQaysiv avx&v xovg öaaxvXovg. 
Aristophon fr. 9 Rock x' &v fii^ nal ia&Coaßi xovg danxvXovg, 
Alexis fr. 17 Rock TtQoöxaxidet xovg SaxxvXovg. 553. 

12) Licinius Calvus auf Pompeius (bei Senec. controv. 7, 
4, 7. 10, 2, 8. Schol. Lucan. 7, 726): Magnus, quem metuunt 
onmcs digito oaput tuio Scalpit. Quid credas hßnc sibi veUe? 



*) Diog. Laert. 6, 34. 
**) S. 0. Jahn zu Fers. 1, 28. 



dignus — dimidium 117 

virum. Vgl. Amm. Marcell. 17, 11, 4. luven. 9, 133 Qui digito 
scalpimt uno Caput. Schol.: cinaedi cum muLiebri more compo- 
nwd Caput Vgl. Senec. ep. 52, 12 Impudicum et incessus ostendit 
et , , . relatus ad caput digitus. Lucian rhet. praec. 11 avÖQa 
... fico^cov oatOTtviovxaf tm daxTi;ilqi) anQm rijv 7isq>akiiv xvcS- 
lievov. Verweichlichte Männer wagten es nur mit einem Finger 
im Haare zu krauen, um ja nicht die kunstvolle Frisur zu zer- 
stören. 654. 

13) Mart. 5, 62, 4 Nam mea (supellex) iam digittim Bustnlit 
liospitibus, bittet um Gnade. Vom besiegten Gladiator, welcher 
zum Zeichen dessen den Finger in die Höhe hob. Apoll. Sidon. 
ep. 5, 7, 3 hi sunt, guorum comparationi digitum toller ent, Cic. 
bei Lactant. instit. 3, 28, 9 cedo, inquit, et manum tollo. Hieron. 
adv. Pelag. 3, 7 (col. 789 Vall.) iamiam tollo manum, cedo, vicistL 
Schol. Fers. 5, 119. Erst aus dem Lateinischen entlehnt ist 
Apost. 1, 75 algs öcckzvXov: inl rmv vsviKtiKotmVy inaCgovai yaQ 
Trjv xetqa aviißoXov Toif vsvt7ivia&ai, Suid. 555. 

14) Varro bei Non. p. 427, 23 Ut in littore cancri digitis 
primoribus stare (p. 105 B. n. 42 B.). Senec. ep. 111, 3 (philo- 
sophus) in edito stat . . . Non exsurgit in plantas nee su'mmis 
amhulat digitis eorum more, qui mendado staturam adiuvant, 
longioresque quam s%mt videri volunt. Er stolziert auf den Fufs- 
spitzen einher, ist hochfahrend und aufgeblasen, wie ein Hahn. 
Vgl. Lucil. fr.' 8, 13M. (n. 238 Baehr.) cum victor se gallus honeste 
Smtulit in digitos primoresque erigit ungues, Sext. Turpil. v. 31 Ribb. 
Sandalio innixa digitulis primoribus. Sophocl. Ai. 1230 '6if;i}X' 

dignus. 556. 

Plaut. Asin. 247 Bignos, indignos adire. Verg. Aen. 12, 811 
Digna indigna j^a^i. Servius: et proverbialiter dictum est, ebenso 
Donat zu Ter. Eun. 1059. Ciris 246 Chnnia me potius digna at- 
que indigna läborum Müia visuram. Vgl. fari. 

diligere s. deligere. 

dimidium. 557. 

Hör. ep. 1, 2, 40 Dimidium faoti qui ooepit habet. Senec. 
ep. 34, 3 sie quomodo principia totius operis dimidium oc- 
cupare dicuntur, Auson. epigr. 81, 1 (84, 1 Seh.) Incipef di- 
midium facti est coepisse, id.*12 (27, 6, 5 Seh.) Incipe, quic- 
quid agas, pro toto est prima operis pars. Das Sprichwort 
ist nachgebildet dem griechischen &Q%ii fj^iLöv %avt6g (Diogen. 
2, 97. Plato leg. 6, 753 E), welches Lucian Hermot. 3 dem Hesiod 
zuschreibt, lamblich vit. Pythag. 29 dem Pythagoras. ^Guter An- 
fang ist halbe Arbeit' (Dtiringsf. I n. 101). 'Frisch gewagt, ist 
halb gewonnen' (Düringsf. II n. 573). 



118 dimidiüß — discordia 

dimidins. 568. 

Cic. bei Macrob. 2, 3, 4 frater meus dimidios maior est 
quam totua ist eine scherzhafte Anspielung an das griechische 
Sprichwort TtXiov rlfnav Ttavtog (Hesiod. opp. 40. Plato leg. 3 
p. 690. de republ. ö p. 466. Nach Diog. Laert. 1, 75 auch von 
Pittakus angewendet), die Hälfte ist mehr als das Ganze. 

dimittere s. dijferre. 

Diomedes s. chrysius. 

Dionysius. 559. 

Quintil. 8, 6, 52 nam ut Dionysium Corinthi esse, quo 
Graeci omnes utuntur, ita plurima similia did possunt Der 
griechische Wortlaut JtovvöLog iv Koqlv^ip bei Cic. ad Att. 9, 
9, 1 und in griechischen Sammlungen bei L. Cohn, zu den Parö- 
ipiographen p. 25. Zur Erklärung dient Amm. Marcell. 14, 11, 30 
Haec fortuna mutdhilis et inconstans . . . Dionysium gentium 
quondam terrorem Corinthi litterario ludo praefecit. Vgl. Cic. Tusc. 3, 
12, 27.. ad famil. 9, 18, 1. 

diruere. 560. 

Hör. ep. 1, 1, 100 Dimit, aedifioat, mutat quadrata ro- 
tundis, er fällt von einem Extrem ins andere. Sali. Catil. 20, 12 
nova diruunt, alia aedificant, 

discere s. domus 2. 561. 

1) Petron 46 Primigeni, crede mihi, quod discis, tibi discis. 
Der Satz ist wohl sprichwörtlich.*) 562. 

2) Senec. ep. 7, 8 homines dum dooent, discnnt. (Prob. 
Cledon.) Serg. explan, in Donat 4, 486, 11 cum enim docenms, 
discimus. Vgl. Ambros. de offic. 1, 1, 4 Discendum igitur mihi 
simul et docendmn est. 563. 

3) Senec. ep. 76, 3 Tamdiu discendum est, quamdiu nescias, 
si proverhio credimus, quamdiu vivis. . . . Quaeris quid do- 
ceam? Etiam seni esse discendum, Cato dist. 3, 1 wc discere 
cessa (= 4, 27). Vgl. Aeschyl. fr. 396 N. aaXbv Ss xal yiQovri 
(lavd'ccvstv ao(pa. *Man lernt, so lange man lebt' (Düringsf. II 
n. 33). ^Keiner ist zu alt zum Lernen' (Düringsf 11 n. 32). 
*Man lernt nicht aus.' Vgl. senex 3. 564. 

4) Cassiod. Var. 1, 24 (Migne 69 col. 524) Nam quod in 
iuventute non discitur, in matura aetate nesoitur entspricht 
dem Gedanken nach ganz unserem Sprichworte ^Was Hänschen 
nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.' 

discordia s. concordia, 565. 

Fredeg. chron. 4, 77 Sed, ut dictum est, sie cigebat: Qxd 
diligit rixas, meditatur discordias. Wer Zank liebt, sinnt auf 
Zwietracht, d. h. bricht die Ursache vom Zaume. 

*) Stowasser stellt einen Hexameter her: Primigeni, credas, quiC" 
quid discis, tibi discis. (Etwas anders Wiener Studien 6 p. 211.) 



dissilio — dominus 119 

dissilio s. rumpere. 

diyes. 666. 

Kieron. ep. 120, 1 Unde et üla vulgata sententia mihi 
videtur verissima: dives aut miqniiB aut iniqui heres, ^der 
Beiche ist entweder ein Schelm, oder eines Schelmen Erbe' 
(Düringsf. II n. 254). Plato leg. 7 p. 743 C ßtfw 6 loyog ^jxtv 
oQ&og^ &g orrn elclv ol 7toc(iTclovaiot> aycc&oL Menand. fr. 297 Eock 
Oiöslg i^Xovvri06v ta%i(og diacciog &v, Menand. monost. 52 ^AviiQ 
öUaiog TrAoDrov o\}k kxst Ttoxi. 

diyinare s. sapiens 2. 

dlTiniis 8. virgula. 

diyitiae s. pecunia 1. 

docere s. discere 2. 667. 

1) Plaut. Poen. 880 doctum doces, deine Belehrung ist 
überflüssig. Vgl. Hieron. ep. 22, 27 SMtissimum quippe est, do- 
cere quod naverit üle quem doceas (= reg. monach. 24. Migne 30 
col. 389 D). Parallelen bei Düringsf. I n. 736. Vgl. noscere 2. 568. 

2) Petron 46 qui plus dooet, quam seit, er lehrt mehr, 
als er weifs. Hieron. ep. 53, 7 Puerilia sunt haec . . . docere, 
quod ignores. adv. Ruf. 2, 10 (col. 498Vall.) cuius temeritatis 
sU docere, quod nesdas. — Auson. ed. 13 praef. (28, 1 Seh.) ut do- 
ceam, äocendus ipse, epist. 17 ego te doceho docendus adhuc 
(nach Hör. ep. 1, 17, 3). Jes. Sir. 18, 19 Lerne vorher selbst, 
ehe du andere lehrst. Das Gegenteil Cic. Tusc. 2, 19, 44 Venit 
Epicurus . . . tanlmn monet, quantum intdlegit 

doetrina s. littera 1. 

Dodona. 669. 

Prop. 2, 21, 3 Sed tibi tarn videor Dodona verlor augur? 
Ov. art. am. 2, 541 Haec tibi non hominem, sed quercus crede 
Pelasgas dicere. Vgl. Apollo und Sibylla, 

dolium s. cribrum 3. 570. 

Sicherlich sprichwörtlich ist die Überschrift einer Satire 
Varros: dolium aut seria (Riese p. 117). DoUum und seria sind 
Bezeichnungen för verschiedene Arten von Fässern, darum ver- 
mutet Biese a. a. 0., der Sinn sei: aut hoc sit aut ülud, mei nü 
interest. Doch bleibt die Erklärung unsicher. 

dolor s. dies 6. 

dominarl s. regere. 

dominus s. cursor. oculus 12. 671. 

Petron 58 Flane qualis dominus, talis et servus, 'wie 
der Herr, so der Knecht' (Düringsf. H n. 640). Und so im Grie- 
chischen oian€Q fj diöTtoiva^ roCcc xrj wimv (Cic. ad Att. 5, 11, 5. 
Diogen. Vindob. 3, 51). Hieron. ep. 7, 5 talisque sit rector, 
quales Uli, qui reguntur. Vgl. rex 6.*) 

*) Mart. 14, 220, 2 cocus domini debet habere gulam scheint 



120 domus — donam 

domus B. leo 3. 572. 

1) Plaut. Gas. 2, 3, 8 Hone ego de me oonieoturam domi 
faoiam, ich nehme es von mir selbst ab. Cist. 2, 1, 2 Hanc ego 
de me*) coniecturam domi facio, Ne foris quaeram, Bacch. 648 
TJt domo sumeret neu fof*is quaereret, Senec. de benef. 5, 8, 3 
Domi, quod aiunt, versnra flt, ich helfe mir selbst, suche nicht 
bei anderen Unterstützung. 573. 

2) Ter. Ad. 413 Domi habuit, nnde disceret, er braucht« 
niemand, der ihn belehrte. Hieron. ep. 60, 10 domique Habens, 
unde disceret. Apoll. Sidon. ep. 7, 9, 19 ut proverhialiter lo- 
quar, domi hahuit, unde disceret — Plaut. Merc. 355 scio saevos 
quam Sit: domo dootus dioo, ich spreche aus eigener Erfahrung. 
Poen. 216 domo docta dico. Trucul. 454 de me domo doctus dico. 
Vgl. expertus 2. 574. 

3) Cic. ad famil. 9, 3, 2 Sed quid ego nunc haec ad te, cuius 
domi nasountur, der du es selbst kennet und weifst, ad Att. 

1, 19, 3 cum haec domi nascu/mtm. in Verr. 2, 2, 5 Itaque ad 
omnes res Sicüia provincia semper usi sumus, ut, quicquid ex sesc 
posset efferre, id non apud eos nasci, sed domi nostrae condi- 
tum putaremus. Acad. 2, 25, 80 domi nobis ista nascuntur. Senec. 
ep. 23, 3 volo illam tibi domi nasci, Petron 38 omnia domi na- 
scimtur. Tac. dial. 9 hi enim (versus) Basso domi nascu/ntur. — 
Plaut. Bud. 1335 quod domi est, mmqu>am ulli suppUcabo. Epid. 
653. 677. Bacch. 365. Ter. Phorm. 504 Qum quod amas domi 
est. Cic. ad Att. 10, 14, 2 nam id quidem domi est. Plaut. Mil. 
glor. 191 Domi habet. 575. 

4) Cic. ad Qu. fr. 1, 1, 16, 45 cum iam tibi Äsia siout 
unicuique sua domns nota esse debeat, da du in Asien zu 
Hause sein mufst. luven. 1, 7 Nota magis nulli domus est sua, 
quam u. s. w. 576. 

[5) Senec. ep. 100, 6 quod dici solet, domus reota est, 
ein wohl eingerichtetes Hauswesen. Der Ausdruck ist nur un- 
eigentlich, nicht sprichwörtlich.]**) 

donum. 577. 

Verg. Aeu. 2, 49 Quicquid id est, timeo DanaoB et dona 

ferentes enthält, wie bereits Servius anmerkt, eine Anspielung 

mir nur ein witziger Gedanke des Dichters. — Auch Ter. Eun. 600 
perstrepunt, ita ut ftt, domini übt absunt hat zwar Ähnlichkeit 
mit dem Sprichwort ^Wenn die Katze aus dem Hause ist, tanzen die 
Mäuse' (Düringsf. 11 n. 874), ist aber selbst nicht sprichwörtlich. 
*) Vgl. Ter. Heaut. 574 De me facio coniecturam. 
**) Ein blofses Dichtercität scheint Cic. de pflF. 1, 22, 76 Parvi 
sunt foris arma, nisi sit consilium domi. Ahnlich Valer. Max. 

2, 9 praef. Quid enim prodest foris esse strenuum, st domi male vivitur. 
Euphron fr. 4 Eock 6 yccq zhv tdiov oUovofi&v üayi&g ߣov n&g ovtog 



dormire — dos 121 

auf das griechische Sprichwort: ixd-Q&v üöioQa d&Qa hovk 
ovri^ifia (Soph. Ai. 679. Eurip. Med. 618. Zenob.4, 4). ^Feindes 
Gaben gelten nicht' (Körte n. 1657). ^Feindes Geschenke haben 
Ränke.' 

dormire s. auris 1. 678. 

1) Flaut. Pseud. 386 non qui vigüans dormiat, von einem 
schläfrigen Menschen. Capt. 848 Hie vigüans somniat, Amphitr. 697 
qmene vigilans somniat? (Eud. 1328 somniasf du träumst.) 
Lucrez 3, 1048 Et vigilans stertis. Hieron. c. Vigil. 7 (col. 393 Vall.) 
Tu vigüans dormis. Vgl. Ter. Andr. 971 Num ille somniat Ea, 
qme vigilans voluit? Publil. Syr. 16 Amans quod suspicatur 
vigilans somniat Vgl. canth^ius 1. 579. 

2) Ter. Ad. 693 credehas dormienti haeo tibi oonfeotnros 
deos?, die gebratenen Tauben würden dir in den Mund fliegen? 
Cic. Verr. 5, 70, 180 quibus omnia populi Bomani benefida dor- 
mientibus deferuntur. Menand. fr. 460 Kock aito^iata yccQ 
xk Ttqdyuat inl xb öv^tpiQov ^ei^ %av %aQ'Bvdi^q. Ähnlich Dio- 
gen. 4, 65 bMovxi xvQtog algei. Zenob. 4, 8 eidovrmv aXievxtTimv 
TiVQxog. Auch ein deutsches Sprichwort lautet: *Gott giebt's den 
Seinen im Schlafe' (Düringsf. I n. 619) nach Psalm 124, 2. Le 
bonheu r vient en dormant. Fortuna e dormi. 680. 

3) Fest. p. 173 M. Non omnibus dormio: proverbium 
videtur natum a Cipio quo dam, qui Pararenchon dictus est, quod 
simülaret dormientem, quo impunitius uxor eius moecharetur, eius 
meminit Lucilius (fr. ine. 65 M. n. 91ÖBaehr.). Cic. ad famil. 7, 
24, 1 Cipius, opinor, olim: non omnibus dormio; sie ego, non 
omnibus, mi Galle, servio, • ad Att. 13, 49, 2 Est bellum äliquem 
libenter odisse, et, quemadmodum <^non omnibus dormire, ita} non 
omnibus servire. Vgl. luven. 1, 56. Der Sinn des Sprichworts 
ist: Ich lasse mir nicht alles gefallen, ich sehe nicht allen durch 
die Finger. Dieselbe Geschichte erzählt Plut. amat. 6, 22 von 
Mäcenas und einem gewissen Kdßßag; der Zuruf heilst dort oin 

dorsus. ' 681. 

Plaut, mil. glor. 397 dorsus toius prarit, der Buckel juckt 
mir, es ahnt mir, dafs ich Prügel bekommen werde. Pers. 31 
iam scapulae pruriu/nt. VgL Amphitr. 295 dentes pruriunt, Poen. 
1315 malae aut dentes pruriu/nt, S. super cilium. 

dos. 682. 

Afran. v. 156 Bibb. Formosa virgo est; dotis dimidium 
vocant Isti, qui dotis neglegunt uxorias enthält doch wohl einen 
verbreiteten und oft geäufserten Gedanken. Vgl. Publil. Syr. 169 
Formosa facies muta commendatio est Aristot. bei Diog. 
Laert. 5, 18* tö imXXog Ttavxbg i'lsysv iTtiaxoUov (SvöxaxtKmxBQOv. 
^Schöne Jungfrau hat ihren Brautschatz im Angesicht' (?[örte 



122 draco — dupondimn 

n. 4024). A faire face is half a poiüon. La faccia ä mezza dote. 
Beaat6 porte sa bonrse. 

draco s. incubare, tauriis 3. 

dnbitare. 583. 

Plin. ep. 1, 18, 5 illud cautissimi cuiusfjue praeceptum: 
Quod dubites, ne feoeris. Cic. de offic. 1, 9, 30 Qiiocirca hene 
praecipiunt, qui vetant guicquam agere, quod dübites, aeqmm 
Sit, an iniqmm. 

dulcis s. md 1. 2. 3. 

duo s. pahmbis 2. paries 1. seUa. 584. 

1) CatuU 62, 64 noli ptLgnare duobus erinnert an das grie- 
chische Sprichwort fcqbg ovo oi 6^ JffQank fjg ol6g ti iaxtv (Plato 
Phaedo c. 38 p. 89. Euthyd. 23 p. 297 C. Zenob. 5, 49), dessen 
Entstehung verschieden erklärt (vgl. v. Leutsch zu Zenob. a. a. 0. 
Miller^ mölanges p. 349), gewöhnlich aber auf den Kampf des 
Herkules gegen die lemäische Schlange und den Krebs bezogen 
wird, bei welchem ihn lolaos unterstützte. Plato leg. 11 p. 919B 
TtQog 6vo fioi%s6&ai, 685. 

2) Cic. p. Kose. Am. 29, 80 videris, Eruci, iina meroede 
duas res assequi veUe, ftir einen Lohn ein zwiefaches Ziel zu 
erreichen. Plaut. Amphitr. 488 Uno ut lahore ahsolvat ae- 
rumnas duas. Vgl, aper 1. 586. 

l/ 3) Prop. 2, 22, 41 Nam melius duo defendunt retinaoula 

navim, ^ein Schiff steht an zwei Ankern fester, als an einem' 
(Düringsf. U n. 750). 'Doppelt halt besser.' Ovid rem. am. 447 
Non satis u/na tenet ceratas ancora puppes. Senec. de rem. fort. 
16y 2 tu in ta/nta tempestate ad unam^ancoram stabas? Eurip. 
bei Stob. flor. 43, 3 (Apost. 1, 96^) Navv xoi (iC ay%vQ oi- 
6afi&g aA^eiv tpiist (fr. 774 N.). Apost. 7, 61 iitl üvoiv 
SQfAsl: öfiXovSu &y%VQaiv. Xiysrai inl t&v AötB(iq)ä>g i%ivt(ov. 
Daher auch von einem letzten Anker, einem 'Notanker' meta- 
phorisch gesprochen wird: Sil. Ital. 7, 23 ultima fessis Äncora 
cur Fäbius u. s. w. Diogen. 5, 29 Cs^ä ayxvQa (Ji fieyaXri ßovfieut 
Apost. 9, 1).*) 

dupondimn« 587. 

Petron 58 nemo dupondü evadit, keiner ist einen Heller 
wert. ibid. matrem meam dupondü non facio. Hieron. adv. Helvid. 16 
(col. 224 Vall.) quis te, oro, dupondii supputabat? Vgl. Petron 74 
homo dupondiarius. 58. — Petron 45 sestertiarius homo. 



*) Parallel geht das biblische Sprichwort funiculus triplex 
non facile rumpitur (Pred. 4, 12), welches die christlichen Autoren 
mehrfach anfahren: Hieron. reg. mon» 9 (Migne SO col. 358). Felix 
Papa II (Migne 13 col. 18). 



edere — elementarius 123 

E 

edere s. lepus 4. 588. 

Auct. ad Herenn. 4, 28, 39 Oportet esse, ut vivas, non 
vivere, ut edas. Quintil. 9, 3, 85 Non ut edam, vivo; sed ut 
vivam, edo. Isid. orig. 2, 21, 13 Non ut edam vivo, sed ut vivam 
edo. Gell. 19, 2, 7 Socrates quidem dicehat multos homines prop- 
terea veUe vivere, ut ederent et hibermt, se bibere atque esse, ut 
viveret (= Macrob. 2, 8, 16). Dieser Ausspruch des Sokrates, 
den auch Plutarch de aud. poet. 4, Diogen. Laert. 2, 34, Athen. 4 
p. 158F erwähnen, war zu einem geflügelten geworden. *Man 
ifst, um zu leben, aber man lebt nicht, um zu essen' (Körte 
n. 1564). 

efficere s. tentare. 

effluere s. Itixuriari. 

egere. 589. 

Senec. ep. 108, 11 (= Publ. Syr. 286) magis tarnen feriunttir 
animi, cum carmina eius modi dicta sunt: Is minimo eget mor- 
talis, qui minimiim oupit (0. Ribb. fr. com.^ p. 126). Wenn 
auch wohl der Satz nicht eigentlich sprichwörtlich war, so mufs 
man nach den Worten , mit denen er angeführt wird, doch an- 
nehmen, dafs er weite Verbreitung hatte. Ähnlich ist ep. 108, 11 
Quod vult habet, qui velle quod satis est potest. Hör. ep. 1, 
2, 46 Quod satis est cui contingit nü amplius optet. Claudian in 
Ruf. 1, 200 Semper inops, quicumque cupit, Ps.- Senec. de 
mor. 45. 46. Vgl. Sokrates bei Stob. flor. 17, 31. *Der Zufriedene 
hat überall genug.' *Zufi:iedenheit ist der gröfste Reichtum' (Dü- 
ringsf. II n. 741). Vgl. multus 1. 

egestas s. fames. paupertas." 590. 

Plaut. Asin. 671 Quidvis egestas iinperat, ^Not bricht Eisen'; 
*Not hat kein Gebot.' ' Vgl. Verg. georg. 1, 145 labor omnia vicit 
Improbus et dwrishirguens in rebus egestas. Curtius 5^ 16 Igna- 
nam qupque necessitas acuit. Sali. Catil. 58, 19 necessitudo 
etiam timidos fortes facU, Vgl. labor 2. 

electnun s. myrica. 

elementarius. 69i. 

Amob. adv. nat. 2, 26 nee ex doota, ut dicitur, elemen- 
tariam fieri (seil, völo a/mmam)^ aus einem Professor ein Abc- 



ebur. 

Plant. Most. 259 Una opera ebur atramento oandefaoere 
V^vX^ wird fast durchweg als eine sprichwörtliche Redensart in 
Anspruch genommen (du verlangst unmögliches), allein in Wirklich- 
keit haben wir nur einen witzigen Vergleich, welcher ausschliefslich 
auf den dort yorliegenden Fall anwendbar ist. Dies zeigt schon der 
folgende Vers: Lepide dictum de atramento atque ebore. 



124 elephantns — emere 

schütze werden. Vgl. Senec. ep. 36, 4 Turpis et ridimla res est 
clementarius senex, 

elephantus. 092. 

1) Plaut. Mil. glor. 235 JE^rus meus elephanti oorio cir- 
i oumtentUB est, non suo, ist dickfellig, d. i. dumm und un- 

empflndlich wie ein Elefant. Diogen. 4, 43 ^Ekeq)avrog dia- 
q)iQ£tg oiöiv: inl x&v Avavo^xoDv, Vgl. asinus 15. 593. 

2) Plaut. Gas. 704 Institit plantam, quasi Lnca bos, er 
tritt auf wie ein Elefant. 594. 

3) Plaut. Stich. 167 Ita inaudivi saepe hoc volgo dicier, 
Solere elephantum gravidam perpetitos decem Esse annos; eins ex 
semine haec certo est fames. Plin. nat. h. praef. 28 audio,,, Epi- 
cureos äbortus faecre iam decem armis, cum oelerius eüam ele- 
phanti pariant. Apul. met. 1, 9 ^^ . . . iam octo annorum onere 

f<M/-' misella üla velut elephantum p\ritura distenditwr. Der Ver- 

gleich wurde also angewandt auf jemand, der lange Zeit mit einer 
Sache sich beschäftigt, ohne fertig werden zu können. Über die 
volkstümliche Ansicht von der Trächtigkeitsdauer des Elefanten 
s. Plin. n. h. 8, 28. 

elleborus. 595. 

1) Catull 99, 14 Suaviolum , , , tristius elleboro. Vgl. 
Anthol. Pal. 5, 29, 2 ni'x^Qoxtqov iXksßoQOv, Der Vergleich ist 
anscheinend sprichwörtlich. 596. 

2) Plaut. Pseud. 1185 Elleborum hisoe hominibus opufi 
est, sie sind reif fürs Tollhaus. Men. 950 Ellehorum potalis 
faxe. Vgl. Iren. adv. haeres. 2, 30, 1 quibus universae terrae 
ellehorum non sufficit ad expurgationem. Apost. 14, 30* 
?i;r<9'' sXXißoQov: inl t&v ikXsßoQov Seoiiivmv &<sts la^vat 
fiaviaö&v 'otncDv, Lucian dial. mort. 1 7, 2. Menander fr. 69 Kock 
(Mein. fr. com. 4 p. 90). Die Griechen hatten dafür auch das 
Verbum iXUßoQt&v (Schol. Aristoph. Vesp. 1489. Suidas). Vgl. 
Änticyra, 

emere« 697. 

1) Cic. in Verr.4, 6, 12 Profecto hinc natum est: malo emere 
quam rogare. Apul flor. 4, 16 adeo ut onrnia utensilia emere velis, 
quam rogare, Senec. de benef. 2, 1, 4 quoniam quidem, ut maio- 
ribus nostris, gratnssimis viris, visum est, nulla res carius constat, 
quam quae precibus empta est, ^Bittkauf, teurer Kauf' (Düringsf. I 
n, 241). Sinn: Ich greife lieber in die Tasche, als dafs ich durcli 
Bitten mich demütige oder verpflichte. 698. 

2) Plaut. Trin. 1061 Emere melius est, quoi imperes, 
kaufe dir einen! ich bin nicht geneigt, mir Vorschriften machen 
zu lassen. Pers. 273 Emere oportet, quem oboedire velis Ä. 
Theoer. id. 15, 90 nccadfievog iTtltaOös. 



Endymion — equus 125 

3) Petron 75 bene emo, bene vendo, mir geht es [699. 
vortrefflich. Die Wendung hat volkstümliche Färhung. 

Endymion. eoo. 

Gic. fin. 5, 20, 55 Itaque, ne si iucundissimis quidem nos 
somniis usuros putenms, Endymionis somnurn noUs velimus äari. 
Vgl. Mart. 10, 4, 4 Quid tibi dormitor proderit Endymion? 
Tertoll. de anim. 55. Eine Satire Varros war überschrieben En- 
dymiones, die Langschläfer (p. 120 Riese}, Zenob. 3, 76 ^Ev6v- 
(ildüvog ßicvog: inl r&v TtolXcc owificDiiivoDv. Alcaeas fr. 1 Kock n. a. 
*Er ist ein Siebenschläfer.' 

ensis s. culter. 

Epimenldes. eoi. 

Hieron. ep. 33, 1 ut inteUegamus nos Epimenidis dormire 
somniun. Lncian Tim. 6 inlq xov ^EntfiEvCöi] . . . %£Kol(ifiacci. 
Greg. Cypr. 2, 23 ^Eittfievldov ^nvog, Apost. 17, 64*. Der lange 
Schlaf des Epimenides ist märchenhaft. S. E. Rohde, Rh. Mus 33 
p. 209. 35 p. 157 ff. Wir sprechen von einem Siebenschläfer. 
S. Endymion. 

epi^tula. 602. 

Cic. ad famil. 5, 12, 1 epistula enim non orubescit, Mas 
Papier wird nicht rot' (Körte n. 5865). Ambros. de virg. 1, 1, 1 
liher enim non eruhescit, Hist. Apoll, reg. Tyr. p. 24, 12 Riese 
per ceram mandavi, quae ruhorem non habet 

eques« 603. 

. Plaut. Mil. glor. 464 Neque eqnes neque pedes profecto 
cd quisquam tanta audacia. Poen. 831 Equitem peditem. Hör. 
a. p. 113 Romani tollent equites peditesque cachinnum. Die Ver- 
bindung war stehend. Vgl. Liv. 1, 44, 1 omnes cives Romani, 
equites peditesque, 

equus s. cliims. currere, quadriga 1. 604. 

1) Auson. prof. Burdig. 4, 22 (16, 5, 22 Seh.) aquüae seneetus 
mt equi, ein hohes, rüstiges Alter. Append. prov. S^2d ^TtTtovyfjQccg: 
inl T&v TCQog tm yrJQa övatv%ovvto)v (Apost. 9, 7*) weicht ab. 605. 

2) Plaut. Asin. 704 ne te equo magis est equos nullus 
sapiens, du bist nicht klüger als ein Pferd. Wir nennen einen 
unklugen Menschen ein ^Rofs'. 606. 

3) Gurt. 7, 4, 18 Nobilis equus uxnbra quoque virgae 
regitur, ignavus ne cäkari quidem condtari potest. Ähnlich bei 
Düringsf. II n. 221 ^Williges Pferd soll man nicht sporen.' 607. 

4) Hieron. comment. in Ephes. praef. (Bd. 7 p. 538Vall.) 
Noli, tU vulgare proverhium est, equi dentes inspioere donati. 

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul' (Düringsf. II 
n. 305). Dem Sinne nach entspricht das griechische ö&qov d* 
ÜT4 do w$, inaCvei (Zenob. 3, 42). 608. 

5) Hör. ep. 1, 17, 20 Equus ut me portet, alat rex, 



126 errare — eventus 

Officium facio enthält dem Wortlaute nach eine Anspielmig auf 
das griechische Sprichwort Tnnog ^b q>iqBt^ ßaöiXsvg (is xQStpEi 
(Porphyr, z. d. St. Diogen. 5, 31), ich mufs thätig sein, mn leben 
zu können. 609. 

6) Cic. de offic. 3, 33, 116 Cum his viris equisque, ut 
dicitur • . . decertandum est, mit Fufsvolk und Beiterei, d. h. mit 
Aufgehet aller Mittel, ad fam. 9, 7, 1 dubücmdum non est, quin 
eguis viris. Dieselbe Verbindung, aber im eigentlichen Sinne: 
Philipp. 8, 7, 21. Sali. lug. 51, 1. Ps.-Sall. de rep. 2, 10, 7. 
Liv. 5, 37, 5. 21, 27, 5. Comel. Nep. Handle. 4. Senec. rhet. 
controv. 2, 1, 10. Curt. 3, 3, 26. 4, 13, 1. Tac. bist. 2, 55. 
Flor. 1, 23, 8 (2, 7, 8). 610. 

7) Cic. p. Mur. 37, 78 inttts, intus, inguam, est eqaus 
Troianus, von einer nahen und grolsen Gefahr. Hieron. ep. 
14, 6 Intus inclusum est periculum, intus est hostis. Vgl. Cae- 
cil. Balb. Paris. 1. Wirklich von einer Stadt Cic. Verr. 4, 23, 52 
qui videret, equum Troianum introdudum, urbem captam diceret. 
Vgl. auch Cic. Phil. 2, 13, 32. p. Cael. 28, 67.*) 

errare s. homo 3. 

erubescere s. epistula. 

Eurus s. venttis 5. 

Eurybatus. 6ii. 

Apul. apol. 81 quis denique Eurybates aut Phrynondas ta- 
lern excogitasset? Suid. EA)qvßaxog' novriQog. Sueton bei Miller, 
melanges p. 416 EiQvßazog' 6 Tcavov^og nebst Erkl. Apost. 8, 12. 
S. Plat. Prot. p. 327D. 

Eyander. 612. 

Gell. 1^10, 2 tu autem, proinde quasi cum matre Euandri 
nunc loquare, sermone äbhinc jnmltis annis tarn desito iäeris 
(nachgeahmt von Macrob. 1, ö, l). S. Hör. sat. 1, 3, 91. 

eyentus. eis. 

1) Liv. 22, 39, 10 Nee eventus modo hoc docet — stul- 
torum iste magister est u. s. w. ^Durch Schaden wird der 
Narr klug' (Dtiringsf. II n. 286). 'Die Erfahrung ist der Narren 
Meister, die Vernunft der Weisen' (Wander I p. 838). Hom. II 
17, 32 §6%d^ev di re viqmog lyvoo. Hesiod. opp. 218. Democrit 
(fr. phil. gr. ed. Mullach I p. 349 n. 138) Nrinlom oi Xoyog^ &^^ 
^v^tpoqii yivexai öi8&6KciXog, Plato Sympos. p. 222 B. 614. 

2) Cic. ad famil. 1, 7, 5 ut ex eventu homines de tue 



*) Nach Genthe (de proverb. ad animal. nat. pertin. p. 11) u. a. ist 
auch sprichwörtlich Gate bei Fest. p. 182 M. Equos respondit: oreas 
mihi inde, tibi cape flagellum (p. 16Jord.). Ich halte den Satz 
nur für ein Bruchstück aus der gelegentlichen Erzählung jener be- 
kannten Fabel vom Pferde und dem Menschen (Phaedr. 4, 4). Aristot. 
rhet. 2, 20 6 d' ^tpriasv, iocv Xdßj] xccXivbv tlccI tti>tög ävaßf in' avtov. 



exedere — faba n 127 

• 

oonsilio ezistimatiiros videremtis, pro Babir. Posth. 1, 1 hoc 
plerumque fadmus, ut consilia eventis ponderemus, Balbns 
bei Cic. ad Att. 9, 7 A 1 Nedum homifmm humilmn , . . sed etiam 
am^lissimorum virorvm consilia ex eventu, non ex völuntate a 
plerisgue prohari solent Ov. her. 2, 85 Exitus acta probat. 
(Publil. Syr. 163 Extrema semper de ante f actis iudicant.) Die 
Welt urteilt nach dem Erfolge. Demosth. Olynth. 1, 11 TCQog 
ya^ rb TsXcvrarov ixßav SnaOTOv x&v Ttglv inaQ^dvtav Y^qlvtxai, 
Zum Gedanken vgl. auch Plaut. Pseud. 681 f. Plin. ep. 5, 21, 7. 

exedere s. ivUerere. 

exitiom s. alter 1. 

exitus s. eventus 2. 

expertus. 6i5. 

1) Cic. top. 19, 74 plerumque enim creditur eis, qui 
experti sunt. Yerg. Aen. 11, 283 expeito credite. Ov. art. 
am. 3, 511 experto credite. fast. 5, 674 iuvat expertis credere. 
Senec. Thyest. 81 credite experto mihi. Colum. 4, 3, 5 Experto 
mihi crede. Sil. Ital. 7, 395 orede experto, Hieron. ep. 50, 4 ex- 
perto credite. ep. 84, 3 er, exp. reg. mon. 18 (Migne 30 col. 420). 
Apollin. Sidon. ep. 1, 9, 6 5* quid experto credis. ep. 8, 12, 8 neque 
enim iniustum est credere experto. ^Dem Erfahrenen glaube' 
(Wander I p. 838). Vgl. usus. 616. 

2) Cic. p. Mil. 26, 69 experti scire debemus. Prop. 2, 
34, 3 Exp er tu s dico, ich spreche aus Erfahrung. Turpil. v. 38 
Bibb. docta dico. Plaut. Merc. 522 docta didici. Plin. ep. 5. 
8, 1 id enim temere credas, nisi expertus. Soph. Oedip. tyr. 403 
Ttad-wv kyvmg av. Vgl. eventus 1. 617. 

3) Hör. ep. 1, 18, 87 Expertus metuit, der Gebrannte 
fürchtet das Feuer, sat. 2, 7, 68 metues doctusque cavebis. 
Vgl. Prop. 2, 21, 18 Experta in primo, stulta, cavere potes. 
Pindar fr. HOB. TCSTtBiqaiiivoDv di ng taQßst. 

exta. 618. 

Charis. p. 276 K. paroemia est vulgaris (pro)verhi usur- 
patio cum aliqua diversitate, ut: coota numerabimus exta, 
cum significet: ex eventu sdemus. Ebenso Diomed. p. 462 K. et 
ui: coda nurnerabimus exta, cum significet: ex eventu sdemus. 

extremns s. linea 3. 

F 

faba s. mimus. 619. 

1) Fest. p. 363 M. Tarn perit quam extrema faba, in 

proverhio est, quod ea plerumque aut proteritur aut decerpitur 
a praetereuntibus (0. Eibb. com. ine. v. 69). Darauf Bezug neh- 
mend Catull 11, 22 (^i illius culpa cecidit, velut prati Ultimi 



128 faber 

-flos, praetereunte postquam Tacius aratro est.*) Ähnlich lautet 
ein deutsches Sprichwort: ^Schöne Blomen stehen nicht lange am 
Wege' (Körte n. 831). ^ 620. 

2) Plaut. Anlul. 818 Quid rcpperisti? Non qnod pueri 
damitant In faba se repperisse, nichts Kleines, GerinfELgiges. 
Die Erklärer nehmen an, dafs der Wurm in der Bohne gemeint 
sei, ob mit Recht, möchte zu bezweifeln sein. Vielleicht ist an ein 
Kinderspiel zu denken (in fdba = beim Bohnenspiel).**) Allein 
es bleibt überhaupt noch fraglich, ob hier eine sprichwörtliche, 
d. h. gangbare Redensart zu suchen ist. 621. 

3) Ter. Eun. 381 At enim istaeo in me oudetnr faba. 
Schon die Alten mühten sich, wie die Anmerkung Donats z. d. St. 
zeigt, vergeblich um die Deutung des Wortes ab. Der Sklave 
Parm6no vergleicht das Vorhaben seines jungen Herrn mit einer 
Bohnensaat, die für ihn, den Sklaven, böse Früchte tragen werde. 
Du wirst, meint er, die Erbsen säen (istaec fäba)^ auf mir wird 
man sie geernitet ausdreschen, d. h. ich werde die Folgen aus- 
baden müssen. Dafs Farmen o seinen Rücken geradezu mit einer 
Tenne vergleiche, ist damit noch nicht ausgesprochen, wenn er 
auch offenbar zunächst an die zu gewärtigenden Prügel denkt. 
Übrigens sagen auch wir von Pockennarbigen: Der Teufel hat 
Erbsen auf ihm gedroschen (Körte n. 1460).***) 

faber s. figulus. 622. 

1) Arnob. adv. nat. 6, 9 Nonne iUud est, quaesOy quod ?w 
vulgaribus proverhiis dicitur, fabmm oaedere cum ferias 
fullonem?, sich an einen anderen wenden, als den, d6r wirklich 
gemeint ist. *Den Sack meint man, und den Esel schlägt man.' 
Ähnlich ein griechisches Sprichwort bei Athen. 9, 380 og' av 6 
fidystQog afia^dvfi, xvitxBxai^ &g (paöiVj 6 aikriziig na^* i^uv (Philjll* 
fr. 10. Eubul. fr. 60 Kock). 623. 

2) Auson. id. 7 (25, 2, 5 Seh.) Compedes, quas ipse feeit, 
ipsus XLt gestet faber, du hast es dir selbst zuzuschreiben. Vgl. 
Theogn. 539 Oitog &vriQ, cpile KvqvEj nidag xaXKevBtat aita. 
^Er hat sich selbst die Rute auf den Bücken gelsunden.' 624. 

3) Placid. p. 43 Deuerl. fabri Oomi proverhium in cos, 
qtii domesticis alimentis usi aliis IdborarenL dictum ab eo, guod 



*) Nachgeahmt von Verg. Aen. 9, 436 Purpureus veluti cum flos 
succisus aratro Languescit moriens, wieder nachgeahmt von Ennod. 
p. 166, 9 Vog. ceu flos succisus aratro est. Vgl. GatuU 62, 39 flos . . . 
nullo convulsus arai/ro. 

**) Ähnlich üssing, dessen Erklärung freilich ebenfalls wenig 
Wahrscheinlichkeit besitzt. 

***) Schneider (de prov. Plaut, et Ter. p. 3 f.) will das griechische 
fpa%hv Y.6nzBig (Zenob. 6, 48. append. prov. 4, 68) heranziehen, ^de iis, 
qui operam ludunt^^ was aber dem Zusammenhange ganz fem liegt. 



Fabins — facere 129 

Capiiolium aedificanti Tarqumio fabros ac structores Corni cum 
sm viciu miserunt. Zur Sache s. Cic. Verr. 5, 19, 48 etenim vel 
Capitolium . . . publice coactis fäbris operisque imperatis gratis ex- 
aedificari atque effici potuit, Liv. 1, Ö6, 1. 1, 67, 2. Zum Ge- 
danken vgl. Plaut. Trucul. 137 Quia tuo vestimento et cibo alienis 
rebus curas. S. StUrium,*) 

Fabins s. amctari, 

Fabricius 626. 

wird überall als Muster der alten Einfachheit und Genüg- 
samkeit hingestellt: Cic. in Fis. 24, 58. p. Sest. 68, 143. de 
erat. 3, 15, 56. Tusc. 3, 23, 56. Hör. carm. 1, 12, 40. Mart. 1, 
24,3. 9,28,4. 10,73,3. 7,68,4. 11,2,2. 11,16,6. 11,5,8. 
11, 16, 6 Sis gravior Curio Fabricioque licet Senec. ep. 98, 12. 
120, 20. de provid. 3, 5. Lucan 3, 160. 10, 151. Quintil. 7, 

2, 38. luven. 2, 154. 11, 91. Hieron. adv. lovin. 2, 11. Pan- 
egyr. lat. 2, 14 Baehr. Pnident. contr. Sjmmach. 2, 558. Claud. 

3, 200. 8, 414. 17, 165. 22, 380. * 26, 131 Jeep. Apoll. Sidon. 
carm. 7, 69. Boeth. consol. 2, 7 v. 15 u. a. Vgl. Curius, Ca- 
millus, 

fabnla s. anus 9r, facere 3. lupus 10. surdus. 

facere s. agere 3. alter 1. 2. dicere 6. dubitare, 626. 

1) Gell. 3, 3, 8 Ex qua (aus dem Plautinischen Stücke 
^fretwnC) duo hos versus exscripsimus , ut historiam quaereremus 
oraculi Ärretini: Nunc illud est, quod responsum Ärreti ludis 
magnis dicitur: Feribo, si non fecero, si faxo, vapulabo 
(Winter, Plaut, fab. deperd. fr. 61)**), in jedem Falle bin ich 
übel daran, ich mag thun, was ich will; ich bin, wie wir zu 
sagen pflegen, in der Zwickmühle. Ganz die gleiche Bedeutung 
hat der KaQiKog alvog bei Diogen. praef. (Paroemiogr. gr. 1 p. 179) 
von dem armen Fischer, der im Winter einen Polypen im Meere 
sah: El fiev inod^g tioXv fißi^act^fA» iit avxov^ ^lydxSan^ iccv ös 
f^^ Xdßfa zbv noXvTtoöaj reo Itfi^ xa rcatdC AitolSi (Simonid. 
fr. UBgk.). ' ' 627. 

2) Flaut. Aulul. 741 Factum ülud: fleri infeotum non 



*) Die richtige Erklärung des Sprichw. gab F. Bücheier im Rh. 
Mus. 36 p. 402 f. Für Corni haben die besseren Hss. cor vi, andere corni. 
Die Form Corni (geschützt durch Dionys. 6, 61 Kd^mv) verdient ohne 
Zweifel den Vorzug vor der ebenfalls von Bücheier vorgeschlagenen 
Gorani. Gemeint sind in jedem Falle die Einwohner der Stadt Cora. 

**) Früher wurde allgemein gelesen oraculi arietini und der 
Ausdruck bezogen auf das Orakel des luppiter Ammon. M. Hertz hat 
der handschriftlichen Lesart zu ihrem Rechte verhelfen (s. d. Anmerkg. 
z. d. St. in der gröfseren Ausg. und opusc. Gell. p. 63 iF.). Den Vers 
selbst stellt Hertz folge ndermafsen her: Nunc illud est, quom Aireti 
ludis magnis responsum datur, Fleckeisen: nunc illud est Ärretinis quod 
responsum ludis magnis dicitur. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 9 



130 facies — faei 

potest. Trucul. 720 Sfultus es, gut facta infecta facere 
verbis postulas. (Ter. Phorin. 1034 accusando fieri infectum non 
potest.) Arnob. adv. nat. 5, 39 Qtu>d enim factum, gestum est, 
infectum non potest fieri, Theognis 583 ^Aklic ra fikv nQoßißri%sv, 
i^TljavQv iöxi yevia^ai ^AQyd, Vgl. Aristot. eth. Nicom. 6, 2. 
^Geschehene Dinge lassen sich nicht ungeschehen machen' (Dü- 
ringsf. I n. 580). S. praeteritus. 628. 

3^ Petron 76 faottun, non fabnla, es ist Thatsache. 629. 

4) Ter. Andr. 248 facta transaota omnia. Donat: Pro- 
verhiale est in id negotii, de quo nihü super sit ad agendum. 630. 

5) Verg. Aen. 4, 190 facta atque infecta canehat, Servius: 
et est quasi proverbiale. Vgl. dignus. farL 

facies s. frons 2. 631. 

1) Flin. nat. hist. praefat. 4 Ferfricui faoiem (ich habe das 
Schamgefiihl abgelegt), nee tamen profeci. QuintiL 11, 3, 160 
perfricare fadem et quasi improham facere. Cic. Tusc. 3, 18, 41 
voluptatem, quam tu idem, cum os perfricuisti, soks dicere, 
Mart. 11, 27, 7 Äut cum perfricuit frontem posuitque pudorem. 
Senec. ep. 40, 13 si te pudere desierit: perfrices frontem oportet, 
et te ipsum non audias. nat. quaest. 4 praef. 9. Calvus bei Quin- 
tiL 9, 2, 25 und Isidor. orig. 2, 21, 32 Perfrica frontem et die te 
digniorem, qui praetor fieres, quam Catonem, Strabo 13 p. 603 
^E^Qfiv yccQ Kccl zovto TtXdaai TtccQaXQi'ijjcefiivovg zb (litaTtov. 
Athen. 5 p. 213C xqi'^ag tu fiixonTCOv. Durch Beiben des Gesichts 
will man die Schamröte gewissermafsen abstreifen oder doch 
verbergen. 632. 

2) Verg. Aen. 12, 891 Verte omnis tete in facies. Ps.- 
Serv. zu d. St.' ei est proverhialiter dictum. Verwandle dich 
in alle möglichen Gestalten (um . mir zu entgehen). S. Proteids. 

facnndia s. canis 3. 

faex. . 633. 

1) Die Hefe, als der zurückbleibende Niederschlag gilt als 
wertlos und ist deshalb Sinnbild des Niedrigen, Schmutzigen und 
Gemeinen.*) Daher entstanden Redensarten wie bei Lucrez 
5, 1141 Ees itaque ad summam faeoem turhasque redibat, der 
Staat kam auf die Hefen, d. h. herunter (Borchardt, d. sprichw. 
Redensarten n. 472) und Cic. Brut. 69, 244 Tu quidem de faece, 
inquit, hauris, du schöpfest aus der Hefe, d. h. du beschäftigst 
dich nur mit den schlechtesten und geringsten (Rednern). 634. 

2) Hör. carm. 3, 15, 16 poti . . . faece tenus codi, bis 
auf die Neige, carm. 1, 35, 26 diffugiimt cadis Cum faece 



*) Daher auch die 'Hefe des Volkes' Cic. ad Att. 1, 16, 11 sordew 
urbis et faecem. p. Flacco 8, 18 faex civitatis. Apoll. Sidon. carui. 
9, 232. — Cic. ad Att. 2, 1, 8 non tatnquam in Eomtäi faece. 



fala — fames 131 

siccatis amici.*) Baban. Maar, de universo 18, 1 sicut loqumtes 
etiam dicimus: usque ad faecem, cum volumus exprimere aUquid 
Ua exactum, ut nihil r dictum sit. Immerhin bat sieb diese er- 
weiterte Bedeutung wohl erst später entwickelt, da Horaz die 
Phrase nur im eigentlichen Sinne zu kennen scbeint. Doch 
gingen schon die Griechen voran: append. prov. 2, 43 initoxiov 
%ai xiiv xqvycc; ini x&v %al xa (tr^ X^^''^^ Xafißavovxoiv, Osge- 
^Qdxrjg. Macar. 7, 86 övvBxnoxiov iaxC aot kuI t^v xQvya: ort i^ 
ov (lovov x&v 'qdiüDv noivavstv^ &lXa nal x&v XvTtriQ&v. Apost. 
15, 66. Aristoph. Plut. 1085. *Bis auf die Hefen austrinken/ 

fala. 635. 

Plaut. Most. 357 isti, gui hastis triiiin ntunmonim oausa 
subeunt sub falas, von Leuten, die um geringen Gewinnes 
halber sich in grofse Gefahr begeben. Ob die Metaphel* wirklich 
sprich^rtlich war? 

falCO. 686. 

Apoll. Sidon. ep. 5, 5, 2 ut modo mihi post ferulas Iccticnis 
Maronianae . . . quasi de halario vetere novus faloo pro- 
rumpas, dich plötzlich verwandelst, ein ganz anderer werdest. 
Die La. halario ist unsicher, die Überlieferung lautet harilao oder 
Mario. 

Falemum s. Hymettus 2. 

fallaeia s. fucus. 637. 

Ter. Andr. 778 Fallaeia Alia aliam trudit. Donat: Pro- 
verhium, cui suhiacet memorem mendacem esse oportere. Schneider 
(de proverb. Plaut, et Terent. p. 24) vergleicht Greg. Cypr. 3, 86 
^ßQig SßQtv hMXB ncti il^oyog ^oyov. ^£ine Lüge schleppt zehn 
andere nach sich' (Düringsf. I n. 376). 

fallere s. latere* 

fama s. mimu^s, 638. 

Symmach. ep. 3, 45, 1 Vera res est, famam esse velooem. 
Vgl. Verg. Aen. 4, 174 Fama, mälum qua non aliud velocius ullum, 
Au8on. grat. act. 18. *Ein bös' Gerücht hat guten Wind, fleugt 
wie ein Adler gar geschwind' (Wander I p. 1577). 

fames s. aurum 5. 639. 

1) Cic. de fin. 2, 28, 90 idque Socratem, qui voluptatem 
mdlo loco numerat, audio dicentem, oibi oondimentum esse 
famem, potionis sitim, ^Hunger ist der beste Koch' (Düringsf. I 
n. 774). S. Xenopb. Memor. 1, 3, 5 &(Sxe xiiv i'jti^v^Uiv xov aixov 
(y^ov «VT© üvcti, Porphyr, de abstin. 3, 26 {2ko%Qaxifig) i'^ov xqo- 
<P% TÖ nsivfjv Ikeysv, Athen. 4 p. 157 E. Ahnlich Anacharses 



*) Der ganze Gedanke erinnert an das deutsche Sprichwort: 
'Freundschaft, die der Wein gemacht, wahrt, wie der Wein, nur eine 
Nacht' (Düringsf. I n. 511). Jes. Sir. 6, 10. Vgl. olla 1*. 

9* 



132 familiaiitas — fatuus 

bei Cic. Tusc. 5, 32, 90 pulpamentum fames. Vgl. 5, 34, 97. — 
Senec. ep. 119, 4 Nihil contemnit esuriens, Mem hungrigen 
Bauch schmeckt alles wohl' (Wander 11 p. 923). Hör. sat. 2, 2, 38 
leiunus raro stamachus vulgär ia tenmit Antiphanes fr. 293Kock 
(Mein. fr. com. I p. 569) '^Aitavd'^ 6 kt(ibg yXviUac icliiv aixoii tcouI 
^Hunger macht rohe Bohnen süfs.' Vgl. Senec. ep. 123, 2. 640. 

2) Senec. ep. 15, 9 admvtte istos, quos nova artifioia docuit 
fames. Plaut. Pers. 10 Magister artis ingenique largitor 
venter. Vgl. Phaedr. append. 20, 7 Ergo etiam stultis acuü in- 
genium fames, Macar. 7, 24 nokX&v 6 kifibg yiyvetai St- 
dccOKakog, 'Hunger ist Meister', 'Der Bauch lehrt alle Künste' u. a. 
(Düringsf. I n. 777). Vgl. egestas und paupertas. 

familiaritas. 64i. 

Augustin scal. Parad. 8 (Migne 40 col. 1001) Vulgare pro- 
verhium est, quod nimia familiaritas parit contemptum. 
'Zu grofse Vertraulichkeit erzeugt Verachtung' (Wander IV 
p. 1617). 

farl. 642. 

Catull 64, 405 Omnia fanda nefanda« Verg. Aen. 1, 543 
memores fandi atque nefandi. Cyprian ep. 55, 9 fanda atque in- 
fa/nda. Donat zu Ter. Bun. 1059 rechnet die Verbindung unter 
die sprichwörtlichen. Ähnlich Hör. ep. 1, 7, 72 dicenda tacenda 
locutus, Pers. 4, 5 dicenda tacendaque calles. — Ähnlich ist auch 
Verg. Aen. 4, 190 facta atque infecta cambat, und dazu Sei-v. 
Vgl. dignus, fas. 

farina. 643. 

Pers. 5, 115 cum fueris nostrae paulo ante farinae, 
während du noch eben von gleichem Stoffe warst wie wir. 'Wir 
sind alle aus demselben Teige', 'Er ist aus keinem anderen Teige 
wie wir,' 'Er will aus besserem Teige sein als ich' (Wander IV 
p. 1054). Ähnlich Petron 46 non es nostrae fasciae, du bist 
nicht unseres Standes. Vgl. den Gebrauch von nota (Sorte, Klasse) 
bei Petron 83. Senec. de benef. 3, 9. ep. 3, 24*), und grex (Ter. 
Ad. 362 Atque hercle hie de grege illo est). Macar. 8, 15 r^g av- 
rrjg TiSQaiislag: ircl toü b^olov %ci\ TtccQaTtXrjßCov.**) 

fas. 644. 

Donat zu Ter. Andr. 214 bezeichnet die Verbindung fas (et) 
nefas als sprichwörtlich. 8. fari, 

fascia s. farina. 

fateri s. tacere 3. 

fatuus s. rex 3. 



*) S. Schmalz, Z. f. G.-W. 1881 p. 139. 

**) Mart. 8, 16, 6 facis farinam ist sicher nicht sprichw. S. Friecl- 
länder z. d. St. 



fauces — fermentum 133 

fauces. 645. 

1) Plaut. Cas. ö, 3, 4 Omnibus modis occidi miscr: Ita mani- 
festo fauoibus teneor, das Messer sitzt mir an der Kehle. Cic. 
p. Cluent. 31, 84 Istam concüiationem gratiae Staienus . . . cum 
faiicihus premeretur, excogitavU, als ihm das Wasser an den 
Mund ging, in der höchsten Not. S. eulter, 646. 

[2) Ter. Heaut. 673 Crucior holum mihi tantum ereptom . . . 
e faucibuB. Cic. Catil. 2, 1, 2 hanc urhem, quam ex suis fau- 
cibus ereptam esse luget, dafs sie ihm aus dem Bacheu gerissen 
(wie einem wilden Tiere). 3, 1, 1. de dorn. 62, 132. p. Arch. 
poet. 9, 21 e toUus belli ore ac faucibus ereptam, Liv. 26, 2, 10 
Beneventum aliasque urbes velut e faucibus Hannibalis ereptas. 
Plin. paneg. 94 cum praedonis avidissimi faucibus eripuisti u. a.] 

fayilla s. flamma 6. 

fayus. 647. 

1) Patron 43 orevit, quicquid crevit, tamqnam favus, zu- 
sehends wie eine Honigwabe. Petron 76 quicquid ta/ngeham, 
crescebai tamquam favus. Wir sagen: wie ein Pilz. 648, 

2) TertuU. de coron. 14 quia et favos post fella giistavit. 
Dazu Dehler: Proverbii speciem habet, de eo vulgo dici solitum, qui 
toleratis adversis laetioribus tandem rebus potitur. Vgl. mel 3. 

fei s. favus 3. mel 3. 4. 

femina s. mMUer 2. 3. 

fennm s. cornu 2. 649. 

Cic. de orat. 2, 57, 233 quem cum Catulus nuper audisset, 
fenum alios aiebat esse oportere, die anderen müfsten Stroh 
fressen, d. h. seien Ochsen und Esel im Vergleich zu ihm, könnten 
sich verglasen lassen. Vgl. deits 5 Anm. 

feriae s. necessitas 3. funus. 650. 

Amob. adv. nat. 1, 13 e^ sine tQlis, ut dicitur, feriis» 
ohne Unterlafs. Ennod. p, 228, 16 Vog. et sine ullis feriis . . . 
invUat extraneos. 

fermentum. 65i. 

1) Plaut. Cas. 2, 5, 17 nunc in fermento tota est, ita turget 
mihi Mercat. 959 mea uxor propter iUam tota in fermento iacet, 
ist voll Zorn und Erbitterung, ist im Harnisch. (Der Sauerteig 
bewirkt Gärung.) ^ 662. 

2) Petron 76 hoc fuit pecuUi mei fermentum, das war 
die Ursache meines sich immer mehrenden Reichtums. Dem An- 
scheine nach ist das eine vulgäre Redensart. 



fenestra. 

Ter. Heaut. 481 QtMntam fenestram ad nequitiem patefeceris, 
Sueton Tib. 28 si hanc fenestram aperueritis sind m. E. blofse Meta- 
phern wie fores aperire. 



134 ferre — ferrum 

ferre. 653. 

1) Ter. Phorm. 138 Quod fors feret feremus aequo animo. 
Plaut. Aulul. 88 quod di dant, fero, Append. prov. 4, 9§ ro 
g>iQov in &BOV 7iccX&g q)iQsiv xqrj (= Soph. Oedip. Col. 1694). 
Theognis 591 f. Cic. p. Sest 68, 143. 654. 

2) Verg. Aen. 5, 710 superanda omnis fortuna ferendo 
est. Hör. carm. 1, 24, 19 levius fit patientia, Quicquid cor- 
rigere est nefas. Publil. Syr. 176 Feras, non oiilpes, qnod 
mutari non potest. 370 Mutare quod non possis, ut natum 
est feras. 434. Ov. am. 1, 2, 10 leve fit, quod hme fertur, onus. 
Manil. 4, 22 Sors est sua cuique ferenda. Senec. ep. 107, 9 Opti- 
mum estpati, quod emendare non possis. — Ps.-Sen. de mor.6 
Lihenter feras, quod necesse est; dolor patientia vinätur. 
Varro sent. ö Duplex est malum, cum quod necesse est, moleste 
ferimus. Sext. Pythag. sent. 111 Fer, quod necesse est. Vgl 
Publil. Syr. 589 Stulti timent fortunam, sapientes ferunt. Menander 
fr. 205Kock (Mein. fr. com. 4 p. 127) rd y anh r^g tvxrig tpi- 
QBiv öet xbv eiyevT]. Antiphanes fr. 281 Kock. Alexis fr. 2ö2Kock 
bei Stob. flor. 108, 52 21og>o^ yciQ avÖQog zag tvxag dg^&g q)iQSiv. 
Eurip. fr. 505 N. Plut. consol. ad Apoll. 1 xcrJ nagaKuXeiv &v&qo)- 
Ttlvag q>iQBi,v zb avfißeßrixog. Sophocl. fr, 296 N. fr. com. 
adesp. 228 Eock. ^Was du nicht ändern kannst, das nimm ge- 
duldig hin' (Düringsf. I n. 550). *Was du nicht kannst wenden, 
das leidf und thu's nicht schänden' (Körte n. 8118). ^Was du 
nicht kannst meiden, das sollst du willig leiden' (Eörte n. 8119).'*') 

ferrum s. adamas 1. flamma 1. ignis 1. mus 3. 656. 

1) Prop. 1, 16, 30 Sit licet et ferro durior et chalybe. Tib. 
1, 10, 59 A, lapis est ferrumque. Ov. met. 14, 712 Durior d 
ferro, hart wie Eisen, ex Pont. 4, 10, 3 Ecquos tu silices, ecquod 
. . . ferrum Duritiae confers . . . meae? Vgl. Plin. ep. 2, 3, 7 
saxeus ferreusque es. luven. 1, 31. 7, 150. Apoll. Sidon. ep. 
5, 7, 4. Senec. ep. 5.6, 3 te, inquit, ferrewm et surd/um. Vgl. 
Cic. de amic. 13, 48 qui virtutem duram et qua>si ferream esse 
quandam voUmf. Aeschyl. Prometh. 242 Ilidi]Q6q)Q(ov ts xo;x 
itixqag el^yaöiiivog. Eurip. Med. 1279 &g &q^ riiS&ce uÜTQog ^ 
öldaQog. S. Zingerle, Ovid und seine Vorläufer I p. 43 f. Vgl. 
adamas 1 und saxum. 656. 

2) Prop. 2, 25, 15 Teritur ruhigine mucro. Ov. ex Pont. 
1, 1, 71 Boditur et scäbra positum ruhigine ferrum . . . Siß 
mea perpetuos curarum pectora morsus ... hahenU Senec. 



*) Vgl. auch Cleanthes bei Senec. ep. 107, 11 Ducunt volen- 
tem fata, nolentem trahunt. (Verg. Aen. 6, 709 Quo fata traJiunt, 
retrcähuntque, sequamur.) Anthol. Pal. 10, 73. 'Not fördert den Willigen, 
den Unwilligen zieht sie beim Haar' (Körte n. 6766). 



ferula — figere 135 

rhet. controv. 2, 2, 8 ferrum situ carpüur et rubiginem ducit, 
desidia dedocet. Curt. 7, 8, 15 ferrum rubigo oonsnmit. Hie- 
ron, ep. 98, 19 aes guoque ac ferrum rubigo consumit. — Ov. art. 
am. 3, 91 Conteritur ferrum, süices termanl/ur ab um. ^Rost 
frifst das Eisen', d. h. langsame, aber dauernde Einwirkung 
kann die schwersten Dinge verriciiten. ^Der Rost frifst das Eisen 
und die Sorge den Menschen' (Wander III p. 1740). Vgl. 
gutta 2. 667. 

3) Senec. apoc. 9 Hercules enim, qui videret, ferrum suum 
in igne esse, dafs seine Sache jetzt verhandelt werde (= mea 
res agitur), 

fernla s. räiarius. 658. 

luven. 1, 15 Et nos ergo manum ferulae subduximus, 

auch ich bin in die Schule gegangen. Der Ausdruck scheint 
erst im Anschlufs an Juvenal beliebt geworden zu sein: Macrob. 
sat. 3, 10, 2 Et nos, inquit, manum ferulae äliguando subduximus. 
Hieron. ep. 50, 5 Et nos didicimus litteras, et nos saepe mavmm 
ferulae subtraximus. ep. 57, 12 et saepe manum ferulae svib- 
dtiximus. adv. Ruf. 1, 17 (col. 473 Vall.) ferulae manum sub- 
irahere. Apoll. Sidon. ep. 2, 10, 1 propter quam nos quoque sub- 
duximus ferulae manum, VgL ep. 5, 5, 2 post ferulas lectionis 
Maronianae, nachdem du bei Vergil in die Lehre gegangen. 
Prudent. praef. 7 Äetas prima crepantibus Flevit sub ferulis. 
Athen. 13 p. 571 A itXriyag Aa/Sgrv analaidi %6Qaiv ^6v ye. ^Er ist 
auch einmal durch die Schule gelaufen' (Körte n. 6789*). Vgl. 
auch Hör. a. p. 415 dididt prius 'extimuitque magistrum. 

fletuS.. 659. 

Plaut. Asin. 174 neque fiotum . . . neque pictum necpie 
scriptum. (Cic. ad famil. 5, 12, 7 neque pictam neque fictam 
imaginem.^ Senec. apöcol. 9 Qui . . . deus factus fiotum pictusve 
erü. Lactant. instit. 2, 9, 5 pictas effictasve. 2, 6, 28. Die 
reimende Verbindung war, schon nach den Autoren zu schliefsen, 
die sie brauchen, volkstümlich. (S. Wölfflin, Der Reim im Latein. 
Archiv 1, 383.) V^. Aristoph. Eccles. 577 ^iiqre deÖQa^iva fiT^re 
iiQrifiiva TCQOtsQov und die Anekdote bei Macrob. 2, 2, 10. 

ffdelia s. paries 1. 
fldes s. gracutus. 

fldes s. Ätticus 2. graecus 3. ignis 2. mulier 3. Punicus 1. 
regnum 1. res 2.*) 
flgere s. clavus 1. 



*) Liv. 22, 22, 14 habita fldes ipsa plerumque obligat fidem, 
ist die Quelle unseres Sprichwortes: 'Vertrauen erweckt Vertrauen' 
(8. Büchmann, Geflügelte W.^^ p. 326 f.). 



136 figulus — fisiula 

flgttlUS. 660. 

Tertnll. ady. nai. 1, 19 Sic ügaluB flgulo, faber fabro in- 
videt. Hesiod. opp. 25 Kai %£Qafi€vg xsQa^Bt KOTseij aal 
rixtovi tinxcDVj Kai Tcxtoxbg 7ttG)%m g)&ovi6i xori aotdbg aotda. 
Aristot. rhet. 2, 4. 2, 10. 'Ein Bettler (Töpfer) neidet den 
anderen' u. ä. bei Düringsf. II n. 170. 

flUx. 661. 

Hör. sat. 1, 3, 37 Negleotis urenda fliix innascitur agris, 
*Wer seinen Acker nicht baut, erntet Disteln' (Düringsf. I n. 8)*), 
d. h. wer seine Bildung vernachlässigt, aus d«m wird nichts. 

fllum s. Minerva 2. 662. 

Ennius bei Macrob. 1, 4, 18 Hoc noctu filo pendebit 
Etruria tota (p. 25 Vahl. n. 109Baehr.). Lucil. 16, 10 M. (Non. 
p. 235, 7) vis uno filo hosce haerere putares (n. 382Baehr.). 
Oy. ex Pont. 4, 3, 35 Otimia sunt haminum tenui pendentia 
filo. Et subito casu, quae valuere, ruu/nt, 'Unser Leben hängt an 
einem dünnen Faden'. Yaler. Max. 6, 4, 1 cum admodum tenui 
filo suspensa rei publicae sälus ex sodorum fide penderet, 
Amm. Marceil. 14, 5, 4 a cuius sälute velut filo pender e statum 
orhis terrarum fictis vocibus exclamdbant. Zenob. 3, 47ixTp*x^g 
KQEfiarai: inl r&v 6q>68qa KtvdvvBv6vt(ov, Apost. 3, 50. Sjnes. 
ep. 4 &7tb IsTcroü ipaai fUtov zb Sf]v rjQxi^ad'ai. ^Es hängt an 
einem (seidenen) Faden.' Bezüglich der Entstehung des Sprich- 
wortes ist es nicht nötig, an die Erzählung vom Damoklesschweii) 
(Cic. Tusc. 5; 21) zu denken, wofür auch die Bedeutung desselben 
nicht spricht.**) 

flmbria. 663. 

Eist, miscell. 26, 26 p. 601 Eyss. verum tamen ex fimbria 
textura manifesta iuxta proverhium, an dem Faden (der Troddel) 
erkennt man das Gewebe (man darf nicht erst das G^nze auflösen 
und prüfen). Es ist das griechische Sprichwort Ik rov KQaöni- 
öov zb Ttav ^g)aafia (Diogen. 5, 15. Apost. 6, 91 inl x&v osico 
[liqovg KaraXafißavovtoav xb olov). S. toga, ^Am Salende erkennt 
man das Tuch.' 

flnis s. prindpium 2. 

flscina s. porcus 4. 

flstula. 664. 

Dion. Cato 1, 27 Fistula duloe oanit, volucrem dum de- 
oipit aiioeps, d. h. traue dem Schmeichler nicht. *Wer Vögel 



*) Petron 45 Hermogenis filicem, von einem Mädchen, das 
nichts taugt. Zugleich Wortspiel mit filiam, 

**) Beiläufig sei bemerkt, dafs das 'Damoklesschwert' im Alter- 
tume zwar bekannt, aber noch nicht sprichwörtlich war. Die Stellen, 
auf die man sich beruft (Hör. carm. 3, 1, 17. Pers. S, 40. Boeth. con- 
sol philos. 3, 5) berichten nur von der Sache. 



flamma 137 

fangen will, mufs süfs pfeifen' (Körte 7954. 2524. Düringsf. 11 
n. 565). 

flamma s. aqua 1. ignls 6. mare 1. oleum 2. stipula. 665. 

[l) Die Belegstellen für die allitterierende Verbindung 
ferrum flamma (Feuer und Schwert) s. bei Wölfflin, Sitz.-Ber. 
d. Münch. Akad. 1^81 II p. 55 und 57. 666. 

2) Flaut. CurcuL 53 flamma famo est proxima. Fest, 
p. 309 M. Calidius in oratione in Qu. Gallium: Nonne vohis i(ur 
dices, scintillam) et fumus prosequi (et fumum flamma) 
viäetur? nach der Ergänzung 0. Müllers. Die gemeinhin in dieses 
Wort hineingelegte Bedeutung 'Schon die Berührung steckt an' 
ist entschieden zu eng gefafst; vielmehr ist der Sinn: Auf Rauch 
folgt Feuer, aus- einem kleinen Bauchwölkchen steigt alsbald ein 
wirklicher Brand empor (vgl. scintüla). Der Satz enthält aller- 
dings zugleich eine Mahnung, der Gefahr rechtzeitig aus dem 
Wege zu gehen. 'Erst Rauch, dann Feuer.'*) 667. 

3) Amm. Marcell. 14, 11, 12 prorsus ire tendebat de famo, 
ut proverhium loquitur vetus, ad flammam. 28, 1, 26 et 
iussus ad eins comitatum duci, de fumo, ut aiunt, in flammam 
. . . cecidit. Das Sprichwort ist aus dem Griechischen: Macar. 
7, 77 anoöov (psvycDv slg nüQ i^tniittmua, 8, 42 xov ndnvov 
(psvymv slg tb tiHq iviTteasv. Diogen. 8, 45. Lucian, Menipp. 4. 
^Den Rauch fliehen und ins Feuer fallen' (Körte n. 6171), d. h. aus 
dem Regen in die Traufe kommen. ^Wer dem Rauch entlaufen 
will, fait oft gar ins Feuer' (Wander 11 p. 1501). Vgl. car- 
honaria, 668. 

4) Cic. ad Att. 16, 7, 2 t«^ ... in flammam ipsam venirem. 
16, 15, 6 Yeniendum est igitur vel in ipsam flammam, mitten 
hinein in die Gefahr. Vgl. ignis 6. 669. 

5) Ter. Eun. 490 nam qui adsentari kuic animum induxeris, 
S flamma petere te oibnm posse arhitror, Donat: Nam anti- 
quum verhum est: Petere cibum e ßamma, von Leuten, die 
aus Habsucht oder Hunger und Not zu allem Schlimmen 
fähig sind. Vgl. Lucil. bei Non. p. 138, 21 (26, 21 M. n. 482 Baehr.) 
Mordicus petere aurum e caeno expediat, ec flamma cibum**) 
Was gemeint ist, ersieht man aus CatuU 59, 3 Vidistis ipso ra- 
pere de rogo cenam, wo die Frechheit einer gewissen Rufa 
gekennzeichnet werden soll, und TibuU 1, 5, 53 Ipsa fame stimu- 
hnte furens herbasque sepulcris Quaerat ei a saevis ossa re- 
licta lupis. Solche Leute hiefsen bustirapi (Plaut. Pseud. 361). 



*) Auch die allitterierende Verbindung ßamma fumusque war 
stehend. E. Wölfflm a. a. 0. p. 57 und 60. 

**) So stellt ßaehrena mit F. Dousa um statt des überlieferten: 
aurum e caeno eocpediat, ec flamma cibum. 



138 flare — flumen, fluvius 

Die Griechen hatten das Sprichwort &nb ' vekqo'O q)iQetv (&no 
aiaxQOTUQÖeiag) Aristot. rhet. 2, 6. S. o^ 4. 670. 

6) Cic. de orat. 2, 54, 222 Bicere aiunt Ennium, flam- 
mam a sapiente faoilias ore in ardente opprimi, quam bona 
diota teneat (p. 148 Vahl. v. 398 Bibb. trag.), es ist schwerer, einen 
gaten Gedanken (bei Späteren ein Geheimnis)*) bei sich zu be- 
halten, als Feuer im Monde. Petron fr. 28, 1 Nam citius 
flammas mortales ore tenebunt. Quam secreta tegant 
Symmach. ep. 1, 31 (25), 2 nam facüius est, ardentes favillas 
ore comprimere, quam luculenti operis servare secreium. 
Hieron. adv. Ruf. 3, 31 (col. 559 Val.) et flammas ore concepias 
tenere non poies. Ennod. p. 240, 15Vog. facilit^ est, ignem m 
pyras animatum lingua comprimere, quam silentium inter 
optata servare. Die Redensart, mag sie zuerst von Ennins ge- 
braucht, oder der Volkssprache entnommen und also älter sein, 
verdankt jedenfalls ihre Entstehung den Kunststücken der Gaukler 
und Feueresser, 671. 

7) Hieron. ep. 54, 2 Soiens et videns in flamxnam initto 
xnanum. adv. Ruf. 2, 32 (col. 526 Vall.) Sciens ergo et prudens 
in flammam mitto manum, ich gehe mit sehenden Angen und 
freiwillig in die Gefahr. Der Ausdruck geht auf die bekannte 
Erzählung von Muc. Scaevola zurück. Vgl. scire 2. 

flare. 672. 

Plaut. Most. 791 Simul flare sorbereque haud factu 
facile est, zwei ungleiche Dinge kann man nicht zugleich thun. 
^Niemand kann zugleich blasen und schlucken' (Düringsf. 11 
n. 742). 

flos s. faha 1. Hybla 2. 

flnctus s. simpulum. 673. 

Verg. Georg. 2, 108 Nosse, quot lonii veniant ad littora 
fluctus. Hart. 6, 34, 2 Oceani flnctus me numerare itfbes. 
Plato Theaet. p. 173 D ^naXlov aixov XiXri^sv r^ ot xf^g ^alaxfriq 
ksyofisvot %6sg. Macar. 5, 43 Kv^axa fiexQBii iitl x&v av(aq>el&g 
XL diaitqaxxo^evGiv. Theoer. 16, 60. Lucian Hermot. 84. 

flumen^ fluyius s. arx. silva 1. 674. 

l) Prop. 1, 9, 16 Insanus medio flumine quaeris aquam, 
du stehst mitten im Strome und siehst ihn nicht, d. h. du siehst 



floccus. 

Die Redensart (non) flocci facere (pendere, existumare) ist fast nur 
plautinisch (selten bei Terenz und Cicero). Die Stellen aus den Komikern 
sind gesammelt bei v. Wyfs, Sprichw. bei d. röm. Eom. p. 81 Anm. 



*) Bei Ennius selbst hatten die bona dicta, wie sich aus Cicero 
ergiebt, noch den Sinn yon ^heilsamen Lehren'. 



flnmen, fluvius 139 

« 
den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ov. trist. 5, 4, 10 nee 

pleno flumine cernit aquas. met. 9, 761 mediis sitiemus 

in undis,*) Pistron fr. 35, 5 Flumine vicino stultus sUit Vgl. 

^Uva 2. 675. 

2) Hör. ep. 1, 2, 42 Busticxui exspeotat, dum defluat 
amnis, wohl nach einer Fabel. Es ist thöricht zu warten und 
die Gelegenheit vorübergehen zu lassen, anstatt die Sache schnell 
und energisch anzugreifen.**) 676. 

3) Plaut. Curcul. 86 Quisnam istio fluvius est, quem 
non reoiplat mare? ^Alle Wasser laufen ins Meer' (Düringsf. I 
n. 17). Der Gedanke schon Pred. Salom. 1, 7. Bei Plaut. Poen: 
627 wird der Rat gegeben: Viam qui neseit, qua devenidt 
ad mare, Eum oportet amnem quaerere eomitem sihi. 677. 

4) Prop. 1, 15, ^ Multa prius vasto labentur flumina 
ponto, ^bis dahin (ehe das geschieht) läuft viel Wasser den 
Bhein (Main, den Berg) hiDunter'^(Düringsf. II n. 594. Borchardt, 
Sprichw. Redensarten n. 1083). So dürfte sich am leichtesten 
dieser vielbesprochene Vers erklären, dessen Überlieferung so oft 
angefochten ist. Verschieden davon ist 678. 

5) Hör. carm. 1, 29, 10 Quis neget arduis Fronos relabi 
posse rivos Montlbus et Tiber im reverti, dafs das Unmög- 
liche möglich werden könne. Porphyr, bezeichnet den Vers als 
7taQoi(itS>d€g. Ebenso Ov. trist. 1, 8, 1 In caput alta suum laben- 
tur ab aequore retro Flumina. Prop. 2, 15, 33 Fluminaque ad 
Caput incipient revoeare liquores, 3, 19, 6 Fluminaque ad fontis 
sint reditwra caput. Ov. her. 5, 30. ex Pont. 4, 5, 43. 4, 6, 45. 
auet. de dub. nom. 5 p. 579 K. Eedite sursum flumina/***) Die 
Quelle ist das griechische Sprichwort avco itotaii&v tsQ&v ^go- 
Qovai Ttayal (Eurip. Med. 410. Suppl. 520. Cic. ad Att. 15, 
4*, 1. Lucian apol. 1. Zenob. 2, 56). 679. 

6) Gurt. 7, 4, 13 führt als Sprichwort der Baktrier an 
altissima quaeque flumina minimo sono labi. Cato dist. 
4, 31 Quod flumen placidum est, forsan tatet altius unda. 
'StiUe Wasser sind tief (Düringsf. II n. 399). 680. 

7) Ov. art. am. 2, 181 nee vmcere possis Flumina, si 
contra, quam rapit unda, nates. rem. am. 121 Stultus ab 



*) Von Tantalus Ov. am. 2, 2, 43 Qua&rit aquas in aquis. 

**) Eock fr. com. gr. 1 p. 31 (Kratinos fr. 60) will das griechische 
Sprichwort vSco^ ^agaggesi (Zenob. 6, 24) zur Vergleichung heran- 
ziehen. Mir scheint die Erklärung des Zenobius »{tdTTStaL irci x&v £x 
navxhq i^yov inayyslXofisvoav natccnQci^ccßd'ca tö ngo'^e^fisvov) und Pho- 
tiuB {iTcl z&v inayysXXovToav nccvzl cd'ivBc anovddaeiv) wohl passend. 
'Die Zeit verfliefst', mit diesem Gedanken macht sich der £ifrige 
sofort mit aller Kraft ans Werk, 

***) A. Zingerle, Ovid und seine Vorgänger I p. 110 ff. 



140 focus — fons 

* 
obliquo qui cum descendere pos^it, Pugnai in adver sas ire na- 

tator aquas, Senec. ep. 122, 19 contra tUam (sc. naiuram) ni- 

tenttbus non alia vita est, quam contra aquam reinigantibus. 

Fronto p. 113, lONab. adverso, quod aiunt, flumine. luven. 

4,89 lUe igitur numquam direxit bracchia contra Torrentem, 

Sjmmach. ep. 3, 43, 2 non tibi adver so ntmc amne nitendum 

est. Augustin bei Hieron. ep. 110, 3 Cur itaque conor contra flu- 

minis tractum? Greg. Naz. ep. 63 (57) p. 819 D lö äs firi ßid- 

^ecd'at ^ovv notaiAOv Kai rj TcagotfiCa TtaiÖEvei, Schon Jes. Sirach 

4, 31 Strebe nicht wider den Strom. S. Borchardt, Die sprichw. 

Eedensarten n. 995. 681. 

8) Quintil. 8, 3, 76 quorum utrumque in iis est, quae me iu- 
vene ubique cantari solebant: Magnorum fluminuin navigabiles 
fontes Bxuit. Sinn etwa: Was ein Häkchen werden will, krümmt 
sich bald. Vgl. arhor, 

focus s. ara. 

folium. 682. 

1) Ov. am. 2, 16, 45 Verha puellarum foliis leviora caducis. 
heroid. 5, 109 Tu levior foliis. ex Pont. 4, 3, 33 Quolibet est 
folio et quavis incertior aura, unzuverlässig. — Cic. ad Att. 
8, 15, 2 qui ipsi aut pluma aut folio facilius moventur, un- 
selbständig (wie ein Schilfrohr). — Plaut. Mil. glor. 17 legiones 
diMavisti spiritu. Quasi ventus folia. Plaut, bei Serv. zu Yerg. 
Aen. 7, 715 dissipaho te tamquam folia farferi (fr. 63 Winter). 
Vgl. Apul. met. 1, 8 folia sunt artis et nugae merae. 683. 

2) Plaut. Men. 375 folia nunc oadunt . . . si triduom hoo 
hio erimus, tum arbores in te eadent, das ist erst der ge- 
linde Anfang, bald wird es schlimmer kommen. ^Nach den Blät- 
tern fallen die Bäume' (Körte 814. Wander I p. 394). Ebenso 
im Französischen. 684. 

3) Ov. am. 2, 10, 13 Quid folia arboribus . . . addis? S. 
süva 1. 

fons s. flumen 5. 8. 685. 

1) Ov. ex Pont. 3, 5, 18 Gratius ex ipso fönte bibentnr 
aquae. Mart. 9, 99, 9 Multum, crede mihi, refert, a fönte Mbatur 
Quae fluit, an pigro quae stupet unda lacu, *An der Quelle ist 
(schmeckt) das Wasser am besten' (Wander III p. 1438).*) Vgl. 
lacus. 686. 

2) Hieron. ep. 17, 2 si rivus tenuiter fluit, non est alvei 
culpa, sed fontis. ep. 48, 15 si turbidae et nebuhsae aquae 
fluunt, non est alvei culpa, sed fontis. ^ 



*) Auch unsere Wendung: 'an der Quelle schöpfen' ist schon im 
Lateinischen vorhanden: Cic. de orat. 2, 27, 117 rivulos consectari, fontes 
verum non videre. 



foris — fortuna 141 

3) Cic. ad Qu. fr. 3, 1, 11 Tibi quod rogas, guoniam [687. 
fontes iam sitiimt, si quid haheho spatii, scribam, da du, obwohl 
selbst Dichter» dir nicht zu helfen weifst. (Andere beziehen die 
Worte nur auf die im Eingange des Briefes erwähnte grofse 
Hitze.) Doch auch ad Att. 12, 5; 1 non ad Jttf/dtfai/ KQr^vtiv^ 
sed ad IIsiQrivfiv eum vmisse. 

foris s. domus Anm. 

forma s. dos, 688. 

1) Ov. art. am. 2, 113 Forma bontim fragile est. Sali. 
Catil. 1, 4 Nam divUianim et formae gloria fliixä atque fragilis 
est Senec. Phaedr. 773 res est forma fitgax. Prop. 2, 28, 57. 
Nemes. ecl. 4, 24 Donum forma hreve est Vgl. Theognis 985. 
Verg. ecl. 2, 17. Der Gedanke war wenigstens gelänfig. ^Schön- 
heit ve;rgeht' (Düringsf. 11 n. 327). 689. 

2) Ov. her. 15 (16), 288 ZAs est cum forma magna pudici- 
tiae. luven. 10, 297 Rara est adeo ooncordia formae Atque 
ptLdicitiae. ^Schönheit und Keuschheit sind selten bei einander' 
(Düringsf. H n. 326). 

formlca. 690. 

1) Kor. sat. 1, 1, 33 Parvola, nam exemplo est, magni for- 
mlos laboris. Verg. georg. 1, 186 mehiensAnopi formica senectae. 
luven. 6, 360 frigusque famemque Formica tandem quidam ex- 
pavere magistra, Non. p. 224, 31 Titinius Fullonibus: for- 
micae pol persimil est rusticus homo (v. 34Ribb.). Theoer. 
id. 17, 107 iivQfia%eg &sl fioyiovxeg, *Geh zur Ameise, du 
Fauler, und lerne von ihr' Sprichw. Salom. 6, 6. 691. 

2) Plaut. Men. 888 move formioinum graduml rühr 
deine Beine! (von Leuten, die nicht vorwärts kommen). — Bei 
Aristoph. Thesmoph. 100 heifsen fiv^ftijxcav ixQaTiol krumme 
Wege. 692. 

3) Plaut. Trin. 408 distrdhitur oito^ Quam si tu obioias 
formicis papaverem, so schnell, wie die Ameisen den Pfeffer 
beseitigen, d. i. sehr schnell. Ähnliche Aufgaben im Märchen, 
wo auch die Ameisen helfend eintreten. (Friedländer, Sitten- 
gesch. I* p. 487). — Plaut. Curcul. 576 Iam ego te faciam, ut 
hie formicae frustiUatim differant, ich werde dich klein 
kriegen. 

[formositas. 693. 

Ennod. p. 15, 35 Vog. ecce Comus (lacus) nulla se, ut aitmf, 
formositate iaotavit. Die Wendung formositate se iactare (sich 
mit seiner Schönheit brüsten) ist nicht eigentlich sprichwörtlich, 
sondern nur hier von Menschen übertragen.] 

fortis s. fortu/na 9. patria. 

fortona s. ars 5. ferre 1. 2. linea. mälum 1. 694. 

l) Cic. Philipp. 13, 5, 10 quis hoc nostrum non videt, quod 



142 fortuna 

Fortuna ipsa, quae dicitur caeoa, vidit? ^Das Glück ist blind.' 
Menand. fr. 417Eock (Mein. fr. com. 4 p. 195) Tvq)X6v ys kccI 
8v6ri]v6v icxiv 7] xv%7i, Menand. monost. 718 xvq)lov de xal 
övdxrivQv av^Qi&itoig xv%ri, Pacuv. beim auct. ad Herenn. 2, 23, 36 
Fortwnam insanam esse et caecam et brutam perhihent philo- 
sophi (v. 366 Ribb.). Cato dist. 4, 3 Noli Fortunam, quae non 
est, dicere caecam. — Cic. de amic. 15, 54 Non enün solnm 
ipsa fortuna oaeca est, sed eos etiam plerumque effieit 
caecosy quos oomplexa est, Mas Glück ist blind und macht 
blind' (Körte n. 2733. Wander I p. 1734). Ebenso sagten schon 
die Griechen: Menand. fr. 83 Kock (Mein. fr. com. gr. 4 p. 93) 
xvq)lbv 6 Ttkovxog Kai xv<pXovg xovg ifißXiitovxag slg iavxbv 8h- 
Kvvsi, Antiphanes fr. 259 Kock (Mein. fr. com. III p. 153) Jtdvxag 
ßkinovxag (6 TtXovxog) nagalaßcnv xvq)Xovg TCotsL (Macar. 8, 60). 
Fortune aveugle les siens aveugle. S. n. 13. — Andere Stellen, 
an welchen die Fortuna das Beiwort caeca hat, sind noch folgende: 
Senec. Phoen. 632. Phaedr. 980. Plin. n. h. 2, 22. Stat. silv. 2, 
^, 8. Amm. Marcell. 31, 8, 8.^ Apul. met. 7, 22. 8, 24. 11, 15. 
consol. ad Liviam 374. S. auch Lehrs, Popul. Aufs, aus d. Altert.^ 
p. 187. 695. 

2) Cic. in Pis. 10, 22 Fortunae rotam pertimescebat. Ti- 
buU 1, 5, 70 Versatur celeri Pors levis orbe rotae« Ov. trist. 
5, 8, 7 Nee metuis dubio Fortunae sfantis in orbe Numen? Auson. 
parent. 22, 13 (15, 24, 13 Seh.) Äut iam Fortunae sie se ver- 
tigo rotabat, Amm. Marcell. 26, 8, 13 quod quivis beatus versa 
rota Fortunae ante vesperum poiest esse miserrimus. 31, 1, 1 
Interea et Fortunae volucris rota, adver sa prosperis semper alter- 
nans, 'Das Glück auf einer Kugel steht,' *Das Glücksrad geht 
um' u. ä. bei Dtiringsf. I n. 611.*) 696. 

3) Publil. Syr. 189 Fortuna vitrea est; tum cum splendä 
frangitur, 'Glück und Glas, wie bald bricht das.' 697. 

4) Gurt. 7, 8, 25 Nostri (Scythae) sine pedibus dicuM esse 
Fortunam, quae manus et pinnas ta/ntum habet. Vgl. Hör. carm. 
3, 29, 53 f. 'Das Glück hat Flügel.' 698. 

5) Publil. Syr. 295 Levis est Fortuna: cito reposoit, quod 
dedit. Senec. Agam. 101 quicquid in altum Fortuna tulit, 
ruitura levat. Carm. de fig. 80 tu improba et amens, Fortuna, 
es, quos sublimas mox ipsa premendo. Vgl. Hör. carm. 1, 34, 12 ff. 
3, 29, 49 ff. Ov. trist. 3, 6, 41. ex Pont. 4, 3, 35 f. luven. 7, 
197 f. Amm. Marcell. 14, 11, 29 u. a. Plaut. Truc. 219 Äctu- 
tum fortunae solent mutarier. Nelei carm. bei Pest. p. 352 M. 



*) Stehende Epitheta der Fortuna sind: varia (Senec. Med. 287), 
volubilis (Ov. trist. 5, 8, 15. Plin. n. h. 2, 7, 22), fallax (Senec. Agam. 
68), levis (Ov. ex Pont. 4, 3, 31. Publil. Syr. 295. Senec. Oet. 452). 



fortona 143 

U^er fortunae commutantur hominibm. Eorip. Troad. 1204 ff. 
Menand. fr. 94 Kock (Mein. fr. com. 4 p. 96) Tb trjg xv%ifig yaq 
Qsv(ia furaTtCntst xajv. Aristid. 1, 778D. ndivta xavxa yaq Tv%ri 
öiSoßt mal jcaqaiQBixai naXiv (fr. com. adesp. 406 Kock). 
Eurip. fr. 304 N. Lucian Nigr. 20 u. a. ^Das Glück giebt un- 
beständig Gab\ nimmt jäbling auf und wieder ab.' ^Das Glück 
gleicht dem Balle, er steigt zum Falle' u. a. Wander I p. 1733. 699. 

6) Cic. parad. 5, 1, 34 cui quidem etiam^ quae vim masd- 
mam habere dicitur, Fortuna ipsa cedit. (Sali. Catil. 8, 1 sed 
profeäo Fortuna in omni re dominaiur. Caes? b. gall. 6, 30. 
b. civ. 3, 38 fortima, quae plurimum potest, cum in omnihus rebus, 
tum praecipue in hello.) Vgl. Plaut. Capt. 304 Fortuna humana 
fingit artatque, ut Uibet. Pbilemon fr. 111 Kock (Mein. fr. com. 4 
p. 39) chtavxcc vi%a nal fiexaaxQig>Bi xv%ri. Men, fr. 483 Kock xv^vi 
KvßsQva ndvxct. 700. 

7) Plaut. Pseud. 678 Centum doctum hominum consilia 
sola haec devincit dea Fortuna. Callisthenes beiCic. Tusc. 5, 
9,25 Vitam regit Fortuna, non sapientia, Publil. Syr. 192 
Fortnna ad hommem plus quam consilium valet. Liy. 44, 
40, 3 fortuna, quae plus consiliis humanis pollet. (Petron 
82 Non multum oportet consilio credere, quia suam habet Fortuna 
rationem. Gurt. 6, 6, 27 Haesitanti, quod ratio non potuit, Fo9'- 
iwna consilium subministravit.)*) Chaerem. fr. 2 p. 789 N. xvxri 
xä ^vv^xcav 7tQdyfiax\ ovk svßovXCa (= Menand. monost. 725). 
fr. com. adesp. 147 Kock rvf&firj yccQ oidiv iaxtv^ rj xv%ri öi nav. 
Biegen. Sinop. fr. 2 p. 809 N. ^ilio f!v%rig axalayfibv ^ tpQsv&v 
ni^ov (Men. monost. 240). *Ein Quentlein Glück ist besser als 
ein Pfand Weisheit' (Düringsf. I n. 212). 'Glück geht vor Ver- 
stand' (Düringsf. I n. 606). 'Glück geht über Witz' (Düringsf. I 
n. 606). 701. 

8) Cic. parad. 5, 1, 34 ut sapiens poeta dixit: suis ea 
(sc. fortuna) ouique fingitur moribus. Comel. Nep. Atticus 
11, 6 ut vere dictum videatur: Sui cuique mores, fingunt 
fortunam hominibus (Ribb. pall. ine. v. 75). ibid. 19, 1 sicut 
supra significavimus, suos cuique mores plerümque conciliare 
fortunam. Non. p. 526, 24 quia si prisca sententia philo- 
sophica accipit intellectum, quae ait: sui cuique mores fin- 
gunt (fortunam hominibus), omnipotens esse Fortuna desinit.**) 



♦) Daher auch die Formel bei Cic. ad Att. 14, 11, 1 haec For- 
tuna viderit, quoniam ratio non gubernat. 14, 13, 3 haec Fors 
viderit ea, quae talibus in rebus plus quam ratio potest. 6, 4, 1 Sed haec 
Fortima viderit, quoniam consüio non multum uti licet. (7, 14, 3 sed 
haec, ut fors tulerit.) 

**) Vgl. Senec. ep. 36, 6 In mores fortuna ius non habet: Ter. Ad. 
399 ut quisq'ue suom volt esse, ita est. Luc. Müller zu Non. a. a. 0. denkt 



1 44 fortuna 

— Plaut. Trin. 363 Nam sapitns quidem pol ipsus fingit 
fortunam sihi, — Ps.-Sall. de republ. 1, 1, 2 quod in carmini- 
hus Äppius ait, fäbrum esse suae quemgue fortunae.*) * Jeder 
ist seines Glückes Schmied' (Düringsf. I n. 824). Zur Metapher 
vgl. auch Plaut. Poen. 915 Proha materies data est, si prohum 
adhibes fäbrum. Zum Gedanken s. Menand. monost. 141. 702. 

9) Ennius bei Macrob. 6, 1, 62 Fortibus est fortuna viris 
dala (p. 39 Vahl. n. 172 Baehr.). Ter. Phorm. 203 fortes Por- 
tana adiuvat. Donat: naqoi^Un. Cic. Tusc. 2, 4, 11 Fortis enim 
non modo Foriwia adiuvat, ut est in vetere proverbio, sed 
multo magis ratio, de fin. 3, 4, 16 Sed Fortuna fortes, Verg. 
Aen. 10, 284 Äudentis Fortuna iuvat. (Liv. 1, 9, 3 quas sua 
virtus ac dii iuvent. 4, 37, 7 ergo fortuna ut saepe alias virtutem 
est secuta, 5, 19, 8 OmnUx ibi summa ratione consilioque aäa for- 
tima etiam, ut fit, secuta est,) Liv. 8, 29, 5 eventus docuü fortes 
Fortunam adiuvare, 34, 37, 4 fortes Fortunam adiuvare aiehant. 
Ov. fast. 2, 782 Viderit audentes Forsne deusne iuvet, met. 10, 586 
Äudentes deus ipse iuvat Senec. ep. 94, 28 Audentes Fortuna 
iuvat. (Med. 159 Forttma fortes metuit, ignavos premit.) Plin. 
ep. 6, 16, 11 fortes, inquit, Fortu/na iuvat Tacit. bist. 4, 17 
dei fortioribus adsunt. Claudian 42, 9 Jeep. Fors iuvat audaces, 
prisci**) sententia vatis. Coripp. loh. 6, 711 Audentem fors 
prima iuvat Lucan. Comment. Bern. p. 147, 2 üs. Äudentes For- 
tuna iuvat. — An Stelle der Fortuna tritt bei den Elegikeiii 
zuweilen die Venus: TibuU 1, 2, 16 Äudendum est: fortes ad- 
iuvat ipsa Venus, Ov. her. 18 (19), 159 auso Venus ipsa fa- 
vebit, art. am. 1, 608 audentem Forsque Venusqu^ iuvat. Das Sprich- 
wort war offenbar schon dem Plautus bekannt: Poen. 972 quin 
tu insistis fortiter? Äliqua Fortuna fuerit adiutrix tibi. — 
Griechische Parallelen bei Meuander bei Apost. 13, 36* oi roig 
id-vfiotg 7} vvxrj avlXa^ßdvet und fr. 572 Eock (Mein. fr. 
com. 4 p. 249) tok^ri ömaia Kai d'sbg avlkafißdvei. Aeseb. 
Pers. 743 ovav (Sitevöy rtg aitog, %& d'ebg öwccTtrsTat. Eurip. 
fr. 432 N. TüS yccQ novovvri Tcal d'sbg avXXafißdvsL Herod. 7, 7. 
fr. trag, adesp. 527 N. d^ebg de rotg &Qyovaiv oi naQlöratat 
(fr. 374 N.). 'Das Glück ist dem Kühnen hold' (Düringsf. I 
n. 605). 'Wagen gewinnt.' Vgl. deus 12. 703. 

10) Hör. sat. 2, 6, 49 Fortunae filius! omnes (damafU), 



an Menander oder Epicharm, die Form geht aber sicherlich auf einen 
römischen Dichter zurück. 

*) Teuffei, R. L.-G. § 90, 6 restituiert: fdb^r suae fortunae ünus 
quisque est ipsus, dagegen Baehrens fr. poet. B. p. 36 Est ümm quisque 
fdber ipse suae fortunae als Saturnier. 

**) Nicht Cei, wie noch Bachmann, Gefl. W." p. 236 citiert. Da- 
nach wird der Satz irrtümlich auf Simonides zurückgeführt. 



fonim 145 

ein G-lückskind ! Petron 43 plane Fortunae filius, Plin. n. h. 7, 43 
te ne alimmum quidem eius (sc. Forttmae) existumas, sed partum. 
Vgl. luven. 6, 605 ff. . 704. 

11) Hör. ep. 1, 12, 9 ut te Confestim liquidus Fortunae 
rivxLS inauret, das Glück schüttet sein Füllhorn über dich ans. 
Die Wendung könnte proverbiell sein. 705. 

12) Mart. 12, 10, 2 Fortuna niultis dat nimis, satis nuUi. 
Der Satz war vielleicht schon bei den Alten sprichwörtlich, 
wenigstens ist er es im Deutschen: ^Das Glück giebt vielen zu 
viel, aber niemandem genug' (Körte p. 2770. 7925. Wander I 
p. 1733). 706. 

13) Fublil. Syr. 173 Fortuna nimium quem fovet stul- 
tum facit. 612 Stultum facit Fortuna, quem vult perdere. 
Vgl. Vell. Paterc. 2, 118, 4 ita se res habet, ut plerumque muta- 
turus deus consilia corrumpat. Chilo bei Caecil. Balb. mon. 13, 3 
Fortu/na ut medkus igna/rus multos caeeat Der Gedanke ent- 
stammt dem Griechischen: fr. trag, adesp. 455 N. Stav ö^ S dal- 
fiov ävö^l 7C0Q<Svvfi xaxa, rbv vovv Ißk^tpe Ttgobtov^ co 
ßovkevsrat, Sophocl. Antig. 621 TiXstvbv lycog 7tiq>avxai T6 xaxov 
doxetv nox* iüd'Xbv Tmd^ B^ifisv orm q>Qivag &6bg äysi TtQbg axav. 
Lycurg. Leoer. 92. *Wem das Glück zu wohl will, den macht es 
zum Narren' (Körte n. 2741). *Wenn Gott einen strafen will, so 
nimmt er ihm den Verstand' (Düringsf. I n. 632). S. n. 1. 707. 

14) Plaut. Pers. 515 Kequiquam tibi Fortuna faoulam 
luerifica adlucere vult, du weifst den Wink des Glückes nicht 
zu benutzen (denn man mufs dem Glücke die Hand bieten). 
'Das Glück, es klopft bei manchem an. Der Narr läfst^s vor der 
Thüre stahn' (Körte n. 2751). 708. 

15) Publil. Syr. 183 Fortuna obesse nuUi contenta est 
semel, 'ein Unglück kommt selten allein' (Düringsf. 11 n. 512). 
Vgl. ma^m 1. 709. 

16) Cic. p. Rose. Amer. 20, 57 Ua vehementer caput affigent, 
ut "postea neminem alium, nisi fortunas vestras aoousare pos- 
ßitis, nach Halm 'sprich wörtlich von Leuten, welche Ursache 
haben, sich über ihr Schicksal zu beschweren', ^die durch ihre 
eigene Schuld fiis Unglück geraten sind'. Die sonstigen Belege 
über den Ausdruck fortunas accusare, conqueri und im Gegensatz 
dazu fortunas laudare s. bei Landgraf, de Cic. eloc. p. 18 und zu 
Cic. a. a. 0.*) 

forum. 710. 

1) Ter. Phorm. 79 Soistl uti foro, du weifst die Welt zu 



*) Cic.Tusc. 5, 14,40 rudentihus apta fortuna ist kein Sprich- 
wort, Bondern ein lakonischer Witz. 

Otto, Sprichwörter der Römrr. 10 



146 fossa — frenum 

nehmen und zu behandeln.*) Donat: et est vulgare prover- 
hium, Sensus hie est: Seist i, itiquit, quid facere te oporteret. Vgl. 
Querol. p. 18, 28 Peip. Si ioto vis uti foro, 'Er weifs, wo Barthel 
den Most holt' (Düringsf. II n. 666). 711. 

2) Mart. 12 praef. ä videor mihi in alieno foro litigare, 
ich fühle mich hier fremd, weifs weder aus noch ein (von dem- 
jenigen, der auf einem fremden Forum prozessiert, dessen Ge- 
bräuche er nicht kennt).**) Ähnlich Petron 1 et cum in forum 
venerint, putent se in alium terrarum orhem delaios, in 
eine andere Welt, wo sie sich nicht zu helfen wissen. Vgl. Plut. 
Sympos. 4, 4 p. 669 D a^aneq iv akka xivl %6(S^iü ysyovotoiv, 712. 

3) Plaut. Most. 1051 video rem vorti in meo foro, dafs 
ich in Gefahr bin. 

fossa s. cantherius 2. 

foyea s. lupus 7. 7i3. 

[Plaut. Pers. 595 paene in foveam deoidi. Cic. Philipp. 4, 
5, 12 helua, quae quoniam in foveam inddit, ohruaiur, Lactant. 
inst. 2, 8, 54 in ha/nc foveam decidit, Prudent. Psychom. 257 Sed 
cadit in foveam praeceps, er geht in die Falle, fällt in die Grube 
(von den Fallgruben, in denen man wilde Tiere fing. Gurt. 5, 
3, 19). Vgl. laqueus, rete.] 

fratemus. 7i4. 

CatuU 100, 3 hoc est, quod dicitur, illud Fratemnm vere 
dulce sodalitium, die wahrhaft brüderliche Gemeinschaft. Cic. 
ad Qu. fr. 1, 1, 3, 10 propter amorem in nos fraternum. 
(Sali. lug. 10, 5 Quis amicior', quam frater fratri?) Hör. ep. 1, 10,4 
Fraternis animis quicquid negat alter, et alter. 1, 3, 35 YMis' 
indigni fraternum rumpere foedus, Liv. 42, 16, 8 Concor dia fra- 
ter na. Valer. Flacc. 1, 163 fratemaque pectora iungens. Vgl. 
Diogen. 3, 29 &Ö£kg)bg avöql TtageCri: ow TtQOUfiritiov xovg oi- 
Tislovg» 

frenum. 7i5. 

Brutus bei Cic. ad fam. 11, 23, 2 Äi frenum momorderls, 
peream, si te omnes, . quot sunt, conantem loqui ferre poterunt. Cic. 
ad fam. 11, 24, 1 Sed ut mones, frenum momordi, ich knirschte 
in die Zügel, d. h. ich wies ihnen die Zähne, leistete Wider- 
stand, sperrte mich. Apoll. Sidon. ep. 9, 6, 2 veluti frenos momor- 
dit***) Vgl. Aeschyl. Prom. 1009 daxwv de atofiiov &g vfoJvy^S 
Ilmkog ßid^sc Ticil TCQog Tjvlag fia%€^. 

*) Anaxandr. fr. 4 Kock (Mein, fr com. gr. 3 p. 163) äyogä xf- 
XQrjvzaty was verglichen wird, hat einen ganz anderen Sinn (rei 
publicae administrandae participes fiunt), 

**) Vgl. Senec. de dem. 2, 7, 1 ego ut breviter tamqvtam in alieno 
iudicio dicam, 

***) Anders Stat. silv. 1, 2, 28 suhiit leges et frena niomordii I/^^ 
solutus amor. 



frigidus — frux 147 

frigidns s. calidus 2. * 716. 

[Plin. nat. h. 18, 319 ab eo die oraculum occurrit, firigi- 
dum (sc. vimtm) pioari pro nihilo duoentium, kalten Wein 
zu verpichen sei so gut wie nichts thun, sei verkehrt.] 

frons (fronäis) s. Silva 1. 2. 

frons s. fades 1. 717. 

1) Cic. ad Att. 14, 13 B, 1 Non enim solum ex oratione, sed 
etiam ex vultu et oculis et fronte, ut aiunt, mcum erga tc 
amorem perspicere potuisses, du hättest sie mir am Gesichte an- 
sehen können. Qu. Cic. de petit. consul. 11, 44 voltu ac fronte, 
qu<ze est animi ianua. Vgl. Cic. de orat. 3, 59, 221 imago animi 
vultus, indices ocuU, Ov. ex Pont. 3, 4, 27 vultus, certissima 
pignora mentis. Aristophan. Equ. 38. Petron 136 ex vultibus tarnen 
hominum mores colligo. 'Stirn und Augen sind die Dolmetscher 
des Herzens.' *Es steht mir an der Stirn geschrieben.' 718. 

2) Amob. adv. nat. 7, 41 nee diffitemur, inesse his quiddam, 
guod in prima positum, quemadmodum dicitur, fronte per- 
stringere awres possit. Vgl. Hieron. ep. 133, 5 (u. 11) prima 
fronte, auf den ersten Blick. Senec. rhet. controv. 10 praef. 16 
colores prima facie duros. 719. 

3) Plin. n. h. 18, 31 firontemque domini plus prodesse 
quam oecipitium non mentiuntur, Cato de agr. cult. 4 frons 
occipitio prior est, die Stirn des Herrn ist von gröfserem 
Werte, als der Hinterkopf, d. h. was der Herr selbst beauf- 
sichtigt, wird immer besser ausgeführt, als wenn er nicht selbst 
zusieht. S. oculus 12. 720. 

[4) Cic. ad Att. 1, 1, 1 Ut frontem f erlas, sunt, qui etiam 
Caesonium putent, um sich an die Stirn zu schlagen (in Unwillen 
über die Dummheit eines anderen).] 

frnctus s. litter ae 1.*) 

frugl. 721. 

Cic. Tusc. 4, 16, 36 numquam ita pcrvulgatum illud 
esset, ut iam proverbii locum ohtineret, homlnem frugi 
omnia recte fäcere. Zeno bei Diogen. Laert, vit. Zenon. 7, 128 
%civtox£ xy ii/v%5 XQTJtat oicy rsXaCa 6 (STtovdatog, Es ist 
ein stoischer Grundsatz, als welchen ihn auch Cic. selbst bezeichnet. 

frux 8. glans. 722. 

Cic. p. Cael. 12, 28 emersisse aliquando et se ad bonam 
frugem, ut dicitur, reeepissey gravesque homines atque illustres 
fuisse. Plaut. Trin. 118 Quin tu adulescentem, quem esse corrup- 
tum vides . . . restituis? quin ad frugem corrigis? 270 Gerta 

*) Apoll. Sidon. ep. 3,6,3 certe creher provincialium sermo 
est, annum bonum de magnis non tarn fructibus quam pote- 
statibus existünandum. Gute Behörden sind besser als gute Ernten. 
Ein Sprichwort ist der Satz nicht. 

10* 



148 fucus — - fulmentum 

res est, ad frugem adplicare animum (vgl. Bacch. 1085). 
Lamprid. Heliog. 15 müites . . . dixenmt, se parsuros esse Helio- 
gäbälo, si . , , ad honam frugem rediret, wenn er sein Leben 
besserte. Vgl. Gell. 13, 28, 2 ad honam frugem ducentia, Sym- 
macb. ep. 1, 7, 2. 

facns. 723. 

1) Ter. Eun. 589 faoum factum mülieri. Qu. Cic. de petit. 
cons. 9, 35 si eum, qui tibi promiserit, audieris fucum, ut di- 
citur, facere velU, dir blauen Dunst vormacben, dich täuschen 
will. Symraach. ep. 9, 115 (105) fucum faciant provtndälium 
oculis. Vgl. Plaut. Capt. 521. Hör. sat. 1, 2, 83. S. pulvis, 724. 

2) Cic. ad Att. 1, 1, 1 sine faoo et fallaciis maiorum more 
negatur, offen und unverhohlen (ungeschminkt). 

fagere s. casa 1. certus 1. dies 1. vmrs 4. 725. 

1) Petron 43 longe fagit, quisquis suos fagit. Ebenso 
lautete der Titel einer Satire Varros longe fugit, qui suos 
fugit (Riese p. 155). Wer die Seinen (seine Angehörigen) flieht, 
ist selbst verlassen. 726. 

2) TertuU. de fuga in persec. 10 Sed . . . graecum ver- 
siculum saecularis sententiae sihi adhihent: qni fagiebat, 
rnrBUs proeliabitur. Der Vers lautet &vriQ 6 q>Bvy(ov wn niXiv 
fiaxr^aexuL (Menand. monost. 45). Mit demselben entschuldigte 
bekanntlich auch Demosthenes seine Flucht bei Chaeronea (Gell. 17, 
21, 31). Vgl. Tac. Germ. 6. ^Wer durch Fliehen sich mag retten, 
kann wieder vor die Lücke treten' (Wander I p. 1072). 

fullo 8. ulula. faber 1. 

fulmen. 727. 

1) Hör. carm. 2, 10, 11 feriunt^uß stunmos Fulgura 
montes. Senec. Agam. 96 Feriunt celsos fulmina colles. 
Phaedr. 1132. Cland. 3 (in Ruf. l), 22. Vgl. Lucr. 6,420. 'Das 
Wetter schlägt gern in die hohen Türme' (Düi'ingsf. I n. 740). 
Herod. 8, 10 Sqag rct iTtSQSxovta fc5a &q KEQavvöi 6 ^sog. Damit 
ist verwandt 728. 

2) Lucr. 5, 1131 invidia qu^niam oeu fulmine sxunma 
vaporant. Liv. 8, 31, 7 etiam invidiam, tamquam ignem, summa 
petere. 45, 35, 5 Intacta invidia media su/nt: ad summa ferme 
tendit. Ov. rem. am. 369 Summa petit livor, perflant aUissima 
venu, Summa petu/nt dextra fulmina missa lovis. Vell. Paterc. 2, 
40, 6 numquam eminentia invidia carent, 'Der Neid ist ein starker 
Wind, der nur die hohen Bäume umwirft, bei Stauden und Hecken 
streicht er vorüber.' *Neid frifst nichts Schlechtes.' 'Neidhart 
zeucht nur bei grofsen Herren ein' (Körte n. 5679). Vgl. invidia, 

fulmentum. 729. 

Non. p. 206, 24 fulmentum: ut est in proverhio veteri» 
quo Yarro utifur saepius: Fulmenta lectum scandiint (p. 239ß. 



fumus — fondus 149 

n. 586 B.). Tumebus erklärt: qtwd subesse dehet, praeesse vuU. In 
gleichem Sinne sagen deutsche Sprichwörter: ^Wenn die Stühle 
auf die Bänke steigen, so wird's nicht gut.' ^Man mufs nicht 
Stühle auf die Bänke setzen' (Körte n. 7242). 'Wo Weiber regieren, 
steigen die Stühle auf die Bänke' (Körte n. 8267). Luc. Müller: 
Das Pferd sitzt im Wagen, und der Herr zieht. 

fumus 8. flamma 2. 3. 730. 

1) Marl. 4, 5, 7 Vendere nee vanos drcum Pdlatia famos, 
zunächst wie hier von 'betrügerischer Mitteilung über den Kaiser 
und den Hof, mit welchen die angeblich genau unterrichteten 
eiuen Handel trieben' (Friedländer z. d. St. und Sittengesch. I^ 
p. 84). Lamprid. Alex. Sever. 23, 8 qui de eo fumum vendi- 
derat, . , , in crucem tolli iussU. 36, 2 fimio punüur, qui ven- 
didit fumum, Heliogab. 10, 3 omnia Heliogäbäli dicfa et facta 
V ender et fumis, Capitol. Anton. Fius 11 qui et ipsi numquam de 
eo . , , per fumum aliquid vendiderant. Später allgemein von 
leeren und trügerischen Versprechungen: Apul. apol. 60 homini 
rmtico fumum vendidit, führte ihn hinters Licht.*) Anthol. 
lat. 379, 61 (ed. Baehr.) mültis dicit se vendere fumum. Davon 
auch im Deutschen: Bauch feil tragen, verkaufen (Wander JII 
p. 1503). 731. 

2) Hör. ep. 1, 15, 38 omne Verterat in famum et cinerexn, 
er hatte alles in Rauch aufgehen lassen, d. h. durchgebracht. 

fnndus. 732. 

1) Cic. de off. 2, 15, 55 Omnvno memimsse debemu^ id, quod 
a nostris hominibus saeplssime usurpatum iam in proverbii 
consuetudinem venit, largitionem fondum non habere. 
^Schenken hat keinen Boden' (Körte n. 6625), d. h. durch thörichte 
Freigebigkeit erschöpft man auch den gröfsten Schatz. 733. 

2) Senec. ep. 1,.5 Nam, ut visum est maiorihus nostris: 
sera parsimonia in fondo est. Vgl. Fers. 2, 50 donec deceptus 
et exspes Nequiquam fundo suspiret nummus in imo. Hesiod opp. 369 
Setlii d' ivl Ttvd'fiivt g)Btd(&. ^Auf der Neige ist nicht gut 
sparen' (Düringsf. 11 n. 369). 734. 

3) Flaut. Asin. 874 Fiindiun alienuin arat, incidfum fami- 
liärem deserit, in obscönem Sinne: er giebt sich mit fremden 
Frauen ab und vernachlässigt die eigene. Ebenso schon Theognis 581 
^FqJ^alqm . . . avöqa xe fittQyov^^X)g r^v &lkoxQlriv ßovXsx^ uqov^ 

Qav &QOVV. 



*) Überhaupt bildet das helle, klare Feuer einen Gegensatz zu 
dem eitlen, leeren Dunste: Her. a. p. 143 Non fumum ex fulgore, 
sed ex fumo dare lucem Cogitat. Fers. 5, 20 dare pondus idonea 
(acil. pagina) fumo^ d, h. inani. Aristoph. Nub. 320 itsql %anvov atsvo- 
Xiaxstv, Enpolis fr. 51 (1 p. 270 Eock) "Kanvo^ig &%ocpulvBi xal Guidg. 



150 fangns — funis 

fan^s. 735. 

1) Plaut. Baccli. 821 tänti est, quanti est fongus puti- 
duSy er ist nicht mehr wert, als ein fauler Pilz. 736. 

2) Plaut. Bacch. 283 Adeone me fuisse fangxun, ut gui 
Uli credcremf so ein Dummkopf. Bacch. 1088 stolidi, faiui, fimgi 
^Er ist ein wahrer Schwanmi von einem Menschen' (Wander IV 
p. 416). 737. 

3) Plaut. Stich. 773 Satis esse noUs non magis hoc potis 
est, quam fongo iiuber, wir sind so unersättlich, wie ein Schwanmi. 
Von einem Trinker sagen wir: Er hat einen Schwamm im Magen 
(Körte n. 6822). 738. 

4) Lactant. inst. 7, 4, 3 putantqm homines in omnibus terris 
et agris tamqnam fangos esse generatos, seien allenthalben 
aufgeschossen wie die Pilze. 

faniculus s. duo 3 Anm. 

funis s. harena 5. 739. 

1) TertuU. adv. lud. 1 alternis vicihus contentioso föne 
uterque diem in vesperum trazerunt. adv. Marc. 4, 4 funis ergo 
ducendus est contentionis pari Jvmc inde nisu fluctuante. de 
pudic. 2 sed non deeet ultra . . . funem contentiosum alterno 
ductu in diversa distendere. de re^urr. cam. 34 Nolo contentioso 
fune ducere, ich will nicht streiten. Hieron. ep. 62, 2 si conten- 
tiomim i/nter se , . . fim^m duxerint. adv. Helvid. 1 4 (col. 220) con- 
tentiosum funem non träho. adv. Ruf. 3, 4 (col. 744 Vall.) in diver- 
sum . . . funem trahere, de perp. virg. b. Mar. 14 contentionum 
fu/nem non traho, Apost. 11, 62 fi£rog sQLÖog xox ni\v\ hCi t&v 
iQi^ovTODv nal öioctsivofisvmv. Der Ursprung geht augenscheinlich 
auf das sog. Seilziehen zurück.^) 740. 

2) Hör. carm. 3, 10, 9 Ingratam Veneri pone superhiam, Ne 
currente retro funis eat rota, damit nicht auf rollender Welle 
das Seil rückwärts gehe, d. h. damit es nicht etwa umgekehrt 
konmie (hier: damit du nicht, jetzt spröde und abweisend, später 
selbst dich um meine Gunst bewerben mufst). Der Gegensatz 
zwischen jetzt und später wird in diesem Vergleiche, dem allen 
Anscheine nach eine sprichwörtliche Redensart zu Grunde liegt, 
versinnbildet durch ein Seil, welches an einer Welle befestigt, 
bald aufwärts, bald abwärts geht (sursum versum),**) 



*) Auf der gleichen Anschauung beruht wohl auch Pers. 6, 118 
Quae dederam supra, relego funemque reduco, ich nehme das von 
mir Zugegebene wieder zurück, ändere meine Ansicht. Auch dieser 
Vergleich gilt für sprichwörtlich, ob mit Recht, bleibe dahingestellt 
(Vgl. 0. Jahn z. d. St.) 

**) Nichts berechtigt uns mit den Interpreten an eine Last zu 
denken, welche in die Höhe gewunden mittels eines Drehrades etwa 
infolge ihrer Schwere wieder in die Tiefe gleitet. Von einer solchen 



funus — furunculus 151 

3) Hör. ep. 2, 1, 210 Ille per extentum fanem mihi [741. 
posse videtTir ire. Porphyr, rem difficilem facere, Arrian Epiktet 
3, 12 MghoXov liSxi xofi xh iitl c%oivlov TtSQinatetv xal ov (lovov 
dvanoXoVy allic Tcal iityatvSvvov, 

fonns. 742. 

Placid. gloss. p. 45 Deuerl. fonns et ferias provcrhium est 
de morte dictum*), quoniam fwnere püblico feriae indicchantur, 

furca. furcilla. 743. 

Catull 105, 2 Musae forcillis praecipUem eieiunt, mit Ge- 
walt. Cic. ad Att. 16, 2, 4 Sed quoniam furcilla extrudimur, 
Brundisium cogito. Hör. ep. 1, 10, 24 Natur am expellas furca, 
tarnen usque recurret. Lucian Timon 12 xal fiovovovxl ötnQavoig 
6$€co'9'€t (IS rfig ohlctg. Aristophan. Fax 637 6i%qoiq imd-ovv 
xiiv Ocdv. Die Landleute suchten einbrechende wilde Tiere mit 
Gabeln (wir würden sagen: mit Heugabeln und Dreschflegeln) zu 
vertreiben. 

farere. 744. 

1) Petron 3 qui necesse häbent onm insanientibus farere« 
Hör. sat. 2, 3, 40 Insanos qui inter vereare insanus JiaberL 
Sjmphos. aenigm. 16 Insanos inter sanum non esse necesse esL 
Append. prov. 3, 87 ßBza voaovvxav iiaCvsc&aC g>aat KaXov. 
Theognis 313. Galen Bd. II p. 56, 18 &g 4} itaqoi^ula q>7iisl^ (lai- 
voiiivoig &vayKa(Sd'ivxBg0viifiavfivcci. Callias fr. 2 OEock (Clemens 
Alex. Strom. 6, 743) Mexa (latvofiivfov q)aclv xqfivaL (uclvecd^ai 
ndvxag ifioüag. *Mit den Wölfen mufs man heulen' (Düringsf. II 
n. 695). An das Sprichwort dachte wohl auch Cic. orat. 28, 99 
furere apud sanos et quasi inter sohrios hacchari vino- 
lentus videtur, 745. 

2) Cic. de orat. 3, 14, 55 non eos quidem oratores effeceri- 
mu8, sed fnrentibuB quaedam arma dederimus. Vgl. gladius 2. 

fnrnns. 746. 

Petron 72 sie oalet, tamquam famus, es glüht wie ein 
Backofen. Ähnlich Lucil. fr. 7, 23 M. n. 217 Baehr. (bei Non. 
V- bOB, 7) primum fulgit uti caldum ec fornacihu' ferrum. 

furor s. ira. 

furunculus s. sportula. 



Last ist nichts gesagt, sie würde auch eine schiefe Vorstellung er- 
wecken. Ebensowenig ist der Gedanke, die jetzt Gesuchte werde ver- 
schmäht werden, hier zn finden. Die oben gegebene Erklärung stützt 
sich auf den Zusammenhang, in den folgenden Versen heifst es: denn 
du bist keine keusche Penelope, sondern eine üppige Lydierin. Erst 
der Schlufs des Gedichtes enthält die Drohung, die Geliebte zu ver- 
lassen. 

*) So Deuerling, während überliefert ist morte dicit. Vielleicht 
richtiger de morte dicitur. 



152 Gaius — gallus 

G 

Gaius s. TUius. 

galeatns. 747. 

luven. 1, 169 galeatom sero duelli Faenitet. Schol. meta- 
phora: tarde paenitet indixisse bellum, cum iam pugna commissa 
Sit (die römischen Soldaten setzten sich den Helm erst beim Be- 
ginn des Kampfes auf). 

gallicns s. hruma. 

gällina (galllnacens). 748. 

1) Flin. a h^ praef. 24 ut vel laotis gallinaeei sperare possis 
in volumine hmtsium, Petron 38 lade gallinaceum, si quae- 
sieris, invenies, Hühnermilcb, d. h. etwas sehr Seltenes und des- 
halb Wertvolles. Diogen. Vat. 2, 15 ydXa dQvld'av: i^l v&v 
anavlav (Diogen. 9, 92). Eupolis fr. 379 Kock. Menand. fr. 936 
Eock (Mein. fr. com. 4 p. 300). Luc. de merced. cond. 13. Von 
einem, der Glück hat, sagen auch' wir, der Hahn lege ihm Eier, 
oder der Ochs kalbe ihm. 749. 

2) luven. 13, 141 quia tu gallinae fOins albae?, weil du 
ein so Seltener und Glücklicher (ein Sonntagskind) bist? Schol. 
proverbium vulgare. Zur Erklärung dient Colum. 8, 2, 7 vüen- 
tur (gallinae) albae, quae fere cum sint molles ac minus vivaces, 
tum ne fecundae quidem facüe repefrimdur. Überdies ist Weifs 
die Farbe des Glückes. Vgl. ^ueton Galba 1. 750. 

3) Plaut. Pseud. 29 obsecro hercle, häbent quas gallinae 
manus? Nam has (sc. litter as) quidem gallina soripsit, es ist 
als ob's die Hühner aufs Papier gescharrt hätten, es sind Krähen- 
füfse.*) 

Gallus. 751. 

Mart. 5, 1, 10 Et turmdus Galla orediiHtate fruar. Über 
die sprichwörtlich gewordene Leichtgläubigkeit der Gallier vgl. 
Caes. b. g. 4, 5. 6, 20. Strabo 4, 4} 2. 4, 6, 5. 

gallus. 752. 

1) Senec. apoc. 7 gallum in sterquilinio pliirimmn posse. 
*Der Hahn ist König auf seinem Miste' (Düringsf. I n. 668) 
d. i. jeder ist Herr in seinem Hause. 753. 

2) Plaut. Mil. glor. 689 priusquazn galli oantent, schon 
frühzeitig. Hör. sat. 1, 1, 10 Sub galli cantum, beim ersten 
Hahnenschrei. luven. 9, 107 Quod tarnen ad cantum galli facit 
Üle secundi, Proximus ante diem caupo seiet, Aristoph. eccles. 390 
Ovd' sl fia Jicc x6t ^k^eg^ Stb xb öevreQov ^AXsKTQvmv ifpd'iyysto. 



*) Ter. Phorm. 708 gallina cecinit, was nach Genthe (de pro- 
verb. ad animal. nat. spect. p. 4) heifsen soll non potest fieri, ist über- 
haupt nicht sprichwörtlich, sondern ein Prodigium. 



garum — gladius 153 

garum. 764. 

Arnob. adv. nat. 5, 44 addidistis, ut dicitur, garo gerem, 
cum deorum nomintbus appellavistis res iurpes, ihr habt zu Kost- 
barem Wertloses, Schlechtes zugefügt. S. ohsonmn, 

geln s. silex 4 Anm. 

genuinus s. dem 1. 

gerra«i. 756. 

Plaut. Poen. 135 Scitt4m est, per tempus si öbviam est v erb um 
vetus. Nam tuae blanditiae mihi sunt, quod dici solet, Qerrae 
germanae, die reinen Possen. Der Ausruf gerraef Possen! Thor- 
heit! auch bei Plaut, Epid. 233 (unecht). Asin. 600. Trin. 760. 
Merc. 928. Caecil. v. 191 Ribb. (Non. p. 118, 33). Auson. 
2ß, 1 Seh. misi itague ad te frivöla, gerris Siculis vaniora. 
Verfehlt sind die Erklärungsversuche der Alten: PauL-Fest. p. 94M. 
gerrae erat es vimineae, Äthenienses cum Syracusas obsiderent 
et crebro gerras poscerent, irridentes Siculi gerras clamUabant. 
(Vgl. Varro 1. lat. 7^ 56.) Dagegen Non. p. 118, 27 gerrae, nugae, 
meptiae; et sunt gerrae fascini, qui sie in Naxo, insula Veneris, 
ab incolis appeUantur und Append. prov. 1,72 yiQQa Nd^ta: 
riQQa SiKeXol kiyovCi xa avögeta Kai yvvaiTieia alSota, Hv öh 
iv T^ HtTuXiTi^ Nä^ca ri^iBvog ini&aXd<S0tov ^AtpqoSlxrig^ iv & [uyala 
aUoüc avixBito.*) 

gerres s. garum. 

glacies s. nix 2. 

gladiator. 766. 

Senec. ep. 22, 1 Vetus proverbium est, gladiatorem in 
harena oapere oonsilium'^*), der Geübte weifs sich mitten in 
der Gefahr zu helfen. Dagegen behauptet Publil. Syr. 625 Sero 
in periclis est consüium quaerere, was sich aber gegenseitig nicht 
ausschliefst. 

gladins s. ignis 4. mel 6. plumbeus. 767. 

1) Augustin ep. 104, 2, 7 (Migne 33 col. 391) unde Ulud 
proverbium: Neo puero gladitiiki, gieb dem Kinde das Messer 
nicht, denn es schneidet sich. Ambros. (Migne II col. 1612, 50) 
qtAod proverbialiter dicitwr: quasi puer machaeram. Das 
Wort kommt aus dem Griechischen: Diogen. 6, 46 fiii itaiöi 
fid%aiQccv: (iri roig &7CslQ0ig iy^etgstv (isydla ytQdyfAcctaj {lti TtcDg 
Tucd"^ iavT&v xQTiamvTai, ^Blanke Schwerter sind kein Kinder- 
scherz.' *Ein Schwert in Kindeshänden.' 768. 

2) Plaut. Trin. 129 Dedistine hoc facto ei gladium, qui se 



*) Über die richtige Etymologie des Wortes (zu garrire) s. S. Brandt, 
Jahrb. f. Philol. 1878 p. 365 ff. 

**) Die eigentliche Form war wohl metrisch: gladiator ^ipsey in 
harena comiliüm capit. 



154 glaeba — Glaacus 

occideret? hast du ihm damit eine Waffe in die Hand gegeben, 
damit er sich selbst töte? (von einem liederlichen Jünglinge, 
der Geld erhalten hat). — Publil. Syr. 157 Eripere telum, non 
dare irato deoet, ^Zornigen soll man das Schwert nehmen' 
(Körte n. 8956). Senec. de ira 1, 19, 8 Male irato ferrum 
committitur. Colomban 39 Eripe, si valeas, non suggere tela 
furenti, TertulL de fuga in persec. 1^ tu mihi videris . . . etiam 
venmum aut gladium mortem desideranti daturus. Vgl. Cic 
de off. 3, 25, 95 Si gladium quis ajpud te sana mente deposuerit, 
repetat insaniens, reddere peccatum sit, officium non reddere^ nach- 
geahmt von Ambros. de off. 1, 50, 253. Dio Cass. 52, 14 Tcatdl 
8ri tivi xai (latvoiiivo) '^cq>og iqiyei. Fr." philos. gr. ed. 
Mullach I p. 492 n. 92 Kai int6g>al£g xal ofioiov fiatvo(iiv(o 
öovvai fiixatQavj xai fiox^r^Qm övvafiiv, .^Ein Schermesser in 
eines Narren Hand.' 759. 

3) Ter. Ad. 958 Suo sibi gladio huno iugulo, diesen 
schlage ich mit seinem eigenen Schwerte (seinen Waffen). Cic. 
p. Caecin. 29, 82 Äut tuo, quemadmodum dicitur, gladio aut 
nostro defensio tua conficiatur necesse est, Lactant. inst. 3, 28, 20 
Quid igitur pugnes adversum eos homines, qui suo sihi gladio 
pereunt, Ambros. de oflic. 1, 4, 15 Quanto tölerahüius est älieno 
gladio, quam nostro perire. Publil. Syr. 66 Bis interimUm', 
qui suis armis perit (^Selbstverschuldet Unglück lastet schwer'). 
Vgl. Plaut. Amphitr. 327 Illic Jiomo a me sibi mal am rem ar- 
cessit iumento suo, ^Er wird mit dem eigenen Sehwerte ge- 
schlagen' (Wander IV p. 471). Vgl. telum, 760. 

[4) Plaut. Gas. 2, 5, 36 Necessum est, vorsis gladiis de- 
pugnarier, mit gegen einander gekehrten Schwertern, im offenen 
Kampfe. Doch dürfte dies schwerlich eine allgemein gebräuch- 
liche Metapher gewesen sein.] 

glaeba. 76i. 

Gic. Verr. 3, 18, 45 Glaebam commisisset in agro decumano 
Siciliae nemo, de leg. agr. 2, 30, 82 Vobis vero . . . glaeba ntdla 
de paternis atque avitis possessionibus relinquetur, keine Scholle 
d. h. gar nichts. Ähnlich Cic. ad Att. 7, 22, 1 pedem in Itgiia 
Video nuUum esse, qui non in isiius potestate sit, kein Fufs breit. 

glans s. mix 4. 762. 

Cic. orat. 9, 31 Qu>ae est autem in hominibus tanta perversitas, ui 
inventis finigibus glande vesoantur ist dem Anscheine nach eine 
Anspielung auf das griechische Sprichwort ciXig ÖQvog (inl r&v 
Ix (pavXoriQccg öialtrig iQ%Ofiivcov im ßeXtlova stQfitai fj ^aQoifila. 
Zenob. 2, 40). Vgl. Amob. adv. nat. 2, 66 quod inventis frugibu>s 
glandes spreverint 

glaueoma s. pulvis i. 
Gllaiicus s. chrysius. 



glis — Graecus 155 

gliS. 763. 

Laber. v. 4 Ribb. (Non. p. 119, 22) d iam Mc me optimus 
BomnuB premit Ut premitur glis*), ich schlafe wie eine Hasel- 
maus (ein Murmeltier). Vgl. Hart. 13, 59. 3, 58, 36. Auson. 
ephem. ö. 

glorla s. ars 3. invidia 1. 764. 

1) Cic. Tusc. 1, 45, 109 Etsi enim nihil habet in se gloria, 
Gwr expetatur, tarnen virtutem tamquam mnbra seqnitur (vgl. 
Brut. 81, 281 honos sit praemium virtutis). Senec. ep. 79, 13 
Gloria umhra virtutis est, etiam invitam comitäbitur. Hieron. 
ep. 108, 3 fugiendo . . . gfloriam merehatur, quae virtutem quasi 
umhra sequitur. epitapb. Paulae col. 175Vall. gloria virtutem quasi 
umbra sequitur. *Ehre ist der Tugend Schatten' (Körte n. 1231). 
La gloire est la r^compense de la vertu. 765. 

2) Liv. 22, 39, 19 gloriam qui spreverit, veram habebit 
(vgL 2, 47, 11 spreta in tempore gloria interdum cumuiaMor redit). 
Senec. de benef. 5, 1, 4 ut gloria fugientes magis sequitur. 
Hieran, ep. 108, 3. *Ehre folgt dem, der sie flieht, und flieht 
den, der sie jagt' (Dtiringsf. I n. 320).**) Vgl. auch Hieron. 
reg. monach. 24 (Migne 30 col. 389) ne gloriam ßigiendo quaeras 
(mirum in modum laus dum vitatur, appetitur), 

Gordins s. nodus. 

graculus s. aUenus 6. 766. 

Gell, praef. 19 Vetus adagium est, nihil cum fidibus 
graoiüo est, der Ungebildete versteht nichts von Künsten und 
Wissenschaften. 0. Ribb. com.^ coroll. p. XLIX denkt an Varros 
Satiren. Vgl. asinus 5 und sus 4. 

gradns. 767. 

[Cic. de offic. 1, 23, 80 Fortis vero animi et constantis est, non 
pertv/rbari in rebus asperis, nee tumultuantem de gradu deici, ut 
dicitur. Der Ausdruck, der Gladiatorenschule entlehnt, gehört 
der Umgangssprache an und ist nicht sprichwörtlich im eigent- 
lichen Sinne (vgL u. a. Cic. ad Att. 16, 15, 3. TertuU. de resurr, 
cam. 2).***) Ähnlich sagte man gradum conferre, figere, diri- 
geren, a. Vgl. noch Hieron. adv. Lucif. 4 (col. 173Vall.) in gra- 
dum rursum ac- lineas regredere.] 

Oraeeus s. calendae. 768. 

1) Cic. p. Flacc. 11, 24 hominibus levitate Graeois, cru- 
dditate barbaris, p. Ligar. 4, 11 mores . . . levium Graecorum aut 



*) L. Müller liest: etiam Mc me opimus somnus [premit J oppremit, 
Ut glis ... 

**) Die Parallelstellen zeigen, dafs der Zusatz vanam zu gloriam 
(so Muret, Madvig und Wölfflin) nicht nötig ist. 

***) Bes. TertuUian liebt Metaphern mit gradum. S. Gehler zu 
Scorpiace 8. 



156 granum — gutta 

immamum barbarorum, de prov. consnl. 7, 15 graecum hommetn 
et levem, Senec. rhet. controv. 1, 6, 12 valde levis ui Graeca 
sententia est, Lactant. instit. 3, 14, 7 guorum levUatem semper 
accusat. Lucian de merced. cond. 4 6v d^ '^Xkriv xal ^adiog 
TOV tqoTtov. 769. 

2) Hieron. ep. 38, 5 Si timica non canäuerü, steUim illud 
e trivio: Impostor et Graeous est, ein Grieche, d. h. ein Be- 
trüger, ep. 54, 5 übicumque vidermt Christianum , statm illud 
de trivio: 6 FQuinbg 6 im&irrig. Die griechische Form ist augen- 
scheinlich erst aus dem Lateinischen ühersetzt. Vgl. Liv. 42, 
47, 7 cälliditatis graecae. 770. 

3) Plaut. Asin. 199 graeoa mercamur fide. Auson. ep. 22,24 
mutuatus ad graecam fidem, ep. 10, 41 nobiscum invenies 
xat' ivavrUxj si libet uti, non TtQotKa (so Weil für das überlieferte 
poena)^ sed graeca fide, mit griechischem Kredit, d. h. gegen 
bare Bezahlung (afia dldov xal Xdfißavs Diogen. 2, 77 '^). Die 
Bedensart ist ein Beweis für das geringe Vertrauen, welches man 
den Griechen auch im Handelsverkehr zoUte. Vgl. pimictis 1. 771. 

4) Cic. orat. 30, 108 Nemo enim orator tarn mülta ne in 
graeco guidem otio scripsit. Vgl. de orat. 1, 6, 22 graecos 
homines non sölum ingenio et doctrina, sed etiam otio studioque 
abundantes. 3, 15, 57 doctissimi homines otio nimio et ingeniis 
uberrimis adfluentes, 3, 32, 131 otio diffluentes (Graeci), 

granum s. panis 2 Anm. 

gremium s. mulier 4. 

grex s. farina. Scabies, 

grus s. cycnus 2. 

gabernator. • ^ 772. 

Senec. ep. 85, 34 tranqnülo enim, ut aiunt , quilibet 
gubematoT est, in der Gefahr zeigt sich der Mann. ^Bei gutem 
Winde ist gut segeln' (Düringsf. 11 n. 662). 

gntta. 773. 

1) Plaut. Gas. 2^ 3, 31 8i cgo in os hodie vini guttam indidi, 
auch nur einen Tropfen Wein. • Most. 508 guttam haut häbeo 
sanguinis (vor Schreck). Pseud. 397 Quoi neque parata est 
gutta*) certi consilii Neque adeo argenii. (Lucr. 4, 1059 dul- 
cedinis in cor Süllavit gutta?)**) Aristoph. Pax 121 **Ev8ov 
S* aqyvQiov firiöh iltanag rj Ttdvv, Meuand. monost. 240 SiX(o 
xv%rig ötakayfibv ^ q>Qev&v %lJ^ov, 774. 

2) Lucr. 4; 1280 Nonne vides etiam gattas in saxa ca- 

*) Nach Bugge jedoch cic cum. 

**) Der Tropfen im Meere schon bei Cic. de fin. 3, 14, 45 tU in- 
terit in magnitudine maris Äegaei stiUa mellis. Fr. phil. gr. ed Mullach 1 
p. 491 n. 760. Vgl. Apost. 16, 62 IkaXayfibg otvov yLvqCoig %obv6iv 
vdazog oi) {liyvvxai u. dazu v. Leutsch. 



Qygea — habere 157 

denÜB Vmoiis longo in spatio pertxmdere saxa? 1, 313 Sti- 
licidi casus lapidem cavat. TibuU 1,4, 18 Longa, dies 
molli saxa peredit aqua, Prop. 2, 25, 15 teritur ruhigine 
mucro Ferreus et parvo saepe liquore sÜcx. 4, 5, 19 ceu hlanda 
pererrat Saaosamgue forat sedula gutta viam (doch ist hier die 
Lesart zweifelhaft). Oy. art. am. 1, 476 Dura tarnen molli 
saxa cavantur aqua, ex Pont. 1, 1, 70 Äeqi*orei scoptdos et 
cavat unda sälis, 2, 7, 40 Percussague crehro saxa cavantur aquis. 
4, 10, 5 Gutta cavat lapidem, consumiiur antüus usu, Sulpic. 
Luperc. bei Baehr. Anthol. lat. 118, 9 (P. L. M. 4 p. 107) Bed- 
dens scabrum cavat unda tofum, Apost. 15, 19 ^ccvlg ivdsXe- 
%ovßa xoiXaCvsi nitqav nebst der Note von Leutschs. Choe- 
rilus (Kinkel fr. epic. gr. 1 p. 271 fr. 10) nix^v xoilalvei §avlg 
Ucnog ivdeXexsl\i. 'Steter Tropfen höhlt den Stein' (Düringsf. II 
n. 480). Vgl, anulus, crebro, ferrum 2. 
Gyges 8. Croesus Anm. 

H 

habere s. avarus 1. immunis IIb, 

1) Liicil. im schol. luven. 3, 143 (lib. ine. fr. v. 23 M. 
n. 783 Baehr.) Quantum haheas, tantum ipse sies, tantique 
hahearis. Hör. sat. 1, 1, 62 quia tanti, quantum habeas, 8i_ 
(luven. 3, 143 Quantum quisque sua nummorum servet in^ar^, 
Tantum habet d fidei,) Petron 77 credite mihi, assem^aheas, 
assem valeas; hohes, habeberis. Apol. apol. 23 tanti revera 
estis, quantum Jioheti-s. Augustin de disc. Christ. 11, 12 (Migne 40 
col. 676) Unde et illud proverbiunt.*- Quanium habebis, 
tantus eris (*= 8, 9 col. 674). JöeV Vers eines griechischen 
Tragikers bei Senec. ep. 115, 14 lautet: Ubique tanti quisque, 
quantum häbuÜ, fuit Zum Gedanken vgl. Ov. am. 3, 8, 55. fast. 
1, 217 dat census honares, Plut. Ttsql q>doitkovalag 7 toaovtov 
v6(ii^s iSsavtov ü^iov^ oaov &v l%fig. Lucian Nigr. 20. Greg. 
Cypr. Mosqn. 5, 15 %^(icn:^ &viiQ^ 7t€vi%Qbg d' o^tcox^ ia&Xog 
(Alcaens). Pind. Isthm. 2, 17 xQ^fiax^ &vriQ. /Hast du was, so 
giltst du was.' *Jeder gilt, so viel er hat' (Körte n. 3937). 776. 

2) Plaut. Bud. 1321 Miserum istuc verbum et pessumum 
est ^habuisse et nihil habere'. Vgl. Ter. Heaut. 94 quid dixi? 
habere me? immo habui. ^Haben ist besser, als gehabt haben' 
(Simrock 4174). ^Habich ist besser als Hättich.' 777. 

3) Plaut. Most. 715 Hoc habet, das sitzt (aus der Gladia- 
torensprache). Bud. 1143. Ter. Andr. 82 certe captus est. Habet. 
(Verg. Aen. 12, 296. Senec. Agam. 901.) Senec. Herc. Oet. 1457. 
1472. 778. 

[4) Plaut. Merc. 987 habete vobis. Trin. 266 tuas res 



158 habitare — Hannibal 

tibi haheto (amor!), bleib mir gewogen (nach der bekannten 
Scheidungsformel). Stich. 615 haheas tibi. Ter. Andr. 649. 
889. Ad. 622. 997. — Plaut. Bacch. 502 habeat Cist. 2, 1, 17. 
Trucul. 874.] 

hal)itare. 779. 

Plin. n. h. 18, 31 Eum tarnen, qui bene habitet, saepins 
ventitare in agmm • . • non mentiuntur, Cato de agr. cult. 4 
ruh si rede häbitaveris, Ubentius et saepius venies. Da der Satz 
mit anderen Spriehwörtem angeführt wird, so scheint er es eben- 
falls zu sein. 

haedns s. caper 1. 78o. 

Catull 17, 15 pudla tenellulo delicatioY haedo. Ov. met. 
13, 791 tenero lasdvior haedo. Theoer. id. 11, 20 inahauQa ö' 
uQvog, S. caper 1. 

haerere s. aqua 12. lutum l. 3. 

halarins s. fcUco. 

hamus s. luptts 7. 78i. 

1) Plaut. Most. 1070 Non ego Uli extemplo hamum osten- 
dam, scnsim mittam linea/ni. Ov. art. am. 3, 425 Casus ubique 
valet, semper tibi pendeat hamus (Körte n. 108 ^Allezeit angel\ 
So hast du kein' Manger). — Plaut. Curcul. 431 Meus hie est, 
hamum vorat, er beifst an. Trucul. 42 interim iUe hamum 
vorat Hör. ep. 1, 7, 74 Occultum Visus decurrere pisds ad hamum 
(vgl. sat. 2, 5, 25). Lucian dial. mort. 6, 4 Toaoih:ov öikeaQ nata- 
nmv, 782. 

2) Mart. 6, 63, 5 ^Mtmera magna tarnen misit* Sed misit 
in hämo, er hat die Wurst nach der Speckseite geworfen. 5, 18, 7 
Imitaniur hamos dona. 4, 56, 5 Sic avidis fallax indulget piscWus 
Jifimus. ^Schenken heifst angeln' (Dtlringsf. 11 n. 306). Vgl. Plin. 
ep. 9, 30, 2 viscatis hamatisque muneribus non sua promere 
puto, sed aliena corripere, 783. 

3) Suet. Oct. 25 minima commoda non minimo sectantes dis- 
crimine simües aiebat esse (seil. Octavianus) atireo hämo piscan- 
tibxLs, cuius äbrupti damnum nuMa captura pensari posset, Freculf 2, 
1, 4 similis sit . . . aureo hämo piscantibtis, cuius äbrupti de- 
trimentum nullo capturae lucro pensari potest. *Mit goldenem 
Hamen fischen' (Wander II p. 290). 

Hannibal s. punicus 1. 784. 

1) Cic. ad Att. 7, 11, 1 ütrum de imperatore populi Bomani, 
an de Hannibale loquimur? von einem schlimmen Feinde. Philipp. 
13, 11, 25 nove Hannibal, Petron 101 aut quis nobiscum Han- 
nibal navigcU? Aurel. Vict. Caes. 37, 2 alter Hannibal. Vgl. 
Vell. Pat. 2, 18, 1 Mithridates, odio in Romanos Hannibal. 785. 

2) Cic. Philipp. 1, 5, 11 Hannibal, credo, erat ad portas, 
aut de Pyrrhi pace agebatur, der Staat schwebte in der äufsersten 



harena 159 

Gefahr! de fin. 4, 9, 22 si Hannihal ad portas venisset 
In der eigentlichen Bedeutung Liv. 21, 16, 2 vdut si tarn ad 
portas hostis esset. 23, 16, 1 cum Hannihal ad portas esset 
harena. 786. 

1) Verg. georg. 2, 106 Biscere, quam multae zephyro 
iurheniur harenae. Hör. carm. 1, 28, 1 Te maris et terrae 
numeroque carentis harenae Mensorem. Ov. art. am. 1, 254 
numero cedet harena meo. trist. 1, 5, 48. 4, 1 55 Megue tot ad- 
versis cmmüani, quot littus harenas . . . liahet 5, 1, 31 quot 
flavas Thybris harenas. metam. 11, 615 quot . . . eiectas littus ha- 
renas (seil, gerit), ' 14, 145 numeros ut ptdveris aequem. — Calpurn. 
ecl. 2, 73 tenues citius numerahis harenas, Amm. Marcell. 14, 
11, 34 harenarum numerum idem , . , et montium pondera scrutari 
putabit Boeth. consol. phil. 2, 2 v. 1 Si qua/ntas . . . Pontus hare- 
'nas*) Zenob. 1, 80 &(i(iov fisxqsiv. Hom. IL 9, ^85 ovd' et 
ftot roöa öolri o6a 'iffcifia^og xs Kovig rs. Der Vergleich findet sich 
bekanntlich schon Genesis 12, 17 und an zahlreichen anderen Stellen 
des Alten Testaments. Bei den Eömern war er zunächst nur der 
Dicbtersprache eigen. S. Africa 3. Vgl. arista 1. 787. 

2) Ov. trist. 5, 6, 43 Eis qui contentus non est, in littus 
harenas. In segetes spicas . . . fandat» eine überflüssige und nutz- 
lose Thätigkeit Vgl. mare 1. S. Düringsf. 11 n. 406. 788. 

3) Ov. am. 2, 19, 55 Ille polest vacno furari littore harenas, 
etwas Wertloses und Unbewachtes stehlen, etwas aufheben, was 
andere nicht mögen. 'Den Sand am Gestade stehlen' führt auch 
Körte (n. 6479) an. 789. 

4) Prop. 2, 11, 2 Laudet, qui sterili semina ponit humo, 
der airf Sand sät, d. h. nutzlose und erfolglose Arbeit unternimmt. 
Ov. her. 5, 115 quid hareüae semina mandas? Non profecturis 
lUtora hüims aras. 16(17), 139 Quid hibulum eurvo proscindere 
littus aratro . . . coner? trist. 5, 4, 48 Nee sinet üle tuos littus 
arare hoves. ex Pont. 4, 2, 16 Sed siccum sterili vomere littus 
aras. luven. 7, 48 temiique in pulvere sulcos Ducimus et litus sterili 
versamus aratro**) Vgl. Act. S. Sabin.. 2, 8 sedprorsus super ha- 
renam seminasti. Gleiche Bedeutung hat das griechische TtitQag 
(jjteLQeiv (Diogen. Vindob. 3, 71 ini r&v TtoXXcc na^ivovnov xccl 
(iriöev övva(iivaiv), Theognis 106 öTtslQeiv novxov &Xoq itoXifiq. 
Lucian amor. 20. fr. com. adesp. 380 Kock nBxqciq yetoqyBZv. Vgl. 
Düringsf. II n. 406. Bei den Römern wird das Sprichwort nur 
von Dichtem gebraucht. 

*) Über ähnliche Bilder zur Bezeichnung der Unzählbarkeit bes. 
bei Ovid s. Zingerle, Ovid in s. Verb, zu a. Vorgängern I p. 37flF. 

*•) Anders Verg. Aen. 4, 212 cui litus arandum. Auch die Nach- 
ahmung bei AuBOD. epist. 4, 4 Cultor harenarum vates? cui litus aran- 
dum hat keine sprichwörtliche Färbung. 



160 hariolus — hasta 

5) Columella 10 praef. 4 eadem tarn exigua sunt, ut, quod [790. 
aiunt Graeci, ex inoomprehensibili parvitate harenae fonis 
efüoi non poasit. Macar. 3, 97 i§ äfifiov 6%oiviov TcksKst-i 
iicl t&v &övvdx(ov. Aus dem Griechischen übersetzt Iren. adv. 
haeres. 1, 8, 1 et quod solet dici, de harena resticuHas neciere 
affectantes. 2, 10, 1 de harena resticulas nectentes. ^Seil ans Sand, 
wie hält das Band?' (Körte n. 6902). Vgl. Grimm, Kinder- u. 
Hausmärchen n. 112.*) 

hariolns s. usm 2. 

Harpocrates. 79i. 

Catull 74, 4 et patruum reddidit Harpocratem, er machte 
ihn stumm, lehrte ihn schweigen (nach dem Vorbilde des ägyp- 
tischen Gottes Harpokrates).**) Nachgeahmt und parodiert Anthol. 
lat. n. 159, 6E (= n. 346 Baehr. P. L. M. 4 p. 310) Jncepio 
puerum reddidit Harpocratem. Catull 102, 4 et factum me 
esse puta Harpocratem. 

harpyia. 792. 

[/^ Hör. sat. 2, 2, 40 Haipyis gula digna rapaoibus. Apoll. 

Sidon. ep. 5, 7,4 in exactionibus harpyiae (= rapaces), 

harnndo. 793. 

Plaut. Bacch. 51 perii, si harnndo alas verberat. Doch 

ist die Stelle kritisch sehr unsicher. Ritschi hielt sie für sprich- 
wörtlich. Über die Leimrute s. Zacher, Hermes 19 p. 432. 
0. Crusius, Hermes 21 p. 487. 

haruspex. 794. 

Cic. de divin. 2, 24, 51 Vetus auiem illud Catonis ad- 
modum sdtum est, gui mirari se aiehat, quod non rideret ha- 
ruspex, harospioem cum vidisset (Cat. rell. p. 109 Jord.). Die 
Art, wie der Gedanke auch de nat. deor. 1, 26, 71 angefUhrt und 
als bekannt vorausgesetzt wird (Mirahile videtur, quod non 
rideat haruspex, cum haruspicem viderit; hoc miräbilius, quod 
vos inter vos riswm tenere possitis) zeigt deutlich, dafs- das Wort 
Catos bei den Bömern ein geflügeltes geworden war. 

hasta s. fala, 795. 

Cic. p. Muren. 21, 45 iacet, diffidit, abieoit hastas, er hat 
die Büchse ins Korn geworfen. Vgl. Lucian lupp. trag. 41 di- 
öts yovv Tuxl imoxQifisi %cu öfikog ioxiv &no^^lilf(ov ti^v aaTtiöa***) 
S. scuium. 

*) Nichts weiter als eine witzige Bemerkung war es, wenn der 
Kaiser Caligala den PbiloBophen Seneca in Hinsicht auf seinen zer- 
hackten, zusammenhangslosen Stil hären am sinecalce nannte (Suet. 
Calig. 53). 

**) Varro 1. lat. 5, 57 Harpocrates digito significat, ut taceas. 
***) In der Rhetorik sind Metaphern mit hasta sehr belieht. So 
heifst es bei Cic. de orat. 2, 78, 316 von den ersten Angriffen des 
Redners prtmas iactare hastas. Ebenso hastas suhministrare, dem 



Hecale — Hercules 161 

Hecale. 796. 

Plaut. Cist. 1, 1, 50 Nam si guidem ita eris, ut völo, nrnn- 

quam aetate Hecale fies, d. h. arm und alt. Ov. rem. am. 747 
Cur nemo est, Hecälem . . . quae ce^erit? 

lieliotropia. 797. 

Mythogr. Vat. 3, 8, 9 heliotropla, quam praverhia sponsam 
BoliB a fäbula üla de Gyge Lydio conficta(m) dicunt. Gemeint ist 
das Märchen vom Zauberringe (Plato rep. p. 359 D. Cic. de off* 
3, 9. Plin. n. h. 33, 8). 

herl^a s. Sardonius, solstitialis. 798. 

1) Cato bei Gell. 13, 18 (17), 1 Ntmc ita aiunt, in sege- 
iibus, in herbis bona frumenta esse; nolüe ün nimiam spem habere 
(vgl. Plin. n. h, 18, 52. 0. Jahn zu Pers. 6, 26), im Kraute, noch 
nicht reif. Ov. her. 16 (17), 263 8ed mmium properas et adhuc 
iua messis in herba est, es steht noch in weitem Felde, du bist 
noch weit vom Ziele. Tacit. dial. 9 omms üla laus , . , velut in 
herba vel flore praec&pta (im ersten Keim) ad nuUam certam 
et solidam pervenit fn^em, Pronto p. 102 Nah. Vgl. Symmach. 
ep. 4, 20, 2 tuae res non in germine, sed in fruge smd. Cic. 
p. Cael. 76. 799. 

2) Paul.-Fest. p. 99 M. Herbam do cum ait Plautus (fr. 16 
V. 240 W.), significat: vicium me fateor quod est antiquae et 
pastorälis vitae indicium, nam gui in prato cursu av^ viribus con- 
tendebant, cum superati eranni, ex eo solo, in quo certamen erat, 
decerptam herbam adver sario tradebant Serv. zu Verg. Aen. 8, 128 
Une est ülud proverbium: herbam do L e, cedo victoriam, 
quod Varro in aetiis posuit. Afran. v. 145 Eibb. herbam det. 
Symmach. 3, 44, 2. 7, 61 (h, porrigere). Ebenso Mythogr. Vat. 
2, 119 und 3, 10, 6. Vgl. Plin. n. h. 22, 8. Non. p. 317. Pla- 
cid. gloss. p. 52 Deuerl. Vgl. manus 7. 

Hercules s. Augias, duo 1. persona 3. Pygmaeus, 800. 

1) Einen überaus starken Mann nannte man einen Herkules: 
Ov. ex Pont. 4, 13, 11 vires, quas Hercule dignas Novimus. 
Varro bei Plin. n. h. 7, 83. Theoer. id. 2, 8. Der Titel einer 



Redner Waffen geben (Gründe, um den Gegner zu bekämpfen): Cic. 
top. 17, 65. Quintil. inst. 12, 3, 4 (hier tela suhm.). Stehend ist hier 
auch der Ausdruck hastae amentatae (ßc. sententia^) kräftig wirkende 
Beweise: Cic. de orat. 1, 67, 242. Brut. 78, 271. Quintil. 9, 4, 9. 
Tertull. adv. Marc. 4, 32. Ambros. epist. 3, 3. Wenn auch Wölfflin 
(Sitznngsber. d. bayr. Akad. 1888 p. 208) aus dem Gebrauche des 
Wortes mit Recht auf das Alter dieser Ausdrücke schliefst (die hasta 
ward bekanntlich durch das pilum verdrängt), so genügt dies doch 
noch nicht, sie als sprichwörtlich anzusehen. Es waren eben alther- 
gebrachte Wendungen in der Sprache der Bhetoren, auf die sie that- 
Bächlich auch beschränkt geblieben sind,* weitere Verbreitung hatten 
sie nicht gefunden. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 11 



162 Hercules 

Satire Varros war aklog oixog 'HQontkrjg (p. 98 R.). Vgl. Zenob. 
5, 48. Diogen. 1, 63. Eine Anspielung darauf ist nach Oebler 
TertuU. adv. nat. 2, 10 tertius, quod aiunt, Hercules.'*^) 801. 

2) Prep. 2, 23, 7 Bernde ubi perMeris, quos dicit fama, 
labores HeroTüis. 2, 24, 34 non läbor Älcidae. Stat. silv. 1, 
2, 38 et si tibi luno labores HercuLeos (seil, daret). Nemes. Cyneg.32 
Herculeos velint semper numerare labores. — Plaut. Pera. 2 Su^pe- 
ravU aerumnis suis oerufMtas onmis HerculL Cic. de fin. 2, 
3ö, 118 vel HeraUis perpeti aerumnas. luven. 10, 360 cupiat mfiil 
et potiores Herculis aerumnas credat saevosque labores. Plaut. 
Epid. 178 0! Hercules ego fui, dum üla mecum fuUf Neque sexta 
aerwmia**)' acerbior Herculi . . . obiecta est. Men. 200 ab Hippölyta 
subcinguhim Hercules haud aeque magno umquam äbstülit periculo. 
Sind in den genannten Beispielen unter den labores Herculis die 
Leiden und Mühsale des Herkules verstanden, so werden sie doch 
daneben auch im anderen Sinne (schwere Arbeit, Anstrengung) ver- 
wendet: Varro in den Eumenides (bei Non. p. 528, 2) vel ad Her- 
culis athla athletae facti erant (p. 127 R. n. 162 B.). CatuU 55, 13 
te iam ferre Herculei labos est. Cic. de fin. 2, 35, 118 te tuamgue 
reticentiam sufferre paiique, his vero est unus ex duodecim Her- 
culis läboribus, Petron carm. 102, 2 (Baehr. P. L. M. 4 p. 99) 
Ipsi vix fuit HercuU ferendum, Stat. silv. 2, 1, 124 Herculeos 
annis aequUfe labores Coeperat assurgens. Symmach. ep. 9, 111 
inter labores censere Herculeos debeamus. — Vgl.Senec. apoc. 5 pu- 
tavit sibi tertium decimum läborem venisse (seil. Hercules). Hör. 
carm. 1, 3, 36 Perrupit Ächeronta Herculeus läbor, 802. 

3) Plaut Most. 984 is vel Herouli eonterere qnaestum 
possiet, er könnte alles bis aufs letzte Hemde durchbringen (^er 
würde eines Fuggers Gut verwüsten'). Dem Herkules wurde als 
dem Ttkovtodotrig der Zehnte eines grofsen Gewinnes geweiht (Fest, 
p. 237 M. Liv. 1, 7). Naev. v. 28 Ribb.^ Polluxi tibi iam publi- 
cando epulo Herculis Decumas. — Daher auch der Witz bei 
Plaut. Bacch. 665 Herculem fecit ex patre, er hat ihm nur 
den Zehnten gegeben. Vgl. Stich. 233 üt decumam partem indc 
HercuU poUuceam. Trucul. 562. 803. 

4) Senec. ep. 87, 38 Bonum animum habe, unus tibi nodus, 
sed HercTdaneus restaf, nur noch eine Schwierigkeit, allerdings 
eine grofse. Nach dem griechischen ^H^aKkeiov äfifia {inl vov 



*J Plaut* Stich. 223 Herculeo stdbunt prandio bezieht sich auf 
die bei den Griechen sprichwörtliche Gefräfsigkeit des Herkules. Vgl. 
Schol. zu Aristoph. Lysistr. 928 CHQaKlfjg ^svit^tai) und Aristoph. 
Vesp. 60 'HQCiTiXfjg t6 dstnvov i^ccnazmfisvog. Vgl. v. Wyfs, die Sprichw. 
bei den röm. Kern. p. 13. 

**) Der Kampf mit Hippolyte ist gemeint. S. v. Wyfs, die Sprichw. 
bei den röm. Kern. p. 12. 



hereditas — hiems 163 

ivvurov nal ia%vQov deaiiov Apost. 8, 64*). Über den nodus 
Hercul vgl. Fest. p. 63 M. Plin. n. h. 18, 63. 28, 63. Macrob. 
1, 19, 16. Vgl. nodus. 804. 

5) Als ein Ausspruch Vergils wird angeführt von Macrob. 
sat. 5,3, 16 cum tria haec ex aequo impossibilia putentur, vel 
lovi fulmen, vel Herouli olavam, vel versum Homero Bub- 
trahere. Donat vit. Verg. p. 66, öReiff. sed hoc ijpsum crimen 
(dafs er sich fremdes Eigentum angeeignet), sie defendere 0ssue- 
tum ait, cur non Uli quoque eadem furta temptarent? verum intel- 
kcturos, facilius esse, Herculi clavam, quam Homero versum 
suhripere. Cassiod. praefat. in Psalt. 1 (Migne 70 col. 1) Sed 
ut quidam de Homero ait: Tale est de eius sensu aliquid suhripere, 
quäle Herculi clavam de manu tollere. Ebenso erzählen Hieron. 
praef. hebr. quaest. in Genes. Bd. 3 col. 301 Vall. und Isidoiv' 
orig. 10, 44. Das Wort war sonach bis ins späteste AlteBbÄm 
sehr bekannt geblieben zur Bezeichnung einer sehr scl^wrerigen, 
fast unmöglichen Sache. ^Man würde dem Herkules eher die 
Keule, als ihm einen Pfennig entreifsen' (Wander ir p. 526 j. 805. 

6) Den Titel Hercules tuam fidem, den Varro über eine 
seiner Satiren setzte, hält Bücheier (im Index) flir sprichwörtlich. 

hereditas. * . 806. 

Plaut. Trin. 484 Cena hac annona est sine sacris hereditas. 
Capt. 775 Sine sacris hereditatem sum apfus effertissimam. 
Fest. p. 290 M. (Sine sacris hereditas) in proverhiö dici solet 
(cum aliquid ohvenerit) sin6 ulla incommodi appendicc. quod ölim 
Sacra non solum publica carissime administräbant , sed etiam pri- 
vata. relictus heres, sicut pecuniae, etiam sacrorum erat, ut ca 
diligentissime administrare esset necessarium. Vgl. Cic. de leg. 2, 19. 
Plaut. Stich. 384 optigit mi hereditas, ein grofses Glück. Tru- 
cul. 3?4 si qua mihi obiigerit hereditas. 

heres. * so?. 

Publil. Syr. 221 Heredis fletus sub persona risus est. 
^Der Erben Weinen ist heimliches Lachen' (Simrock 2098). 
Varron. sent. 11 Sic flet heres, ut puella viro nupta: utriusque 
fletus non apparcns est risus. 

herma s. Mercurius, 808. 

luven. 8, 52 at tu Nil nisi Cecropides truncoque simillimus 
hermae. Apoll. Sidon. ep. 4, 12, 3 illum ipsum hermam stoli- 
dissimum. Die Herme gilt, wie der Stein überhaupt, als Bild 
stupider Unthätigkeit. Vgl. lapis 2. statua. 

[hetta. ^ 809. 

Fest. -Paul. p. 99 M. Hetfa res minimi pretii . . . ami dicimus: 
non bettae te.facio.] 

hiems s. bruma. 

11* 



,<r 



164 HippoljtuB — homicida 

Hlppolytns. 8io. 

Prop. 4, 5, 5 Bocia vel Eippolytum Veneri moUire negantem. 
Mart. 8, 46, 2 oastior Hippolyto. Ov. am. 2, 4, 32 Illic Eippo- 
lytum pone, Priapus erit, Priap. 19, 6. Diogen. ö, 32 ^Innolvxov 
fii^^aofiai: iitl t&v amtpqovstv ßovXofiivav. Wir sagen: Keusch 
wie Joseph. 

Hipponax. su. 

£ic. ad famil. 7, 24, 1 addictvm iam tum puto esse Calvi 
Licinii Hipponaoteo praeoonio, von einer öffentlichen, ehren- 
rührigen Beschimpfung. 

Mrcus. 812. 

1) Verg. ecl. 3, 91 Ätgue idem ixuigat vulpes et mulgeat 
hiroos, angeführt von Pompei. Comment. p. 311 K. als Beispiel 
für den astismos, Lucian Dem. 28 ov öokei ifiiv, & g>lXoi, 6 fiiv 
EtSQog rovtcDv tqayov iinilyeiv; Diogen. 7, 95 tvoxeqov 6 tov 
TQdyov ifiilycDv &q>QoviaTSQog^ i} 6 r6 %6(Skivov inond'slg; ^Den 
Bock melken' (Düringsf. II n. 92), thöricht, unvernünftig handeb. | 
Vgl. vulpes 4. 813. ) 

2) Petron 57 Quid nunc stupes tamquam hircus in er- ! 
vilia? Wir etwa: wie der Storch im Salat. | 

Mrndo. 8i4. ^ 

Plaut. Epid. 188 Iam ego me convortam in hirudinem atgue - 1 
eorum exsugebo sangiiinem.*) Cic. ad Att. 1, 16, 11 illa con- 
tionalis Jiirudo aerarii. Hör. a. p. 476 Non missura cutem '■'\ 
nisi plena cruoris hirudo, wie ein Blutegel, der nicht eher 
abMlt, als bis er sich vollgesaugt. ^Der Egel läfst nicht nach, 
er sei denn voll' (Körte n. 840). Theoer. id. 2, 55 xl lUv 
[likav ix XQobg al(ia ^Efiq>i)g &g Xiftvarig anav i% ßdiXXa 
nsjtfOKag; Auch wir nennen aussaugende Menschen Blutegel. 
Spr. Salom. 30, 15: Der Blutsauger hat zwei Töchter: Gieb her, 
gieb her. 

[hodle s. cras 1. 2. 815. 

Catull 61, 137 hodie atque heri, seit heut und gestern, 
d. h. seit kurzer Zeit. Herod. 2, 53 JtQÜriv nal %9ig. Er ist :^ 
nicht von heut und gestern.] : 

holns s. lardum. oUa 2. 

Homerns. 8i6. >\ 

Tertull. de pall. 2 quod clausis vel in totum Homericis 

ooxQis liquet ist eine Variation von etiam caeco apparet (s. das.). 

[homicida. 817. 

Hieron. adv. Pelag. 3, 7 (col.* 789 Vall.) Vetus enim sen- 



*) Daher die Metapher Bacch. 372 Apage istas a me sorores, q^{ 
hominum sorbent sanguinem. Curcul. 152 quae mihi misero amanti 
ebibit sanguinem. 



V, 






i 



homo 165 

tentia est, homioidam esse eum, qui, cum possit hominem 
de morte liberare, non liberet.] ^ 

homo^ hnmanus s. bestia 2. buUa. deus 7. frugi. locus, 
Uipus 12. oratio, omnis 5. 818. 

1) Plaut. Capt. 22 di nos quasi pilas homines hahent, 
wir Menschen sind ein Spielzeug in der Hand der Götter. Oy. 
ex Pont. 4, 3, 49 Lndit in humanis divina potentia rebtis. Plato 
leg. 7 p. 803 C av&Qomov öh . . , d'soü rt nalyvwv slvai insfirixccvri' 
\dvov. Append. prov. 5, 100 tqo%oq ra iv^qämwa. — Ter. Ad. 739 
Ita vita est hominum, quasi quom ludas tesseris. Alexis fr. 34 Kock 
(Mein. fr. com. 3 p. 399) Toioiho xb irjv hnv Sötcsq otwißot, 819. 

2) Petron 75 nemo, inquit, nostrum non peccat Homines 
sumtis, non dei, wir sind nur schwache Menschen. Petron 130 
Fateor me, domina,' saepe peccasse; nam et homo sum et adhuc 
iuvenis. Plin. ep. 5, 3, 2 ut . . . breviter amplectar, homo snm, 
ich hin ein Mensch und schwach. Hieron. adv. Euf. 3, 33 (col. 
560Vall.) Feccare enim hominis est, insidias tendere diaboli.*) 
Damit verwandt ist 820. 

3) Cic. Philipp. 12, 2, 5 Cuinsvis hominis est errare, 
nnUiu^ nisi insipientis in evyore perseverare,**) ad Att. 13, 21, 5 
possum falli, ut homo, Hieron. ady. Buf. 3, 36 (col. 563 V.) 
si errasti, ut homo. ep..67, 12 errassc humanum est, Senec. 
rhei exo. controv. 4, 3 per humanos,' mquif, erroresJ***) Theogn. 
327. Soph. Antig. 1023 &v^Q<o7C0i6i yccQ Talg n&ai koivov 
isti TOv^ccfAaqtaveiv' inel ö^ afidQtyj nstvog oinch^ for' AviiQ 
"AßovXog ovS^ avelßag, o<sug ig xaxiv ÜBisiov &Ksit(xt, Eurip. 
Hippel. 615 N. Xenoph. Cyrop. 5, 4, 19 ti yocQ afiaqravsiv &v&qA- 
srovg <ivx(tg ovSbv oio^cti &<xv(iaar6v* Menand. fr. 499 Kock "Av- 
^qemog mv ^fia^tov' o'i ^avfiaaxiov. Luc. Demon. 7 (iSbx^otijg) 
^yerto, Avd'qaTtmv fiev slvai xh afiaQxivsiv, Simonid. fr. 83 Bgk. 
^Irren ist menschlich' (Düringsf. I n. 797). 821. 

4) Ter. Heaut. 77 Homo snm: hnmani nil a me alie- 
nom pnto, ich bin ein Mensch und nehme als solcher Anteil 
an dem Schicksal meiner Mitmenschen (auf den Vorwurf der 
Neugier). Dafs der Yers allgemein bekannt war, lehren Anfdh- 

niDgen und Anspielungen bei Cic. de off. 1, 9, 30 de leg. 1, 

— — ^— ^___ . 

*) Cic. ad famil. 5, 16, 2 Est autem consolatio pervulgata quidem 
^ maximej quam semper in ore atque in animo habere debemus, homines 
no8 ut esse meminerimus, ea lege natos, ut omnibus felis fortunae pro- 
postto Sit vita nostra, ad Att. 15, 1, 1 ut nihil, quod homini accidere 
possü, recusare debeamus. 15, 20, 2 humana ferenda. Ter. Heaut. 552 
^ sumt humana, 

**) Vgl. |um Gedanken Cic. de invent. 2, 3, 9 Non enim parum 
cognosse, sed tn parum cognito diu et sttdte perseverasse turpe est, 

***) Die Angabe Büchmanns Gefl. W." 239, bei Seneca stehe huma- 
num est errare, ist irrig. 



166 homo 

12, 33. Senec. ep. 95, 53. luven. 15, 140 Quis mim bonus et 
face dignus . . . TMla aliena sibi credat mala? Ambros. de offic. 
3, 7, 45 (hoi^ß) qui niJiil a se älienum debet credere quicquid hu- 
mani est Man wendete das Wort an auf den stoischen Grund- 
satz (Cic. de off. 1, 7j 22), dafs der Mensch des Menschen halber 
geschaffen sei (in commune nati sumus Senec. a. a. 0.). 822. 

5) Plaut. Asin. 490 Tarn ego homo sum, quam tu, ich 
bin ein Mensch wie du, du hast nichts vor mir voraus. Trin. 447 
Homo ego sum, tu homo es, luven. 6, 284 homo sum, was 
du thust, kann ich auch thun. 823. 

Q) Petron 39 qui me hominem inter homines voliiit esse, 
der mir ein menschenwürdiges Dasein verschafft hat. 57 homo 
inter homines sum, ich gelte so viel wie die übrigen, brauche 
mich meiner nicht zu schämen. — Sueton Nero 31 ut se diccrä 
(Nero), q.uasi hominem tandem habitare coepisse, jetzt erst 
habe er angefangen, menschlich zu wohnen. Cic. ad Att. 13, 
52, 2 Q^id multa? homines visi sumus, man sah, dafs ich 
auch menschlich, d. h. anständig zu leben und andere zu bewirten 
verstehe. 824. 

[7) l<aber. v. 47 Ribb.^ (Non. p. 20jB,19) utrum tuhanc gruem 
Balearicum an hominem putas Esse? Cic. Pis.fr. 14M. bclluam 
€x utero, non hominem fudit (vgl. hesiia 2\ Petron 43 discor- 
dia, non homo, von einem 'streitsüchtigen 'Menschen. 44 piper, 
non h, 38 phantasia, non h. Ähnlich 58 mufrius, non ma- 
gister. 74 codex, non mulier, ^ Augenscheinlich war es eine 
volkstümliche Redewendung.] 826. 

8) Plaut. Most. 725 ^ut homines sunt, ita)> morem geras. 
Ter. Ad. 431 Ut homo est,, ita morem geras, Donat: Utrum 
aptum proverbium sU servis, an etiam amicis? Vgl. Macar. 
1, 89 Sil)! STtov %coQag xQonoLg, 'Man mufs die Menschen 
nehmen, wie sie sind.' 'Man mufs sich in die Welt schicken.* 826. 
ly 9) Ter. Phorm. 454 Qnot homines, tot sententiae; suos 

cuique mos. Cic. de fin. 1, 5, 15 Sed quot homines, tot sententiae. 
Hör. sat. 2, 1, 27 quot capitum vivwnt, totidem studiorum 
Milia, Porphyr.: dicit, quot homines, tot esse sententias. Ov. art. 
am. 1, 759 Pectorihus mores tot sunt, quot in orbe figurae. Pers. 
5, 52 Mille' hominum species et rerum discolor usus, Velle suum 
cuique est, Ambros. de virgin. 2, 5, 33 et quoniam quot homines, 
tot sententiae. Ennod. p. 4, 1 Vog. quot hominum genera, tot scn- 
tentiarum varietates. 'Viel Kopfe, viel Sinne' (Düringsf. 11 n. 544). 
Der Gedanke schon bei den Griechen: Hom. Od. 14, 228 aXXog 
yccQ z alXoiöiv aviiQ inLxiqitBxai i'Qyotgj bes. Philemon 
fr. 89Kock (Mein. fr. com. 4 p. 32) ^H^mv 6' daa*Kcci ta (Jw- 
fiat' iörl Tov ciQid'iibv KaO^ evog^ toaovxovg eart kuI xqo- 
Ttovg idetv. Vgl. Hör. ep. 2, 2, 58 non omnes eadem m\ran' 



honorare — hordeum 167 

tur amantque, ep. 1, 1, 81 Esto aliis äUos rebus studiisgue 
teneri und dazu Pind. Pyth. 10, 91 xal yaq 'EriQoig IteQmv 
EQCDg iitinvice fpqivuq. S. Studium, . 827. 

10) Ter. Eun. 409 Ferpauoorum hominum (est). Hör. sat. 
1, 9, 44 paucorum hominum et mentis hene sa/nae, er verkehrt 
nur mit wenigen (Vernünftigen), er macht sich selten. Witzig 
Pontius bei Gic. de fato (Macrob. sat. 3, 16, 4) Scy^, inquit, 
vide, quid agas; acupenser iste paucorum hominum est, ist nur 
für wenige Vornehme. 

honorare s. honos, 

honoB s. ars 3. 828. 

Varro 1. lat. ö, 73 Honos ab honesta onere, Uaque hone- 
sium dicitur, guod oneraium, et dictum: Onus öst honös, qui 
sustinet rem publicam (com. ine. v. 76 Ribb.).*) Ov. her. 9, 31 
Non honor est, sed onus. Vgl. Liv. 22, 30, 4 plebiscüum, quo 
oneratus sum magis, quam honoratus. Cic. orat. ine. 
fragm. 1 M. (Rutil. Lup. 1, 3. Charis. p. 282, 1. Diomed. 446, 20K.) 
non honoris, sed oneris. Augustin sermon. bei Migne 38 col. 523 
onerant, non honorant. Auson. 13, 2, 97 Seh. Bosses ornatus, 
posses oneratus häberi, Apoll. Sidon. ep. 8, 8, 3 non tarn hono- 
rare censor, quam censitor onerare. 7, 9, 7 muHtum . . . honoris, plus 
oneris. 7, 17 v. 14 onerosus honor, 9, 2, 1 plurimum ... ho- 
noris, plus oneris. Ven. Fort. vit. Marc. 9 magis oneris, quam 
honoris. Fulgent Rusp. ad Tras. eplst. 5 (col. 346 Migne) et honor 
et onus. Bonif. vit. Liv. 96 non tam honor e, quam onere. Vgl. 
Ov. met. 2, 634. 'Würden, Bürden' (Körte n. 8800). S. auch 
Wölfflin, Archiy f. lat. Lexik. 1 S. 384. 

hora s. dies 2. 8. 829. 

1) Hör. ep. 1, 1, 82 Idem eadem possuni horam durare 
prdbantes? auch nur eine Stunde. Prop. 1, 6, 11 His ego non 
horam possum durare querdlis. Amob. adv. nat. 2, 74 ante 
horas, quemadmodum dicitur, pauculas, vor wenigen Minuten. 
Vgl. in hora^ ad horam, zur Minute; omnibus horis, jeden Augen- 
blick. 830. 

2) Quintil 6, 3, 110 w^ de Pollione Äsinio seriis iodsque 
pariier accommodcUo dictum est, esse eum onmium horamzn, 
ein Mann, mit dem man traurige und heitere Stunden gleich 
gern verlebt, der zu Scherz und Ernst gleichmäfsig aufgelegt ist. 
Suet. Tib. 42 CodicUlis quoque iucumtissimos et omnium hora* 
rum amicos professus. Vgl. Cic. de orat 2, 67, 271 C. Publicium 
solUum dicere, P. Mummium cuivis tempori hominem esse. 

hordeum. 83i. 

Plin. n. h. 18, 79 sapientes agricolae • • • hordetun sacculo 

*) Ribbeck bemerkt: fortasse versus popuilaris fuit. Vgl. coroll. 
P.XLVIII. 



168 hortus — hydra 

seri dicunt, propterea guod cderrime rediL Gerste wird für den 
Geldbeutel gesät. Ein ErÜEihrungssatz der römischen Landleute. 
hortus s. succidia 2. 

hOSpeS. 832. 

Flaut. Mil. glor. 741 Nam hospes nullus tarn in amioi 
hospitiiun devorti potest. Quin, nbi triduom <(ibi)> continuum 
faerit, iam odiosus siet. Es ist dies die erste Erwähnung des 
in allen romanischen und germanischen Sprachen verbreiteten 
Sprichworts: ^Dreitägiger Gast ist eine Last' (Düringsf. I n. 543). 

hostis s. civis. servus, 833. 

1) Verg. Aen. 2, 390 Dolus an virtus, quis in hoste re- 
quirat? gehört nach Macrob. sat. 5, 16, 7 zu den Stellen, welche 
vice proverhiorum in onrniwm ore fungantur, war also ein ge- 
flügeltes Wort. 834. 

2) Oy. met. 4, 428 fas est et ab hoste doceri nach dem 
Griechischen bei Aristoph. Av, 376 alX^ an ix^Q&v J^ror 
TColXcc (lav&civoviStv ot aocpol^ auch vom Feinde kann man 
lernen. Wirklich sprichwörtlich war der Satz bei den Römern 
wohl nicht, doch lautete ähnlich ein Ausspruch des alten Cato 
(Cic. de amic. 24, 90) melius de qmlmsdam acerhos inimicos mc- 
reri, quam eos amicos, qui duices videantur; illos verum saep^e 
dicere, hos numquam .(citiert von Augustinus bei Hieron. 
ep. 110, 4). ^Besser ein offener Feind, als ein verstellter Freund.' 

humanus s. homo 3. 4. 

Hybla. 835. 

1) Dieser Berg in Sicilien war berühmt wegen seines 
vortrefflichen Honigs (Plin. n. h. 11, 32).^ Ov. art. am. 
2, 517 quot apes pasountur in Hybla. 3, 150 Nee quot apes 
Hyhle . . . trist. 5, 6, 38 Florida quam multas Hybla tuetur apes, 
(Verg. ecl. 1, 55 Hyhlaeis apibus.) Mart. 9, 26, 4. 7, 88, 8 
Pascal el Hyhla meas, pascat HymeUus apes, Stat. silv. 2, 1, 48 
Hyhlaeis vox tincta favis. Colum. 10, 170 Hylilaeo perfusus nedarc. 
Calpum. ecl. 4, 63. Symmach. ep. 1, 102 epishdae tuae Bomam fre- 
quentent Hyhlae aul Hymetti favis iucundiores. Vgl, Hy- 
meUus und mel 1. 836. 

2) Nicht minder berühmt waren die dort wachsenden duf- 
tigen Kräuter (bes. Thymian). Verg. ecl. 7, 37 tliymo milii 
dulcior Hyhlae. Ov. Ib. 197 neque quot fLores Sicula uasoan- 
tur in Hybla. ex Pont. 2, 7, 26 quam multis floreat Hyhla 
thymis. trist. 5, 13, 22. Senec. Oedip. 601 Nee vere flores Hybla 
tot medio creai. Apoll. Sidon. carm. 24, 57 Quales meUifera 
virent in Hyhla. Beide Vergleiche sind, wie die Beispiele zeigen, 
fast ausschliefslich der Dichtersprache eigen. 

hydra. 837. 

)/ Boeth. consol. phil. 4, 6 Talis namque materia est, ut una 



Hymettus — iaculare 169 

duhifatione sucdsa innumerdbiles aliae velnt hydrae oapita ^c- 
crescant. Vgl. Hör. carm. 4, 4, 61 Non hydra sedo corpore firmior 
Vinci dolentem crevit in Herculem, Apost. 17, 49 OÖQceg %eq>a- 
Iccg rifivsig, Zenob. 6, 26 fidgav rifivstg: int x&v afifixdvav 
sfgritai tj TcaQoiiiCa, Cato bei Plut. Cat. 16 rrjv fialanlav ZansQ 
CÖQav tifivmv. Gemeint ist die lemäiscbe Schlange, welche Her- 
kules tötete. 

Hymettus. 838. 

1) Der Hymettus war berühmt durch seinen vortrefiFlichen 
Honig. Suidas ^ T^rizxiov fiiki, Luc. de bist, scrib. 15. de 
merc. cond. 35. Menander fr, 708 Kock. Hör. carm. 2, 6, 14. 
Mart. 5, 37, 9 FragravU ore, quod . . . Atticarum prima mella 
cerarum, 7, 88, 8. 13, 104. Plin. n. h. 11, 32. Pradent. 
cathem. 5, 94 mel velut Ätticum. 3, 71 Cecrqpia meUa. Vgl. Hör. 
carm. 2, 6, 14. S. Hyhla 1. 839. 

2) Macrob. sat. 7, 12, 9 unde est illud proverhium, quo 
utuntur gulones: MuLmin, quod probe temperes, Misoen- 
dum est novo Hymettio Et vetulo Falemo (Baehr. fr. p. B. 
p. 332). Dieses Rezept für Feinschmecker kennt auch Horaz: 
sat. 2, 2, 15 nisi Hymettia mella Falerno Ne hiberis diluta. 2, 
4 24 Aufidius forti miscebat mella Falerno und Martial 13, 108 
Ättica nedareum turbaiis mella FcUernum. 



iacere s. calcare. 

iaculare. - 84o. 

Cic. de diyin. 2, 59, 121 Quis est enim, qui totum diem 
iacnlans non aliquando cpnliniet? ist entnommen und über- 
setzt aus Aristot. de divin. in somn. c. 2 ZönsQ (lev Kai Xiyerai^ 
oiv nolla ßdXkfig^ aXloz^ aXXoiov ßccXeig (fr. com. adesp. 448 Eock). 
Apost. 2, 87. Wer wiederholt schiefst, trifft endlich einmal. *Auch 
ein blindes Huhn ündet wohl ein Eömlein.' 



ianua. 

Inven. 13, 129 Quandoquidem accepto claudenda est ianua 
damno wird oft fälschlich angeführt als Parallele für unser Sprich- 
wort: 'Den Brunnen schliefsen, wenn das Kind hineingefallen.' In 
Wirklichkeit bezieht sich der Vers auf die Art der Trauer, wenn man 
einen Verlust erlitten. Von einem Sprichworte kann gar nicht die 
Hede sein. 

lason. 

Plaut. Pseud. 192 Ut civitas nomen mihi commutet meque ut prae- 
dicet Lenone ex Ballione regem lasonem, d. h. zum Besitzer 
des goldenen Vlieises. Ich halte den Vergleich, der sonst nicht vor- 
kommt, nicht für sprichwörtlich, er verdankt seine Entstehung wohl 
nur der Ähnlichkeit der beiden Namen. 



170 lanus — ignis 

lanus. 841. 

Apost. 8, 98 ^lavvoc äXXoC: iitl t&v dinQoctoTtciv, roiomog 
yctQ 6 "lavvog. Vgl. Pers. 1, 58. Athen. 15, 692 D. Das Sprich- 
wort, welches offeuhar von den Römern entlehnt ist, findet sich 
in der römischen Litteratur nicht. 

ictis s. le^us 2. 

ictus 8. creher,' 

ignis s. Äefna 2. amicitia 1. aqua 1. ferrum 3. flamma 6. 
oleum 2. stipula. terra 4. 842. 

[1) Zu den stehenden Verbindungen gehört ferruin et ignis, 
von der Gewohnheit der Ärzte, Wunden auszuschneiden und aus- 
zubrennen (urere et secare). Metaphorisch verwenden sie bes. 
die elegischen Dichter von den unheilbaren Wunden, welche die 
Liebe schlägt: Prop. 1, 1, 27 Fortiter et ferrum saevos patie- 
mur et ignes, die schmerzhaftesten Heilmittel. 3, 24, 11 nm 
ferro, non igne coactus, Ov. her. 19 (20), 183 ferrum patiuntur 
et ignes, rem. am. 229 ferrum patieris et ignes, Claudian 20, 
14 (Jeep) ferro sanantur et igni, Hieron. adv. Ruf. 3, 39 tveqI' 

KOTtTBOV TtVQl XOffc ClÖTJQG).^ 843. 

2) Cic. de off. 2, 11, 38 quod in quo viro perspectum sit, 
hunc igni spectatum arhitranfur, er habe die Feuerprobe be- 
standen. Cic. ad famil. 9, 16, 2 ut, quasi aurum igni, sie bene- 
volentia fidelis periculo aliquo perspici possit. Ov. trist. 1, 
5, 25 Scilicet ut fulvum spectatur in ignihus aurum, Tempore sie 
(luro est inspicienda fides. Menand. fr. 691 Kock (Meineke fr. 
com. 4 p. 267) XQvßbg fiev oldev öoMud^sa&ccL tcvqI, ^H 6' iv 
g>ikot>g Eiivoia xacQ^ nqivExai. Aposk 10, 8* %qIvbi (pllovg 6 
KaiQog^ &g %(>t;<)6v to nvQ (=i Menand. monost. 276). — Senec. 
de provid. 5, 8 Ignis aurum probat, miseria fortes viros. 
Hieron. aurum prohat ignis et miseria bonos viros, ^Im Feuer 
wird Gold, das Herz wird in Leiden geprüft' (Körte n. 1695). 
S. noch Isid. Synon. 1, 28. Cassiod. bist. trip. 4, 29. Theogn. 499 
Ev TtvQL fiev ')(^Qva6v xs %clI iScQyvQov i'ÖQieg avÖQsg FiyvcoCKOVö , 
civögog d\ olvov k'dst^s voov. Vgl ßdßavog lld-og Greg. Cypr. 
Leid. 1, 64. Der Vergleich schon in der Bibel: Sprichw. Sal. 17, 3 
Wie das Feuer Silber und der Ofen Gold, also prüfet der Herr 
die Herzen. Bes. Jes. Sir. 2, 5 Wie das Gold durch Feuer, so 
werden die Gottgefälligen durch das Feuer der Trübsal bewährt. 
1 Petr. 1, 8. Offenb. Job. 3, 18. S. auch Borchardt, sprichw. 
Kedensarten n. 298. 844. 

3) Ov. art. am. 1, 244 Et Venus in vinis ignis in igne fuU. 
her. 15 (16), 230 et ehrietas ignis in igne fuit. Flor. 4, 6 quasi 
ignis inccndio Lepidus accessit. Ov. am. 3, 2, 34 In flam- 
mam flammas . . . fundis, Diogen. 6, 71 /it^ nvq inl nvQ- 
Zenob. 5, 69 7t vq inl jivq nebst deij Nachweisen v. Leutschs. 



Ilias — illotus 171 

Plato de leg. 2 p. 666 A. Aristopbanes fr. 453 Kock inl nvQ öi 
%VQ 101% i^KEiv aycav. Senec. de ira 2, 20, 2 Plato . . . ignem 
vetat igne incUari, Eine Leidenschaft steigert die andere. Vgl. 
oleum 2. mare 1. 845. 

4) Hör. sat. 2, 3, 275 Ädde cruorem StuUitiae atque ignem 
gladio BCTUtare, enthalt eine Anspielung auf eine Vorschrift des 
Pytbagoras: tv^q (ia%cclQa [iri öKciXsvetVj reize einen jähzornigen 
Menschen nicht durch Schmähworte (Porphyr, z. d.^St. Athen. 
10 p. 452. Diog. Laert. 8, 18. Apost. 11, 5*). Direkt angeführt 
und erklärt wird das Sprichwort von Hieron. adv. Ruf. 3, 39 
(col. 566Vall.) Ignem gladio ne fodias. Iratum videlicet et 
tumidum aninmm verhis maledicis nc lacessas.*) '^Wer ins Feuer 
bläst, dem stieben die Funken in die Augen' (Körte n. 1708). 846. 

5) Hör. carm. 2, 1, 7 et inoedis per ignes Suppositos 
cineri doloso, über Feuer, das unter der Asche glimmt, von 
einer verborgenen Gefahr. Prop. 1, 5, 5 Et miser ignotos ve- 
stigia ferre per ignes. Callim. ep. 46, 2 nvQ ijib t^ öTtoßi^. 
Verwandt ist 847. 

6) Cic. Tusc. 2, 26, 62 Qnae flamma est, per quam non 
cucnrrerint ii, qid haec (Ämter, Vermögen) olim pundis singulis 
coUigehjant, sie gingen durchs Feuer, um sie zu erwerben. Aiistoph. 
Lysistr. 133 xav fis XQy^ dicc rov itvQog i^iXcD ßaöl^sLV. 
136 xaycb ßovXoiAat ölcc xov TtvQog. Eustath. p. 703, 23. 751, 13 
tolfiav KccTcc itvQog. Plut. amat. 17 p. 760 D. — Posidipp. fr. 1, 
lOKockwJ^a Tcbv {layaiqmv xov nvqog x* ilrikvQ'Bv (Zenob. 3, 19. 
Xenoph. mem. 1, 3, 9. fr. trag, adesp. 408 N) und danach Ov. met. 
8, 76 ire per ignes Et gladio s ausim. Hör. sat. 2, 3, 56 Alte- 
rum et liuic varum et nihüo sapientiiis (viiium) ignis Per medios 
fluviosque ruentis, von dem, der unbesonnen durchs Feuer 
rennt. 848. 

7) Publil. Syr. 389 Numquam Tibi diu fuit ignis, de- 
fecit vapor klingt sprichwörtlich: *Wo Feuer ist, da ist auch 
Rauch' (Wander I p. 1005), ebenso engl, und französisch. Vgl. 
flamma 2. 

Ilias. 849. 

Cic. ad Att. 8, 11, 3 tanta malorum hnpendet NXidc. Plaut. 
Mil; gl. 743 ea est odiorum Ilias. Vgl. Ov. ex Pont. 2, 7, 34 
Ilias est fati longa fiäura mci. Zenob. 4, 43 ^IXictg xaxwv: 
«Ttö TtiXQOCfiiag xovto ikiyexo iitl xg>v (isyccXcov xotäcoV TtciQoöov iv 
IUg) (ivQta xajta (Svvißrj ^eviad-cci. Diogen. 5, 26. Vgl. thesaurus 1. 

illotus s. manus 15. pes 2. 



•) Über die oft mifs verstandene Horazstelle s. Krüger und im 
Gegensatz dazu Kicfaling. 



172 imber — incendium 

imber s. cr^rum 3. dies 2. 850. 

Plant. Capt. 336 Tarn hoc quidem tibi in proclivi, quam 
imber est, quando pluit, das wird dir so leichfc fallen, wie 
der Begen. 

immniiis. 85i. 

Plaut. Trin. 350 sed civi inmuni sein quid cantari 
solct? Quod habes ne habeas et illuc quod non hohes, 
habeas: malum. Isidor orig. 10, 141 Immunis, minime mumficus, 
ut est in proverbio veteri: Immunem cives ödere Bui. Jes. 
Sir. 31, 29 Von einem kargen Filze redet die ganze Stadt übel. 

imperare s. banus 2. pecunia 1. 862. 

Senec. ep. 113, 30 Imperare sibi maximum imperitun 
est. Yaler. Max. 4, 1 , 2 . mulioque sc ipsum quam hostem superare 
operosius est Publil. Sjr. 64 Bis vincit, qui se vincit in 
Victoria. Ps.-Senec. de mor. S2 Se mncere ipsum longe est diffi- 
cillimujn, Plaut. Trin. 309 f. Liv. 30, 14, 7. Senec. ep. 71, 36. 
90, 35. Ambroß. de off. 1, 36, 180. Democrit (fr. phil. gr. ed. 
Mullach I p. 345 n. 75) Tb vmav avtbv iccvxbv 7Ca<sS>v vtx&v itQfoxri 
xctl aqCatri. ibid. n. 76. 77. Plato Gorg. 46 p. 491 D "Eva %%acxov 
liya) avxbv iavrov aqypvxa u. s. w. republ. 4 p. 431. Cic. parad. 
5, 1. Xenoph. memor. 1, 6. Sprichw. Salom. 16, 32. *Sich selbst 
besiegen ist der schwerste Sieg.' Vgl. vincerc. 

imperitia. sös. 

Hieron. ep. 73, 10 ut illud verissimum compröbarU, quod 
apud Crraecos canitur: Imperitia oonfidentiam, eruditio 
timorem creat. Thucjd. 2, 40 icfia^la fisv ^Qciaog, loyi^- 
öfibg ÖS oKvov (peQEi'. Plin. ep. 4, 7, 3 sicui ifiad'üx (ikv &Qd<sog^ 
loyiCfibg de ouvov q>iQEi^ ita reda ingenia debUitat verecundia, per- 
versa confirmat aitdacia, Porphyr, zu Hör. ep. 2, 2, 140. Auch 
wir sagen: ^Bildung macht bescheiden.' 

imperinm s. regnum 3. 

impostor s. graecus 2. 

imns s. summus. unguis 1. 

incendium s. oleum 2. scintüla. 854. 

1) Amm. Marcell. 19, 5, 2 tantum proficientes, quajitnm in 
pubUeo, ut aiunt, inoendio aqua unins hominis manu ad- 
gesta, eine Hand voll Wasser genügt nicht, um einen grofsen 
Brand zu löschen. 855. 

2) Petron 78 raptimque tam plane, quam ex inoendio 
fugimus, wir flohen, als ob es brennte. 856. 

3) Catilina bei Sali. Catil. 31, 9 incendium meum, ruina 
restinguam. Cic. p. Mur. 25, 51 si quod esset in sua^s fortunas 
incendium exdtatum, id se non aqua, sed ruina restinctururn» 
Valer. Max. 9, 11, 3 sentio, inquit (Catüina), et quidem iUud, si 
aqua non potuero, ruina restinguam, Flor. 2, 12 (4, 1) 7 iw- 



incitus — incubare 173 

cendium suum restmdurum ruina minaretur (CaMUna),*) Wohl 
möglich, dafs Catilina mit diesen Worten anf eine gangbare 
Redensart anspielte. 867. 

4) Quintü. 2, 13, 16 6^ si ianua tenebitur inoendio, per • 
parietem exibimns könnte sprichwörtlich sein (wenn nicht auf 
dem gewöhnlichen Wege, dann auf ungewöhnlichem). 

incitas. 868. 

Plaut. Trin. 536 em, nunc hie, quoius est, Ut ad inoitas re- 
dactus est! Poen. 907 Profecto ad incitas lenonem rediget, wird ihn 
matt setzen. Lucil. bei Non. p. 123, 20 (fr. 3, 48 M. n. 114 Baehr.) 
Bltid ad incita cum redit atque internecionem. 15, 8M. ad 
incita adegit (n. 355 B.). Mamert. grat. act. 9, 1 (Baehr. 
paneg. p. 251) ad incitas . . . depressi. Placid. gloss. p. 7I)euerl. 
Ad incitam, ad extrem am fortunam. p. 10 ad incitas, ad 
summam rerum perturhationem desperationemque. Ad in- 
citas (seil, cälces) redigere heifst eigentlich beim Brettspiel den 
Gegner matt setzen, dafs er nicht mehr ziehen kann (Marquardt, 
Privatleben p. 857), übertragen heifst es: jemand so in die Enge 
treiben, dafs er sich nicht mehr zu helfen weifs. Ebenso schon 
Plato rep. 6 p. 487 B tuiI &C7tBQ inb r&v Ttsxtevsiv deiv&v ot ^lii 
rslsvxmvreg &7toKXeCovrat nal oin ^xovCiVj o rt q>iQ(DCiv^ offtoo u. s. w. 
In ähnlicher Weise sagten die Griechen auch Kivriaio zbv &fp* 
isQ&g (iitl tan/ xa i'öxcixa MvdvvBv6vx€ov. Diogen. 5, 41. Menand. 
fr. 269Kock. Theoer. id. 6, 18). 

incomma. 859. 

Hieron. adv. lov. 2, 34 (col. 378 Vall.) si omnes, qui a dextris 
sunt, unum, ut vulgo dicitur, inoomxna ad militiam probat, 
wenn alle Engel mit gleichem Mafse gemessen werden, wie die 
Soldaten, d. h. gleichgestellt sind. Incomma ist das Bekrutenmafs. 

incubare. 86o. 

Cic. Philipp. 13, 5, 12 An is non reddet, qui domini Patri- 
monium ciroomplexus, quasi draoo. p. Cluent. 26, 72. Liv. 
6, 15, 5 istos incubantes publids thensauris. Besonders von 
Geizhälsen, die auf ihren Geldsäcken liegen, wie im Märchen die 
Schlange auf dem Schatz**): Hör. sat. 1, 1, 10 congestis undiquc 
saccis Indormis inhiafts. Verg. georg. 2, 507 defossoque incuhat 
auro, Mart. 12, 53, 3 incuhasque gazae, Ut magnus draco, 
guem canunt poetae custodem Scythici fuisse lucL Quintil. 10, 
1, 2 veliä clausis thesauris incuhabit, Apul. met. 49 aureos 
f olles incuhäbat. Ambros. ep. 38, 6 thesauro suo die ac nocte in- 

*) S. E. Wölfflin, Archiv f. lat. Lexikogr. 4 p. 37. 
**) Nach Weifsenbom zu Liv. a. a. 0. soll die Wendung her- 
genommen sein von den Vögeln, die, wenn sie brüten, nur mit Gewalt 
vom Neste entfernt werden. Dem widersprechen aber schon die hier 
angefahrten Stellen der Alten selbst. 



174 incunabula — inimicus 

cubaris. Hieron. comment. in Ezech. 8 praef. (V col. 283 ValL) 
Croesi opihus incubare, Anthol. lat. 119, llBaehr. Qiiainlibet m- 
menso dives vigil incuhct auro (P. L. M. 4 p. 108). Über den 
SobHtze bewachenden Drachen vgl. Ov. met. 4, 647. Phaedr. fab. 
4, 19, 3. Fesi-Paul. p. 67 M. Grimm, Deutsche Mythol. p. 653. 
929. ^Ey liegt auf seinem Gelde wie der Hund auf dem Heu' 
(Körte n. 2355). 

incunabula s. cunäbula, 

Incus. 861. 

Cic. de orat. 2, 39, 162 si guem plane rudern instUui ad di- 
cendum velim, . his potius tradam assiduis uno opere eandem 
inoudem dkm noctemque tundentibus, die ohne Unterlafs auf 
einem Ambofs schmieden, d. h. unahlüasig dieselben Dinge lehren. 
Amm. Marcell. 18, 4, 2 eandem incudem, ut dicitur, diu fioctu- 
que itindenido, immer dieselbe Rede wiederholend. 28, 4, 26 Parte 
alia uxor, ut proverbium loquitur vetus, eandem incudem diu 
noctuque iundendo maritum testari compeUU. S. cantüena. 

India. 862. 

Indien war berühmt durch seinen Reichtum an Geld und 
Edelsteinen: TibuU 2, 2, 15 Nee tibi gemmarum quicquid feli- 
cibuB Indis Nasoitur. 4, 2, 19 Et quascumgue niger rubro d^ 
littore gemmas Proximus Eois cölligit Indus aquis. Lygd. 3, 3, 17. 
Prop, 1, 8, 39 Ifawc ego non auro, non Indis flectere condiis . . . 
potuL (l, 14, 12 et legiiur rubris gemma sub aequoribus.) Hör. 
carm. 1, 29, 2. Stat. silv. 5, 1, 61. Vgl. 3, 4, Iff. Hör. ep. 1, 
6, 6 u. a. 

indoctus. 863. 

Gell. 12, 5, 6 Sed, ut tibi a me mos geratur, dicam ego, in- 
doctius, ut aiunt, et apertiua, quae fuisse dicturum pvto . . . 
nosti enim credo ve^bum illud vetus et pcrvulgatum: &fia&e6t£Q6v 
Ttcog 6 Ins %al (Sag>i6X6Qov (Aristoph. Ran. 1445. Apost. 2, 64*. 
Suid. s. V. ajttaOi^TOff), wenn auch ungelehrt, so doch offen und ver- 
ständlich. 

infans s. persona 3. 

infectus s. faccre 2. 5. 

inferi s. Orcus 2. 3. • 864. 

Cic. Tusc. 1, 43, 104 Anaxagoras . . . inquit: undique enini 
ad inferos tautundem vlae est. Senec. rem. fort. 3, 2 unde- 
cumque ad inferös una via est. Nach dem griechischen a<?v 
xal ofioia ri elg SSov 686g (Diogen. Laert. 2, 11). Der Ausspruch 
wird auch auf Diogenes zurückgeführt (fr. philos. gr. ed. Mul- 
lach II p. 306 n. 74), oder auf Aristipp (ibid. p. 413 n. 64). 

inflatus s. bucca 2. 

ininiicitia s. amicitia 3. 

•i 

inimicus s. nmicus 5. 8. consilium 2. hostis 2. 



iniquus — interere 175 

iniquus s. aequus 1. dives. 865. 

Quintil. 4, 6, 16 Nee omnino sine ratione est, quod vulgo 
dicitur: iniqaum petendum, nt aequum feras. qiu)d nemo 
tarnen sie accipiet, ut omnia credat audenda, ^Wer nach dem 
Kranze strebt, der bekommt doch eine Blame/ . ^ Wer nach einem 
goldenen Kleide strebt, erhält doch eine Schleppe davon' u. a. 
(Düringsf. II n. 401).*) 

iniuria s. ius 1. 2. 866. 

1) Senec. ep. 94, 28 Numquid ad rationem exiges, cum tibi 
äliquis hos dixerU versus • . . Iniuriaram remedinm est oblivio! 
(= Publil. Syr. 250). Fulgent. myth. 1, 1 p. 30. Ennod. p. 317, 
7Vog. nam semper remedium doloris oblivio est, S. Eibb. 
com.^ ine. 88. ^Vergessen ist für Schaden gut' (Körte n. 7833). 
'Denk' nimmer dran, Was Unrechts dir gethan' (Körte 
D. 7771). 867. 

2) Cic. Tusc. 5, 19, 56 Nam cum acoipere, quam facere 
praestat iniuriam u. s. w. Senec. Phoen. 494 Patiare potiiis ipse, 
quam facias scdus, Plato Gorg. p. 469 C El ö^ avayxatov fw^ 
adtiutv ^ &öiK6ÜS&tttj iXolfirfv &v (läkXov &diKH0&ai i) aötKstv. 
(Aristot. Eth. Nicom. 5, 9.) Plut. de aud. poet. 14 p. 36 B. 'Besser 
Unrecht leiden, als Unrecht thun' (Düringsf. I n. 205). 

inopia s. avaritia 2. 

iiiops s. avarus 3. 

insania s. ira. 

insanires. furere 1. 868. 

Senec. de tranquill, an. 17, 10 Nam, sive Graeco poctae 
credimus, aliqnando et insaniro iuoundum est. Hör. carm. 4, 
12, 28 Lulce est desipere in loco. Vgl. Cato dist. 2, 18 In- 
sipiens esto, cum tempus postulat aut res (ipsum). Menander 
fr. 321 Kock (Mein. fr. com. 4 p. 196) Oi Ttccvtccxov xb q>Q6vi(iou 
ccQfioTtei TtaQov^ Kai aviifiavilvai <¥' kvuc öeL ^Man mufs einmal 
austoben.' *Thorbeit zu gelegener Zeit ist die gröfste Weisheit.' 
Vgl. Plin. n. h. 7, 131 Quid quod nemo mortaUum omnihus horis 
sapit? 

insanus s. furere 1. 

insidiae s. honus. 

interere. 869. 

Ter. Phorm. 318 tute hoc intristi^ tibi onrne ezedendum 
est. Donat: naQOLfiia apta parasifo, quae de cibo est. Hoc 
(luiem inter rusticos de alliato morctario dici solet. Donat zu 
Ter. Eun. 2, 3, 89 Simile et alibi a pulmento proverbium est: Tute 
hoc inir. u. s. w. Auson. id. 7, 2, 5 (25, 2, 5 Seh.) Tibi quod 



*) Dijs griechische Sprichwort cchqov laßh nul fiiaov t^iig hat 
trotz der Ähnlichkeit einen anderen Sinn (Zenob. 1, 67. Apost. 1, 97). 



176 intus — locus 

intristi, exedendum est. Macar. 4, 50 i^v tig Sfia^e (i&tav^ 
tavtriv Kai iöd'iitm, ^Die Sappe, die du dir eingebrockt hast, 
mufst du ausessen' (Düringsf. I n. 438). 

intus 8. Äspendius. ctiUs 1. equiis 7. 

inyidere. 870. 

Plin. n. h. 35, 63 adeoque in illo sibi placuü (Zeuxis), ut 
versum subscriberet (in athleta), celebrem ex eo, invisurum 
aliquem faoilius quam imitaturum. Sedul. epist. 2 (ad Maced. 
p. 173Huem.) Promptius est onm^ms iudicare, quam facere, 
Demosth. Olynth, 1, 16 (citiert von Lucian lupp. trag. 23) To 
fisv ovv inixiyiav Xcmg qyifiat xig av ^adiov elvat, vb d' i^sQ 
T&v TtaQOvrav ou dst %qdvteiv &7Coq>aivs6&'cciy t(yör elvat 0V|it- 
ßovXov, Zeuxis bei Varro (p. 187 B. n. 381 B.) (ita^iricstal 
Ttg ^aXXov ^ fiifiricetca, Diogen. 6, 74. Plut. de glor. Athen. 2 
schreibt ihn dem Maler Apollodor zu. Theogn. 369 MaiiBvvxai 
di fis TtoXXol . . . Mifielc^at d^ ovd^ elg r&v iusoqxov dvvaxat. 
^Tadeln ist leicht, besser machen schwer' (Düringsf. IE n. 416).*) 

inyidia s. bonus 1. deus 1. fulmen 2. odium. rumpere, 871. 

Sali. lug. 55, 3 meminisse post gloriam invidiam sequi. 
Cornel. Nep. Chabr. 3, 3 est mim hoc commime Vitium ma^is 
liberisque dvitatibus, ut invidia gloriae comes sit, Vell. Paterc. 
2, 40, 4 Numquam eminentia invidia carent. 1, 9, 6 eminent is 
fortunae comes invidia. Vgl. Valer. Max. 4, 7 ext. 2 mUa 
tam modesta felidtas est, quae mälignitatis dentes vitare possit 
Martial. Anthol. lat, n. 129, 3 (ed. Baehr.) Invidia excelsos . . . 
vexat. Cic. de erat. 2, 52, 209 f. Sokrates bei Stob. flor. 38, 35 
roLg ötcc T^g do^rig ßaöl^ovCiv &KoXovd'6t (p&ovog. Apost. 2, 74* 
&(iri%avov ö^ iv EvnqayCaig q)&6vov dta(pvystv, Dionysius fr. 8 Kock 
(Mein. fr. com. 3. p. 555) ^Ael xoc aefiva navxa xijcri/Tat q>^6vov. 
'Glück hat Neider' (Körte n. 2992). 'Neid ist des Glücks Ge- 
fährte' (Düringsf. 11 n. 165). Vgl. fulmen 2. 

inyltus s. Minerva 4. 

locus. 872. 

Cic. de fin. 2, 26, 85 At quicum ioca seria, ut dicitur, 
quicum arcana, quicum occulta omnia. Sali. lug. 96, 2 ioca at- 
que seria cum humilUmis ager.e, Liv. 1, 4, 9 cum his seria ac 

*) Varro 1. lat. 6, 80 Video avi... et antiquum illud: oblique 
violavit, quom vidit invidendum. So möchte ich die vielbehan- 
delte Stelle lesen, deren Überlieferung in Flor, lautet obluio lavä, qf*i 
incidü invid. 0. Müller vermutete oculis violavit, qui vidit ino., Baeh- 
rens stellte (Fleckeisens Jahrb. 1889 p. 837) einen Satarnier her: Obi- 
licuo leivet, qui illudit invid. (fr. poet. Bom. p. 54). S. noch L. Müller 
zu Lucil. p. 320, 0. Ribb. Att. v. 697 (addend. p. 129) und Spengel 
z. d. St. Zweifellos erscheint mir, dafs in dem überlieferten aiticum 
nicht Aiti cum steckt^ sondern antiquum (Victoriiis). Ein Sprichwort 
enthalten aber die Worte nicht, sondern nur ein Citat. 



lones — iudicare 177 

iocos celebrare, Plin. ep. 2, 13, 5 cum hoc seria, cum hoc 
iocos miscui, Tac. ann. 2, 13. Suet. Nero 25 serio iocovc. 
lastin 9, 8, 8 in seria et iocos artifex. Fronto p. 24 Nab. Vale 
et me omnimode ames qua ioco qua serio. Auson. parent. 7, 11 
(15, 9, 11 Seh.) ioca seria mixti. profess. lö, 5 (16, 16, 5 Seh.) 
Tarn seriorum quam iocorum partice^s. Plant. Amphitr. 906. 
Scherz und Ernst. Vgl. hora 2. 

lones. 873. 

Plant. Stich, 769 Qui lonicus aut cinaedicus est. Prop. 

I, 6, 31 moUis qua tendit lonia« Mart. epigr. 1, 3 Nee Triviae 
templo molles laudentur lones, Amm. Marcell. 16, 7, 6 luUanum 
oMquotiens corrigebat Asiaticis coalitmn moribus ideoque levem. 
Antiphanes fr. 91 Kock (Mein. fr. com. 3 p. 50) ^ ttg 'Icivov Tqv- 
q>eQa(Ji7C6%6vav aßQog ridvTta^g "0%log B^fAfixai; Diogen. 3, 87 yi- 
kmg ^loDVMog: ItvI t&v mvalöonv. Aristoph. Eccl. 883. 918 n. a. — 
Berüchtigt waren die wollüstigen jonischen Tänze: Plant. Pseud. 
1274 quippe ego qui probe lonicam perdidid. Hör. carm. 3, 6, 21 
Mo tu 8 doceri gaudet lonicos (= impudkos). Lncian de merced. 
cond. 27 ^lüüvtMc ^vvaelQoav, 

lonicus s. lones, 

ipse s. Pythagoras Anm. 

ira s. amare 3. 874. 

Cic. Tnsc. 4, 23, 52 ira, quam bene Enmus initiam dixit 
insaniae (p. 183 V. n. 547 Baehr.). Hör. ep. 1, 2, 62 Ira furor 
hrevis est Senec. (ep. 18, 14 Bdegabo te ad Epicurum, ab illo 
fiet fmmeratio: Immodica ira gignit insaniam.) de ira 1, 1, 2 
Quidam itaque ex sapientibus viris iram dixenmt brevem in- 
saniam. Macrob. sat. 4, 2, 9 ira, quae brems furor est, Ps.- 
Senec. de mor. 106. Cato hei Plnt. apophthegm. 16 Tbv ös oqyi- 
^6(i€vov iv6(ii^€ tov fiatvoiiivov XQOvm diaq>iQ6iv (Jordan p. 107). 
Philemon fr. 184Kock (Stob. 20,4) Maivofie&a Ttavteg, ötto- 
rav iQyi^i&fis&a, Themist. or. 1 p. 7D lym ol(iai xi^v oQyiiv 
(lavlav iXiyo%Q6viov elvau ^Zom ist knrze ünsinnigkeit' 
(Körte n. 8938). 

iratus s. gladms 2. 

ImS. 875. 

Prop. 3, 5, 17 Lydus DuUchio non distat Croesus ab Iro. 
Ov. trist. 3, 7, 42 Iri^ et est subito, qui modo Croesus erat. rem. 
am. 747. Mart. 5, 39, 9 Iro pauperior forem. 6, 77, 1. Ln- 
cian nayig. 24 0£ 8h vvv nXovaiot TtQog i(ie ^Iqoi . . . aitavxBg, 
Procop. ep. 122 (fr. com. adesp. 527 Kock). Anthol. Pal. 7, 676. 

II, 209. Über Ims vgl. Hom. Od. 18, 1 flF. 'Arm wie Hieb', 
^wie Lazams'. 

iterare s. semel. 
iudicare s. invidere. 

Otto, Sprich wArter der Römer. 12 



178 iugiilum — Iui)piteiv 

iuguliim 8. eulter. 

ingnm. 876. 

Hör. carm. 1, 35, 28 Ferre ingum pariter dolosi, das gleiche 
Schicksal zu teilen. Plin. ep. 3, 9, 8 cum uferque pari iugo . . . 
pro causa niteretur, Senec. ep. 109, 16. Zenob. 3, 43 iya 6s 
Hai ai) tccvxbv ^laofisv ivyovi inl x&v ofioia xai naQaitlrjCia 
TTaaxovrcav, *Sie ziehen an einem Joche' (Strange) (Körte 
n. 3971). 

iumentum s. gladius 3. 

lungere. 877. 

Arnob. iun. comment. in psalm. 19 (bei Migne 53 col. 347) 
Nam quod memorat: Cum sancto sanctus eris, non ad illud re- 
spicit, quod usitata vulgo sententia dicimus: Cum quo ali- 
quis iungitur, talis erit. Priscian praeexercit. p. 433, 4 K. veri- 
similes autem (sc. sententiae) ut: si quis cum malis conversatur 
libenter, numquam de hoc interrogavi, sciens, quoniam talis est, 
quales Uli, cum quihus conversatur. Vgl. Ploms in Antbol. 
lat. 416, 2 Baehr. Sed malos faciunt mälorum falsa coniuhernia. 
Eurip. fr. 812 N. Toi^ovrog ianv olaneQ i^detai ^vvAv, Der Satz 
war schon bei den Griechen geflügelt. *Sage mir, mit wem du 
umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist' (Düringsf. II n. 498). 
Vgl. mos. 

luno 8. luppiter 2. 878. 

Hör. sat. 1, 3, 10 velut qui lunonis saora ferret, langsam 
und bedächtig, sat. 2, 8, 13 ut Ättica virgo cum sacris Ce- 
reris, Cic. de off. .1, 36, 131 Cavendum , . , ne tarditatihus 
utamur in ingressu wMiorüms, ut pomparum ferculis similes 
esse videamur. Ambros. de oflf. 1, 18, 73 sensim am^ulando 
imitantur . . . quasi quaedam fercula pomparum. Hieron. ep. 
125, 16 pomparum ferculis similes procedunt in publicum. Die 
Griechen sagten sprichwörtlich ßaö t^Biv^Hqctlov ifiTCsnlsyiiivov 
(Athen. 12 p. 525 E). Vgl. Prop. 2, 2, 6 incedit vel love digna 
soror. 

luppiter s. aequus 2. caelum 11. deus 4. necessitas 1. 879. 

l) German. Arat. 1 Ab love principium magno deduxit 
Äratus, nach Arat Phaenom. 1 'Ez Jibg &Q%w(iead'cc (Theoer. 
id. 17, l).*) Cic. de leg. 2, 3, 7 -4 love Musarum primordia, 
sicut in Aratio carmine orsi sumus (v. 1). Verg. ecl. 3, 60 Ab 
love principium Musae.**) Ov. met. 10, 148 Ab love, Musa 
parens, . . . Carmina nostra move. fast. 5, 111 A love surgat 
opus. Stat. silv. 1 praef. sum>endum enim erat a love principium. 



*) Schon Alcman fr. 2 (31)Bgk. 'Ey&vyct 8* ScsCoofiai, Ix Ji.bg icg- 
XOfiivct. 

**) Vgl. Verg. Aen. 7, 219 Ab love principium generis. 



•» 



ms 



179 



Calpurn. ecl. 4, 82 Ah love principium, si guis canat actliera, 
sumat Quintil. 10, 1, 46 Igiiur ut Aratus ab love incipiendum 
putat, ifa u. s. w. Wie die Stellen zeigen, hat das Worfc eine 
weit engere Gebranchssphäre als unser *Aller Anfang mit Gott', 
es bleibt beschränkt auf den Gebrauch der Dichter und ist nur 
geflügeltes Wort. 880. 

2) Plaut. Jrin. 208 Soiunt, quod luno fabulata est oum 
love, von den Frauen, die alles wissen wollen, die selbst das 
Gras wachsen hören. Man vergleicht Theoer. id. 15, 64 Tlavta 
ywaiTieg idavu^ ncii &g Zsvg -^yc^yfO"' '^Hgriv. Vgl. auch Trin. 207 
Scmnt, quid in aurem rex reginae dixerit 881. 

3) Hör. ep. 1, 19, 43 Eides, ait, et lovis auribus ista 
Servas, zunächst mit Bezug auf Augustus, aber zugleich auch 
auf eine bekannte Redensart anspielend. Verg. ecl. 3, 73 Partcm 
aliqtmm, venu, divom referatis ad auris. Theoer. id. 7, 93 
T« nov Kul Zavbg inl Q'qovov ayaye qpafta.*) 882. 

4) Ennius bei Apiil. apol. 39 Scarum praeterii, cerebrum 
lovis paene stipremi (p. 107 Vahl. n. 529Baehr.). Zenob. 3, 41 
Jibg iy7ii(paXog: inl r&v rjövTtad^ovvxcov . . . KliaQ^og 61 , . . 
(prjCi^ ra TtvkvTekT] ßQ(&^at& Ttagcc rolg lIiq(Smg Jibg Kai ßaöiXicog 
iyniqxxkov acekeiad'ai. Kock fr. com. Att. 2 p. 257 (Ephipp. 
fr. 13). 883. 

5) Cic. ad fam. 10, 12, 4 Venit paratus Servilus lovi •ipsi 
iniquns, kampfbereit, gewillt, es seihet mit luppiter aufzunehmen, 
ad Att. 8, 5, 2 l^cc me movet, quod scribis lovi ipsi imiquum. 
Vgl. in Vatin. 2, 4 Venisti iratus omnibus**} — Plaut. Gas. 
2, 5, 15 negavi cnim ipsi me concessurum lovi. Rud. 13G1. 
Asin. 414. 

ins. 884. 

- 1) Ter. Heaui 795 verum illud, Chremes, Dicunt: ius 
Bummutn saepe sumina est xnalitia. Cic. de oif. 1, 10, 33 
Ex quo illud: summum ius, summa iniuria factum est iam 
iritum sermone proverbium, Columella 1, 7, 2 Nam sum- 
mum ius antiqui summam putäbant crucem,***) Hieron. ep. 



*) Einen abweichenden Sinn hat das griechische Sprichwort ftg 
^s&v rorof fjXd'ev (Zenob. 3, 49 inl t&v o'b Xav&avovxcov ^ i(p' olg 

**) Der Ausdruck lovem lapidem iurare^ einen starken Eid 
schwören, wird fälschlich zu den sprichwörtlichen gerechnet. Es war 
die alte Form des Eides, wobei der Schwörende einen Stein (das Sym- 
bol Juppiters) in der Hand hielt (Fest. p. 116 M. Gell, ly^l, 4. Liv. 
1, 24. Cic. ad famil. 7, 12, 2). Die Formel findet sich aber überall nur 
im eigentlichen Sinne, nicht etwa gleich unserem 'etwas aufs Evan- 
gelium beschwören'. 

***) Nach Wölfflin, Archiv für lat. Lexikogr. 1 p. 379 ein Reim 
{crux lautete in der Aussprache wie crus). 

12* 



180 iu8 iarandum — labor 

1, 14 vere ius stimmum summa malitia. Vgl. Cic. p. Caecin. 
23, 65 rI contra verhis et litteris etf ut dici solet, summo iure 
contenditur, solent eiusmodi iniquitati honi et aequi nomen dignün- 
temque opponere. Das Recht anf die Spitze getrieben, nur nach 
dem Buchstaben verstanden, wird Unrecht. ^Streng Becht ist 
oft das gröfste Unrecht'. *Zu viel Becht ist Unrecht' (Körte 
n. 6216). 885. 

2) Ter. Andr. 214 Quo iure quaque ininria praecipitem 
in pistrinum dabit, ohne weiteres, ob mit Recht oder Unrecht 
Donat: Proverbiale hoc est. Aristoph. Plut. 233 xal önmUoq 
x&ölwag. Diogen. 2, 99. 

ias iurandum s. amare 4. 

lustltla. - 886. 

Amm. Marcell. 28, 6, 25 quia vigilavit lustitiae ooulus 
sempUerrms, das Auge des Gesetzes wachte. 29, 2, 20 lustitiae 
oculus arhiter et vindex perpetuus vigilavit. Vgl. Gell. 14, 4, 1 
OS et oculos lustitiae, Menand. monost. 179 hriv JUr^g iq>d'aXfi6g^ 
og rcc Ttavd'^ Squ (fr. trag, adesp. 421 N.). Apost. 6, 8 JlTirig 
6g>&cclfi6g: r}g dst fLrjöiTtoxe wxxafpqovBiv av^qihnovg imdQ%ovtag. 
Sophocl. fr. 11 N. Dionysius fr. 5 p. 795 N. 

instUS. 887. 

Ter. Ad. 990 Quia non insta ininsta prorsus omnia öbsequor, 
weil* ich nicht in allem möglichen ohne Prüfung Folge leiste. 
^/xQria aadina Aristoph. Equ. 256. Nub. 29 u. a. Die Ver- 
bindung «gehört nach Donat zu Ter. Eun. 1059 zu den pro- 
verbiellen. Vgl. ius 2. aequMS 1. 

iuvare s. opera 3. 

TT 

-^ 888. 

Augustin de grammat. (Migne 32 col. 1390) inde est illud 
xqLa TiccTCTta %d%i6xci^ id est tria oappa pessima, de Cornelio 
Sylla, de Cornelio Ciwna, de Cornelio Lentulo: hi enim per tres 
litter as designati stmt in libris Sibyllinis. Suidas s. v. Tiamtai tqUc 
KccTtita accMöta' KanTtadoKlti, KQrjxri xal KtXtKÜx. ^Hüte dich vor 
den drei Ks' (der Kanne, den Karten und dem Käthchen. Körte 
n. 4040). Mehr bei Wander, Sprich wörterlexik. 11 p. 1085. 

L 

labium s. labrum. 

labor. 889. 

1) Cic. de fin. 2, 32, 105 Quid? si etiam iucunda memoria 
est praeteritorum malorum? ut proverbia nonnulla veriora sint, 
quam vestra dogmata. Vulgo enim dicitur: luoundi aoti labores 



labrom 181 

nee male Euripides*) . . .: Suavis läborum est praeteritormn me- 
moria, (Cic. ad famil. 5, 12, 4 Habet enim praeteriti dohris se- 
cura recordatio deledationem.) Senec. Herc. far. 656 Quae fuit 
durum pati, memmisse dulce est. Verg. Aen. 1, 203 forsan et 
haec olim meminisse iuvahit. Priscian Praeexercit. p. 432, 16E. 
maxima enim factorwn per lahorem perfici solent, perfecta vero 
afferunt iueunditatem. Und so schon Hom. Od. 15, 400 (istä yaQ 
xe Ttccl alysat xignstai &vriQ^ "Og ng dii fidlcc TtoXXä iccid'y Kai 
TtoXV inalfi^^. Sophocl. fr. 345 N. Ttovov fi€rciXXa%&ivrog oi novoi 
yXvxetg. Die Erinnerung an bestandene Mühsale und Gefahren 
ist angenehm.**) 890. 

2) Verg. georg. 1, 145 labor omnia vioit***) Impröbus, 
citiert Macrob. sat. 5, 16, 7 unter den Vergilstellen, welche vice 
proverhiorum in omnium ore fungtmtur. ^Arbeit überwindet 
alle Schwierigkeit.' ^Fleifs überwindet alles.' f) 891. 

3) Hör. sat. 1, 9, 59 Nil sine magno Vita labore dedit 
mortalibuB nach Hesiod opp. 289 Tfjg d' &Qeri]g töq&xa ^eol 
TCQOTtccQoi&ev f'^ijxav. Plato leg. 4 p. 719. (Ps.-Phokyl. 162 
oiösv &VBV xcKfiaTov %iXBt sintBxsg i'oyov,) Priscian praeexercit. 
p. 432, 23 K, Hesiodus quidem dixit: Virtutis sudorem di hnge 
posuere . . . atius poeta dixit: laborihus vendunt dei nohis 
omnia bona, nach Epicharm T&v Ttovcav ntaXovaiv 'fifitv n&vxa 
xayaQ'^ ot ^Boi (Xenoph. memor. 2, 1, 20. Lorenz, Leben und 
Schriften d. Koers Ep. p. 259). *In Gottes Kram ist alles um 
Arbeit feü' (Düringbf. I n. 702). 

labrnm. 892. 

l) Cic. de nat. deor. 1, 8, 20 Hunc censes primis, ut dici- 
tur, labris gustasse physiologiam?, auch nur oberflächlich kenne? 
de orat. 1, 19, 87 QtMie isti rhetores ne primorihus quidem la- 
bris attigissent. p. Cael. 12, 28 qui primoribus labris gu- 
stassent genus hoc vUae, Quintil. 12, 2, 4 qui litteras vel primis, 
ut aiunt, labris degustarit, nur daran genippt hat. Fronte 
p. 62 Nah. leviter et primoribus, ut dicitur, labiis deli- 
basse. Hieron. adv. Ruf. 1, 30 (coL 487Vall.) qui oratoriam vix 
primis labris in adolescentia degustasti. Augustin. c. Faust. 32, 7 
cum tu , . , testamenti veteris supremum liquorem vix summis, ut 
aiu/nt, labris attingas, Cassiod. Var. 2, 3 (Migne 69 col. 545) 
Non primis, ut aiunt, labris ehquentiam consccutus. Ennod. 



*) Andrem, fr. 133 N. 'AXX' rjSv toi aatd'ivxa pb6(ivija&ai, novav. 
**) Die Übersetzung: 'Nach gethaner Arbeit ist gut ruhen' ist 
schief. 

***) Gewöhnlich citiert man: labor omnia vincit, und so schon 
Macrobius. 

t) Manil. astron. 1, 78 Et labor ingenium miseris dedit ist 
kein Sprichwort. 



182 labrum 

p. 7, 11 Vog. quibus scicntiam non primär ibus labris ipsa con- 
tulerint. p. 76, 12 summis labiis oix libabat, p. 133, 15 sa- 
poretH vitae labris primär ibus contingcnti. Vgl. Apul. met. 9, 23 «*/ 
primum . . . guslum extremis labiis contingebat. S. digitus 3. 893. 

2) Senec. ep. 10, 3 Non a summis labris isla vencrunt, 
habent hae voces fundamcnium, Lactant. inst. 3, 16, 4 et est in- 
congrucns atque ineptum, non in pectore, sed in labris habere 
bonitatem. Uieron. ep. 125, 14 ut non . . . summis labiis hospiies 
invitcmus, nicht blois mit dem Munde, sondern dem Herzen. 
Lucian dial. meretr. 7, 3 xal veavlanoig in cc'tiqov tov xslkovg 
rovg oQKovg ^%ov(Siv. adv. indoct. 26 ^ovov ov xal in anQov 
rot) %elkovg exeig ta TtaXccia Travra.*) Apost. 7, 63 in an^cc 
yXcotzri x6 g)tXBtv ^xetg: inl x&v Xoytp fisv^ ^97^ ^^ ^"^ q)dovvx(ov 
ciXkrikovg. 894. 

3) Plaut. Trin. 910 Ätque etiam modo vorsabatur mi in 
labris primoribus, es schwebte mir auf der Zunge.**) Vgl. 
Trin. 925 Satin' inter labra atque denies latuit vir mirmmi 
pretii? Vielleicht gehört hierher auch Cic. bei Non. p. 428, 2 qiii 
illud nescio quid, qiiod in primor ibus habent, ut aiunt, labris. 896. 

4) Mart. 3, 42, 2 non mihi labra Unis, du schmierst mir 
keinen Pappe ums* Maul, du tauscht mich nicht. Nach Fried- 
länder von der Art, wie man Kindern bittere Medizin beibrachte, 
indem man den Eand des Gefäfses (labrum) mit Honig be- 
strich. Hieron. comment. in Ezech. 6 (V col. 197 Vall.) et pdlacis 
Ulyxis venena non deserunt, labiaque tantum melle circum- 
linunt. S. mel 5. 896. 

5) Hieron. ep. 7, 5 secundum illud quoque, de quo semel 
in vita Crassum ait risisse' Lucilius: Similem habent labra 
laotucam, asino carduos comedente.'***) Luc. Müller (Lucil. fr. 
iiic. V. 175) stellt den Vers folgendermafsen her: Similem habent 
laotucam labra comedenie asino carduos. Derselbe (p. 285) nimmt 
an, der Vers sei aus einer Komödie entnommen. Auch Ribb. 
com. ine. 102 ITihrt ihn an und erklärt: labra hominis voi'ücis 
nescio cuius lactucam simili modo tenent et tractant, ut asinus car- 
duos comed€ns,f) Doch ist es mir wahrscheinlicher, dafs die 



*) Anders Epicur bei Senec. ep. 30, 14 Non dubitare autem se, quin 
senilis anima in primis labris esset nee magna vi distraheretur a 
corpore, nat. quaest. 3 praef. 16 Quid est pra^cipuüm? in primis lahris 
animam habere, bereit sein zum Sterben. Senec. Herc. für. 1310 in ore 
primo teneo (sc. animam). 

**) Andere (Stephanus, Schneider, v. Wyfs) beanstanden die sprich- 
wörtliche Natur der Redensart. 

***) Die Thatsache, aber ohne Anführung des Verses, berichten 
auch Cic. de fin. 5, 30, 92. Tusc. 3, 16, 31. Plin. n. h. 7, 19. Amm. Mar- 
cell. 26, 9, 11. Macrob. ^at. 2, 1, 6. Sidon. Apoll, carm. 24, 13. 

t) Eine andere Herstellung versucht Baehiens zu n. 895. 



\ 



labyrinthus — lacerta 183 

Worte comedenie asino carduos nur zur Erzählung gehören: Als 
ein Esel Diätein frafs, sagte jemand: similem habent labra lactucam, 
sie passen zu einander, worüber der sonst immer ernste Crassus 
lachen muTste, das einzige Mal in seinem Leben. Damit stimmen 
auch die deutschen Sprichwörter Uberein (doch wohl Reminiscenzen 
aus dem Lateinischen): ^Disteln sind des Esels Salat' (Körte 
n. 1105), 'Wie das Maul, so der Salat' (Körte n. 5219), 'Das 
ist der rechte Salat für das Maul' (n. 6467). Das Wort war 
schon bei den Römern proverbiell, wie es denn bei Hiorouymus 
mitten unter anderen Sprichwörtern steht. 

labyrinthus. 897. 

Petron 73 novi generis labyrintho inolusus. Macrob. sat. 
7, 5, 2 loquendi labifrinthis impares, Boeth. consol. phil. 3, 12 
Ludisne, inquam, me inextrdbüem Idbyrinthum rationibus texens,*) 
Apoll. Sidon. ep. 2, 5,-1 Joannes familiär is meus inextricabilem 
labyrinthum negotii multiplicis incurrit. ep. 4, 11, 2 Quaestionum 
insolubilitate läbyrmthiea, Ennod. p. 56, 24Vog. praesta, domine, 
ut labyrinthi huius sine errore sinuosos superemus anfractus. 

lac s. gällina 1. 898. 

1) Ov. am. 3, 5, 13 Oandidior . . . laote. her. 15 (16), 248 
Pectora vel puris nivibus vel lade . . . candidiora, art. am. 
1, 292 Una fuit Idbes, cetera lactis erant. ex Pont. 2, 5, 37 tua 
pectora lade Et non' calcata candidiora nive. Paul. Petric. 
20, 722. 723 dentes lacte candidiores. Hieron. 23, 1313 C. 
Augustin. bei Migne 47 col. 1146. medit. 35 lacte et nive candidior, 
Greg. Magn. mor. 32, 46. Doch ist der Vergleich fast nur poetisch. 
S. Dan. 7, 9. 889. 

2) Plaut. Men. 1089 neqne laote laotis . . . usquam simi- 
lius est. Bacch. 19 Sicut lacte lactis simile est. Mil. glor. 240 
Tarn similem, quam lacte lacti est. Amphitr. 601 Neque lac 
lactis magis est simile, ^So ähnlich, wie eine Milch der andern' 
(Körte n. 5326). Vgl. aqua 2. ovum 1. 900. 

3) Cic. Tusc. 3, 1, 2 ut paene oum laote nutriois errorem 
suxisse videamur, wir haben den Irrtum fast mit der Mutter- 
milch eingesogen, d. h. er läfst sich schwer vertreiben. Prudent. 
c. Synunach. 1, 201 puerorum infantia prima Errorem cum lacte 
bibit. Vgl. Quintil. 1, 1, 21 a lacte cunisque. 901. 

4) Hieron. ep. 96, 1 laote iufantiae derelioto solidioris dbi 
cUimenta suscipiunt, ep. 96, 14 lac infantiae deserentes soli- 
diora capiamus alimenta, wir wollen festere Nahrung als die 
Muttermilch. 

lacerta**) s. locusta Anm. 



*) Vgl. Plin. nat. h. 36, 84 ff. Verg. Aen. 6, 27. 
**) luvcD. 3, 230 Est aliquid . . . TJiiius sese dominum feoisse 



184 lacinia — lacns 

lacinia s. paemUa Anm. 

Laconicas b. sUbseUium Anm. 902. 

Cic. ad famil. 11, 25, 2 non imitor lax(aviö(ibv tuum. 
Syinmacb. ep. 1, 14 (8), 1 Laoonioae malo studere broYitati. 
1, 45 (39), 2 Memini hrevitatem Spartanam laudi quondam 
fuisse, 5, 37 Litterae iuae Spartana hrevitate sucdnctae su/nt 
Ausoii. sept. sap. (20, 137 Seh.) BreviUtte nota, qua Lacanes utimm. 
grat act. 4, 19 qui se Laconica hrevitate coUegit, Ennod. 
p. 228, 25 Vog. etiamsi Spartana adhtbeatur brevUas. p. 259, 25 
intra breves termmos Spartanae memor concinnitatis, lako- 
nischer Kürze. 

lacrima. 90d. 

1) Anct. ad Herenn. 2, 31, 50 Cotnmiserationem brevem esse 
oportet; nihil enim laorima oitiiiB aresoit. Cic. de invent. 1, 
56, 109 Q^€m ad modum enim dixit rhetor Äpollonius, lacrima 
nihil citiiAS aresdt. part. or. 17, 57 Cito enim arescü lacrima, 
praesertim in rebus älienis. Curt. 5, 5, 11 ignorant, quam cderiter 
lacrimae inarescant. Quintil. 6, 1, 27 nee sine causa dictum est, 
nihü f acutus quam lacrimas inarescere. Quintil. declam. p. 331, 8 ß. 
et iUud veri simUlimum est, lacrimas celerrime inarescere, lul. 
Sever. praec. art. rhet. 24 p. 370 Halm, lacrimis comparati sunt, 
qu/ibus nihü cUius arescü. ^Hitzige Thränen trocknen bald' (Körte 
n. 7462). 904. 

2) Ter. Andr. 126 Hino illae laonmae, daher die Thränen! 
Als geflügeltes Wort wiederholt von Cic. p. Cael. 25, 61 hinc illae 
lacrimas nimirum, da liegt der Hase im Pfeffer, da liegt der 
Hund begraben. Hör. ep. 1, 19, 41 hinc illae lacrimae. luven. 
1, 168 Inde irae et lacrimae, 

lactuca s. Idbrum 5. 
lacunar s. tectum. 

laCUS. 905. 

1) Hör. ep. 1, 3, 11 Fastidire laotis et rivos ausus apertos*) 
Prop. 2, 23, 2 Ipsa petita lacu (im Tümpel) nunc mihi dt4kis 
aqua est, aus unlauterer Quelle. Lactant. instit. 4, 30, 1 si quis 
aquam vitae cupiet haurire, non ad detritos lacus deferatur . . . 
sed ad uberrimum dei fontem, nach Jerem. 2, 13. Hieron. adv. 
Lucif. 23 (col. 196 Vall.) Conatus est beatus Cyprianus contritos 
lacus fugere nee bibere de aqua äliena, Teiche und Tümpel haben 
kein frisches Wasser. Vgl. fons 1. 906. 

2) Prop. 2, 14, 12 Dioebar sicco vilior esse laon, wert- 
loser und verächtlicher als eine vertrocknete Lache (Trog). 



laoertae (bier =» eines kleinen Stückc^hen Landes, eines Gärtchens) 
wird als sprichwörtlich angesehen, schwerlich mit Recht. 
''') S. dazu die Anmerkung von A. Eiefsling. 



Ladas — lapis '' t 185 

Ladas. 907. 

Catull 55, 25 (58^, 3 R.) Non Ladas ego piffnipesve Perseus. 
Mart. 10, 100, 5 Haheas licehit alterum pedem Ladae. 2, 86, 8. 
luven. 13, 96 Pauper locupletem optare podagram Nee dubitet Ladas. 
Ladas war ein berühmter Olympionik (schol. zu luv. a. a» 0. 
Pansan. 3, 21, 1). Jacobs zu Anthol. gr. 3, 2 p. 58. 

lamberare s. ludus 2. 

lamna. 908. 

Petron 57 numquid pater fetxun emit lamna?, bei deinem 
Vater bekommt wohl das Geld Junge? luv. 6, 363 Äc vdut ex- 
Jiausta redivivus ptdlidet arca Nurnmus et e pleno tollatur semper 
acervo. Die unversiegbare Geldquelle ist märchenhaft. 

lampas. 909. 

Varro r. rust. 3, 16, 9 guod de fruetu nihil dixi, nunc oursu 
lampada tibi trado, jetzt kommt die Beihe an dich, du magst 
mich ablösen. Lucr. 2, 78 Inqtie hrevi spatio mutantur saecla 
animantum. Et qmm cursores vital lampada tradunt, lassen 
andere an ihre Stelle treten. Pars. 6, 61 Qui prior es, cur me in 
decursu lampada poscis?, warum wartest du nicht auf meinen 
Tod?*) Plato leg. 6 p. 776 B wt^an^q Xa(i7tddcc xbv ßlov naQcc- 
Stdovrag akkoig i^ akkav. 

lana s. caper 2.**) 

lanatus^ laneus s. dms 10. 

lanterna s. punicus 2. 

lapidens s. lapis 3. 

lapillns 8. calcultis 1. 

lapis s. oanis 8. gutta 2. saan^n 2. seputcmm. si- 
lex 2. 3. 910. 

1) Cic. de orat. 1, 57, 245 lapides mehercule omnes flere 
ao lamentari coegisses. Oy. met. 9, 303 moturaque duros 
Verba queror siliees, die einen Stein erweichen könnten. Vgl. 
adamas 3. 911. 

2) Plaut. Mil. glor. 236 Neqne habet plus sapientiae, 
quam lapis. 1024 Nullum est hoo stolidius saxtun. Poen. 
291 tu es lapide silice stultior. Mercat. 631 credidi Hommi 
docto rem mandare: lapidi mando maxumo. Most. 1073 Verba 
Uli non magis dare hodie quisquam, quam lapidi potest (Bacch. 
1088). Ter. Heaut. 831 I, quid stas, lapis? 917 Ni essem 
lapis, Hec. 214 quae me omnino lapidem, non hominem putas. 
Nach Donat aus Apollodor: av fie TtavtoTtaöiv i^yriöai Xl&ov 



•) S. 0. Jahn z. d. St. 

*'^ Ov. art. am. 2, 686 Siccaque de lana cogitat ipsa sua, von 
einem Mädchen, das nur fQr ihre Arbeit, nicht für die Liebe Sinn hat, 
ifit an dieser Stelle überhaupt nicht sprichwörtlich. 



186 ^ lapis 

(fr. 9 Kock). Aristoph. Nub. 1202 ovxsg U&oi. Vgl. Append. 
prov. 3, 68 kl^<a kaksig: iitl x&v &vaus&rit(Ov. Vgl. hernia, 
statua. 912* 

3) Apul. met. 3, 10 flxus in lapide Bteti"^), zu Stein er 
starrt (vor Schreck oder Verwunderung). 6, 14 mutata in la- 
pide PsycJie, Plaut. Trucul. 808 Lapideus sum. Ov. her. 10, 50 
Quamque lapis sedes, tarn lapis ipsa fuL S. saxum 2. 913. 

4) Plaut. Aulul. 151 m^ misero cerehrum excutitmt Tua dida, 
soror: lapides loqueris, deine Worte treffen mich wie harte 
Steine. 914. 

5) Plaut. Aulul. 195 Altera manu fert lapidem, panem 
ostentat altera, von hinterlistigen Menschen, die jemanden durch 
schöne Versprechungen an sich locken, um ihn dann zu verderben 
(wie man es wohl mit einem Hunde macht). Hieron. ep. 48, 13 
panem, ut dicitur, ostendere, lapidem tenere, ep. 81, 1 
altera manu lapidem tenere, panem offerre altera. Ähnlich Plut. 
de primo frigid. 14, 5 6 d' ^AQxlkoxog inl xfjg r&vavxCa q)Qovovm 
öv 7UJC7i&g slite: Trj ^sv 06(oq iq>6qBi dokoq)QOV€v<S<x x^^Qh 
d'TixiQy de TtvQ, Vgl. noch Matth. 7, 9 Welcher ist unter eucb 
Menschen, so ihn sein Sohn bittet um Brot, der ihm einen Stein 
biete? Lucas 11, 11. 915. 

6) Cic. ad famil. 10, 20, 2 Culpa enim Uta, bis ad eundem, 
vulgari reprehensa proverhio est. Ov. trist. 2, 16 Saxa malum 
refero rursus ad icta pedem. Auson. ep. 11 tu ut tua culpa 
ad eundem lapidem offenderes. Vgl. Publil. Syr. 303 Lapsus 
semel fit culpa, sl Herum cecideris. Nach dem Griechischen: Zenob. 
3, 29 dlg TtQog xov aixov al<s%Qov TtgoöTiQoveiv kl&ov: hi» 
x&v dsvxsQOv xotg avtotg TtSQimnxovxoov. fr. com. adesp. 391 Kock. 
*Wer sich zweimal stöfst an denselben Stein (d. h. denselben 
Fehler macht), mufs wohl blind oder ein Schafskopf sein 
(Wander IV p. 823). II est honteux de se heurter deux foix a 
la mßme pierre. Zum Gedanken s. Cic. de invent. 1, 39, 71 Äc 
primo guidem decipi incommodum est. Herum stultum, tertio turpe. 
Vgl. naufrßgium 3. scopulus 2. 916. 

7) Cic. p. Plane. 40, 95 in quo dixisti, dum Plancii in me 
meritum verbis extollerem,^ , . . lapidemque e sepulcro venerari 
pro deo, dafs ich sein Verdienst überschätze. Vgl. arx.**) 

*) Plaut. Bacch. 816 Atque in eopse adstaa lapide, übt praeco 
praedicat wird mit unrecht für sprichwörtlich angesehen; es ist 
nichts anderes, als eine witzige Variation für venis, du bist (verraten 
und) verkauft (v. 816 quis me vendit?). Mit Unrecht vergleicht Schneider 
(de proverb. Plaut, et Ter. p. 14) Zenob. 2, 12 civdqdnodov aXoavi\tov: 
laov ro5, ßcigBccgov xal svzsXsg. Auch Aristoph. Acharn. 683 und 
Pax 680, Stellen, die nicht einmal proverbiell sind, gehören nicht 
hierher. 

**) Plaut. Curcul. 197 Noli, amabo, verberare lapidem, ne 



laqueus — later 187 

laqueus s. mel 7. scire 2. 917. 

1) Ov. art. aui. 1, 646 in laqueos« quos posuere, cadant, 

fangen sich in ihren eigenen Schlingen, rem. am. 502 In la- 
queos auceps deciäeratque suos. (luven. 10, 314 ut in la- 
iiueos numquüm incidat, Qiiintil. 5, 7, 11 a patronis , . , in la- 
queos iuducuntur,) Hieron. adv. Pelag. 1, 11 (col. 703) JDiim 
nescis, proprio captus es laqueo. Mar. Mercat. p. 967 laqiico, 
quem ipse tetendit, capihir. Petr. Chrysol. (Migne 52 col. 605 A) 
cadcns ipse in laqueum, quem tetendit, Macar. 3, 85 iv xoig 
e^iavxov StTitvoig &X(oCo(icci: inl ra>v iitb tmv löUüv tcccvovq- 
ymv «A^tfxofiivcöv. Psalm 9, 16. *Wer andern eine Grube gräbt, 
Mit selbst hinein' (Düringsf. I n. 643).*) Vgl. ars 4. 918. 

2) Senec. de tranquill. an. 10, 1 laqueum (tibi) impegif, 
quem neo solvere possis ueo erumpere. Plin. ep. 2, 8, 2 Num- 
quamne hos artissimos laqueos, si solvere negatxir, ah- 
rumpam? *Wenn es nicht biegen will, so mufs es brechen.' 

lardum. 9i9. 

Petron 39 strabones, qui holera speotant, lardum tollunt, 

die Schielenden, d. h. die Neidischen,**) die sich scheinbar nach 
dem Geringeren umsehen und dabei das Beste nehmen. 

largitio s. fundus 1. 

larya s« mortuus 3. 9 20. 

Petroli 62 ut larva intravi, leichenblafs, blafs wie der Tod 
(vor Angst). S. mortuus 1. 

lassus s. hos 4. 921. 

Senec. de ira 3, 9, 5 Vetus dictum est: a lasso rixam 
quaeri, mit einem Müden ist leicht anbinden. Zur Erklärung 
8. Plin. n. h. 22, 111 sie et in lassitudine proniores esse ad ira- 
cundiam. Vgl. auch Macar. 6, 27 Tuivxcc kvitd xov xvtpXov. 

later. 922. 

Ter. Phorm. 186 purgem nie? laterem lavem. Donat: 
na^omia' nXlv^ov itkvvstg (Zenob. 6, 48 inl x&v xoig advvdxoig 
imieiQovvxonv). Senec. rhet. controv. 10 praef. 11 non intellegis, te 
laterem lavare? Ambros. de virg. 3, 4, 19 sicut is qui laterem 
lavaf. Hieron. adv. Pelag. 1, 24 (col. 721) immo laterem lavas, 
Gaudent. (Migne 20 col. 904) (ludaei), ut dici solet, laterem 
lavant. ^Dem Ziegelstein die Röte abwaschen wollen' (Körte 
n. 8916). 



per das manum ist, dem Zusammenhange nach zu urteilen, nitht 
sprichwörtlich, sondern ein blofser Witz. 

*) Zu der Metapher laqueum tendere vgl. Ov. art. am. 2, 496. 
3, 591. Cic. Tusc. 5, 27. Senec. de benef. 7, 4, 1. Quintil. 5, 10, 101. 
Amm. Marceil. 14, 11. 

*♦) Vgl. Lucil. bei Non. p. 27, 7 NuUi me invidere, nee strabonem 
fieri saepiua Deliciis me islorum (n. 635 Baebr.). 



188 latere — legere 

latere s. öbstare. 923. 

Ov. trist. 3, 4, 25 Crede mihi bene qui latuit, bene vizit. 
Hör. ep. 1, 17, 10 Nee vixit male, qui natus moriensque fe- 
fclliU Porphyr, hoe autcm graecum proverhium est kd^e 
ßtaöag (Grundsatz des Epikur). ^Glücklich, wer im Dunkel 
bleibt.' 

latema s. Pumcus 2. 

latinus. 924. 

Cic. Yerr. 4, 1, 2 latine me scUote, non accusaiork loqni, 
buchstttblich. Philipp. 7, 6, 11 ui appdlofU ii, qui plane et la- 
tine loquuntur, ehrlich und offen. Mart. praef. 1 üt , . . inmdla 
pagina latine loqui fas sit, offen zu reden. Qointil. declam. 3, G 
latine queri non possumus. ^Deutsch reden.' dire fran9ais. S. 
Bomanus 3. 

latro s. nudus 3. 

latus. 925 

Ter. Heaut. 672 triumpho, si licet me latere tecto absce- 
dere, wenn ich mit heiler Haut davon komme. 

laudare. 926. 

Naevius bei Cic. Tusc. 4, 31, 67 Äliter enim Naevianus iUe 
gaudet Hector: Laetus sum laudari me abs te, pater, a lan- 
dato viro (v. 17 Eibb. trag.), ad famil. 5, 12, 7 Placet mim 
Hector ille mihi Naevianus, qui non tantum laudari se laetatur, sed 
addit etiam: a laudaio viro. ibid. 15, 6, 1 Laetus sum laudari me, 
inquit Hector, opinor apud Naevium, äbs te, pater, a laudato viro» 
Senec. ep. 102, 16 tragicus iUe apud nos ait, magnificum esse, 
laudari a laudato viro. Symmach ep. 1, 3, 1 laudari quippe ab 
laudato viro rara est messis ingeniL ep. 9, 110 (91) nam eisi 
laudari ab laudato viro vetus dictum est. Zum Gedanken vgl. 
Hör. ep. 1, 17, 35 Principibus placuisse viris non ultima laus est. 

laureola s. mustaceus. 

laus s. ars 3. 

lectus 8. fulmenttmi. Sotericus. 

legere s.' multus 2. 927. 

1) Plin. ep. 8, 15, 1 quia scripseras tarn gracUes istic vinr 
demias esse, ut plane scirem, tibi vaoaturum, quod vulgo dici- 
tur, [librum]*) legere. Ein vulgäres Wortspiel. Wenn die 
Weinernte nicht gut geraten war, so hiefs es: vacat legere, man 
hat Zeit zum Lesen, d. h. entweder der Trauben oder eines 
Buches. Auch das deutsche Sprichwort spielt mit diesem Worte: 
Körte 4752 *Er kann nichts lesen als Linsen und Erbsen'; *Wer 
nicht lesen kann, mufs Butten tragen.' 



*) Dieses Wort halte ich für ein Glossem, da es das Wortspiel 
stört. 



legio — leo 189 

2) Ps. Cato dist. I praef. (Baehr. P. L. M. 3 p. 214) [928. 
legere enim et nou intellegere neglegere est. ^Lesen und nichi; 
verstehen ist halbes Müfsiggehen' (Körte n. 4749). Ob verbreitet? 

legio. 929. 

Plaut. Aulul. 560 Pol vel legioni sat est, für eine Legion, 
d. h. für eine grofse Zahl (Legion). S. Mark. 5, 9. Luk. 8, 30. 

leno. 930. 

Plaut. Rud. 1386 Te hie fide lenonia uti, Bud. 346 8i deos 
decqiU et homines, lenonum more fecit, P^rs. 243 omnes sunt 
lenae levifidae. 688. Vgl. Curcul. 65. Plaut. Rud. 653. Ter. 
Ad. 161. 

lentus s. deus 11. 

leo s. caMus, 931. 

1) Hör. epod. 12, 25 quam tu fugis, ut pavet aoris Agna 
InpoB eapreaeque leones. Hom. II. 11, 383 oi xi ae 7t£g>Qt%aat 
liovd'^ &g firi^öeg aJyBg. Diogen. 6, 59 (ir^ TtQbg Xiovxa öoQHag 
ufpcofiai liä%rig: im t&v 'ri|}v lax^'*^ avCömv. 932. 

2) Hör. sat. 2, 3, 186 Astuta ingenuum volpes imitata 
leonem. Hart. 10, 100, 3 Quid congregare cum leonibus vulpes.,. 
quaeris? Vgl. Cic. de off. 1, 13, 41 fraus quasi vulpeculae, vis 
leonis videtur, — Phaedr. fab. append. 23 tit. übi leonis pellis 
deficit, vulpinam induendam esse, hoc est, ubi deficiv/nt vires, 
astu utendum ist eine Übersetzung des griechischen Sprichwortes 
ctv 71 Xsovtfj fii] i^lKTixai.^ xiiv &X(ons9i7iv 7r^6^ai/;ov (Zenob. 
1, 93). *Wo die Löwenhaut nicht reicht, mufs man den Puchs- 
balg annähen' (Körte n. 4970). 933. 

3) Petron 44 nunc populus est doxui leones, foris vulpes. 
Aristoph. Pax 1189 Svxeg oikoi fisv Xiovxeg^ iv jxa^]} d' icXta- 
TTcxeg. Eustath. p. 1349, 25. 934. 

4) Tertull. coron. mil. 1 Novimus pectora eorum in pace 
leones, in proelio eervos. Apoll. Sidon. ep. 5, 7, 5 cum sint 
in praetoriis leones, in castris lepores. 'Löwenmaul und 
Hasenherz' (Körte n. 4971). 'Ein Löwenmaul und ein Hasen- 
lierz haben' (Borchardt, sprichw. Redensart, n. 652). 936. 

5) Lucil. bei Non. p. 102, 22 Esurienti leoni ex ore ez- 
Bculpere praedam (7, 17M. n. 207 Baehr.). Pest. p. 182 M. 
Naevius in Hariolo: Deprandi item leoni si obdas oreas 
(v. 20Ribb. com.*).*) Von einem gefahrvollen und tollkühnen 
Unternehmen. Wir sagen: der Katze die Schellen umhängen. 
Beide Redensarten entstanden jedenfalls aus Fabeln. Ähnlich 
Plato republ. 1 p. 341 C Oüi yccQ av fu . ', , o^xa iiav^vai^ &axe 
^vQsiv im%siQetv Xiovxa] Diogen. 6, 25 Xiovxa ^vQag. 



*) Verschieden ist das griechische Sprichwort in Xvhov atöfiarog 
(Zenob. 3, 48). 



190 lepus 

6) Mart. 10, 90, 9 noli Barbam vollere mortuo leoni. [93C. 
^Den toten Löwen kann jeder Hase am Barte zupfen' (Düringsf. II 
n. 68). Ähnlich lautet Soph. Antig. 1030 rtg «Axiji t6v ^avovr 
ircMTavetv; 1288. Phil. 946 ivalgcav vengov. Moscbion fr. 7 
p. 815 N Tl xiQÖog oiair Svra^ ißglisiv vsKQOvg; (Dagegen ist das 
griechische Sprichwort Uovta vvaöeig (Diogen. 1, 52) gleich- 
bedeutend mit £v TiBliisvov TiaKbv Mvetg), Das Sprichwort gebt 
seinem Ursprünge nach wohl ebenfalls auf eine Fabel zaiiick. 
Zum Gedanken vgl Publil. Syr. 277 In misero faeile fit potens 
iniuria, S. harba, 937. 

7) Mart. 12, 61, 5 In tauros Lihyci rmint leones, Non 
sunt papilionibus molesti ist vielleicht mit Grenthe, de proverb. 
ad nat. animal. spect. p. 6, als sprichwörtlich anzusehen. ^Löwen 
fangen keine Mäuse.' Vgl. aquila 4. 938 

8) Senec. ep. 82, 24 subula leonem exoipis, du gehst der 
Gefahr mit unzureichenden Waffen entgegen.*) Vgl. ep. 85, 1 
Pudel in aciem descendere . . . subula armafum. 

lepus s. leo 4. 939. 

1) Ov. art. am. 3, 661 aliae iua gaudia carpent, Et lepus 
hio aliis exagitatus erit. Petron 131 vides, guod aliis leporem 
excitavi. Vgl. aper 2. *Der eine fängt den Hasen, der andere 
ifst ihn.' 940. 

2) Plaut. Capt. 184 I modo, venare leporem: nuno ictim 
tenes, geh, jage dir einen Hasen, denn jetzt hast du nur ein 
Wiesel, d. h. hier: suche dir ein besseres Mahl. Im allgemeinen 
wurde das Sprichwort wohl angewandt, wenn jemand, anstatt 
einen guten Fang zu machen, wenig oder nichts erreichte. 
Während nämlich das Fleisch des Hasen für eine Delikatesse galt 
(v. Leutsch zu Macai\ 6, 29), gehört das Wiesel nicht blofs nicbt 
zu den efsbaren, sondern sogar zu den ungltickbringenden Tieren 
(Aelian. nat. an. 15, 11). Daher sagten auch die Griechen: ya- 
Xijv 6%€ig {iitl rcbv ÄrrorcvjcwÄCOv. TtaQOGov et yalriv i'xovxBg ovx 
eitvxovaiv Diogen. 3, 84). Über iäis s. Plin. n, h. 29, 60 (gemis 
mustelae), 941. 

3) Ter. Eun. 426 Lepus tute es, pulpamentum quaeris? 
428 Gn. Trwmne, ohsecro te, lioc dictum erat? vetus credidi 
Th. Audieras? Gn. Saepe et ferfur in primis. Donat: Lepus pro 

*) Genthe , de prov. p. 6 , führt aus Valer. Max. 7, 2 ext 7 als 
Sprichwort an: leones nutrire in urhe. Aber dort wird nnr eine 
allerdings sprichwörtliche Stelle aus Aristophanes (Pax 1431 ov x^/j 
Xeovtog a^vfirov iv n6XBi rgstpsiv) wörtlich mit Berufung auf das Ori- 
ginal übersetzt. — Daraus, dafs Cfassins societatetn leoninam app<^- 
lahat, in qua alter ex duobus lucrum tantunif alter damnum setiiirä 
(Ulpian digest. 17, 2, 29 nach der bekannten Fabel bei Phaedr. 1, 6), 
folgt noch nicht die sprichwörtliche Natur der Bezeichnung im Alter- 
tum. S. Büchmann, Gefl. W.^^ p. 23ö. 



lepns 191 

infamia multa poniiur vd quoä magis a posteriori parte, h^c est 
armis, pulpamenfum de se pracheat . . . vel guod a physicis dicatur^ 
incerti sexus ae esse modo mos, modo femina . . . Lepus tute es, 
ptdpamentum quaeris. Quod in te habes, hoc quaeris in alter o. 
Flav. Vopisc. Numer. 13 Ipsi denique comici plerumque sie milites 
indticunt, ut eos faciant vetera dicta, usurpare, nam et ^ lepus iute 
CS et pulpamentum quaeris^ Livii Andronici dictum est, multa- 
que alia, quae Plautus Caecüiusque posuerunt (v. 7 Ribb. com.^). 
Mar. Plot. Sacerdos 1 (p. 453, 17K.) Cacoemphaton est oratio turpem 
significationem hahens inturpibus vethis, ut ^l^ms u. s. w. Der 
Zusammenhang bei Terenz (den auch Sacerdos vor Augen hatte) 
ist folgender: Der prahlerische Thraso erzählt, bei einem Gast- 
mahle habe er eine Dirne bei sich gehabt; als diese ihm ein 
rhodischer Jüngling habe abspenstig machen wollen, habe er ihm 
jenes Wort zugerufen: Du bist selbst ein Hase und suchst Lecker- 
bissen?, d. h. du bist selbst noch fast ein Knabe (adulescentülus)^ 
und als solcher, als puer delicatus, noch geeignet geliebt zu 
werden, und willst schon ein Liebchen?*) Der Wortlaut scheint 
dem griechischen Sprich woiie 6 laymg xa^' iavxoü rä fjdv- 
öfictta entlehnt, dessen Bedeutung allerdings nicht mit der An- 
wendung bei Terenz tibereinstimmt: inl tc5i» jcaO'' iavz&v n^ayfia- 
zivofiivcav. inelTCSQ 6 kayrng airhg iavr& ylvixcti, ilövöfia (Macar. 
6, 29). Verwandt und der Bedeutung nach noch näher liegend 
ist Diogen. 4, 12 dcccvTtovg kqb&v Ini&vfist: inl r&v Ttag^ 
ükkoav ini^ritovvtCDv ^ & naq iavv&v i'xov(Si.v, Über die Vorliebe 
der Alten für Hasenfleisch s. n. 2. 942. 

[4) Mart. 5, 29, 4 Edisti nnmquam, Gellia, tu leporem. 
Ael. Lamprid. Alex. Sever. 38 citiert einen iocus poeticus auf Alex. 
Severus : Pulchrum quod vides esse nostrum regem . . . Venatus facit 
et lepus comesus, De qiU) continuum capit leporem. Zur Erklärung 
bemerkt Lampridius: multi Septem diebus pülcJiros esse dicunt eos, 
gui leporem comederint (Mart. 5, 29, 2 Formosus Septem, Marce, 
diebus eris\ und Plin. n. h. 28, 260 vulgus et gratiam corpori in 
Villi dies (fieri arbitratur). Dafs aber dieser Aberglaube schon 



*) Nach Donat sucht v. Leutsch zu Macar. 6, 29 die turpis signi- 
ficatio darin, dafs nach dem Glauben der Alten der Hase zugleich 
männlichen und weiblichen Geschlechts sei (Plin. n. h. 8, 218). Da- 
nach raüfste also mit lepus hier ein Mensch gemeint sein, der ein 
scortum gar nicht brauchte. Doch ist eine solche Deutung sehr un- 
wahrscheinlich, da Sacerdos die Worte ausdriicklich inturpia nennt, 
und den Soldaten selbst nichts berechtiget hätte, einen ihm ganz un- 
bekannten Menschen so schwer zu beleidigen. — .Nicht zutreffend sind 
auch die Erklärungen von H. Genthe, de prov. p. 6 remota alienaque 
persequentes bona, proprio non minus pra^stantia neglegere, und noch 
weniger die von Wortmann, de comparat. Plaut, et Ter. p. 26 ipse es 
ignavus et unumquemque times, nunc tu alias persequi vis? 



192 Lethe — übet 

bei ien Alten ins Sprichwort übergegangen sei, wie Genthe, de 
proverb. ad anim. nat pert. p. 8 glaubt, scheint mir ans den an- 
gefliltrten Stellen des Martial und Ael. Lampridius noch nicht 
mit Sicherheit zu folgen. Quand on mange du li^vre, on est 
beau pendant sept jours. Chi mangia lepre ride sette giorni.] 

Leibe. 943. 

Hör. epod. 14, 1 MoUis inertia cur tantam diffuderit imis 
Ohlivionem sensibtis, Pocula Lethaeos ut si ducentia somnos 
. . . traxerim. Hieron. adv. Euf. 1, 30 (col. 486 Vall.) Bibendum 
igitur mihi erit de Lethaeo gurgite, iiixta fäbuLas podarum, ne 
arguar sdre, quod didkL Symmach. ep. 1, 91 (85) ut quaelibet 
offensa tamquam Lethaeo poculo mergeretur, ins Meer der Ver- 
gessenheit versenkt werde. 

. leyis s. hrachium 1. manus 16. 

lex. 944. 

1) Macrob. sat. 3, 17, 10 Veius verhum est, Leges, in- 
quit, bonae ex malis moribns procreantar. Vgl. Tac. ann. 
15, 20 Usu pröbatum est, leges egregias apud bonos ex delictis 
aliorum gigni. Liv. 34, 4, 8 sie cupiditates prius natae stmt, quam 
leges. ^Schlimme Sitten bringen gut Gesetz' (Körte n. 6950). 945. 

2) Cic. de leg. 3, 1, 2 vereque dici potest, magistratum legem 
esse loquentem, legem autem mutum magistratnni. Gell. 14, 
2, 1 ex mutis, quod aiunt, magistris cognoscerem, 946. 

3) Cic. p. Mü. 4, 10 Silent enim leges inter arma wurde 
schon bei den Römern ein geflügeltes Wort. Quintil. 5, 14, 17 
citiert und bespricht es, ebenso Lncan 1, 277 leges hello si- 
luere coactae. Den Gedanken hat auch Liv. 34, 6, 6 Qaae in 
pace latae sunt^ plerumque heUum ahrogat, Senec. Herc. für. 401 
Quas (sc. leges) arma vincunt Vgl. Herc. für. 253 lus est in 
armis, opprimit leges timor. Aber auch in den dem Menander 
zugeschriebenen Monosticha findet sich der Vers (409) "Otcov 
ßia naqecxiv^ ovdsv l6%vsi v6(iog, ^Gewalt geht vor Recht 
(Düringsf. I n. 592).*) ^Im Kriege schweigt das Recht' (Körte 
n. 4470).**) 

liber s. capUlus 2. 947. 

Senec. apoc. 1 ego solo me liberum faotiim, ich bin ein 
freier Mann, lasse mich nicht zwingen. Claudius bei Sueton 
Cland. 40 si quem älium, et se liberum esse. Petron 117 nee 
minus liber sum, quam vo-s.- Die Phrase war populär. 

liber s. epistula. legere 1. mälum 3. musteu^, 

liberalls s. älienus 5. 

übet s. licet 2- 



*) Habaknk 1, 3. 
**) Vgl. Ov. trist. 5, 7, 48 Victaque pugnaci iura sub ense latent. 



Libjcus — limen 193 

Li1t)ycas s. Africa 2. 3. 

licet. 948. 

1) Hieron. ep. 121, 8 Saecularis apud Graecos senten- 
Ha est: Qnioqxiid licet, minus desideratur. Ebenso Ov. am. 

2, 19, 3 Quod licet, ingratum est; quod non licet, acrius 
urit ^Verbotene Frucht schmeckt am besten' (Düringsf. II 
n. 526). Vgl. Ov. am. 3, 4, 17 Nitimur in vetitum semper cupi- 
musque negata. met. 7, 20 video mdiora pröboque, Deteriora 
sequor. Vgl. Ov. am. 3, 4, 31. met. 15, 138. Senec. Herc. 
Oet. 357. 949. 

2) Aquila Boman. 27 frequens illud apud veteres eins- 
modi est: oui quod libet, hoo lioet, Wlaubt ist, was gefällt' 
(Goethe, Tasso).*) Ael. Spart. Caracalla 10 dixissetque Änto- 
ninus ^velJcm, si liceret\ respondisse fertur (Itdia): si lihet, licet. 
Vgl. Senec. Troad. 336 Minimum decet libere, cui multum licet. 
Publil. Syr. 106 Cui plus licet, quam par est, plus vult, quam 
licet. Gic. Phil. 1, 13, 33 Licet, quod cuique libet, hquatur, 

Licinns. 950. 

Fers. 2, 36 Nunc Lloini in campos, nunc Crassi mittit in 
aedes. Senec. ep. 119, 9 qmrum nomina cum Crasso Licino^ 
que numerantur. 120, 19 Modo Licinum divitiis, Äpicium 
cenis . . . provocant. luven. 1, 109 ego possideo plus Pal- 
lante et Licinis. 14, 306. Apoll. Sidon. ep. 5, 7, 3. Dieser 
Licinus war ein gewesener Sklave Cäsars, den Augustus frei liefs 
(Schol. luven. 1, 109), und dessen Reichtum sprichwörtlich wurde 
(Schol. luven, a. a. 0. et dictus est häbudsse nummos, quantum 
müvi volant), S. 0. Jahn zu Fers. a. a. 0. 

lignnm s. Mercurius. silva 1. 

liUum. 951. 

Frop. 2, 3, 10 Lilia non domina sint magis alba mea. 
Mart. 1, 115, 2 oandidior puella cycno, Ärgento, nive^ lilio, li- 
gustro, 5, 37, 6 nivesque primas, Wmmque non tactum. Claudian 
31, 126 Jeep, superatgpie nives ac lüia candor. Vgl. Calpurn. ecl. 

3, 61 Te sine, vae misero, mihi lüia nigra videntur. Vgl. nix 1. 

limeD. 952. 

1) Fompon. v. 91 Ribb. (Non. p. 19, 22) Dixi ego ülud fu- 
turum: in prima valva est vix, haeret miser**), schon an der 
Schwelle strauchelt er. Verg. Aen. 11, 423 cur indecores in 
limine primo Defloimus?, gleich im Anfange. Ov. rem. am. 80 
in primo limine siste pedem, gleich im Anfange. TertuU. adv. 
Valent. 3 de limine offendere est, von vornherein. 



*) S. Büchmann, Gefl. W." p. 93. 
**) Ribb. interpungiert unrichtig hinter est. 

Otto, Sprichwörter der Bömcr. 13 



194 linea 

2) Senec. ep. 49, 6 Ncc ego ncgo, prospidenda ista, [953. 
sed prospidenda tantum et a limine sälutanda, nur im Vorbei- 
gehen. 

linea s. äUms 2. hamus 1. stibsdlium. 954. 

1) Cic. parad. 3, 1, 20 siguidem est peccare tamquam trans- 
ire lineas, über die Kreide treten, über die Schnur hauen. 
Varro 1. lat. 9, 5 cum poetae transilire lineas impune possini, 
die Schranken überspringen. Die Redensart ist von der Renn- 
bahn hergenommen, wo das Ziel darch eine mit Kreide oder Kalk 
gefüllte Querfurche bezeichnet war. Ebendaher erklären sich auch 
die bei den Kirchenschriftstellem beliebten Metaphern, wie 955. 

2) Hieron. adv. Lucif. 11 (col. 183 Vall.) a qtuiestionuin lineiß 
exoidisti, du bist aus den durch das Thema gezogenen Grenzen 
herausgekommen, aus dem Geleise getreten. Tertull. adv. Hermog. 
39 a lineis tuis exddisti, du bist auf Holzwegen. — Hieron. adv. 
Lucif. 4 (col. 173 Vall.) in gradum rursus ac lineas regre- 
dere, kehre zum Thema zurück, adv. Pelag. 3, 6 (col. 787) 
Videris mihi . . . per easdem di^outationis reverti lineas, Tertull. 
adv. Marc. 1, 9 Age igiiur, ad lineas rursum et in gradum. 
adv. Marc. 3, 5. de Pudic. 6. de came Christ. 17. Vgl. calx 4. 966. 

3) Ter. Eun. 640 certe extrema linea Amare hatid nü est, 
die Geliebte nur (von der Ferne) zu sehen, ist doch auch etwas. 
Nach Donat quia quinque lineae perfectae stmt ad amorem (visus, 
loqui, tactiis, osculari, coüus).*) An sie dixit ^extrema Unea, 
qnemadmodnm dioatnr longiB lineis quid fleri? i. e, de 
longinqtw (= auf die lange Bank schieben). Nach anderen er- 
klärt die Metapher sich vielmehr aus der Einrichtung im Circus 
(Ov. am. 3, 2, 19). Doch dürfte mit Donat übereinstimmen der 
Gebrauch bei Tertull. adv. Hermog. 3 Adidam et ego propter non 
iniellegentes, quorvm Hermogenes extrema linea est^ der in Be- 
zug auf Einsicht auf der untersten Stufe steht.**) 967. 

4) Plin. n. h. 35, 84 Apelli fuit alioqui perpetua consuäudo, 
numquam tam occupatum diem agendi, ut non liniam 
duoendo exeroeret artem, qttod ab eo in proverhium venit. 
Apost. 16, 49*^ TriiisQOv oids(ilav yQa^fiiiv i^yayov: im t&v 
&lisXovvt(ov rrjg 07cov6fjg kccI tfjg eavx&v xixvi^g. tcDto 'AitsXXrig 
6 ^GyyQdq>og etQtiKev,***) 958. 

5) Apul. flor. 9 Meum vero tmumquodque dictum acriter ex- 
aminatis ... ad limam et lineam certam redigitis. Die Ver- 
bindung ist anscheinend sprichwörtlich. Vgl. amitssis. 



*) Vgl. dazu auch Macrob. Sat. 2, 8, 10 und Aristot. eth. Nicom. 
7, 4ff. 

**) Anders bei Her. ep. 1, 16, 79 mors uUima linea rerum est. 

***) Die uns geläufige Form ntiUa dies sine linea ist so nicht über- 
liefert. 



linere — litterae 195 

linere s. lahrum 4. 

lingua 8. panis 1. 959. 

[1) Amm. Marceil. 21, 9, 3 fama vero, quae miUe, ut aiunt, 
linguis verum misere exaggeraL Vgl. Hostius bei Macrob. sat. 
6, 3, 6 und Pers. 5, 1 Vatihus hie mos est, centum sibi poscere 
voces, Cenimn ora et linguas qptare in carmina centum und dazu 
die weiteren Stellen bei 0. Jahn z. d. St.] 960. 

2} Senec. rhet. controv. 1, 1, 10 Crede mihi, saora popüU 
lingua est, ^des Volkes Stimme ist Gottes Stimme.' Ygl. Hes. 
opp. 763 Qiqfifi d' oixig nafinav &7t6XXvxaij i^vxiva nolXoi Aaol 
(prUil^ovöt' ^eog vv zig iari xal avtiq. Hom. Od. 3, 214 f. 
Aeschyl. Agam. 938. 

[linguarinm. 96i. 

Senec. de benef. 4, 36, 1 ut postea consideratius loquaris, 
quod dicere solemus, linguarium dabo» will ich dir Zungen- 
geld auflegen als Strafe. Nur ein Wort aus der Umgangssprache.] 

Unter. 962. 

TibuU 1, 5; 75 utere quaeso. Dum licet: in liquida nat tibi 
Unter aqua*), die Gelegenheit ist günstig, du bist im besten 
Fahrwasser. Hör. ep. 1, 18, 87 dum iua navis in alto est. 
Ov. fast. 4, 18 Dum licet et spirant flamina, navis eat 

lippus 8. tonsor. 

litterae s. Minerva 3. 963. 

l) Cic. bei lul. Buf. de fig. sent. 19 p. 43 H. Äpud Tullium: 
Litterarum radioes amaras, fraotus duloes. Auson. id. 4, 71 
(13, 2, 71 Seh.) ut mites peterent per acerha profectus, Carpturi 
dulcem fructum radicis amarae. Hieron. ep. 125, 12 quod de 
amaro semine litterarum dulces fructus carpo. ep. 107, 1 
ui radicis amaritudinem dulcedo fructuum compensaret. reg. monacb. 
c. 3 de amaro semine litterarum dulces fructus capio. Diomedes 1, 
310, 3 K. M, Porcius Cato dixit litterarum radices amaras esse, 
fructus iucundiores (p. 109 Jord.). Cato monost. 40 Doctrina est 
fructus dulds radicis amarae. Priscian praeexerc. p. 432, 12K. 
Isocr-ates dicebat stirpem qtddem doctrinae esse amaram, fructum 
vero dulcem» Aphthon. progymnasm. 23 Sp. ^Icon^&xrig xf^g nai- 
S^uxg TJ^v ^l^av jtMQccv icpfj^ ylvas^g de xoijg KUQTtovg. Dagegen 
Aristoteles bei Diog. Laert. 5, 18 xi^g naiödag Stpri xccg fihv 
Ql^ag elvcct noiQccg, yXvTisig de xoi)g Tta^ovg. ^Arbeit hat bittere 
Wurzehi, aber süfse Frucht'- (Körte n. 277). 

*) Blofs der Wortlaut ist nachgeahmt von Ov. fast. 2, 864 Naviget 
hine alia iai% mihi Unter aqua. — Cic. Brut. 60, 216 Motua (sc. Curio- 
nis) erat is, quem C. lulitts in perpetuum notavit, cum ex eo in utram- 
que partemtoto corpore vaciUante quaesivit, quid loqueretur ex Untre, 
enthält kein Sprichwort, sondern ist nur ein Witz Cäsars, von einem, 
der beim Spreeben herüber- und hinüberschaukelte. 

13* 



196 litus — Lucios 

2) Petron 46 litterae thesaumm est et artifloinm [964. 
numquam moritur. Wissen ist ein Schatz. Dem Anscheine 
nach ein vulgärer Gedanke. 

litUB 8. harena 1. 2. 3. 4. 

ÜTOr 8. dens 1. ftdmen 2. 

locus. 965. 

^y Charis. p. 287, 15 E. homo looum omat, non hominem 

loons (Bibb. com. ine. v. 94). Nach dem Griechischen bei Apost. 
13, 62 oi>x 6 x&Jtog xiv avö^a^ &ki* 8 &viiQ ambv iwifiov nouu 
Philemon fr. ISOEock Oi% ^ %6Ug 6ov xh yivog svysvsg noui, 
öv 6* Biysvi^Big t^v noXw nq&txtov %dk&q. Der Ort, an dem ein 
guter Mensch gelebt, ist eingeweiht (Goethe). 

lOCUSta. 966. 

Naevius bei Varro 1. lat. 7, 39 Atque prius pariet loousta 
Lnoam boyem, eher wird eine Heuschrecke einen Elefanten ge- 
bären, ^eher wird ein Elefant durch ein Nadelöhr gehen.' Baehr. 
fr. p. B p. 51 erhält durch Umstellung einen Saturnius: Atque 
prius pari4t bov6m lucusta Lücam*) 

lollnm. 967. 

Plaut. Mil. glor. 321 Miram est lolio victitare te, tarn vili 
tritioo, dafs du so kurzsichtig, so blind bist. Die Alten glaubten 
nämlich, der Genufs des Lolchs sei den Augen schädlich (Ov. fast. 
1, 691). Doch könnte dies auch blofs ein Witz des Plautus sein. 

lon^S s. suhsellium, 

loqni s. dkere 6. tä,cere 1. 2. 4. 

lomS. 968. 

Mari 7, 58, 3 madidoque simillima loro Ingnina, schlaff. 
Petron 134 lorum in aqua, non inguina habet. -^ Petron 57 
lorus in aqua, lentior, non mdior. 

lotinm. 969. 

Petron 57 larifuga nescio quis nocturnus, qui non valet lotium 
snum, der nicht so viel wert ist, als sein Wasser.**) 

lubricus« 970. 

Fronto p. 161 Nah. Facüis ad lubrioa lapstiB est. *Wer 
sich in Gefahr begiebt, kommt darin um.' 
Luca hos s. elephantus 2. locusta. 
lucerna s. sol 5. 
Lucius s. TUvus. 



*) Plaut. Mil. glor. 1006 las man mit Eiefdling: Nam haec lo- 
custa (Bitschl lacerta) mullo absente, me adigit, ut se amem, 
man mufs sich mit Geringem begnügen, wenn man ni^ts Bessereä 
hat. Doch ^ist hier die Lesart überaus unsicher und die neueren 
Herausgeber schreiben anders (Lorenz mit 0. Bibbeck: Tarn haec celo- 
cula, itla apsente, subigit me ut amem). 

**) Andere nehmen suum als genet. plnr. Ton sus. 



Incrum — lana 197 

lucmm. 971. 

1) Plaut. Curcul. 531 Quoi homini dei sunt propitii, lu- 
omm ei profeoto obioiunt. Pers. 470 Quoi homini di propi- 
tu sunt, aliquid ohiciunt lucri. ^Wem's Gott gönnt, der wird 
schlafend reich' (Körte u. 2862). *Gott giebt's den Seinen im 
Schlafe' (Körte n. 2889). S. dormire 2. 972. 

2) Plaut. Asin. 217 Neoesse est faoere sumptum, qui 
quaerit luorum. Plaut. Poen. 286 Non mim pote quaestus fieri, 
nisi sumptus sequitur, scio. Vgl. Hieron. ep. 53, 10 Quicguid in 
sumptus de tuo tulei'is, pro lucro compufa. Ter. Ad. 216 Pecu- 
niam in loco neglegere maxumum interdum est lucrum. 'Mit leerer 
Hand fängt man keinen Falken.' 973. 

3) Publil. Syr. 297 Lucrum sine daipno alterius fieri 
neu potest. Vgl. Senec. de ira 2, 8, 1 Nulli nisi ex alte- 
rius iniuria quaestus est, *Des einen Glück, des andern 
Unglück' (Düringsf. I n. 348). 974. 

4) Publil. Sjr. 135 Damnum appellandum est cum mala 
fama lucrum. 'Gewinn, der bösen Namen macht, Für Schaden 
billig wird geacht' (Körte n. 2626). 'Es ist besser arm mit 
Ehren, als reich mit Schanden.' Vgl. Ov. am. 1, 10, 48 Non 
habet eventus sordida praeda bonos. Hesiod. opp. 352 MiJ 
nana TisQdalvetv^ Tiaacc nigdea la* axT^aiv, Chilon bei Apost. 
8, 34^ S't^fi/av atgoü (i&XXov ]} jägdog alaxQov. Menand. monost. 6 
a;rai/ rö KiQÖog ädmov 3i/ g)iQei ßkdßriv. 301. 586. Die 
Griechen hatten aber auch das Sprichwort Kigdog alaxvvtig a^ABivov 
(Diogen. 5, 42).*) 

luctus s. dies 6. 
ludere s. corium 1. 

ludUS. 975. 

1) Ter. Hec. 203 In eodem onmes miJii videntur ludo dootae 
ad malitiam, sie sind alle durch dieselbe Schule gegangen, haben 
einen Meister gehabt, sind von gleicher Gesinnung. (Gemeint ist 
der ludus gladiatorius.) Vgl. Plato Gorg. p. 493 D allriv aoi. slnova 
Uyto in xo'O avrov yv^vacLov, 976. 

2) Plaut. Pseud. 743 lepide, Charine, meo me ludo lam- 
beras. Poen. 296 meo me lacessis ludo, du zahlst mir mit 
gleicher Münze. 

luna s. meridies 2. 977. 

August, de disc. Christ. 8, 9 (Migne 40 col. 674) quantum 

*) luyen. 14, 204 Lucri bonus est odor ex re Qualibet mit 
Rücksicht auf die Anekdote bei Sueton Vespas. 23 Meprehendenti filio 
Tito, quod etiam urinae veetigäl commentus esset, pecuniam ex prima 
pensione admovit ad nares, sciscita/ns, num odore offenderetur, et illo 
negante, Atquiy inquit, e lotiö est. 'Gewinn riecht angenehm, Und wenn 
er aus dem Abtritt kam' (Simrock 3602). 'Gewinn hat guten Geruch' 
(Körte n. 2612). 



198 lupinus — lupns 

hahehis, tantus eris; frange lunam et fao fortunam, suche dir 
Reichtum zu erwerben, uud wenn du den Mond in Stücke brecheu 
mUfstest, d. b. um jeden Preis. 

lupinus. 978. 

luven. 14, 153 tunioam mihi maXo lupini, die Schale einer 
Bohne ist mir lieber, d. b. etwas ganz Wertloses. Hör. ep. 1, 
7, 23 Nee tarnen ignorat, quid distent aera lupinis, er 
versteht das unnütze vom Wertvollen zu unterscheiden. Im 
Theater brauchten die Schauspieler Bohnen statt des Geldes (Plaut. 
Poen, 3, 2, 20). 

lupus s. leo 1. vtdpes 7. 979. 

1) Plaut. Stich. 605 he^edUatem inhiat quasi esuriens lupus, 
wie ein hungriger Wolf. Capt. 912 Quasi <^si sity lupus esu- 
riens metui ne in me faceret impetum. Trin. 169 inhiavii 
acrius Lupus, Vgl. Plaut. Stich. 577. Hör. ep. 2, 2, 28 vefie- 
mens lupus, lustin 38, 6. Hieron. ep. 68, 1 ferUate lupos, rapa- 
citate milvos vincere. Ov. Ib. 170. Die Quelle ist das griechische 
Sprichwort Xviiog e%avev: Diogen. 6, 20 und dazu v. Leutsch. 
Aristoph. Lysistr. 629 und fr. 337 Kock. 980. 

2) Plaut. Poen. 648 Canes oompellunt in piagas lepide 
lupum enthält wohl eine Anspielung auf das griechische Sprich- 
wort slg Ttdyag 6 kvfiog (Zenob. 3, 52 inl t&v elg mvövvov 
nQoiitxov ^JcrfvTCöv). 981. 

3) Verg. ecl. 8, 52 Nunc et ovis ultro fagiat lupus. Dirae 4 
Ante lupos eapient haedi. Vgl. Hör. carm. 1, 33, 8 sed prius 
Äpulis lungentur capreae lupis. 4, 4, 50. Plaut. Trucul. 657. 
Aristoph. Pax 1076 jtglv kbv XviMg olv ifiEvaioT, Theoer. id. 4, 11 
Ilslöai 91SV MUcav Tictx* rm Xvkch &(iv<idoc Xvöaiiv. Ehe das 
geschieht, wird das Unmögliche möglich. Vgl. Esai. 65, 25.*) 982. 

4) Plaut. Poen. 776 Lupo agnum eripere postülant, nugas 
agunt, etwas sehr Geföhrliches oder Unmögliches. 983. 

5) Plaut. Pseud. 140 hoc Eorum opus est, uf mavelis lupos 
apud oves linquere. Quam hos domi oustodes. Ter. Eun. 832 
Scelesta, ovem lupo commisisti. Donat: Bene dilatum tot occa- 
sionibus proverhium personae Thaidis ascriptum est , . . Et est 
proverbium o. l. c. Cic. Philipp. 3, 11, 27 praeclarum custo- 
dem ovium, ut aiunt, lupum! Ov. art. am. 2, 364 Plmum 
montano credis ovile lupo? 3, S et rahidae tradis ovUe Utpae? 
Diogen. 5, 96 XvKog kuI 8tv TtoifialvEi, Aristoph. Pax 1076. 
Apost. 10, 96^ XvKog Ttotfiriv: iitl r&v fiexa (f^'^/iionrog g)iXiMV 
iTtißovXsvovtmv xicL *Man soll dem Wolfe nicht die Schafe be- 
fehlen (den Bock nicht zum Gärtner machen)' (Düringsf. I n. 254). 



*) Zu Hör. epod. 12, 25 quam tu fugis, ut pavet acris Agna lupos 
rgl. Theoer. id. 11, 24 tpevyeig d' maitBQ öig noXibv Xvnov ä^^aaca. 



lupus 199 

^Wenn der Wolf Schafhirt ist, so geht es nicht blofs an die 
Wolle, sondern auch an das Fell' (Düringsf. II n. 693). 984. 

6) Verg.' ecl. 7, 51 Hie tantum Boreae curamus frigora, 
quantum Aut ntuneram lupus <mt torretUia flumina ripas, 
d. h. gar nicht, 'Der Wolf frifst auch die gezählten Schafe.' 
DaTs der Vergleich in dieser Bedeutung auch bei den Alten 
sprichwörtlich war, scheint die Verbreitung des Gedankens bei 
allen germanischen und romanischen Völkern zu erweisen (Dü- 
ringsf. II n. 684). 985. 

7) Hör. ep. 1, 16, 50 Cantus enim metuit foveam lupus. 
^Alte Füchse sind schwer zu fangen.' Gleichen Sinn haben Stellen 
wie Ov. art. am. 1, 766 Longius insidias cerva videhit anus. 
ex Po^t. 2,7, 9 Qui semel est laesus fallaci piscis ah hämo, 
Omnibus unca cihis aera suhesse putat 'Der Gebrannte 
fürchtet das Feuer.' Ähnlich heifst es im Griechischen aXX^ ovk 
av^ig &X67(ri^ {&X6<S6tai, Apost. 2, 45). Vgl. Hör. sat. 2, 7, 70 
Quae heUua ruptis Cum semel effugit, rcddit se prava catenis? 986. 

8) Plaut. Gas. 810 Hercle opinor Kreapse experiory ego illud 
nunc verdum vetus: Hao lupi, hao oanes.*) Hör. sat. 2, 
2, 64 Hao urget lupus, hac canis, aiunt, ich stehe zwischen 
zwei Feuern. Acro: Proverhium est, nam ubi duae res mölestae 
sunt, dicimus: hac canis, hac lupus urget. Vgl. Apost. 7, 15 
efinQoö&Bv üQrifivbgj ontöd'ev Ai^xo». Moderne Parallelen im Litte- 
raturbl. f. german. u. roman: Philol. 1884 n. 284. 987. 

9) Ter. Phorm. 506 immo, id quod aiunt, auribus teneo 
lupum. Nam neque quo paoto a xne dimittam neque uti 
retineam» soio.**) Caecil. v. 79 Eibb. (Gell. 15, 9, l) Nam hi sunt 
inimid pessumi, fronte hüaro, cor de trist i, Quos neque ut adpre- 
hendas, neque uti dimittas scias. Suet. Tib. 25 Cu/nctandi 
causa erat metus u/ndique imminentium discriminum, ut saepe au- 
ribus se lupum tenere diceret (sc. Tfberius). Hieron. adv. 
loann. Hieros. 6 (col. 412 Vall.) quasi auribus lupum appre- 
henderis, nee tenere potes, nee audes dimittere, Querol. 
5, 3 p. 55, 22 Peip. auribus teneo lupum neque uti fällam neque 
uii conßear sdo. Donat zu Ter. a. a. 0. Graecum proverhium 
r&v &tG)v i%a> xov Xvxov, oiJr' i'^Biv oi5r' &g>Btvai 8vva- 
liai. Apollod. fr. 18 Kock. Macar. 8, 44 rbv Xvnov t&v &xüdv 
M%Biv\ htl t&v iv Mvdvvo) xaO-ftfTCötcov. oixe yccQ 7une%siv olov 
te o^T£ &(p£tvaL a'Klvdvvov. *Den Wolf bei den Ohren halten' 
(Körte n. 8695). 988. 

10) Plaut. Stich. 577 Ätque eccum lupum in sermone. 
Ter. Ad. 537 Lupus in fabula (citiert von Serv. zu Verg. Aen. 

*) 8. Bergk, Philol. 32 p. 566. 
**) Dieser letztere Zusatz wird durch die angeführten Parallelen und 
das griechische Original als ursprünglich geschützt. 



200 lupus 

3, 477). Cic ad Att. 13, 33, 4 De Varrone loguebamur, lupus 
in fahula: venit enim ad me. Zur Erklärimg sagt Donat zn 
Ter. a. a. 0. Sllentii indictio est in hoc proverhio, atgue eius- 
modi sUentii, vel in ipso verbo ut ipsa fäbula conticescat, Quia 
lupum vidisse homines dicimus, gui repente öbmtät^erint, quod 
fere iis evenU, quos prior viderit lypus, ut cum cogitcUione in gua 
fuerMf etiam voce et verhis carea/nt. Sic TheocrUus . . . et Vergi- 
litis . . . (s. n. 11). Älii putcmt ex mUricum fabuLis natum pueros 
liidificantium terrore lupi . . . Nam fälsum est, quod dicitur, inter- 
venisse lupum Naevicmae fdbulae cdimonio Bemi et Eomuli, dum 
in theatro agereiur, Serv. zu Verg. ecl. 9, 53 etiam physici con- 
firmant, quod vox deirahüur ei, qui pfimum viderit, Unde etiam 
proverhium natum est: lupus in fahula, quotiens supervenit 
nie, de quo loquimur, et nobis sua praesentia amputat facultaiem 
dicendi, Pompei. comment. p. 311 K. puta de nescio quo 
loqueharis, et subito venit is, dicis tu ^lupus in fahula'. 
Isidor orig. 1, 37, 28. 12, 2, 24 unde et subito tacenti 
didtur: lupus est in fahula. Anecd. Helvet. p. 273, 11 Hag. Et 
lupus in fahula, Lupi natura est, ut, si hominem viderit, ante- 
quam ah eo videatur, vocem iUius auferat. sie homines malum de 
alUiuo loqucntes, ipsum, de quo loquwntur, si supervenire viderint, 
sermo eorum deficit, et tunc convenienter hoc proverhium polest dkl: 
lupus in fahula» Die Stellen zeigen, dafs das Sprichwort an- 
gewandt wurde, wenn jemand, von dem man eben gesprochen, 
unvermutet seilast erschien und dadurch das Verstummen der 
Unterhaltung herbeifUhi^te. Doch irren die (alten und neueren) 
Erklärer, wenn sie die Bedensart mit der in folgender Nummer 
angeführten zusammenwerfen. Dem Sprichwort liegt vielmehr die 
abergläubische Meinung zu Grunde, dafs man vom Wolfe nicht 
sprechen dürfe, wenn man ihn nicht herbeilocken wolle. Dieser 
Glaube findet auch Ausdruck in dem modernen Sprichworte: 
'Wenn man vom Wolfe spricht, so ist er nicht weit,- 'Wenn man 
den Wolf nennt, so kommt er gerennt' (Düringsf. 11 n. 691). 
Dieselbe Furcht herrschte im Mittelalter vor dem Teufel,, darmu 
'soll man den Teufel nicht an die Wand malen'. Diese Auf- 
fassung bestätigt zum Überflufs die griechische Parallele: el nccl 
XvKov ifiviqod'rig (seil. f^Xd'ev av): inl tmv &v ctv ^vrifS^SaSiv iyyvg 
TtaQaytvofiivmv (Diogen. 4, 65).*) Auf einen anderen oben von 
Donat angeführten Aberglauben bezieht sich 98i). 

11) Verg. ecl. 9, 53 vox quoque Moerim lam fugit ipsa; 

•) Die richtige Erklärung u. a. bei Büchmann, Gefl. Worte" 
p. 259 f. und W. Borchardt, die sprichw. Redensarten n. 1101. Die 
Scheidung auch bei Genthe, de proverb. p. 8 f. — Dagegen geben Un- 
richtiges Dziatzko zu Ter. a. a. 0. und Pflügl , das lat. Sprichw. bei 
Plaut, u. Ter. p. 38 f. 



lusciniola — lutam 201 

lupi Moerim videre priores nach Theoer. id. 14, 22 ov g>&iy^'j^; 
kvnov eldsg. Suid. ^Ivxov sldeg: inl z&v alg>vtölmv a%avmv 
yevoiiivcDv, Apost. 10, 89. *Der Wolf hat dich früher gesehen' 
(Körte n. 8703). VgL noch Plin. n. h. 8, 80 Sed in Italia 
quoque creditm Iwporum visus esse noxius (ygL Pausan. 9, 13, 2. 
Her. carm. 3, 27, 3), vocemgue hamini, quem priores contempletüur, 
adimere ad praesens, Comment. Bern, zu Verg. a. a. 0. hie rusti- 
cam fahulam tangit, quia vox pastoris ohruiiur, si prius eum 
lupus viderit 990. 

12) Plaut. Asin. 496 lupu8 est homo homini» non homo, 
quem quälis sit, non novit, einem unbekannten Menschen darf man 
ebensowenig trauen, als einem Teufel. ^Ein Mensch ist des 
anderen Teufel' (Düringsf. I n« 363). Vgl. dagegen detis 7. 

lusciniola. 991. 

Plaut. Bacch. 38 Fol ego metuo luscimolae ne defaerit 
cantio, anscheinend ironisch: ich fürchte, der Nachtigall wird 
der Stoff zum Singen ausgehen. (Wortmann, de compar. Plaut, et 
Ter. p. 42 indicatur, lusciniae prius deesse cantum, quam mtdieri 
oratkmem.)*) Nach Wander (Sprich w,- Lexik. HI p. 851) sagen 
die Spanier, es würde der Nachtigall eher an Tönen, als der Frau 
an Worten fehlen. 

lutum S. O^ 4. 992. 

1) Plaut. Aul. 230 iaceam ego asinus in luto, wäre ich 
in der Verlegenheit, säfse ich in der Tinte, wäre in den Sumpf 
geraten. Pseud. 984 Peru, nunc homo in medio luto est. 
Fers. 535 Neque mihi haut imperito eveniet, tali ut in luto hae- 
ream. Bud. 304 in caeno sumu;S profecto, Hieron. ad loann. 
Hieros. 22 (col. 427 Vall.) Dubios non in luto haerere pateris? Ennod. 
p. 206, 28 Vog. nullius inscii mcrsa caeno haerere vestigia. Griechisch 
iv ßogßoQm Ketüd'ai (Plato Phaed. p. 69 C). VgL salehra. 993. 

2) Plaut. Bacch. 384 Ut gnatum ex lutulento oaeno propere 
hinc elioiat foras. Hör. sat. 2, 7, 26 et haeres, Nequiquam caeno 
cupiens ev eller e plant am, suchst vergebens dich frei zu machen. 
Hier. adv. Lucif. 11 (col. 183 Vall.) aut pariter in luto haesita- 
himus, aut pariter expediemur. Griechische Vorbilder sind Zenob. 
3, 62 iuxbg xov nifiXov jtoda e%etg: inl t&v ei^oo Mvdvvov 
Ka^sütükfov. Apost. 1, 65 aiQsiv i'^m itoöa TrijAoi): ini t&v ßov- 
hvofiivmv (li^ iv nqay^ct6iv alvcit. Greg. Cjpr. 2, 32. Lucian 
Alex. 25 (lokvßdCvag i'%ayi/ jtidag iv ßoQßoQca Tid^xai (fr. com. 
adesp. 1322 Eock). ' 994. 

3) Ter. Phorm. 780 in eodem .luto haesitas; vorsuram 

*) Auch Schneider, de proverb. Plaut, et Ter. p. 10 hält den 
Vergleich für sprichwörtlich. Dagegen ist es ganz verfehlt, wenn 
Genthe, de proverb. ad anim. nat. pert. 8 an die Nachtigall im Käfig 
denkt und das griechische äriSrnv iv oUlantp o<öx ^dei vergleicht. 



202 lutum 

solves*), du gerätst bei dem Versuche, dich aus dem Sumpfe 
herauszuarbeiten, nur noch tiefer hinein, du machst es nur noch 
schlimmer. Danach Lactant. instit. 2, 8, 24 in eodem ItUo lute- 
sUans versuram sölvis. 7, 2, 3 c^ in eodem luto, sicut cotnicus aif, 
haesiiavertmt. Hieron. ep. 143, 2 in eodem luto haesüas. adv. 
Pelag. 1, 11 (col. 703 ValL) in eodem UUo haesitas. 1, 24 (col. 721) 
in eodem caeno volutaris, Conunent. in Is. lib. X praef. (IV 
col. 417Vall.) in eodem adhue luto haesUem. Mar. Mercat. lib. 
subnot. in N. T. 1, 26 (Migne 48 col. 158) haesisti, ut credo, 
hie et in eodem luto haerendo versuram solvis, col. 917 m eodem 
luto versuram soli^it. Die Terenzstelle lag als geflügeltes Wort 
allen im Sinne. 995. 

4) Hieron. ep. 77, 6 de eodem nobisoum formatus est 
luto, er ist aus keinem besseren Stoffe geschaffen, als wir, er 
hat nichts vor uns voraus, adv. Pelag. 2, 4 (coli. 745 Vall.) e 
quihus et nos de eodem luto sumus. Append. prov. 2, 68 e^ 
ivbg TttiXoü: ix xoü S(io£ov Kai jcaQanlrialov. Macar. 3, 94. Append. 
prov. 2, 47 Ix ri^g airi^g ij^idd'ov ysyovatg: iitl t&v TtagaTtkrj- 
oiüüv %al ofioCoiv, Mit der Prometheussage bringt die Redensart 
in Verbindung Callim. fr. 133 Sehn, ei 0* 6 Tl^ofirj^ehg "Enkaös 
xal Ttfikov fii} '$ iriQov yiyovctg und luven. 14, 34 quübus arte 
henigua Et meliore luto finxit praecordia Titan, Vgl. Claud. 20 
(in Eutrop. 2), 496 Jeep Deteriore luto pravus quos edidit auctor. 
S. farina. 996. 

5) Petron 44 Itaque illo tempore annona pro luto erat, 
war so billig, wie Gassenkot. Petron 51 aurum pro luto habe- 
remus, 67 omnia pro Mo haberemus. Plaut. Trucul. 556 Qui 
bona pro stercore habet *Geld wie Mist.' Vgl. Apul. flor. 2, 14 
(Crates) rem familiärem dbidt velut onus st er cor is. Lucil. 
11, 6M. (Valer. Max. 9, l) guod omnis Extra castra, ut stercus 
foras eiecU (n. 310Baehr.). 997. 

y 6) Hieron. ep. 98, 22 neo unguenta auram et marga- 

l^ ritas quaenint in luto, Wertvolles in Wertlosem, ep. 107, 12 
et grandis esse prudentiae aurum in luto quaerere. Zur Er- 
klärung s. Cassiod. instit. I p. 540 Vergilius dum Ennium legeret 
a quodam quid faceret inquisitus respondit: aurihn in stercore 
quaero. Es wird sich schwer feststellen lassen, ob das Wort 
Vergils geflügelt wurde, oder ob nur gelehrte Anspielung vor- 
liegt. Vielleicht war aber die Wendung schon von vornherein 
proverbiell. Anders ist Salvian gub. dei 4, 1 quid est aliud sanctum 
vocdbulam sine merito, nisi ornamentum in luto? 998. 

7) Plaut. Poen. 157 lenone isioc . . . non latam est lutu- 
lentius. Lucil. 28, 25 M. (u. 576Baehr.) ut si litter as doceas 

*) So Dziatzko mit den Hss., die Vnlgata lautet vorsura solvis. 



lux — LjDceus 203 

lutum. Cic. Verr. 3, 14, 35 luteus hämo, ein Schmu tzkerl, ein 
Nichtsnutz. Vgl. in Pis. 25, 59 quid cessat hie Jiomulliis ex argilla 
et luto fictus Epicwreus. Eustath. p. 384, 25 vhvsg xoTtQlonv 
hßkriTOTBQOL PoUux 5, 163 KOTtQlmv hßkritoxsQog, 

lux s. söl 3. 009. 

Cic. Catil. 1, 3, 6 Laoe sunt olariora nohis tua consilia 
omnia, p. Mil. 2, 6 dariores hoc luce, p. Cael. 9, 22 slgnis omni 
luce dariorilms. Tusc. 1, 37, 90 guod est luce clarius, klar wie 
der Tag. Amob. adv. nat. 1, 54 luce ipsa, quemadmodum 
dicitur, darior, TertuU. adv. Marc. 4, 1 luce ipsa clarius, de 
resurr. cam. 20 qu^aequs luce clarius praedicarentur. Augustin 
serm. (Migne 38 col. 520) quid hoc lu^ clarius? Hieron. ep. 
30, 10 omni luce manifestius est. luvenc. 6, 670 manifestier 
omni luce. Augustin conf. 9, 1 omni Itice darior. soliloqu. 19. 
Greg. Tur. hist. Fr. 7, 1 omni luce lucidior u. a. — Cic. de fin. 
1, 21, 71 ea, quae dixi, sole ipso inlostriora et clariora sunt. 
de diyin. 1, 3, 6 solis luce . . . darius. Arnob. adv. nat. 1, 47 
söle ipso est clarius. Lactant. instit. 3, 30, 7 sole ipso darius 
lumen, Hieron. adv. loann. Hieros. 10 (col. 417) sole clarius. 
Augustin bei Migne 42 col. 195. 735. 750. 782. Es ist sonnenklar. 

luxuriari, looo. 

Amob. iun. Eustbat. hexaem. metaphr.5, 6 (Migne 53 col. 916) 
Convenü etiam nos s^cundum proverhii rationem minime luxu- 
riantes efftnere, i. e, non ostentatorie mvere nee captare decus 
laudis extemae. 

Lycurgns. looi. 

1) Plaut Bacch. 111 Namque . . . Lyourgus mihi quidem Vide- 
tur posse hie ad nequitiam adducier. Wenn damit noch der 
spartanische Gesetzgeber gemeint sein könnte, so werden an anderen 
Stellen strenge Eichter und Ankläger mit dem attischen Redner 
gleichen Namens verglichen: Cic. ad Att. 1, 13, 3 Nosmet ipsi, 
qui Lycurgei a principio fuissemus, cotidie mitigamu/r. Amm. 
MarcelL 22, 9, 9 iudicibus Cassiis tristior et Lyourgis. 30, 8, 13 
Lycurgos se invenisse praedicäbat et Cassios. Vgl. Cassius. 1002. 

2) Petron 83 Ät ego in societatem recepi hospitem Lyoargo 
omdeliorem. Gemeint ist der bekannte mythische Thracier- 
könig. Vgl. Stat. Theb. 5, 715 nee inhospUa teda Lycurgi Prae- 
huerant aditvts. 

Lynceus. loos. 

Cic. ad. fam. 9, 2, 2 quis est tarn Lynoeus, qui in tantis 
tenebris nihü offendat? Hör. sat. 1, 2, 90 ne corporis optima Lyncei 
Contemplere oculis. ep. 1, 1, 28 Non possis oculo quantum con- 
tmdere Lynceus. Senec. Mad. 232. Arnob. adv. nat. 4, 23. Apul. 
met. 2, 23 homo perspioaeior ipso Lynoeo. Nazar. Panegyr. 
lat. 10, 11 non hinc tecum Lynceus die certard. Boeth, consol, 



204 lyra — magnus 

phil. 3, 8 QfAodsi, ut Aristoteles aU,Lyncei oculis homines uie- 
rentur. Append. prov. 3, 70 Avy^iag ofioiog. 3, 71 ylvynioig 
i^vxBQov ßXinei: inl x&v d^vdoQxovvreiv. Aristoph. Plnt. 210. 
lyra s. asinus 5. 

M 

machaera s. gladius 1. 

machina. ioo4. 

Cic. ad Brat. 1, 18, 4 t«^ omnes adhtbeam maohinas, um 
alle Hebel anzusetzen, alle Minen springen zu lassen. Amm. 
MarcelL 28, 1, 33 üa homo ferus exarsU, ut machinas omnes 
. . . commovereL Nach dem Griechischen: Enrip. Iphig. Taur. 112 
Ttdaag TtQoOipiQOvre iAfi%avoig, Plato leg. 7 p. 792 A, Xenoph. Anab. 
4, 5, 16. Polyb. 1, 18, 11. 

Maeander. 1000. 

[Cic. Pis. 22, 53 Qttos tu Maeandros . . . quaesisti? krumme 
Wege, Schlangen wege. Prudent. cathem. 6, 141 tortuose serpens, 
qui mUle per Maeandros fraudesque flexuosas agitas quleta corda. 
Ob aber die Metapher thatsächUch sprichwörtlich im Gebrauch 
war, ist nicht zu entscheiden.] 

[Maenius. 1006. 

Cic. divin. in Caecil. 16, 50 aliquos ad oolunmam Maeniam 
vestri ordinis reos reperiatis, an der Schandsäule, wo schlechte 
Sklaven gestraft und insolvente Schuldner öffentlich bekannt ge- 
macht wurden (Ps.-Acron zu Cic. a. a. 0. p. 120 Or. schoL Bob. 
p. Sest. p. 295. 306 Gr.). p. Sest. 58, 124 venit . . . a columna 
Maenia. p. Cluent. 13, 39 ad eam colu.mnam . . . perve- 
nerat. Sjmmach. ep. 5, 54, 3 proourator- a columna Maenia. 
Doch ist keine dieser Stellen im eigentlichen Sinne sprich- 
wörtlich.] 

magister s. lex 2. usus 1. 1007. 

Hieron. de vir. illustr. praef. (coL 821 Vall.) Ego quid aucturus, 
qui nullum praevium sequens pessimain, ut dicitur, magistrum 
memet ipsuin habeol der ich mein eigener Meister und Lehrer 
bin. Comment. in ep. ad Ephes. (YII p. 539 Vall.) et me ipsum 
tantum, ut plerique, habuerim magistrum.*) 

magistratus s. lex 2. 

magnus s. certm 1. mus 8. veUe 2. 1008. 

1) Cic. orat. 4, 14 parva enim magnis saepe reotissime 
conferuntiir. Brut. 59, 213 ut conferamus parva magnis. 



*) Cic. p. Rose. Am. 6, 17 facile ipsum magistrum scelere auda- 
ciaque superavit enthält anscheinend eine Anspiel ang auf das griecb. 
Sprichwort nolXol iM)td"rieal HQsitzovss ÖiSaandXoav (Cic. ad famil. 9, 7, 5). 



maior — mala 205 

de opt. gen. or. 6, 17 ut cum maximis minima conferam, 
p. Bab. Posth. 1, 2 Sint igitur similia . . . parva magnis, Cic. 
bei Atigastin c. lul. 5, 5, 23 sed ut äligua simUitudine adductus 
maximis minima conferam. Verg. georg. 4, 176 si parva licet 
componere magnis, ecl. 1, 23 sie parvis componere magna sölebam. 
Oy. trist. 1, 3, 25 8i licet exemplis in parvo grandiJms uti, 1, 6, 28 
Grandia si parvis adsimülare licet, met 5, 416 guod si compo- 
nere magnis Parva mihi fas est. Stat. silv. 1, Ö, 61 fas sit com- 
ponere magnis Parva. 3, 3, 66 modo si fas est aequare iacentia 
swmmis. Plin. ep. 5, 6, 44 Simüiter nos, ut parva magnis. Apoll. 
Sidon. ep. 8, 6, 2 5i parva magnis componere licet.. Herod. 2, 10 
&g ye elvai öiiiKQa xavxa fiBydXoiCfi av^ßakisiv. 4, 99. 
Thucyd. 4, 36, 3 obg fitx^&v fiBydXto slndaai, Ahnlicli Lncian 
de bist, conscrib. 2 &g ovv ^v, g>aalvj ivi nuQaßakstv. 1009. 

2) Verg. Aen. 10, 547 Dixerat ille aliqtiid magnum, er 
sprach ein grofses Wort aus. Servius: proverbialiter dictum 
est, Tibull 2, 6, 11 M,agna loquor. Ov. met. 9, 31 puduit 
modo magna locutum Cedere. Plato apol. Soor. 5 p. 20E firid^ 
iav do^fo XI ifiiv fiiya Xiyetv, Diogen. 6, 70^ fiii fiiya XiyBi 
iiil fisyaXoQ^fiovst. Vgl. Hör. sat. 1, 3, 13 Onmia magna h- 
guens. 1010. 

3) Cic. ad Qu. fr. 3, 1, 10 guod onmia, minima maxima, 
ad Caesar em mitti sciebam, alles, das Grofse und Kleine, das 
Wichtigste und GeringfUgigste. 

maior s. consulere. 

Mains. loii. 

Ov. fast. 5, 489 Hac quogue de causa (weil im Mai die 
Lemurien gefeiert wurden}, si te proverhia ta/ngunt, Mense 
malas Maio nnbere vTiigus ait. Vgl. Plut. quaest. Rom. 86 
^iM xi xov Matov lAfivbg oim ayovxai yvvaliMLq^ wo mancherlei 
Gründe vorgeführt werden. Westfälisch: ^Twischen Paschen un 
Pingsten fryen de Unseligen' (Körte n. 5858). 'Im Mayen gehn 
Huren und Buben zu Kirchen' (Wander, Sprichw.- Lexikon m 
p. 346). 

mala. 1012. 

Hör. sat. 2, 3, 72 Cum rapies in ius malis ridentem alienis 
ist eine Beminiscenz an Hom. Od. 20, 345 (ivriöxfiQdi di IlaXXccg 
A^vfi "Aößsdxov yiXia S}qöEj Tta^inlay^ev de vornia. Ot S* f^Sri 
yva&fiotoi ysXolav &XXoxqIoi(Sivj eine Stelle, die nach Eu- 
stathins z. d. St. (p. 1895, 17) sprichwörtliche Geltung erlangt 
batte. Die Versuche, die Bedeutung beider Stellen zu konfor- 
mieren, sind gescheitert. In der That Bind sie ganz verschieden: 
Bei Homer ist das Lachen der Freier ein künstliches, erzwungenes, 
bei Horaz kann es dem Zusammenhange nach nur ein übermäfsig 
starkes sein (wie ja bekanntlich unser ^homerisches Gelächter' 



206 male — Malea 

eben auf diese Stelle zurückgeht).*) Kein Zweifel, Horaz hatte 
Bedeutong und Zusammenhang seines Vorbildes nicht scharf 
genug erfafst, er nahm offenbar die Worte yva^fioiai yslotav 
ikXoiQVoiOiv nur für eine Umschreibung des vorhergehenden aaße- 
axov yiko) &Qas und verstand also ein mafsloses Lachen. Dabei 
verstand er jedenfalls das Adjektivum &)iX6zQiog in derselben 
Bedeutung, die es auch sonst hat (Thucjd. 1, 70. Isoer. 
Paneg. 86) und in welcher auch alienus gebraucht wird: Senec. 
de dem. 1, 12 incurrere in pericula iuvat et allen a anima äbuti. 
Also: Er lacht, als ob seine Kinnbacken nicht seine eigenen wären, 
er schont sie nicht.**) 

male. ioi3. 

1) Naevius trag. v. 54 Eibb. (Paul.- Pest. p. 222 M) Male 
parta male dilabmitnr. Plaut. Poen. 844 male partum male 
disperit Cic. Philipp. 2, 27, 65 Sed ut est apud poetam 
nescioquem: male parta male düabuntur. Liv. 9, 9, 1 1 male par- 
tarn victoriam male perdidenmt, (9, 34, 2 male parta, male gesia, 
male retenta imperia.) Ps.-Acro zu Hör. carm. 3, 24, 61. Vgl. 
Ov. am. 1, 10, 48 Non höhet eventus sordida praeda bonos. Hege- 
sipp. 1, 39, 22 qtiod superhiae vel rapinae est, cito kibitur^ quod 
gratiae, diu tenetur. *Übel gewonnen, übel zerronnen' (Körte 
n. 7652). ^Wie gewonnen, so zerronnen' (Düringsf. II n. 651). 
'Unrecht Gut gedeihet nicht' (Düringsf. I n. 647). 1014. 

2) Quintil. 5, 13, 42 Facimus autem, quod maxime uberes 
loci popularesque sententiae nascuntur, materiam dicendi nohis, 
quod völumus, ducentibus, ut non sit üle inutUis versus: Non 
male respondit, male enim prior ille rogarat, auf eine schlechte, 
ungeschickte Frage folgt auch eine entsprechende Antwort. 'Wie 
die Frage, so die Antwort' (Düringsf. II n. 646). 1015. 

3) Publil. Syr. 336 Male faoere qui vult, numquam non 
causam invenit nach dem griechischen Sprichwort ^Qocpocösaag 
detrai (lovov ^Si novriqla (Diogen. 7, 87. Aristot. rhet. 1, 12). Me- 
nander fr. 230Eock {imqd ys nqotpacCg iaxt xov nqal^ai xaxc5^. 
^Wenn man den Hund schlagen will, findet man bald einen 
Stecken' (Düringsf. I n. 766). 'Wenn man einem übel will, Find't 
man der Hau^ bald einen Stiel.' 

Malea. ioi6. 

Symmach. ep. 8, 61 (60) vulgati quippe proverhii est, 
enavigata Malea oblimari eomm memoriam, quos domi 
reliqneris, in der Fremde vergifst man leicht die Angehörigen 



*) Büchmann, Gefl. W.^** p. 224. 

**) Über die anderen, von der hier gegebenen durchweg ab- 
weichenden Deutungsversucbe vgl. die Ausgg. und bes. die Auseinander- 
setzung Krügers im Anhange. 



malleus — malum 207 

und Freunde in der Heimat. Das Sprichwort kommt von dem 
griechischen MaXiag 6s xd(it(focg iniXd^ov t&v oixade (Strabo 
8, 6, 20), durch welches jedoch auf die Gefährlichkeit dieses 
Vorgebirges für die Seefahrer angespielt wird. 

malleus. 1017. 

Plaut. Epid. 524 Is etiam sese sapere mcmorat: malleum 
Sapientiorem vidi ezousso manubrio, gescheiter als ein 
Hammer ohne Stiel, d. h. etwas ganz Unbrauchbares.*) Wir 
sprechen gar von einem Messer ohne Klinge, an dem der Griff 
fehlt (nach Lichtenberg).**) 

malum s. ovum 2. 

mälum s. avariiia 5. honus 3. dare -2. Hias. mons 3. 
vicmus 1. 1018. 

1) Caecil. v. 125 Ribb. (Non. p. 154, 13) Qit<ieso ne ad 
malum hoc addas malum. Salvian gab. 6, 9, 46 mälis mala 
addimus. Vgl. Liv. 7, 4, 7 malum mälo augere. Griechisch xaxov 
sTtl %tt%& (Zenob. 5, 69. Macar. 4, 100). 1019. 

2) 'Ter. Eun. 988 Aliud ex alio malum. Senec. Troad. 427 
Exoritur aliquod malus ex magno malum, Donat zu Ter. 
Phorm. 3, 3, 11 In malo aliud malum. Vgl. Publil. Syr. 183 
Fortuna obesse nulli oontenta est semel. Macar. 5,11 wi%hv 
xckxgS STtexai. Vgl. Hom. II. 16, 111 Ttatny di xaxiv xax^ iatrj- 
QLKxo. 19, 290 &g (loi di%exai xax&v ix xaxotl alsL Herod. 1, 67 
n^^' inl Ttrlfiari TiBtxai, Eurip. Troad. 591 ItcI J' &lys0iv akysa 
Ksixat. ^Ein Unglück kommt nicht allein.' ^Ein Unglück tritt 
dem andern auf die Fersen' (Düringsf. 11 n. 509). 1020. 

3) Plaut. Stich. 120 £z malis multis malum quod minimum 
est, id minume est malum. Cic. de of&c. 3, 1, 3 Sed quia sie 
ah hominibus doctis accepimu^, non solum ex malis eligere 
minima oportere, sed etiam excerpere ex his ipsis, si quid inesset 
honi. 3, 29, 105 Nam quod aiunt: minima de malis i. e. tur- 
piter potius, quam calamitose u. s. w. Ps.-Cic. ad Octav. 8 In duo- 
hus autem malis cum fugiendum maius sit, levius est eli- 
gendum. Hieron. adv. Ruf. 1, 11 (col. 467 ValL) sed e duohus 
eligam, quod levius est. Aristot. eth. Nicom. 2, 9, 3 tic ikd- 
%iaxa Xrifcziov x&v xaxd5v. ^Von zwei Übeln soll man das 
kleinste wählen' (Düringsf. 11 n. 752). 1021. 

4) Plin. n. h. 27, 9 aperta professione malum quidem 
nuUum esse sine aliquo bono. ^Kein Unglück ist so grofs, es 
hat ein Glück im Schofs' (Düringsf. II n. 510). Vgl. Varro sat. 
Men. p. 155 B. n. 241 B. neque in bona segele nuUum est spicum 

*) Gauz falsch Pflfigl, d. lat. Sprichw. b. Plaut, u. Ter. p. 6. 
Auch Plant. Men. 403 (navem) saepe excnsam mallco gehört nicht 
hierher. 

**) S. Büchmann, Gefl. W." p. 82. 



208 malus — Manius 

neguam, negue in mala fwn aliguod honum. Plin. ep. 3, 5, 10 dicere 
etiam solebat (Plinius maior) nulktm esse librum tarn malum, ut 
non (üigua parte prodesset. 1022. 

5) Plaut. Triu. 61 nota mala res optuma est. Liy. 23, 
3, 14 notissimum quodque malum maxime tolerahile di- 
centes esse. Vgl. Publil. Syr. 696 Semper plus metuU animus 
ignotum maium, Cato dist. 2, 24 Nam levius laedit, guicquid prae- 
vidimits ante, Ambros. de off. 1, 38, 189 animum mala mexplo- 
rata plus franguM. Aristot. eth. Nicom. 1179^, 35 ov% Maxai 
yccQ XvTtfiQcc 6vvri^ yiv6(uva. ^Erkanntes Übel ist gut' (Körte 
n. 7656). 1023. 

6) Ael. Lamprid. vit. Alex. Sev. 46 Bationales cito mutäbai 
ita ut nemo nisi annum compleret, eosque . . . oderat, malum ne- 
cessariiim vocans, ein notwendiges Übel. Menand. fr. 651 Kock 
(Mein. fr. com. gr. 4 p. 260) Kcckov fiiv iaziv^ &}X &vay%ctZov 
TucKOv, Men. monost. 305 aal »xfOfied'^ aixicg &g &vay%alov nctKov. 
Macar. 5, 7. Strabo 14, 2, 24. Philemon fr. 196 Kock. 1024. 

7) Ambros. c. Tob. 21 numqnam malum malo nee vulnm 
ouratUT vuVnere, nach dem griechischen Sprichworte fii|} xcrxor^ 
iö xaxa (Aesch. fr. 349 N. Soph. Ai. 362. fr. 74. Herod. 3, 53). 
^Böses mit Bösem vertreiben, arzeneien/ *Den Teufel durch Beelze- 
bub vertreiben/ Vgl. cu/neus. 1025. 

8) Pallad. 1, 6, 7 Tria mala aeque nooent: steiilitas, 
morbus, vioinus dürfte ein ländliches Sprichwort sein. 1026. 

[9) Tertull. in Valent. 10 malum, quod aiunt, foras! von 
dem, womit man nichts zu thun haben will. Zu dem Bilde des 
Herkules &XB^i%aKog im Vestibulum schrieb man fividhv naxbv 
slaCzta (Diog. Laert. 6, 50).] 

malus s. consilium 1. cwneus, principium 2. 1027. 

1) Plaut. Capt. 202 Jn re mala animo si bono utare, 
adiuvat. Pseud. 452 Bonus animus in mala re dimidium 
est mali. Vgl. Rud. 402 Ergo animus aequos optumum est ae- 
rumnae condimentum, Aulul. 187. *Ein kecker Mut, der beste 
Harnisch' (Körte n. 5476). 'Nur' den Mut nicht verloren.' 1028. 

2) Liv. 1, 46, 7 confrahit celeriter similitudo eos, ut fere fit 
malum malo aptissimum. Vgl. par 1. 1029. 

3) Plin. n. h. 18, 39 Q^onam igitur modo utüissime colen- 
tur agri? Ex oraculo scilicet: malis bonis. Sed defendi ae- 
quum est abavos, qui praeceptis suis prospexere vifae; namque cum 
dicerent maUs, intellegere voluere vüissimos. Summum providentiae 
illorum fuit, ut quam minimum esset impendii. Stark übersetzt: 
schlecht und recht, d. h. weder zu gut, noch zu schlecht, je nach 
den Verhältnissen. S. ager 1. 

Manius. io3o. 

Pest. p. 145 M. M, Manius Egeri. (bicum) Nemorensem Dianae 



Manlius — manubrium 209 

consecravit, a quo multi et clari viri orti simt . . . unde et pro- 
verhium: multi Mani Ariciae. Sinnius Gapito lange älUer 
sentit; ait enim turpes et deformes significari, quia Ma/niae 
dicwntw deformes personae, et Ariciae genus pan/ni fieri, guod 
mania*) appelletur. Ahnlich sagt der Scholiast zu Pers. 6, 56 
(praesto est mihi Manius heres): contmuo mihi Manius occurrit, 
qui se\heredem meum esse dicat, cum eum nesciam. aut certe 
Mcmium didt deformem et ignotum hominem eo, quod maniae 
dicuntur indecori vultus personae, quihus pueri terrentur,**) Es 
scheint also, dafs der Name Manins in Aricia stark vertreten 
war, zugleich aber, dafs man das Wort scherzhaft von mania 
(Popanz) ableitete, woraus sich dann sowohl die Bedeutung *un- 
bekannt^ als auch ^häfslich' ergäbe. Jedenfalls geht aus der 
Notiz bei Festus hervor, dafs den Römern selbst schon zur Zeit 
des Sinnius Capito Bedeutung und Ursprung des Sprichwortes 
nicht mehr gegenwartig war. 

Manlins. i03i. 

Liv. 4, 29, 6 et argumenta est^ quod imperia Manliana, non 
Posthumiana appellata sint. Cic. de fin. 2, 32, 105 Vide, ne isla 
sint Manliana vestra aut m^iora etiam, si imperes, quod facere 
non possim. Gell. 1, 13, 7 ne ferox, durus, indomitus inexordbi- 
lisque sit, qualia fuenmt Posthumiana imperia et Manliana. 
Vgl. Liv. 8, 7, 22 Manlianaque imperia non in praesentia modo 
horrenda, sed exempli etiam tristis in posterum, 8, 34, 2. Valer. 
Max. 2, 7, 6. 

mantica. 1032. 

Catull 22, 21 Sed non videmus mantioae quod in tergo 
est. Pers. 4, 24 Sed praecedenti spectatur mantica tergo. 
Schol.: Äesopus apologorum scriptor dicehat, unumquemque homi- 
nem duas manticas ferre vitiis plenas, et in ea, quae ante pectus 
est, aliena vitia, in ea vero, quae a tergo est, nostra. eoque evenit, 
ut aliena potius delicta quam propria videamus (citiert von Hieron. 
ep. 102, 2). Hör. sat. 2, 3, 299 respicere ignoto discet pen- 
dentia tergo und dazu Porphyrion. S. Babr. fab. 66. Phaedr. 4, 10. 
Vgl. älienus 2. 

mantisa s. öbsonium. 

manubiinm s. mälleus. loas. 

Plaut. Aulul. 471 exemi ex manu***) manubrium, ich 
habe ihm das Heft aus der Hand entwunden, ihm die Gelegen- 
heit und Möglichkeit zum Handeln entzogen. 



*) So ist das überlieferte manid zu bessern. 
**) Vgl. 0. Jahn z. d. St. S. Petron 46. 

***) Gfoetz liest ex manibus nach Kampmann, andere anders. Die 
Redensart selbst steht aber fest. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 14 



210 manus 

maillis s. brachium 1. dextera. digitus 13. fenda. flamtna 7. 
lupus 5. mafmbrium. oculos 2 Anm. paUhtm 3 Anm. panis 2. 1034. 

1) Ter. Andr. 161 Qu^m ego credo manibns pedibusque 
ohnixe omnia Faciurum, Donat: proverhiale i. e. omnWvis mem- 
bris, mit Händen und Füfsen, mit aller Anstrengung. Ter. Audr. 676 
manibus pedibus nociisque et dies. Vgl. Plant. Mil. glor. 630 sum 
pernix pedibus, manibus mobüis. Append. prov. 3, 38 xal %bqisI 
aal xofiatct xccl nod&v ßdcsi, Macar. 5, 5 Kai xsiqI xai itoöl 
ßori^sL Hom. II. 20, 360. Aesch. Ktesiph. 109. 1035. 

2) Fest. p. 149 M. Manuin et mentom proverbium est ex 
graeco ductum, guod est noXlä (isxa^v niXsi xvXixog nal %6l- 
Xeog axgov, Cälehantem vitis ser entern quidam augur vicinus 
praeteriens dixit errare: non enim ei fas esse novum vinum, über 
die Entstehung des Sprichworts vgl. auch Serv. zu Verg. ecl. 6, 72. 
Zenob. 5, 71. Diogen. 7, 46. Aristot. tcoXit, Ikcfi. fr. 523 Böse. 
^Von der Hand bis znm Mund verschüttet mancher die Sappe' 
(Düringsf. I n. 676). Vgl. os 2. 1036. 

3) Senec. apoc. 9 manus mannm lavat. Petron 45 manus 
manum lavat, Epicharm bei Plato Axioch. p. 366 C und Apost. 1, 36* 
& de %61q tccv xstga vl^si: inl z&v g>tXaQyvQ€i>v (hoveuz^ Epicharm. 
p. 274). Menand. monosi 543. *E}ine Hand wäscht die andere' 
(Düringsf. I n. 375). 1037. 

4) Ov. her. 16 (17), 166 An nescis longas regibus esse 
manus? Senec. ep. 82, 5 Non habet, ut putamus, Fortuna 
longas manus: neminem occupat, nisi haer entern sibL Apost. 
11, 7* (laTiQal xvQavvüDv leiQEg: ircl r&v ayctv dvvafiivav. 
Vgl. Herod. 8, 440 ^uxl yccg dvvafiig 'imEQ &v&Q(07tov tj ßaßtXiog 
(des Perserkönigs) iarl tuxI x^^^Q ijteQiiriKrig. 'Grofse Herren 
haben lange Hände' (Düringsf. I n. 717), d. h. ihre Macht 
reicht weit. 1038. 

5) Cic. ad fam. 7, 25, 1 Sed heus tu, manum de tabula; 
magister adest citius, quam putaramus. Petron 76 Postquam coepi 
plus habere, quam tota patria mea habet, manum de tabula/ 
Hand von der Butt! Plin. n. h. 35, 80 dixit enim (Apelles) 
omnia sibi cum illo (Protogene) paria esse aut Uli meligra, sed 
u/no se praestare, quod manum de tabula sciret tollere, dafs 
er aufzuhören wisse. ^Aufhören ist Kunst.' Nach dieser Notiz 
läge also ein Wort des Apelles, von der Malerei hergenommen, 
der Redensart zu Grunde. Nach der zuerst angefahrten Stelle 
bei Cicero hingegen müfste man annehmen, sie sei im Schulleben 
entstanden, indem die Schüler vor der Ankunft des Lehrers allerlei 
auf die Tafel malten, was dieser nicht sehen durfte. Das Gegen- 
teil bei Petron 46 quicqmd iUi vacat, caput de tabula non tollit, 
er studiert unablässig. 1039. 

6) Cic. ad famil. 7, 5, 3 totum denique hominem tibi ita trado 



manus 211 

• 

de manu, ut aiunt, in mannm tuam. Senec. de vit. beat. 1, 4 
iraditus per manus error, ein Irrtum, der sich von einem 
zum andern fortgeerbt bat. Hieron. ep. 58, 8 quasi per manus 
mysteria tr ädere, adv. lovin. 1, 42 (col. 309 Vall.) quasi per 
manus huius opinionis au^torikis traditur, von Hand zu Hand. 
Vgl. Plaut. Trin. 902 E manibus dedU mi ipse in manus. Ter. 
Andr. 297 Hanc mi in manum dat. Vgl. lampas. 1040. 

[7) Plaut. Pers. 854 Fateor; manus vöbis do, ich erkläre 
mich für besiegt. Lucil. fr. n. 52l6aehr. Lucr. 2, 1043 Dede 
manus. Cic de amic. 26, 99 ad extrenmm det manus vincique 
se patiatu/r, ad Att. 2, 22, 2 ad extremum autem manus dedisse. 
6, 3, 1 manus dedisti. Caes. b. g. 5, 31 , 2 Tandem dat Cotta 
permotus manus, giebt nach. Com. Nep. Hamilc. 1. Verg. Aen. 
11, 568« Hör. epod. 17, 1 lam iam efficaci do nrnnus scientiae. 
Ov. her. 4, 14 dabit victas ferreus üle marms. art. am. 1, 462. 
Senec. ad Marc, de consol. 1 , 2. Lactant. instit. 5, 1, 3 Timent 
enim, ne a vöbis reUcti . manm dare coganfmr. Der Besiegte» 
streckt dem Sieger die Hände hin, um sich fesseln zu lassen. 
Verg. Aen. 12, 936 vkisii ei victum tendere paLmas Ausonii videre. 
Vgl. auch digitus 13.] 1041. 

8) Cic. de fin. 5, 31, 93 qui se fatentur virtutis causa . . . 
ne manüm quidem versuros fmsse, sie würden keine Hand 
gerührt, keinen Finger krumm gemacht haben. A.pul. de mag. 56 
Sed ego, quid de me Mezentius sentiat, manum non verterim, 
ist mir gleichgültig. Vgl. dägitus 7. 1042. 

9) Cic. p. Place. 39, 97 nos, qui P. Lentulo ferrum ei flam- 
mam de manibus extorsimus, mit Gewalt entwunden haben. 1043. 

10) Arnob. adv. nat. 2, 71 Non difficilibus, non ohscuris, sed 
quae possit videre, qui volet, et contraotere, quemadmodum 
dicitur, manibus, was er mit den Händen greifen kann. Plato 
Theaet. p. 155 E ot o^jösv aXXo oi6(isvot elvaty i) oh av Svvoavrat 
uTtQl^ xalv %Bqolv Xaßia^aL Vgl. Cic. p. Caecin. 7, 20 res . . . oculis 
ctc manibus teneretur. 1044. 

11) Liv. 7, 13, 7 cur . . . compressis, quod aiunt, mani- 
bus sedeas, die Hände im Schofs, d. h. mülsig.*) 1045. 

12) Lactant. instit. 3, 6, 6 dum solam scientiam oonsertis 
manibus vel retinent vel eripiunt, mit gröfster Anstrengung. Vgl. 
Hieron. ep. 40, 2 conserta manu in ius vocas, comment. in 
ep. ad Ephes. praef. (col. 538 Vall.) Numquid te manu conserta 
m ius traho? comment. in Isai. 5 (IV col. 167 Vall.). 1046.' 

13) Plaut. Poen. 316 üt tu quidem hui/m oculos illotis 
manibus iractes aut teras? mit ungewaschenen, ungeweihten 



*) Verschieden davon ist das gtiechische vnb noXittp b%siv XBi^ag 
(Theoer. 16, 16). 

14* 



212 rnanuB 

Händen. JMgest. 1, 2, IM. illotis, ut ita dixerim, manihus 
. . . materiam tractare, Diogen. 1, 43 Avlntoig xeqöIv: im z&v 
ßsßrjloig XBQcl xotg Ugotg iyxtiQovvxmv, ^Mit ungewaschenen Händen 
hineinplumpen' (Körte n. 3204*). Vor der Vomahme heiliger 
(Opfer-) Handlungen wusch man sich die Hände. Vgl. pes 2. 1047. 

14) Senec. nat. quaest. 7, 32, 4 vix ad ßmdum veniretur, m 
quo verkäs posita est, quam nunc in summa terra et levi mann 
guaerimus, mit leichter Hand darüherstreichend, auf der Ober- 
fläche. 1048. 

15) Quintil. 2, 4, 12 lucimdus ergo tum mcuxiime dehet esse 
praec^tor, ut remedia, quae alioqui natwra sunt aspera, molli 
manu leniantur, durch zarte Behandlung, ohne Härte. Vgl. 
hracMum 1. 1049. 

16) Hieron. ep. 48, 1 amicum obviis, ut aiunt, manibuB 
exoipio, mit offenen Armen, ep. 53, 10 obviis te manihus 
excipiam. 1060. 

17) Cic. ad Att. 2, 25, 1 quam plena maniL, quam ingenue, 
quam omate nostras laudes in astra sustulUf Senec. rhet. con- 
trov. 4 praef. 2 liberalUer hodie et plena manu faciam, reich- 
lich. Senec. apoc. 4 fecü Hlud plena manu, gab reichlich, mit 
vollen Händen, ep. 33, 6 non tam mendice tecum agam, sed plena 
mmvu, fiet 120, 10 plena manu dantem, de consol. ad Polyb. 
9, 4 mfunera plena ma/nu congerentem. Petron 43 Frater ms 
fortis fuit, amicus amico, manu plena, gab reichlich. Lactant. 
instit. 3, 26, 5 pecuniam suam plenis manüms largientem. — 
Petron 64 manuque plena scapulas eius subinde verheravit, tüchtig. 
Macar. 6, 27 oXy Z^*^^« ^«^^f* ^ evBqyetBiv 9l a^txfn/. Vgl. n. 20. 
S. modius. 1051. 

[18) Ov. trist. 1, 7, 28 Nesdet his summiam si quis abesse 
manum, die letzte Feile, die Vollendung. Senec. ep. 71, 28. 
Hieron. ep. 46, 9 nee summam, ut dicitur, manum accepisse vir- 
tutum. Vgl. Senec. ep. 12, 4 (potio) quae ebrietati sumnwm manum 
imponit, sie vollendet. Ebenso ultimam (extremam) manum 
imponere (Cic. Brut. 33, 126. Verg. Aen. 7, 572. Petron 118). 
Hieron. comm. in Ezech. praef. (V p. 2 Vall.) extremam, ut dici- 
tur, manum operi imponere. Doch ist die Phrase immerhin eine 
gewöhnliche, die wohl kaum mehr als proverbiell empfanden 
wurde.] 1062. 

19) Senec. de ira 3, 20, 2 quia non supinis mauibns ex- 
ceperant servitutem, demütig, wie wenn es ein Göttergeschenk 
wäre. Von der Haltung beim Beten. 1063. 

20) Mart. 6, 19, 8* Magna voce sonas manuque tota er- 
innert an Macar. 6, 27 oXy %€t^l: XbCtcbi i) EieQysxetv i} aÖMstv, 
Vgl. n. 17. 1064. 

21) Mart. 1, 15, 9 Haec (sc. gaudia) utraque manu com- 



mapalia — mare 213 

plexvque assere ioto, fasse sie mit beiden Händen und halte sie 
fest. Diogen. 2, 77^ &fA(potv xEQotv und dazu v. Leutsch. Macar. 
1, 98. Vgl. Curt. 7, 8, 24 Proinde fortunam tuam pressis ma- 
nibus tene. Senec. Oedip. 193 amplexu . . . presso. 1055. 

22) Senec. ep. 71, 1 Ergo consiliumnasci süb diem debet: et hoc 
qiu}que nimis tardmn est: Bub mantL, quod aiunt, na90atar, im 
Handumdrehen. Sueton Octav. 49 gtM celerius ac suh manum 
annuntiari cognosdgue passet, Griech. ^ö xüqa (Plut. mor. p. 548 E). 
Körte n. 6149 ^Der Bat mufs unter den Händen wachsen.' Vgl. 
glcLdiator. 1056. 

[23) Senec. ep. 52, 6 Quaedam ingenia facilia et expedita, 
quaedam manu, quod aiunt, facienda sunt, müssen künstlich 
und mit Anstrengung gebildet werden. (Vgl. de benef. 6, 16, 7 Tum 
Ingenium latens et pigrum iniecta, ut ita dicam, manu ex- 
traxit.) de brev. vit. 3, 2 morhos, quos manu fecimus, die wir 
uns selbst zugezogen haben, de benef. 6, 41, 1 occasiones red- 
dendorum dbservare, non manu facere, künstlich herbeiführen, de 
ira 2, 9, 3. 3, 12, 1. de consoL ad Marc. 19, 2. ep. 58, 32. 
llö, 2.] 1057. 

[24) Plaut. AuL 377 Ulis . . • adii mannm, sie täuschten 
mich. Casin. 5, 2, 56 adita est vöbis manus. Poen. 462. Pers. 796 
quo modo de Persa manus mi adita est? wie hast du mich 
hintergangen! Von Tieren hergenommen, die man an sich lockt, 
um sie zu ergreifen.*)] 

mapalia. io58. 

Senec. apoc. 9 vos mera mapalia fedstis, habt unnützes 
Zeug, Possen getrieben. — Petron 58 tmmera mapalia, 'lieder- 
liche Häuser.' Zur Erklärung s. Fest. p. 146 M. Mapalia casae 
Poenicae appellantur, in quibus quia nihU est secreti, solet solute 
viventihus ohici id vocahulum, 

mappa. 1059. 

Tertull. adv. Valent. 36 qui totum hoc taedium amoliti, nul- 
lum voluenmt alium ex alio per gradus revera Gemonios structum, 
sed mappa, quod aiunt, miasa u. s. w., wie auf ein gegebenes 
Zeichen, d. h. auf einmal, ohne Umschweife, nicht stufenweise. 
Das Zeichen zxun Beginn der Vorstellung wurde im Circus durch 
das Schwenken mit einem Tuche gegeben. S. Friedländer, S. G. 11^ 
p. 315. 

mare s. caelum 1. fluvius 3. mons 1. rete 2. terra 1. Tyrius. 
ventus 2. 1060. 

1) Ov. am. 3, 2, 34 In flammam flammas, in mare fondis 



*) Veget. r. m. 1, 26 gladiis manu ad manum, ut dicitur, 
commmus dimicant ist nicht eigentlich sprichwörtlicb, sondern nur aus 
der Umgangssprache. 4, 44. 3, 23. Augustin bei Migne 84 col. 888. 



214 margaritum — Massilia 

aquas, du yergröfserst das Obel. 2, 10, 14 In freta coUecfas 
alta quid addis aquas? Vgl. trist. 5^ 6, 44 in wäre fundat 
aquas, S. ignis 3. 1061. 

2) Plaut. Mil. glor. 664 leniorem dices, quam mutum est 
mare. Most. 852 Tarn plaoida est, quam plaoida est aqua. 
Stich. 629 Postilla iam iste est tranquillus tibi? Magis quam 
mare. Poen. 355 nisi ülam tarn franquiUam faeis. Quam mare 
olim est, quom ihi älcedo pullos educit suos. Vgl. alcedo. 1062. 

3) Naey. trag. v. 55 Ribb. Mare interbibere, das Meer 
austrinken wollen, d. h. unmögliches versuchen (Borchardt, Sprichw. 
Redensarten n. 682).*) Plaut, fr. 306 W. interluere mare. Vgl. 
Prop. 2, 32, 49 Tu prius et fluctus poteris siccare marinos, 

margaritum s. vitrum 3. 

Marianus s. muhi-s 5. 

Mars. 1063. 

Cic. de off. 3, 7, 34 Hanc igitur partem relictam explebimus 
nullis admimculis, sed, ut dicitur, Harte nostro^ aus eigener 
Kraft. Cic. Verr. 3, 4, 9 praesertim cum vos vesiro Marte his 
rebus omnibus ahundetis, von selbst. Philipp. 2, 37, 95 Rex enim 
ipse sua sponte nulUs commentariis Gaesaris . . . suo Marte res sms 
redperavit, ohne Beihülfe anderer, lustin. cod. 14, 1 ut , , . liies 
potius suo Marte discurrerent. Das Gegenteil bezeichnet ^vvog 
^EvvdXtog (i^rl r&v Koivfj w s'^QißxoiiivcDv. Macar. 6, 16).**) 

Massilia. io64. 

Plaut. Gas. 795 ühi tu es hie, qui colere mores Massilienses 
postulas? Die Einwohner von Massilia waren wegen ihrer Sitten- 
reinheit berühmt (Cic. p. Place. 26, 63. Strabo 4, 1, 5. Valer. 
Max. 2, 6, 7).***) Im Widerspruche damit steht das grieohiscbe 



*) Auf die Wassermasse des Meeres beziehen sich auch folgende 
Stellen bei Plautus: Poen. 432 neque quantum aquai est in mari. 
Trucul. 527 si hercle me ex media mari Savium tuom petere iubeas, 
petere hau pigeat. 

**) Svvbg 'EvvdXiog hat auch die Bedeutung des lateinisehen 
Mars belli communis schon bei Hom. IL 27 309. Vgl. Eustath. 
1144,43 t6 8b ^vvbs *EvvoiXiog &vtl xov: tioivt] i] tov noisfiov xv%7i xal 
6 Mar' a'bzhv %Cv$vvog nai ov fi&XXov xovxov r) i'KsCvov (vgl. Cic. ad 
Att. 7, 4). Doch ist diese Phrase bei Cic. und Liv., welche sie öfter 
verwenden, durchaus abgeblafst und sicher nicht mehr als sprichwört- 
lich empfunden. Cic. de erat. 3, 42, 167 rechnet sie zu den einfachen 
Metonymien. Mehr als ein Witzwort scheint auch die Anspielung bei 
Petron 34 nicht zu sein: Laudatus propter elegantias dominus, aequum, 
inquit, Mars atnat. üaque iussit senex suam cuique mensam as- 
signa/ri. 

***) Wegen dieser Stellen halte ich trotz üssing und v. Wyfß 
(d. Sprichw. b. d. röm. Komikern p. 23), die auch hier an lockere 
Sitten denken, an meiner Auffassung fest. Das Lob ist eben ironisch 
gemeint. S. auch Clefs in Paulys Beal-Encyklop. IV p. 1628. 



matella — Mazimns 215 

Sprichwort sig MaGOaXlccv TcXevaeiag (ircl rdov d'TiXvtBQiog Kai 
(lakanmg fwrtwv. Apost. 6, 69. Plut. prov. 1, 60). Vgl. Athen. 
12 p. 523 C. Doch ist dieses späteren Ursprungs. 

matella s. maiula 3. 4. mus 2. 

mater s. amidus. noverca 3. rntdus 1. 1065. 

1) Comel. Nepos Thrasyb. 2, 3 neque sine causa dici, matrem 
timidi flere non aolere. Macar. 3, 23 öbIXov ^uTizriq ov nlccUt. 
^Wer flieht, der macht seine Mutter nicht weinen' (Körte n. 5485). 
Die Mutter wünscht natürlich, dafs ihr Sohn lebend aus dem 
Kriege zurückkehre. 1066. 

2) Prop. 2, 22, 42 Tutius et geminos anxia mater alit. 
'Ein Kind, Notkind (Angstkind)' (Düringsf. I n. 359). Vgl. duo 3. 

matnla. matella. i067. 

1) Plant. Pers. 533 Knmquam ego te tam esse matulam 
oredidi, ich hätte dich nicht für einen solchen Theekessel ge- 
halten. 1068. 

2) Est modus matnlae war der Titel einer Satire Yarros 
(p. 127 R.) 'Jedes Ding hat sein Mafs.' Vgl. Hör. sat. 1, 1, 106 
Est modus in rebus, Cic. orat. 22, 73 etsi enim suus cuique 
modus est Vgl. modus, 1069. 

3) Mart. 10, 11, 3 Bispeream, si tu Fyladi praestare ma- 
tellami Dignus es, ihm die niedrigsten Dienste zu erweisen (ihm 
die Schuhriemen zu lösen). Du kannst ihm nicht das Wasser 
reichen. 1070. 

4) Petron 45 Quid servus peccavit, qui coactus est facere? 
magis illa matella digna fait, quam taiirus iactaret, er ist 
ebensowenig schuld, wie der Kübel, dafs er vom Ochsen hin- 
und hergewoi'fen wird. 

Maurus. io7i. 

Priap. 45, 3 Ut Manrae similis foret puellae. 46, 1 non 

candidior puella Mauro, schwarz wie ein Mohr. Vgl. Plaut. 
Poen. 1290 atratior . . . Quam Aegyptini, 

maxilla. 1072. 

Petron 44 isti maiores maxillae, diese Grofsmacher. 

Maximinns. 1073. 

lul. Capitol. Maxim, iun. 2, 8 Nam cum esset Maximinus 
pedum . . . octo et prqpe semis, calciamentum eius . . . qmdam in 
luco, qui est inter Äquileiam et Äriciam, posuerunt, quod constitit 
pede maiits fuisse hominis vestigio atque menswra, Unde etiam 
vulgo tractum est, cum de longis et ineptis hominihus di- 
ceretur oaliga Maximini.''') 

Maximns s. Cotta, 



*) Vgl. das griech. Sprichwort avovg 6 (lan^ög (Apost. 3, 4). 
Saringar, Erasmus p. 17>ff. p. 49. Vgl. longwrio. 



216 medicamentum — mel 

medicamentiini. 1074. 

Fronto p. 144 Nab. Nam, ut nwnc facis, alibi tu medioa- 
mentiun obligas, du bindest das Heilmittel am imrecbten Orte 
aaf, legst das Pflaster neben die Wunde (wendest es verkehrt an). 

mediclna s. änis. 1075. 

1) Augustin enarr. in Psalm 1, 6 (Migne 36 col. 32) Quem- 
admodum dicitur, novit salutem medioina, morbos autem 
Xion novit.*) 1076. 

2) TertuU. de anim. 2 Sed et znedioinam inspexi , sororem, 
ut aiunt, philosophiae. Isidor orig. 4, 13 Medicina secunda 
philosophia dicitur. Die Arzneikunst bat ftlr den Leib die- 
selbe Bedeutung, wie die Philosophie fUr die Seele. 

medicns. 1077. 

Petron 42 medious nihil aliud est, quam animi oonso- 
latio. Vielleicht sprichwörtlich. 

mediocrltas. 1078. 

Hör. carm. 2, 10, 5 Auream quisquis mediooritatem Düigit 
tutus u. 8. w. Auson. grat. act. 6, 28 et, quae vocaiur, aurea 
dehet esse mediocritas. Vgl. Ov. met. 2, 137 media tutissi- 
mus ibis. — Liv. 45, 35, 5 Intacta invidia media swnt. *Die 
goldene Mittelstrafse.' **) ^Mittelweg, sicherer Weg' (Körte n. 5359). 

mediug s. mediocritas. 1079. 

Fest. p. 310 M. rem in medio, quod aiunt, positam, von 
einer Sache, die auf der Hand liegt. 

Megarenses. 1080. 

Tertull. apol. 39 De nobis scüicet Biogenis dictum est: 
Megarenses obsonant, quasi orastino die morituri; aedifioant 
vero, quasi numquam morituri, ihre luxuriöse Lebensweise ist 
voller Widerspruch und thöricht. Hieron. ep. 123, 15 Et iUud 
quod de Megarensihus dicitur, iure miseris coaptari potest: 
Äedificant quasi semper victuri, vivwnt quasi altera die moritwi. 
ep. 128, 4 Vivimus quasi altera die morituri, et asdificanms quasi 
semper in hoc saeculo victuri. Nach Plut. nsQl g>iXo7clov6. 5 
p. 525 B that denselben Ausspruch Stratonicus, um den Luxus 
der Rhodier zu verspotten. Diog. Laert. 8, 63 führt ihn auf 
Empedocles, Aelian var. bist. 12, 29 auf Plato zurück, der das- 
selbe von den Agrigentinem gesagt habe. 

mel s. Nestor 2.. 108I. 

1) Plaut. Asin. 614 meUe duld duloior. Trucul. 371 
hoc est melle duld dulcius, Auct. ad Herenn. 4, 33, 44 Cum 
(seil. Nestoris) ore sermo melle dulcior profbuebat Cic. de sen. 



*) Der Mitarbeiter des Archivs für lat. Lexikogr. stellt einen 
Hexameter her: Morbos non novit, novit medicina salutem. 

**) Vgl. Hör. ep. 1, 18, 9. Aristot. eth.Nicom. 2, 6, 11. Theognis 336. 



mel 217 

10, 31. orat. 9, 32 sermo . . . mdle duldor. Ov, trist, ö, 4, 29 dulcior 
illo Melle, Valer. Max. 8, 9 ext, 2 melle dulciorem leporem. Senec. 
ep. 40, 2. AxLson. ep. 21 praef. o melle dulcior. Hieron. adv. 
Lucif. 7 (col. 179 Vall.) quae melle et favo dulciora sunt. ep. 30, 13. 
46, 1. 128, 1. Augußtin bei Migne 39 col. 2120. soliloqu. 19 
omni melle dulcior, Apoll. Sidon. ep. 9, 11, 8 conviciis tuis . . . mella 
vincentibus. Ennod. p. 69, 14Vog. Verg. ecl. 7, 37 thymo dulcior. 
Diogen. 6, 51 iiiktzog (ivsXög: inl rov &yav Tidiog, — Plaut. 
Gas. 2, 8, 21 mel mi videor lingere, das ist mir Zuckerlecke. 
Hör. sat. 2, 6, 32 Hoc iuvat et mdli est. Theoer. id. 8, 83 
%qi(S6ov . . . (liXi kei%Hv. Psalm 119, 103. 19, 11. Jes. Sir. 
24, 27 u. a. Vgl. Hieron. ep. 121 praef. Itaque nostram amari- 
tudinem ülius nectareo melle curato. S. nectar. 1082. 

2) Apul. met. 2, 10 Cave, ne nimia mellis duloedine 
dintinain bilis amaritudinem oontrahas. Anthol. Pal. 16, 16 
Iläv to Ttiqtxxov &%biqov^ iitsl Xoyog iiSxl Ttalaibg, ^Slg Kai tov 
liiXtTog t6 TcXiov iörl %oXri. Pind. Nem. 7, 52 f. Schon Sprichw. 
Salom. 27, 7 Wer satt ist, tritt den Honig mit Ptifsen. 25, 27. 
Petron Anthol. lat. 120, 5 (ed. Baehr.) Hyhlaeum refugit satur 
liquorem. 'Honigsüfse verdriefst, wenn man sie zu viel geniefst' 
(Körte n.3667). 'Zu viel Honig ist bitter.' 1083. 

3) Apul. flor. 4, 18 Sed verum verhum est profecto, qui 
aiunt, nihil quicquam homini tarn prosperum diviuitus 
datum, quin ei tarnen admixtum sit aliquid difücultatis, ut 
etiam in amplissima quaque laetitia subsit quaepiam vel parva que- 
rimonia, ooniugatione quadam mellis et fellis. Petron 56 
uhicumque dulce est, ibi et acidum invenies. 'Es giebt 
keinen Honig ohne Galle' (Düringsf. I n. 883). ^Keine Freude 
ohne Leid' (Düringsf. I n. 886). — Ganz besonders trifft dies bei 
der Liebe zu: Plaut. Cistell. 1, 1, 71 Namque ecastor amor et melle 
et feile est fecundissimus. Pseud. 63 Dulce amarumque una 
nunc misces mihi.*) Daher die Liebe von den Griechen yXv- 
TivninQog genannt wird. Vgl. überhaupt Biese und Baehrens zu 
CatuU 68*, 18 (dea . . . Quae dulcem curis miscet amaritiem). ^Keine 
Liebe ohne Leid' (Körte n. 4859). — So ist überhaupt Süfs und 
Bitter oft verbunden: Plaut. Truc. 345 postqu^am scio, Dulce at- 
que amarum quid sit ex pecunia. Mart. 12, 34, 3 Quarum dulcia 
mixta su/nt amaris. Apul. met. 2, 10 dulce et amarum gustulum 
carpis. Ov. fast. 6, 643 interdum miscentwr tristia laeiis. Vgl. 
luven. 6, 181 (voluptas) Plus aloes quam mellis habet. — 

*) Die Gegenüberstellung von mel und fei ist stehend. Vgl. noch 
Plaut. Poen. 394 mel huius, fei meum. Auson. profess. 15, 2 (16, 16, 2 Seh.) 
feile nullo, melle multo mens madens. epist. 15, 5 feile Carmen atque 
melle temper ans. Symmach. ep. 1, 32. fr. Murat. 5, 67 fei cum melle 
misceri non convenit. S. Wölfflin, Archiv f. lat. Lex. 1, 386. 



218 Melitides — memoria 

Plaat. Psend. 694 Dulcia amara apud te sum docutus omnia. 
Ennod. p. 75, 19 Vog. ut semper mihi cum dulcibiis amara socim- 
iur. Plato Phileb. 46 C xh öii XsyofiBvov 71i%q& yXvKh fisfity- 
(livov.*) 1084. 

4) Plant. Tmcul. 178 In melle sunt lingime sitae vostrae 
atque orationes lACteqtie : oorda in feile sunt sita atqne acerbo 
aceto. (Hieroo. ep. 128, 2 mel desiillare labia, . . . et postea 
feile amarius invenitur.) 'Honig im Munde, Galle im Herzen' 
(Düringßf. I n. 745). 1085. 

5) Oy. am. 1,8, 104 Impia snb dnlci melle venena latent 
'Unter dem blühenden Stranch liegt oft eine giftige Schlange 
versteckt' (Düringsf. 11 n. 315). Hieron. ep. 15, 4 sed mihi cre- 
dite, venenum sub melle latet ep. 128, 2 dum mella puf^nt, 
venena noxia reperire. Vgl. Hieron. ep. 107, 5 venena non dantur, 
nisi meUe eircumlita. Vgl. lahrum 4. 1086. 

6) Hieron. ep. 105, 2 nee, ut vulgi de quibusdam prover- 
hium est, litnni melle gladinm. Angnstin bei Hieron. ep. 116, 2 
ne litum melle gladium stringere videamur, Angriffe, derbe Wahr- 
heiten, unter Artigkeiten und Schmeicheleien versteckt. Ähnlich 
Diogenes bei Diog. Laert. 6, 51 xbv tcqoq xaQiv Xoyov (^to- 
yivrig) fiekttlvrjv &y%6vriv elvai, ein mit Honig bestrichener 
Palistrick. Eibb. fr. com. append. sent. 253 p. 368 Malus htandi- 
locus laqueus innocentium est, 

[Melitides. io87. 

Apul. de mag. 24 nat^is est apud Athenienses . . . Melitides 
fatuus. Mslirldov rjXtd'iürsQog war bei den Griechen sprich- 
wörtlich. Diogen. 5, 12. Apost. 5, 27.] 

mellns. loss. 

Cic. ad Att. 7, 3, 2 Sed, quid si hoo melius? saepe op- 
portune dici videtur, ad famil. 13, 47 JJtanmr igitur vulgari 
consolatione: Quid, si melius hoc? Vielleicht war's besser so. 

meminlsse. i089. 

Plaut. Merc. 1011 Suam quisque homo rem meminit. 
Vgl. Cic. de sen. 7, 21 Omnia, quae curant, meminerunt. 'Was 
einen selbst angeht, daran denkt man am ersten.' 

memor s. m^endax 1. 1090. 

Plaut. Capt. 191 Memor em mones. Stich. 578 Capti consili 
memorem mones. Vgl. docere 1. 

[memoria. i09i. 

Cic. de sen. 7^ 21 nee sepiücra legens vereor, quod aiuni, 
ne memoriam perdam, enthält wohl nicht, wie die Hgg. an- 
merken, ein Sprichwort, sondern beruht nur auf einem ver- 



*) Die Form ubi mel, ibi fei findet sich in der alten Überliefe- 
rung nicht. 



mendacium — merces 219 

breiteten Aberglauben. Wer Grabschriften liest, also mit der 
alten Zeit sich beschäftigt, vergilst oft auch die Gegenwart und 
verliert das Verständnis für dieselbe.] 

mendacinm. . 1092. 

Plaut. Most. 665 Calidum her de au dt vi esse optumtun men- 
dacium, eine frischgebackene, rasch erdachte Lüge ist die beste. 
Man darf beim Lügen keine Verlegenheit zeigen. 

mendax. 1093. 

1) Quintil. 4, 2, 91 verumque est ülud, quod vulgo dicitur, 
mendaoem memorem esse oportere. Apul. apol. 69 Saepe 
audivi, non de nihilo dici mendaoem memorem esse oportere. 
Hieron. adv. Ruf. 3, 13 (col. 543Vall.) et ohlitus es veteris pro- 
verhii, mendaces memores esse dehere. Donat zu Ter. Andr. 778 
memorem mendaoem esse oportere, Optat. Mil. 2, 18 Quod vulgo 
dioitur, memoriam custodem habere oportet mendaoem. ^Ein Lügner 
mufs ein gutes Gedächtnis haben' (Dtiringsf. II n. 64). 1094. 

2) Cic. de divin. 2, 71, 146 oum mendaoi homini ne verum 
quidem dioenti oredere soleamus. Hieron. ep. 6, 1 Äntiquus 
sermo est: Mendaoes faeiunt, ut neo sihi vera dicentihus 
credatur. Phaedr. 1, 10, 1 Quicumque turpi fraude semel in- 
notuit, Etiamsi verum dicit, amiitit fidem, Aristoteles bei Diog. 
Laert. 5, 17 iQüatri^elg xl neQiyCvevai Tiigdog rotg t/;£vdoftfvo*g, 
oxccv^ s(pYj^ kiyoDOiv aXrjd'fi^ firi TttötevEoQ'ctL fab. Aesop. 353 
p. 174 H. *Einem Lügner traut man nicht. Wenn er auch die 
Wahrheit spricht' (Düringsf. II n. 65). 

mendicns. io96. 

Plaut. Trin. 339 De mendioo male meretur, qui ei dat, 
quod edit aut bibat erinnert an das griechische Sprichwort 
TtroDlov TtriQa ov itl^itXctxat (Zenob. 5, 66). 'Bettelsack ist 
bodenlos' (Düringsf. I n. 222). 

Menenius. i096. 

Hör. sat. 2, 8, 286 Hoo quoque vutgus Chrpsippus ponit 
fecunda in gente Meneni. Porphyrio: Menenius fuit Ulis tempo- 
ribus insanus. ünde Meneniae stultitiae et i/neptiae. Danach zu 
schliefsen, scheint die Thorheit des Menenius auch weiteren 
Kreisen bekannt gewesen zu sein. 

mensura s. metiri, 

mentum s. manus 2. 

merces s. duo 2. 1097. 

Petron 58 lam scies patrem tuum meroedes perdidisse, 

mensa. 

Plaut. Trin. 478 Verecufidari neminem apuä mensam decet 
ist der Vorläufer zu dem modernen Sprichworte 'Bei Tische und im 
Bette soll man nicht blöde sein' (Düringsf. 11 n. 443). Suringar, Erasmus 
p. 27 ff. Bei Plautus ist es nur ein Witz, S. Brix z. d. St, 



220 Mereurius — merx 

dein Vater hat das Lehrgeld zum Fenster hinausgeworfen, kann 
sich das Lehrgeld wiedergehen lassen. 

Mereurius. * io98. 

Apul. apol. 43 Non enim ex. omni ligno, ut Pythagoras 
dicehat, debet MeronxioB ezsculpi. Der Ausspruch war wohl 
schon im Altertume allgemeiner hekannt, jedenfalls ist er in die 
modernen Sprachen übergegangen: ^Nicht aus jedem Holze kann 
man Pfeifen schneiden' (Düringsf. I n. 744). Die Italiener sagen: 
Nicht aus jedem Holze werden die Heiligen gemacht. lamblich. 
de yit. Pjthag. 34, 245 rovg (liv yccQ (die Bildhauer) ioidofiivov 
tivbg 'EQ(ifjv (eine Herme) ^ritevv elg t^v Stdd'Eaiv tfjg (lo^- 
q>fig ^vkov iTtivridEiovj tovg de (die um Geld lehrten) 7tQo%si' 
Q(ag i% Ttdctig g)vae(og iQyd^eCd'cct r^v ccQStfjg iTttt'qöevaiv. Zur 
Erklärung dient auch Euseb. praep. evang. 5 ort. 6h Kai ta äydl- 
fiatct avxol iniQ'evxOj Tt&g xqii Ttotsiv xat ix TCoCag Cki^g u. s. w. 
Im Gegensatz hierzu sagte Epicharm Tiavzbg ix ^vkov xXmg xs 
Ka yivotto xorl ^eog (Lorenz, Epicharm p. 253)^ womit zu ver- 
gleichen ist ix Ttavtbg ^vXov %vg>ayv yivovc av (Zenob. 4, 7). 

meridies s. sol 4. 1099. 

1) Cic. ad Att. 1,1,1 Catilifia, si iudioatum erit meri- 
die non luoere, certus erit competUor, niemals. iioo. 

2) Fetron 62 liina ludebat tarnquam meridie, wie am 
hellen Tage.*) 

merx. 1101. 

1) Plaut. Poen. 342 proba merx faoile emptorem re- 
perit. *Gute Ware verkauft sich selbst' (Düringsf. I n. 653).**) 
Daher Lucil. bei Gell. 3, 14, 6 (fr. ine. 77 M. n. 791Baehr.) 
scruta guidem ut vendat scrutarius laudat 1102. 

2) Hieron. ep. 26, 5 Tritum quvppe est proverbium ultro- 
neas putere meroes. ep. 130, 16 Ultroneas enim aiunt piUere 
merces et pretia facUitate decrescunt, quae semper in raritate ma- 
iora stmt. Isidor epist. 12, 11 quamvis nuUitis egeas et uLtroneae 
dicantur puler e merces, * Angebotene Ware stinkt/ ^Angebotene 
Hufe hat keinen Lohn' (Düringsf. I n. 86).***) 



*) Vgl. Petron 37 mero meridie. 
**) Mala merx braucht Plautus von Leuten, die wenig taugen, 
von denen wenig zu halten ist. S. Lorenz zu Plaut. Mil. glor. 896. 
Casin. 3, 6, 22 novi ego illas malas merces helfet nicht, wie noch 
Georges übersetzt: Taule Fische', sondern: Ich kenne meine Leute, 
S. novisse. 

***) Aus Hör. ep. 2, 2, 11 fuhrt man als Sprichwort an: Laudat 
venales, qui vult extrudere merces, *jeder Krämer lobt seine 
Ware', allem der volle Wortlaut ist: midta fidem promissa levant, uhi 
plenim aeqtw Laudat u. b. w. An ein Sprichwort ist also hier gar 
nicht zu denken und die Ähnlichkeit mit dem deutschen Sprichworte 
ist blofs zufällig. 



messis — micare 221 

• 

messis s. metiri. 1103. 

TibuU 1, 2, 98 quid messes uris, aeerha, tuas?, wamm 

schädigst du dich in deinem eignen Vorteil? Vgl. Ov. her. 
19 (20), 143 Quis tibi permisit, nostras praecerpere messes? 
Vgl. vinettmi. 

messor s. meiere 1. 

meiere. iio4. 

1) Cic. de orat. 2, 65, 261 M, Servitius: Die mihi, inquM, 
M. Pinari, vmm si contra te dixero, mihi male dicturus es, ut ce- 
teris fedsti? Ut sementem feoeris, ita metes, inquit. Gorgias /^ 
bei Aristot. rhet. 3, 3 6v de tavta aL<S%Qa>g fisv EGitBiqag^ 
KaKcbg ÖS i&eQtöag. Greg. Cypr. Leid. 2, 57 TiccQTcbv^ ov 
s(57t£LQagj d'iQi^B. El Se tuckcc Oitelgaig^ TcaTcd Tisv &(iiq6aio. ^Wie 

die Saat, so die Ernte* (Dtiringsf. 11 n. 649). ^Wie man den 
Acker bestellt, so trägt er' (Düringsf. II n. 652). Hosea 8, 7: 
Wer Wind säet, wird Sturm ernten. Paul, ad Galat. 7, 7: Was 
der Meusch säet, das wird er ernten, ad Cor. 2, 9, 6. Ambros. 
epist. 8, 14. — In demselben Bilde Plaut. Capt. 661 Sator 
sartorque scelerum et messor maxume, was du gesät, magst du 
jetzt ernten. S. interere. 1106. 

2) Plaut. Most. 799 Sibi quisque ruri metit, jeder sorgt 
für sich. Merc. 71 Tibi aras, tibi occas, tibi seris; tibi item 
metes. 1106. 

3) Plaut. Epid. 265 Mihi istio nee seritur, neo metitur, 
ich habe keinen Vorteil dabei, mir ist es gleich. 

metiri s. basis, modius. 1107. 

Hör. ep. 1, 7, 98 Metiri se quemque suo modulo ac pede 
verum est, jeder messe sich mit eigenem Mafse, gehe nicht über 
seinen Stand hinaus, sei zufrieden mit seinem Stande. Vgl. Ov. 
trist. 3, 4, 25 intra Fortunam debet quisque manere suam. 
Pers. 6, 25 Messe tenus propria vive (Schol. ad modum re- 
dituum tuarum vive). luven. 11, 35 Noscenda est mensu/ra sui. 
^Strecke dich nach der Decke' (Düringsf. 11 n. 402). ^ Jeder messe 
sich mit seiner Elle.' En toutes choses a mesure. Ogni cosa 
vuol misura. Vgl. pellis 1. 

Meto. 1108. 

Gic. ad Att. 12, 3, 2 quando iste Metonis annus veniet? 
Anson. epist. 2, 11 non annus longior ille est, Ättica quem 
docti coUegit cwra Metonis. Append. proverb. 3, 88 Mit od vag 
iviavtog ... toi}g oiv (laTiQccg 'bTtEQd'iaetg Ttoiovfiivovg innSKthntovrEg 
Bksyovj avaßdklec&cci slg zbv Mirtavog ivutvxov, Meton führte 
einen 19jährigen Cjclus ein. 

metuere s. expertus. odisse 1. 2. 

micare. ii09. 

Cic. de off. 3, 19, 77 a quibus (sc. rusticis) natum est id, quod 



/ 



222 Midas — milviis 

iam contritum est vciustaie proverhium; cum enän ßdem ali- 
cuius honitatenique laudant ,*\iignum esse dicunt, quicxun in te- 
nebris mioes. de fin. 2, 16, 52 Cur iusiUia laudatur? auf unck 
est hoc contritum vetustate proverhium, quicum in tenehris? 
Petron 44 cum quo audacier posses in tenehris micare. 
Fronto p. 13Nab. Aliud scurrarum (Mai: rusticoruvn) pro- 
verhium: en, cum quo in tenehris mices. Augustin de trinit. 8, 5 
Porro, cum quo micaS in tenehris, ei liberum est, si velit, f allere. 
Über das Moraspiel bei den Römern s. Marquardt, Ptivatleben 
p. 836. Wir sagen: ^Man kann ibm die Katze im Sacke ab- 
kaufen.' 

Midas. 1110. 

1) Catull 24, 4 Mallem divitias Midae dedisses IstL Mart. 
6, 86, 4 Qui mavult heres divitis esse Midae. Stat. silv. 2, 
2, 121 Vive Midae gazis et Lydo ditior auro. 1, 3, 105 Digne 
Midae Croesique gazis. Auson. id. 3, 14 (12, 2, 14 Seh.) Aurea 
non satis est Lydia tota Midae. Claudiau 20, 261. 24, 230 Jeep. 
Diogen. 8, 53 zhv Mlöct tiXovvov, Apost. 11, 67 Mlöov %^^- 
fiuTcc. Aristoph. Flut. 286 f. 1111. 

2) Auf das griechische Sprichwort Mlöag ovov mta (Dio- 
gen. 6, 73) bezieht sich Pers. 1, 121 Auiiculas aslni lüda rex 
habet, wie der Dichter ursprünglich geschrieben haben soll (cf. 
schol.). Ebenso TertuU. de pall. 2 penes aures Midae hlatU, 
aptas sane grandiorihus fahulis. S. Arcadiu^s. . 

miles s. desertor. 

milium s. mora 2. 

mille. 1112. 

Catull 9, 1 Verani, ovmiüms e meis amicis AntiBtans milii 
milibus treoentis. Cic. ad Att. 2, 5, 1 Caio üle noster, qui mihi 
unus est pro cenium milihus, Antimaehus bei Cic. Brut. 
51, 191 Flato mttii unus instar est omnium.*) Griechisch bei 
Cic. ad Att. 16, 11, 1 Big ifiol (ivqIoi^ einer (er allein) gilt 
mir für Tausende. 

milvus (milyinus) s. corvus 2. iii3. 

1) Der Geier ist berüchtigt durch seine Gier: Plaut. Pseud. 
852 mllvinis aut aquilinis ungulis, mit Geierkrallen. Rud. 1124 
Vidi petere milvom, etiam quom nihil auferret, tarnen (doch s. 
Scholl). Men. 212 quae mihi . . . milviuam (sc. famem) suggc- 
rant, Geierhunger.**) Mart. 9, 54, 10 rapax milvus. Amm. 
Marceil. 14, 4, 1 müvorum rapacium similes* — Petron 42 sed 

'*) Durch diese Zusammeo Stellung fällt m. £. erst auf Catull 
volles Licht. Es wird also zu übersetzen sein: Der du aus all meinen 
Freunden hervorragst um viele Tausende (nicht mit Riese: um sehr 
vieles). 

**) Ritschi liest hulimam nach Fest. p. 32 M. 



mimas 223 

mulier, . quae mulier, milvinum genus, das richtige Weib 
gehört zum Geiergeschlecht, ist nur auf sich bedacht, rafft alles 
zusammen (milva 75).*) Vgl. Cic. de invent. 1, 50, 94 Mulierum 
genus avarum est. 1114. 

2) Apul. met. 6, 27 Nee tarnen acutulae anus milvinos 
oculos (Falkenaugen) effugere potuL Vgl. aguila 2. Argus. 1115. 

3) Petron 45 Ule milvo volanti poterat ungues resecare, 
er war so durchtrieben, dafs er ^Maikäfer in der Luft kly stieren' 
konnte. Vgl. das Märchen von den drei kunstfertigen Brüdern 
(Grimm n. 124). 1116. 

4) Pers. 4, 26 Bives erat Cwrihus, quantum non miluus 
errat. Schol. secundum proverbium: quantum milvi volant, 
Petron 37 Ipse Trimalchio fundos habet, qua milvi volant. 
luven. 9, 54 tot praedia servas Äpula, tot milvo s intra tua 
pascua lassas? Schol. vult ostendere magnitudinem possessionum 
poeta, quam latae sint agris, guoniam nee milvi transvolare eas 
possunt. Schol. luven. 1,109 (Licinius) dictus est habuisse fun- 
dos, quantum milvi volant (Valla). TertuU. adv. Marc. 3, 24 
volant velut qui sunt milvi, ut nubes volant. Genthe verweist auf 
Grimms ßechtsalterttimer p. 39: soll landfltichtig und vertrieben 
sein, . . . soweit . . . der Habicht fliegt den langen Frühlingstag 
und der Wind steht unter seinen beiden Flügeln, 

mimus. 1117. 

Senec. apoc. 9 olim, inquit, magna res erat, deum fieri; iam 
famam minrnin fecistis, jetzt habt ihr den Euf zu einer Posse, 
einem Kinderspiel gemacht. Cic. ad Att. 1, 16, 13 videsne con- 
sulatum illum nostrum, quem Curio antea aito^mciv vocabat, si 
hie factus erit, fabam mimum futurum?*'*) Vgl. Ter. Eun. 300 
lAidum iocumque dicet fuisse illum. 



*) Bibb. com.* coroU. p. XLIX stellt folgenden Senar her: midier 
quae mulier [omnes] milvinum genus. Vgl. auch Archiv f. lat. Lex. 3 
p. 67. 

**) Das überlieferte fabam, wofür man meist famam im AnBchlufs 
an Seneca liest, schützt Eibb. com.* p. 395, indem er die Stelle auf 
die Pythagoreische Lehre von der Seelenwanderung bezieht und an- 
nimmt, die Vorschrift des Pythagoras, keine Bohnen zu essen, werde 
lächerlich gemacht. Das ist sehr unwahrscheinlich. Dagegen bemerkt 
Bücheier (Symbol, philol. Bonnens. p. 66) : ^Ich nehme mit Lambin an, 
dafs die Bohnen, deren Winzigkeit sprichwörtlich war (Plaut. Aulul. 5, 
1, 10), das Thema eines alten Mimus bildeten, und dafs dieser Faba be- 
titelte Mimus im Volksmunde dazu diente, eine ebenso unbedeutende 
als lächerliche Sache zu bezeichnen.' (Wesenberg wollte fdbulam et 
mimum,) Sicherlich sind beide Stellen bei ihrer sachlichen Verwandt- 
schaft nicht zu scheiden. Mir scheint, fabam bei Cic. ist entstanden 

m 

aus faba ==» famd. 



224 Minerva 

Mineira. im. 

1) Cic Acad. post. 1, 5, 18 Nam etsi ans Minervam, vi 
aiunt, tarnen inepte, quisquis Minervam docet. ad famil. 9, 18,3 
etsi sus Minervam. de orat. 2, 57, 233 et docebo siis, ut aiunt, 
oratorem cum u. s. w. Fest. p. 310 M. Sus Minervam in pro- 
verbio est, uhi quis id docet alterum, cuius ipse inscius est. quam 
rem in media, ut aiunt, positam Varro et IMiemerus ineptis my- 
this involvere maluerunt, quam simpliciter referre. Censorin 1, 7 
ne in me, ut vetus adagium est, iure dicatur sus Minervam. 
Symmach. ep. 1, 3, 2 novi ego quid valeat adagio: sus Minervam. 
Hierou. ep. 46, 1 niagistram cupimus docere disdplinae, tU est 
vulgare proverhium; sus artium repertricem. ep. 58, 7 
Haec non sicut aiunt: sus Min. adv. Ruf. 1, 17 (col. 472Vall.) 
ne veter i proverhio sus Minervam docere videar. 3, 33 (col. 561) 
Ut impleretur inde graecum proverhium et sus doceret Miner 
vam. Porphyr, zu Hör. ep. 1, 17, 4 proverbialiter, ut si sus 
Minervam doceat. Boeth. comment. in top. Cic. (Migne 64 col. 1041) 
ridiculus quippe forem, si Minervam, ut aiunt, litteras docere 
vellem. Theoer. id. 5, 23 ig %ox ^Ad-rivalav Mqiv r^qi^civ. 
Plut. praec. polit. 7 -^ vg xiiv ^A&i]vav. Das Sprichwort scheint 
aus einer Fabel entstanden. ^Die Gans lehrt den Schwan singen/ 
*Der Narr will den Doktor lehren.' 1119. 

2) Hör. sat. 2, 2, 3 Rusticus äbnormis sapiens orassa^ Mi- 
nerva, mit hausbackenem Verstände. Priap. 3, 10 er a 55a Minerva 
mea est. Macrob. sat. 1, 24, 13 Sed nos, quos crassa Minerva 
dedecet. Der Ausdruck ist von der Weberei entlehnt, wie sowohl 
der Gegensatz tenuis Minerva beweist (Verg. Aen. 8, 409 tolerare 
colo vitam tenuique Minerva)^ als auch die Thatsache, dafs für 
Minerva einfach filum eingesetzt wurde, ohne die Bedeutung der 
Formel zu ändern: Cic. ad fam. 9, 12, 2 muni^culum mittere vohi 
levidense crasso filo, cuiusmodi ipsius solefd esse munera. orai 
36, 124 si tenues causae, tum etiam argumentandi tenue filum. 
Hon ep. 2, 1, 225 et tentti deduda poem^ata filo. Auson. grat. 
act, 13, 61 Existimant enim, cum ea, quae ad grates agendas per- 
tinebant, summatim tenuniore filo, sicut dicitur, deduäa liba- 
verim u. s. w.*) Vgl. Musa 1. 1120. 

3) Cic. de amicit. 5, 19 Agamus igitur pingoi, ut aiunt, 
Minerva. Colum. 1 praef. 33 Potest enim nee subtüissima, nee 
rurmjim, quod aiunt, pingui Minerva res agrestis administrari 
i l, 1, 32 sed, quod dicitur, pingui Minerva. Während crassa 
Afkierva den zwar derben, aber nüchternen und klaren Verstand 
l/üzaiehnet, deutet pinguis Minerva mehr auf ein wenig bildsames, 



♦) Vgl. auch Prop. 2, 9, 5 (Pendope) Coniugium falsa poierai 
Ui/ßrre Minerva. 



minimus — modius 225 

langsames Geistesvermögen, dem feinere, subtilere Unter schei- 
dangen fern liegen. Minerva vertritt hier metaphorisch das Sub- 
stantivum ingmium: Hör. sat. 2, 6, 14 Pingue pecus domino fa- 
cias et cetera praeter Ingenium,*^ Ov. met. 11, 148 Pingue sed 
Ingenium mansit. Paul.-Fest. p. 123 M. Hanc (sc. Minervam) 
enim pagani pro sapientia ponebant. Daher wird Minerva auch 
mit litterae vertauscht: Colum. 9, 14, 12 nee tantum Hipparchi 
subtilitas pinguiorihus, ut aiunt, litt er is necessaria est. Vgl. 
Musa 1. 1121. 

4) Cic. de off. 1, 31, 110 quia nihil decet invifa Minerva, 
ut aiunt, i. e. adversante et repugnante natura, wozu man keine 
Anlage und kein Geschick besitzt, ad famil. 3, 1, 1 idque me 
. . . puto non invita Minerva esse facturum. 12, 25, 1 cau- 
sam tuam egi non invita Minerva, nicht ohne Geschick und darum 
auch mit Glück. Hör. a. p, 385 Tu nihil invita dices faciesve 

. Minerva. Acro: Invita Minerva facimus, quod est stultitiae. Est 
autem proverhium artificum. Hieron. adv. Eufin. 3, 10 (col. 
540Vall.) äbsque Pälladis arte. Die Formel beruht auf dem 
gleichen Gedanken wie dis adversis: Wem Minerva, die Schutz- 
göttin aller Künste und Fertigkeiten, nicht hold ist, dem kann 
nichts gelingen: Ov. fast. 3, 823 Nee quisquam invita faciet 
hene vincula plantae Pallade^ sit Tychio doctior üle licet. Et 
licet a/ntiquo manihus conlatus Epeo Sit prior, irata Pallade 
mancus erit, 1122. 

5) Petron 43 omnis Minervae homo, ein Mensch, der in 
allen Sätteln gerecht ist. Ps.-Sall. adv. Cic. 4, 7 quem Minerva 
omnes artes edocuit, Petron 68 omnis Musae mancipium, 
ein Tausendkünstler. 

mlnimiis s. digital 6. magnus 1. malum 2. 
miscere s. caelum 1. 
. modius. 1128. 

Cic. Philipp. 2, 38, 97 Itaque tanti acervi nummorum apud 
istum construuntur , ut iam expendantur, non numerentur 
pecuniae. Hör. sat. 1, 1, 95 Dives Ut metiretur nummos, dafs 
er das Geld mit Scheffeln mafs. Petron 37 quae nummos modiis 
metiretur. Plaut. Stich. 587 ego nunc mihi< medimnum mille 
esse arget^ti velim, luven. 3, 220 Hie medium argenti. Append. 
prov. 3, 83 ^sdCfivG) &7tOfistQ&v Ttaqa Ttaxqog &qyvQiov, Xe- 
noph. Hellen. 3, 2, 27 xov ksyoiievov fisdliivco anoiierQ'qaaadcii, xb 
TtaQcc xov TtaxQog &QyvQLOv. Lucian dial. meretr. 9, 2. nayig. 28. 
Das Messen des Geldes mit dem Scheffel auch im Märchen 



*) Die Anschauung ist also dieselbe, welche fetten Leuten wenig 
Geist zuschreibt. Vgl. venter 1 und Her. ep. 2, 1, 267 Ne ruheam pin- 
gut donaius munere, mit einer geistlosen Gabe beschenkt. 

Otto, SprichwörteT der Bömer. 15 



226 modo — Momns 

(Grimm n. 142, Simeliberg). — Auch sonst wird modiiis zur 
Bezeichnung einer reichlich zugemessenen Menge gebraucht: Plaut. 
Men. prol. 14 Nunc argumentum vobis demensum dabo, Non modio 
neque trimodio, verum ipso horreo, wo wahrscheinlich zu- 
gleich ein Wortspiel zwischen argumentum und argentum vor- 
liegt. — Cic. ad Att. 6, 1, 16 si ^quidem^ üla iam habent 
pleno modio (in reichem Mafse), verborum honorem u. s. w. 

modo. 1124. 

Petron 45 ^Modo sie, modo sie', inquit rusticus; varium 
porcum perdiderat Bald so, bald so d. h. bald gut, bald 
schlecht, die Verhältnisse ändern sich; man mufs es nehmen, 
wie's kommt. 

modulus 8. metiri. 

modus s. matula 2. 1125. 

Plaut. Poen. 238 Modus est om.nibii8 rebus, soror, optu- 
mum habitu. (Hör. sat. 1,1, 106 Est modus in rebus, sunt 
certi denique fines, Quos ultra citraque nequit consistere reäum.) 
Lucan 2, 380 hi moi'es, haec duri immota Catonis Secta fuit ser- 
vare modum. Colum. 1, 3, 8 adhibendum modum mensuram- 
que rebus. Plin. ep. 1, 20, 20 optimus tarnen modus est. Hie- 
ron, ep. 108, 20 difficile est modum teuere in omnibus. Apoll. 
Sidon. carm. 2, 158 Lindie quod Cleobule canis: modus optimus 
esto, Auson. sept. sap. (20, 67 Seh.) "AQtörov fiirgov esse dixit 
Lindius Cleobulus, hoc est: optimus cunctis modus,*) Clem. Alex. 
Strom. 1, 14, 61. Pind. Pyth. 2, 62. Vgl. v. Leutsch zu Greg. 
Cypr. Leid. 2, 79. *Mafs ist in allen Dingen gut' • (Körte 
n. 5200). 

moenia. ii26. 

Plaut. Stich. 695 tamen efficimus pro ppibns nostra 
moenia, wir bauen nach unserem Vermögen, wir leben unseren 
Verhältnissen entsprechend. ^Kleine Vögelein machen kleine 
Nestlein.'**) 

mola s. mus 7. ii27. 

1) Petron 39 Sic orbis vertitur, tamquam mola, dreht 
sich wie ein Mühlenrad. 1128. 

2) Plin. n. h. praef. 11 mola tantum salsa litant, qui 
non habent tura, nach dem Zusammenhange zu urteilen sprich- 
wörtlich: Ein Schelm giebt mehr, als er hat. 

molaris s. dem 1. 

moUis s. brachium 1. manus 17. 

Momns. 1129. 

« 

Cic. ad Att. 5, 20, 6 in quo läboras, ut etiam lAgwrvno 

*) Senec. ep. 66, 8 Omnis in modo est virtus. 
**) Zum Bilde vgl. Plaut. Mil. glor. 228 Magnam ilUc homo rem 
incipissit, magna munit moenia. 



/' 



monedula — mora 227 

jLiai^uj satisfaciamus, dafs wir auch den schlimmsten Tadler be- 
friedigen. Plato republ. 6 p. 487A OvS" av o (i&fiog^ i'g>rij 
x6 ye xotoüxov fii/xtf/a^ro. Tg). Ov. met. 10, 515 Laudaret 
fadem Livor quoque. Über den Gott Momus vgl. Lncian deor. 
consil. 74. 

monednla. iiso. 

Cic. p. Flacc. 31, 76 re vera non plus aurum tibi, quam 
monednlae eommittebant, citiert von Isid. orig. 12, 7, 35. Die 
Dohle galt fttr diebisch (Plin. n. h. 10, 41. Ov. met. 7, 467). 

monere. ii3i. 

Plant. Carciil. 460 Qui monet, quasi adiuvat, wer mahnt, 
hilft. In einem guten Rate liegt schon eine gewisse Unterstützung 
für die Ansfühmng selbst. 

mons s. fulmen 1. mus 8. 1132. 

1) Ter. Phorm. 68 modo non montis auri pollicens. Do- 
nat: Proverhialis vTtSQßoXri, Pers. 3, 65 Et quid opus Cratero 
magnos promittere montis? SchoL: in proverhio est: 
montes aureos/ Hieron. adv. Ruf. 3, 39 (col. 565Vall.) cum 
montes aureos pollicitus fueris. Etwas abweichend und in allitte- 
rierender Form Sali. Catil. 23, 3 maria montesque polliceri 
coepit. Vgl. Stat. Theb. 2, 198 dictis impensius aggerat omne Pro- 
missum. ^Einem goldene Berge versprechen' (Borchardt, Die 
sprichw. Redensarten n. 120). Vgl. Persa 1. 1133. 

2) Plaut. Mil. glor. 1064 praeter thensauros Tum argenti 
montis, non massas habet: Aetna aeque non alta est, Aulul. 701 
Pici divitiis, qui aureos montes colunt Vgl. Hieron. ep. 124, 3. 
luven. 12, 129 montibus aurum Exaequet. Apul. apol. 20 nee 
montibus auri satiabitur. Vgl. Aristoph. Acham. 82 Tiaxs^ov . . . 
i%i xQvö&v Sq&v. Plaut. Pseud. 188 montes maxumi frumenti 
sunt structi domi,*) Vgl. Persa 1. Doch finden sich die goldenen 
Berge auch im indogermanischen Märchen (Grimm n. 92, ^Der 
König vom goldenen Berg'). Gudrun 493 ^und waere ein berc 
golt, den naeme ich nicht dar umbe'. * 1134. 

3) Plaut. Epid. 84 in te irrumd montes mall. Berge Un- 
glücks. Most. 352 Ita mali maeroris montem maxumum . . . modo 
conspicatys sum, Merc. 6l8 Montes tu quidem mali in me ardentis 
tarn dudum iacis. Vgl. Ilias. thesaurus 1, 

monstrare s. digitus 8. 

mora. 1135. 

1) Publil. Syr. 311 Mora omnis odio est, sed facit sa- 
pientiam: Apoll. Sidon. ep. 2, 6, 1 Proverbialiter celebre 
est, saepe moram esse meliorem. Vgl. Cassiod. var. 1, 39 mora 



*) Most. 352 mali maeroris montem. 

16* 



228 Morbovia — mors 

proficua, Ov fast. 3, 394 hahent parvae commoda magna morae*) 
'Gut Ding will Weil haben.' 1136. 

2) Pompejan. WandinscbriftCIL IV, 2069 moram si qnaeres, 
sparge milium et oollige halte ich ftir ein Sprichwort. Eibb. 
com.* p. 130 denkt an die Komödie. Friedländer, Sittengesch. P 
p. 473 findet die Quelle in einem Märchen mit der Aufgabe, 
Sämereien zusammenzulesen (vgl. p. 487). 

MorboYia. 1137. 

Suet. Yespas. 14 quidam ex officio admissionis simvl ex- 
pellens abire Morboviam iusserat, ins Pfefferland. Der Name 
ist scherzhaft gebildet: die Stadt der Krankheiten, nach Pest. 

morbus s. medicina 1. principium 1. 1138. 

Senec. de benef. 4, 39, 2 Quingenti denarii sunt: iUud, quod 
dici solet, in morbo consnmat, mögen sie ihm zum ünglück 
gedeihen! Möge er's im Bettstroh verzehren! 

mordicns. 1139. 

Afran. v. 39 ßibb. retinet nunc linguam mordicus. Cic. 
acad. pr. 2, 16, 51 perspicuitatem, quam mordicus tenere de- 
hemus, mit den Zähnen, d.- h. energisch, mit allen Kräfteu fest- 
halten. Augustin bei Hieron. ep. 56, 2 Hebraeorum viam at(ßie 
regulas mordicus, ut fertur, tenerenf. 

mori s. Megarenses. lUO. 

Verg. Aen. 12, 647 Usque adeone mori miserum est? 
Der Ausruf wird von Macrob. sat. 5, 16, 7 unter den Stellen ge- 
nannt, welche vice proverhiorum in omnium ore fu/ngantur. Auch 
Nero soll bei seinem Tode bekanntlich das Wort citiert haben 
(Sueton Nero 47). Tertull. de fug. in persec. 10 Bespondebo et 
ego de saeculo aliquid: usque adeone mori miserum est? 

mors. ' IUI 

1) Prop. 2, 28, 58 Longius aut propius mors sua quemqne 
manet. 3, 18, 21. Verg. Aen. 10,467 Stat sua cuique dies, 
und dazu Macrob. sat. 5, 16, 7. — Hör. carm. 1, 4, 13. 1, 28, 1^ 
Sed omnes u/na manet, nox (vgl. Catull 5, 6. Prop. 3, 15, 24). 
Publil. Syr. 296. Stat. silv. 2, 1, 218. Senec. Troad. 434 aequa 
mors est, Corp. Inscript. 5, 3403 mors omnibus instat. Consol. 
ad Liv. 357 ff. Senec. epigr. (Baehr. P. L. M. 4 p. 1) Om^ia mors 
poscit, u. a. Menand. monost. 69 ßgorolg aitaaiv aTtod'ccvELV ogjft- 
Xerat (= Eurip. Ale. 782). Eurip. fr. 46. 733 N. Antiphanes fr. 
53 Kock (Mein. fr. com. III p. 29). 'Gegen den Tod ist kein Kraut 
gewachsen.' *Was geboren ist, ist dem Tod geboren' (Dü- 
ringsf. II n. 463). S. nasd 2. 



*) Vgl. Stat. Theb. 10, 704 Da spatium tenuemque moram, male 
cuncta ministrat Impetus. Dagegen Lucan 1, 281 semper nocuit diff^^ 
parotis. 



mortnus 229 

2) Senec. ep. 91, 16 aeqiiat omnes oinis. Claud. [1142. 
rapt. Pros. 2, 302 Omnia mors aequat, *Arm und reich, der 
Tod macht alles gleich' (Düringsf. 11 n. 453). Vgl. Plaut. Trin. 
492 ff. 1143. 

3) Ov. met. 3, 136 dioique beatus Ante obitam nemo 
supremaque fiinera debet« Colamban 83 Ante diem mortis 
nullus laudahilis extat. Bekannt ist die Warnung Solons an 
Crösus oQoi tiXog (laKQov ßlov (Herod. 1, 32. Schol. luv. 14, 328. 
Diogen. 8, 51. Apost. 16, 30. luven. 10, 274), die auch dem 
Chilon zugeschrieben wurde (Auson. sept. sap. 20, 56 Seh.). So- 
phocl. Oedip. Tyr. 1528 ff. Trachin. 1 ff. Eurip. Androm. 100 ff. 
Jes. Sir. 11, 29 Darum sollst du niemand rühmen vor seinem 
Ende. Miller, m^langes p. 381 Mi^Ttm fiiy^ fwi^]??? ^qIv rslevti^- 
ßccvv^ idrig, 'Man soll keinen vor seinem Tode glücklich preisen* 
(Düringsf. 11 n. 462). ♦ 1144. 

4) Gurt. 4, 14, 25 Effagit mortem, quisquis cont^mpserit, 
timidissimum quemque oonsequitur. Vgl. Liv. 8, 24, 4 ut 
ferme fugiendo in media fata ruitur, 22, 5, 2 quo timoris minus 
Sit, eo minus ferme periculi esse. Sali. lug. 87, 2 fortissimum quem- 
que tutissimum. Hör. carm. 3, 2, 14 Mors et fugacem perse- 
quitur virum nach Simonides: 'O ^' av ^dvarog v,Iib xai xhv 
cpvyoiiaxov (fr. 65 Bgk.). 'Dem Tod entflieht, wer ihn ver- 
schmäht, doch den Verzagten holt er ein.' 

mortuns s. vivus 2. terra 4. 1145. 

1) Petron 62 stabam tamquam mortnus, ich war wie tot. 
Append. prov. 3, 96 Ijjrco zb ßxfiiici tcO red've&tog: inl xcbv savtovg 
aTteyvcamrcav. Vgl. Plaut. Trucul. 823 Neque vivos neque 
mortuos sum, neque quid nunc faciam scio. Curcul. 649 Timi- 
dam atque pavidam nee vivam nee mortuam. Ter. Phorm. 943 
nullus sum, sepultus sum, es ist aus mit mir. — Ahnlich Ter. 
Phorm. 1015 Yerha fiunt mortuo, es wird mir eine Leichen- 
rede gehalten, ich bin so gut wie tot (vor Aufregung), und Plaut. 
Poen. 840 Nam is quidem, ut meditatur, Uli verha faciet mortuo. 
Vielleicht gehört hierher auch Naev. com. v. 129 Eibb. (Varro 
1. lat. 7, 70) Haec quidem hercle, opinor, praefica est: quasi 
mortuum collaudat. Verschieden davon ist 1146. 

2) Plaut. Bacch. 518 Tum quem hlandiri nihilo pluris re- 
feret*). Quam si ad sepulcrum mortno narret logos, das 
Schmeicheln wird ebenso wenig nützen, als wenn er am Grabe 
zu einem Toten spräche. Nach dem Griechischen bei Aeschyl. 
Choeph. 926 '5So*xa Q'quivüv fc6<?a 'Jtqog xv^ißov fidtrjv^ Miller, 
melanges p. 376 elg vst^qov &xiov iiiEig^ Diogen. 6, 82 vex^oo 



y 



*) So Goetz nach Brachmann. 



230 mos — mu 

XiyüDv fiv^ovg sig ovgi inl toü f*-^ inalovzog,*) Vgl. Plaut. 
Gas. 3, 16 Mortui^ fi^i sum. S. surdus. 1147. 

3) Plin. n. h. praef. 31 Nee Plancus iUepide, cum diceretur 
Äsimtis Pollio aratianes in eum parare, guae ab ipso aut liberis 
post mortem Pland ederentur, ne respondere posset, omn xnortuis 
non nisi larvtis**) laotaxi, mit Toten stritten nnr Fratzen. ^An 
einem Toten mufs man ein Schwert nicht versuchen', d. h. Tote 
nicht yerlenmden. ^Die Toten soll man ruhen lassen.' Chilon 
bei Diog. Laert. 1, 70 xbv ts&vri%6xa (/^ TuxKoXoyeiv. Gell. 15, 
31, 4 consideres, ne turpe tibi sii, quia non poiueris hello Bho- 
dios vincere, bellum cum Frotogene mortuo gessisse (Worte der 
Rhodischen Oesandten an Demetrius Poliorketes). 

mos s. cdius 2. fortuna 8. homo 8. lex 1. Massüia. Ro- 
manus 2. tempus 6. vulpes 2. 1148. 

[TertiiU. ad uxor. 1, 8 bono» corrompunt mores con- 
gpresstis mali (Hieron. ep. 2, 84. reg. monach. 1, 3) ist ent- 
nommen zunächst aus Paul, ad Cor. 1, 15, 33, erst mittelbar aus 
den griechischen Quellen (Eurip. fr. 1024 N. Menander fr. 218 Eock 
= Mein. fr. com. gr. 4 p. 132) g>&elQOV6i,v -^Oij XQfjfsd'^ Sfit- 
XLcti KanaL Theogn. 35. Xenoph. memor. 1, 2, 20. ^Böser Um- 
gang verdirbt gute Sitten' (Dttringsf. I n. 584). Weisheit Salom. 
4, 12. Vgl. conversari.] 

mu. mut. mnttlre. 1149. 

Ennius bei Yarro 1. lat. 7, 101 neque, ut aiunt, mu fa- 
cere audent, sie wagen nicht zu mucksen, keinen Laut von sich 
zu geben (p. 175Vahl. n. 370Baehr,), und bei Donat zu Ter. 
Andr. 3, 2, 25 Nee dico nee fac'w mu (p. 175 V. n. 493Baehr.). 
Plautus bei Charis. p. 240, 3 K mu Plautus in Caeco vd in prae- 
donibus (v. 33 Winter). Ter. Andr. 505 nil iam muttire audeo, 
Lucil. bei Charis. p. 240 K. Non laudare hominem quemquam ne- 
que mu facere, inquam (2, 18M. n. 64 Baehr.), bei Prise. 1 p. 470 H. 
cum haud mu visus facere est (5, 37 M.).***) Vgl. 26, 55 M. Phaedr. 3 
epil. 33 Ego, quondam legi quam pucr sententiam: Pal am muttire 
plebeio piaculum est. Buhe ist die erste Bürgerpflicht! Pers. 
1, 119 Me muttire nefas? Schol. Proverbialiter diciiur, dicimus: 
^muUum (L. Müller: mut tu) nullum^ L e. nullum emiseris verbumf, 
nicht gemuckst! Hilar. ep. 84, 7 et mu uUra non faciam, 12 
ne mu qmdem facere, Hieron. adv. loann. Hieros. 9 (col. 416Vall.) 
muttire non audes. adv. Lucif. 25 (col. 199) adversum quod ne 
muttire quidem audeat Charis. p. 240, 28 K. mutmut non fa- 



*) Pflügl, d. lat. Sprich w. bei Plaut, u. Ter. p. 40 will viwriwi 
als Ablativ nehmen, was nicht angeht. 

**) Zu dieser Bedeutung des Wortes s. Petron c. 44. 
***) Doch ist hier die Lesart sehr unsicher, die Hss. haben id mihi, 
wofür Baehr. n. 175 cum id nil schreibt. 



Mucius — mulier 231 

cere audet, ut apud Äpuleium Platonicum de proverbiis 
scriptum est libro II. Aristoph.* Plut. 17 &7toKQi>vo(iev(o . . . 
ovös yQv. Davon yQv^eLv = muttire. — Petron 67 nee mu 
nee ma argutas, du sagst weder gicks noch gacks. 

Mucins. 1150. 

Varro 1. lat. ö, 5 sedulitas Muci et Bruti retrahere nequif, 
der Eifer des ersten besten. Die Verbindung ist wobl stehend 
(Hinz und Eunz). 

mncro s. femm 2. ii5i. 

Cic. p. Caecin. 29, 84 hie est mucro defensionis ttiae. In 
eum ipsum causa tua incurrat necesse est, Hieron. ep. 
117, 4 Durus dolor est et meo muorone me vnlnerans. adv. 
Ruf. 3, 25 (col. 555Vall.) ut , , . suomet potissimum mucrone 
feriantur. Mar. Mercat. lib. subnot. in verba lul. 6, 1 (Migne 48 
col. 135) Bardissime, tuo de pugione feristi. Vgl. gladius 3. ars 4. 

mnfrius s. homo 7. 

mala s. mulus 2. . * ^ 

miilier s. mihms 1. vinum 4. 1152. 

[l) Plaut. Aul. 125 Ifeo mutam profecto repertam uUam 
esse hodie Dicunt m^jUerem ulh in saeculo. Vgl. Eud. 1114 
quia iacita est melior n/^Uer semper quam loquens. Poen. 876. 
Menand. monost. 83 yvvai^i ndaatg xocfftov ri^ötyr; g>iQsi (= Soph. 
Aias 293). Aristot. pol. 1, 5, 8.] 1153. 

2) Verg. Aen. 4, 569 varium et mutabile semper Femina, 
nachgeahmt Anth. lat. 914, 21 B. Femina natura varium et 
mutabile semper. Senec. de rem. fort. 16, 3 nihil est tarn mo- 
bile quam feminarum volwntas, nihil tarn vagum. Calpurn. ecl. 
3, 10 mobilior ventis femin a. ^Weiber sind veränderlich, wie 
Aprilwetter.' 1154. 

3) Plaut. Mil. gior. 456 Muliebri feät fide. Tibull (Lygd.) 
3, 4, 61 nee fidum femina nomen. Prop. 2, 9, 31 Sed vöbis 
facile est verba et componere fraudes: Hoc unum didicit femina 
semper opus. 2, 25, 22. Vgl. Plaut. Amphitr. 836. Ter. Hec. 312. 
Diogen. 4, 4 ywaml fiii ittareve^ t^'V^^ ^^ aTCod-civri, Menand. 
monost. 86 yvvaLKi fii^ nlazeve zbv öavxov ßCov. Eurip. fr. 671 N. 
'Trau keinem Weibe, obgleich sie tot ist' (Düringsf. II n. 475). 
Dieselbe Warnung enthält ein anderes Sprichwort bei 1155. 

4) Fest. p. 165 Nee mulieri neo gremio credi oportere, 
proverbium est, quod et illa incerti et levis animi est, et plerum- 
que in gremio posita, cum in oblivionem vmeru/nt exsurgentium, 
procidunt (vgl. Bibb. com. ine. v. 41).*) * Weibern und Geschossen 

*) Eine solche Scene schildert CatuU 65, 19 Ut missum sponsi 
furtivo munere mcUum Procurrit casto virginis e gremio, Quod miserae 
oblitae molli 8ui) veste locatum, Dum adventu matris prosilit, excutitv/r. 
Daher ferre sinu laxo Hör. sat. 2, 3, 172. 



232 mulio — mulns 

soll niemand tränen* (Körte n. 8227). Vgl. Hesiod. opp. 375 
^X)g öe yvvaud nhtoi^B^ nircoi^^ oys 9>iAi7rf}(Xt. 1156. 

5) Flaut. Most. 273 mulier reote ölet, nbi nihil ölet. 
Cic. ad Att. 2, 1, 1 ut mülieres iäeo hene olere, quin nihil olehant, 
videhantur. Vgl. olere.*) 

mulio. 1157. 

Varro bei Non. p. 56, 11 Infantiorem quam m^eus est 
mulio (p. 182 R. n. 367 B.). Vgl. die Bedeutung von agaso bei 
Hör. sat. 2, 8, 72. Fers. 5, 76. Vgl. mulus 1. 

multus s. custos, timere, unus 1. 1158. 

1) Boeth. consol« phil. 2, 4 veru/mgue illud est, permultis eos 
iudigere, qui permulta possideant. Ähnlich Hör. carm. 3, 
16, 42 Multa petentibus Besunt multa, *Wer viel begehrt, 
dem mangelt viel.' Vgl. egere, 1159. 

[2) Quintil. 10, 1, 59 et multa magis, quam multorum 
lectione formanda mens. Plin. ep. 7, 9, 15 ainnt enim mid- 
tum legendum esse, non multa^ 

mulus. mula s. asinus 10. 11. taurus 2. 1160. 

1) Plaut. Cist. 4, 2, 11 mulo inacitior (?). Most. 878. 
Catull 83, 3 Mute, nihil sentis, luven. 16, 23 Declamatoris 
mulino corde VagellL Schol. ignavus. Von einem Unempfind- 
lichen, der sich alles bieten läfst. Suidas: Kav&i^kiog' ßQadvg 
vo^<Tat, t) &g>vrig, Luc. lupp. tr. 31. 1161. 

2) Sueton Galba 4 Et ille irridens, Sane, inquit, cum mula 
pepererit, wenn ein Maulesel werfen wird, d. h. schwerlich, nie**) 
(Flin. n. h. 8, 173 mulas non parere), Cic. de divin. 2, 22, 49 
Mtilae partus prolatus est a te: res mirabilis, quia non saepe 
fit. de divin. 2, 28, 61 Saepius enim mulum peperisse arhitror 
quam sapientem fuisse. (l, 18, 36). luven. 13, 64 JEgregium 
sanctumque virum si cerno, himembri Hoc nemstrum puero et mi-. 
randis sub aratro Piscibus inventis et fetae comparo mulae. 
Schon Herod. 3, 151 tote yccQ a[Q7i(Sere rifiiagj ijceav rifiiovoi 
zi 71(0 öl. 1162. 

3) Mütuum muli soabuut***) lautete der Titel einer Satire 
Varros (p. 172 R.). Pompilius bei Varro 1. lat. 7, 28 sie fiei 
mutua muli. Auson. id. 12 (27, 4 Seh.) ut, quod per adagi- 
onem coepimus, proverbio finiamus et mutuum muli scalpani. 
Synmiach. ep. 1, 31, 1 videbor mutuum scabere. 10, 1, 3 /wc 
est, quod aiunt, mutuum scabere mulos, cui proverbio ne videar 



*) Für sprichwörtlich erachtet Landgraf (im Archiv für lat. Lex. 6 
p. 167) auch Ter. Phorm. 726 Mulier multeri magis convenit Der 
Zusammenhang spricht aber dagegen. 

**) Vgl. unsere Redensart: Wenn die Hühner vorwärts scharren- 
***) Es ist der Schlufs eines jamb. Trim. oder troch. Tetrain. S. 
L. Müller zu Non. p. 115, 19. 



munus — mus 233 

confinis u. s. w. Ennod. p. 20, 16 Vog. dum in praeconiis mutuum 
videmur scäbere, Apost. 17, 20 tbv ^j^ovra Avti^vstv: inl 
x&v ßXaittovtmv i) d)q>eXovvx(ov xtvdg. &%h (isxafpoQäg x&v Svcdv' 
&XXrikovg yccQ ccvxi%vr^&(yvCiv, Diogen. 8, 48 xhv |vovra S* &vxi- 
^vEiv: ItvI x&v öia %dQtv xccQitag JtoiovvxGiv. ^Ein Esel kraut den 
anderen' (Düringsf. I n. 427), d. h. ein Beschränkter lobt den 
andern und 'streicht ihn heraus.*) — Vgl. Ter. Phorm. 267 ira- 
dunt operas mutuas (sie helfen und unterstützen sich gegen- 
seitig). Diese letztere Redensart wird jedoch, wie mir scheint, 
mit Unrecht unter den sprichwörtlichen aufgeführt. 1163. 

4) Cic. ad fam. 9, 18, 4 Fotes mulo isto, quem tibi re- 
liquum dicis esse, quoniam oantlierium oomedisti, Bomam per- 
vehi enthält eine Bezugnahme auf das griechische Sprichwort ag?' 
LTcncov Itc ^vovg (Zenob. 2, 33 t-^v noiQoi^iiav xavxriv iQovfiev inl 
tS)v &7cb T&v öffivcov inl rä a(Se^va '^xÖvtcov. Diogen. 1, 96). 
Nach der Fabel bei Bahr. 76, bes. v. 18. *Vom Gaul auf den 
Esel kommen' (Düringsf. II n. 569). ^Hast du kein Pferd, so 
brauche den Esel' (Düringsf. II n. 219). 1164. 

5) Fest. p. 149 M. Muli Mariani dici solent a C. Marii 
instituto, cuius milites in furca interposita täbella varicosius onera 
siia portare assueverant (vgl. p. 24 s. v. aerumnulas). Frontin 
strateg. 4, 1, 7 (Marius) vasa et cibaria militum m fasciculos 
aptata furcis imposuit . . . unde et in proverhium tractum est: 
Mariani muH. Plut. vit. Mar. 13 &6X6 (weil Marius seine Leute 
ohne Unterlafs im Ertragen von Strapazen geübt) xal (lexcc 
xavxa xohg q)tXon6vovg aal öiany fiEX^ svKoXlag xa TCQoaxax- 
tofieva Ttoiovvxccg Tjfitovovg MaQtctvohg KctXsLöQ'ai, Man 
nannte also Marianische Esel Leute, welche geduldig die schwersten 
Mühsalen ertrugen. 

munns. ii65. 

Ov. art. am. 3, 653 Munera, crede mihi, oapiunt homines- 
que deosque. Eine Eeminiscenz an das griechische Sprichwort 
d&Qa &so^g Ttsld'ei ital aldoCovg ßaötX^ag (Diogen. 4, 21. 
Hesiod. fr. 180 G. Plato republ. 3, 390 E. Eurip. Med. 964. 
fr. trag, adesp. 434 K). Vgl. hamus 2. 

mus B. sof^ex 1. 1166. 

1) Petron 44 et omnes redihant udi tamqnam mnres, nafs 
wie gebadete Katzen, wie Pudel. - 1167. 

2) Petron 58 Curris, stupes, satagis tamqnam mus in 
mateUa, du bist in grolser Verlegenheit. Ähnlich Plaut. Gas. 
1, 1, 52 tttm tu furdfer Quasi mus in medio pariete vorsa- 
^ere, wirst nicht wissen, wo aus und ein. 

*) Nicht ganz zutrefFend Riefle a. a. 0. ut facis mihi, ita facio tibi. 
Falsch Genthe, de prov. ad anim. nat. pertin. p. 7 : In benefieiis referen- 
dis qui exspectat mutuam gratiam, pueriliter sentit. 



/ 



234 



mus 



3) Senec. apoc 7 venisti huc, nbi mnrea ferrum [ll68. 
rodunt, hier bist du gefangen, wie die Maus in der Falle*), 
hier giebt es keine Ausflucht. Vgl. Macar. 6, 6 Mvg rclxi^q 
y^ir^ {iid xSiv veounrl nuxumq iv%vy%av6v%mv). 1169. 

4) Plaut. Truc. 868 Cogüato, mns pusiUus quam sit sapiens 
hestia, Aetatem qui non oubili nni lunquani oommittit Boam. 
^Es ist eine schlechte Maus, die nur ein Loch weifs' (Düringsf. I 
n. 384). 1170. 

5) Plaut. Capt. 77 Quasi rnnres semper edixnnB alienum 
oibum. Pers. 58 Quasi mures semper edere alienum cihum, 
von Parasiten, Schmarotzern. 1171. 

6) Cic. ad Att. 14, 9, 1 täbernae mihi duo corruerunt rdi- 
quaeque rimas agunt; iiaque non solum inquüini, sed mures äiam 
migraverunt. Vgl. Plin. n. h. 8, 103 Buinis imminentibus 
muscüli permigrant ^Die Ratten verlassen das Schiff* (= es 
droht Gefahr). 1172. 

7) Senec. apoc. 8 quia Romae, inquis, mures molas lingunt. 
Diese Redensai't ist noch nicht in ansprechender Weise gedeutet. 
Bücheier (Symbol, philol. Bonnens. p. 54) erklärt: weil zu Eom 
alles rein und fein, alles wie geleckt und in schönster Ordnung 
ist . . . auch von Natur minder Sauberes (?), wie die stets 
gebrauchten Mühlen, wird wie von selbst, durch das Belecken 
der Mäuse, sauber (?!). Dagegen versteht Genthe (de proverb. 
ad animal. nat. pertin. p. 7) mit gröfserer Wahrscheinlichkeit mo- 
lue vom Opfer Schrot, und interpretiert: laute vivere licet, uhi plu- 
rima optimxique supersunt. Andere Erklärungen Älterer s. bei 
Bücheier a. a. 0. 1173. 

8) Hör. a. p. 139 Farturiimt montes, nasoetur ridiculos 
mus (citiert von Hieron. adv. lovin. 1 col. 238 Vall.). Porphyr.: 
graecum hoc proverbium est &6ivsv ogog, rb d' he%B 
ftvv. Serv. zu Verg. Aen. 8, 83 Parturiunt montes, nasce- 
tur ridiculus mus, Diogen. 8, 75 ädtvsv oQog^ dta ii>vv 
aTcizETiev: otav iXnloag zig fieydka (HKQOig ivxv%y. Athen. 14 
p. 616 D. Eigentümlich, aber unserem Gefühl näher liegend**], 
modificiert bei Mar. Merc. subnot. in lul. 14 (Migne 48 col. 178) 
dictum hoc: parturisse te montes, unde nasceretur ridi- 
culus mus. Hieron. adv. Ruf. 3, 3 (col. 533 Vall.) qui parturis 



*) So richtig Genthe. Bücheier (Symbol, philol. Bonnens. p. öl) 
dagegen: Herkules meint: Wo es anders als im gewöhnlichen Erden- 
leben zugeht und auch das Kleinste fürchterlich wird; er sucht damit 
den furchtsamen Claudius zu ängstigen. 

**) Bei Horaz schon montes als Akkusativ zu nehmen geht nicht 
an, sowohl wegen des griechischen Vorbildes, als auch, weu ein Sub- 
jekt zu parturiimt fehlte. 



Musa — musca 235 

mihi montes criminum. Die Fabel, welche die Quelle des Sprich- 
worts war, bei Phaedr. 4, 23 (v. 3 Hoc scriptum est tibi, qui, 
magna cum minaris, extricas nihil). Der Gedanke bei 
Senec. ep. 109, 18 Magna promisisti, exigua video, *Der 
Berg hat eine Maus geboren' (Borchardt, die sprich w. Redens- 
arten n. 124). 

Musa s. Minerva 5. 1174. 

i) Quintil. 1, 10, 28 libet propter quosdam imperüiores etiam 
orassiore, ut vocant, Mass dubUationem huius utilitatis ex- 
imere. Die Formel ist gleichbedeutend mit crassa Minerva (s. 
Minerva 2), aus der sie entstand, zugleich auch, wie es scheint, 
in Anlehnung an eine ältere Phrase bei Cic. orat. 3, 12 forenses 
causas, quas, ut Uli ipsi dicere solehant (sc. philosophi), agre- 
stioribus Musis reliquerunt, den mehr praktischen Bestre- 
bungen; vgl. Plato Phaedr. p. 229 E ay^otuco xivi aoipicc xQfo- 
fievog."*) ..^ 1175. 

2) Yarro bei Non. p. 448, 15 Cu^ , . . tot comoedias sine 
uUa fecerit Musa, ego unum libeUum non edolem? (p. 105 B. 
n. 59 B.). Mart. 2, 89, 3 Carmina quod scribis Musis et Apoll ine 
nullo, Laudari debes, ohne Geist (== invita Minerva), HKS, 

3) Quintil. 1, 10^21 Denique in proverbium usque Grae- 
corum celebratum est, indootos a Musis atque a Gratüs 
abesse, sie seien &iiov<sol %al ax&Qixoi,, Cic. p. Arch. poet. 
9, 20 Neque enim quisquam est tam a versus a Musis, Aelian 
de nat. anim. 12, 6 ot de a%o xe Mova&v (g}a(Siv\ äito xs %<uqi~ 
xoDV &7irid&g aix&v axavötv {&yQoi%(av Ttagoiiila 12, 9). Lucian 
de merc. cond. 29 ^Hv öi; jttij TiavxeX&g JtOQQto ^AtpQoölxrig iial Xa- 
gtxfov. Vgl. Theoer. id. 16, 109 ßcsl XagCxecaiv afi eVriv. 1177. 

4) Hieron. ep. 57, 12 lepos Ätticm et Musarum, ut di- 
cunt, eloquio oomparandus. 1178. 

5) Hieron. ep. 50, 2 cwius nemo scripta intellegeret, qui sibi 
tantum caneret et Musis. adv. Ruf. 2, 27 (col. 523Vall.) 
mihimet ipsi et Musis (statt meis) iuxta Ismeniam canens. 
Zur Sache s. Cic. Brut. 50, 187 Quare ttbicen Antigenhdas dixerit 
discipuh sane frigenti ad pcpulum: Mihi cane et Musis: ego huic 
Bruto . . . Mihi cane et popuh, mi Brüte, dixerim, 

musca. 1179. 

1) Petron 42 Minoris quam musoae sumus, 1180. 

2) Plaut. Trucul. 284 ubi musoa nuUa femina est in aedi- 
bus, keine Seele. Sueton Domit. 3 ui cuidam interroganti essetne 
quis intus cum Caesare non absurde responsum sit: ne musca 
quidem. Die Antwort enthält, und darin liegt der Witz, gleich- 



*) Vgl. auch Cic. ad famil. 1, 9, 23 me tarn ab orationibus disiungo 
referoque ad mansuetiores Musas. 



236 musica — mutnari 

zeitig eine Anspielung aof die Lieblingsbeschäftigung Domitians, 
der bich die Zeit mit Fliegenfangen vertrieb. 118 1. 

3) Plaut. Trucul. 64 scortorum plxiB est fere. Quam olim 
miuoaruin est, quom oaletur maxmne, mehr als Mücken im 
heifsesten Sommer. 1182. 

4) Plaut. Merc. 361 Musoa est mens pater, nil potest 
dam illum haheri, ist neugierig wie eine Mücke (zudringlich) 
Vgl. Plant. Poeo. 690 flF. 1183. 

5) Senee. apoc. 10 qui vohis non posse videtor miuscam 
excitare, von dem es scheint, als ob er keine Fliege tot machen 
k«nne.*) 1184. 

6) Paul. Petric. bei Migne 61 col. 1064 Qui cwnctam ra- 
biem diri totumqtie furorem Daemonis in parvam potuisti ad- 
stringere musoaxn, den Zorn ganz klein machen, verringern. 

musiea« ii85. 

Sneton Nero 20 suhinde inter familiäres graecum pro- 
verblum iactans, oooultae musicae nxQlam esse respeotom. 
Gell. 13, 31, 3 nosÜ, inquam, magister, verbum ülud scüicet e 
Graecia vetus, musicam, quae sit abscondita, eam esse 
niilli rei? Ov. art. am. 3, 400 Non erit ignotae gratia magna 
lyrae. Lucian Harmon. 1 ovösv yaq otpeXag aitoQQTixov^ qtaöl^ 
%ai a(pavovg xfjg iLovßtKflg. Macar. 6, 60 o'iöhv oq)skog aTCOQ- 
Qiqvov Tuxl &g)avovg Movarjg. append. prov. 4, 37. ^Verborgener 
Schatz ist nichts wert' ("Körte n. 6591). Gleichbedeutend ist 
Pers. 1, 27 Scire tuum nihil est, nisi te scire hoc sciat 
alter? Apul. met. 5, 10 nee sunt enim beati, quorum di- 
vitias nemo novit. 

mustacens. ii86. 

Cic. ad Att. 5, 20, 4 In eodem Ämano coepit laureolam in 
mustaoeo quaerere, er wollte einen kleinen Buhm in einem 
Honigkuchen, d. h. auf eine billige und bequeme Weise ge- 
winnen. 

musteus. ii87. 

Plin. ep. 8, 21, 6 hunc adhuc masteam libram. Danach 
Apoll. Sidon. ep. 8, 3, 2 et, ut aiunt, tamquam musteum li- 
brum. Zur Erklärung s. Cic. Brut. 83, 288 novam quasi de 
musto ac lacu fervidam orationem. 

mut 8. mu. 

mnttire s. mu. 

mntuari. mntuus s. mulus 3. ii88. 

Senec. de benef. 5, 7, 6 M. Cato ait: quod tibi decrit, a te 
ipso mutuare (p. 79Jord.). ep. 119, 2 Paratum tibi creditorem 



*) Weniger richtig im Archiv für lat. Lex. 3, 68: nicht bis drei 
zählen können. 



mutus — nasci 237 

dabo, Catonianum ilhid: a tc muiuum sumes, hilf dir selbst. 
Das Wort wnfd wohl geflügelt. 

mutus. 1189. 

Plaut. Pers. 240 omnes miiti ut loquerentur prius, eher 
wird ein Stummer reden. 

Myconns. ii9o. 

Lucil. bei Donat zu Ter. Hec. 433 Myconi calva omnis 
iuventus (fr. ine. 148 p. 152 M. n. 873 Baehr.) spielte vielleicht 
an auf das griechische Sprichwort Mvy.covt.og (pakaKQog (Zenob. 
5, 21. Strabo 10, 5, 9), von einem Kahlkopf. 

myrica. ii9i. 

Yerg. ecl. 8, 54 Finguia oorticibus sudent eleotra myri- 
cae, das Unmögliche werde möglich. Dem Anscheine nach als 
sprichwörtlich erwiesen durch den Vergleich mit Ov. art. am. 
1, 747 Si quis idem speraf, iacturas poma myricas Speret et 
€ media flumine mella petat 

Mysus s. Phryx. 1192. 

Cic. p. Flacc. 27, 65 Quid porro in graeco sermone tarn 
tritum atque celebratum est, quam si quis despicatui ducitur, 
ut Mysonun ultimns 6^^^ dicafur? Append. prov. 2, 85 Mva&v 
eciaxog. Greg. Cypr. 2, 77 Mv0a>v saxatog: inl x&v EVTelBöxd- 
Toov. Magnes fr. 5 Koek. 

N 

Naeyius. 1193. 

Fest. p. 169 M. (Naeviam silvam) vociiatam extra (urhcm ad 
miliarium quar)tum (?) , quod Naevi cu(iusdam ibi domus fuerit) 
.... quam opprobrii loco (öbici ab antiquis soler e), quod in ea 
morari ads(uescent perditi ac nequam Jio)mines, testis est M. CaCto 
in ea, quam composuit in) M, Caelium si se appella(visset . . . 
a porta Naevia .... ünde dic)unt proverbi(um natum esse: 
e nemoribus Kaeviis^, quod refertur a Verrio, Der Wortlaut 
der Stelle ist zu lückenhaft, als dafs sich etwas Bestimmtes 
eruieren liefse (die Ergänzungen nach 0. Müller). Wahrschein- 
lich wurde das Sprichwort auf schlechtes Gesindel angewandt. 

nare s. cor t ex 2. 
nares s. nasus 1. 

nasci s. deus 9. domus 3. 1194. 

[1) Gass. Hemina bei Kon. p. 101, 28 Quae nata sunt, ea 

omnia denasoi aiunt Senec. Herc. Oet. 1099 Quod natum est, 

poterit mori. Hieron. comment. in Ezech. 3 praef (V col. 79Vall.) 

Vera sententia est: Omnia orta occidunt et aucta senescunt. 

Vgl. Publil. Syr. 226 Lex universa est, quae iubet nasci et mori. 



238 nassa — natura 

f 

fr. trag, adesp. 574 N. anavta kalket ymI nahv (uxQalvexai,. ^Was 
geboren ist, ist dem Tod geboren.'] 1195. 

2) Plant. Aulul. 231 Tu me hos magis haud respicias, 
gnatus quasi numquam siem. Cic. ad fam. 9, 15, 4 quos ego 
non modo reges appellatos, sed omnino natos ncsciebam. Senec. 
apoc. 3 nemo enim umquam ülum natum putavit, hat ihn als 
vorhanden betrachtet, sich um ihn bekümmert. Petron 58 me- 
liorcm noJi molestare, qui te naium non putat, für den du 
Luft bist. Mart. 4, 83, 4 Nee quisquam Über, nee tibi natus homo 
est. 8, 64, 18 Natum te . . , nee putdbo. 10, 27, 4 Nemo tarnen 
natum te, Diodore putat, 11, 87, 2 Et tibi mala diu femina nata 
(Gilb.: nota) fuit. Vgl, Cic. ad Att. 16, 14, 4 nescieram ovmm 
esse istum puerum, Aristoph. Vesp. 558 og Efi oiö^ &v fövr' 

TJOEIV. 

nassa. ii96. 

Cic. ad Att. 15, 20, 2 Ex hac nassa ezire constüui, aus 
dieser Fischreuse, d. h. ans dieser Klemme, Verlegenheit. luven. 
12, 123 inclusus carcere nassae. Vgl. franz. ötre dans la 
nasse. — Vielleicht sprichwörtlich ist auch die Metapher bei 
Plaut. Mil. glor. 581 Numquam hercle ex ista nassa ego Jiodie 
escam petam, ich will mich nicht in Gefahr begeben um eines 
kleinen Vorteils willen. 

nasturtium. ii97. 

Plin. n. h. 19, 155 Nasturtium nomen accepü a narium 
tormento, et inde vigoris significatio proverbio id vocabulum usur- 
pavit veluti torporem excitantis. Einen trägen und schläfrigen 
Menschen forderte man also auf-.. Ifs Kresse! Vgl. Aristoph. 
Vesp. 455 ^O^vd"viiODV Kai 8i%aC(Qv kccI ßlejtovroDV KagSafia. 

nasus. 1198. 

1) Hör. sat. 1, 6, 5 naso suspendis adunoo, trägst die 
Nase hoch. 2, 8, 64 suspendens omnia naso, hochmütig und 
geringschätzig die Nase rümpfend. Vgl. ep. 1, 19, 45 Äd Ikuc 
ego naribus uti Formido. Pers. 1, 40 Rides, ait, et nimis uncis 
Naribus indulges, 1, 118 CalUdus excusso populum suspen- 
dere naso. Die Nase ist überhaupt das Organ des Spottes: 
Mart. 1, 3, 6 und dazu Friedländer. Phaedr. 4, 7, 1. 1199. 

2) Petron 62 Mihi anima in naso esse. Vgl. Anacreont. 29 
(7Bgk.), 7 KQccöCri de Qtvbg äxQig avißaivSj von gespann- 
tester Erwartung. 

natura s. consuetudo. furea, 1200. 

Hör. ep. 1, 10, 24 Naturam expellas furoa, tarnen usque 
recurret. Senec. de ira 2, 20, 2 Naturam quidem mutare 
diffieile est Vgl. luven. 13, 239 Tamen ad mores natura 
recurrit Bamnatos, fixa et mutari nescia, Pind. Olymp. 11, 19 
rö yaq i(iq)V£g o'Ct' ai^mv akmitri^ O'St' iQCßQO(ioi. Xiavtsg diaUM- 



natiis — navis 239 

^aivro fj^og. Sophocl. fr. 739 N. ^Man kann die Natur nicht 
ändern' (Düringsf. II n. 158). 'Art läfst nicht von Art/ 

natus s. deus 9. nasci 2. 3. 

nancnm s. nux 4. 

naufragium s. portus 1. 1201. 

1) Cic. de republ. 1, 17, 28 Quis vero divUiorem quemqif,am 
pufet, quam qui . , . ea possideat, quae seouin, ut aiunt, vel e 
naufragio possit ecferre? Aristipp (fr. philos. gr. ed. Mullach II 
p. 412 n. 60 u. 61) IdgiCrntTtog 5 KvQtivaiKbg g>tl66og)og itaqs- 
lizlEViSaxo xoig vioig totama itpodux Titaöd^aij cixiva aixolg %al 
vavayi^aaat avy}iokv(ißria6i. Vitruv. VI praef. 1. Bekannt ist 
die Erzählung vom Schiffbruche des Simonides. S. onmis 6. 1202. 

2) Cic. ad Att. 2, 7, 4 cupio istorum naufragia ex terra 
intneri, in Sicherheit. Lucr. 2, 1 Suave, mari magno turbantUyus 
aequora ventis, E terra magnum alterius spectare lahorem. 
Vgl. Hör. ep. 1, 11, 10 Nepttmum proctU e terra spectare für entern. 
^Vom Lande her dem SchiflTbrnch zusehen' (Körte n. 4618). Ver- 
gleichen läfst sich das griech. Sprichwort i^dvxrig Xsvßöoa xoifibv 
mubv aXXov e%ovxa (Zenob. 3, 95) und bes. Archippus bei Stob. flor. 
59, 7 'Slg rjdv ri^v d-dkaxxav anb xfjg yijg bqav (fr. 43 Kock). 1203. 

3) Publil. Syr. 264 Improbe Neptunum aoeusat, qui 
itemm naufragium faoit (Gell. 17, 14,4. Macrob. sat. 2, 7). Ins 
Griechische übersetzt bei Apost. 13, 10^ oaxig ölg vavayricu^ fioixrjv 
(litKpsxai Uo^etScbva (ucaQoCov Sst xbv aitot^ &7taxrid'ivxa (iri aita- 
TTi&iivai 6 lg). ^Niemand kann sich über das Meer beklagen, der 
zum zweiten Male Schiffbruch litt' (Körte n. 5730). *Wer mich 
einmal betrügt, dem verzeih' es Gott, Betrügt er mich wieder, 
so verzeih' mirs Gott.' Vgl. Ov. trist. 1,1, 85. ex Pont. 4, 
14, 21. S. lapls 6. 

naalum. ^ 1204. 

luven. 8, 97 furor est post omnia perdere naiiliim, auch 
noch den letzten Heller zu verlieren. Anscheinend sprichwört- 
lich. Vgl. Plut. p. 439 E ovnovv^ ^^PVj vavlov 7taQa7c6lkv(it. 

nantea. 1205. 

Plaut. Cure. 99 Nam omnium unguentum odos prae ttu) nautea 
est. Asin. 894 nauteam B%bere mälim . . . qitam ülam auscidarier. 
Vielleicht sprichwörtlich. 

navis s. clavtis 3. duo 3. Unter. 1206. 

1) Gic. ad fam. 2, 5, 1 etsi, uhkumque es ... in eadem es 
navi, in derselben Lage, Not. Liv. 44, 22, 12 qui in eodem 
velut navigio partidpes sunt periculi^ Vgl. Cic. famil. 12, 25, 5. 
Vgl. valetudinarium. 1207. 

2) Hör. ep. 1, 11, 28 navibus atque Quadrigis petimus 
hene vivere, zu Wasser und zu Lande, tiberall. Vgl. luven. 9, 132 
Convenieni et carpentis et navibus omnes. 



240 nebala — necessitas 

3) Cic. p. Scaur, 45 Hoc miror querorque, quemquam [i208. 
hominetn i(a pessumdare alterum verhis velle, ut etiam navem per- 
foret, in qua ipse naviget (citiert von Qnintil. 8, 6, 47), wir 
würden etwa sagen: dafs er auch den Ast absägt, auf dem er 
selber sitzt. Vgl. Hieron. ep. 7, 5 videlicet ut perfofafam Inavm 
gubemator regat et caecos caecus ducat in foveam, 1209. 

4) Naev. com. v. 52 Ribb. (Non. p. 280, 1) m alto navem 
iube tu destittii anooris, von etwas Unmöglichem*) (destüui 
= statui), 

nebnla s. ventus 2. . " 1210. 

1) Plaut. Psend. 463 guae quasi Per nebulam nosmet scimus 
atque audivimus. Capt 1023 in memoriatn rcgredior audisse m 
QiiCLsi per nebulam Hegionem meum fratrem vocarier, ich erinnere 
mich dunkel. Für nebula steht auch caligo. Cic. de fin. 5, 15, 43 
vis naturae quasi per caliginem cernitur, Philipp. 12, 2, 3 Quod 
videbam equidem, sed quasi per caliginem, wie ein Nebel, 
d. h. undeutlich. Petron 9 Quasi per caliginem vidi Gitonem. Plin. 
ep. 5, 8, 8 adhuc tarnen per caliginem video, 1211. 

[2) Macrob. comment. in somn. Scip. 1, 3, 7 inter vigüiam 
et aduliam quietem in quadam, ut aiunt, prima somni nebula 
adhu^ se vigilare aestimans, beim ersten Anflug des Schlafes. 
Doch ist hier ut aiunt wohl blofs hinzugefügt, um die ungewöhn- 
liche Metapher zu entschuldigen.] 1212. 

3) Plaut Poen. 274 Cuius ego herde nebulae cyatho se^tm 
nodes non emam, um etwas Wertloses, Eitles: Vgl. Hör. a. p. 230 
dum vitat humum, nubes et inania captet, dafs er nicht den 
festen Boden unter den Püfsen verliere. Pers. 5, 7 Grande locu- 
turi nebulas Helicone legunto. Vgl. Gell. 8, 10 lemm. remotarum 
autem quaestionum nebulas et formidines. Auson. 24, 1, 1 Scb. 
picta nebula (= epist. 17, 9). 1213. 

4) Plaut. Gas. 4, 4, 21 Nebula haud est moUis atque 
cutis huius est, weich wie die Luft. Donat zu Ter. Eun. 2, 2, 38 
vel möllern ut nebulam. 

necessitas s. egestas, 12U. 

1) Liv. 9, 4, 16 pareatur neoessitati, quam ne dii qxiidem 
superant, nach dem griechischen Sprichworte &vdy%ri ov8l ^toi 
^aiovzai (Zenob. 1, 85. Simonid. fr. 5 (12) B. Plato leg. 5 
p. 741 A. Zenob. 3, 9 deivfig avdyTirig ovdsv l6%vQ6xeQ0v. Sophocl 
fr. 235 N.). Gic. de divin. 2, 10, 25 Hoc idem significat gr accus 
nie in eam sententiam versus: Quod fore paratum est, iä 
summum exsuperat lovem,**) Vgl. Liv. 4, 28, 5 virtute pares, 

*) Quintil. declam. 12, 23 mortuo adpUcas navem ist nach 
Georges sprichwörtlich. Der Zusammenhang spricht aber Dicht dafür, 
weil der Satz an der Stelle buchstäblich verstanden werden mufs. 
**) Der Text des griech. Originals scheint nirgends erbalten zu sein. 



nectar — Neptunus 241 

necessitate, quae ultimum et maximum telum est, superiores estis. 
Cic. de off. 2, 21, 74 ut omnes inteUegant, . . . necessitati esse pa- 
rendum. 1215. 

2) Gurt. 7, 7, 10 Sed neoessitas ante rationexn est, ^Not /y^ 
kennt kein Gebot' (Dtiringsf. II n. 191). Publil. Syr. 399 Neces- 
süas dat legem, non ipsa acdpü. 1216. 

3) Pallad. 1, 6, 7 necessitas feriis caret, Mie Not hat 
keinen Feiertag' (Körte n. 5763), d. h. für sie giebt es keine 
Rücksichten. 1217. 

4) Hieron. adv. Ruf. 3, 2 (col. 532 Vall.) häbeo gratiam, quod 
facis de necessitate virtutem. ep. 54, 6 Arripe, guaeso, occa- 
sionem et fac de necessitate virtutem. Comment. Bern. p. 138, 2 
fadamus . , . de necessitate virtutem. Vgl. Quintil. declam. 4, 10 
F(mamus potius de fine remedium, de necessitate solatium. 
'Man mnfs aus der Not eine Tugend machen' (Düringsf. I n. 139). 

nectar. 1218. 

Mart. 9, 11, 5 Nomen nectare dulcius heato. Symmach. 
ep. 1, 32 (26), 1 epistula . . . velut suco nectaris ddihuta, Claudian 
19, 9 Jeep. Venant. Fortun. carm. 2, 6, 26. app. 23, 1 flumine nectareo 
. . . dulcior, Apoll. Sidon. carm. 23, 288 Suco nectaris esse duLcwrem. 
— CatuU 99, 2 saviolum dulci dulcius amhrosia. Vgl. Varro bei 
Non. p. 131, 21 NuUa amhrosia aut nectar, sed panis (p. 198 ß.) •*) 

nefandus s. fari 

nefas s. fas. 

negotinm s. codio 2. 

nenia s. sorex 2. 1219. 

Plaut. Pseud. 1278 Id foit nenia ludo, das war das Ende 
vom Liede, da hatte der Scherz ein Ende. Fest. p. 161 M. Sunt 
qui eo verbo finem significari crediderunt, ut ait Plautus in Pseu- 
dolo u. s. w. Placid. gloss. p. 69 Deuerl. 

nepa s. cancer. 

Neptunus s. naufragium 3. 1220. 

Serv. zu Verg. Aen. 3, 241 sie et peregrinos Neptuni fllios 
dicimus, qiwrum ignoramus parentes. Anders Gell. 15, 21 fero- 
dssimos et immanis et älienos ab omni humanifate tamquam a mari 
genifos Neptu/ni filios dixerunt So Lucilius bei Cic. de nat. deor. 
1, 23, 63 Carho, Neptuni filius (fr. ine. 34 p. 277 M. n. 14 Baehr.), 
ein lügnerischer, meineidiger Mensch. Vielleicht in diesem Sinne 
auch Neptuni nepos bei Plaut. Mil. glor. 15. Hom. IL 16, 34 
yXavaii ^^ ^^ '^^^'^^ ^dXaöaa . . . on toi voog icxlv &7trivrig. Lucr. 
2, 1155.**) 



*) Die ambrosiae dapes bei Mart. 4, 8, 8. 4, 39, 2 gehören nicht 
hierher. 

**) S. MüUer-Strübing in Fleckeiaens Jahrb. 1878 p. 760. 

Otto, Sprichwörter der Bumer. 16 



242 nervns — Nestor 

nerms. 1221. 

1) Cic. Philipp. 5, 2, 5 primum nervös belli pecuniam 
infinüam. Vgl. Cic. de imp. Cn. Pomp. 7, 17 vectigcdia nervös esse 
reipuhlicae. Nach griechischer Quelle: Bion bei Diog. Laert. 4,48 
t6v nloütov vsÜQcc t&v TtQayfiarav. Kräuter bei Sezt. Empir. 
ady. eth. p. 557 B. iv Si noU^iotg velf^a tc5v v^gi^emv ylvoiuxt (das 
Geld). Plut. Ag. u. Cleom. 27. Der Urheber des Wortes war 
Demosthenes bei Aeschin. c. Ctesiph. 52 rcc vevQa r&v TCQaytta- 
Twv. S. Büchmann, Gefl. W.^*^ p. 318 f. 'Geld ist des Krieges 
Starke* (Körte n. 2383). 1222. 

[2) Ter. Phorm. 325 Verear, ne istaec fortitudo in nervom 
erumpat denigue, dafs dn mit deiner Bravonr ins Loch gesteckt 
wirst (Georges). Der Ausdruck ist nicht eigentlich sprichwörtlich 
trotz der Bemerkung Donats: quia saepe in nerv um conicie- 
bantur , , , in carcerem missi. An proverhium a sagittariis 
natum est, quod iimnoderate plerumque vires adducendo arou tum 
telum incitent, sed nervum rumpant? Letztere Vermutung ist nicht 
annehmbar.*) Vgl. Phorm. 695 nostra causa sciUcet In nervom ibii.] 

nescire s. scire 1. 

Nestor. 1223. 

1) TibuU 4, 1, 112 Tema minus Pyliae miräur saecula famae, 
Prop. 2, 25, 10 Sive ego Tithonus sive ego Nestor ero. Ov. trist. 
5, 5, 62 Aequarint Pylios cum tua fata dies, ex Pont. 1, 4, 10 Pylio 
Nestore maior ero. 2, 8, 41 Sic pater in Pylios . . . annos Vivai. 
Verg. catal. 7, 16. Senec. Troad. 212. apoc. 4 vincunt et Nestoris 
amos. ep. 77, 20. Stat. sil\r. 1, 3, 110. 3, 4, 104. Hart. 2, 
64, 3. 4, 1. 6, 70, 12. 8, 64, 14. 10, 24, 11. luven. 10, 244. 
12, 128 u. a. Er ist so alt wie Methusalem. 1224. 

2) Auct. ad Herenn. 4, 33, 44 Cuius (sc. Nestoris) ore sermo 
melle dnloior profluebat und Cic. de sen. 10, 31 übersetzen Hom. 
IL If 249 Tov %al &%6 yX&(S(Sriq (liXirog yXvuloav §isv aid'q. Die 
Stelle blieb während des ganzen Altertums berühmt: Plin. ep. 
4, 3, 3 Nam et loquenti tibi üla Homerici senis mdla profluere 
. . . videntur, Laus Pis. 64 IncUta Nestorei cedit tibi gratia mdlis. 
Tertull. de anim. 31 quem^forsit^mNestorem.credidissemus ob meUa 
facundiae. Auson. prof. 21, 21 (16, 22, 22 Seh.) Et meditae neäare 
vocis Dulda fatu verba canentem Nestora regem, epist. 16, 2, 14. 
grat. act. 4, 19 et melleo delibutus eloquio iam tertiae Nestor ae- 
tatls. Sjmmach. ep. 3, 11, 1 litteras tuas Nestor ea, ut ita dixerim, 
manu scriptas. Venant. Fortnn. carm. 4^ 8, 15. Lucian 58, 44. 
Schon Theognis 714 ri&fSiSav exoav &ya&)iv NiatOQog &vti&iov. 



*) Vom Stricke zum Aufhängen erklären das Wort Schneider, de 
proverb. Plaut, et Ter. p. 21 und v. Wyfs, die Sprichw. bei d. röm. 
Kern. p. 46. 



niger — Nireus 243 

niger s. albus l. pix, 1225. 

Ov. met. 11, 313 Autolycus furtum ingmiosus ad omne, Can- 
dida de nigri8 et de oandentibtis atra Q^ui facere adsuerat 
luven. 3, 30 manea/nt, gm nigrum in Candida vertunt, welche 
aus schwarz weifs machen, d. h. betrügen. S. rectt^, 

nihil s. agere 1. 1226. 

[1) Boeth. consol. phil. 5, 1 nihil ex nihilo existere vera 
sententia est. Vgl. Pers. 3, 83 gigni De nihilo nihilum. Schol. Lucr. 
1, 150. 205. 2, 287. Epikur bei Diog. Laert. 10, 38 (S. Usener, 
Epicurea p. 5) oiöiv yiyvBxai i% xov fiii Svrog. Aristot. phys. 1, 4 
p. 187. *Aus nichts wird nichts' (Diiringsf. II n. 181). Doch ist 
offenbar der Oedanke bei den Alten noch rein philosophisch.]*) 1227. 

2) Plaut. Pseud. 938 minus nihilo sit Ter. Phorm. 535 
Quai minus nüo est, er hat weniger als nichts. Caecil. Stat. 
y. 92Bibb. rnimts nilo. Vgl. neque Mio minus Plaut. Truc. 560. 
— Ov. her. 18 (19) 170 sed plus quam nihil iUud erit. 1228. 

3) Petron 38 de nihilo orevit, er hat klein angefangen. 
Ebenso Petron 43 ah asse cremt. 71 ex parvo crevit luven. 

5, 133 quantus, Ex nihilo quantus fieres. Verwandt ist das grie- .*-'* 
chische Sprichwort vvv [ihv ovdslg^ cc6qiov d' iTciQ^isyag (Aristoph. * 

Equ. 158). ,< ' : 

nimis. ^ q* 122J. 

Ter. Heaut. 519 Nil nimis. Andr. 61 uÜ-ne quid nimis 
(citiert von Auson. 20, 155 Seh.). Donsitv-'sententia non incon- 
grua servo, quia est pervulgata, ; . '. Deest ^agas*, ut sit: ne 
quid nimis agas, Cic. de-finl 3, 22, 73 Quaeque sunt vetera 
•praecepta sapientium . r:^nihü nimis. Senec. ep. 94, 43 velut his 
hrevissimis vocibus^ sed mültum huhentilms ponderis: Nihü nimis, 
Plin. n. h. 7, 119 nihil nimium cupere. Hieron. ep. 60, 7 
memor illius senientiae: ne quid nimis. ep. 108, 20. 130, 11 «mwÄ 
de Septem sapientibus: ne quid, ait, nimis, Apoll. Sidon. carm. 
15, 47 Ätticus inde Sohn ^ne quid nimis' approhat unum. Cato > 
dist. 2, 6. (Bened. Nurs Reg. c. 64). Greg. Cypr. Leid. 2, 79 firidhv 
&yav nebst der Anmerkung von v. Leutsch. Der Grundsatz wird 
zumeist dem Chilon, aber auch dem Pittakus, Selon u. a. zu- 
geschrieben. Auch als Inschrift des delphischen Tempels (Plato 
Hipparch. p. 228 E). 'Nie zu viel.' Vgl. Afran. v. 78 ßibb. we- 
mini nimium hene est. Senec. de tranquill, an. 9, 6 Vitiosum 
est uhique, quod nimium est. Plaut. Poen. 239. 'Allzuviel 
ist ungesund' (Dürmgsf. I n. 37). 

nimium s. nimis. 

Nireus. 1230. 

Hör. epod. 15, 22 Formaqne viQcas Nirea. carm. 3, 20, 15 



♦) S, Büohmann, Gefl. W." p. 269. 

16* 



244 nix — nomen 

Quälis aut Nireus fuit aut aquosa raptus ab Ida. Frop. 3, 18, 27. 
Ov. art am. 2, 109. ex Pont 4, 13, 6. Lncian Tim. 23 evfio^ 
(poxsQOv jiiiv NtQicog bIvm aiiov, dial. mort. 9, 4 NiQiiog %ak- 
Xlcüv. Die Quelle ist Hom. II. 2, 673 NtQsvg^ og adkXuitog &viiQ 

nix. 1231. 

1) Catull 80, 2 oandidiora nivOt weifs wie Schnee. Ov. 
am. 3, 5, 11 Candidiar nivibus, iunc cum ceciäere recentes, wie 
frisch gefallener Sclmee. am. 3, 6, 8 candidiora nive, met. 8, 373 
nive candidioribus . . . equis. her. 15 (16), 249. ex Font. 2, 5, 38 
Et non ccUcata candidiora nive. Mart. 1, 115, 3. 2, 29, 4. 4, 42, 5. 
5, 37, 6. 7, 33, 2. 12, 63, 13. 12, 82, 7. Auson. parent. 5, 6 
(15, 7, 6 Seh.) Et non calcata qui nive candidiar, Claudian 31, 
126 Jeep, ad Maecen. 1, 62 Brachia . . . candidiora nive. Schol. 
Iu7en. 6, 155. Die weifsen Bosse des Rhesus nennt schon Homer 
(IL 10, 437) IsvxoxBQa x^ovog (nachgeahmt von Verg. Aen. 
12, 84 Qui candore nives antdrent, cursibus a/u/ras),^) Fsalm 51, 9 
Wasche mich, dafs ich schneeweils werde. 1232. 

2) Flaut. Stich. 648 quasi nix tabescit dies. Ov. art. am. 

I, 374 Ut fragilis glacies, interit ira mora, schmilzt wie 
der Schnee in der Sonne. Vgl. Ov. her. 13, 52 Marc nivis 
lacrimae sole madentis eu/mt (sc. lacrivMie). Prudent. cath. 7, 207 
cälente sole tahescmd nives. Jes. Sir. 3, 17 seive Sünden werden 
vergehen, wie das Eis vor der Sonne. — Ov. ex Font. 1, 2, 58 
Ignihus admotis ut nova cera seiet, schmilzt wie Wachs. 

nodus s, cuneus, Hercules 4. sdrpus 1. 1233. 

Cic. ad fam. 8, 11, 1 incideramus enim in difficilem 
nodum, ad Att. 5, 21, 3 dum hie nodus expeditur, diese 
Schwierigkeit beseitigt wird. Hieron. adv. Ruf. 3, 36 (col. 563 Vall.) 
Hie est enim nodus tuus, qui solvi non potest. Amm. Marcell. 14, 

II, 1. Auson. epist. 25, 44 Ocius illa iugi fatalis solvere lora 
Pelleum potuisse ducem reor. Vgl. Senec. de benef. 5, 12, 2 Quid 
enim honi est, nodos operose solvere, quos ipse, ut sah 
veres, feceris, sich selbst unnötige Schwierigkeiten zu bereiten, 
luven. 8, 50 Qui iuris nodos et legum aenigmata solvat, Diogen. 
5, 47 oix tififia Ivstg: inl t&v dvaXvtav. Idnb trjg &iiA^fig ^ 
tazoqUi, Zenob. 4, 46 v,a^a^^a Iveig. ^Den gordischen Knoten 
lösen.' 

nolle s. velle 1. 

nomen. 1234. 

1) Ov. ex Font. 2^ 11, 5 Nominis ante mei venient ob- 
livia nobiSy Pectore quam pietas sit tua pulsa meo. Fetron 66 
Nam tam honae memoriae sum, ut frequenter nomen meum 



*) Nachgeahmt von Sil. Ital. 13, 116 cando^-e nives . . . anteirent. 



nos — noverca 245 

obliviscar. (Mart. 4, 37, 7 Et teneo melius isla, quam meum 
nomen.) Hieron. ep. 126, 2 tU iuxta vulgare proverhium pro- 
prium quoque ignorarem vocahulum, dafs ich meinen eignen 
Namen nicht wufste.*) Lucian Timon 6 Savxov yovv toivofia 
s%aötog &v aix&v ijtiXd^oito tov nat^bg ^ tag ^OqiiSxov xa2 
JIvkaSov TCQcc^Big Ayvoriösisv. Vgl. digitus 2. 1236. 

[2) Plaut. Pers. 625 Nomen atque omen quanHvis iam est 
pretii ist wohl ein blofses Wortspiel. Dafs es aber doch nicht 
unbekannt geblieben ist, beweist Walahfried Strabo (Poet. aev. 
GaroL 2, 257 D.) omen atque nomen.] 

nos s. supra. 

noscere. i236. 

1) Plant. Stich. 124 qtiae . . . sepotuit gnoscere. Psend. 973 
Egomet me (sc. novi). Pauci istuc faciunt komines. Cic. Tusc. 1, 
22, 52 Cum igitur nosoe te dicU (sc. Apollo), hoc dicü: nosce animum 
tuum, de fin. 5, 16, 44 lubet igitur nos Pythius Apollo noscere 
nosmet ipsos. de leg. 1, 22, 68 Haec (bc. phHosophia) docuit, ut 
nosmet ipsos nosceremus, Ov. art. am. 2, 499 fama celehrata per 
orhem Littera, cognosd quae sibi quemque iubet. Senec. ep. 94, 28 
Te nosce. consol. ad Marc. 11, 2 Hoc videUcet üla Pythids ora- 
culis adscr^ta: nosce te. Plin. n. h. 7, 119 (Chilonis prae- 
ceptum): nosse se quemque. Min. Fei. 5, 5 ^ secundum ülud 
veteris sapientis oraculmn nosmet ipsos famüiarius noverimus. 
Auson. id. 3, 19 (12, 2, 19 Seh.) Qtmmquam difficüe est, se noscere. 
Auson. sept. sap. (10, 52 ff. Seh). Fvat^t Cavxov (Append. prov. 
1, 80. Diogen. Vind. 2, 10 nebst der Note v. Lentscha).**) Die 
Mahnung wird entweder dem Chilon oder Selon, oder dem 
delphischen Orakel zugeschrieben. Bekannt wurde sie be- 
sonders als Inschrift im delphischen Tempel. ^Erkenne dich 
selbst.' ^Sich selbst erkennen ist die beste Wissenschaft.' 1237. 

2) Plaut. Mil. glor. 636 Quid opus est nota nosoere? Vgl. 
docere 1. 

nota^ notare s. calculus 1. farina. 

notns s. ventus 2. 5. 

noyacnla. i238. 

Phaedr. 5, 8, 1 pendens in novaoula, als Eigentümlichkeit 
der occasio, ist eine Beminiscenz an das griechische Sprichwort 
inl ^vQoü Uxaxai cix/x^g (Hom. IL 10, 173. Herod. 6, 11). 

noyerca. 1239. 

1) Afran. v. 57ßibb. (Non. p. 393, 25) Mulier, noveroae 



*) Von dem Eedner Messalla Corvinus berichtet dies in der That 
Plin. n. h. 7, 90. 

'*) Die griechische Form auch bei Cic. ad Qu. fr 3, 6, 7. luv. 
11» 27, sowie als Überschrift einer Varronischen Satire. 



246 noyisse — nubes 

nomen Jmc adde impiuxn. Verg, ecl. 3, 33 iniusta noverca. 
georg. 2, 128 Pocula si quando saevae infecere novercae. 3, 282. 
Ov. met. 1, 147 Lurida terribües miscent aconita novercae. Senec 
Phaedr. 558 Taceo novercas, tnüius nihü est feris. Stat. silv. 2, 1, 49 
et saevae veUent servWe novercae. 5, 2, 80 atqm amnes vuUuplacare 
novercas, Quintil. 2, 10, 5 saeviores tragids navercas, Apul. met. 
10, 5 dira üla femina et maUtiae novercalis exemplar. Tac. ann. 
12, 2 novercalia odia. Menand. monost. 127 SeivoxeQov oiöiv 
äkko (ifiTQviäg %a%6v. Wir sagen: jemand stiefmütterlich be- 
handeln. — Hör. epod. 5, 9 Quid ut noveroa me intueris? 
Senec. exe. controv. 4, 6 quid älterum novercalihus oculis 
intueris? 1240. 

2) Plaut. Pseud. 313 Apud noveroam querere! ^klage deine 
Not einer Stiefmutter' (Körte n. 5780), d.h. vergeblich. 1241. 

3) Senec. rhet. exe. controv. 4, 6 Dum alterins vis esse 
mater, utriusqne es noveroa. Plin. n. h. 7, 1 (natura) parens 
melior homini an tristior noverca fuerit Scipio bei Plutarch 
reg. apopthegm. p. 201F &v ov fiririQu viiv ^IxaUaVj akla fii}- 
xQviav ovöccv iTtlötaiAai, Ein griechisches Sprichwort lautet SXkoxs 
fifjXQviii niXet '^fii^i/, &Xkoxs (i'^xriQ (Diogen. 2, 76 (=» Hesiod. 
opp. 825) inl xtbv noxl ^Iv sirnieQovvxmv ^ noxh de dv<ififisQOvv' 
xmv). S. GeU. 17, 12, 4. 

noTisse. 1242. 

Plaut. Epid. 147 novi ego nostros. Stich. 74 novi ego 
nostros, ich keniie meine Leute (auch von einer Person). Variiert 
Plaut. Stich. 79 ego meas novi optume. Vgl. merx Anm. 

nox s. dies 1. sol 4. vinum 4. 1243. 

1) Plaut. Gas. 5, 2, 8 tenebrae ibi erant tamqnam nox, es 
war finster, schwarz wie die Nacht. 1244. 

2) Ov. art. am. 1, 249 Noote latent mendae» vitioque igno- 
scitur omni lehnt sich an das griechische Sprichwort Xv%vov 
&QQ'ivxog yvvii TtäCa tj aixiq (Apost. 10, 90 rovro fCQog xovg 
fioi%tKoi}g Ttal &KoXdaxovg etgrixai naX&g). Vgl. Plut. praec. coniug. 46 
p. 144 E. ^Lösche das Licht aus, so sind alle Weiber gleich' 
(Düringsf. I n. 27). 1245. 

3) luven. 5, 54 oni per mediam nolis ooonrrere nootem, 
dem man in der Nacht nicht zu begegnen wünschte, weil man 
sich vor ihm fürchtete. S. tenebrae 1. 

nu1i)es s. dies 2. nehula 3. ventus 2. 1246. 

Liv. 22, 30, 10 Hannibdlem quoque ex acte redeuntem (nach 
dem Kampfe mit Fabius Maximus) dixisse ferunt, tandem eam 
nubem, qnae sedere in iugis montium solita sit, onm pro- 
oella imbrem dedisse. Der Ausspruch Hannibals mufs im 
Altertum bekannt geblieben sein, nicht nur Plut. vit. Fab. 12, 6 
und apophtegm. reg. p. 195 C berichtet über ihn, sondern nach 



nuclens — nutrix 247 

Apost. 18, 22 hiefs es sprichwörtlich %sifiiasi jtots xal ig>* 
"^(litg ^ &7tb t&v iQ&v veg)ikri: inl tmv 7tQoa6£%oiiiv(Ov uvcc tuxkcc 
ficr' dXfyov iXsv^Cofieva. 

nucleus s. nux l. 1247. 

Plant. Capt. 655 Nnolenm amisi, reliqtdt pignori puta- 
mina, den Kern habe ich verloren, die Schalen behalten. Der 
Satz klingt sprichwörtlich. Vgl. Plaut. Merc. 592 8p em teneo, 
saluiem amisi. 

nndns. 1248. 

1) Lucil. bei Non. p. 78, 14 (26, UM. n. 450Baehr.) Ita 
nti quisque nostrum e bnlga est matris in lucem editns. 
Apnl. met. 1, 14 nudus et frigidus et lotio perlitus quasi recens 
utero matris editus. Diogen. 4, 2 yviAvbg &g in (iiqrQag: 
inl x&v &7t6Q(ov. Schon Job 1, 21 nudus exii de utero matris, 
nudus redeam. 1249. 

2) Plant. Asin. 92 Nudo detrahere vestimenta me iübes, 
Apnl. met. 1, 15 an ignoras, inepte, nudum nee a decem palae- 
stritis despoliari posse? *Den Nackten kann man nicht aus- 
ziehen' (Düringsf. II n. 138). Vgl. Ov. ex Pont. 2, 2, 31 Fortuna 
miserrima tuta est. 1250. ^ 

3) Senec. ep. 14, 9 nndum latro transmittit; etiam in oh- /^ 
sessa via pauperi pax est, luven. 10, 22 Cantahit vacuus cor am 
latrone viator. Boeth. consol. phil. 2, 4 si vitae huiüs callem 
vacuus viator intrasses, coram latrone cantares. Nux eleg. 44 
tutum carpit inanis iter. 'Bettler pfeifen, wenn auch Räuber 

im Walde streifen.' 

nnmeras s. lupus 6. Plato. 1251. 

Hör. ep. 1, 2, 27 Nos numerus sumus, wir sind Nullen. 
Eurip. Heracl. 1000 eidcag fihv o'ifTi &qi&ii6vj &lV hrixviimg avÖQ^ 
ovta. Aristoph. Nub. 1201 al. 

nnmmus s. as 4. modim, pestilentia. 1252. 

Petron 137 Quisquis habet nummos, seoura navigat aura 
scheint eine Anspielung zn sein auf das griechische oxav aqyv- 
Qtov ^9 Tcavza Oet liaXaivBxcn (Apost. 12, 56 laxiv oixs 
Avifioi^g oixs Kwitaig Tcliofiev), *Wer gut schmiert, der gut fährt.* 

nusquam. 1253. 

Senec. ep. 2, 2 Nusquam est, qui ubique est. Überall 
und nirgends. Mart. 7, 73, 6 Quisquis uhiquehahitat, Maxime, 
nusquam h ah Hat. Vgl. Eurip. Iphig. Taur. 568 Koidafio'G xal 
nccvxa%ov. 

nutrix s. lac 3. paUium 2. 1254. 

Cic. de orat. 2, 39, 162 qui om/nes tenuissimas particulas atque 
omnia minima mansa, ut nutrioes infantibus pueris, in os 
inserant, die ihren Schülern alles aufs kleinste vorkauen und 



248 nox — obsoniom 

erklären, nm verstanden zu werden. Gell. 4, 1, 11 Sed si me 
praemandere, ut aiuni, postulas u. s. w. 

nux 8. nucleus, I2ö5. 

1) Plaut. Cure. 55 E nnoe nnoulemn qni esse volt, frangit 
xmcem (citiert Macrob. sat. 3, 18, 13). Hieron. ep. 58, 9 Qui 
edere vult nttcleum, fra/ngat nucem, *Wer kosten will die süfse 
Nufs, die barte ScbaV erst knacken mufs' (Düringsf. I n. 890). 
Bei Plautus ist der Sinn des Sprichworts : Wer einen Genufs 
haben will, trifft die nötigen Yorbereitnngen dazu (v. 56 Qu,i volt 
cubare, pandit saltum saviis),*) Vergleichen läfst sich etwa Aposi 
12, 97 6 TtfiXbg ijv [lii Sagy^ xegafibg oi yCyvetai. 1256. 

2) Hör. ep. 2, 1, 31 Nil intra est oleam, nil extra est 
in nuce duri, als Beispiel ftlr eine augenscheinlich unrichtige 
Behauptung. (*Er lügt das Blaue vom Himmel herunter'.) Ob 
aber wirklich sprichwörtlich? 1257. 

3) Fers. 1, 10 nncibus facimus quaecumque relictis, seit- 
dem wir die Kinderschuhe ausgetreten haben. Mit Nüssen spielten 
die Kinder (CatuU 61, 133. Mart. 5, 84, l). Marquardt, Privat- 
leben S. 839. 1258. 

4) Plaut. Mil. glor. 316 Non ego taam empsim vÜam vi- 
tiosa nace, nicht um eine taube Nufs. Vgl. Aristoph. Pax 1223 
O^K ccu TtQtalfiriv oiS* ctv laxadog (liäg^ nicht um eine trockene 
Feige. — Plaut. Pseud. 371 Ten amatorem esse inventum inanem, 
quasi cassam nucem. Bud. 1324 cassam glandem, Petronl37 
nuces inanes. Hör. sat. 2, 5, 35 JEripiet oaUos citius mihi, 
quam te Contemptum cassa nuce pauperet, auch nur um die 
wertloseste Kleinigkeit.**) 

■ ^ 



obligare s. medicamentum, 
o1t)liyio s. iniuria 1. 

obseqnium s. veritas 3. 

o1t>sonlnm. 1259. 

Lucil. fr. ine. lib. 61 v. 95 M. n. 860 Baehr. (Faul.-Fest. 
p. 132 M) mantisa obsonia vinoit, ^die Brühe kommt höher, als 
das Fleisch'; ^die Brühe ist besser, als der Fisch' (Düringsf. I 
n. 284), d. h. die Nebensache übertrifft die Hauptsache. Vgl. 
garum. 



*) Pflügl, d. lat. Sprichw. bei Plaut, u. Ter. p. 26 erklärt falsch: 
Niemand thut etwas umsonst. 

**) Daher auch die Redensart non nauci habere (facere, putare, 
ducere, esse), homo non nauci u. a. S. Lorenz zu Plant. Most. 1041 
und Krebs-Schmalz, Antibarbarus II p. 117. 



obstare — oculus 249 

obstare. 1260. 

Lucrez 4, 1149 Et tarnen implicitus quoque possis inque pe- 
ditus Effugere infestum, nisi tute tibi obvixis obstes, wenn du 
dir selbst nicht im Wege stehst. Ähnlich Plant. Trin. 663 Tute 
pone te latehis, du wirst dir selbst im Lichte stehen. Q.piger. 

obtnrare s. auris 3. 

occare. 1261. 

Colum. 2, 4, 2 Nam veter es Bomani dixerunt, male 
subaottun agmm, qtii satis frngibus oooandus sit. Plin. n. h. 
18, 179 male aratur arvum, quod satis frugihiis occan- 
dum est. 

oecasio. 1262. 

Cato dist. 2, 26 Fronte oapillata, post est ooeasio calva 
(nach Phaedr. fab. 5, 8), die Gelegenheit hat vorn langes, hinten 
kurzes Haar. Symmach. ep. 1, 7, 2 occasionem rapere pru- 
dentis est. Vgl. Hör. epod. 13, 3 rapiamus, amici, Occasio- 
nem de die. Mart. 8, 9, 3 hrevis est oecasio lucrL Publil. Syr. 140 
Beliherando saepe perit oecasio. 449 Oecasio aegre offertur, 
faeüe amittitur. (Liv. 35, 12, 3 cundando senescunt consüia). *Man 
mufs die Gelegenheit am Stirnhaar fassen^ (Düringsf. I n. 373). 

oecipitinm s. frons 3. 1263. 

Plaut. Aulul. 64 Qitae in oooipitio qnoqne habet ooulos, 
pessuma, von einer Person, die ihre Augen überall hat, die listig 
und verschlagen ist. Apost. 12, 94 imad'sv 7i£(paXrig Sfifiar 
s%er. inl t&v ytavovQycov. Vgl. auch Hom. H. 3, 109 &ficc TtQOCöGi 
xat SytlöiSa) XsvöCsi. 

ocrea s. scutum 2. 

OCUlatus s. dies 9. ocidiis 10. 

OCnlus 8. hos 7. cornix 2. 3. lustUia. occipUium. os 1. 1264. 

1) Plaut. Mil. glor. 984 quae te tamqnam ooulos amet, 
wie ihren Augapfel. Ter. Ad. 702 ni magis te quam oculos 
nunc ego amo meos. 903 (^ui te amat plus quam hosce oculos. 
Catull 3, 5 Q^em plus iUa oculis suis amaha/t. 14, 1 ^i te pljis 
ocuHs meis amarem. 82, 1 — 4. 104, 2 Ämhohus mihi quae catior 
est oculis.*) Cic. Catil. 1, 11, 27. post red. 1, 2. p. Sest. 20, 45. 
Mosch. 4, 9 rbv fihv lym rlsöKOv Taov g>ai6<saiv ifiotdiv. Aeschyl. 
Sept. 530. Theoer. 11, 53. Callim. hymn. 3, 211. Der Vergleich 
ist schon biblisch: 5. Mos. 32, 10. Psalm 17, 8. Sprichw. 
7, 2 u. ö. 1265. 

2) Ter. Eun. 401 Rex te ergo in oculis • . . gestare. Cic. 
Philipp. 6, 4, 11 iam fert in oculis. ad Qu. fr. 3, 1, 9 Bälbum 
vero . , . in ocuUs fero. ad famil. 16, 27, 2 Te, ut dixi, fero in 



*) Daher oculissimus » carissimus (Plaut. Cure. 121 u. a.) und 
ocelle als Kosewort. Catull 50, 19. Plaut. Trin. 245 u. a. 



250 oculus 

oculis. (ad Att. 6, 2, 5 püblicanis in oculis sumus,) Petron 75 Non 
est dignus, quem in oculis feratA? Oriech. litl x&v 6<jp^alii&v TCSQtr 
g>iQeiVj auf den Händen tragen.*) 1266. 

3) Plaat. Pseud. 510 Ezlidito mi her de ooiüiim, si dedero. 
Men. 152 Oculum ecfodito • . . Mihi, si , . , uUum verbum faxo. 
Hör. sat. 2, 5, 35 J?ri|}te^ quivis oculos citius mihi, quamxLS.w^ 
lieber lasse ich mir die Angen ausschlagen. 1267. 

[4) Ter. Phorm. 548 Alius ab ooxJis meis Mam . . . . ab- 
duOet? Cic. p. Rabir. 5, 16 ahsii . • . a cogitatione, oculis, au- 
ribus. in Catil. 1, 6, 13 Quae libido ab oculis . . . tuis . . . äbfuit, 
ad Att. 13, 21, 5 numquum enim ab oculis meis afuenmt.'] 1268. 

5) Cic. p. Place. 11, 26 obtestor, ut totam causam quam 
maxime intentis oonlis, ut aiunt, [acerrime] oontemplemini, 
etwas scharf ansehen, de leg. agr. 2, 28, 77 et intentis oculis 
omnes rei publicae partes intueri iubet. Prop. 1, 3, 19 intentis ,,, 
haerebam oceUis. Amm. Marceil. 29, 2, 23 incedebat intentis oculis 
et rigidis, Diogen. Vindob. 1, 87 &rsveg b^a nebst der Note 
y. Leutschs. 1269. 

6) Petron 44 omnes opertis ootOis bona sua computwU, 
blind gegen alles andere. 141 Operi modo oculos (mache die 
Augen zu) et finge te non humana viscera, sed centies sestertium 
comesse, 1270. 

7) Tertull. apolog. 3 Qind quod ita plerique olatisis oculis 
in odium eius impingunt, blindlings, de pall. 2. de resurr. cam. 51 
ut quidam völwnt clausis, quod aiunt, oculis sine distinäume, 
ohne Überlegung. Hieron. adv. lovin. 1, 36 (col. 294 Vall.) Melius 
est tarnen, datisis, quod dicitur, oculis andabatarum more pu- 
gnare, aufs Geratewohl, ady. Buf. 2, 28 (col. 523) si dausis, 
quod dicitur, oculis mihi volunt nuüedicere. adv. Buf. 1, 36. 
ep. 82, 5 Videsne, quod dausis, ut dicitur, oculis summa quae- 
que perstringam? Augustin c. epist. Pannen. 2, 1 (Migne 43 
col. 49) dai^, ut dicitur, oculis, — Lactant. inst. 7, 1, 16 gut 
contra veritatem dausis ocuUs quoquo modo latrant. Hieron. adv. 
Lucif. 20 (col. 193 Yall.) Sölent enim oculis clausis denegare, 
qui non credunt fadum esse, quod nölunt, sie verschliefsen (absicht- 
lich) ihre Augen der Wahrheit, sie wollen sie nicht sehen. Vgl. 
au/ris 2. 3. 1271. 

8) Prop. 3, 21, 10 Quantum oonliB, animo tarn prooul 
ibit amor, erinnert an griechische Sprichwörter wie bei Apost. 
3, 42 «jcg^iJvtwv x&v dfifidt(ov xcc xr^g fiv/j^rig a^ux h ToCf vov 
q^SUog itupsvyei. Append. prov. 3, 99 TriXov tpLloi vatovxeg oi* 



*) Doch fehlte denBömem auch dafiir nicht die gleiche Wendang: 
Cic. ad fam. 1, 9, 10 sie ampleoßobantur , sie in manibus habehant, 
sie fovebant. 



ocolus 251 

dalv tplXoi (fr. trag, adesp. 94 p. 858 N.). Vgl. Ov. art. am. 2, 358. 
Prop. 1, 12, 11 mutat via longa puelUzs, ^Aus den Augen, aus 
dem Sinn' (Düringsf. I n. 126)*) 1272. 

9) Plaut. Asin. 202 Semper ootQatae manus sunt nostrae: 
oredtinty qnod vident. Mil. glor. 1005 Quod video, id credo 
mihi (doch ist hier die Lesart unsicher). (Ter. Eun. 350 vidi, 
novi.) Senec. ep. 6,5 guia homines ampUns oouliSy quam 
auribXLS oredunt. Hör. a. p. 180 Segnius irritant animos de- 
missa per attrem. Quam quae sunt ocülis sübiecta fidelihus. Hieron. 
ep. 60, 10 muMogue plus intellegitur , quod oculis videtur, quam 
quod aure percipitur, Cic. de orat. 3, 40. Senec. nat. quae^t. 4. 
3, 1. Apost. 18, 71 AtioDV jtidroteQOt iq>d'aXfioC: inl xobv 
&l6y<og tcc fielen totg TiQslrxoöi 7taQaßaJiXo(iiv(ov, Kandaules bei 
Herodot 1, 8 Sjxcc yccg xvy%&vBi &v&qAnoiiSi iovxct &7ti6x6^ 
xsQa 6<p&aX(i&v (Lucian de saltat. 78). *Was die Augen sehen, 
glaubt das Herz' (Düringsf. I n. 230). Nahe verwandt ist 1273. 

10) Plaut. Trucul. 490 Fluns est ooulatus testis umus, 
quam auriti deoem (citiert von Apul. flor. 2. Fest. p. 179 M.). 
^Ein Augenzeuge gilt mehr, denn zehn Ohrenzeugen' (Düringsf. I 
n. 131). 1274. 

11) Plaut. Most. 891 Oouli dolent. Asin. 831 Retas, pater, 
oculis dolorem prohihet, läfst mich dich nicht beneiden, sehe ich 
gem. Ter. Phorm. 1053 Et quod ttio viro oculi doleant Caelius 
bei Cic. ad fam. 8, 14, 1 Numguam tibi oculi doluissent, si in 
repulsa Domitii vultum vidisses, du hättest keine Augenschmerzen 
bekommen. Die Eedensart oculi dolent wurde angewandt auf das, 
was man nicht gern sieht. (Ein Dorn im Auge.)^*) 1275. 

12) Colum. 4, 18, 1 tum etiam ooiüos et vestigia domini, 
res agro saluberrimas, facilius admittit Plin. n. h. 18, 43 
ideo maiores fertilissimum in agro oculum domini dixe- 
runt ^Das Auge des Herrn schafft mehr, als seine beiden Hände' 
(Düringsf. I n. 712). 'Des Herrn Fufs düngt den Acker wohl' 
(Düringsf. I n. 714). Die Quelle ist griechisch: Aristot. oecon. 
1, 6 Kai xb Totf Alßvog &7t6q>&6yiia ev ccv i%oi' 6 jLt^v yccQ iqonxri'- 
d-slg xl fidXtOxa Vitnov ittaCvcti^ 6 xov dsöTtoxov dcp&ixXfibg^ Mq>ri, 
6 ÖS Alßvg iQcaxri&elg^ noCa KditQog aQlaxtjj xa xov Ö£<S7t6xov 
i%vfi^ ligpi/. Plut. de educ. puer. 13. Vgl. frons 3.***) 1276. 

13) Fronto p. 56 N. quom cotidie non desinis in viam me 

*) Vielleicht ist auch sprichwörtlich Prop. 2, 15, 12 Si nescis, 
oculi sunt in amore duces. 'Die Augen sind der Liebe Boten.' 
L'oeü est le conducteur de Tamour. Vgl. das griechische Sprichwort 
i% xov yciQ ieoq&v yCyvBx* &vQ'q6ynoig igäv (Diogen. 4, 49. Agath. fr. 29 
p. 768N.). 

**) Ähnlich, aber nicht gleich ist Herod. 6, 18 &vxiag t^ea&ai älyr}- 
S6vag etpCai dtp&ccXii&v, TOn Frauen, die man nur anschauen darf. 
***) Vgl. den Ausspruch Catoa bei Colum. 11, 1, 4 male agitur cum 



252 odisse — olere 

veram inducere et oonloB mihi aperire, ut volgo dicitur, die 
Augen öffnen, mich belehren. 

odisse s. amicus 5. 10. 1277. 

1) Cic. Philipp. 1, 14, 34 QtMd videmus etiam in fabvk 
Uli ipsi, qui *oderint, dum metnaat' dixerU, pemiciosum fuisse. 
de off. 1, 28, 97 u^ 51 Äeactis aut Minos diceret: oderint, dum 
mduant. p. Best. 48, 102 NoUem idem cdio loco dixisset, guod 
exciperent impröbi cives: od, d. m. Seneca de dem. 1, 12, 4 et 
illo exsecräbiU versu, qui muUos dedit praecipites: Od, d m. 2, 
2, 2 ülud mecum considero mültas voces magnas, sed defesta- 
hiles, in vitam humanam pervenisse celehresque vulgo ferri, 
ut illam: Od, d, m, de ira 1, 20, 4 qualis illa dira et dbomi' 
nanda: Od. d. m. Sueton Calig. 30 Tragicum ülud subinde iadäbat 
(sc. Cäligtda): Od. d. m. Es ist ein Vers aus dem Atreus des 
L. Attius (v. 203Ribb.), welcher geflügelt war. Tiberius wandte 
den Satz ins Gegenteil, indem er sagte: Oderint, dum probent 
(Sueton Tib. 59). Vgl. das griechische Sprichwort dvaxvxslta 
xai loiöoQelTCD fis (Aesop. prov. 16). 1278. 

[2) Ennius trag. v. 379 Eibb. (Cic. de off. 2, 7, 23) Quem 
metuuilt, ödere: quem quisque odit, periisse expetit. Hieron. 
ep. 82, 3 Antiqua sententia est: quem metuit quis, odit; gum 
odit, periisse' cupif] 

odium s. veritas 3. 1279. 

Senec. ep. 14, 10 Tria deinde ex praecepto veter i prae- 
standa sunt ut vitentur: odiumi, invidia, oontemptus. 

odor s. lucrum 4 Anm. 

Oedipns. 1280. 

Plaut. Poen. 443 Nam isti quidem hercle orationi Oedipo 
Opus oonieotore est, qui Sphingi interpres fmt. Ter. Andr. 194 
Davos sum, non Oedipus, ich bin kein Bätsellöser. Eurip. 
Hippel. 346 Ov fidvttg slfil T&(pav7] yv&vai Caip&g, Vgl. Mart. 10, 
21, 3 Non lectore tuis opus est, sed ÄpoUine libris. Vgl. Zenob. 
2, 68 Bold» na alvlyfiata: etvI r&v ouSvvirtov^ in fiExa(poQ&g tfig 
ScpLyyog, 

offa 8. OS 2. 

olea s. nux 2. 

olera s. olla 2. Syrus 1. lardum, 

olere s. lucrvm 4 Anm. mulier 5. 1281. 

Mart. 2, 12, 4 non bene ölet, qui bene semper ölet, 
citiert von Hieron. ep. 130, 19. Mart. 6, 55, 5 Malo quam hene 
olere, nil olere. Auson. epigr. 125 (76 Seh.), 2 Nee male 
olere mihi nee hene olere placet. Vgl. mulier 5. 



domino, quem vilicus docet. Cato de agr. cult. 6, 3 Ne plus cen- 
seat sapere se, quam dominum. 



■fiM 



oleum 253 

oleum s. aiiricüla 2. 1282. 

1) Flaut. Poen. 123G Ita hanc ccmem fadam tun oleo trän- 
quilliorem. Vgl. Plato Theaet. p. 144 B olov iXalov ^sviux, 1283. 

2) Non. p. 22, 21 M. Tullius in Hortensie: Ad iuvenilem 
libidinem cqpia völwptatwifn gliscit ita, ut ignis öleo. Hör. sat. 2, 
3, 321 Adde poemata ntmc, hoc est, oleum adde Camino. 
Porphyr.: et usus est vulgari proverhio: oleum in incendium, 
Apul. met. 9, 36 quod est oleum flammae, suHfur incendio, 
flagellum Furiae, Hieron. ep. 22, 8 Quid oleum ßammae adi- 
cimus? ep. 77, 7 quasi oleum flammae adidens. 125, 11 ne , , . 
oleum igni adukas, reg. monach. 3 (Migne 30 col. 337). Lucian 
Tim. 44 nlTty aal ikccja) xcctaaßsvvvvai (Ttvg). Piut. prov. 22 
ikaUp TtvQ iSßBvvvstg. *öl ins Feuer giefsen* (Borchardt, die 
sprichw. Bedensarten n. 294). 1284. 

3) Plaut. Poen. 332 Tum pol ego et oleum et operam 
perdidi, dann ist alle Mühe umsonst gewesen. Cic. ad fam. 7, 
1, 3 Jn quibus ipse Fompeius confitetur se et operam et oleum 
perdicHsse. ad Att. 2, 17, 1 Haec . . .non deflehimus, ne et qpera 
et oleum philahgiae nostrae perierit. 13, 38, 1 Ante lucem, cum 
scriberem contra Epicureos, de eodem oleo et opera exaravi 
nesdo quid, ad te.*) Die Formel wird mannigfach variiert: Plaut. 
Rud. 24 Et operam et sumptum perdunt. 900 et operam 
ludos facit et retia. Scherzhaft Aulul. 578 Ego faxo et operam 
et vinum perdiderit simul, Petroii 134 et operam et su- 
dorem perdidisti, (luven. 7, 99 perit hie plus temporis atque 
cid plus,) Auson. epigr. 35, 7 Seh. Utilius dormire ■ fuit, quam 
perdere somnum atque oleum. Hieron. ep. 57, 12 tritum vulgi 
sermone proverhium: oleum perdit et impensas, qui hovem 
mittit ad cetoma, Macrob. sat. 2, 4, 30 opera et impensa periit. 
^Hopfen und Malz ist verloren.' Welche Verwendung des Öls 
ursprünglich gemeint war, ist zweifelhaft. Gewöhnlich nimmt 
man seine Zuflucht zum Gebrauche des Öls auf dem Bingplatze, 
welche ja auch Cic. ad famil. und Hieronymus im Sinne haben. 
Dies ist abzuweisen. Die Römer haben in älterer Zeit Ring- 
kämpfe nackter Männer nicht gekannt, und dafs die Redensart 
aus Griechenland eingewandert sei, darf man nicht annehmen, 
denn die Form ist echt römisch (Allitteration) und bei den 
Griechen findet sich keine Spur. Auch an die Studierlampe, 
auf welche sich Cicero ad Att. und Juvenal beziehen, zu denken 
ist unstatthaft, weil die Phrase älter ist; als der Gebrauch der 
Lampe zum Studieren. Überdies würde dadurch der Gedanke 
an die Nachtarbeit wachgerufen, der doch sicherlich fern liegt. 

*) Vgl. Spart. Pescenn. Nig. 3, 6 numquam suh eo miles provinciali 
lignum, oleum, operam extorsit 



254 oliyetam — omnis 

So bleibt also, wenn überhaupt ein bestimmter Gebrancli des 
Öls gesucht werden soll, nur noch die Verwendung in der Küche '^) 
oder wie bei Plantus a. a. 0. als Toüettenmittel übrig. Letzteres 
erscheint als das Wahrscheinlichste. 

oliyetum. i285. 

Colum. 5, 9, 15 nam veteris proverbii meminisse convenit, 
eum, qui aret oliTetnm, rogare fmotumy qni stereoret, 
exorare, qni oaedat, oogere. 

OUa. 1286. 

1) Petron 38 ScUo autem: sooiomm olla male fervet, et uU 
semel res inclinata est, amici de medio. Nach dem griechischen 
Sprichwort ^st %vrQaj ^si tpilla {iitl r&v dia rov ÖElitvov 
avviovxoDv elg tpiXUiv Zenob. 4, 12). ^Siedet der Topf, so blüht 
die Frennddchaft' (Körte n. 1950).**) Eine Anspielung darauf 
bei Hör. carm. 1, 35, 26 diffugiunt cadis Cum faece siccatis 
amici. Petron 38 amicus oUaris,***) 1287. 

2) CatuU 94, 1 Mentula moechatur, moechatur mentula, certe 
Hoc est, quod dicunt: ipsa olera olla legit, der Topf wählt 
sich selbst sein Gemüse, d. h. sie passen zu einander, wie der 
richtige Topf zum Gemüse, denn was zusammen pafst, das iindet 
sich. Man darf das griechische Sprichwort siQsv '^.loicag xo 
n&^ia vergleichen, f) Nach 0. Crusius liegt ein Märches von 
der verkehrteil Welt zu Grunde. 

olor s. cymus 1. 2. 

omen s. namen 2. 

omittere s. semeh 

omnis s. decet 2. hora 2. Minerva 5. tmus 2. 3. 1288. 

l) Yerg. ecl. 8, 63 non omnia posstunus onmes war 
nach Macrob. sat. 5, 16, 7 eine von den Stellen, welche vice pro- 
verhiorum in omnium ore fwngvmtwr. Doch schon Lucil. bei 
Macrob. sat. 6, 1, 35 non omnia possumus omnes (5, 36 M. 
n. 163Baehr.). Auct. ad Herenn. 4, 5, 8 non putare, unuw 
posse omnia, Rutil. Lup. 2, 8 concedendum non omnia posse 
<^hominemy. Hieron. ep. 52, 9 Non omnia possumtis omnes (= adv. 
Pelag. 23 col. 720Vall.). adv. Pelag. 19 (col. 714 V.) Nee mm 
posstmt omma esse in omnihus hominibus. ^Einer kann nicht alles 
(Düringsf. I n. 379). Der Gedanke schon Hom. IL 13, 729 'MX' 



♦) So Pflügl, d. lat. S|)richw. bei Plaut, u. Ter. p. 43. 
**) Qewöhmich konstraiert man aus dieser Stelle ein Sprichwort 
olla male fervet, 'die Sache geht schief.' Ein solches hat bei den 
Römern nicht existiert. 

***) Vgl. Pablil. Syr. 670 Flures amicos mensa qtiam mens condpÜ' 
Menand. monost. snpplem. 71 noXlol T^axrifijff, o^x &Xr}Q'e^g (piloi, &• 
com. adesp. 463 Eock. 

t) S. auch Baehrens z. d, St. 



oneraria — opera 255 

oÜTtag Siia ytivxcc öw/^ösai aitbg iXic&cei. 4', 320 ^AXV 
oi jtmg &iia ndvtu ^eol ö6aav &v&q6noiiSiv, (Hom. Od. 8, 167.) 
Danach Maharbal bei Liv. 22, 51, 4 Non omnia nimirum eidem 
di dedere: vincere scis, Hanmbcd, vidoria uti nesds, 1289. 

2) Yarro r. rust. 2, 1, 2 Nemo enim omnia potest soire. 
Hör. carm. 4, 4, 22 Nee scire fas est omnia. Colnm. 12, 59 
diam quicumque sunt häbUi mortalium sapientissimi, multa scisse 
dictmtur, non omnia. Vgl. Apost. 6, 55 (=» Enrip. Phoen. 743) 
c?g &vii(^ oi Ttdvd'' 6^5, Theognis 902 Oidslg d' ävd'QA- 
TCfov aixhg &navxa ao(p6g, Varro sent. 56 Omnia nosse im- 
possibüe, 84 NU novit, gui aegue omnia, 1290. 

8) Yerg. georg. 2, 109 Neo vero terrae ferro omnes omnia 
poBBiint. (Vgl. ecl. 4, 39 omnis feret omnia iellus, von einem 
glücklicheren Zeitalter.) Ov. art. am. 1, .757 Nee tellus eadem 
parit omnia, Enrip. fr. 742 N. '^Aklri nqbg äXh) yauc ^^t^tfiftoo- 
riga. ^Nicht jedes Land hat alles znr Hand' (Körte. n. 4604). 
'Ein Land trägt nicht alles/ 1291. 

4) Cic. ad Ait. 14, 15, 3 Sed non possnnt omnia edmul« 
nicht alles kann auf einmal geschehen. Der Satz ist wohl sprich- 
wörtlich. 1292. 

5) Prop. 2, 8, 7 Omnia vertuntar« alles ist wandelbar. 
Ter. Enn. 276 Omnium rerum, heus, vicissitudo est. Querol. 
p. 13, 16Peip. Sic veriu/ntur omnia. Alexis fr. 34 Rock (Mein, 
fr. com. 3 p. 399) iistaßoXag d' M%bi (ß ßlog). Eurip. Snpp. 331 
6 yuQ d'sbg Tcdvt avaargitpsi ndXiv. Vgl. Menand. monost. 57. 
489 rct ^VTixcc %&vxa iisxaßoXäg TtoXXccg ^%ei. Flaut. Cist. 
1, 3, 46 id sunt humana, nihU est perpetu^om honum. Cure. 189 
NuUi hommi est perpetuom honum, ^Also geht es in der Welt, 
der eine steigt, der andre föUt' (Düringsf. 11 n. 617). Vgl. 
fortuna 5. 1293. 

[6) Cic. parad. 1, 1, 8 Bias , , . Ego vero, inquM, facio, nam 
onmia mea porto meonm. ^Ebenso Valer. Max. 7, 2 exi 3. 
Senee. ep. 9, 18 und de constant. sap. 5, 6 legt den Ausspruch 
dem Stilpon bei'^), Phaedr. fab. 4, '22, 14 dem Simonides 
(v. 1 Homo doctus in se semper divUias habet). *Der Weise ist 
allein reich.' Menand. mohost. 404. Vgl« Varro sent. 34 Nemo 
suum putei, quod extra ipsum est,**) 

oneraria s. celox. 

onus 8. honos, 

opera s. mült^ 3. oleum 3. ' 1294. 

[l) Cic. de orai 2, 89, 364 quae cursim arripui, guae snbsi- 



*) Vgl. auch Flut, de tranquill, an. 17. de educ. puer. 8. 
**) Über die yolkstümliche Phrase omnia andere (experiri) s. 
Landgraf zu Cic. p. Bosc. Am. 9, 24. 



256 operculum — Opicus 

oivifl opetis, ut aiunt, nur in den Nebenstanden. Gell. 13, 
25 (24), 4 subsicivo et tumuUuario studio colo. LueiL fr. 
28, 31 M. (n. 566 Baehr.) Fraeterea haec suibsiciva, si guand^ 
voles, . . • ppera! Plin. n. h. praef. 18 suhsicivisgue iemporibus 
ista curamus u e, noctwrms.*) Ähnlich 1295. 

2) Hieron. ep. 34, 6 cum haec fartiviB, ut aiunt opens ... 
vdox notarii manas . . . signaret, in Standen, die man sich ge- 
wissermafsen abstiehlt, ep. 114, 1 lucrificis et, ut ita dkam, 
furtivis per noctem operis.y^*) 1296. 

[3) l'laat. Mil. glor. 137 Nosque opera oonsilioque adhorta- 
tnr, mit Bat and That. Fsead. 19 luv ah o aut re te aut opera 
aut consilio bono. (Capt. 429 experiri re et opera et faäis 
volo.) Trin. 189 quaeso, ut me opera et consilio iuves, Cic. ad 
Att. 7, 3, 7 Utemur . . . et opera et consüio tuo. 12, 36, 2 iUius 
nobis opera consüioque utendum pulo, 3, 1 1, 2 ^u fn^ . . . opera, 
consHio, gratia iuva. Caesar bei Cic. ad Att. 9, 6 A consüio, graiia, 
dignitate, ope omnium rerum uti and 9, 16, 3 ut tuis consüiis 
atgue opibus . . . tn omnibus rebus utar. Cic. de deor. nat. 3, 30, 74 
qpe consüioque tuo furtum aio factum esscl 

operculum s. patdla. 

opes 8. amicus 2. avarus 3. 

Opieus (Oscus). 1297. 

Cato bei Plin. n. h. 29, 14 Nos quoque diciitani harharos 
(sc. Graeci) et spurcius nos, quam aiios Opioos appellatione 
foedant, sie nennen ans roh and ungebildet. (Far. Bibac. Schol. 
laven. 8, 16 Osce senex , . .). Gell. 2, 21, 4 Quid . . . vos Opici 
dicitis mihi? 11, 16, 7 Tum üle Opicus . . . inquit 13, 9, 4 
nostri Opici. Auson. epigr. 79, 2 (128) Opicus matter. Apoll. 
Sidon. ep. 8, 3, 1 Opica translatio. Ironisch Hör. sat. 1, 6, 54 
Messi darum genus Osci. — Titinias v. 104Ribb. (Pest. p. 188 M.) 
Qui Obsce et Volsce fabulantur, nam Latine nesciunt luven. 
6, 465 Nee curanda viris Opicae castigat amicae Verba, 3, 207 
Et divina Opici rodebant carmina mures (die kein Verständnis 
für die Litteratur besitzen). Schol. iTtiTit^eiv Graeci dicttnt de 
iis qui imperite loquuntur. Aason. 16, 23, 3 (Seh.) Exesas iineis 
Opicasque evolvere Chartas, aralte, unverständliche Scharteken, 
ep. 4, 99 jE?^ quod non Opicae tegunt papyri. Philodem Anthol. 
Pal. 6, 132, 7 Et d' 'ÜTtiKri natg . . . xal oiic aöovaa xa Ikt7t(povg> 



*) Tempora subsiciva auch bei Cic. de leg. 1, 3, 9. 1, 4, 13. 
**) Plaut. Asin. 172 Par pari datum hostimentum est, opera pro 
pecunia ist wohl nicht, wie von vielen angenommen wird, ein Sprich- 
wort, sondern nur ein Bechtsgrundsatz: lustin. inst. lib. 3 tit. 26 §2 
Saepe opera cüicuius pro pecunia valet. Ganz verkehrt übersetzt Fflügl, 
die lat. Sprichw. bei Plaut, u. Ter. p. 37: Jeder Arbeiter ist seines 
Lohnes wert. Das müfste ja umgekehrt heifsen pecwnia pro opera* 






optare — Oi*cus 257 

Aristid. Quintil. de mus. 2 p. 72 avccia&rixot aal ßoßKrjiiaTmdEig^ 
&g Ol xe ns^l xr^v ^OntKlav. lo. Laur. de mens. 1, 13 p. 12R. 
AavQBvxict^ r^v tmu ^OnTtinriv q>a6iv ovofiaö^tivaC noxe^ 6§ rig Kai 
oitTtiKl^ELv %clI^ &g xb TtX^^og^ icpcpiKi^Biv xo ßagßaQl^eiv ^IxccXoi 
liyovaiv. . Die Opici erscheinen als die Vertreter der alten Zeit, 
mit deren Namen die Römer bezeichneten, was altmodisch, alt- 
fränkisch, ohne feinere Bildung und deshalb nicht mehr recht 
verständlich war, vorwiegend mit Bezug auf den sprachlichen 
Ausdruck. Vgl. Plato Euthyd. p. 287 B o^xag el KQovog^ so alt- 
fränkisch. Vgl, vetus. 

optare s. parens 2. 1298. 

Lucil. bei Non. p. 358, 10 (19, 7 M. n. 394Baehr.) Aurum 
vis? hominem en haheasf Hominem? quid ad aurum? Quare, ut 
dicimus, non video, hie quid magno opere optem, ich sehe 
nicht, was ich noch wünschen soll, d. h. ich verzichte darauf. 

oratio s. vultus. 1299. 

Ter. Heaut. 384 quäle ingenitun haberes, fuit indioio 
oratio. Cic. Tusc. Ö, 16, 47 Sic enim prvnceps ille philologiae 
(sG.Socrates) disserebat, qualis cuiusque animi adfectus esset, 
talem esse hominem; qualis autem homo ipse esset, talem 
esse eius orationem; orationi autem facta similia, f actis vitam. 
Senec. ep. 114, 1 Hoc quod audire vulgo soles, quod apud 
Graecos inproverhium cessit: Talis hominihus fuit oratio, 
qualis vitn. Quintil. 11, 1, 30 nee sine causa Graeci prodi- 
derunt, ut vivaf, gucmque etiam dicere. Cassiod. var. 6, 9 Specu- 
lum si quidem cordis hominum vcrha sunt. Ps.-Senec. de mor. 72/73 
Imago animi sermo est; qualis vir, talis oratio, Socrates bei 
loann. Siceliot. zu Hermog. rhet. gr. 6, 395 Walz: xat yaq 6 2(o- 
Kqaxie\g slto^si Xiysiv^ olog 6 ßCog^ xoiovxog aal 6 X6yog^ olog 
Xoyog^ xoiavxai xal ctt nqd^Big. Apost. 12, 42® Olog S xqo- 
nag, xoiovxog 8 Xoyog^ nebst Note. Plato republ. 3 p. 100 D. 
Menand. monost. 26 &vdQbg ^a^auxiiQ e» Xoyov yvcDQl^exai (fr. 
143 Kock). ^An der Rede erkennt man den Mann* (Düringsf. I 
n. 416). 'Wie der Mann, so die Rede' (Körte n. 5141). Schon 
Sirach 27, 8. 

orWs caelum 7. forum 2. urhs, 1300. 

Liv. 42, 42, 6 Circumagetur hie orbis, der Wind wird 
umschlagen, das Blatt wird sich wenden. Vgl. Cic. ad Att. 2, 
9, 1 orhis hie in republica est conversus, 2, 21, 2. 

Orcus. 1301. 

1) Apul. met. 6, 8 inter Orci oanoros*) iam ipsos ad- 
haesisti. 4, 20 iam faucihus ipsis hiantis Cerheri relucta- 
bant, sie waren schon im Rachen des Todes. 9, 9 iam in peculio 



*) Nach Hildebrand steht cancros hier für cancellos, 

Otto, Sprichwörter der Römer. 17 



258 Orestes 

Proserpinae et Orci familia numeratus, er war schon zur groföen 
Armee ausgehoben. Vgl. Apost. 1,29*^ 'l^tdov tc^goxtgj neqiiti- 
oi^g\ riyovv xBXivx7i<sr^q und dazu v. Leutsch. Diogen. 2, 43. 1302. 

2) Ter. Hec. 852 qui ah Orco mortuom me reducem in 
lucem feceris, 875. Apul. met. 7, 24 mediis Oroi manibns 
retraotus, dem Tode, aus dem Rachen des Todes entronnen. 
7y 7 mediis Orci faucibus ad hunc evasi modum. Amob. adv. 
nat. 2, 53 al) Orci faucibus, quemadmodum dicitur, vindicavi, 
Anthol. lat. 789, 5 B. rapuisti e faucibus OrcL Ebenso Liv. 9, 6, 3 
velut ab inferis extracti, einer grofsen Gefahr entgangen. Flor. 
1, 22, 23 (2, 6, 23) Fermissum est igitur respirare Bomanis et quasi 
ab inferis emergere. Vgl. Comel. Nep. Dion 10, 2 ut eum 
suo sanguine ab Ächerunte, si possent, cuperent redimere, S. in- 
feri 2. 1303. 

3) Flaut. Poen. 344 Quo die Orcns Ächerunte mor- 
tuos amiserit, wenn die Toten auferstehen werden, d. h. nie. 
Lucil. bei Lactant. 6, 14, 3 non Cameadem si ipsum Orcus re- 
mittat (1, 10 M. n. 38Baehr.). Sulpic. Sever. Martin. 26, 3 non 
si ipse, ut aiunt, ab inferis Homerus emergeret. Ähnlich Cic. 
Gatil. 2, 9, 20 ut, si salvi esse vetint, Sulla sit iis ab inferis 
excitandus*) 1304. 

4) Plaut. Pseud. 795 Quin . . . Orcus recipere ad se 
hunc noluity selbsb der Teufel mochte ihn nicht, er war ihm 
zu schlecht. Apul. met. 4, 7 Orci fastidium. Vgl. Grimm, 
Kinder- und Hausmärchen n. 81. 82 nebst den Anmerkungen 
dazu. 1305. 

5) Petron 45 nee illanx nisi Orcus delebit. 46 quod iUi 
auferre non possit nisi Orcus, was ihm nur der Tod rauben 
kann. Die Formel war wohl volkstümlich. 1306. 

6) Petron 62 miles tortis tamquam Orcus, wie der Teufel**), 
wie der Tod. Vgl. Cantic. cantic. 8, 6 Stark wie der Tod ist die 
Liebe. 

Orestes. i307. 

1) Sprichwörtlich war die Freundschaft zwischen Orestes 
und Pylades: Ov. trist. 1, 5, 21. 5, 4, 25. Stat. silv. 2, 6, 54. 
5, 2, 156. Mart. 6, 11, 1. 7, 24, 3 10, 11, 2. Auson. ep. 25, 65. 
Claudian 41, 18. 3, 107 u. ö. Cic. de fin. 2, 26, 84 Pyladea ami- 
citia. Apost. 13, 54 ovölv ^ÜQSOrrig TtQog rjfiäg Kai Uvlddrig. 1308. 

2) Cic. in Pison. 20, 47 Ego te . , , non tragico illo Oreste 

*) In der Sprache der Redner heifst ab inferis (mortuis) excitare, 
Verstorbene auftreten lassen, ihrer gedenken: Cic. de orat. 1, 57, 245. 
Brut, 93, 322. top. 10, 45. orat. 25, 85. Aqnil. Rom. de fig. sent. 3 
p. 23 H. 

**) Wörtlich zu verstehen und darum nicht sprichwörtlich sind 
folgende Plautasstellen : Trin. 525. Bacch. 368 Orci ianua. Capt. 283 
id Orcum scire oportet. 



Organum — '^os -259 

. . . dementiorem puiem? Vgl. Plaut. Capt. 562. Cic. Tusc 3, 
5, 11. Hör., sat. 2, 3, 137. Pers. 3, 118. Ein Logistoricus Varros 
führte den Titel Orestes de insania (p. 255 Eiese). Plato Alcib. TI 
p. 143. 

Organum. 1309. 

Quintil. 11, 3, 40 (pronunciatio) hdbens onrnes in se qui desi- 
derantur sonos intentionesque et toto, ut aiunt, organo instructa, 
eine Aussprache, der jeder Ton zu Gebote steht, die alle Eegister 
ziehen kann. 

oriri s. nasci 2. 

OS s. facies 1. flamma 6. 1310. 

[1) Über die stehende Verbindung os ooulique sind die 
Stellen gesammelt von E. Wölfflin, die allitt. Verb. d. lat. Spr. 
p. 72 f.] 1311. 

2) Cato bei Gell. 13, 18 (17), 1 Saepe audivi inter os et 
offam multa intervenire posse. Darauf sagt ApoUinaris vetus 
esse proverhium ^inter os et offam\ idem significans quod graecus 
nie TtaqoifiKodrig versus: nolkcc fisra^v Ttslsi^ Kvliaog nccl %el- 
Xeog aKQov (Zenob. 5, 71. Aiistot. TtoXtt. 2a^. fr. 523 R.). ^Von 
der Hand bis zum Mund verschüttet mancher ^ie Suppe' (Dü- 
ringsf. I n. 676). ^Zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebt der 
dunklen Mächte Hand.'*) S. manm 2. 1312. 

3) Plaut. Mil. glor. 110 Subliuit os Uli lenae, schmiert ihr 
Pappe ums Maul, schmeichelt sich bei ihr ein, täuscht sie. 153 Ita 
suUinetur os custodi mulieris. 468. Pseud. 719. Trin. 558. Capt. 
656. 783. Aulul. 668. Cure. 589. Epid. 429. 491. Merc. 485. 
604. 631. Symmach. ep. 1, 3, 2 5i 05 ohlitum mHii esse non sentio. 

4, 18, 1. Non. p. 45, 21 Suhlevit <^osy significat inlusit et pro 
ridiculo hahuit, fractum a genere ludi, quo dormientibus ora pin- 
guntur. Damit stimmen überein die Schilderungen bei Plaut. 
Poen. 1195 und Petron 22. Die Redensart war offenbar volks- 
tümlich. S. Lorenz zu Plaut. Mil. glor. 110. 1313. 

4) Ter. Andr. 96 tum Tino ore omnes omnia Bona dicere, 
Phorm. 624 amici omnes modo Uno ore auctores fuere, Cic. de 
amic. 23, 86 omnes uno ore consentiunt, Senec. ep. 81, 31 In 
tarda iudiciorum diversitate referendam hene merenfihus gratiam 
omnes tibi uno, quod aiunt, ore adfirmahunt, wie mit einem 
Munde, einstimmig. Curt. 10, 2, 18. Val. Max. 6, 4, ext. 1. 
Lactant. inst. 3, 7, 3 uno quasi ore praecipere. Amm. Marceil. 20, 

5, 8. Aristoph. Equ. 670 Ol S* i^ ivbg örofiaxog aitavtsg av- 
hqayov, Plato Polit. 2 p. 364 A TcdvxBg yccQ i^ svog azo^atog 
i^vovaiv. leg. 1 p. 634 E. 



*) S. Büchmann, Gefl. W." p. 420 f. 

17 



260 03 — Ovis 

OS (OSSis). 1314. 

Flaut. Aulul. 564 Quia ossa ac pellis totus est, nur noch 
Haut und Knochen. Capt. 135 Ossa atque pellis sum miser. 
Theoer. id. 4^ 15 Trivag ^iv öi] roi tag TCOQXiog avta XilstTttai 
Tiaozia, 2, 89 avT« 6b Xontd '*Oaxt IV rig xal SeQfia, Ahnlich 
TQ^X^g nai %iqctxa (Schol. zu Aristoph. Av. 901). 

Osculana pugna. 1315. 

Fest. p. 197 M. Osculana pngna in proverhio, quo signi- 
ficaiur victos vincere, quia in eadem et Välerius Laevinus, impe- 
rator Bomanus, a Pyrrho erat vietus, et hrevi eundetn regem Sid- 
picius . . . item imperator noster. eius rci meminit Titinius 
hoc modo: Haec quidem quasi Osculana pugna est, (hau) secus, Quia 
qui fuger e pölsi, hinc spolia cölligu/nt (v. 181 Eihb.). Gemeint 
ist, wie schon Turnebus erkannte, die Schlacht bei Asculum 
Apulum, wenngleich die von Festus angeführten Ereignisse 
mit der anderweitigen historischen Überlieferung (Liv. perioch. 13 
und 14. Justin 18, 1) nicht völlig übereinstimmen. In der Phan- 
tasie des Volkes waren nämlich die beiden Schlachten bei Heraklea 
und bei Asculum mit einander verschmolzen, der schliefsliche 
Sieg aber wurd^ den Römern zugeschrieben*), weil Pyrrhus trotz 
seiner Siege Italien zu verlassen sich gezwungen sah. Offenbar 
verbanden die Römer mit der pugna Osculana denselben Begiiff, 
der sich noch heute an einen Pyrrhussieg knüpft.**) Die Ver- 
änderung von Osculana in Asculana, wie sie Turnebus wollte, ist 
überflüssig, da nur eine dialektische Verschiedenheit der Aus- 
sprache vorliegt.***) — Die Griechen nannten einen solchen Sieg 
Kaöfiala vUri (Zenob. 4, 45. Greg. Cypr. 2, 77). 

osculum s. columba 2. 

Oscus s. Opicus. 

otium s. graecus 4. 

Ovis s. lupus 3. 4. 5. 1316. 

1) Plaut. Bacch. 1121 quis hasce ovis adegit? Mercat. 524 
Ovem tibi eccillam dabo. Pers. 173 Ovisf) si in ludum iret, 
potuisset iam fieri, ut probe litter as sciret. Vgl. Prop.2,16,8 
Et stolidum pleno vellere carpe pecus, schere das dumme 
Schaf.ff) Senec. de constant. sap. 17, 1 Chrysippus ait guendam 
indignatum, quod illum aliquis vervecem marinum dixerat. 



*) M. Hertz, Jahrb. f. Philol. Bd. 71 p. 335 bei der Besprechung 
des Progr. von L. Mercklin, de Osculana pugna commehtatio, Dorpat 1854. 
**) S. auch Büchmann, Gefl. W.^^ p 324. 
***} Äuscul, auf einer Münze bei Mionnet 1 supplem. 262. 
f) Ritschi, cucus. 
tt) Diogenes bei Diog. Laerfc. 7, 47 rbv nXovciov iciia&T] Jtqoßa- 
xov tJnt xqvco^nXlov. 



Ovum — paenula 261 

Macar. 6, 8 iicuQoteQog ngoßatov: inl tcov evrjd'&v xal atoyi- 
Gx(ov. Cratinus fr. 43Kock 6 d' iiUd'tog mansg TCQoßcttov. 1317. 

2) Ter. Ad. 534 tarn placidum quasi ovem reddo, fried- 
lich, gutmütig. Lactant. instit. 3, 26, 4 tarn placidum quam ovem 
reddam. Sulpic. Sever. dial. 2, 9, 4 ove placidior, — Apul. 
met. 7, 23 quovis vervece mitiorem efficere, geduldiger als ein 
Schaf. 8, 25 vervecem, non asinum vides. Philippides fr. 29 Kock 
(Mein. fr. com. 4 p. 476) '0 -tQccxvTatog ös övxotpdvtrig [iväg dvo 
Aaßüv a7cei6tv aqvlov {naXdKfhxeqog. — Vgl. Prop. 2,5, 20 etiam 
instanii laesa repugnat ovis, Publil. Syr. 178 Furor fit laesa sae- 
pius sapimtia. 

Ovum. 1318. 

1) Cic. Acad. pr. 2, 18, 57 Videsne ut.in proverhio sit ovo- 
rum int er se similitudo? ib. 17, 54 ^ sibi sint et ova ovorum 
et apes apium simillimae, Senec. apoc. 11 tarn similem sibi, 
quam ovo ovum. Quintil. 5, 11, 30 ut illud: non ovum tam 
simüe ovo. Sie sehen sich gleich, wie ein Ei dem andern. 1319. 

2) Qor. sat. 1, 3, 6 si collibuisset, ab ovo Usque ad mala 
citarä, vom Anfang der Mahlzeit bis zum Ende. Ähnlich Cic. 
ad fam. 9, 20, 1 integrum famem ad ovum adfero, itague usque 
ad assum vitulinum opera perducitur, — Noch nicht sprich- 
wörtlich ist Hör. a. p. 147 Nee gemino bellum Troianum orditur 
ah ovo (sc. Ledae)^ dafs dies jedoch' in späterer Zeit zu einer 
gangbaren und auch in weiterer Bedeutung gebrauchten Formel 
wurde, zeigt Atil. Fortun. p. 278 K. quare necessario altius et ab 
ovo mihi, quod aiunt, repetenda res est, vom ersten An- 
fange an. 

P 

pabulum s. Acheron, 
Pacidianus s. Äeseminus. 

PactoluS. 1320. 

Dieser Flufs war im Altertum wegen des Goldes, das er 
führte, berühmt und daher bei Dichtern ein Symbol des Reich - 
tams: Hör. epod. 15, 20 Tiblque Pactolus fluat. Tibull 3, 3, 29 
Nee me regna iuvant nee Lydius aurifer amnis, Prop. (1, 
6, 32.) 1, 14, 11 Tum mihi PactoU veniunt sub tecta liquores, 3, 
18, 28 Croesum aut PactoU quas parit humor opes. Senec. 
Phoen. 604. Oedip. 467. luven. 14, 298 non suffecerat aurum, 
Quod Tagus et rutila volvit Pactolus harena. Varro bei Non. 
p. 243, 18 Non hos Pactolus aureas undas agens Erlpiet um- 
quam e miseriis (p. 154 R. n. 234 B.). Vgl. Croesus. Tagus. 

paenula. 1321. 

Cic. ad Att. 13, 33, 4 sed ego ita egi, ut non scinderem 



262 Palamedes — pallium 

paehulam, ich habe ihnen den Rock nicht zerrissen, d. b. sie 
nicht zum Bleiben genötigt, ibid. horum ego vix attigi paenu- 
lam, habe sie kaum gebeten zu bleiben. Die Redensart war 
volkstümlich.*) 

Palamedes. 1322. 

Apul. de mag. 81 Quis Palamedes, quis Sisyphus? welcher 
schlaue Mensch? 

palinodia« 1323. 

Amm. Marcell. 18, 5, 4 Fdlatina coJiors palinpdiam in exi- 
iwm ooncinens nostrum, Hieron ep. 102, 1 hortaris me ut Ttct- 
kivmdiav . . . canam et imiter Stesichorum, Augusün bei 
Hieron. ep. 67, 7 et naXtvmdiav y ut dicitur, canere, Macrob. 
sat. 7, 5, 4 Nee ahnego potuisse me quoque tamqiiam palinodiam 
canere. Eine Anspielung darauf bei Hör. carm. 1, 16, 26 dum 
mihi Fias recantatis amica Oppröbriis animumque reddas. Vgl. 
Cic. ad Att. 2, 9, 1 exspecta divinam TtaXtvcoölav. 4, 5, 1. 7, 7, 1. 
Macar. 7, 81 2xri(sC%OQog nakivcodlav Söei: im rS>v /leta- 
ßaXXoiiivcDv ijtl totg ßsXrloiSiv und dazu v. Leutsch. Das Sprich- 
wort ist anwendbar auf den, der zur besseren Einsicht gekommen 
ist und seine frühere Ansicht zurücknimmt und widerruft. 

Pallas s. Minerva 4. 

pallium s. barha Note. 1324. 

1) Plaut. Trin. 1154 Tiinioa propior pallio est, Mas Hemd 
ist mir näher als der Rock' (Düringsf. II n. 139). Gleich- 
bedeutend ist das griechische yovv Kvrifirig iyyiov (Zenob. 
3, 2). 1325. 

2) Plaut. Baccb. 434 Fierct corium tarn maculosum, quam 
est nutriois pallium, von jemand, der eine tüchtige Tracht Prügel 
bekommen soll. Ob aber wirklich sprichwörtlich? 1326. 

3) Caecilius v. 266Ribb. (Cic. Tusc. 3, 23, 56) Saepe est 
etiam &ub palliolo sordido sapientia. Die Sentenz könnte ein 
Sprichwort enthalten. Vgl. Plaut. Capt. 165 Ut saepe summa 
ingenia in occulto latent! ^Ein biederes Herz kann auch unter 
einem groben Kittel schlagen' (Düringsf. II n. 297).**) 



*) Eine ähnliche Metapher (ob sprichwörtlich ?) Cic. de orat. 3, 
28, 110 Nam illud alterum genus, quod est temporibus, locis, rebus de- 
finitum, obtinent atque id ipsum lacinia, nur beim Zipfel, mit ge- 
nauer Not. Doch vielleicht blofs Nachahmung aus Plaut. Asin 3,2,41. 
**) Aus Quintil. 12, 10, 21 semper manum intra pallium con- 
tinentes konstruiert man ein Sprichwort manum intra pallium con- 
tinere (so noch Georges). Mit Unrecht. Gemeint sind die Redner, 
welche nach alter Sitte die Hand im Gewände halten und sie nicht 
zu lebhafter Gestikulation verwenden. — Auch TertulL de pall. 6 u 6 
a toga ad pallium rechnet man wohl nicht mit Grund zu den pro- 
verbiellen Verbindungen. Nach ßheuanus: admirantis vulgi dicteriuin 
de potentionbus ad Ghristianam religionem transgressis. 



palpum — papilio 263 

[palpum. 1327. 

Plaut. Pseud. 945 mi obtrudere non potis palpum, ich lasse 
mir nicht schmeicheln (hätscheln). Vgl. Amphitr. Ö26 timidam 
palpo percutit Mercat. 153 Palpo percutis, du. schmeichelst 
mir blofs. Körte n. 3405 führt als sprichwörtliche Redensart an 
Men falben Hengst streicheln', d. h. heucheln, schmeicheln.] 

palumbes. 1328. 

1) Plaut. PocD. 676 Nos tibi palumbem ad aream usque 
adduxinms, wir haben dir immer Vorteile verschafft, Gelegen- 
heit zum Gewinn gegeben. Vom Vogelfange. 1329. 

[2) Plaut. Bacch. 51 Duae <[nie^ unnm expetitis palum- 
bem, ihr wollt mich beide zum Liebhaber. Doch ist hier weder 
die Lesart sicher (Goetz streicht nach C. F. W. Mtlller duae unum)^ 
noch ist es wahrscheinlich, dafs der Satz sprichwörtlich sei.] 1330. 

3) Pompon. v. 41 ßibb. (Non. p. 219, 8) Quöm palumbem 
ex öre toUit ünum. Nach Ribbecks Vermutung gehört das 
Fragment zu einem Sprichworte, welches vollständig etwa ge- 
lautet habe: Während man eine Taube, die man schon besitzt, 
nicht beachtet, um zehn andere zu fangen, fliegt auch diese davon. 

palus s. clavus 2. paries 4. 1331. 

Plaut. Eud. 1290 quasi palo peotus tundit, das Herz 
pocht mir wie ein Hammer (vor Aufregung). 

pancratice s. aihletice, 

panls s. lapis 5. sal 1. 1332. 

1) Petron 69 taoe lingua, dabo panem, sei still! Einem 
Hunde giebt man wohl ein Stück Brot, um ihm den Mund zu 
stopfen. 1333. 

2) Petron 37 noluisses de manu illius panem aocipere, 
kein Hund möchte von ihm ein Stück Brot nehmen. Petron 62 
nee postea cum illo panem gustare potui, non si me occi- 
disses, du hättest mich totschlagen können, ich hätte es nicht 
über mich gebracht, auch. nur einen Bissen Brot mit ihm zu 
essen.*) Diphil. fr. 91 Kock (fab. ine. 6 Mein.) IlaQ* ^g wv aQxov 
^ Kvmv ov ka(ißdvei. Vgl. Alexis fr. 73 Kock oids Qoav yXvTistav 
£>c TTig ös^tag öi^aiv^ av ctit&v. Damit läfst sich vergleichen Cato 
bei Gell. 1, 15, 10 frusto panis conduci potest, vel uti taccaf, 
vel uti loquatur. S. Suringar, Erasmus p. 144. 1334. 

3) Petron 46 habet haec res panem, verhilft zum Brot, 
läfst nicht verderben. 

papayer s. formica 3. homo 7. 
papilio s. leo 7. 



*) Kein 'Bissen' Brot heifst bei Petron 42 non mica panis, 
44 non bucca panis. Vgl. Plaut. Stich. 558 denegavit dare sc gra- 
num tritici. 



264 Papiria — par 

Papiria s. vapulare, 

papula s. tdcus 2. 

par. 1335. 

1) Cic. de sen. 3, 7 pares autcm vetcre proverlio cum 
paribuB faoillime congregantur (citiert von Quintil. 5, 11, 41). 
Amm. Marceil. 28, 1, 53 t(t solent pares facile congregari cum 
paribus. Macrob. 7, 7, 12 Similibus enim similia gaudent 
Augustin de spir. et an. 14. Porphyr, zu Hör. ep. 1, 18, 89 ostendit 
similem similibus delectari. Cassiod. Var. 1, 4 ut se pares animi 
solent semper eligere. Isidor synon. 2, 44 similes enim si- 
milibus coniungi solent*) Vgl. Liv. 1, 46, 7 cofitraxit cek- 
riter similiiudo cos, ut fere fit malum malo aptissimum, Hom. 
Od. 17, 218 *ilg &b\ xov Sfiotov ayei ^sbg ag röv o^otov. 
Plato sympos. 18, 3 p. 195 B. 5 naXcctbg Xoyog ev e%£i.^ o)g 
SiioLov SiiOLG) &el TtsXd^si. Gorg. p. 510B. Diogen. 5, 16. Apost. 
12, 68. — Ter. Heaut. 419 Nos quoque senes est aequom seni- 
bus obsequi erinnert an die griechische vollständigere Form 
7]Xi'^ rjXiTia tignsi^ yeQOVTu de ysQcov (Diogen. 5, 16). ^Gleicb 
und gleich gesellt sich gern' (Dtiringsf. I n. 601). Vgl. Cic. de 
amic. 27, 101. 1336. 

2) Gurt. 7, 8, 27 Firmissima est inter pares amicitia. 
Minuc. Fei. Oct. 4, 6 quippe cum amicitia pares semper aut 
accipiat aut faciat. Diogen. Vindob. 2, 94 laorrig q)iX6trig 
(== Greg. Cypr. 2, 70). Jamblich vit. Pythag. 39. ^Gleich zu 
gleich giebt gute Freundschaft.' Zur Sache s. Cic. de amic. 20, 74. 
27, 101. Plin. ep. 4, 15, 2. 1337. 

3) Ter. Eun. 445 Par pro pari referto. Gleiches mit 
Gleichem. Ad. 73 Studet par referre. Hieron. ep. 45, 5 paf 
pari refertur. adv. lovin. 13 (col. 705 Vall.) par pari referam. 
Vgl. Plaut. Asin. 172 Par pari datum hostimentum est, Herod. 
1, 18 tö o(iotov oLvxctTtodidovxeg ixificoQBov. — Wenn Rede 
und Gegenrede sich entsprechen, heifst es par pari respondere: 
Plaut. Merc. 629 ut par pari respondeas. Truc. 939 Par pa^^ 
respondet. Pers. 223 Par pari respondes diclo. Ter. Phorrn. 213 
verbum verbo, par pari ut respondeas, Cic. ad Att. 6, 1, 22 Bah(S 
ad omnia . . . paria paribus respondimus, ad Att. 16, 7, 6 ui 



papia papae« 

So lautete der Titel einer Satire Varros (p. 183 R.), den Bücheier 
für sprichwörtlich ansieht. Mommsen übersetzt: Papperlapapp. Allein 
es ist ein Ausruf der Verwunderung (Charis. p. 239 K.). Griech. itaTcaf' 
S. Luc. Müller, Index Kon. p. 398. 



*) Vgl Hör. ep. 1, 5, 25 ut coeat par lungaturque pari. 



parare — paries 265 

sU, unde par pari respondeatur.*) Die griechische Parallele ist 
t%og TtQog ijtog rjQeiöofisd'a (tovrianv avTeßdXo^iev^ i<piXovs^Kov^£v 
Append. prov. 2, 83). Aristoph. Nub. 1375 "Etto? TCQog iTtog rjQei- 
66iis(5&ce, ein Wort gab das andere. ^Gleiches mit Gleichem' (Dü- 
ringsf. I n. 603). 

parare s. parere. 

paratus s. pranstAS. 

parens s. noverca 3. 1338. 

[1) Senec. de brevit. vit. 15, 3 Solemus dicere, non fuisse 
in nostra potestate, quos sortiremur parentes, forte nohis 
daios. Nur ein häufig gehörter Gedanke.] 1339. 

[2) Senec. ep. 31, 5 Nort^ est ergo, quod ex illo vetere 
(votoy parentum tuorum eligas, quid contingere tibi velis, 
quid optes. Die Eltern erbeten für die Kinder so viel Gutes, 
als diese selbst sich wünschen.] 1340. 

[3) Ter. Ad. 28 Profecto hoc vere dicuni: si absis uspiam 
Atque ibi si cesses, evenire ea satius est, Quae in te uxor 
dicit, et quae in animo cogitat Irata, quam illa, quae parentes 
propitii. Die besorgten Eltern fürchten für ihre Kinder immer 
Schlimmeres, als die erzürnte Gattin dem Manne anwünscht. 
Auch hier scheint nur der Gedanke, nicht die Form im Munde 
des Volkes gewesen zu sein.] 

parere s. male 1. mulus 2. 1341. 

Ov. art. am. 2, 13 Neo minor est virtns quam quaerere, 
parta tueri. Sali. lug. 31, 17 atque eo veJiementius, quo maius 
dedecus est, parta amittere, quam omnino non paravisse. 
Liv. 37, 35, 6 et parari singula acquirendo facilius potuisse, quam 
universa teneri posse, 37, 54, 16 Q^ae parare et quaerere arduum 
fuit, nescio an teneri difficilius sit. Gurt. 4, 11, 9 Facilius est 
quaedam vincere, quam tueri. Claudian de cons. Stilich. 
2, 326 Plus est servasse repertum. Quam quaesisse novum. De- 
mosth. Olynth. 1, 23 öiotcsq itoXXd'nig doKst t6 (pvXd^ai 
taycc^a xov xrrjöaa&ai %ccXs7tcoreQov slvai. ^Erhalten ist 
so künstlich (löblich), als erwerben' (Körte n. 1461). 

partes s. incendium 4. 1342. 

1) Curius bei Cic. ad fam. 7, 29, 2 noli hanc epistulam At- 
tico ostendere; sine cum errare et putare me virum honum esse nee 
solere duo parietes de eadem fldelia dealbare. Petron 39 
qui utrosque parietes linunt.**) Append. prov. 2, 2 ovo xoi- 

*) Anders Cic. de nat. deor. 1, 19, 50 ut omnia omnibus, paribus 
paria respondeant. Top. 43 par pari refertur. Fronto p. 232 N. par 
pari resistebat. (Mehr im Archiv für lat. Lexikogr. B p. 172 f.) 

**) Der Unterschied, welcher zwischen diesen beiden Stellen ge- 
macht wird, ist nicht vorbanden. Keinesfalls heifst duo parietes de- 
albare ^zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen'. 



266 parra — parsimonia 

Xovg als£g>eiv: inl r&v i7ta(ig>ou^t^6vT€av nai dicc (ii(fov i&qovv- 
xfav iv (uiiatg 1} fpikUttg* ^Schwarz und weifs aas einem Tiegel 
malen' (Körte n. 7601). Vgl. seüa*) 1343. 

2) Hör. ep. 1, 18, 84 Nam tna res agitnr, paries cnin 
proximus ardet. ^£s geht dich auch aD, wenn des Nachbars 
Haus brennt* (Düringöf. II n. 127). Porphyr.: senterUia per alle- 
goriam denwnstrans vicinorum periculum nostrum esse. Vgl Liv. 
7, 30, 12 cum videremus finitimum populum . . . päi et uhi con- 
flagrassent Sidicini ad nos iraiedurum illud incendium esse. 1344. 

3) Spart, vit. Hadr. 23, 14 quem (sc. Commodum Verum) cum 
minus sanum vlderet (Hadrianus), saepisskne dictitavit: in cadu- 
cum parietem nos inclinavimus. Ael. Ver. 6 si quidem satis 
in caducum parietem inolinaviiniLS, wir haben uns an eine 
banföUige Wand gelehnt, d. h. auf etwas gebaut, worauf kein 
Verlafs war. Eustath. p. 1021, 14 führt das Sprichwort an: hl 
xbv IV ixovra rotxov ^inuv (Aristoph. Ran. 536). 1346. 

4) Plaut. Mil. glor. 1140 Quia enim non sum dignus prae 
te ut figam palnm in parietem, ich bin nicht wert, einen 
Nagel in die Wand zu schlagen, d. h. ich tauge nichts, verstehe 
nichts im Vergleich zu dir. Vgl. matula 3. 1346, 

5) Cic. ad fam. 6, 3, 3 Sed in ea es urbe, in qua haec vel 
plura et ornatiora parietes ipsi loqui posse videantnr, wo dies 
die Wände selbst predigen könnten. 1347. 

6) Hieron. ep. 117, 1 ipsique parietes in me maledicto 
resonaverunt, die Wände hallten wieder. 1348. 

7) Amm. MarcelL 14, 1, 7 ideoque etiam parietes arca- 
norum soli oonscii timebantur. Hieron. comment. in eccle- 
siast. 10 (III coL llOOMigne) quo modo solemus dicere, etiani 
ipsos parietes, quibus consciis loquimur, quae audiverint, non 
celaturos, die Wände werden es ausplaadem. (^Die Wände 
haben Ohren.')**) 

parra« i349. 

Petron 43 inter initia malam parram pilavit, er hatte 
Unglück. Die Schleiereule galt als böses Omen (Hör. carm. 
3, 27, 1). 

parsimonla s. fundus 2. i350. 

Cic. parad. 6, 3, 49 non intellegwnt homines, quam magnnn^ 
vectigal sit parsimonia. Senec. monit. 22 Et facillimum vec- 
tigal est et honestissimum parsimonia. ^Sparen ißt ver- 
dienen' (Düringsf. II n. 372). 

% 

*) Eine Zusammenstellung ähnlicher Redensarten bei Wander, 
Sprichwörterlexikon III s. y. Mantel n. 65. 

**) Auch Cic. ad fam. 4, 14, 3 nihil mihi intra parietes meos 
tutuvf, ich bin in meinen vier Wänden nicht sicher, ist augenschein- 
lich volkstümlich. 



Parthus — patella 267 

Parthns. 1351. 

Plin. n. b. 14, 148 Scitum est Scytharum legati, qnanto plus 
biberint, tanto magis sitire Farthos beruht wohl auf sprich- 
wörtlicher Grundlage. Wir sagen: *Der Appetit kommt beim 
Essen/ 'Ein Trunk fordert den andern' (Dtiringsf. I n. 807).*) 

partüS 8. male 1. 

paryus s. magnus 1. nihil 3. 

passer. 1352. 

1) Cic. de lin. 2, 23, 75 voluptas, quae passeribus nota 
est Omnibus, a nobis intellegi non potest? Varro bei Non. p. 79, 14 
Telum**\ bipinnis ut levis passerculus (p. 164 R. n. 274 B.). 
Priap. 26, 5 Vemis passeribus salaciores. Über die Geilheit 
der Spatzen s. Plin. n. h. 10, 52. 54. 18, 45. 10, 49. luven. 
9, 54. Fest. p. 313 M. Hesych: SvQov&og. 6 7ic(ra(pe^g nccl 
Xdyvog. 1353. 

2) Pomponius v. 177 Ribb. (Non. p. 112, 5) Eis tele ob- 
iecies frustatim pässerintun prdndium? Vgl. formica. 

pastor. 1354. 

Suet. Tib. 32 Fraesidibus onerandas tributo provincias sua- 
dentibus rescripsit (sc. Tiberius), boni pastoris esse, tondere »y 
pecns, non deglubere. Der Ausspruch, welchen auch Oros. 
7, 4, Cass. Dio 57, 10 und Suidas s. v. Tißiqioq anführen, war 
sprichwörtlich geworden, wie die Mantissa proverb. 3, 16 zeigt: 
Tov TcoKov nsQtKslQBö^at ßovXofiai z&v itQoßdtcovj &Xl^ oi ^vQ&o&ai 
Svdfiev&g &XQig ijtiSsQfilöog: Tiß^qlov ßaaiXicog ^PoofiaCcov a^Tt} tj 
nciQoifiCa. Xiysrat dh inl r&v ßccQsayg q>oQoXoyovvro!)v. Ahnlich 
lautete schon ein Ausspruch Alexanders: Kai KrinoDgbv iivcm tbv 
£x ^tj©v iKxi^vovxa xa Xa%ava (Apost. 9, 24^ ^Aki^avSqog eine 
tovxo Ttgbg zbv öVfißovXßvovxa Xaiißdveiv tiXri jtXeCova in tcov 7t6- 
Xmv), ^Man mufs die Schafe scheren und nicht rupfen' (Dti- 
ringsf. II n. 292). *Ein guter Hirt schert seine Schafe, ein übler 
zieht ihnen das Fell ab' (Dtiringsf. I n. 657). 

patella. 1355. 

Hieron. ep. 7, 5 Acoessit huic patellae, iuxta tritum po- 
puli sermone proverbium, digniun opereulum. ep. 127, 9 
Invenitque protinus patella opereulum et Eomanae fidei pu- 
rissimum fontem lutosa caeno permiscuere vestigia, adv. Ruf. 3, 24 
(col. 559 Vall.) quod tuum quasi opereulum venenatae patellae 
imponeres. Die griechische Form e^Qev 'fi Xonag t6 tcw/ü« 
ist erhalten als Titel einer Varronischen Satire (p. 135 R.) * Jeder 
Topf findet seinen Deckel' (Dtiringsf. II n. 466). 'Kein Topf 



*) Hör. ep. 2, 1, 112 Invenior Parthis mendacior scheint ein 
blofser Vergleich. Vgl. Senec. Oedip. 119 terga fallacis metuenda Parthi. 
**) ßucheler Delumbi' pennis. 



268 pater — paupertas 

ist so schief, er findet seinen Deckel' (Düringsf. II n. 468), d. b. 
jeder Schlechte findet einen Gesinnungsgenossen und Helfers- 
. helfen*) 

pater s. scurra, 

pati 8. ferre 2, 

patientia s. ferre 2. 

patrla« i356. 

Pacuvius bei Cic. Tnsc. 5, 37, 108 Itaque ad omnem ra- 
tionem Teucri vox accomodari potest: Patria est ubioumque 
est bene (Ribb. trag. ine. v. 92). Senec. de remed. fort. 8, 1 
nuUa terra exilium est, sed altera patria. 8, 2 patria est, uimm- 
que est hene. Ps.- Senec. de mor. 43 Patria est, vbicumque hme 
est. Cato monost. 31 Terra omnis patria est, qua nascimur 
et tumulamur. Die Quelle ist griechisch: Aristoph. Plut.ll 51 
naTQig ydq iöri Ttcia^ iv av TtQdxtrj xiq ev. Eurip. fr. 777 N. 
Menand. monost. 716 reo yccQ KccX&g itqa&aovxi TC&aa yfi icat^i; 
(fr. trag, adesp. 318 N.). Zenob. ö, 74 n&aa yfj naxqlq, Macar. 
6, 45. ^Wo es mir wohlgeht, da ist mein Vaterland' (Dü- 
ringsf. II n. 525). — Ov. fast. 1, 493 Omne solum forti pa- 
tria est. Curt. 6, 4, 13 patriam esse, ubicumque vir fortis sedem 
sibi elegerit Vgl. Vavron. sent. 36 Vir bonus, qttocumque it, pa- 
triam suam secum fert; omnia sua animus eius custodit. Eurip. 
fr. 1047 K (= Apost. 3, 59^) anaßa de x^&v «vtf^ji ysvvaia 
TtatQlg. Demokrit bei Stob. flor. 40, 7 IAvöqI aog>m näöa yri 
ßccxri" '^vyrig yccQ aya&7]g Ttaxglg 6 ^vfiTtag %66(iog. /Biedermanns 
Erbe liegt in allen Landen' (Körte n. 782). ^AUe Land sind 
des Weisen Vaterland^ (Körte n. 4614). 

patruus. 1357. 

Cic. p. Cael. 11, 25 fuit in hac causa perfristis quidam censor, 
patruus, ein strenger Sittenrichter. Hör. carm. 3, 12, 3 we- 
iuentes Patruae v erber a linguae. sat. 2, 2, 96 adde Iratum 
patruum, Manil. 5, 454 Tutorisve supercilium patruive ri- 
gorem, Pers. 1, 11 Cum sapimus patruos. Aus dieser sprich- 
wörtlichen Strenge der Oheime, die übrigens in ihrer Stellung 
als Vormünder begründet ist**), erklärt sich auch Hör. sat. 2, 3, 88 
ne sis patruus mihi, bevormunde mich nicht. Vgl. -Sueton 
Nero 37 tristior et paedagogi vultus. , S. tutor, 

pauci s. aequus 2. homo 10. 

paupertas. i358. 

1) Plaut. Stich. 178 Nam illa (sc. paupertas) artis omniß 



*) Georges: Gleiche Brüder, gleiche Kappen. 
**) Die tutela hatten die patrui schon nach dem Zwölftafelgesetze 
Cod. lustin. 1 tit. 15) — 0. Jahn zu Pers. 1, 11 denkt an die Ko- 
mödie, 



pavo — pectus 269 

perdocet. Publil. Syr. 210 Hominem experiri mülta paupertas 
iiihet, Apul. de mag. 18 pauperias . . . omnium artium repertrix. 
Vgl. Ov. art. am. 2, 43 Ingenium mala saepe movent. Vgl. Manil. 
1, 78 lahor Ingenium miseris dedit*) Zenob. 5, 72 tibvIcc öe 
öofplav naxs (= Eurip. fr. 641 N.). Theoer. id. 21, 1 a ^f 
TtBviccj Jiotpavvs^ fiova Tccg ti^vag iyslqst, ^Not lehrt Künste' 
(Düringsf. II n. 194). 'Not lehrt geigen.' S. fames 2. 1359. 

2) Columella 12, 2, 3 Nam vetus est proverhium pauper- 
tatem oertissimain esse, cum alieuius indigeas, uti eo non 
posse, quia ignoraretur, ubi proieetum iaoeat, guod desidera- 
retur nach Xenoph. Oecon. 8, 2 "Eöti fiiv yccQ itevlci adtf} öagyr^g^ 
rö ösoiievov xivog fiii i%Biv ^^^^jO-oft* akvTtoxiQa öh aöt?/ "fj evösta xb 
trixovvxd XI fiii Svvaö^ai kaßetv i) u. s. w. 1860. 

3) Priscian praeexerc. p. 432, 33 K. hortans vero (sc. sen- 
tentid)^ ut in illo: Oportet pauperiem fagientem etiam latissi- 
mum pontum penetrare et ad scopulos adpUcare praecipites, um 
der Armut zu entgehen, darf man Milhsalen und Gefahren nicht 
scheuen (doch wird der Satz nur als sententia angeführt). Vgl. 
luna, 1361. 

4) Cic. de sen. 5, 14 Ua ferebat (Ennius) duo, quae maxiina 
puiantur onera, paupertatem et seneotatem, ut eis paene 
delectari videretur, Menand. monost. 461 nBvlav cpiqeiv %a\ 
yriqag iöxi dvöHoXov. Vgl. Diogenes bei Diog. Laert. 6, 51 
iQcaxrid'elg xi a&hov iv ßm^ itpri: yiqiov anoQog. * Armut und 
Alter sind zwei schwere Bürden' (Körte n. 375). Vgl. Aetna 1. 

paTO« 1362. 

Ov. met. 13, 802 Laudato pavone snperbior, stolzer als 
ein Pfau. Vgl. Prop. 2, 18, 59 pavonis caudae flahella superhi. 
Ov. art. am. 1, 627. Mart. 14, 67, 2. 

pax s. Mlum 1. 2. 1363. 

Liy. 30, 30, 19 Melior tutiorque est oerta pax, quam 
sperata viotoria. ^Besser gewisser Friede, als ungewisser Sieg' 
(Körte n. 1975). 

paxillus s. cribrum 1. 

peecare s. hämo 2. i364. 

Petron 45 sed sibi quisque pecoat, jeder fehlt für sich, 
d. b. jeder hat die Strafe seines Vergehens, den Schaden und 
die Schande selbst zu tragen.**) 

pectus s. palus 1. 1365. 

1) Quintil. 10, 7, 15 pectus est enim, quod disertos faoit, 

*) Vgl. auch Hör. ep. 2, 2, 61 pauperias impuUt audax, Ut versus 
facerem, 

**) Publil. Syr. 633 Ubi peccat aetas maior, male discit 
minor entppricht etwa unserem: 'Wie die Alten sungen, ao zwitschern 
die Jungen'. 



270 pecunia 

Sinn und Verstand ist's, was den Redner macht. Bafs diesem Satze 
doch wohl eine sprichwörtliche Färbung anhaftet, scheint sich 
za ergeben aus Petron 75 corcillum est, quod homines facti, 
die Gesinnung ist's, die den Menschen macht. Vgl. Plaut. Trin. 90 
Quoi pectus sapiaf, ein Mann von Kopf und Herz, der das 
Herz auf dem rechten Fleck hat. — Das Gegenteil ist homo 
sine pectore bei Hör. ep. 1, 4, 6 Non tu corpus eras sine 
pecfore. Ov. her. 13, 290 rudis et sine pectore mües, 15,305 
homines sine pectore. Das Herz gilt de;i Alten als Sitz des 
Verstandes. 1366. 

•2) Cic. de amic. 26, 97 in qua nisi, ut diciiur, apertnm 
peotus Videos tuumque ostendas, nil fidum . . . hdbeas, Senec. 
ep. 59, 9 nee apertis pectorihus haurimus. Plin. ep. 6, 12, 3 
Epistularum, quas mihi, ut ais, aperto pectore scripsisti, mit 
offenem Herzen, in unverhüllter Gesinnung. Macar. 1, 65 axovf 
t&7ib KaQÖlag. 1367. 

[3) Amm. Marcell. 17, 5, 9 His litteris diu libratis recto 
pectore, quod dicitur, considerateque responsum cst^ 1368. 

4) Cic. Tusc. 2, 24, 58 Ad ferendum igitur dolorem placide 
atque sedate plurimum proficit tote pectore, ut dicitur, cogiiare, 
quam id honestum sit, Tusc. 4, 22, 49 ut ipsum Hectorem toto 
pectore trementum , . . paeniteret. de leg. 1, 18, 49 5« non ipse amicus 
per se amatur toto pectore, ut dicitur (vgl. Serv. zu Verg. Aen. 
9, 274). ad Att. 12, 35, 2 ut hanc cogitationem toto pedorc am- 
plectare. 13, 12, 4 toto pectore cogitemus, im ganzen Ernst ad 
famil. 10, 10, 2 incumhe toto pectore ad laudem. Verg. Aen. 
9, 276 iam pectore toto Äccipio. Servius: omni adfectu. [Et est de 
proverhioj. Ov. fast. 6, 464 Nee populum toto pectore fesia iu- 
vant. Senec. ep. 3, 2 toto illum pectore admitte, Tac. dial. de 
orat. 28 toto statim pedoi-e arriperet artes honesta^. 

pecunia s. aurum 6. pes 14. virtus 3. 1369. 

1) Hör. ep. 1, 10, 47 Imperat aut servit collecta pecunia 
cuique. Senec. de vit. beat. 26, 1 divitiae enim apud sapientem 
virum in Servitute sunt, apud stultum in imperio. Ps.-Senec. de 
mor. 58 Pecuniae imperare oportet, non servire. 0. Eibb. fr. com. 
append. sent. 46. Vgl. Publil. Syr. 73 Bona K^emper^ imperante 
animo peeu/nia est (Lesart unsicher). *Das Geld ist ein guter 
Diener, aber ein schlimmer Herr.' *Man mufs dem Gelde ge- 
bieten, nicht gehorchen' (Diiringsf. I n. 567).*) 



*) Her. c. 3, 16, 17 Crescentem sequitur cura pecuniam Ma- 
iorumque fames. Ov. fast. 1, 211 Creverunt et opes et opum furhsa 
cupido, Et cum possideant plurima, plura petunt. luv. 14, 189 CrescU 
amor nummi, quantum ipsa pecunia crevit. Senec. de benef. 2^ 27, 3 
et maiora cupimus, quo maiora venerunt, Justia 6, 1. ^Je mehr mafl 
hat, desto mehr will man haben' (Luther). Düringsf. I n. 809. — Auch 



i 



pecus — Pelias 271 

, 2) Plaut. Capt. 472 quihus sunt verba sine penu [1370. 
et pecnnia, nur Worte, kein Geldeswert * Worte sind keine 
Thaler' (Düringsf. II n. 717). 

pecus s. hestia 1, 2. pastor, 1371. 

Liv. 40, 27, 12 pecorum modo fugientes, die das Hasen- 
panier ergriffen,*) 

pedes s. egues. 

[pedetemptim. 1372. 

Quintil. 5, 7, 20 paulMum et, ut dicitur, pedetemptim 
interrogando experietur ist wohl rein metaphorisch.] . 

peduClttS. 1373. 

Petron 57 in alio peduolum vides, in te rioinum non 
vides, den Splitter in des anderen Auge siehst du, den Balken 
in deinem . eigenen siehst du nicht. Vgl. alienus 2. 

Pegasus. 1374. 

CatuU 55, 24 Non si Fegaseo ferar volatu. Cic. p. Quint. 
26, 80 hominem fortwnatum, qui eiusmodi nuntios, seu potius 
Pegasos häbeatf Prop. 2, 30, 3 Non si Fegaseo vecteris in aere 
dorso. Hör. carm. 1, 27, 24. Ov. ex Pont. 4, 7, 52 Ante citos 
quantum Pegasus ibat equos. Senec. Troad. 385 aetas Fegaseo 
corripiet gradu. Apul. met. 6, 30 Fegasi vincebas celeritatem. 
Apoll. Sidon. carm. 5, 550 num Fegasas alis AdiuvU? Apost. 
14, 28 Ilriydaov ta^vTe^og, Aristoph. Pax 135. 

Pelias. 1375. 

Plaut. Pseud. 868 faciam ego hodie te , . . Item ut Medea 
Peliam concoxit senem, Cic. de sen. 23, 83 nee tarn quam 
Peliam recoxerit (möchte mich nicht wie den Pelias verjüngen). 
Der mythologische Irrtum, als ob Pelias (wie Aeson) wirklich 
von Medea verjüngt worden wäre**), erklärt sich m. E. aus der 
Ableitung von dem griechischen Sprichwort kovaaio rbv IleXlav 
(Zenob. 4, 92. Diogen. 6, 6). S. Lucillius Anthol. Pal. 11, 256 
öff 6 TtaXaibg ^Eknl^etg IleXCag fi/;of4fvt/ vedcai. Ein völlig 
mit der griech. Sage übereinstimmendes Märchen bei Grimm, 
Kinder- u. Hausmärchen n. 147 (das junggeglühte Männlein). 
Bei Mart. 6, 71, 3 und 11, 60, 4 steht der Name des Pelias für 
einen abgelebten Greis. 



der Grundsatz 'Geld regiert die Welt' galt schon im Altertume: Publil. 
Syr. 458 Fecunia . . . regimen est rerum omnium. fr. trag, adesp. 238 N. 
Xqvabg ydg iativ, 3ff ßqOT&v ^%Bi %qdzr\. 

*) Ov. met. 13, 824 Fauperis est numerare pecus (citiert von 
Senec. ep. 33, 4) kann ich, weil dort wirklich vom Zählen der Herden 
gesprochen wird, nicht als sprichwörtlich anerkennen. 

**) Nach V. Wyfs, die Sprichw. d. röm. Kom. p. 14 liegt bei Plau- 
tus vielmehr Ironie zu Grande, was ich bezweifle, weil ausdrücklich 
zugefügt ist Quem medicamento et suis venenis dicitur Fecisse russus ex 
sene adülescentulum. 



272 pellicula — Penelope 

pellicula s. Acthiops. cutis 3. pellis 1. • 

pellis 8. canis 2 Anm. os. 1376. 

1) Hör. 8at. 1, 6, 22 quaniam in propria non pelle qui- 
essem, weil ich mit meinen Verhältnissen nicht zufrieden ge- 
wesen wäre, über dieselben hinausgewollt hätte. Porphyr.: JEi 
proverbio sumptum est; eos namgue, qui medtocritatis sucte ohliti 
maiora se ipsis adpettmt, söleinus dicere, non continere se intra 
pelliculant suam.*) et hoc scilicct inde sumptum est, quod pastores 
in pellibus dormirent. Mart. 3, 16, 5 sed te, mihi crede, metnento 
Nunc in pellicula, cerdo, tenere tua, ^Schuster bleib bei 
deinem Leisten'. Man leitet gewöhnlich das Sprichwort von der 
Fabel vom Esel und der Löwenhaut her. Zutreffender scheini 
mir der Vergleich mit Goethes Ausdruck: sich aus seiner Haut 
in eine andere sehnen.**) Vgl. crepida. 1377. 

2) Hör. sat. 2, 1, 64 Detrahere et pellem, nitidus qua 
quisque per ora Cederet introrsum iurpis, die Maske vom Gesicht 
reifsen. (S. persona 1.) ep. 1, 16, 4Ö Introrsum turpem, 
speciosa pelle decorum. (Hieron. ep. 126, 18 intus Nero, foris 
Cato.) Fers. 4, 14 Quin tu igitur summa nequiquam pelle de- 
cor US Ante diem hlando caudam iactare popello Besinis? Zu 
Grunde liegt hier jedenfalls die bekannte Fabel vom Esel, der 
sich eine Löwenhaut umgenommen (vgl. Lucian piscat. 32. fugit. 13). 
Ein ähnliches Bild Matth. 7, 15 Hütet euch vor den falschen 
Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber 
reifsende Wölfe sind. 

pendere s. filum. 

Penelope. i378. 

1) Prop. 3, 12, 38 Vincit Fenelopes Aelia Gälla fidem. 
4, 5, 7. 3, 13, 23 hie nülla puella Nee fida Euadne nee pia 
Penelope. Hör. carm. 3, 10, 11 Non te Pendopen difficüem 
procis Pyrrhenus genuit pater. Mart. 1, 62, 6 Penelope venit, 
ahit Helene. 11, 7, 5 Pendopae licet esse tibi sub principe Nerva. 
Vgl. Ov. art. am. 1, 477. Anthol. lat. 794, 48 ß. An den Namen 
der Penelope knüpft sich der Begriff der ehelichen Treue und 
Strenge. Aristoph. Thesmophor. 549 (xlav yccQ oin &v elkoig twv 
vvv yvvaiK&v TlriveXonriv^ OalÖQug d' ana^ceitdcag. 1379. 

2) Cic. Acad. 2, 29, 95 Quid? quod eadem üla ars (sc. dia- 
lectica) quasi Penelope telam retexens tollit ad extremum su- 
periora? Ennod. p. 38, 25 Vog. caducis intenta perstiasionibus, 



*) Ribb. com.* coroll. p. XLIX stellt einen Senar her: Non con- 
tinetur intra pelliculam suam. 

**) Fritzsche zu Her. a. a. 0. bestreitet die sprichwörtliche Natur 
des Ausdruckes mit Unrecht. Auch seine Zusammenstellung mit Senec. 
ep. 9, 11 sapientem . . . intra cutem suam cogu/nt ist schief. S. cutis 2< 



penna — Persa 273 

telae similia Penelopae.*) Plato Phaed. 34 p. 84 A Kai avTi- 
i/vrov eqyov nqdxxBiv^ ütivskoTtrig tivcc ivccvrloDg laxbv fiera- 
2£i'Qi'to(i6vrig. Auch wir sprechen noch von einer ^Penelope- 
arbeit', die immer von vorn beginnt und nie fortschreitet.**) 
Die Quelle ist Hom. Od. 2, 94 ff. 

penna s. piima. 

penns s. pecunia 2. 

percoqnere s. digitus 10. 

perfricare s. facies 1. 

pergnla. isso. 

Petron 74 hie qxd in pergula natus est, aedes non 
somniatnr, ein Bauer bleibt ein Bauer, strebt nicht nach 
Höherem. 

peiicnlum. i38i. 

Zu Ter. Andr. 566 istuc periclum in filia fieri grave est 
bemerkt Donat: dictum, quod merito in proverhium cesserit, 

perire s. facere 1. 1382. 

Plaut, eist. 4, 2, 36 quod periit, periit. Trin. 1026 Quin 
tu quod jgeriit, periisse ducis? CatuU 8, 2 quod vides perisse, 
perditum ducas. Vgl. Publil. Syr. 516 Quod periit, quaeri pote, 
reprendi non potest. ^Hin ist hin, verloren ist verloren.' 

perinrlum s. amare 4. 

permnltns s. multus 1. 

pernlcies s. pestis. 

perpendicnlnm s. anmssis Anm. 

Persa (Persicus). isss. 

1) Die Perser waren wegen ihres Eeichtums berühmt: Plaut. 
Stich. 24 Neque üle sibi mereat Persarum Montis, qui esse aurei 
perhibentur. Varro bei Non. p. 379, 9 Non demunt cmimis curas 
ac religiones Persarum montes, non atria diviti' Crassi (p. 103 R. 
n. 36 B.). Stat. silv. 1, 3, 105 et Perside gaza. luven. 14, 328 

« Nee Croesi fortuna wnquam, nee Persica regna Sufficient animo. 
Schol. luven. 3, 221 Persicum quasi divitem posuit eo quod Persae 
divites***) Vgl. Hör. carm. 3, 9, 4 Persarum ingui rege hea- 
tior. Vgl. Bdbylo. 1384. 

2) Hör. carm. 1, 38, 1 Fersicos odi, puer, apparatus er- 
innert an die griechische Redensart MridiKri xQoiTts^a (Diogen. 
6, 37 Ejcl r&v Tcolvrekmv xal &ßQ&v). 



*) Von den Dichtem wird die tela Penelopae oft genannt: Prop. 
2, 9, 6. Ov. am. 3, 9, 30. Stat. silv. 3, 5, 9. Sil. Ital. 2, 181. Claud. 
laus Seren. 31. Apoll. Sidon. carm. 15, 161. 
**) Büchmann, Gefl. W.>^ p. 225. 

***) S. auch Ter. Heaut. 452 satrapa si stet Ämator, numquam 
mfferre eius sumptus queat verglichen mit Antiphanes (Mein. fr. com. 3 
p. 131) Tco 6 atq an onXovzoi 8\ mg Xsyovai, rv/^qp*©. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 18 



274 persona — pes 

persona. i38o. 

1) Mart. 3, 43, 3 Non omnes fallis, seit te Froserpina canum, 
Fersonaxn oapitl detrahet iUa tuo, sie wird dir die Maske vom 
Gesicht reifsen. Lucr. 3, 58 eripitur persona, manet res. VgL 
Senec. de dem. 1, 1. S. pellis 2. 1386. 

2) Mart. 2 praef. Noli ergo, si tibi videiur, rem facere ridi- 
cutam et in toga saltantis induoere personam. So Fried- 
länder, welcher bemerkt: ^Ebenso l&cherlich, als auf der Bühne 
ein Tanz in der Toga, ist ein Buch voll ausgelassener Epigramme 
mit einer ernsten Vorrede/ Vielleicht war der Ausdruck ein 
sprichwörtlicher. 1387. 

3) Quintil. 6, 1, 36 Nam in parvis quidem litibtis hos tron 
goedias movere täte est, quasi si personam Hercnlis et eothumos 
aptare infantibuB velis. (Longin) de sublim. 30 &g st xtg xqayi- 
%ov nqocfoitov fiiya naidl TtsQt&slri vfiTtlco. Lucian de hist. 
scrib. 23 xai rovto iondvai naiöitp bitcov eQcora sldsg fcal^ovta^ 
nQOCcaneiov 'HQaKXiovg 7ta(niiya rj Tträvog JtSQiKslfisvov. 
Eroten mit Masken spielend sind häufig in Eunstdarstellungen. 
S. Blümner, Archäolog. Studien zu Lucian p. 83 f. 

pertica« i388. 

Plin. ep. 8, 2, 8 Ex ipsis etiam, quos non nna, ut dicitur, 
pertioa, sed distincte gradatimque ,tractavi, die ich nicht' nach 
einem Mafse, nach einer Schablone gemessen und behandelt habe. 
S. incomma, 

pes s. Caput 1. deus 10. manus 1. via 6. 1389. 

1) Ennius bei Cic. de republ. 1, 18, 30 und de divin. 2, 
13, 30 Quod est ante pedes nemo spectat: caeli scrutantur piagas 
(v. 20lRibb. trag. p. 123 V.).*) Ter. Ad. 386 Istuc est sapere, 
non quod ante pedes modo est, Videre, sed etiam üla, qme fu- 
iura sunt, Prospicere; dazu Donat. Cic. Tusc. 5, 39, 114 alii saepe, 
quod ante pedes esset, non viderent. Ambros. de Noe et arca 7, 17 
nee sölum quod ante pedes est videre. Wir sagen: vor der Nase., 
Apost. 16, 7 xcc iv noalv oia olösv: ItzI r&v aiia&&v. Plato 
Theaet. p. 174 A. Anthol. Pal. 7, 172, 7 za xat' ai^iga levaacitv 
To'hv Ttoßlv üifK iödriv Ttriiia Tivhvdo^svov. Sophocl. fr. 671 N. 
Körte n. 1444 ^Er sieht, was fliegt, aber nicht, was kriecht'. 1390. 

2) Gell. 1, 9, 8 nunc autem, inquit, isti, qui repente pedibns 
illotis ad philosopJios devertunt u. s. w. 17, 5, 14 Sed cum hene- 



*) Zugleich in Anspielung auf eine bekannte Anekdote von dem 
Philosophen Thaies. Plato Theaet. p. 174 A. Tertull. de anim. 6 Sed 
enormis intentio solet plerumque nee prospicere pro pedihus. 
Sic Thaies in put e um. adv. Valent. 24 Merito ergo Müesitts Thaies, 
dum totum caelum examinat et amhulat oculis, in pu/teum ceddit turpiter. 
Diog. Laert. 1, 8, 34. Vgl. Prudent. Psychom. 287 Disce cavere ante 
pedes foveam, quisquis sublime minaris. 



pes 275 

ficos liberälesque dixerit . . . iUotis, quod aiunt, pedibus et verhis 
reprehendit doctissimi viri orationem. Macrob. sat. 1, 24, 12 quam 
(sc. copiam rerum) plerique omnes liUeratores pedibus inlotis prae- 
ter eunt, ohne Verständnis und Einsicht. Nach dem Griechischen: 
liucian rhet. praec. 14 &vlit%oig Ttociv^ 4] naQoi^la ipr\6iv^ Ifißaivs. 
Fseudolog. 4 ovö^ avbtxoig noal %axa tijv jtaQoifiiav. Zenob. 1, 95 
ocvCntoig noöiv avaßalvüyv inl t6 (Siiyog: ItÜ t&v &ficcd'&g inl 
xtva fjpya %ai ngd^si^ &q}ixoiiivfav. Diogen. Vindob. 1, 49. Vgl. 
tnanus 15. 1391. 

3) Quintil. 12, 9, 18 itaque in iis actionibus omni, ut agri- 
colae dicunt, pede standum est, mufs man feststehen, gerüstet 
sein. Im Munde der Landleute liatte das Sprichwort wahr- 
scheinlich, wie Spalding vermutet^ die Bedeutung, dafs man sich 
nicht blofs auf eine Seite der Landwirtschaft verlegen dürfe, 
sondern alle gleichmäfsig betreiben müsse. In diesem Sinne sagt 
denn auch Trimalchio bei Petron 89 In cancro ego naius sum; 
ideo muliis pedibus sto et in mari et in terra mülta possideo,*) 
*Auf einem Beine steht man schlecht/ Verschieden ist griechisch 
oXtp Tvoöly d. h. oXy övvd(iBi (Suidas). 1392. 

4) Hör. sat. 1, 4, 10 in hora saepe ducentos, Ut magnum, 
versus dictabat stans pede in nno, auf einem Beine stehend, 
d. h. ohne jede Anstrengung, mit Leichtigkeit. 1393. 

5) Plaut. Asin. 603 Ne iste hercle ab isia non pedem 
disoedat. Most. 433 Verum si posthac me pedem latum modo 
Sdes imposuisse in undam. Cic. p. Deiot. 15, 42 negat umquam 
se a te , . , pedem discessisse, (Vgl. ad Att. 13, 16, 1 pedem e villa 
adhuc egressi non sumus.) Acad. pr. 2, 46, 143 a Ghrysippo pedem 
nwmquam. Quintil. declam. 6, 14 neque pede, quod aiunt, 
uno a parente discessi, keinen Fufs breit. S. unguis 4. Vgl. Cic. 
ad Att. 7, 22, 1 Pedem in Italia video nuUum esse, qui non in 
istius potestate sit, kein Fufs breit. 1394. 

6) Cic. de fin. 4, 25, 69 Quod envm sapientia pedem ubi 
poneret non habebat u. s. w. ad Att. 13, 2, 2 pedem ubi ponat 
in suo non habet, er hat nicht so viel, um auch nur den Fufs 
darauf zu setzen. Philipp. 2, 19, 48 Quid erat in terris, ubi in 
tuo pedem poneres? 1395. 

7) Petron 56 e^ häbebam in domo, qui mihi pedem oppo- 
nerent, die mir ein Bein stellten, mir heimlich zu schaden 
suchten. Ov. ex Pont. 4, 6, 7 Perstat enim Fortwna tenax, votis- 
gue mälignum Opponit nostris insidiosa pedem. 1396. 

8) Hör. epod. 16, 21 Ire pedes qnocnmque ferent. carm. 

*) Der Gegensatz dazu bei Petron 38 nwle vacillavit. 12 fidem 
male ambulantem. — Georges übersetzt: an vielen Orten ansässig sein. 
Diese enge Bedeutung hat die Redensart aber nur in diesem Zusammen- 
hange. 

18* 



1/ 



278 Philippus — pictor 

ridis iaurutn descenswram. Fronto p. 184 N. Phüosophis . . . di- 
centibus sapimtem virum etiam in Fhalaridis tauro indiMum beatum 
niMlaminiis fore. Dejc Gedanke war also geflügelt. 

Philippus. 1407. 

Der Macedonierkönig war berühmt wegen seines Beichtmns: 
Plaut. Aulul. 85 Mirum quin tua me causa faciat lujOfpiter Phi- 
lippum regem aut Dareum, 704 Ego sum üle rex Fhüippus. 
Pers. 339 Mirum quin regis Philippi causa aut Ätfäli Te potius 
vendam, quam mea. Vgl. Bareus, Croesus. Zu diesem Rufe 
trugen jedenfalls die nummi Phüippei viel bei. 

philosophari s. rMor. 

pUlosophia s. medicina 2. 

Fhoebus s, ÄpöUo. 

Phoenix. uos. 

Senec. ep. 42, 1 nam iUe alter fortasse tamquam phoenix 
semd anno quingentesimo nascetur, ist so selten wie ein Phönix. 

Phryx. 1409. 

1) Cic. p. Flacc. 27, 65 ütrum igitur nostrum est an ve- 
strum (sc. Graecorurn) hoc proverhium, Fhrygem plagis 
fieri solere meliorem? Greg. Cjpr. 3, 95 0qv^ avi^Q nXri- 
yelg &(ielv(X)v kuI diaxoviötsQog. Beim Bussen hilft nur die 
Knute. 1410. 

2) Fest. p. 343 M. Sero sapiunt Fhryges, proverhium 
est natum a Troianis, qui decimo denique anno velle coeperant 
Helenam . . . r edder e Achivis. Es ist ein Versteil aus einer rö- 
mischen Tragödie mit dem Titel equtis Troianus: Cic. ad famil. 
7, 16, 1 In equo Troiano sds esse in extremo: sero sapiunt 
(Ribb. trag, ine* v. 7 p. 234). 1411. 

3) Cic. ad Qu. fr. 1, 1, 19 nesdo cuius hominis, ne Graeci 
quidem, ac Mysi aut Fhrygis potius. orat. 8, 27 Qu^mam igitur 
modo audiretur Mysus aut Phryx (ein Barbar), cum etiam Be- 
mosthenes exagitetur. p. Flacc. 17, 41 Homini enim Phrygi, Curt. 
6, 11, 4 Ludibrio ei fuisse rusticos homines Phrygasque et 
Paphlagonas appellatos. Apul. flor. 3 Phryx cetera et barbarus. 
Vgl. Eurip. Bhes. 814. Or. 1448. — Auch als feige waren die 
Phrygier bekannt: Tertull. de anim. 20 comici Phrygas timidos 
üludu/nt 

pica. 1412. 

Patron 37 est tarnen malae linguae, pica pulvinaris, beim 
Mahle geschwätzig wie eine Elster. Alexis fr. 92 Kock (Athen. 
4, 10 p. 133 C) 2ov ^' iym lakiörigav OijTtGmor slöov^ ofo kbq- 
xüöTCijv, yvvat, O'i) Kltrav^ ovx Scridov^^ oi) TQvyov\ ov Tbxiya, 

picari s. frigidus, 
pictor s. poeta 1. 



pictura — pilus 279 

pictura. I4i3. 

Plaut. Stich. 271 Satin ut facete aeque atque ex pictura 
astitit?, wie gemalt. 

pictus s. fictus, 1414. 

Cic. de fin. 5, 27, 80 quae quidem dicunt ii, qui numquam 
pJiUosophum piotum, ut dicitur, vidernnt, nicht einmal gemalt, 
geschweige lebend. Vgl. Augustin civ. dei 4, 23 p. 176 D. carere 
non potest fame, qui panem pictum lingit, 

piCllS. ^ 1415. 

Plaut. Aulul. 701 Fiel divitiis, qui aureos montes colunt, 
Ißgo solus swpero, ich bin reicher als die Greife. Über die Greife, 
von denen man glaubte, daTs sie goldene Berge bewachten, s. 
Herod. 4, 13. Plin. n. h. 33, 66. 

piger. 1416. 

Sen. ep. 94, 28 Figer ipse sibi obstat, der Faule steht 
sich selbst im Wege. Der Satz wird ausdrücklich unter anderen 
Sprichwörtern genannt. 

pila s. claudus. homo 1. 1417. 

1) Plaut. Trucul. 705 Totus gaudeo, Mea pila est, ich habe 
gewonnen! Vgl. Gas. 2, 8, 75 Nostra omnis lis est. 1418. 

2) Mart. 10, 86, 4 Ntmc postquam desit ludere (sc. pila), 
prima pila est, ist er gar nichts mehr wert. Die erste dem 
Stiere oder einem anderen wilden Tiere vorgeworfene Strohpuppe 
ist auch die am meisten zerzauste (Friedländer zu Mart. 2, 43, 5). 

pilum. 1419. 

[Plaut. Most. 570 Continuo adveniens pilum inieoisti mihi, 
hast du mich angegriffen, eröffnetest du den • Kampf. Die Wen- 
dung, aus der Soldatensprache entlehnt, dürfte ebensowenig rein 
sprichwörtlich sein, wie Veget. r. milit. 1, 20, 12 cum ad pila, 
ut appellant, vcnituji', wenn es zum Kampfe kommt. 3, 14, 17 
cum . ad spathas et ad pila, ut dicitur, ventum fuerit. Vgl. 
tragula^ 

pilus s. vulpes 2. 1420. 

1) Gic. p. Rose. com. 20 ne ullnm pilum boni viri habere 
dicatur, kein Haar von einem guten Menschen. .*Es ist kein 
gutes Haar an ihm.' — Senec. nat. quaest. 4-, 11,* 5 propius qui- 
dem est a sole mons, quam campus aut vaUis, sed sie quomodo 
est pilus pilo orassior, um eine ganz unbedeutende Kleinig- 
keit.*) 1421. 

2) Pers. 4, 4 Sdlicet ingmium et rerum prudentia velox Ante 



*) Diese Bedeutung ha,t pilus auch in der Eedensart pili facere, 
'gering achten', bei CatuU 10, 13. 17, 17. Petron 44. Vgl. Cic. p. 
Rose. Com. 7, 20. Cic. ad Qu. fr. 2, 16, 5 JEgo ne pilo quidem minus te 
amäbo. ad Att. 5, 20, 6. Die Wendung war also vulgär. Vgl. ä^iog 
TQiXog (Zenob. 2, 4.. Aristoph. Ran. 614). 



280 pingere — piscis 

pilOB venu enthält eine Anspielung auf den sprichwörtliehen Ge- 
danken, dafs der Verstand erst mit den Jahren (mit dem Bart- 
wuchs) zu kommen pflege. Vgl. Apost. 14, 94 tcqo x^g ye- 
vsiccöog diddöTistg xovg yigovzag. 

pingere s. pictus. 

pinguis s. Minerva 3. 

plnna. 1422. 

1) Cic. ad Att. 4, 2, 5 qui mihi pinnas incidemnt, die mir 
die Flügel beschnitten haben. Hör. ep. 2, 2, 50 Decisis hu- 
milem pinnis. Vgl. Plaut. Amphitr. 326 Qui non alas inter- 
velli (sc. vod). Das Gegenteil bei 1423. 

2) Hör. ep. 1, 20, 21 Maiores pinnas nido extendisse 
loqueris. ^Die Flügel über das Nest ausstrecken' (Körte n. 1809). 
Amm. Marcell. 16, 7, 2 ad evagandum altius validiores sihi 
pinnas aptare. 1424. 

3) Plaut. Poen. 871 Sine pinnis volare hau facile est. 
Asin. 93 tu sine pennis vola. Plut. Boiss. 25 (Paroemiogr. gr. I 
p. 345) &VBV TCteQcbv ^riretg inxaG&at, *Man soll nicht eher 
fliegen wollen, als bis man Federn hat' (Düringsf. I n. 473). 1425. 

4) Cassiod. bist. trip. 6, 17 (col. 1040Migne) propriis, inquU, 
pennis secundum proverhium vnlneramur. Nach dem grie- 
chischen xotg Cavrov nxBqoig f^Xmg (Macar. 8, 57. Mant. prov. 
3, 7 ifcl x&v xotg olicsloig ikey^ofiivcDV Xoyoig). Aristoph. Av. 808 
nach Aeschylus (fr. 139 N.).*) Bahr. fab. 2, 10. 1426. 

5) Verg. Aen. 12, 892 opta ardua pinnis Astra sequi, 
wünsche dir Flügel (du wirst mir nicht entfliehen). Vgl. Valer. 
Flacc. 4, 217 fuga suh terras, fuga nulla per auras. S. 
Psalm 139, 8 Stiege ich zum Himmel, dort bist du; bettete ich 
mich in die Unterwelt, siehe, da bist du. Erhöbe ich mich mit 
den Flügeln der Morgenröte u. s. w. Vgl. terra 3. 

piper s. homo 7. 

Firithous s. Achilles, porcus 2. 

pimm s. vulpes 3. 1427. 

Plaut. Poen. 485 Tarn orebri ibi ad terram aocidebant 
quam pira, so zahlreich wie die Birnen, wenn man den Baom 
schüttelt. 

piscari s, aer 2. 

piscis s. lupus 7. 1428. 

1) Petron 39 Fisoes natare oportet. Die Fische wollen 
schwimmen, d. h. sie erregen Durst. 



*) Eine Anspielung darauf findet Schneider, de proverb. Flaut- 
et Ter. p. 9, bei Plaut. Poen. 486 necabam ego ilico Per cerelr^f 
pinna 8ua sibi quasi turturem. Allein an dieser Stelle sind die 
Worte im eigentlichen Sinne gemeint. 



pistiUum — Plato 281 

2) Plaut. Asin. 178 Quasi pisois itidem est amator lenae: [1429. 
nequam est nisi reoena. Vgl. Pseud. 1126 Dum recens est 
. . . devorari decet. 'Frische Fische, gute Fische/ *Ist der 
Fisch nicht frisch, so taugt er auf keinen Tisch.' 1430. 

3) Varro bei Non. p. 81, 9 Qui pote, plus urget, piscia ut 
saepe xniniitas Magnu' comest (p. 165R. n 289 6.). Poljb. 
15, 20 &OXB 7tQo<so(pelkHv rbv Xsyofisvov r&v 1%&v€dv ßlov^ 
iv ofg, g>ac(v^ S^ogyvkoig ovdi t^v xov fuiovog &7C(oXetav rm ful- 
^ovt tQog^v ylyvead'ai xai ßlov, 'Grofse Fische fressen die kleinen' 
(Dtiringsf. I n. 640). 

pistlUnm. . 1431. 

Hierou. ep. 69, 4 Bogo, quac est ista iergiversatio et aoumen 

omni pistiUo retusins? stumpfer als eine Mörserkeule (geistlos). 

pistrinum. 1432. 

Cic. de orat. 2, 33, 144 Nam hercle . , , si haec vere a Catulo 
dicta sunt, tibi meoiim in eodem est piatrino . • . vivendum, 
du muTst mit mir in derselben Tretmühle, wie wir sagen, leben, 
an demselben Joche ziehen. Vgl. de orat. 1, 11, 46 in iudicia 
et contiunculas tamquam in aliquod pistrinum detrudi et compmgi 
videbam. Vgl. väletudinarium. 

pix. 1433. 

Ov. her. 17 (18), 7 pice nigrius, schwarz wie Pech. art. 
am. 2, 658 Nigrior Illyrica cui pice sanguis erit. met. 12, 402 
pice nigrior atra, e? Pont. 3^, 3, 97 Sed neque mutatu/r nigra pice 
lacteus umor. 4, 14, 45. Hart. 1, 115,. 5. Append. proverb. 3, 84 
(iskdvrsQog Ttlaarjg: inl r&v xaO' ineQßoXiiv fiefislaCfiivmv, 
Hom. II. 4, 277 lieldvrsqov ijVTS Ttlcaa. 

plaeenta s. ravis. 

plaga. 1434. 

Plaut. Mil. glor. 1388 Ipsus iUic aese iam impedivit in 
plagaa, er hat sich selbst im Netze gefangen. Vgl. Trin. 237 
Numquam amor quemquam nisi cupidum postulat se hominem in 
piagas Conicere.*) Vgl. Zenob. 3, 52 sig nccyag 6 Xvnog, Vgl. 
laqueus. 

planta s. arhor 2. crepida. 1435. 

Senec. ep. 2, 3 Non oonvaleaoit planta, quae aaepe trana- 
feptur. 'Pflanze, oft versetzt, gedeiht nicht' (Dtiringsf. II n. 226), 
d. h. fortwährendes Wechseln taugt nicht. Man vergleicht Apost. 
10, 72 Xl^og KvXiOfisvog (pvxog oi noiet: i%l xS)v dia tag 
Gvvsieig (lataözdöeig nXovrov fiij KSKtrifiivcDv. 

Plato. ^ 1436. 

Cic. ad Att. 7, 13^ 5 est enim ntunero Flatonia obaouriua. 



*) Ganz gewöhnliche Metaphern sind in piagas conicere, piagas 
andere, in plagam cadere u. ä. 



282 plaustnim — poculom 

dankler, unverständlicher als die Zahl Piatos (repabl. 8 p. 546), 
die übrigens bis heute noch nicht in ihrer Bedentang klar auf- 
gehellt ist. 

plaustrum. 1437. 

Plant. Epid. 592 Peru, planstrum perculi, ich habe den 
Karren in den Dreck geschoben, die Sache verfahren.^) Fest. 
p. 230 M. (plaustrum perculi antiqui di)cehant (ab üs, gui 
. . . plaustrvm) ever(tebant , . . id quod (dbiU in proverhium). 
Donat zu Ter. Eun. 379 (percüleris iam tu me) Perverteris, unde 
proverhium: paene plaustrum perculit. Vgl. Plant. Pers. 782 
Vehiclum argenti miser eieci. Apost. 3, 2^ ava^vfißakta^eig 
xovg dl(pQovg: inl xaQax7}g aal idXi]g kiystai, 

pluma. 1438. 

1) Plaat. Men. 488 homo Levior quam pluma. Poen. 812 
leviar pluma est gratia, federleicht, d. h. unbeständig, veränder- 
lich. Cic. ad Att. 8, 15, 2 gui ipsi pluma aut folio facilius 
moventur. Vgl. Plaut. Most. 408 pluma Jiaud interesl. 1439. 

2) Petron 127 bracchiis mollloribus pluma, flanmenweich. 
Mart. 8, 64, 8 vincas mollitia tremente plumas. S. anser. 

plumbeus. 1440. 

Cic. ad Att. 1, 16, 2 Cum üVum plumbeo gladio iugula- 
tum. iri tarnen diceret, er werde selbst einem bleiernen Schwerte, 
einer ganz stampfen Waflfe erliegen. — de fin. 4, 18, 48 plum- 
beum pugioneml Augastin c. lalian. 1, 4, 12 (Migne 44 col. 647) 
acies vitrea vel plumbei pugiones, anzutreffende Beweise. 3, 
7, 16 iactas plumbeos pugiones, Claad. Mamert. 3, 16 p. 187, 
18 Eng. manu captum plumbeis pugionibus exarmare,**) 

plumbum s. aurum 3. 

plnres. 1441. 

Plant. Trin. 291 Quin prius me ad pluris penetravi? 
Petron 42 tamen abiit ad plures. Wir sagen: Er ist zur 
grofsen Armee abgegangen (= gestorben). Ebenso bei den 
Griechen, z. B. Aristoph. Eccles. 1073 yqavg &vB6xri%vlct itaqa 
t&v TtXetovmv. Vgl. Plaut. Gas. prol. 19 qui nunc abierunt in 
communem locum, 

poculnm s. Circe. Lethe. 1442. 

Plant. Gas. 5, 2, 52 TJt senex hoc eodem pooulo, quo ego 

*) Usaing, dem Pflügl und v. Wyfs zustimmen, lesen perculit 
(Subj. Epidicus). 

**) Von der Schwere des Bleis Plaut. Poen. SIB plumbeas iras 
gerunt. Epid. 627. — Sonst verbindet sich mit dem Adjektivum der 
Begriff des Schlechten, Geringwertigen {nummus plumbeus bei Plaut. 
Trin. 962. Most. 892. Gas. 2, 3, 40. Mart. 10, 49, 6 plumbea vina, 10, 
94, 4 plumbea mala) oder in geistiger Beziehung des Unbeholfenen, Un- 
erfahrenen (Ter. Heaut. 877. Cic. Tusc. 1, 29, 71 nisi plane in phy- 
sids plumbei sumus). 



poena — pontifex 283 

"bibi, biberet, damit er aus demselben Becher koste wie ich, 
d. h. dasselbe ÜDgemach ertrage, von demselben Schicksal be- 
troffen werde.*) Vgl. Jerem. 51, 7. 

poena s. deus 11. 

Foenns s. Funicus 1. 

poeta. 1443. 

1) Hör. a. p. 9 Fiotoribus atque poetis Quidlibet au- 
dendi semper fuit aequa potestas. Lactant. instit. 1, 27, 29 
sed poetis licet, quicquid velint, (Tertull. adv. Marc. 1, 3 
poetica et pictoria licentia.) Lncian imag. 18 ytalaibg oixog 6 
Xoyog^ avsv&vvovg elvat xal noirirag Tial ygafpiag, ^Dichter 
und Maler sind frei.' ^Mit Malern und Dichtern dairf man nicht 
zu streng richten/**) 1444. 

2) Plin. ep. 6, 21, 6 nisi quod tarnen poetis mentiri licet. 
Auson. ep. 10, 1 Si qua fides falsis umquam est adhihenda poetis. 
Cato dist. 3, 18 Nam miranda cammt, sed non credenda poefae. 
Aristot. metaphjs. 1, 2, 10 Kaxa ti^v itaqoi^lav %oXXa iffsv- 
öovxai &oiöol (Greg. Cypr. 3, 49). ^Sänger, Buhlen und Poeten 
lügen viel' (Körte n. 6483). 

pollex. 1445. 

Hör. ep. 1, 18, 66 Fautor utroque tuum laudabit pollioe 
ludum, Plin, n. h. 28, 25 pollices, cum faveamus, premere 
etiam proverhio iuhemur. Das Einschlagen des Daumens 
zwischen die übrigen vier Finger (eigentlich ein obseönes iato- 
zQonaiov) ist ein Ausdruck der besorgten Teilnahme. Wir sagen: 
^jemandem den Daumen halten.'***) 

pOlypUS. 1446. 

Plaut. Aulul. 198 Ego istos novi polypös, qui uhi quic- 
quid tetigerunt, tenent, Macar. 4, 26 Sxetat d' Soctcsq %o- 
XvTtovg nixqctg. 7, 21. 

pompa s. Iwno, 

pomum. ^ 1447. 

Petron 57 bellum pomum! Ein schönes Früchtel! Anders 
ist Telecl. fr. 4 Eock (fr. com. Att. I p. 211) q)avl.6xBgoi q>avXUov 
\trikmv, 

pons s. sexagenarius, 

pontifex s. Säliaris, 



*) Anders Aristoph. Equ. 1289 Mnox' in xocixov [isd'' iifi&v nCexai 

**) Über die licentia poetica s. Büchmann, Gefl. W. " S. 294 (Senec. 
nat. quaest. 2, 44). Tertull. adv. Marc. 1, 3 poetica et pictoria licentia. 
***) So u. a. Eiefsling zu Hör. a. a. 0. Weniger richtig verstehen 
einige den Ausdruck vom Beifall, den man bei den Gladiatorenspielen 
durch Einschlagen des Daumen zu erkennen gab. S. Friedländer, 
Sitteugesch. IP p. 215. 



284 populus — portus 

populiis 8. lingua 2. 

porcus (porculns) s. modo. Scabies. 1448. 

1) Plaut. Men. 312 lubeas, si sapias, poroulum afferri 
tibi, lafs dir ein Ferkel bringen, d. h. du bist verrückt. Man 
opferte, um Heilung dagegen zu erlangen, ein Ferkel. Vgl. Hör. 
sat. 2, 3, 164 Immolat aequis Hie porcum laribus. 1449. 

2) Hart. 10, 11, 4 (si) Dignus es . . . poroos pascere 
Firithoi, du bist nichts wert. S. mateUa, 1450. 

3) Petron 45 Tu si cUiubi fueris, dices hie porcos coctos 
ambiilare, hier sei ein Schlaraffenland, wo die Schweine gebraten 
herumlaufen. 1451. 

4) Plaut. Mercat. 988 lam obseero hercle, häbete vobis cum 
porois, cum fisoina. Schneider (de proverb. Plaut, et Ter. p. 5) 
liest mit Salmasius: cum sportis, cum fisoina und will darin eine 
Übertragung des griechischen Sprichwortes avr« xavoS ncctiipayi 
Ttdvra (Diogen. 4, 68) ^mit Haut und Haar', d. h. ganz erkennen. 
Das ist sehr unwahrscheinlich, v. Wyfs (die Sprichw. bei den 
röm. Kom. p. 82) sieht in porcus eine obscöne Andeutung (nach 
Varro r. r. 2, 4, 10). Doch ist es bei der starken Korruptel 
nicht möglich, ein bestimmtes Urteil zu föUen. S. auch Goetz 
z. d. St. 

porrus. 1452. 

Laberius v. 133Ribb. (Fronto p. 30 N.) Tarn cito crescit 
(sc. amor) quam porrus, tam quam pälma firmiter, 

porta s. Hannibal 2. pes 10. , 1453. 

Varro r. rust. 1, 2, 2 Sane, inquit Agrius, et simul cogitans 
portam itineri dici longissimam esse, ad subsellia . . . procedit. 
*Der gröfste Schritt ist' immer der aus der Thür' (Düringsf. 11 
n. 330), d. h. der erste EntschluTs kostet immer die grÖfste An- 
strengung.*) 

portare s. omnis 6. 

portns. ^ 1454. 

1) Senec? rhet. controv. 2, 6, 4 Navem in portu mergis» 
noch am Ziele leidest du Schiffbruch, d. h. noch im Greisenalter 
bist du leichtsinnig. Hieron. adv. loann. Hieros. 37 (col. 447ValI.) 
in portu, ut dicitur, naufragium. in Ruf. 2, 32 (col. 560 V.) 
in Eomano portu naufragium fecit. Vgl. Prop. 3, 7, 36. 2, 25, 24 
Cum saepe in portu fraeta carina natet.^*) 'Er hat im Hafen 
Schiffbruch gelitten', d. h. sein Plan ist im Augenblicke der Aus- 
führung gescheitert. Aber auch vom Beginn der Fahrt: QuintiL" 
4, 1, 61 et pessimus certe gubemator qui, dum portu egreditur, 



*) Weniger richtig Georges: 'Die Anstalten dauern am längsten' 
**) WörtUch zu verstehen ist dagegen Quintil. declam. 12, 23 in 
portu naufragium fecimus. 



posse — praefica 285 

impegit, gleich im Beginne der Fahrt. Hieron. adv. Ruf. 2, 15 
(col. 505 Vall.) Statim de portu egrediens navem impegit. * 1455. 
2) Ter. Andr. 480 ego in portu navigo, ich bin in Kühe 
und Sicherheit. Cic. ad famil. 9, 6, 4 quod his tempestatihus es 
prope soVus in portu. ad Att. 4, 6, 2 in otii portwm c<mfugere, 
Prep. 3, 24, 15 JSlcce coronatae portum tetigere carinae. Ov. rem. 
am. 610 Inque suae portu paene salufis erat, Senec. ep. 72, 10 
nondum in sicco, iam in portu sunt, Sedul. ep. ad Maced. p. 173 
Huem. nunc in portu iam' navigem. Vgl. Cic. p. Sest. 46, 99. 
Verg. Aen. 7, 598. Eurip. Androm. 748 xslfiatog yccQ äy^Cov Tv- 
%ovGcc Xtfiivag riX^eg eig evfivifiovg. 

posse. 1456. 

1) Ter. Andr. 305 qnoniam non potest id fleri, quod 
vis, Id velis, quod possit, Donat citiert eine Parallele aus 
Caecilius Statins (v. 177 Ribb.): Vivas, ut possis, quando 
nequis (Ribb. nee quis), ut velis.' Zenob. 4, 16 fcoftav yaQ 
ovx &g %'ilofisvy &IX^ S)g dvvdfis&a (== Menand. monost. 190. 
fr. 50Kock). Plato, Hipp. mai. p. 301 C. *Man mufs leben, wie 
man kann, nicht, wie man will' (Körte n. 5076). Vgl. Augustin 
de civ. dei 14, 15, 2 ut quoniam noluit, quod poiuit, quod non 
potest, velit. S. quire. 1457. 

2) Plant. Truc. 81 2 Plus potest, qui plus valet, der Stärkere 
behält die Oberhand. 

postprincipla s. principium 2. 4. 

potestas. 1458. 

Macrob. sat. 2, 7, 2 Sed potestas non solum si invitet, sed 
etiam si supplieet, cogit ist eine Reminiscenz an das griechische 
Sprichwort ßla Ttevrjrcov^ nloviSLCDv TtciQciKXriaig (Apost. 4, 97). 
Plato ep. 7 p. 329 D rag t&v zvQdvvci)v.'oei^(Ssig Löfisv ort fisiity^ie- 
vai avdyTicctg eIcLv. Publil. Syr. 66it Dominari ex parte est, cum 
superior supplicat. 660. ^Grofser^ Herren Bitten ist Befehlen' 
(Körte n. 3446). '' 

Postnmius s. Manlius. 

potiO. ^* 1459. 

Petron 41 caj.da potio vestiarius est, ein warmer Trunk 
ist so viel wert.Sals ein Pelz. 

PotitiUS. 1460. 

Plaut. Bacch. 123 J, stultior es harharo Potitio (= servo). 
Der Kult des Herkules war von der Familie der Potitier Sklaven 
übertragen worden (Liv. 1, 7, 14. 9, 29, 9 ff. Fest. p. 217 M.). 

praefica. i46i. 

Plaut. Truc. 495 Sine virtute argutum civem mihi habe am 
pro praefica. fr. 69 W. superaboque omnes argutando präe- 
fioas, schwatzhafter als ein Klageweib (wir: als ein Waschweib). 



286 praemandere — pransns 

Vgl. Naev. com. v. 129 Ribb. Haec guidem herde, opinor, praefica est: 
quasi mortuom collaudat (Varro 1. lat, 7, 70). Lucil. fr. n. 537 Baehr. 

praemandere s. nufriä:. 

Praenestlnus. i462. 

1) Plaut. Bacch. 24 Fraeneatmiim opino esse, ita erat 
gloriosuB. - 1463. 

[2) (Plaut. Trac. 689 Peru, räbonem . . . Quin tu arräbonem 
dicis? Str. Ä facio lucri, üt Praenestinis conea est dconicu) 
Trin. 609 Tarn modo, inquit Fraetliestinus. Die Pr&nestiner 
wurden wegen ihres eigentümlichen Dialekts verspottet (vgl. Probus 
grammat. lat. 4 p. 263, 9. Fest. p. 359 M. Quintil. 1, 5, 56. 
Ritschi, opusc. phil. 4 p. 479).] 

praerodere s. digitus 11. 

praesens. ^ i464. 

1) Ter. Eun. 192 Cum müüe isto praesens absens ut sies 
(Gegens. mecum tota sis\ im Geiste abwesend. Append. prov. 4, 55 
naQODv aTtoörifisig, Aristoph. Equ. 1120. Das Gegenteil bei 
Hieron. ep. 29, 1 et quodam modo absentes inter sepraesentes 
fieri (durch Schreiben) und ebenso TurpiL v. 213 Ribb. 1465. 

2) Ter. Eun. 1058 postulo, ut mihi tua domus Te prae- 
sente absente pateat Ad. H praesens ahsensque idem erit, 
jederzeit. Donat zu Ter. Eun. 1059 Proverbiale est praesente 
absente» 

praeteritns. 1466. 

Cic. in Pis. 25, 59 Sed quoniam praeterita mutare non pos- 
sumus u. s. w. (de sen. 19, 69 horae quidem cedtmt et dies et menses 
et anni, nee praeterüum tempus numquam revertitur), Ov. art. am. 
3, 64 Nee quae praeteriü, hora redire potest. Liv. 30, 30, 7 sed 
praeterita magis reprehendi possunt, quam corrigi. Plin. paneg. 
40, 3 in praeteritum subvenire ne dii quidem posswnt, ^Geschehene 
Dinge lassen sich nicht ungeschehen machen.' Vgl. dies 1. fax^ere 2. 
semel. 

praevaricare s. arator. 

praevertere. 1467. 

Plaut. Pseud. 237 In rem quod sit, praevortaris, quam 
re advorsa animo anscultes, nach Lorenz z: d. St. sprich- 
wörtlich. ^Vorgethan und nachbedacht, hat manchen in grofs 
Leid gebracht.' 

prandlnm s. canis 18. passer 2. 

pransns. 1468. 

Varro bei Non. p. 458, 32 Quare, o Marce, pransnm ac 
paratnm esse hominem oportet (p. 139 R. n. 175 B.), wohl aus- 
gerüstet, schlagfertig. Auch der Titel einer Satire Varros war 
pransus paratus (p. 139 R.). Zur Erklärung s. Cato bei Gell. 
15, 13, 5 (p. 25 Jord.) Exercitum suum pransum paratum cohor- 



pravus — principium 287 

tatum eduxit foras, Hunglige Soldaten halten im Kampfe 
nicht aus. 

prayus s. redus, 

Friamus 1469. 

als Vertreter hohen Alters bei Priap. 57, 3 Q^uae forsan 
potuisset esse nutrix Tithoni, Priamique Nestorisque, 77, 4. Mart. 
2,64,3. 5,58,4. 6,70,12. 6,71,3. 8,64,14. Stat. silv. 

3, 4, 104. Auson. epigr. 18, 5. 

primordium s. principium 3. 

primores s. digüus 5. 14. läbrum 1. 3. 

primus s. lahrum 1. Urnen 1. 

princeps s. principium 1. rex 6. 

principium s. luppUer 1. 1470. 

1) Ov. rem. am. 91 Frincipiis obsta; sero medicina 
paratur. Fers. 3, 64 venienti ocourrite morbo. Senec. ep. 
72, 11 Principiis illarum ohstemus. de ira 3, 10, 3. Vgl. 
Ov. rem. am. 81 Opprime, dum nova sunt, suhiti mala semina 
morbi. her. 16, 190 Flamma recens parva sparsa resedit aqua. 
Weiter ausgeführt ist der Gedanke von Seneca ad Marc, de con- 
sol. 1, 8. Allgemein Cic. Philipp. 5, 11, 31 Omne malum nascens 
fädle opprimitur, vnveteratum fit plerumque rdbustius. Cato dist. 

4, 9 Namque solent, primo quae simt neglecta, nocere. Ebenso 
schon bei den Griechen: Apost. 3, 90 aQxriv läad'cci noXi) Xmiov 
^ teXevtiiv nebst der Anmerkung v. Leutschs. Theogn. 1133. 
Suidas. ^Wer will der Krankheit bald entgehn. Der mufs dem 
Anfang widerstehn' (Körte n. 4428). II faut veiller aux commen- 
cements. 1471. 

2) Plaut. Pers. 451 ut quisque <^quidqiie oceeperit^ Sic 
ei pracedunt postprincipia deuique. Varro bei Gell. 16, 9, 5 si 
non . . . similia essent principia et postprincipia (p. 256 R.). 
Lucil. ine. 105 M. (n. 811 Baehr.) Dignus prindpio exitus exodium- 
que sequetur, Hieron. ep. 69, 9 quäle principium, talis et clau- 
sula. Leo ep. 12, 1 difficile est,^ ut hono peragantur exitu, 
quae malo sunt inchoata principio, Eurip. fr. 32 N. xaKfjg a% 
a^jf^ff ylyv^xai Y,a%ov xiXoq. Soph. fr. 747 N. "E^yot; df itav- 
rbg nqv xig aqyrixaL xa^dog, xal xag XBXevxag slmg iöd"^ o^xmg i'^HV. 
'Wie der Anfang, so das Ende' (Düringsf I n. 100). 1472. 

3) Petr. Chrysol. (Migne 52 col. 656) omumm quidem 
rerum primordia sunt dura. Boeth. comment. in Cic. top. 
(Migne 64 col. 1040) Maximum enim fortasse omnium, ut di- 
citur, principium, quare et difficillimum, Append. prov. 
1, 41 'Aqiti öiqTtov Ttavxbg i'gyov xaXsTtcoxsqov icxu 'Aller 
Anfang ist schwer' (Dttringsf. I n. 99). 1473. 

[4) Varro r. r. 3, 4, 1 Hle, ego vero, inquit, ut aiunt, post 
principia in castris, id est ab his temporüms quam supervo- 



288 probitas — prora 

ribus (sc. incipiam). Durchweg wird diese Stelle in Zusammen- 
hang gebracht mit dem militärischen Ausdruck post principia, im 
hinteren Gliede'^), allein schon ürsinus betrachtete mit Recht 
den hier ganz sinnlosen Zusatz in castris als ein Glossem.^ 
Fällt aber dieser Zusatz weg, so bleibt auch von der Beziehung 
auf die Schlachtreihe nichts mehr übrig und wir haben es ein- 
fach mit dem aus post principia zusammengeschmolzenen Sub- 
stantivum postprindpia (so in einem Worte wird auch an vor- 
liegender Stelle zu schreiben sein) zu thun, welches im Gegensatz 
zum Anfange die weitere Entwickelung einer Sache bezeichnet.***) 
Dafs damit die Erklärung Yarros ab Jus potms temporüms quam 
superiorH/us (Axius will von den ersten Anföngen der Geflügel- 
zucht, über die er sprechen soll, absehen), in schönster Harmonie 
steht, braucht nicht erst gesagt zu werden.f) Der Zusatz ut 
aiunt soll also den Ausdruck nur als einen ungewöhnlichen 
kennzeichnen.] 

probitas. 1474. 

luven. 1, 74 Probitas landatur et alget. ^Die Frömmig- 
keit lobt jedermann, Aber man läfst sie betteln gähn' (Körte 
n. 2020). Vgl. Sophocl. fr. 25 N. ra fiev Jlxat incclvei^ xov 
ds KSQÖalvsiv B%ov, Vgl. Hesiod. opp. 643. 

[proeinctus. 1475. 

Senec. de dem. 1, 1, 4 Severitatem abditam, ai clementiam in 
procinctii habeo, in Bereitschaft. Quintil. 10, 1, 2 nisi tamguam 
in pro^cinctu paratamque ad omnes casus habuerit eloquentiam, 
vom schlagfertigen Redner. 12, 9, 21. Hieron. ep. 112, 1 ut 
paene in procmctu haec . . . effutire compeUerer, in aller Eile. 
Apoll. Sidon. ep. 2, 9, 10 sed quia et ipsi in procinctu sumus, 
ich rüste mich zum Aufbruch. Doch sind diese Wendungen 
wohl nichts weiter, als gewöhnliche Metaphern.] 

proeliari s. fugere 2. 

proelinm. 1476. 

Plaut. Men. 989 Sed metuo, ne sero veniani depugnato 
proelio, zu spät. Vgl. Suid. ^bxcc xov noXe^iov 17 6v^(iaxlcc. 
Apost. 11, 30. Plaut. Capt. 870 sero post tempus venis. 
Vgl. cena. 

prora. 1477. 

Cic. ad fam. 16, 24, 1 MM prora et puppis, ut G-raeco- 



*) Ter. EuD. 781 ego ero post principia (die Worte sind nicht 
sprichwörtlich I). Sali. lug. 50, 2. Liv. 2, 66, 2. 3, 22, 6. Non, p. 135. 
**) Per Glossator stand offenbar auf demselben Standpunkte, wie 
die Erklärer. 

***) Plaut. Pers. 452. Varro selbst bei Gell. 16, 9, 5. 
t) Anders urteilt hierüber E. Wölfflin, Krieg und Frieden im 
Sprichw. d. Römer p. 211. 



proserpens — pugna 289 

rum proyerhium est, fuii a me tui dimitiendi, ut rationes nostras 
expUcares, es war mein erster und letzter Beweggrund, mir lag 
alles daran. Apost. 15, 97 xa i% 7CQ(OQag %al xoc ix TCQVfivrig 
anoXkvxai: inl r&v jtavoXed'Qla fp^eiQOfiivtov,*) 

proserpens s. colubra 1. 

Froserpina s. Orcus l. 

Frotens i478. 

gilt als Sinnbild der Wandelbarkeit, aber auch der 
Schlauheit, welche die verschiedensten Mittel versucht (nach ßom. 
Od. 4, 365 ff.). Hör. sat. 2, 3, 71 Effugiet tarnen haec scderatus 
vincula Proteus, ep. 1, 1, 90 Quo teneam vultus mutantem Protea 
nodo? Ov. art. am. 1, 761 Utque leves Proteus modo se tenuabit 
in undas u. s. w. Hieron. adv. lov. 2, 21 (col. 357 Vall.). Apoll. 
Sidon. ep. 3, 13, 10 sie ab iis postmodum velut Proteus inter ad- 
versa düabitur. Anthol. lat. n. 794, 55 R. Lucian de sacrif. 5 
Kai okmg TtaiHLXoitSQog avxov IlQcaticDg. S. facies 2. 

proximus. 1479. 

' Ter. Andr. 636 proximus sum egomet mihi. Cato dist. 
1, 40 Cum fueris felix, semper tibi proximus esto, Aristot. 
Mor. Eudem. c. 6 do%u yccQ ivioig fidkiara enaarog avzbg aivm 
(pllog. Plato leg. 5 p. 731 E Tovzo öh h'axiv XiyovCiv^ Sig 
(pUog tt'ÖTw TC&g &v^Q(07tog (pvaei xi iöxt. Apost. 17, 99^. Apost. 
18, 66^ G)g TCag xig aixhv xov TtiXag fiäXXov g>iX£t (= Eurip. 
Med. 86). Vgl. Menand. monost. 407. 528. Veder ist sich selbst 
der Nächste' (Düringsf. I n. 825). S. alter 5. 

prudens s. scire 2. 

prurire s. dorsum. 

pudor s. Ulcus 3. 

puer s. gladius 1. senex 1. 1480. 

Hör. sat. 1, 1, 85 Vidni oderunt, noti, pueri atque puellae, 
sat. 2, 3, 130 Insanum te omnes pueri damentque puellae. Vgl. 
Cic. Phil. 13, 20, 45 Omnes te di homines, summi medii inflmi, 
cives peregrini, viri mulieres, liberi servi oderunt**) S. eques. 

puglo s. plumbeus. 

pugna s. Gannae. Osculana. 1481. 

1) Veget. de re milit. 3, 12 Ne confidas satis, si tiro prae- 
lium cupit: iuexpertis etiam diilcis est pugna. Pindarfr. 110 
(76)Bgk. rXvühg J' cctcsCqüioi TioXsfiog. 1482. 

[2) Ennod. p. 59, 6 Vog. Quis eum . . . vidit cum accusato- 



*) Anders Apost. 8, 60 fjv noxs ti&iiol nqmqa lioi 7tQV(tvr}: inl t&v 
iv diatpOQOig jcffdyfiaci noxs Bvtv%ovvxaiv, Dio Chrysoat. or. 37 p. 120 R. 
v^Big ydg laxe vvv xb di] Xsyofisvov ngmqoc xal itQv^Lva. xfjg ^EXXddog^ 
ölßioi fisv xal dtpvEvoL Uorichtiger weise stellt y. Leutsch zu Apost. 
8, 60 und 16, 97 unter diese Bedeutung auch die obige Stelle Giceroä. 
**) Anders bei Catull 34, 2. Verg. Aen. 6, 307. 

Otto, Sprichwörter der Römer. 19 



290 pugnus — punctum 

ribus suis aperta, uf aiunt, pngna ooDfligere? Anscbeinend 
ist die Wendung blofs metaphorisch.] 

pugims s. cdlx 2. 

pulpamentum s. aper l. lepus 3. 

pulyis s. harena 1. 1483. 

1) Gell. 5, 21, 4 easque (sc. inauditiunculas) quasi ptQverem 
ob ooulos, cum adortus quemque fuerat, adspergebat, er streute 
ihnen damit Sand in die Augen. Ein Vorläufer der Redensart 
bei Plaut. Mil. glor. 148 Glaucumam ob oculos obiciemus, 
wir wollen ihm blauen Dunst vormachen. 1484. 

2) Hör. ep. 1, 1, 50 Cui spes, Cui sU condicio dulcis sine 
pulvere palmae, Hoffnung auf einen mühelos errungenen Sieg 
(von der Rennbahn hergenommen). Gell. 5, 6, 21 impulverea, ut 
dici solet, i/ncruentaque victoria obvenit. Amm. Marceil. 19, 11,7 
sine ullo pulvere, ohne jede Anstrengung. Es ist die Über- 
setzung des griechischen anovixi vmavi Plin. n. h. 35, 139 
citra pulveris iactum, quod vocant SctiovitI^ vicU,*) — Vgl. Ambros. 
epist. 18, 28 nulla sine adversario Corona victoriae. Hieron. 
ep, 14, 10 nemo athleta sine sudore coronatur. 'Kein Sieg 
ohne Streit' (Körte n. 2794). 

pulviBCUlum. 1485. 

Plaut. Rud. 845 Convorret iam hie me totum cum pulvisoulo, 
bis aufs kleinste Stäubchen, 'mit Stumpf und Stiel.' Plaut. 
Trucul. 19 (^0 citius rem ah eo avorrat cum pulvisculo. 

pamex. i486. 

1) Plaut. Pseud. 75 Fumiceos ooulos habeo, ich kann nicht 
weinen. Priap. 32, 7 Quae suco caret est putusque pumex**), 
von einem dürren, hageren Mädchen. 1487. 

2) Plaut. Aulul. 297 Fumex non aeque est aridus, quam 
hie est senex, von einem habgierigen, unersättlichen Greise, i486. 

3) Plaut. Pers. 41 tu aquam a pumiee nunc postulas, 
Qui ipsus sitiat, du verlangst Unmögliches (Geld von einem Manne, 
der selbst keins besitzt). 

pnmilio. U88. 

Senec. ep. 76, 31 Magnus non est pnmilio, licet in monte 
constiterit. Der Satz hat sprichwörtliche Färbung. 

punctum. 1489. 

Senec. ep. 49, 3 Punctum est, quod vivimus, et adhuc pumio 
minus, einen Augenblick dauert unser Leben. (77, 12). Plut. de educ. 



*) Diese Beziehung auf das sprichwörtliche a-Kovitl vitlüv leugnet 
Kiefsling z. d. St. Er versteht: 'nicht im Sand und Staub der Palä- 
stra% mit dem Nebensinn 'nicht im Staube irdischer Mühsalen'. Das 
ist zu künstlich. 

**) Die Hes. haben usque^putris, Bücheier schreibt usque qmg^ 
pumex. 



♦ 



pungere — purus 291 

puer. 17 (p. 13 A) ax^yfiri xqovov nag iöziv 6 ßcog. — Auson. sept. 
sap. 5, 13 (20, 143 Seh.) adusque puncti ienuis instar quaerere, 
wie einen Nadelknopf. Hieron. ep. 120, 10 ne punctum quidem, 
ut dicitur, atque v/nguem transversum ab Ulis sententiis receda- 
mus, auch nicht ein Pünktchen, adv. loann. Hieros. 3 (col. 
409 Vall.) ne punctum quidem et apicem calumniae transeas, 
Boeth. cons. phil. 2, 7 In hoc igitur minimo puncti quodam puncto 
circwmsa&ptL Vgl. Cic. Acad. 2,36, 116 pu/nctum esse, quod magni- 
tudinem nuUam haheat. 

pnngere s. acus 3. 

Punicus. 1490. 

1) Sali. lug. 108, 3 magis Funioa fide (== perfidia), Liv. 
21, 48, 1 Funica coepiwm fraude. 21, 4, 9 perfidia plus quam 
Ponioa. (25, 39, 1 arte Funica.) 30, 22, 6 Punica fraude 
eleäos. 30, 32, 7. 30, 30, 27. 35, 14, 12. 42, 20. 42, 47, 7 
non versutiarum Punicarum, neque calliditatis graecae. Sil. 
Ttal. 12, 737 Punica corda. Valer. Max. 5, 1 ext. 6 Hannibal . . . 
Punico astu decepit, Valer. Max. 7, 4, 4 toto terrarum orbe infamis 
Punica calliditas, Mart. 6, 19, 6 periuria Punici furoris. Flor. 
1, 18 (2, 2), 11 fuit perfidiae Punicae documentum, 1, 22 (2, 6), 13 
ars nova Punicae fraudis, 1, 22 (2, 6) 36 insidiis Punicae fraudis. 
lul. Capitol. Gord. 14, 1 Afri fidem Punicam praestiterunt. 15, 1 
ad quem omnis fide Punica Carthaginiensium populus inclinavit 
16, 3. Alä verschlagen und listig werden die Panier schon von 
Plautus geschildert: Poen. 113 Poenus plane est. 1125 prae- 
strigiator hie quidem Poenus probe est fr. 33 W. Peru heixle, Afer 
est Sil. Ital. 1, 5. Apoll. Sidon. ep. 9, 15, v. 38 Afer väfer- 
que Domnulus. ep. 8, 11 Afrorum subdola mens. Vgl. Cic. de leg. 
agr. 2, 25, 95 Carthaginienses fraudulentl et mendaces,*) Der 
Hauptvertreter dieser fides Punica ist Hannibal: Hör. carm. 4, 4, 49 
perfidus Hannibal, Liv. 21, 4, 9. Cic. de ofiF. 1, 30, 108 
cällidus H. Stat. silv. 4, 6, 77 periuroque ense superbus Han- 
nibal. 1491. 

2) Plaut. Aulul. 566 Ita is pelluoet, quasi lanterna Fu- 
nica. Zur Erklärung s. Placid. gloss. p. 61 Deuerl. 

pnppis s. prora. 

purus. 1492. 

Plaut. Pseud. 989 Purus putus est ipsus, das ist er leib- 
haftig selbst. 1200 Purus putus hie sycophanta est Ennius trag. 
V. 62 Ribb. amidio purus putus. (Varro bei Non. p. 271, ^ Solus 
rex, solus rhetor, . . . purus putus, lauter und rein. p. 156 B. 
n. 245 B.) Varro bei Non. p. 27, 23 mea igitur hecatombe pura 



*) Dieser perfidia Punica stellten die Römer die fides Bomana 
entgegen (Liv. 6, 27, 11. 33, 2, 5). S. Romanus 2. 3. 

19* . 



292 puteus — qaadratus 

ac puta (p. 119 R. n. 98 B.). ibid. puram putam . . . candidam 
(p. 202 ß. n. 432 B.). Über die Verbindung handeln Fest. 
p. 217 M. Varro L^lat. 6, 63. Gell. n. a. 7, 5. WölffHn, Die 
allitt. Verb. d. lat. Spr. p. 79. Lorenz zu Plaut. Psend. 972. 
Nach Erasmus stammt der Ausdrack aus der Werkstätte der 
Goldschmiede (von reinen, ungemischten Metallen). 

puteus s. cloaca. 1493. 

1) Plaut. Most. 380 miserum est opus Igitur demum fodere 
pnteum, ubi sitia fauoes tenet, es ist zu spät, Brunnen za 
graben, wenn der Durst brennt. 1494. 

2) Hör. ep. 2, 2, 135 Posset qui rupem et puteum vi- 
tare patentem, eine offene Gefahr. S. pes 1 Anm.*) 

putus s. purus. 

Pygmaeus. 1495. 

Priap. 46, 3 Pygmaeo brevior gruem timmti. lu^ven. 6, 505 
hreviorque videtur Virgine Pygmaea, kleiner als ein Zwerg. — 
Amm. Marcell. 22, 12, 4 frustra virum cirouinlatrabant immo- . 
hilem occultis iniuriis, ut Pygmaei vel Thiodamas agrestis homo 
Lindius Hereulem. Die Griechen besafsen das Sprichwort 
cL'Kqo^ivicc Tcvyfiaia KoXoöam ig>aQfi6^siv (Philostr. imag. 
2, 21). Apost. 15, 12 nvyfiaia &.%QoMvia yioXo(SC& itpag^io^sig: 
inl xSiv &v6fiOLa itoiovvTfov. 

Pythagoras. • i496. 

Ennod. p. 245, 8Vog. 5oZt;e Pythagorieam tacitumitatem.'^*) 
Suid. s. V. (SKOitTii Kai (SiamrikoxBqog eßofiai xol t&v Uv^ayo^a 
rsXsöd'ivTmv: im tmv navv (Stywvxaov, 

Pythia s. Apollo. 

Q 

quadratus s. diruere. 1497. 

Petron 43 facüe est autem, ubi omnia quadrata currunt, 
wo alles im gehörigen Mafse geht, d. h. wo alle Schwierigkeiten 
und Hindernisse von selbsfc schwinden und alles glatt geht wie 
am Schnürchen. (Erklärungsversuche s. bei Burmann.) 



*) Plaut. Mil. glor. 1152 haec res apud summum puteum geri- 
tur, die Sache ist sehr gefährdet. Der Satz steht jedoch mitten in 
einem ausführlichen Vergleiche, ist also nicht sprichwörtlich, wie man 
gewöhnlich annimmt. 

**) Zum geflügelten Worte war bei den Griechen das den Schü- 
lern des Pythagoras in den Mund gelegte a{>tbg ^(pa geworden (Dio- 
gen. 3, 19. Apost. 4, 46). Die lat. Übersetzung ipse dixit war es bei 
den Römern noch nicht; Cic. de nat. deor. 1, 6, 10 und Quintil. 11, 1,27 
erwähnen nur die Thatsache. Doch s. Hieron. ep. ad Gal. (Bd. Vn 
col. 367Vall.) Neque vero more Pythagorico quicquid responderam, rectum 
putabat. 



quadrans — quisque 293 

quadrans s. as 4. 

quadriga s. navis 2. 1498. 

1) Plaut. Asin. 279 Nam si huic occasioni tempus se sübter- 
duxerit, Numquam edepol quadrigis albis mdipescet postea. Hör. 
sat. 1, 7, 7 adeo sermonis amari, Sisennas, Barros ut equis prae- 
currcret albis. Acron zu Hör. a. a. 0. bemerkt, dafs weifse 
Rosse für besonders schnell gebalten wurden, dafs jedoch das 
sprichwörtliche Element nicht in dem Epitheton beruhe, bezeugen 
Stellen wie Plaut. Poen. 369 Nisi ego illum iubeo quadrigis 
cur s im ad camificem rapi. Aulul. 600 citis quadrigis 
citius proper et per sequi. Amphitr. 450 Quadrigas si nunc in- 
scendas lovis Atgue hinc fugias, ita vix poteris effugere infortu- 
nium,*) Cic. ad Qu. fr. 2, 16, 2 cursu corrigam tarditatem, tum 
equis, tum vero , . . quadrigis poeticis. 1499. 

2) Petron 64 lam, inquit iUe, qnadrigae meae deouour- 
rerunt, mein Pulver ist verschossen. 

quadrupes s. hipes. 

quaestns s. lucrum 3. 1500. 

Plaut. Asin. 186 Ad suom quemque hominem quaestum 
esse aequom est oallidum (= Trucul. 416), Die Hgg. halten 
den Vers an einer der beiden Stellen für unecht, doch sind sie 
nicht einig, an welcher er zu streichen sei. Unter der Voraus- 
setzung, dafs d6r Gedanke ein oft ausgesprochener war, wäre die 
Wiederholung vielleicht am leichtesten zu erklären. S. Plaut. 
Truc. 931 Venitne in mentem tibi, quod verbum in cavea dixii 
histrio? Omnes homines ad suom quaestum callent nee fasti- 
diunt**) (Eibb. trag. ine. v. 228). 

quercus s. silex 3. 

qnies. i6oi. 

Augustin bei Migne 39 col. 1966, 61 Punicum erit pro- 
verbium antiquum: ut enim habeas quietem, perde aliqtdd, 
um des lieben Friedens halber lafs dir etwas gefallen! Vgl. 
pestilcntia. 

quire. 1502. 

Ter. Andr. 805 ^Ut quimus', aiunt, quando 'ut voluxnus' 
non licet. Plaut. Pers. 17 Ut vales? Ut queo. *Wer nicht 
kann, wie er will, mufs wollen, wie er kann' (Düringsf. 11 n. 69). 
'So gut wie^s geht.' Ter. Heaut. 666 Non licet hominem esse 
saepe ita, ut volt, si res non siniL S. posse. 

qnisque s. suus. 



*) Dagegen sind nicht sprichwörtlich, wenn auch öfter als solche 
citiert, Sueton Domit. 2 und Nero 25. 

**) Die Lesart ist jedoch auch hier unsicher. S. Schölls not. crit. 



294 radix — ravis 

R 

radix s. litterae 1. 

ramentiiiii. i503. 

Flaut Bacch. 680 Quia patri otnne cum ramento reddidi, 
alles bis aufs kleinste Splittercben. Bud. 1016 Xumgucnn herck 
hinc hodie ramenta fies fortunatior, nicht am ein Haar. Bacch. 
512 quam illa umquam de mea pecunia Ramenta fiat plumea 
propenslor. Vgl. pulvisculum, 

rana. 1004. 

1) Petron 74 inflat se tainquam rana, er bläst sich auf 
wie ein Frosch. Nach der bekannten Fabel bei Phaedr. 1, 24. 
Bor. sat. 2, 3, 314 ff. Eine Anspielung darauf auch bei Mart. 
10, 79, 9 f. ^ 1505. 

2) Petron 77 amicus vester, qui fuit rana, nunc est rex, 
früher ein Frosch, jetzt ein König. Von einem, der tüchtig vor- 
wärts gekommen ist, es zu etwas gebracht hat. Das Sprichwort 
erinnert an das Märchen vom Froschkönig (S. Grimms Märchen 
n. 1). 

raras s. avis 2. 1506. 

1) Cic. de amic. 21, 79 Et quidem onmia praeolara rara. 
de fin. 2, 25, 81 . . . Optimum quidque rarissimum est. Rufin 
praef. bist, monach. (Migne 21 col. 390) cum semper optima quae- 
que rara sint. Vgl. Senec. ep. 42, 1. Plato Euthyd. 304 B tö 
aTiavLOV ^al rlfiiov. Antiphanes fr. 58 Kock (Mein. fr. com. 3 p. 33) 
ikiyov iail tb xalbv nctvxaiov Kai tI^llov, Was gut ist, ist 
selten. 1507. 

2) Publil. Syr. 572 Rarum esse oportet, quod diu carum 
velis. Senec. de benef. 1, 14, 1 Quod voles gratum esse, ra- 
rum effice. Mart. 4, 29, 3 Rara iuvant. luven. 11, 208 
voluptates commendat rarior usus, Hieron. ep. 130, 16 preüa fa- 
ciliiate decrescunt, quae semper in raritate maiora sunt ep. 146, 2 
Omne quod rarum est, plus appetitur. ad Vigil. 10 (col. 396Vall.) 
Ardentius appetitur, quicquid est rarius. Apoll. Sidon. ep. 2, 10, 6 
quia natura comparatum est, ut in omnibus artibus hoc sit seien- 
tiae pretiosior pompa, quo rarior. Democrit bei Stob. flor. 17, 38 
Tcbv Tjöicov Tcc anavKaxaxa ytvofieva (lahöta tiQTtei. Plato Euthyd. 29 
p. 304 B z6 yccQ CTcdvtov . . . zlfiiov. ^Selten ist angenehm' 
(Düringsf. II n. 359). 

rastrum. 1008. 

Ter.'Heaut. 931 ml illaec vero ad rastros res redit, ich 
werde zur Hacke greifen müssen, d. h. ich werde verarmen (an 
den Bettelstab kommen). 

ravis. i509. 

Fest. p. 274 M. ramm anti(qui dicebant pro raucitaie) . . . 



receptus — regüie 295 

(Gaecilius) in Hypöbolimaeo: prius (ad ravim . . ,)ntam fece- 
ris. Die Ergänzung ist bis auf ad ravim ungewifs; Ribb. (Caecil. 
V. 84) liest nach ürsinus: Brius (ad ravim poscas panem quam 
place)ntam feceris. Plaut. Aulul. 336 UM »i quid poscam us- 
que ad ravim poscam prius Quam quicquam deiur. Vgl. Plaut. 
Cist. 260 expurgdbo her de omne ad raucam ravim. Poen. 778 
negando, si quid refert, ravio. 

[receptus, 1510. 

Cic. Tusc. 3, 15, 33 a quihus (sc. acerbis cogitationibus) cum 
cecinit receptui u. s. w. Philipp. 12, 3, 8 Q^uid enim revocante 
et receptui canente senatu properet dimicare? Ov. trist 4, 9, 31 
cane, Musa, receptus. Quintil. 12, 11, 4. Plin. ep. 3, 1, 11 ut 
primum ratio oetaMs receptui canere permiserit, zum Bückzuge zu 
blasen, d. h. mich zurückzuziehen, abzulassen, meinen Plan aufzu- 
geben. Apoll. Sidon. ep. 2, 2. 3, 3, 9. 3, 7, 4. 6, 1. 7, 2. 
Die Phrase scheint kaum noch als sprichwörtlich gefühlt worden 
zu sein.] 

rectus s. curvus 1. 1511. 

Ter. Phorm. 771 qui reota prava faciuut, die das Recht 
zu Unrecht verkehren. Vgl. niger, 

reduyia. 1512. 

Cic. p. Rose. Amer. 44, 128 Intellego me ante tempus . . . 
haec scrutari et propemodum errare, qui, cum capiti Sex. Ro- 
scii mederi deheam, reduviam ourem, anstatt für sein Leben 
mich zu bemühen, heile ich einen Niednagel, d. h. das Unbedeu- 
tende besorge ich, um die Hauptsache bekümmere ich mich nicht. 
Plut. de adul. et amic. 35 (p. 73 A) Kccl yccQ laxQog Odouiiog cft- 
nvov Ttegl fiitaQ &v&Qdi7tov det^avtog air^ xbv ddürvXov tjXkg)- 
liivov^ OifK k'azi (Soi^ elnev^ h xav^ neql TcaQaovvxCccg, virt. 
doceri posse 3 (p. 440 A) 6 ksytav Xeixfjvog icetQtKrjv elvccc xai Ttagca- 
vvjiag^ nXBvqixiöog öe Kai TtVQSxov . . . fii} eivccij xl dtagtigei xov 
Uyovxog^ oxt tcov (iMQcbv xal nccLÖtKoöv fifxd'rjKOvxaov elal ötöaöKcc- 
hia . . .9 x&v de [leyalcov xal xsksloav akoyog xQiß'j^, 

refert. 1513. 

Plaut. Stich. 320 Tua quod nihil refert, ne eures. Ter. 
Hec. 810 Tua quod nil refert, percontari desinas. Vg]. 
Plaut. Mil. glor. 994 qui rem alienam potius cur et, quam suam. 
Mantiss. prov. 2, 8 firjöev e^co&sv TtolvTtQayfiovetv. Menand. 
moDost. 583 jcokvTtQayiiovEtv cckkoxQia fii} ßovkov xaxa. ^Was 
deines Amtes nicht ist, da lafs deinen Vorwitz' (Körte n. 182). 
'Was dich nicht brennt, sollst du nicht löschen' (Düringsf. I 
n. 273). Vgl. alienus 4. 

regere s. dominus, rex 6. 1514. 

Senec. de ira 2, 15, 4 Nemo autem regere potest, nisi 
qui et regi. (ep. 94, 50 regi ergo debef, dum i/ncipit posse se 



(4 



296 regpo — regnom 

regere.) Augustin de dedac. abns. grad. 3 (Migne 40 col. 1080) 
Unde et in proverbio apud veteres habetur, guod dominari 
nequeat, qui prius alicui servitutem praebere denegaU 
Amob. inn. (Migne 54 col. 943).'^) Es isi^ ein Aussprach des 
Solon bei Diog. Laert. 1, 60 &qxt nq&xov fiad'&v a^xeö^ain 
und bei Apost. 3, 77* cf^e fCQ&xov fxaOobv S^sö^ai. aQ%e6^ai 
yicQ fueOo>v <iQ%Hv htirCxrfi^, Aristot. rhet. 3, 2, 9 6io Xiystai xal 
Toiho xoAcog, &g ovx ftfriv ei a^^oi fijj aqjfiivxa. 4, 13, 4 xov 
x€ yicQ niXXovxa 7UxX&g &^biv itQx^val q>aöi öeiv n^xov. Plato 
de leg. 6 p. 762 E u. a. Eccli. 10, 2. 'Wer befehlen will, mufs 
gehorchen lernen' (Düringsf. I n. 555). 

regio. 1615. 

Plin. n. h. 18, 170 In Ofnni quidem parte culturae . . . vald 
or acutum illud: quid quaeque regio i>atistiir. So schon 
Verg. georg. 1, 53 JEt quid quaeiue Jerat regio, et quid quae- 
que recuset, was nach Macrob. sa'^. 5, 16, 7 vice proverbii ge- 
braacht wurde. 

regnom. i5i6. 

1) Ennins bei Cic. de off. 1, 8, 26 und de republ. 1, 32, 49 
nuUa sanota sooietas Nee fides regni est (Yahl. p. 144. Bibb. 
trag. Y. 381). Liy. 1, 14, 3 ob infidam societatem regni 
Phaedr. 1, 5, 1 Numquam est fidelis cum potente societas. 
Senec. Agam. 285 Non intrat umquam regium Urnen fides. Vgl. 
Colum. 9, 9, 1 quippe cum rationabüi generi mortalium, tum magis 
egentibus consüii mutis animalüms nulla sit regni societas* 
(Lncan 1, 92 NuUa fides regni sociis.) ^Herrenganst währt nicht 
lange' (Düringsf. I n. 721). 1517. 

2) Ov. art. am. 3, 564 Non bene enm soeiis regna Veniis- 
que miment. Senec. Agam. 259 Kec regna socium ferre nee 
taedae sciunt ^Liebe nnd Hen-schaft leiden keine Gesellschaft' 
(Dttringst n n. 43). 1518. 

3) Senec. Med. 196 Iniqua nxunqnam regna perpetao 
manent. Troad. 258 Violenta nemo imperia continuit diu. 
Phoen. 660 Invisa numquam imperia retinentur diu. Vgl. 
Senec. rhet. controv. 7, 8, 1 Omnis nimia potenüa saluherrime in 
brevüaiem constringetur. *6rofse Gewalt wird selten alt.' ^Strenge 
Herren regieren nicht lange' (DUringsf. II n. 404). 1519. 

4) Plaut. Gurc. 211 Si equidem herde mihi regnnm detur, 
numquam id potius persequar. Merc. 841 Ibi quidem si regnufn 
detur, non cupiia est ciuitas, nicht um ein Königreich. TibaU 
1, 8, 34 et regum magnae despiciantur opes. 3, 3, 24. Prop. 
1, 14, 13 Tum mihi cessuros spondent mea gaudia reges. 



*) VgL Cic. de leg. 3, 8, 5 qui hene imperat, paruerit aiiquando 
necesse est. 



remigium — r^s 297 

1, 14, 23 non ulla verebor Begna . . . despicere. 1, 8, 32. Phaedr. 
3, 6, 27 Regnare nolo, liber ut non sim mUiL Publil. Syr. 577 
Rex esse nolim, ut esse crudelis velim. Vgl. Plaut. Stich. 287 
Si rex oh stahlt ohviam, regem ipsum prius pervortito, 

remlginm s. remus. 1520. 

Flaut. Mil. glor. 747 meo rem remigio gero, ich handle 

nach meinem eigenen Ermessen, bin niemand Bechenschaft schuldig. 

remulcnm s. contus. 
Bemas s. Bomulus. 

remus s. contus, 1521. 

Plaut. Asin. 157 Bemigio veloque quantum potis es festina 
et fuge, mit Eudern und Segeln, d. h. mit allen Kräften. Cic. 
Tusc. 3, 11, 25 velis, ut ita dicam, remisque fugienda*) 

reprehendere s. consuescere. 
repnerascere s. senex 1. 
. res s. opera 3. 1522. 

1) Plaut. Aulul. 421 res ipsa testis est, der Augenschein 
lehrt es. Trin. 107 Id Ua esse^ ut credas, rem fthi auctorem 
dabo. Ter. "Eun, l^.(y6^Quid isti credam? res ipsa indicat, die 
Saehe "^selbst zMgt es. Cic. p. Mil. 20, 53 Res loquitur ipsa 
(24, 66). Phaedr. append. 22, 4 res clamahit ipsa, Senec. de 
ben^;^2, 11, 6 res loquentur nohis tacentihus. Vgl. Manil. Astron. 

2, 1^0. Eurip. Bacch. 976 airo örfiiavet, , Plut. Pomp. 23 
iöriXmöe d' aira rcc TtQciyfjLccxa. Greg. Cypr. Leid. 2, 92 atftb 
del^jL. Apost. 4, 49 airb deiner, Dlebtu xh eqyov, Cratinus 
fr. 177Kock aixo del^si, Sophocl. fr. 356 N. 1523. 

2) Plaut. Cure. 504 Dum rem fidemque perdere . . . aiu/nt, 
Vermögen und Kredit, d. h. alles. Truc. 45 periit et res et 
fides. 58 rem fidemque . . . perdimus, Cic. p. Cael. 32, 78 
hominem sine re, sine fide, Tertull. de fuga in persec. 13 qui rem, 
non qui fidem meam eripere quaesierU. Hieron. ep. 117, 10 quando 
et rem et famam amiseris. Sali. lug. 73, 6 quorum res fidesque 
in ma/nibus sitae erant.**) 1524. 

3) Cic. Verr. 3, 19, 48 non modo rem, sed ne spem 
quidem ullam reliquam cuiquam feceris. de domo 56, 142 aut 
re aut spe denique sunt hona, p. Best. 33, 71 nondum re, sed 



*) Wirklich von der Seefahrt Cic. Philipp. 1, 4, 9 tanta sunt cupi- 
ditate incensus ad reditum, ut mthi,nulU neque remi neque venti satis- 
facerent ad famil. 12, 25, 3 ventis remis in patriam omni festinatione 
properavi. Verg. Aen. 3, 563 Laevam cuncta cohors remis ventisque peti- 
vit. Sil. ItaL 1, 568 Ite citi velisque remisque impellite puppim. Vgl. 
Catull 4, 4 sive pdlmulis Opus foret volare sive linteo. 

**) Auch spes fidesqu^ Ov. met. 7, 648 u. a. S. Wölfflin, Archiv f. 
lat. Lezikogr. 3 p. 457. 



298 re^icere — restis 

spe. p. €ael. 32, 78 sine re, sine fide, sine spe. orat. 107. ad 
Att 3, 22, 4. famil. 4, 5, 3. (Sulpic. Ruf.) 12, 25, 2. Sali 
Catil. 20, 13 mala res, spes muUo asperior. 21, 1 neque res ne- 
gue spes bona ulla. QuintiL 9, 3, 75 non enim tarn spes laudanda, 
quam res, Apul. flor. 3. apol. 77 rei modicus, spei immodicus. 
Tertull. de resur. cam. 43 per rem potius, quam per spem, Auson. 
13, 2, 37. 15, 13, 3. 16, 12, 2 Seh. Carm. de fig. 105 Bern, 
non spem . . . quaerit amicus. Calpum. PL decl. 440, 6. Hilar. 
psalm. 118. 126. Symmach. rel. 18. orat. 3, 4. Besonders häufig 
ist die Verbindung bei Augustin. S. überhaupt E. Wölfflin, 
Archiv f. lat. Lexikogr. 1, 386 f. 1525. 

4) Plaut. Epid. 4, 2, 35 Ego reliotis rebus JEpidicum operam 
quaerendo dabo, indem ich alles im Stiche lasse. Cist. 1, 1, 6 
Omnibus reliotis rebus Mihi operam dedisii. Truc. 236 qui re- 
liotis rebus rem perdit suam, Ter. Andr. 412 Erus me reliäis 
rebus iussit Pamphüum Hodie observare. Heaut. 840 MM nunc 
relictis rebus inveniundus est Äliquis, Lucr. 3, 1069 iam rebus 
quisque relictis Naturam primum studeat cognoscere rerum. 

respicere. i526. 

1) Senec. de ira 3, 43, 5 Dum respicimus, quod aiunt, 
versamusque nos, immortalitas aderit, im Umsehen, im Hand- 
umdrehen. Petron 41 dum versas te, nox fit. Vgl. dicere 6. 1527. 

2) Petron 57 Tarn laboriosus es, ut post te non respi- 
eias? Ter. Heaut. 70 Nullum remittis tempus neque te respicis, 
du siehst bei der Arbeit nicht einmal auf, so fleifsig bist du. 
Luc. 9, 62 Wer seine Hand an den Pflug legt und hinter sich 
sieht, der schickt sich nicht zum Beiche Gottes. - 

respondere s. male 2. par 3. 

restis s. colubra 2. 1528. 

Plaut. Pers. 815 Bestim tu tibi cape crassam ac te 
suspende, du kannst dir einen Strick kaufen und dich auf- 
hängen (mit dir ist es aus). Pseud. 88 Sed quid ea draohuma 
facere vis? Bestim volo Mihi emere . . . qui me faciam pen- 
silem. (Vgl. as 3.) Poen. 396 Capias restim ac te suspen- 
das. — Caecilius v. 215Bibb. (Non. p. 200, 21) Ad restim 
res redit, ich bin in einer verzweifelten Lage. Ter. Phorm. 686 
Äd restim mihi quidem res redit, Pompon. v. 98ßibb. (Non. 
p. 416, 15) restis vilis est, velet gulam, luven. 6, 30 Ferro potes 
dominam salvis tot restibus ullam?, erhängst du dich nicht 
lieber? Nach Donat ebenso ApoUodor: w g?/A£, ya^eiq 6v 6^01- 
vl(ov TtmkovfiivoDv*, (fr. 296 Kock). Menander (Gell. 2, 23,9) zd- 
jiov aitayxic&oi di xig^ ^ yqavv ücdyoi. Vgl. Antiphanes fr. 100 Kock 
(Mein. fr. com. gr. 3 p. 52) IHbv^ zr^v ^akoLzzcnv (S%oivi(ov TtcuXov- 
I16V0V; Vgl, suspendere. 



rete — rex 299 

rete s. aqua 3. cribrum. 1629. 

1) Prop. 2, 32, 20 Tendis iners dodo retia nota mihi, ich 
kenne deine Schlingen und Netze. Ov. am. 1, 8, 69 ditm retia 
tendis. art. am. 1, 263. 270 capies, tu modo tende piagas, Mart. 
2, 27, 1 cenae dum retia tendit. 2, 40, 3 Subdola tenduntur cras- 
sis nu/nc retia turdis. ^Jemand ins Garn locken/ Doch scheint 
die Metapher nur dichterisch verwendet zu sein.*) 1530. 

2) Plaut. Asin. 100 venari autem. reticulo in medio mari 
ist unmöglich und thöricht.**) Ahnlich Truc. 35 Quasi in 
piscinam rete qui iaculum parat. 

retiarins. 1531. 

Mart. 2 praef. Denique videris, an te delectet contra retiarium 
ferula. Ein Bohrstock hilft nichts gegen einen Netzfechter. 
Von dem, der mit schwachen, ungenügenden Mitteln sich zur 
Wehr setzt S. Friedländer, Sittcngesch. 11^ p. 479 ff. 

reticulum s. räe 2. 

revertl. 1532. 

Tertull. de testim. anim. 4 Nam si de aliquo iam pridem de- 
functo tamquam vivo quis requirat, prae manu occurrit dicere: 
abiit iam et reverti debet, er ist schon so lange tot, dafs er 
bald wieder aufstehen mufs. 

rex s. equus 5. luppiter 2. manus 4. rana 2. regnum 1. 3. 1533. 

1) Plaut. Poen. 671 Rex sum, si ego illum hodie ad med 
hominem adlexero, ich bin glücklich wie ein König. Prop. 1, 14, 13 
Tum mihi cessuros spondent mea gaudia reges. 1534. 

2) Petron 38 Solehat sie cenare, quomodo rex, er speiste 
wie ein König. 1535. 

3) Senec. apoc. 1 ex quo suum diem öbiit ille, qui verum 
proverhium fecerat, aut regem aut fatuum nasei oportere. 
apoc. 11 Crassum vero tarn fatuum, ut etiam regnare possei. 
Zur Erklärung dient die Bemerkung des Porphyrio zu Hör. sat. 
2, 3, 188 (Eex sum: Nil ultra quaero pleheius): Per hoc illud 
proverhium vult interpretari: iioogm kuI ßaöiXet vorlog aygct- 
9)0 g***), für Könige und Narren giebt es keine Gesetze, sie stehen 
über ihnen, sind ihnen nicht unterworfen. ^Herren und Narren 
haben frei reden' (Körte n. 3485). Seneca hat absichtlich und 
willkürlich dem Sprichworte einen Sinn untergeschoben, der ihm 
eigentlich fremd ist.f) 

'*') Ofb haben sie die griechischen Tragiker. S. J. Koch, Quaestt. 
de proverb. apud Aesch. Sophocl. Eurip. I p. 72 ff. 

**) Die Lesart ist unsicher. Goetz und Loewe schreiben: Meti 
autem iaculo venari in medio mari. 

***) Vgl. auch Sali. lug. 31, 26 impune quaelihet facere, id est 
regem esse. 

+) Daß griechische Sprichwort ßaatXevg rj övog (Mant. prov. 1, 34) 
ist nicht zu vergleiphen. 



300 rhetor — ricinus 

4) Hör. ep. 1, 2, 14 Quioquid deUrant reges, plec- [1536. 
tnntur Aohivi. Phaedr. 1, 30, 1 Humiles lahorant, uli po- 
tentes dissideni. Vorangeht Hesiod. opp. 260 S99' ajtotüS'jg /iri^og 
inaö^allag ßaöiUmv, *Wenn sich die Herren raufen, müssen die 
Bauern die Haare darleihen' (Körte n. 3469). ^Was Grofshans 
sündigt, mufs Eleinhans büfsen' (Körte n. 3000). Ähnlich im 
Französischen und Italienischen. 1637. 

5) Hör. ep. 1, 1, 59 Ät pueri ludentes *rex eris' aiunt, 'Si 
reete facies.' Porphyr, contra pueri lusu cantare solent: Bex 
erit, qm rScte faciet; qui non faciet, ndn erit (Baehr. fr. p. R p. 56;. 
Auson. technop. 27, 6, 3 Seh. Qui rede faciet, qui non domi- 
natur, erit rex Schon im Griechischen sprichwörtlich hei Plato 
Theaet. 3 p. 146 A og Sv ael ainctqxav't^^ VMd'eSetraiy &67teQ cpaßU 
Ol Tcatösg ot atpaiQi^ovxEg^ ivog' og S* av neQiyivritai 
&vafiaQtfixog^ ßaöiXBvöBi '^fio&v, und dazu schol. Dafs dieser 
Grundsatz auch noch in später Zeit als sprichwörtlich bekannt 
war, zeigt Baban. Manr. de univers. 16, 3 u/nde et apud veteres 
tale erat proverbium: Bex eris, si recte facias; si non facias, 
non eris. 1638. 

6) Claud. 8, 299 Jeep, oomponitur orbis Begis ftd ez- 
emplnm. 8, 302 Mobile mutatur semper cum principe 
vulgus. 21, 168 in vulgus manant exempla regentum. Vgl. 
Hieron. ep. 7, 5 falisqus sit rector, quales Uli qui rcgwniur. Cic. 
ad fam. 1, 9, 12 quae sunt . . . apud Platonem nostrum scripta 
divinUus: quales in re publica principes essent, tales reliquos solere 
esse cives. Der Gedanke auch bei Cic. de leg. 3, 14. PHd. 
paneg. 45. 46. Jes. Sir. 10, 2 Wie der Begent ist, so sind auch 
seine Amtleute; wie der Bat ist, so sind auch die Bürger. *Wie 
der Hirt, so die Herde; wie der Herr, so das Volk' (Düringsf. H 
n. 641). Vgl. dominus. 1539- 

7) Plaut. Stich. 133 suos rex reginae plaoet, jeder urteilt 
nach seinem Geschmack. 'Jedem dünkt seine Braut die schönste 
(Körte n. 901). S. suus. 

rhetor. i640. 

Greg. Tur. bist. Fr. praef. 1 Quod a nostris fari plerumqv^ 
miratus sum, quia philosophantem rhetorem intellegunt pauci, 
loquentem rusticum multi. 

Rhodius. 15^1 

Plaut. Epid. 300 Rhodius . . . gloriosus. Cato bei ße^J; 
6, 3, 50 (p. 25Jord.) Rhodienses superbos esse aiunt. Vgl 
Diogen. 5, 18 fjfietg SiKa 'Podtoi^ Sstuc vrjeg: inl r&v alaiovBVO- 
(livcov. Auch bei Ter. Eun. 420 wird von einem solchen prahle- 
rischen Bhodier erzählt. 

ricinus s. peduclus. 



ridere — Bomanus 301 

rldere*) s. mala. 

rima. 1542. 

1) Plant. Carc. 510 aUguam reperitis rimam, ein Loch, 
eine Ausflucht finden, sich durchlügen. ^Eine Hinterthär offen 
behalten/ VgL Prop. 4, 1, 146. 1643. 

2) Boeth. cons. phil. 3, 9 Tenui quidem veluti rimula mihi 
videor intueri (durch einen kleinen Spalt), sed ex te apertius 
cognosQcre malim, 4, 4 ^ m aliqua rimula virtutem reUdam 
fas esset aspicere,**) 

rimula s. rima 2. 

risus s. heres. 1544. 

1) Ter. Eun. 432 Bisa amnes qui aderant, emoriri, sie 
lachten sich zu Tode. Afran. v. 127 Bibb. Ego misera riBu 
clandesfino rumpier. Apul. met. 3, 2 nemo, qui non risu di- 
rumperetur. Vgl. Petron 24 et risu dissolvehat ilia sua, 
etwa: er hielt sich die Seiten vor Lachen. Schon Hom. Od. 
18, 100 %Biq(xg &va6x6(i£vot yiXo) Sx^avov. Dazu Eustath. Vgl. 
rumpere. 1545. 

[2) CatuU 39, 16 Nam risu inepto res ineptior nulla est 
erinnert an Menand. monost. 108 yeXa 6 ^i&Qog^ %&v xi fiii 
yskotov n. ^An vielem Lachen erkennt man den Narren.'] 

riyalis. iö46. 

Cic. ad Qu. fr. 3, 8, 4 quam ineptus, quam se ipse amans 
sine rivali! Hör. a. p. 444 Q^in sine rivali teque et tua solus 
amares, von dem, der sein eigener Liebhaber und Bewunderer 
ist, ohne in den anderen solche zu finden. Vgl. Cic. ad Att. 6, 
3, 7 Huius nebulonis oratione si Brutus moveri potest, licehit eum 
sohis ames, me aemulum non habebis, 

riyus s. flumen 5. 

rixa s. discordia. 

rogare s. emere 1. 1547. 

Senec. ep. 95, 1 scio te in bonam partem accepturmn, si ne- 
gavero. Eo magis promitto et verhum publicum perire, non pa- 
tiar: Föstea noli rogäre, quem ixnpetrare nölueris. interdum 
enim enixe päimus id quod recusaremus, si quis offerret (Bibb. 
com. ine. v. 87). Bibb. corolL p. XL VIII nimmt den Vers als rein 
dichterisch in Anspruch. 

Bomanus. * 1548. 

1) Varro r. r. 1, 2, 2 Yultis igitur interea vetus pro- 
verhium quod est: Bomanus sedendo vinoit, usurpemus? (hier 

*) Sprichwörtlich klingt Petron 61 satius est rideri quam 
derideri. 

**) Ter. Eun. 105 Plenus rimarum sum, hac atque illac perfluo, 
und Her. sat. 2, 6, 46 Et quae rimosa bene deponuntur in aure 
scheinen nicht hierher gerechnet werden zu dürfen. 



302 Romulus — rota 

eine scherzhafte Aufforderung zum Sitzen). Das Spriebwort ent- 
stand wohl im Anschlufs an die Erfolge des Qu. Fabius Maximus. 
Vgl. Liv. 22, 39, 16 dubitas ergo, quin sedendo superatüri 
simus? 1549. 

2) Vulcat. Gallic. Avid. Cass. 5 (Augustin de civ. d. 2, 21) 
versum a bona poeta dictum et omnibus frequentatum: 
Moribns antiquis res stat Bomana virisque (Enn. rell. 
p. 73Vall. n. 390Baehr.). 1550. 

3) Cic. ad famil. 7, 5, 3 non illo veiere verbo tneo , , , sed 
more Bomano, ohne Hinterhalt, aus wahrer, aufrichtiger Ge- 
sinnung, ad famil. 7, 16, 3 utrum Bomano more locutus sit, 
wörtlich genommen. 7, 18, 3 Ego te Balbo . . . more Bomano 
commendabo. Vgl. Bomane bei Gell. 13, 22 (21), 2. 'Deutsch 
und gut' (Körte n. 1051). S. LcUinus, 

Romulus. 1551. 

Cic. de leg. 1, 3, 8 quae ab isto mMo praedicari, quam, ui 
aiunt, de Bemo et Bomulo, von abgelegenen, jetzt nicht mehr 
interessierenden Dingen handeln. 

rosa. 1552. 

Amm. Marcell. 16, 7, 4 sed inter vepres rosae nasountur 
et inter feras nonnullae mitescwnt. Hieron. vit. Hilar. 1 Hilarion 
. . . cum haberet parenies idolis deditos, rosa, ut dicitur, de 
spinis floruit. Hegesipp. pro]. 12 tamquam in spinis rosam 
quaerentes. Sedul. Pasch, op. 2, 2. Vgl. Publil. Syr. 610 Spina 
etiam grata est, ex qua spectaiur rosa, ^Auch unter Dornen wachsen 
Eosen' (Düringsf. I n. 300). 

BoSCiUS. 1553. 

Cic. de orat. 1, 28, 130 liaque Iwc iam diu est consecuius, 
ut, in quo quisque artificio excelleret, is in suo genere 
Boseius diceretur. Brut. 84, 290 e^ in scaena esse Boscium 
(== perfedum) intellegat. Pest. p. 289 M. (Boscii vtUgo app€Ua)ri 
solent in (omnibus perfecti artibus, quod Boseius) comoedus in (sua 
arte unus tam perfectus fuit, ut ei) nihil deesset (ad absoMionm 
perfectionemque, ut L I) de oratore ai(t Cicero), 

rostrum. i554. 

Fronto p. 102 Nah. Causa morae fuit, quod, cum rescrtbere 
instituissem, quaedam menti meae se offerebant, non snpino, ut 
dicitur, rostro soribenda, Dinge, die man nicht nachlässig nnd 
obenhin behandeln darf. 

rota s. foriuna 2. fimis 2. 1565. 

1) Plaut. Pers. 443 eitius . . . Äbeunt, quam in oursu ro- 
tula oircumvortitur. Epid. 369 pro rota me uti licet. 1556. 

2) Plaut. Epid. 3, 2, 35 Vorsutior es, quam rota flgularis, 
durchtriebener als eine Töpferscheibe, * verschmitzter als eine 
Fuhrmannspeitsche'. 



rotundus — rusticitas 303 

rotundus s. diruere. 

rudis. 1557. 

Hör. ep. 1, 1, 2 Spectaium satis et donatum iam rüde, 

schon mit dem Freistabe beschenkt, entlassen, in den Euhestand 
zurückgetreten. Ov. trist. 4, 8, 24 Me quoque donari iam rüde 
tempus erat. Hart. 3, 36, 10 Ut nondum credas me meruisse 
rüdem? luven. 7, 171. — Cic. Philipp. 2, 29, 74 2'am honus 
gladiator rüdem tam cito (sc. accepistt)? Zur Sache s. Fried - 
länder, Sittengesch. 11^ p. 339. 

ruMgO s. ferrum 2. 

ruere s. caelum 7. 

riiina s. incendium 3. 

rumpere. i558. 

Ter. Ad. 369 Disrumpor, ich platze (vor Ärger).*) Cic. 
ad Att. 4, 16, 10 dirumpuniur, Verg. ecl. 7, 26 invidia riim- 
pantur, mögen sie vor Neid bersten! Prop. 1, 8, 27 rumpantur 
iniqui. (Hör. sat. 1, 3, 136- Bumperis.) Mart. 9, 97, 1 Rum- 
pitur invidia. Calpum. ecl. 6, 80 Rumpor enim. Lucian Tim. 40 
OTTcog ot xolccKEg inBivoi diaQQay&öiv iTto tov (pQ'ovov, Die 
Redensart verdankt ihr Entstehen der bekannten Fabel vom 
Frosch, der ein Kalb gesehen (Hör. sat. 2, 3, 314. Pbaedr. 
1, 24). — Aber man kann auch vor Freude und Vergnügen zer- 
-platzen: Petron 61 gaudimonio dissilio. 75 felicüate dissilio. 
Vgl. risus 1, 

rupes s. puteus 2. 

ms. 1559. 

Verg. georg. 2, 412 Laudato ingentia rara, Exiguum 
colito. Servius: Hoc etiam Cato ait in lihris ad filium de ag^'l- 
cultura (p. 79 Jord.). Colum. 1, 3, 8 nam huc pertinet praeclara 
nostri poetae sententia: Laudato ingentia rura, exiguum colito, 
Qaod vir eruditissimus, ut mea fert opinio, traditum vetus prae- 
ceptum numeris signavit, quippe acutissimam gentem Poenos di- 
xisse convenit, imhecilliorem agrum quam agricolam esse 
dehere, 'Der Acker mufs' schwächer sein wie der Bauer* (Körte 
n. 32), d. h. wenn der Bauer weniger Geld- und Arbeitskräfte 
hat, als sein Acker bedarf, so kann er ihn nicht gehörig aus- 
nützen. Vgl. Pallad. 1, 6, 8 Fecundior est culta exiguitas, quam 
magnüudo neglecta. Für den Wortlaut bei Vergil war jedenfalls 
nicht ohne Einflufs Hesiod opp. 643 iV^' oliyriv alvstv^ (isydlri 
d' ivl (poQxla d-ie^ai. 

[rusticitas. i560. 

Ennod. p. 5, 20 Vog. parum doctos fahricata latinitate et, ut 
aiunt, artifioi rustioitate perducit, mit erkünstelter Einfalt.] 

*) Vgl. Bacch. 251 Heu, cor meum et cerebrum . . . finditur, Istius 
liominis tibi fit quomque mentio. Pers. 3, 9 Findor, ich berste (im Zorn). 



304 rusticus — Sabious 

rustieus s. rhetor. 

ruta. 1561. 

Petron 37 quemvis ex istis babaecälis in rutae folium eoni- 
ciet. 58 Nee sursum nee deorsum non cresco, nisi dominum tmm 
in rutae folium coniecero, ich will ihn in den Sack stecken, so 
klein kriegen, dafs er auf einem ßautenblatte Platz hat. (Andere 
Erklärungen s. bei Burmann zu c. 37.) Ebenso Hart. 11, 31, 16 
Ut candat vario vafer sapore In rutae folium Capelliana, auf 
einen kleinen Raum. Friedländer, Sittengesch. 11^ p. 474 denkt 
an *ein Märchen vom Däumling wie Grimm 37 und 46, wo der 
an den Kräutern auf und abkriechende Däumling mit dem Grase 
der Kuh verschluckt wird'. 

rutruiD s. sarculum, 

s 

Sabina. i562. 

Hör. epod. 2, 41 Sahina qualis . . . uoi^or Äpuli,*) Prop. 2, 
32, 47 qui quaerit Tatios veteres durosque Sabinos u. s. w. 
Ov. am. 1, 8, 39 Forsitan immundae Tatio regnante Säbinae Noh- 
er int häbUes pluribus esse viris. 2, 4, 15 rigidasque imitata Sa- 
hinas. 3, 8, 61 exaequet ietricas licet illa Sahinas, medic. fac. H. 
Mart. 1, 62, 1 Casta nee antiquis cedens Laevina Sahinis. 
11, 15, 2. luven. 10, 299 ac veteres imitata Sahinos. Colum. 12 
praef. 10. Die Rauheit und Sittenstrenge der alten Sabiner 
bildete einen beliebten Kontrast zu der überfeinerten und sitten- 
losen Gegenwart. 

SaMnus. i563 

Fest. p. 325 M. Sabini quod (voluut somniant vetus) pf^- 
verbium e(sse et inde manasse ait) Sinnius Capit(o, quod ?w^" 
tienscumque sacrijficium propte(r viam fieret, hominem) Sahinuw 

• 

ad (illud adhibere solehant). nam is pr(omittehat se pro Ulis somm^- 
tu)rum. idemque, (postquani evigilasset, sacra) facientihus (narrat 
onme quicquid) in quiete vi(disset .... unde venisse dicitur) «^ 
pro verbium (Sabinos solitos quod) vellent somn(iare). So nach 
Scaligers Ergänzungen. Angewandt wurde das Sprichwort jeden- 
falls auf abergläubische Menschen.**) Vgl. anus 3. 

Saccus. ^ 

Plaut. Capt. 90 Vel extra portam trigeminam ad* saccum UM 
den Bettelstab ergreifen, betteln gehen. Der Ausdruck ist jedoch nicht, 
wie Georges annimmt, sprichwörtlich. 



*) Auch die Apulier galten als bäurisch: Plaut. Mil. glor. 654 
Ephesi sum natus, noenum in Apulis. 

**) S. luven. 6, 646 aere minuto Qucdiacumque voUs^ ludaei 8omni<i 
vendunt. 



sacrum 



sal 305 



sacruin s. heredüas. 1564. 

Plaut. Capt. 617 Nunc ego owmino occidi; Nwnc ego Inter 
sacrum saxnmqne sto, nee quid faciam scio («= Cas. 5, 4, l). 
Apul. met. 11, 28 plurimum ergo durüia paupertatis intercedente, 
quod ait vetus proverhium, inter scLcrum et saxwm positus 
cruciäbar. ^Zwischen Hammer und Ambofs, zwischen Thür und 
Angel, zwischen Kugel und Ziel' (Düringsf. II n. 764. Borcbardt, 
die sprichw. Redensarten n. 38). Das Sprichwort entstand aus 
dem uralten Brauche, dafs beim Abschlüsse von Verträgen der 
pcUer patratus dem zu opfernden Schweine (sacrum) den Kopf 
mit einem Kieselsteine zerschmetterte (Liv. 1, 24). 

saecaluni s. aureus, 1565. 

Censorin 17, 13 ut multa alia, quae rara sunt, post sae- 
oulum evenire loquentium consuetudo usurpat, das passiert 
erst in 100 Jahren einmal. 

sagitta. 1566. 

Hieron. ep. 52, 14 Sagitta in lapidem numquam figitur, 
interduxn resiliens percutit dirigentem, ^und auf den Schützen 
fliegt der Pfeil zurück'. 125, 19. Auson. epigr. 68, 8 Seh. (72) 
Auctorem feriant tela retorta suum. Senec. epigr. (Baehr. 
P. L. M. 4, 22, 8) Et repetunt motum saxa remissa caput. Vgl. vox. 

Sagra. 1567. 

Cic. de nat. deor. 3, 5, 13 Nam de Sagra Graecorum etiam 
est Vulgare proverhium, qui quae affirmant oertiora esse dicunt, 
quam illa, quae apud Sagram. Zenob. 2, 17 Sckrj^iatEga 
r&v ijtl Zayqa' inl r&v Ttdvv &X7]d'&v, Strabo 6, 1, 10. Macar. 

1, 84. Über den Ursprung der Eedensart s. Zenob. a. a. 0. Cic. 
de nat. deor. 2, 2, 6. Justin 20, 3. 

Saguntum. i568. 

Liv. 31, 17, 4 adeo renuntiata haec legatio ab indignatione 
simut ac desperatione iram accendit, ut ad Saguntinam rabiemi 
versi u. s. w. Die Easerei der Verzweiflung, mit der die Sagun- 
tiner gegen die Eömer kämpften (Liv. 21, 14), scheint sprich- 
wörtlich geworden zu sein.*) 

sal s. amidtia 4. sus 5. 1569. 

l) Plin. n. h. 31, 89 Varro etiam pulmentari vice usos (sc. 
sdte) veter es auctor est et salem cum pane esitasse eos pro- 
verhio adparet. Dieses Sprichwort selbst wohl bei Hör. sat. 

2, 2, 17 cum sale panis Latrantem stomachum hene leniet. Wir 
sagen: ^Salz und Brot macht Wangen rot.' 

*) Auch die fames Saguntina soll sprichwörtlich gewesen sein. 
Dafür spricht aber nur Auson. epist. 22, 2, 42 lamiam JPerusina, iam 
Saguntina fame Lucaniacum liheret. Die übrigen dafür citierten Stellen 
(Flor. 2, 6, 6. Eutrop. 3, 7. Petron 141; berichten nur von der histo- 
rischen Thatsache. 

Otto, Sprichwörter der Bömer. 20 



306 salebra — saltus 

2) PUn. n. h. 31, 102 ibi maxume usurpanda ohser- [1570. 
vatione, quae totis corporibtis nihil esse ntilius sale et sole 
dixit, Isid. orig. 16, 2, 6 Nihil enim utiUus sale et sole. (Sidos. 
Apoll, ep. 9, 42 soli sälique.) 1571. 

3) Plant. Pers. 267 qui salinum servo obsignant cnin 
Bale, von Geizhälsen (^Eümmelspalter'). ^Er schindet die Laus 
des Balges wegen' (DtLringsf. II n. 12). Ähnlich schon Hom. Od. 
17, 455 Oif öv y av l^ oXimv 6a iTcazatin ovd^ aXcc öolrjg. 
Von geringer Beköstigung auch Plaut. Pers. 430 numquam de- 
linget salem. Curcul. 562 hie hodie apud me numquam ddinges 
salem. Ähnlich Rud. 937 hie rex cum aceto pransurus est ä sale, 
sine hono puhnento,*) Die Griechen hatten die Bedensart aXa 
XdyBiv (Diog. Laert. 6, 57) nnd itqhq oiXct SeitivbIv nal %v^tvov 
(Plnt. qnaest. conviv. 10 p. 684 F). 

salebra. 1572. 

Cic. de fin. 5, 28, 84 Yenit ad extremum, haeret in salebra, 
er sitzt auf dem Sande, iin Trocknen. Vgl. lutum 1. 

Saliarls. 1073. 

Cic. ad Att. 5, 9, 1 epiilati essemus Saliarem in modum, 
prächtig, lukullisch. Hör. carm. 1, 37, 2 nu/nc Saliaribus Omare 
pulvinar deorum Tempus erat dapihus. Ps.-Acro: Saliares cenae, 
quas Salii faciebant, dicuntur amplissimi apparatus fuisse, unde 
et in proverbio erat SaUares cenas dicere opiparas et copiosas. 
Apul. met. 4, 22 Salias se cenasse cenas credereL 7, 10. 9, 22 
pudica uxor . . . C€na>s Saliares comparat Tertull. apolog. 39 Sa- 
lus cenaturis creditor erit necessarius, Auson. epist. 9, 13 nam 
mihi non Saliare epulum. Symmach. ep. 1, 23. Gleichbedeutend 
ist Plaut. Men. 101 Cerealis cenas dat, ita mensas extruü. 
Hör. carm. 2, 14, 28 Pontificum potiore cenis. Mart 12, 48, 12 
Nee CapitoUnae pontificumque dapes. Auch wir sprechen* von 
einem Trälatenessen'.**) 

salinmn s. sal 3. 

saliya. 1574. 

Senec. ep. 79, 6 Aut ego te non novi, aut Aetna tibi salivain 
movet, wässert dir den Mund. Vgl. Petron 48 quibquid ad 
salivam facit, was den Gaumen reizt. 

saltus s. aper 1. 



*) Eine ganz gewöhnliche Metapher ist 8al{esj in der Bedeutung 
von ^Witz'. Sprichwörtlich klingt höchstens CatuU 86, 4 nulla in tarn 
magno est crrpore mica salis, und Mart. 7, 25, 3 Nullaque mica salis. — 
Plin. n. h. 23, 149 ad dito sali 8 grano in einem Rezept iat buch- 
stäblich gemeint. 

**) Der Ausdruck cena dubia (Ter. Phorm. 842. Her. sat. 2, 2, 77) 
ist kaum sprichwörtlich. 



Salus — sapere 307 

Salus. 1575. 

Plaut. Capt. 529 Neque iam Salus servare, si volt, me 
potest. Most 351 Nee Salus nöbis saluti iam esse, si cupiat, potest 
Ter. Ad. 761 ipsa, si cupiat, Sälu^ Servare prorsus nan potest. Cic. 
p. Font. 10, 21 Salus ipsa virorum fortium innocentiam iueri non 
potest Verr. 3, 57, 131 quo ex iudicio te ulla Salus servare 
posset? Von Leuten, die unrettbar verloren sind. 

sambuca. i576. 

Fers. 5, 95 Sambueam oitius caloni aptaveris alto, eher 
wirst du einem (rohen, ungeschlachten) Lastträger die Harfe 
lehren. Vgl. asinus 5. 

Samius. 1577. 

Plaut. Bacch. 202 Sds tu ut oonfringi vas oito Samium 
seiet. Capt. 291 Ad rem divinam . . . Samiis vasis utitur. 
Men. 179 Metuis, credo, ne fores Samiae sient C= fragües).*) Lu- 
cilius (13, 4M. n. 324Baehr.) Et non, pauper utei, Samio curto- 
que catinOs (Tibull 2, 3, 47 At tibi laeta trähant Samiae con- 
vivia testae,) Das samische Geschirr war bekannt als billig, aber 
schlecht und leicht zerbrechlich (Bunzlauer Wariö). Marquardt, 
Privatleben p. 661. 

sanguis s. Mrudo. sucus, su:äor, 

sanna. 1578. 

TertuU. adv. nat. 1, 17 Sed non dicimus deum imperatorem: 
super hoc enim, quod vulgo aiunt, sannam faoimuB, darüber 
schneiden wir eine Grimasse, machen wir uns lustig (eine vul- 
gäre Phrase).**) Aristoph. Byz. bei Miller, M61anges p. 427 
Zdvvag 6 (icjQog, Eustath. p. 1761, 23. 

sapere s. dicere 2. 1579 

1) Ennius bei Cic. de off. 3, 15, 62 Nequiquam sapere 
sapientem, qui ipse sibi prodesse non quiret. ad famil. 7, 
6, 2 illud semper memento: Qui ipse sibi Sapiens prodesse 
non quit, nequiquam sapit (v. 240Eibb. p. 130 V.). ad famil. 
13, 15, 2 praecepta Ijbqmiöov: Mtaö cotptox'fiv^ Sang ov^ 
aix^ 60(p6g (fr. 905 N.). Apost. 11, 71^. Menand. monost. 332. 
Plato Hipp. mai. p. 283 B accl TtoXXoig övvdoKSt^ Szt tbv aog)bv 
aMv a-ÖTw (idUata Sei aog)bv slvat. *Das ist fürwahr kein weiser 
Mann, Der sich nicht selber raten kann.' Vgl. älter 4. 1680. 

2) Ter. Heaut. 923 Foris sapere, tibi non posse te auxi- 
liarier? Phaedr. 1, 9, 1 Sibi non cavere et aliis consilium 
dare Stultum esse. Vgl. Apost. 2, 26 aXlcnv laxqhg aixog 
%ly{,£<Si ßQV(ov. ^Anderen kann er helfen, sich selbst aber nicht.' 
S. via 4. 



*) Vgl. Stich. 694 nos nostro Samiolo poterio . . . bihimus. 
♦*) Vgl. 0. Jahn zu Pers. 1, 62. 

20* 



«308 sapiens — Sardns 

gapieng s. dkere 2. I58i. 

1) Hör. sai. 2, 3, 296 Stertinkis sapientnin ootavus, der 
achte Weise (ironisch von einem, der sich selbst fQr weise hält). 
AuBon. ep. 22, 2, 25 Seh. Sapiensque supra Graeciae Septem 
viros Octavus accessit sophus. So sprechen auch die Griechen 
von einer zehnten Muse (Anthol. Pal. 9, 571. 9, 515. 5, 146). 
Vgl. Thaies. 1582. 

2) Donat zu Ter. Hec. 696 (Plane hie divinai) TJnde pro- 
verbium: aiunt divinare sapientem: guia gwi dicU verum, di- 
vmis est 

sapientia s. paUmn 3. 

sarcina. 1533. 

Varro r. rust. 1, 1, 1 ut saroinas colligam, antequam pro- 
ficiscar e vita, um mein Bündel zu schnüren, d. h. um mich bereit 
zu machen. Vgl. luven. 6, 146 Collige sarcimdas, schnüre dein 
Bündel. 

sarcinator s. cento, 

sarculum. 1584. 

Pomponius v. 90Bibb. (Non. p. 18, 21) Saroulum hinc lllo 
profeotus illim redüsti ratrum, du hast dich in der Fremde 
nicht geändert. 

Sardinia. i585. 

Mart. 4, 60, 5 cum mors VenerU, in medio Tlbure Sar- 
dinia est. Die üngesundheit dieser Insel war sprichwörtlich. 
S. Mela 2, 7, 19. Ätrabo 5 p. 225. Tac. ann. 2, 85. S. Nissen, 
Ital Landeskunde I p. 357. 

Sardonlus. i586. 

Yerg. ecl. 7, 41 Imtno ego SardonüB videar tibi amarior 
herbis. Nemes. ecl. 4, 53 Sardoaque gramina vincet. Der 
Genufs dieser sardinischen Pflanze (einer Art Banunkel) von bit- 
terem Gesohmacke sollte auch nach dem Glauben der Alten 
krampHiaftes Lachen erregen, das schliefslich zum Tode führte 
(Pausan. 10, 17, 7): Salvian gub. dei 7, 1, 6 SardonioiB quodam- 
mixio herbis otHnePH Eamofwrum populum putes satnratam: mo- 
ritur et ridet. Daher war bei den Griechen das sardonische 
Lachon sprichwörtlich ^i x&v inl xcaw yslfovxcDv. Zenob. 
5, 85 ^(tti^oviog yikfagj wo auch die sonstigen zahlreichen Er- 
kl&rungmi des Spiich wertes lu finden sind. Apost. 15, 35. Schon 
Hom. Od, 20, aOl f. Aesch, fr. 455 N. Sophod. fr. 163 N. S. 
li. Mtnvklin^ Die Tolossage und das Sardonische Lachen. Peters- 
burg 1851, 

Sardus« i587. 

i) Oic. ad faiu. 7, 24, 2 Hohes Sardos venales, aUam alio 
u«quiorom^ von Leuten« die gar keinen Wert haben. Fest. 
^^ CV.}:}M. vN\ir</f rtnälfs, (aJins dlio nequ)ior: ex hoc natum 



sarire — sator 309 

(proverhium vid)etur, quod ludis (CapUolmis qui) fitmi a vica/nis 
(praetextaiis au)ctio Veientium (fieri seilet), in qua nomssitnus (idem- 
que det€r)rinms producUur (a praecone) senex cum toga praetexta 
huUaque awrea, qi40 cultu reges soUti sunt esse E(tru8)coirum, qm 
Sardi appeUantur, quia Etrusca gern orta est Sardibus ex Lydia*) 
, , , . At Sifmius Capiio ait Ti, Gracchum consulem . . . Sardiniam 
Corsicamque suhegisse, nee praedae quicquam aliud quam mancipia 
captum, qmrum vüissima multitudo fuerit, Aurel. Vict. vir. il- 
lustr. 57, 2 (Tih. Scmpronius Gracchus) domuit . . . Sardiniam, 
tantumque captivorum adduxU, ut longa venditione in proverhium 
veniret: Sardi venales. Jedenfalls waren die Sklaven ans Sar- 
dinien nicht viel wert. 1688. 

2) Novius V. 45 Eibb. (Non. p. 200, 9) pectmia Quid? bomim 
breve est, respondi, Sardis veniens oaseum, so wenig dauerhaft 
und haltbar, wie sardinischer Käse. 

sarire s. saxum 3. 

sartns. i589. 

Flaut. Tiiu. 317 Sarta teota tua praecepta usque habui, ich 
habe deine Vorschriften immer heilig gehalten wie ein Evange- 
lium. Cic. ad fam. 13, 50, 2 hoc mihi da atque largire, ut 
M\ Curium S(xrtum et tectum, ut aiunt, (heil und gesund), ab 
omnique incommodo detrimento molestia sincerum integrumque con- 
serves.**) Der Ausdruck wurde zunächst gebraucht von Baulich- 
keiten, die von den Censoren in guten Zustand gebracht sind 
(ausgebessert und gedeckt). Vgl. Cic. Verr. 1, 51, 136. ep. fam. 
13, 11, 1. 

satio. 1590. 

Colum. 11, 2, 80 Vetus est agricolarum proverhium, 
matnram sationem saepe decipere solere, seram numquam 
quin mala sit. Plin. n. h. 18, 204 Sunt qui properent atque ita 
pronuntient, festinatam sementem saepe decipere, sero- 
tinam semper. Dagegen sagt ein deutsches Sprichwort: ^Frühe 
Saat trügt oft, späte selten' (Körte n. 6424). Doch auch: *Frühe 
Saat hat nie gelogen, allzu spät hat oft betrogen' (Wander, 
Sprichwörterlex. HI p. 1786). 

' [satis. 1591. 

Plaut. Stich. 732 Ohe, iam satis est. Gas. 2, 3, 32 Ohe, 
iam satis, uxor, est. Mercat. 730. Hör. sat. 1, 5, 12 Ohe, Iam 
saUs est (»» Mart. 4, 99, 1). Es war also ein stehender Ausruf.] 

satisfacere s. corium 2. 
sator s. metere 1. 



*) Ebenso Hut. vit. Bomul. 25. quaest. Rom. 58 p. 277 C. 
**) Lucil. &. 26, 26 M. sarias Uctas ditias, beruht auf sehr un* 
sicherer Konjektur. S. Baebr. n. 429. 



310 satrapa — Scabies 

satrapa s. Persa 1 Anm. 

Satnrnalla. 1592. 

Petron 44 semper Satumalia agnnt, sie haben immer Fest- 
tage. Benec. apoc. 12 Dicebam vobis: non semper Satumalia 
erunt, Lucian de merc. cond. 16 oisi yaq &b\ Jiovvöia eoq- 
xa^ttv; ^£8 ist nicht immer Kirmes' (Düringsf. I n. 20). 

saxens s. saxum 2. 

saxum 8. gutta 2. lapis 2. 6. sacrum. scopuhs 1. 2. 
silex 3. 1593. 

1) Prop. 1, 16, 29 j^i^ licet et saxo patientior üla, — Ov. 
met. 14, 712 Durior et ... saxo. art. am. 1, 475. TibuU 1, 10, 69 
lapis est, Ben. rhet. controv. 1, 3, 11 durius saxo. San. nat. 
quaetit. 4, 3, 4 magis saxo durum. Herc. Oet. 1272. MarL 9, 
46, 6 Durior ipse fuU (saxis). Paneg. 3, 2 p. 103 B. Venant. Fort. 
oarm. 3, 1, 2 marmore durior. Greg. ep. 9, 122 saxeum peäus. 
Plato Hipp. mai. p. 292 oidiv aot fi&XXov ysycuvstv övvcL\tai^ ^ 
«rfiot 7ra^exad^(To it/^o^. y^^. scopulusl. ferruml. süexl. 1594. 
'2) Catull 64, 61 Saxea nt efftgies bacchantis, wie ver- 
steinert vor Schreck. Ov. her. 10, 50 Quamque lapis sedes, 
tarn lapis ipse fui. met. 3, 419 Haerä uit e Pario formatum 
marmore Signum. 5, 509 stupuit ceu saxea. 13, 540. Stat. 
Tbeb. 6, 723. sApul. met. 3, 10 gdidus nihü secus, quam um 
de ceteris theairi statuis vel columnis, zu Stein erstarrt. Lacian 
imag. 1 aitb yciQ roi) fiv&ov inetvo [aixqov öioa Xld-og i^ av- 
&q6tcov CGI yeyovivat nBTttiycDg iTcb tov d'aviiarog. Apoll. Bhod. 
4, 1278 &%l)Vxoi6iv ioiKoxeg eldmloiatv. S. lapis 3. 1595. 

3) Hart. 3, 93, 20 Quid? sarire quis velit saxum? 'Wer 
möchte einen Stein bearbeiten wollen? (von erfolgloser, unnützer 
Arbeit! 1596. 

4) Ter. Eun. 1085 satis diu Jioc iam saxum vorso, schon 
lange genug wälze ich diesen Stein (eine Sisyphusarbeit). Donat: 
Proverbium in eos, qui inexiricabüi Idbore afflicti sunt. Velut 
Sisyphus apud inferos. 

scabere s. muilus 3. 

Scabies. 1597. 

1) luven. 2, 79 sicut grex totus in agris Unius söabie 
oadit 6t porrigine poroi. SchoL: et Vergilius (ecl. 1, 51) ne 
mala vicini pecoris contagia laedant. hoc ex proverbio su- 
mitur: uva uvam videndo varia fit Ambros. de fide 5 proL 4 
ne unius erraticae ovis Scabies serpenti ulcere totum gre- 
gem contaminet Hieron. comment. in Galat. 3 (p. 489Vall.) 
iuxta vulgare proverbium: Unius pecudis Scabies totum 
commaculat gregem,*) Ov. rem. am, 613 contagia vites. Haec 

• 

*) Wohl metrisch: Scabies unius totum commacukut gregem. 



scaena — scintilla 311 

eiiam jpecori saepe nocere solent. Vgl. Senec. de ira 1, 15, 2. *Ein 
räudig Schaf steckt die ganze Herde an' (Düringsf. I n. 366). 1698. 
2) Hör. a. p. 417 Oooupet extremum Bcabies, wer zuletzt 
kommt, hat das Nachsehen. Porphyr, hoc ex litsu puerorum su- 
stülit, qui ludmtes solent dicere: Häbeat scäbiem, gudsquis ad me 
venerit novissimus (Baehr. fr. p. E. p. 66). Vgl. L. Müller, Jahrb. 
89 p. 484. Der Ausruf dürfte vielleicht schon zur Zeit des 
Horaz proverbiell gewesen sein. ^Den letzten beifsen die Hunde' 
(Düringsf. 11 n. 35). Wanders Sprichwort aus Franck: ^Den 
letzsten kommen die rauden an' (Sprichw.-Lezikon IV p. 45) ist 
wohl nur eine Übersetzung aus Horaz. 

scaena. 1699. 

1) Cic. ad Brut. 1, 9, 2 Ac mihi tum. Brüte, officio solum 
erat et naturae, tibi nunc popuh et soaenae, ut dicitur, servien- 
dum est, du muTst der Öffentlichkeit dienen, d. h. Rücksicht 
nehmen auf das Urteil der Welt. Vgl. Hör. sat. 2, 1, 71 uhi sc 
a volgo et scaena in secreta remorant 1600. 

2) Cic. de orat. 3, 40, 162 Quamvis sphaeram in soaenam, 
ut dicitur, attnierit Ennius, obgleich er das Wort sphaera ins 
Publikum gebracht,, d. h. zuerst öffentlich gebraucht hat. Vgl. 
.unser: ^aufs Tapet bringen'« 

scalpere b. digitus 12. 

[scamma. leoi. 

TertuU. ad mart. 3 qui vos , . . acL hoc soamma produzit, 
euch auf diesen Kampfplatz geführt hat Hieron. ad loann. Hie- 
ros. 16 (col. 423 V.) de scammate et hco certamvnis egrediens (== a 
proposito digredi), Cassian coUat. 6, 16. Ambros. de off. 1, 16, 59. 
Doch sind diese Wendungen wohl blofs metaphorisch. Vgl. 
Oehler zu TertuU. a. a, 0.] 

SCelns s. ars 4. iniuria 2. 1602. 

Quintil. 7, 2, 44 nam vulgo dicitur soelera non habere 
oonsilium. Verbrecher handeln meist ohne Überlegung. 

schola. 1603. 

Cic. de orat. 1, 23, 105 neque ex soholis cantilenam re- 
quinmt, unpraktische Schulweisheit. Gell. 4, 1, 1 ostentabat quis- 
piam . . . scholica quaedam nugalia, eitle Spitzfindigkeiten.- 
Vgl. decantare, 

scintilla s. flamma 2. 1604. 

Lucr. 5, 609 Aoeidere ex una sointilla ineendia passim. 
(Hör. ep. 1, 18, 85 Et neglecta solent ineendia sumere vires. Liv. 
21, 3, 6 ne quandoque parvus hie ignis incendium ingens exsuscitet.) 
Gurt. 6, 3, 11 Parva saepe scintilla contempta mugnum • 
excitavit incendium, luven. 14, 244 ignem, cmus scintülas ipse 
decUsti, Flagrantem lote et rapient&m owncta videhis. Ambros. 
enarr. in psalm. 1, 27 vel exigua scintUla peccati . . • incendium 



312 scire — sciipns 

grande eoocUat. Hieron. ep. 127, 10 Cementes haeretici de parva 
scintilla maxima saepe incendia concitari. ep. 128, 3 de 
scmtülis incendia coneUare, ep. 148, 23 ne ex nohis sciniiRa pro- 
cedat, per quam adversus nos sinistrae famae flamma oonflelur. 
S. Yalerian (Migne 52 col. 711) ^ denique sd/ntüla quam visparva 
flammas evotnU et ex nihilo exorta magna freguenier movet incen- 
dia.*) *Aas einem kleinen Fünkchen wird oft ein grofses Fener' 
(Dtlringsf. I n. 527). Jes. Sir. 11, 33 Aas einem Fanken wird 
ein grofses Feaer. 

scire s. musica, omms 2. 1605. 

1) Plant. Bacch. 791 Scio me esse servom; nesoio etiam 
id, quod scio. Mil. glor. 572 etiam illud, quod scies, nesci- 
veris. 476 Ergo si sapis, Musiitäbis; plns oportet soire ser- 
vom, quam loqui. Epid. 59 scd taceam, qptumum est; plus 
scire satius est quam loqui Servom hominem. Ter. Eun. 721 
si sapis, Quod scis, nesds. Donat: Proverhiale est et muUum 
apud dialecticos tradatum, ut: facto et non fado, et: amicus sum 
et non sum etc, Ter. Heaat. 748 Tu nescies quod scis, Dromo, si 
sapies, was da weifst, behalte fdr dich. Antiphan. fr. 194Eock 
(Mein. fr. conL gr. 3 p. 109) oöcc yccQ pltf^' oix olad'a vvv. 
^Diener mehr wissen als reden müssen' (Körte n. 1087)- 1606. 

2) Ter. Eon. 72 prudens scienB Vivos vidensque pereo, 
mit Yollem Bewafstsein and mit Absicht (vgl. Heaut. .633). 
Ribb. trag, ine* ▼. 145 prudens et sciens Ad pestem ante ocidos 
positam (stm^ profectus) nach Cic. ad fam. 6, 6, 6. Cael. bei Gic 
ad fam. 8, 16^ 5 nee te sciens prudensque eo d^nittas, unde exihm 
vides nutlum esse, Cic. p. Marcell. 5, 14 prudens et sciens tamquam 
ad interitum ruerem vohmtarium. Senec. ep. 114, 21. qui non casu 
errant, sed sdentes volentesque. (consol. ad Marc. 17, 5.) Saeton. 
Nero 2. Lactant. inst. 2, 3, 3 prudens et sciens pedem lagueo in- 
serit. 6, 12, 13 prudens ac sciens in hos se laqueos induit. Hieron. 
ep. 54, 1 sciens et videns, adv. Raf. 2, 32 sciens et prtulens, Cas- 
sian coli. 17, 31 prudens, ut dicitur, laqueo pedem indidi, Boeth. 
consol. phil. 4, 1 sdentes volentesque. Ennod. p. 26, 3 Vog. sciens 
prudensque. Qaerol. p. 11, 11 Peip. sciens prudensque.**) 'Mit 
sehenden Aagen, absichtlich in sein Verderben rennen.' 

scirpens s. sdarpus 2. 

scirpns. 1607. 

l) Fest. p. 330 M. inde proverhium est in eas natum res, 

quae nullius impediimenti swnt, in scirpo nodum quaerere. En- 

*) In diesem Sinne Prop. 1, 9, 18 Haec est venturi prima fa- 
Villa (der erste Funke) mali. 

**) S. Landgraf, Bl. f. bayr. G.-W. 1880 p. 318 Anm., der die For- 
mel als eine juristische nachweist^ und zu Cic. p. Rose. Amer. 20, 65. 



scopa — scopulus 313 

nius: Quaerunt in scirpo, soliti quod dicere, nodum (p. 126Vahl. 
n. 347 Baehr.). Plaut. Men. 247 In scirpo nodum quaeris, du 
suchst Schwierigkeiten, wo keine sind. Ter. Andr. 941 noömn in 
scirpo quaeris. Lucil. bei Donat zu Ter. Andr. a. a. 0. nodum 
m scirpo insanu' facessere vulgus (fr. 1, 36M.*) n. 16 Baehr.). 
Hieron. adv. loann. Hieros. 3 (col. 409 Vall.) Qui inimicus est, 
etiam in scirpo nodum quaerit, adv. Pelag. 2, 30 (col. 780 V.) 
non est necesse nodum in scirpo quaerere, Fehler suchen, wo keine 
sind. Augustin c. lul. 2 c. 215 (Migne 10, 2 col. 1233) ineptis- 
sime in scirpo nodus quaeritur. Paul. Nol. ep. 37, 1 Sed nodus in 
scirpo et naevus in lumine potuit inveniri, Flecken in der Sonne. 
Ennod. p. 64, 20Vog. numquam hene nodus in scirpo quaeritur. 
Isidor orig. 17, 9, 97 jß^ in proverhio: Qui inimicus est, 
etiam in scirpo nodum quaerit, sucht überall Fehler. Zur 
Erklärung Auson. 26, 1, 36 Seh. nmnerorum naturam non esse 
sdrpum, ut sine nodo sint, ohne Schwierigkeiten. In den späteren 
Autoren ist aber der Begriff ^Schwierigkeiten' zurückgetreten 
gegen den von Fehlem und Schwächen. Vgl. auch nodu^s, 1608. 

2) Novius V. 79Ribb. (Fest. p. 330 M.) Sume arma, iam 
te ocoidam clava soirpea, etwa: ich will dich mit einem Stroh- 
halme totschlagen. Anscheinend sprichwörtliche Hyperbel. 

scopa« 1609. 

Cic. ad Att. 7, 13^, 6 L. Caesar em vidi Minturnis . . . cum 
äbsurdissimis mandatis, non hominem, sed scopas solutas. orat. 
70, 235 Isti autem, cum dissolvunt orationem, in qua nee res nee 
verhum ullum est, nisi abiectum, non clipeum, sed ut in pro- 
verhio est (etsi humilius dictum est, tamen simüe est) scopas, ut 
iia dicam, mihi videntur dissolvere. Aus einander genommene 
Reiser taugen noch weniger, haben noch geringeren Wert als 
der gebundene Besen.**) 

scopulus s. süex 2. 1610. 

1) Hör. cann. 3, 7, 21 soopulis surdior Icari, Porphyr. 
surdi autem scopüli dici solent, quod quasi preces non exaudiu/nt 
Her. epod. 17, 54 Non saxa nudis surdiora navitis, Ov. met. 
13, 804 Surdior aequoribus. Senec. de benef. 7, 23, 1 His immo- 
hüior scopulis, gefühlloser (= Ov. met. 13, 801). Hippol. 530 f. 
ApolL Sidon. ep. 4, 23, 2 scopulis durior duras. Ov. heroid. 8, 9 
Surdior üle freto. Eurip. Med. 28 &g dh nixQog i) d-ccXdööi^og 
^lvS(ov &»ovsi. Androm. 537. Apost. 11, 95 vavg [oietevsi 
TtixQav: htl z&v ütpöÖQct ivatad^mv. Diogen. 6, 79. Append. 

*) So L. Müller. Lachmann schreibt insane, fac aere volnus. 
Dziatzko: insano facere ulctts mit den Hss. (ebenso Baehr.). 

**) Die gewöhnliche Übersetaung von scopas dissolvere, 'etwas in 
Unordnung bringen', findet in dem Wortlaut der beiden obigen Stellen 
keinen A^alt. 



314 scorpius — scatum 

proY. 3, 68 1^G> Xalitg, Eustatb. p. 1622, 44 ytgbg iiv(iciva ka- 
Aav. Vgl. saxum 1. süex 1. 1611. 

2) Plaut. Most. 677 nunc quid dicam, nescio: Itemm iam 
ad unum Bazum me fluotus fenint, wieder gerade in dasselbe 
üngemacL (Mercat. 198 Verum video med ad saxa saevis 
ferri flucfibus, dafs ich in eine gefllhrlicbe Lage gerate.) 
Ribb. trag. ine. 139 (Cic. de orat. 3, 41, 166) neque me patiar 
Herum ad unum scopulum ut ölim classem Ächivom offen- 
dere. Ov. ex Poot. 4, 14, 21 Ad veteresscopulos Herum de- 
vertor. trist. 1, 1, 85. Vgl. lapis 6. 1612. 

3) Ter. Phorm. 688 cm, si quid velis, Hnio mandes, qui 
te ad soopolnm e tranqnUlo auferat, von einem ungeschickten 
Tölpel gesagt, dem man blofs einen Auftrag zu geben braucht, 
damit die Sache scheitere.*) 

scorpius. 1613. 

Hieron. adv. loann. Hieros. 7 (col. 415Vall.) Ut appamerit 
soorpius, illioo conterendna est ist wohl eine Reminiscenz an 
das griechische Sprichwort inb navzl kC&(p OKOQTtpog (ini 
noXvTtkri^lag t&v Ttavxaxov Svroov novrjQd^v av^QfOTtoov Macar. 8, 69. 
Zenob. 6, 20. Aristoph. Thesmoph. 529). 

scribere s. aqua 5. 

scripnlus s. teruncius. 

scmposus s, via S. 

scurra. leu. 

Cic. p. Quint. 17, 55 Vehis est de soTura multo faoilius 
divitem, quam patrexn familias fieri posse (citiert von Aquil. 
Rom. 4). Porphyr, zu Hör. ep. 1, 17, 58 Hinc etiam prover- 
hium naium est: Qui semel scurra, numquam pater fami- 
lias. Aus einem Lebemann wird eher ein reicher Mann, als ein 
ordentlicher Familienvater; wer einmal ein lustiger Bruder, wird 
kein Familienvater. *Wer das Landstreichen gewohnt ist, dem 
wächst kein Sitzefleisch mehr.' Über diese (ältere) Bedeutung 
des Wortes scurra s. Brix zu Plaut. Trin. 202 und Riese zu 
Catull 22, 12.* 

scutnm. 1615. 

l) Cic. ad Att. 15, 29, 1 Sextum soutum abioere ndebam, 
dafs er die Waffen streckte, sich der Eriegsgedanken entschlüge 
(^itlfuCTtlg), Lucian lupp. trag. 41. S. hasta,**) 

*) Als proyerbiell wird yon Erasmus u. a. aoff^efafst Oy. met. 
3, 692 ne scopuUs haererem semper in isdem, um nicht immer 
un der Scholle zu kleben. Allein der dies sagt, ist ein Fischer, der 
sein Handwerk aufgiebt und Seemann wird. Die Worte sind also ganz 
wörtlich zu nehmen. 

**) Cic. de orat. 2, 72, 294 ut non modo non abiecto, sed ne re- 
iecto quidem scuto fugere videar, vom Redner, der seinen Rückzug 
deckt, ist rein metaphorisch. 



Scylla — sella 315 

2) Petron 61 per flontum per oeream ego agmavi, [1616. 
quemadmodum ad ülam pervenirem, ich habe alle Anstrengungen 
aufgewandt, mochte es biegen oder brechen. (Schild und Bein- 
schiene schützen den Soldaten, so dafs der Feind nicht an ihn 
herankommt.) 

Scylla 8. Charyhdis. 

Scytha. 1617. 

Curt. 7, 8. 23 Soythamm solitudines graecis etiam pro- 
verhiis audio eludi, Append. prov. 4, 75 ZkvO'&v iQri(ila: inl 
T&v iifriiwviiivmv iütb xtv&v' xal xa iqri^oxBQa g>a&i xr^g ÜKv^lag 
i^rifiCag elvM (vgl. Macar. 7, 66). AnsfÜhrlicher in einer Pariser 
Hs. bei L. Cohn, Zu den Parömiographen p. 71 £kv&&v iqrnnUxi 
&jto x&v &nog>vy6vxG)v i^ ^Eg>i(Söv ÜKv&mv. tpoßriQ'ivxBg yaq yuA xa- 
Qax&ivxeg %axa yvmfiriv Id^ifiiöog xal x&v ^Eq>ri0l(ov övveTCixid'efiivoDv 
icjuoXovxo. xl^Bxat xolwv inl x&v iQrifiovfiivcav ino xtvog' (pafisv 
yag xavxa iQ7if£6xsQcc slvat xtjg x&v Z%v&&v iQrj^lag, Aristoph. 
Acham. 704. Wir würden etwa sagen: leer und einsam wie in 
der Kirche. 

secretum s. flamma 6. 

securis s. crus 1. Tenedius. 

sedere s. Bomanus 1. stare. 

seges s. alimus 1. 1618. 

1) Plin. n. h. 18, 200 Huc pertinet oraculum illud magno- 
pere custodienä/um: segetem ne defrudes, versage dem Acker 
nichts, säe nicht zu wenig. Ebenso schon Cato de agr. cult. 5, 4 
segetem ne defrudet 1619. 

2) Senec. ep. 81, 1 et post malam segetem serendum 
est. ^Auch nach böser Ernte mufe man säen' (Körte n. 1467), 
man darf nicht mutlos die Hände in den Schofs legen. 

Seins s. Titms. 1620. l^ 

GelL 3, 9 lemm. Quis et cuiusmodi faerit, qui in proverhio 
fertur equus Seianns. Das Kapitel enthält nach Gavius Bassus 
in commentariis und lulius Modestus in secundo quaestionum con- 
fusarum die bekannte Geschichte von Cn. Seius, welcher ein zwar 
schönes, aber auch ebenso gefährliches Bofs gehabt habe, dessen 
Besitz allen Tod und Verderben brachte (sed eundem equum tali 
fuisse fato sive fortuna ferunt, ut quisquis Jiaheret eum possideret- 
que, Vit is cum omni domo famiUa fortunisque omnibus suis ad 
intemecionem deperiret), § 6 Hinc proverhium de kominibus 
calamitosis ortum dicique solifum: ^iUe homo habet equuxn 8e- 
ianum'. S. darüber Lehrs, Popul. Aufsätze aus dem Altert.^ 
p. 48 f. 

sella. 1621. 

Senec. rhet. controv. 7, 3, 9 Läberium divus lulius ludis suds 
mimum produxit, ddnde equestri ülum ordini reddidit: iitssU ire 



316 semel — senex 

sessum in equestria; omnes Uta se coctrtaverutU, fä venientem tum 
reciperent. Cicero male audiehat tamquam nee P&mpeio eertus 
amicus nee Caesari, sed utritMque adülator . . . Cicero . . . iocatiis 
est: misit enim ad Laberium transewntem: recepissem te, nisi an- 
gusie sederem, Läberius ad Ciceronein remisit: atqui soles dua- 
hxjLB sellifl sedere. Die gleiche Erzählung bei Macrob. sat. 2, 
3, 10. 7, 3, 8. Der Witz des Läberius wäre schal und kaum 
verständlich, wenn er nicht ein bekanntes Sprichwort im Sinne 
gehabt hätte. Es ist kein anderes, als welches noch jetzt fort- 
lebt: ^Sich zwischen zwei Stühle setzen'. *Wer auf zwei Stühlen 
sitzen will (d. h. es mit beiden Parteien hält), fällt oft mitten 
durch' (Düringsf. 11 n. 762). 

semeL 1622. 

Gaudentius (Migne 20 col. 904) Non potest iterari, quod 
semel est omissiim. Was versäumt ist, kehrt nicht wieder. 
Vgl. praeteritus. 

semen s. harena 4. 

sementis s. metere 1. satio, 

semita s. via 2. 3. 4. 5. 

senectiiH s. Aefna 1. paupertas 4. 1623. 

1) Ter. Phorm. 575 Seneotxui ipsa est morbus (citiert 
schol. luven. 10, 219). Senec. ep. 108, 28 sed ait Vergüium semper 
una ponere morhos et senedutem, Non meherctdes immerito: se- 
nectus enim insanahilis morbus est. Schol. Pers. 2, 41 tmde 
dictum est: senectus ipsa morbtis est. Donat zu Ter. a. a. 0. 
Äpollodorus: Tb yfigdg i<srtv aixb voörjfia. ^Das Alter ist an 
sich selbst eine Krankheit' (Düringsf, I n. 80). Vgl. Cic. de se- 
nect. 11, 35 pugnandum tamquam contra morhorum vim, sie contra 
senectutem. 1624. 

2) Cic. de sen. 2, 4 quo in genere est imprimis seneotas, 
quam ut adipiscantur omnes Optant, eandem aoousant ad- 
epti. Apost. 5, 41* yrJQcig iitccv filv &n^^ nag ii%Bxai' ]Jv 
öi not" Sl^f]^ fiifitperat. Euripides bei Apost. 18, 56° (Stob, 
flor. 116, 6) Ä y^aff) otuv ihtlS* iidovr^g ixetg Kai TCag rig £% 
0B ßovXix &v%Qdnt(ov iioXstV Aaßmv de netQav^ (israfiileucv locfi- 
ßcivBi (fr. 1080 N.). Grates fr. 3 p. 810 N. Antiphanes fr. 94. 
238Eock (Mein. fr. com. 3 p. 51). *Alt werden will jeder, alt 
sein keiner' (Düringsf. I n. 66). 

senex s. par 1. 1625. 

1) Plaut. Merc. 295 Senex quom extemplo iam nee sentit nee 
sapü*\ Aiunt solere eum mrsum repuerasoere. Trin. 43 Hie 
iUe est senecfa aetate qui (actus est puer. Seneca bei Lac- 



♦) Vgl. Epid. 3, 3, 11 Frofecto deUramus interdum senes. 'Alter 
schützt vor Thorheit nicht.' 



senex 317 

tant. inst. 2, 4, 14 Non bis pueri sumus, ut vulgo dicitur, 
sed semper, luven. 13, 33 die, senior btdla dignissime, Schol.: 
qucLsi iterum puer. hoc ex proverhlo graeco ölg TtaiÖeg ol yi- 
Qovreg (Aristoph. Nub. 1417. Cratinus fr. 24Kock. Sophocl. 
fr. 447 N. Diogen. 4, 18. Auson. id. 4 praef. (13, iSch.)). Auson. 
id. 4, 65 (13, 2, 55 Seh.) Ohdtictosque seni fades puerascere sen- 
stis? Cato dist. 4, 18 Nam quicumque senex, puerüis senstis in 
iUo est.*) ^Alte Leute sind zweimal Kinder' (Düringsf. I 
n. öl). 1626. 

2) Cic. de sen. 10, 32 Nee enim umquam sum adsensus ve- 
teri tili laudatoque proverhio, quod monet mature fleri senexn, 
si diu velis senex esse.**) Doch äuTsert sich damit Cicero 
nur gegen den Mifsbrauch des Sprichwortes, den wirklich zu 
Grunde liegenden Gedanken spricht er selbst aus 11, 38 üt enim 
adulescentem, in qito est senile äliquid, sie senem, in quo est ali- 
quid adiUescentis , pröbo, Ps.-Auson. sapient. sent. 6, 6 Grata se- 
nectus homini, quae parilis iuventae: lüa iuventa est gratior, quae 
simiUs. senectae, ^Werde jung alt, so bleibst du lange alt' (Dtl- 
ringaf. I n. 70). 1627. 

3) Cic. de sen. 8, 26 ut et Solonem versibus ghriantem vi- 
demus, qui se ootidie aliquid addisoentem dicü aenem fleri« 
ibid. 14, 50 ut honestum illud Sölonis sit, quid ait versicülo quodam, 
ut ante dixi, senescere se mülta in dies addiscentem (Yaler. Max. 
8, 7, 14.) Dafs d.er Vers des Selon bereits bei den Griechen 
geflügelt geworden war, zeigen sowohl die Anführungen der alten 
Autoren (Sophocl. Antig. 711. Plato Lach. p. 188 B. republ. 7 
p. 536 D. Amat. 133 C. Plut. Selon 2), als auch Zenob. 3, 4 
rriQcic%a^ d' alsl noXkcc SiöaCKOfievog: ircl r&v duc xb yiJQdcg 
ifiTtsLQoziQüüv. Zum Gedanken vgl. auch Ter. Ad. 855 ff. S. 
discere 1. 1628. 

4) Fest. p. 326 M. ^Salva res (est, dum oantat) senex', 
quare parasiti Apollinis in scaena***) dictitent, causam Verrius 
in lib, V , . . reddidit, quod P. Sulpicio Cn, FuHvio coss. M. Cal- 
purnio Pisone Pr. Urb. faeiente ludos subito ad arma exierint 
nuntiato adventu hostium, victoresque in theatrum redierint sollicitit 
ne mtermissi rdigionem adferrent instaurandique essent, inventum 
esse ibi C Pomponium libertinum mimum magno natu, qui ad tibi- 
einem saltaret, itaque gaudio non interruptae religionis editam vocem 
nunc quoqu^ cdebrari. Ähnlich Mjthogr. Yatic. 3, 6, 30 . . . hoc 
proverbium dictum est: Salva res est saltante sene, und Sery. 



*) So lese ich diesen Vers. Überliefert ist quocumque sene. 
**) Ribb. com.^ coroll. p. XLYIII stellt folgenden jambiseben Senar 
her: Senex mature fias, ut maneas diu. 
**•) Sibb. com.* p. 400 vermutet in cena. 



318 sententia — serere 

zu Verg. Aen. 8, 110 ... dictum est hoc proverhium: salva 
res est, saltat senex. Dagegen zu Aen. 3, 279 Nam cum Bo- 
mani iracundia matris deum laborarent et eam nee sacrificiis nee 
ludis placare possent, quidam senex statutis ludis circensibus sdta- 
Vit, quae sola fuit causa placationis. unde et natum prover- 
hium est: omnia secunda, saltat senex. Vgl. Macrob. sai 1, 
17, 25 ff. Ribb. com.* p. 399 f. Welches auch der Ursprung der 
Kedensart gewesen sein mag, angewendet wurde sie offenbar in 
den Fällen, wo eine ge^hrliche Sache eine günstige Wendung 
genommen hatte. 

sententia s. homo 9. pes li.*) 

sepelire s. tutor. 

Seplasia i629. 

hiefs eine Strafse in Capua, wo zahlreiche Salbenhändler feil 
hielten (Pest. p. 317M. Ribb. com.^ p. 112). Cic. in Pis. 11, 24 
Seplasia mehercule . . . te, ut primum aspexit, Campanum con- 
sulem repudiavit . , . fuit pompa, fuit species, fuit incessu^s saUem 
Seplasia dignus et Capua. p. Sest. 8, 19 alter (L, Plso) . . . capülo 
ita horrido, ut Capua . . . Seplasiam sublaturus videretur, Varro 
bei Non. p. 226, 16 Yarro SyiMpheho: Hie narium Seplasiae, 
hie hedycrum**) Neapolis (p. 221 Riese, n. 511 B.). Der Titel 
einer Yarronischen Satire lautete nach der Oberlieferung Postumi 
cui seplasia fetet.***) Pomponius v. 160 Ribb. Venu nos rogatum, 
quando nostrae essent Seplasiae. Die Lesart ist jedoch un- 
sicher. Vgl. auch Auson. epigr. 123 (74 Seh.). 

sepulcrum s. memoria, thesaurus 2. 1630. 

Cic. p. Plane. 40, 95 quod dixisti . . . me . . . lapidem e 
sepulohro venerari pro deo, ich verehre einen Grabstein als 
ein Götterbild, d. h. überschätze etwas, lege ihm einen über- 
triebenen Wert bei. S. arx. 

serere s. meiere 3. occare. seges 2. 1631. 

Colom. 11, 1, 29 Quare vulgare illud de arhorum posüione 

rusticis usutpatum: Berere ne dubitesl Eine Anspielung dar- 



*) Unser: ^Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen' 
(Schiller, Demetrius) geht zurück auf Cic. de off. 2, 22, 79 non enim nu- 
mero haec iudicantur, sed pondere, und Plin. ep. 2, 12, 5 numerantur enim 
sententiae, non ponderantur. S. Bücbmann, Gefl. W.*^ p. 136 Aom. 
Apost. 17, 45 T&v itlsUvcav i] 'tf)ijq>os viTLot. ^ 

*•) Bücheier: iiävxovg. 
***) Doch bestreitet L. Müller, wie es scheint, nicht ohne Grand, 
iu Fleckeifl. Jahrb. Bd. 96 p. 509, dafs dies der Titel einer Satire ge- 
wesen. — Für die korrupte Überlieferung vermutet Bücheier (n. 420) 
Fostumi, cur sepl. f.'iy Kiese (p. 199) po%i vtnum sepl. feiet. Gemeint 
scheint wohl ein Fomadenhengst. Vielleicht ist es nicht blofs Zufall, 
dafs auch bei Martial (2, 12) ein solcher den Namen Postumus führt 
(v. 4 Postume, non hene ölet, gut semper bene ölet). Also Postumus? 



seria — servüs 319 

auf bei Verg. georg. 2, 433 Et dubitant homines serer e atque im- 
pender e curam? ^Wer die Spatzea fürchtet, wird nie Hirse säen' 
(Düringsf. I n. 633). 

serla s. doUum. 
serins s. dies 5. 
sero s. Fhryx 2. 

serpens s. anguis. 1632. 

1) Hör. sat. 1, 3, 26 tarn oemis acutum Quam aut aquüa 
aut serpens Epidaurius. Apost. 13, 80 '6g>s(ji>g ofifia: iitl 
T&v ogi; . . . 6q(ovx(ov. Das hellleuchiende Auge der Schlange 
legte den Gedanken nahe, dafs es auch sehr scharf sein 
müsse. 1633. 

2) Quintil. declam. 381 p. 425, 26 Bitter; Parvulae ser- 
pentes non nocent, ferae etiam mcmsuesamt Selbst Schlangen 
schaden nicht, solange sie klein sind. 

serra. i634. 

1) Varro r. r. 3, 6, 1 discessit Fircellius, qui secus si quid 
diceres de iis, gentüitatis causa fortasse tecum duoeret serram, 
er würde mit dir streiten, hadern. Varro sat. Menipp. (p. 174E. 
n. 329 B.) cum portitore serram duxe. Die Bedensart beruht 
auf der gleichen Anschauung wie funem ducere (s. das.), daher 
auch vom Kampfe in der Schlacht gesagt wurde serra proe- 
liari {cum assidue acceditwr recediturque neque ullo consistüur 
tempore Pest. p. 344 M.). 1635. 

2) Tertull. de coron. milit. 3 Et quamdiu per hano lineam 
serram reoiprocabimus?, wie lange sollen wir noch über diesen 
selben Gegenstand (nutzlos) verhandeln? Vgl. incus. 

servare, i636. 

Petron 44 Aediles male eveniat, qui cum pistorihus colludunt: 
serva me, servabo te, sie stecken unter einer Decke. Vgi. 
maims 3. 

serYUS s. dominu>s. sdre 1. 1637. 

Fest. p. 261 M. Quot servi, tot hostes in proverbio est, 
de quo Sinnitis Capito exisdmat errorem hominihus intervenisse 
praepostere plurimis enuntiatihus. vero enim similius esse dictum 
initio: quot hostis, tot servi. Senec. ep. 47, Ö Deinde eiusdem ar- 
rogantiae proverhium iactatur: fotidem hostes esse, quot servos. 
Non häbemus ülos hostes, sed fadmus, Macrob. sat. 1, 11, 13 
Unde putas adrogantissimum illud manasse proverhium, quo 
iactatur totidem hostes nöbis esse, quot servos? Vgl. Varro bei 
Non. p. 356, 21 crede mihi, plures dominos servi comederunt, 
quam canes (p. 220 B. n. 613 B.). Gurt. 7, 8, 28 in^r dominum 
et servum mala amidtia est, Plato de leg. 6 p. 756 E dovkoL yccq 
&v Mxl öeöTtotai oix av tcoxb yivoivto <pllot. Eurip. bei Apost. 



320 sestertiarius — sezagenarius 

18, 4** q>vaBi yccQ ix^q^v t6 6ovlov xolg dsöTCorccig*) *Wie 
viel Knechte, so viel Feinde' (Düringsf. I n. 930).**) Ygl 
Micha 7, 6. 

sestertiarius s. dupondium. 

sexagenarius. less. 

Fest. p. 334 M. Sexagenarios (de ponte olim deiciebani)^ 
cuius causam Mani(lius hatte refert, quod Bomam) qui incoluerint 
(primi Äborigines, aliquem h)ominem, sexagMa (avmorum qui essä, 
immolare) Diu Patri quot(annis soliti fuerint). quod favere eos 
de(stistisse adventu Herjculis, sed religio(sa veteris rüus observatione 
8c)irpeas haminum ef(figies de ponte in Tiberim antiquo modo) mit- 

tere instUuisse***) Sed exploratissimum illud est causae, quo 

tempore primum per pontem coeperunt comüiis suffragium ferre, 
iuniores conclamaverunt, ut de ponte deicerentur sexagenarü, qui 
iam nuUo pubUco munere fimgerentur, ut ipsi potius sibi quam iüi 
deligerent imperatorem: cuius sententiae est etiam Smnius Capito.f) 
Non. p. 523, 21 sexagenarios per pontem mittendos male diu pqpu- 
laritas intellexit, cum Varro de vita populi Eomani lib. II honestam 
causam religiosamque paiefecerit Cum in quintum gradum per- 
venerant atque habebant sexaginta annos, tum denique erant a pu- 
blicis negotiis liberi aique otiosi. Ideo in proverbio quidam 
putant venisse, ut dicereiur, sexagenarios de ponte id est dem 
oportere, quod stiffragium non f erant, quod per pontem ferebanf. 
Beide Erklärungen hat auch Ovid fast. 5, 625 ff. S. noch Non. 
p. 86, 20. Lactant. ep. ad Pentad. 23, 2. instit. 1, 21, 6. Prudent. 
c. Symmach. 2, 295. ff) Portunat. art. rhet. p. 92, 23 H. (sky- 
thische Sitte). Anspielungen auf die populäre Annahme (Hinab- 
stürzen in den Tiber) bei Cic. p. Eosc. Am. 35, 100 Habeo etiam 
dicere, quem contra morem maiorum, minorem annis sexagmta, de 
ponte in Tiberim deiecerit. Varro sat. Men. n. 493 B. acdti sumus, 
tft depontaremur. n. 494 vix effatus erat, cum more maiorum 
. . . de ponte in Tiberim deiurbant. Macrob. sat. 1, Ö, 10 et 
tamquam sexagenarios maiores de ponte deiciesf Was die Er- 



*) Der Vers gehört jedoch dem Hermogenes (rhet. 3 p. 19, 9 W,). 
Vgl. Nauck fr. trag. gr. praef. p. XIII. 

**) Der Volkswitz nannte flüchtige Sklaven mit einem naheliegen- 
den Wortspiele cervi. Fest. p. 343 M. ServoriMn dies festus vulgo ex- 
istimatur Idus Aug., quod eo die Ser. Tullius natus servus aedem Dia- 
nas dedicaverit in Aveniino, cuiits tutelae sint cervi, a qtwrufnr cekritate 
fugitivos vocent cervos. und so Mart. 3, 91, 12 At nunc pro cervo 
(^a servo fugitivo) mentula Si4ppo8ita est, 

***) Über die Argei s. Marquardt, Böm. Staatsverw. III p. 186 f. 
f) Vgl. Fest.-Paull. p. 76M. Depontani senes appellabaniur^ quia 
sexagenarü de ponte deiciebanttir. 

tt) S. Marquardt, Rom. Staatsverw. III p. 187 Anm. 5. Landgraf 
zu Cic. p. Bosc. Am. 36, 100. 



sibi — sidus 321 

klärangen der Alten anlangt, so bemerkt Mommseti (Rom, Staats- 
recht II p. 408 Anm. 2) mit Recht, dafs die Angabe, die über 
60 Jahre Alten hätten das Stimmrecht nicht mehr gehabt, nicht 
im Einklänge steht mit dem, was wir sonst darüber wissen. So 
wird also wohl das Sprichwort, wie viele andere, einem verein- 
zelten, bestimmten Vorfalle sein Dasein verdanken, wie auch 
Sinnius Capito annahm. 

sibi s. älienus 3. alius 1. älte7' 4. 5. 

Sibylla. 1639. 

1) Prop. 2, 2, 16 Etsi Cumaeae saecula vatis agat 
2, 24, 33 At me non aetas mutahU tota Sibyllae. Mart. 9, 29, 3 
Eubaicae nondum numcrahas longa Sibyllae Tempora, Priap. 
12, 1 Quaedam hau minor Hectoris parente, Cumaeae soror, ut 
puto, Sibyllae. Ov. fast, 3, 534 Qu^e sU per cälices facta Sihylla 
suos. Über das Alter der Sibylla s. Ov. met. 14, 143 ff. fast. 
4, 875. Macar. 7, 61 Zißvllrig &QXcet6t£Qog. 1640. 

2) Plant. Pseud. 25 Has quidem pol credo, nisi Sibylla le- 
gerit, Interpretari potis esse alium neminem, um das zu 
verstehen, müfste man ein Prophet sein. Gell. 4, 1, 1 t am quam 
interpres et arbiter Sibyllae oraculorum (nachgeahmt von 
Amm. Marcell. 3, 4, 11). Vgl. Oedipus. 1641. 

3) luven. 8, 126 Oredite me vobis folium recitare Sibyl- 
lae. Schol. est oraculum verum. Ähnlich Theoer. id. 15, 63 
XQfiöfiüDg & Tcgeaß'ötig &,n{p%Bxo d-sisnl^aöcc ^ von einer untrüglichen 
Prophetin. Vgl. Apollo. Dodona. 

Sienlus. i642. 

Hör. carm. 3, 1, 18 non Sioiilae dapes Dukem elaboräbunt 
saporem. Macrob. sat. 7, 5, 24 Modum vero servat, qui sui potens 
est et in mensa Sicula vel Äsiana, Cic. Tusc. 5, 35, 100 (aus 
einem angeblichen Briefe Piatos) vita üla beata, quae ferebatur, 
plena Italicarum Syracusiarumque mensarum nullo modo mihi 
placuit Vgl. Plaut. Rud. 54. Plato republ. 3 p. 404 D UvQaaO' 
Gtav Ö6 . . , tQaTisiav %cci UcKskiKiiv noi%iXlav ^i\>ov . . . 
ovx of^i/ftg; Lucian Demosth. encom. 18. Suid. s. y. Si^zliKii xqa- 
ns^oc. Zenob. 5, 94^v^axot;(r/Q; rqccTts^a: tj noXvrsXrig, ^EdoTiovv 
yccQ ot ÜMsli&rcci. aßqoSCctixoi slvai fi&XXov ndvicav. Das üppige 
Leben an dem Hofe der Tyrannen von Syrakus war wohl eben- 
falls nicht ohne Einflufs auf die Entstehung des Sprichwortes. 
Vgl. Sybaris. 

sidns s. caelum 10. 1643. 

1) Plaut. Poen. 434 Neque stellae in caelo (sc. qu^t 
sunt). CatuU 7, 7 Aut quam sidera mnlta, cum tacet nox, Ov. 
am. 2, 10, 13 Quid folia arboribuS, quid pleno sidera caelo 
' . . addis? art. am. 1, 59 Quot caelum Stellas, tot habet tua 
Borna pueUas. trist. 1, 5, 47 Tot mala sum passus, quot in adhere 

Otto, Sprichwörter der Römer. 21 



322 silentium — silex 

sidera lucent. Rutil. Namat. itin. 1, 94 Ut si quis Stellas per- 
numerare veJit. Plato Euthyd. p. 294 B. Callim. hjmn. 4, 175. 
Diogen. Yindob. 1, 15 aaxsQccg aQi^fiiig, Der Vergleich ist uralt. 
S. Genesis 22, 17.*) Vgl. harena 1. 1644. 

2) Hör. carm. 3, 9, 21 Quamquam sidere pulchiior lUe est, 
schöner als ein Stern. So schon Hom. IL 6, 401 ivally%iov 
aatigt xaAw.**) 

Silentium s. tacere 3. 

silex 8. lapis 1. 1645. 

1) TibuU 1, 1, 64 neqt^ in tenero stat tibi corde silex, 
du hast kein Eieselherz im Busen. Ov. am. 1, 11, 9 Nee sili- 
cum venae . , , in pectore, 3, 6, Ö9 lUe habet et süices et 
vivum in pectore fe^-rum. metam. 7, 33 Tum ferrum et scopulos 
gcstare in corde fatebor, 9, 614 Nee rigidas süices . . . in pectore 
. . . gerit. her. 10, 109 Illic tu süices . . . hohes, trist. 1,8,41 
Et iua sunt sÜicis circum praecordia venae, 3, 11, 4 Et dicam 
süices pectus habere tuum, Quintil. declam. 6, 19 Non erat Uli 
ferreum pectus nee cor süice concretum, Hieron. ep. 66, 1. Didym. de 
spirit. sanct. 24 (col. 130 Vall.) Licet quis possü existere saxei, ut ita 
dicam, cordis. Hom. Od. 23, 103 Hol d' alsi KQccölri erBQsmi^ 
iaxl U^oio, Hesek. 11,. 19. Vgl. adamas 1. Die Wendung ist 
ursprünglich nur der Dichter spräche eigen. 1646. 

2) Cic. Tusc. 3, 6, 12 Non enim silioe nati snmus. Ov. 
her. 7, 37 Te lapis et montes . . . progenuere. 10, 132. trist. 3, 11, 3 
Natus es e scopulis, nutritus lade ferino. Ähnlich Verg. Aen. 4, 366 
duris genuit te cautibus horrens Caucasus und Tibull (Lygdamus) 
3, 4, 8öff. Die gemeinsame Quelle ist Hom. Od. 19, 163 Ov 
yccQ &7tb ÖQvog icci itaXaitpatov oi)S^ ccnb nixqriq. IL 16,34 
yXavTtii di ae xUxe ^cikaaaa IlixQai t' r,llßccxoi^ oxi xot v6oq cötiv 
&7tf}vrig. fr. com. adesp. 373 Kock !^U' i^ &öd(Micvxog fcal Ttix^ag 
sl. Auch diese Redensart ist also zunächst poetisch. 1647. 

3) Prop. 1, 9, 31 HUs (sc. blanditiis) et silioes et possunt 
oedere quercus. Ov. am. 3, 7, 57 lila graves . . . potuü guercus 
Surdaque blanditiis saxa movere suis. — Plaut. Poen. 290 tito 
mulier lapidem silicem subigere, ut se amet, potest, sie kann 

signam. 

Plaut. Gas. 2, 6, 44 Nunc nos coUatis signis depugnabimus, in 
offenem, förmlichem Kampfe streiten. Doch erscheint es bei der Vor- 
liebe des Plantus für metaphorische Wendungen aus dem Eriegsleben 
(8. Lorenz, Einltg. zu Plaut. Paeud. p. 29. 33) sehr wahrscheinlich, 
dafs auch diese Metapher blofs Eigentum des Dichters ist. 

*) Petron 62 wird jetzt mit den Hss. gelesen stelas numero (früher 
Stellas). 

**) Die Dichter vergleichen die Augen ihrer Q^eliebten mit Sternen. 
S. u. a 07. cara. 2, 16, 44. 3, 3, 9. her. 19, 5 5. 



Silva — sinus 323 

die unempfindlichsten, härtesten Gemüter zur Liebe entflammen. 
S. Borchardt, Sprichw. Bedensarten der Deutschen n. 961. Vgl. 
adamas 1. 1648. 

4) Catnll 23, 4 Dentes vel silieem oomesse posaunt, er 
hat so gute Zähne, dafs er Steine mahlen kann.*) 

silya. 1649. 

1) Hör. sat. 1, 10, 34 In silvam non ligna feras (citiert 
von Hieron. adv. Ruf. 1, 17 (col. 474Vall.). adv. Pelag. 3, 19 
(col. 805 Vall.)). Ov. am. 2, 10, 13 Quid folia arhorihus . . . 
addis? ex Pont. 4, 2, 13 Mittere Carmen ad hunc, frondes erat 
addere silvis. Apoll. Sidon. ep. 7, 3, 1 hoc enim fronte posse- 
mus fluminibus aquas, silvis ligna transmittere. *Holz in den 
Wald tragen' (Düringsf. II n. 470). Vgl. Älcinous 1. 1660. 

2) Ov. trist. 5, 4, 9 Nee frondem in silvis . . . nee pleno 
flmnine oemit aquas, er sieht den Wald vor Bäumen nicht.**) 

simia (-ns). i66i. 

Afran. v. 330 Bibb. quis hio est simia? von einem häfslichen 
Menschen. Cic. ad fam. 5, 10*, 1 simius, non semissis homo. 
8, 12, 2 üUus simiae vultum stibire. Hör. sat. 1, 10, 18 sindus 
iste, dieser häfsliche Affe. Ebenso im Griechischen z. B. bei Plaut. 
Mil. glor. 989 TrtO^xtov haec est prae illa, ein Affengesicht. 
Aristoph. Av. 441. Ach. 907. Eccles. 1072. Avoir le visage d'un 
singe. Vgl. Lorenz zu Plaut. Mil. glor. 180. Borchardt, Sprichw. 
Redensarten n. 25. Über den Gebrauch als Schimpfwort s. Wort- 
Tnann, de comparat. Plaut, et Ter. p. 17f. 

similis s. par 1. 

simpalnm. 1652. 

Cic. de leg. 3, 16, 36 exoitabat enim fluctus in simpulo, 
ui dicitur, einen 'Sturm im Glase Wasser', d. h. um Kleinig- 
keiten halber. 'Viel Lärm um nichts.' Vgl. Athen. 8, 19 p. 338 A 
avxbg JcdqIcov KataysXa>v tov iv t© rtfioOeov NcevrilG) %Hfi&vogj 
's'(pcc6}csv: iv KanKccßa ^eov6a (lel^ova ioDQccTiivat. jjatfi-cova.***) 

sinapis« ' ' i653. 

Plaut. Trucul. 315 Si ecastor hie homo sinapi viotitet, non 
censeam Tarn esse tristem posse. Vgl. Aristoph. Equ. 631 Ka- 
ßlB'^e vänv y,cu xa fiitcuTt &vi<S7taasv, Wir sagen: 'Er hat in 
flen Essigtopf gesehen.^ 

sinns s. gremium, mulier 4 Anm. 1654. 

1) Tertull. de fuga in persec. 12 Tu autem pro eo pacisceris 
cum delatore . . . snb tunioa et sinn, quod aiunt, heimlich, 

*) Vielleicht war auch sprichwörtlich von starker Kälte, was 
Afranius bei Non. p. 208, 1 sagt: silices cum findat gelus (v. 106 
Ribb.). 

**) S. darüber Büchmann, Gefl. W.^^ p, 80 f. 
***) S. Büchmann, Gefl. W.^^ p. 186. 

21* 



324 Siren 

unter der Hand. Ambros. epist. 3, 1 Nolui in sinu, ut aiunt, 
ahsconderc, sed aliis demonstrare voJui, ich wollte es nicht ge- 
heim halten (hinter 'dem Berge). Senec. de vit. beat. 12, 4 hm- 
rtam suam in philosophtcte sinu dbscondunt. Lucian disp. c. Hesiod. 2 
&Tto%QV7CTEiq xtfi V7C0 nohtov tf>vlaxxug. Vgl. Senec. rbet. controv. 10 
praef. 13 rjr sinu proferre*) 1655. 

2) Cic. Tusc. 3, 21, 51 in sinu gaudeant, gloriose hqui 
desinaut, mögen sie sich im stillen, ftir sich freuen. Tibull 4, 
13, 8 Qui sapit, in t actio gaudeat ille sinu, behalte seine 
Freude für sich. Prop. 2, 25, 30 In tacito cohihc gaudia dausa 
sinu. Senec. cp. 105, 3 si seieris in sinu gauderc. Mar. Mercat. 
(Migne 48 coL 207) gaudere in sinu. Vgl. Tertull. de padic. 6 
plaudere in sinum. Die Mahnung findet sich schon bei Hom. Od. 
22, 411 ^Ev ^viiaj ygriv^ %^''Q^ x<^' taxeo. Die zu Grande 
liegende Vorstellung ist dieselbe, wie in unserem ^sich ins 
Fäustchen lachen'. 1656. 

3) Petron 74 inflai se iamquam rana et in Binum sunm 
non spTXit nach dem griechischen eig xoXjtov ov itxvst {i%i xm 
\iEyalctv%füv Diogen. 4, 82^). Bei übermütigen und vermessenen 
Gedanken oder Worten pflegten sich die Alten, um den Zorn 
und Neid der Götter abzuwehren, in den Busen zu speien (Piin. 
n. h. 28, 35 Ycniam quoque a deis spei alicuius audadoris peii- 
mus in sinum spuendo)^**) wer dies also nicht that, fordeiiie 
damit gewissermafsen in seinem Übermut die Strafe der Götter 
lieraus. — Darauf beruht auch die weitere Redensart sig xoA- 
nov jtxveig (&vtI tov ^ [isyaXoQQfifiovEtg Greg.Cypr.Mosqu.3,27).***) 
Diese wendet an luven. 7, 111 Tunc immensa cavi spirant men- 
dacia foUes Conspuitnrqne sinns und vielleicht auch Naev. v. 98 
Ribb. Extempulo iUo te ducam, ubi non despuas, wo du nicht 
prahlen wirst. 

Siren. i657. 

Hör. sat. 2, 3, 14 VUanda est improha Siren Desidia. Gell. 
16, 8, 17 «c . . . iw Ulis dialecticae gyris atque maeandris tarn- 
quam apud Sirenios scopulos consenescas. Symmach. ep. 
7, 16, 3 in quo tanta rerum honarum delenimenta su^, ut wihi 
quasi apud Sirenas et Lotophagos haesisse videaris. Amm. 
Marc. 29, 2, 14 ohnixe inflexibilis mansit, iä videretur aures occlu- 

*) Andere Ter. Ad. 709 Hie non amandus, Meine non gestandus 
in sinu est? soll ich ihn nicht im Herzen tragen? Cic. ad famil. U, 
4, 3 Iste vero sit in sinu semper et complexu meo. Das Bild, auch sonst 
nicht selten, ist hergenommen von der Mutter, die ihr £and am Basen 
trägt. 

**) S. 0. Jahn zu Pers. 2, 33. Das Ausspucken gilt auch heute 
noch als Mittel gegen das Berufen. 

***) Apost. 6, 64 etg %6lnov Jitvoa: zovto iv l'aco tc5 (le'yaXoQQriltovät 
svlcißoviisvog. 



Sisapo — soccus 325 

sisse ceris, ^asi scqpulos Sirenios transgressurtis, Hieron. ep. 
22, 18 Quid (mihi) cum hoc dulci et mortifero oarmine Sirena- 
ram? ep. 64, 13 Fidicinas et pscUtrias . . . quasi mortifera Sire- 
narum carmina proturha ex aedibus tuis, ep. 82, 5 quasi Sireneos 
cantus dbturata aurc pertransis. ep. 92, 4 clausa, quod legimus, 
aure pertransis, adv. lovin. 1, 4 (col. 242 Vall.) immo quasi Sire- 
narum cantus et fahulas clausa aure transite. yita Hilar. praef. 
(col. 14 Vall.). Boeth. consol. phil. 1, 1 Sed dbite poiius Sirenes 
usque in exitium dulces. luven. 14, 19. Vgl. Petron 127. Der 
süfse, aber verderbliche Sirenengesang ist auch uns noch wohl- 
bekannt. Vgl. Eurip. Androm. 936 %Xvov(Sci rovdde HstgrivoDv Xoyovg 
Zotp&Vj navovqytüv^ tcoikIIcdv kaXfi(idr(ov. Die Quelle ist Hom. 
Od. 12, 39 ff. *) 

Sisapo. 1658. 

Cic. Philipp. 2, 19, 48 Quid erat in terris, uM in tuo pedem 
poneres praeter unum Misenum, quod cum sociis tamquain Sisa- 
ponem tenebas? Die Silberminen der Stadt Sisapo in Baetica 
wurden durch Gesellschaften ausgebeutet. Ob aber der Vergleich, 
wie man anzunehmen pflegt, wirklich sprichwörtlich ist? 

Sisyphns s. saxum 4. 1659. 

Cic. Tusc. 1, 41, 98 Ulixi Sisyphiqne prudentiam. Apul. 
de mag. 81 Q^is Palamedes, quis Sisyphus? Xenoph. Hellen. 
3, 1, 8 EnBuuXelxo öe Zl6vtpog (wegen seiner Sehlauheit). 
Macar. 6, 20 nebst der Anm. v. Leutschs. Aristoph. Acbarn. 391. 

sitis s. puteus 1. 

[SOCCnS. 1660. 

Hieron. adv. lovin. 1, 48 (col. 31 7 Vall.) Legimus quendam 
apud Romanos nöbilem cum cum amici arguerent, quare uxorem 
formosam et castam et divitem repudiasset, profendisse pedem et 
dixisse eis: Et hie soocus, quem eernitis, videtur vobis novus 
et elegans, sed nemo seit praeter me, ubi me premat. 
Dieselbe Anekdote erzählt Plutarch vit. Aemil. Paul. 5 k'oLKSv 
otlrj^rig ^*? slvai koyog tveqI ydfiov Xv06(og ysvofisvog^ G)g &vriQ 
Pcanociog &7tS7tifi7tstG yvvaiKaj rS>v 8s tplXfov vovQ'BXovvxGiv aizbv^ 
O-ü^ri G(Qq)Q0)v; cüjc ev[iOQq)og', ovxi TtoiiöoTtoiog; itgoxelvag xo vito- 
^riiioc (KotXxiov avib^PoDficcLoi Kcckovaiv) bItisv Ovk s'iTtQSTtiig oixog; 
ov veovQyiqg; akV aifTi &v elöelri xig xjii&v^ xofO' ort d^Ußstai fiSQog 

sive« 

Cic. p. Caecin. 23, 66 Tum illud, quod dicitur, sive nive irri- 
dent und Senec. ep. 48, 10 Per istud philosophiae sive nive et turpes 
infamesque etiam ad album sedentihus exceptiones ist nicht sprichwört- 
lich. Es sind nur die juristischen Klauseln gemeint. Seneca über- 
trägt die Formel auf die Philosophie. S. Hand, Tursell. 4 p. 197. 



*) S. Büchmann, Gefl. W.»« S. 426. 



326 societas — sol 

oviibg Ttovg.*) Vgl. coniog. praec. 22 (= Stob. flor. 74, 45). 
Dafs sich schon im Altertum daran ein Sprichwort geknüpft habe, 
wird durch diese Stellen nicht nur nicht bezeugt, sondern im 
Gegenteil widerlegt. Jedenfalls aber gab die Erzählung Veran- 
lassung zum Entstehen des modernen, in allen Sprachen ver- 
breiteten Wortes: ^ Jeder weifs am besten, wo ihn der Schuh 
drückt' (Düringsf. I n. 834).**)] 

societas s. regnum 1. 

sol s. lux, sät 2. 1661. 

1) Petron 100 sol omnibus luoet, die Natur verteilt ihre 
Gaben, ohne unterschied. Zum Gedanken vgl. Ov. met. 1, 135. 
6, 360. 1062. 

2) Cic. de fin. 2, 8, 23 Nolim mim mihi fingere asotos . . . 
qui solem, ut aiunt, neo oooidentem umquam viderizit nee 
orientem, von Ausschweifenden, welche die Nacht zum Tage 
machen. Senec. ep. 122, 2 Su/nt quidam m eadem urhe antipodes, 
qui, ut M, Cato alt, nee orientem umquam solem viderunt, nee 
oecidentem (p. 110 Jord.). Colum. 1 praef. 16 dies ludo vel somno 
consumimus ac nos^net ipsos ducimus fortuncUos, quod nee orientmi 
solem vidimus nee oecidentem***) Die griechische Quelle bei 
Athen. 12 p. 520 A od'sv x«i Q'qd'Tjvat oti rbv ßovXofisvov iv 
£vßdQe^ fiii TtQo (loiQag ano^avsiv oirs övofASvov oiitf 
&vla%oyTa xbv rikiov oqäv öal Vgl. p. 273 C. Körte n. 5537 
*Wer Nachtes sitzt beim vollen Mon, Der sieht selten die Sonn' 
aufgohn.' 1663. 

3) Senec. de benef. 5, 6, 3 regem in luce media errantem. 
Quintil. 1, 2, 19 cum pro ferenda sunt shidia, caligat in sole, ist 
er mit sehenden Augen blind. Lactant. inst. 5, 20, 2 quid enim 
videant, qui solem non vident? Prudent. in Symmach. 1, 577 
splefidentemque die medio non cernere solem. — Doch giebt 
es auch Leute, die absichtlich ihre Augen dem Lichte ver- 
sehliefsen (d. h. die Wahrheit nicht • sehen wollen): Liactani 
insi 2, 19, 5 nee tarn pertinaces fore arbiiror, ut clarissimum 
solem stviis et patcfUihus oculis videre se negent. Ahnlich Boeth. 
consoL phil. 3, 10 v. 17 Hqnc quisqttis poterit notare lucem, Can- 
didos Fhoebi radios negahit, 1664. 

4) Titinius v. lOOßibb. (Non. p. 277, 16) qui illum sat sciat 
DeUctre et nootem fiaoere possit de die, der ihm das Blaue 
vom Himmel herunterlügen könnte. — Von Leichtgläubigen Plaut. 

*) Es ist ako ein Irrtum, wenn man das Wort auf Aemilius 
Paulus selbst /ruiüokführt, 

^^ ApuL met li\ :i a socco ad cothurHum aseendere YiBt niehta 
Sprich woitliche« »n sieh. 

^^^"^ \VK auch Liv. 31, 41, 10 ffrr bommam rtHwmgme dies f%ocUhus 



solstitialis 327 

Bacch. 699 Si tu illum solem sibi solem esse dixeris, Se illum 
lunam credere esse jst noctem qui nunc est dies. Petron 37 mero 
meridie si dixeris Uli tenehras esse, credet, Tibulll,9,35. 1665. 

5) Cic. de fin. 4, 12, 29 ut in sole, quod a te dicehatur, 
lucemam adhibere nihü interest, dem Tage in die Augen zu 
leuchten. Quintil. 5, 12, 8 In rebus vero apertis argumentari tarn 
Sit siultum, quam in clarissimum solem mortale lumen in- 
ferre, Arnob. adv. nat. 1, 27 et sub sole clarissimo cum 
lucernis et facibus permigrare vastitatem, Symmach. ep. 3, 48 
ut si in sole positis facem praeferas et accensu luminum 
claritudinem diei gestias' adiuvare. Ennod. p. 39, 7Vog. 
quasi lychnis contra solis radios pugnatnri. p. 40, 15 sol 
facibus non iuvatur. p. 52, 22. 73, 14 Supervacuis ad bene- 
fidia laborat impendiis, qui solem certat facibus adiuvare. Ahnlich 
Apost. 8, 51 fiXlip q)&g öavsl^etg: iTtl töv &dvvcitmv. Diogen. 

6, 27 Ivxvov iv fisörj^ßgla ccrcteLv: ijtl r&v jcagct KctcQov 
TL Ttoiovvrtov. Senec. de vit. beat. 27, 1. ^Bei Tage die Laterne 
anzünden' (Borchardt, Sprichw. Eedensarten n. 624). 1666. 

6) Flaut. Men. 180 solem vldes Satin ut oocaecatus est 
prae huius corporis candoribus? sein Glanz verdunkelt die Sonne. 1667. 

7) Atticus bei Cic. ad Att. 9, 10, 3 sol . . . exoidisse mihi 
e mundo videtur, ich hätte eher alles für möglich gehalten, 
ich hätte eher den Einsturz des Himmels erwartet (Borchardt, 
Sprichw. Redensarten n. 488). • 1668. 

8) Philipp von Maced. bei Liv. 39, 26, 9 Elatus deinde ira 
adiecit, nondum omnium dierum solem occidisse, es sei noch 
nicht aller Tage Abend, d. h. er habe die Hoffnung noch nicht 
aufgegeben. Ähnlich Theoer. id. 1, 102 "Höri yaq g)Qaadi[i Tcavö*' 
altov äfifit dedvKSiv, 1669. 

9) Plaut. Stich. 110 meliorem neque tu reperies neque sol 
videt, einen besseren bescheint die Sonne nicht. Mil. glor. 803 
Non potuit reperire, si ipsi Soli quaerundas dar es, Lepidiores,*) 
Bacch. 255 Vulcanus, Lwna Sol Dies . . . Scelestiorem nullum in- 
luxere alterum, 

solstitialis. i670. 

Flaut. Pseud. 38 Quasi solstitialis herba paulisper fui: 

Bepente exortus sum, repentino occidi. Auson. prof. 7, 34 (16, 

7, 34 Seh.) solstitialis velut herba solet, ostentatus raptusque 
simul. Vgl. Prop. 4, 5, 59. Prudent.- cath. 12, 128 sustuUt ceu 
twrbo nascentes rosas. * Heute Blumen, morgen Heu' (Körte 
n. 3525).**) 

*) Friedländer, Sittengesch. P p. 474 möchte hierbei an eins der 
Märchen denken, in denen die Sonne gebeten wird, den Aufenthalt 
eines Verborgenen kund zu thun. 

**) Zur Verbreitung des Gedankens s. Hallet, Quaest. Prop. p. 30 ff. 



328 solum — sorex 

solum 8. aurum 4. 1671. 

Cic. de nat. deor. 1, 23, 65 quodoumque in solum Tenit, 
ut dicitur, was mir irgend in den Sinn kommt, ad famil. 9, 
26, 2 loquor, quod in solum, ut dicitur. Afran. v. 342Eibb. 
m veniret, quod nunc agitur, in solum, VgL y. 41 quod in solum 
non venit caeco. Yarro bei Non. p. 500, 11 quod in solum mihi 
venerit, ponam (p. UTK n. 90 B.). Gewöhnlich nimmt man solum 
in der Bedeutung von ^Fufsboden', es ist vielmehr die Fulssohle 
gemeint (= was mir unter (vor) den Fufs kommt, worauf ich 
zufällig stofse). S. Jmcca 1. 

SOlUS. 1672. 

1) Ter. Phorm. 633 Soli BUxnuB nunc hie, wir sind unter 
uns. Cic. ad Att. Qy 3,1 soll enim sumus, Lucian lupp. trag. 21 
fiovot y&Q iCfiev, 1673. 

[2) Cic. Tusc. 3, 33, 79 Ne iUa quidem firmissima con- 
solatio est, quamqtmm et usitaia est et saepe prodest: Non tibi 
hoc soll, es geht dir nicht allein so. Eurip. Eresphont. fr. 456 N. 
zs&vä(Si TtatÖBg ovk iiiol fiovri ßQorwv. Theoer. bei Stob. flor. 
124, 34 d-aQQEij ßiktuSTSf ov 6ol fidvcd tccvxa yiyovev.^)] 

SOmnlare s. anu^ 4. dormire 1. Säbinus. somnium. 

sonmium s. amare 7. 1674. 

Plaut. Amphitr. 738 somnixun narrat tibi. Ter. Ad. 204 
de argento somnium, vom Gelde keine Spur. Phorm. 494 sotnnia. 
Ad. 394. Cic. ad Att. 7, 23, 1 Haec metuo equidem, ne sint somnia, 
Trüume, Schäume. Plaut. Bud. 1327 soxnnias» du träumst. Apost. 
12, 78^ ovelQavd (loi Xiyeig: hii z&v &ni6xa xai cLÖvvaxa ötriyov- 
ftivcav. od'sv Tial fj Koivri Hai örjfimdrig jtaQOtfila' tovxo xot ovuq 
eldeg, Lucian dial. mort. 25, 2. Vgl. cantherius 1. dormire 1. 

somnus« i675. 

Yerg. ecl. 7, 45 somno mollior Jierha, Theoer. id. 5, 51 
^jtvca fiakaKÜxe^a (= 15, 125), sanft wie der Schlummer. 

sorex. 1676. 

1) Ter. Eun. 1024 meo indicio miser quasi sorex Jiodie 
perii, ich habe meinen Untergang selbst herbeigeführt (wie die 
Maus sich durch ihr Pfeifen verrät). Donat: Proverhium in cos, 
qui Ipsi se produnt, quia sorex non fädle caperetur, nisi cmüteret 
vocem noctu. Auson. id. 11 praef. (26, 1 Seh.) utinamqu^ latuissef, 
neque indicio suo tamquam sorex perircL Hieron. ep. 133, 11 
suo quasi mus prodetur indicio. Nicht gleich ist das grie- 
chische Sprichwort ^vbg SlB&Qog {öuc xb anoQQeovxav x&v (iv&v 



*) Die antiken Parallelen zu dem späteren Sprichwort: ' Solamen 
miseris socios hahuisse malorum sammelte Härtung Philol. 31 p. 7ÖÖ. 
S. auch Büchmann, Gefl. W.^*^ p. 233 f. Ein griechisches Sprichwort 
lautet yioivbv vccvdyiov xotg näoi nagaiiv^iov (Apost. 9, 96). Mautiss. 
prov. 3, 36. 



soricinus — sperare 329 

x&v (ibX&v %v7fi%Biv aitoyg. EYQritat de iitl r&v anQüCKtcog &%o- 
^avovtcav Diogen. 6, 66. Philem. fr. 211Kock (Mein. fr. com. 
gr. 4 p. 64). Aelian bist. an. 12, 10).*) 1677. 

2) Plaut. Bacch. 888 Qiut (sc. machaera) quddem te faciam, 
si tu me inrUaveris, Confossiorem soricina nenia, ich durch- 
bohre dich wie eine Maus, die im Sterben noch kläglich wimmert. 
Soricina nenia steht nach poetischem Sprachgebrauch für sorice 
eiulante.'^*) 

soricinus s. smex 2. 

Soterieus. i678. 

Gell. 12, 2, 11 qui huiuscemodi, inquit, versus amant, liqueat 
tibi eosdem admirari et Soterioi lectos, doch wohl: alte, un- 
schöne. Der Name ist sonst unbekannt. Ahnlich Hör. ep. 1, 5, 1 
Si potes Archiacis conviva recumbere lectis. 

Sparta. 1679. 

Cic. ad Att. 1, 20, 3 et eam, quam mihi dids obtigisse 
Zirdpiav, non modo numquam deseram, sed etiam u. s. w. Dies 
ist eine Übersetzung des griechischen Sprichwortes Utcccqxccv 
k'laxBSj xavxav xoaiiet (Diogen. 8, 16. 8,46. Greg. Cypr. 2, 76 
ori Ö£t CteQyELV xy dedofiivri xv^y xal ävexeöd^cci), Eurip. fr. 723 N. 

Spartaims s. Laconismus, 

species. leso. 

Senec. de benef. 4, 34, 1 fallaces enim sunt rerum speoies, 

quihus credimus, der Schein trügt. Theognis 128 TIoXIccki yaq 
yvmfiriv i^ccTtax&G^ löiat. Ob der Satz bei den Eömern allgemein 
im Gebrauch war, bleibt jedoch ungewifs. 

sperare s. opes l. i68i. 

1) Cic. ad Att. 9, 10, 3 Ut aegroto, dum anima est, spes 
esse dicitur u. s. w. Priap. 80, 9 Dum vivis, sperare decet. 
Senec. ep. 70, 6 Itaque cffeminatissimam vocem illud Bhodii cxi- 
stimo, qui cu/ni in caveam coniectus esset a tyranno et tamquam 
ferum aliquod animal aleretur, suadenti cuidam, ut dbstineret ciho, 
omnia, inquit, homini, dum vivit, speranda sunt Cato 
dist 2, 25 Spes una hominem nee morte relinquit. ^Es 
hofft der Mensch, so lang' er lebt.' Dum spiro, spero. Vgl. auch 
Eurip. bei Apost. 1, 38^ äelTtxov ovöiv: itdvxa S* ihti^siv xQeatv 
(fr. 761 K). 7, 9* Ehteo^ai xqti tcccvtci. Menander fr. 51 Kock 
(Mein. fr. com. gr. 4 p. 85) Tä TtQoöneöovxa itgodöonäv äitavxa 
öel '!Av&qg)7Cov ovxa' Tta^afiivet yccQ ovös iv. Xenoph. Anab. 7, 



*) Der Versuch Schneiders, de proverb. Plaut, et Ter. p. 8 f. das 
lateinische Sprichwort aus dem griechischen abzuleiten ist mifsglückt. 
**) Anders Schneider a. a. 0. p. 8. Entweder sei nenia verderbt, 
oder es bedeute genits quoddam farciminis (Amob. adv. nat. 7), sei 
also eine Drohung, er werde ihn in kleine Teile zerschneiden. Was 
bedeutet dann aber soricina? 



330 Bpes — Stare 

6, 11. Tbeocr. id. 4, 42 ^EXnlöeg iv ^aotöiv^ aviknustoi 61 
(^avopteg. 1682. 

2) Plant. Bacch. 144 Sperat quidem animns: quo eveniat 
dis in manti est. Find. Oljmp. 13, 104 Nvv S^ eXito^iai, nlv^ 
iv ^iM ye iiav Tilog. Vgl. Hoin. IL 17, 514 &e&v iv yovvaGi 
Hihat. 'Der Mensch denkt, Gott lenkt.' 

Hpes 8. res 3. sperare 1. 1683. 

1) Plaut. Rud. 400 Nam mtilta praeter spem scio rmütis 
bona evenisse. 'Unverhofft kommt oft' (Düringsf. II d. 522). 
Most. 197 Insperaia accidunt magis saepe, quam quae 
ftp er es. Vgl. Trin. 361 mtUta eveniunt komini, guae volt, quae 
nevolL Ter. Ueant. 664 üt praeter spem evenitf*) Phorm. 757 
Vi vosiram fidem, quam saepe forte temere Eveniunt, quae 
non audcas optaref Petron 55 Quod non exspectes, ex trans- 
versa fit, Theognis 639 UoXkdin tcccq* öo^av re aal ilTtlSa 
ylvtxtxL ei ^etv "Eq^^ avdg&v, 'Hoffnung läfst nicht zu 
Schanden werden' (Paul, ad Rom. 5, 5). Eurip. fr. 100 N. 1684. 

2) Plaut. Rud. 401 At ego etiam (sc. seid), qui speraverint, 
spem deoepisse multos, die Hoffnung ist trügerisch, ^Hoffen 
und HaiTen macht manchen zum Narren.' Ov. her. 16, 234 
FalUtur augurio spcs bona saepe suo, Eurip. fr. 650 N. mü 
iXitldsg nj)£vdovat xal Xoyoi ßQorovg. Pindar Olymp. 12, 10 JIoU« 
di äv^QÜnoig jcccgä yvtofiav eiteösv. Daher auch Ter. Adelph. 219 
Uffo spem pretio non emo] ich gehe kein Geld aufs Ungewisse. 

Spina 8. rosa, 

spongia. i685. 

Sueton Vespas. 16 qtübus (sc. procuratorUms) quidem vulgo 
pro spongiis dicchaiur uti (Vespasianus), quod quasi et siccos 
$Hadvfaceret et exprimerei umentis. Wir sagen: jemanden wie eine 
(Zitrone auspressen. 

sportula. 1686 

TertuU. adv. Marc. 3, 16 Xunc si nomen Chrisii nt spor- 
tnlam fomnonlns captavit o. s. w. Der Ausdrack soll nach 
Georges sprichwörtlich sein von jemand, der nach firemdem Gate 
schnappt. 

spuma. 1687. 

Hieron. ep. 66. 9 oito tnrgens spnma dilafaitar, Zorn und 
Leidenschaft veiTaucht schnell. 

Stare* i688. 

Ps.-Sallu$t in Cic. 4, 7 aliud slana, aliud sed^os de pairia 
sentis, du TerSnderst deine Gesinnung alle ^ Augenblicke. 



^ Ten PhoTui. 246 (» 951^ Q^ie^iä pntttr 9« ntmiai, omne 
kI tiUfuSiMn t;?:» IM riKYt>. Uor. ep. 1« 4« 14 Grmim smpfrremiei, 91MK mw 



statera — Stimulus 331 

statera s. verhum 4. 

statua s. saxum 2. 1689. 

Hör. ep. 2, 2, 83 statua taoiturnius exit. Arnob. adv. nat. 
2, 24 et non stipes ut aliquis aut Marpesia, ut dictum est*), rupes 
stäbit elinguis aut mutus. Apoll. Sidon. ep. 5, 7, 4 in corUocu- 
tionibus statuae (stumm). Vgl. Hör. sat. 2, 5, 40 Infantes statuas. 
Lud an vit. au ct. 3. iyia yccQ XdXog^ oia avÖQiag elvat ßovXofiai. 
Xenoph. de Laced. rep. 3, 5 ixf/vcov yovv ^isv av fivtov qxovriv 
&7Cov6cctg ^ r&v Xt^lvcav. Append. prov. 1, 27 avÖQiag a(pvQi^'- 
Xatog: inl t&v avaiöd^zatv. Stumm wie ein Klotz, wie ein Öl- 
götze. S. herma. 

Stella 6. sidus 1. 

Stentor. i69o. 

luven. 13, 112 Tu miser exclamas, ut Stentora vinoere 
possis, du schreist mit Stentorstimme. Arnob. adv. nat. 2, 97(?) 
heroas infantes süb uberihus matrum Stentoreos edidisse vagitus. 
Lucian de luctu 15 ovö^ av (isi^ov {fißoiqöri xov Sxivtoqog. Nach 
Hom. H. 5, 785. 

stercus s. as 4. lutum 5. 6. 

StilUS. 1691. 

1) Cic. Philipp. 2, 14, 34 et si meus stilus ille foisset, 

ut dicitur, mihi crede, non sölum unum actum, sed totam fdbulam 
confecissem, wenn ich den Griffel geflihrt, d. h. wenn ich das 
Heft in Händen gehabt, wenn es nach meinem Kopfe gegangen 
wäre. 1692. 

2) Tertull. de pudic. 13 quasi vel ipsum postea stilum ver- 
terit scribens, von jemand, der seine Ansicht ändert. Hieron. 
adv. Euf. 1, 31 (col. 488 Vall.) illico vertis stilum et omnia laudata 
pritcs vituperas**) 

stimulns. i693. 

1) Ter. Phorm. 77 namque inscitia est, Advorsum sti- 
mulum oaloes, gegen den Stachel zu locken (Borchardt, die 
sprichw. Eedensarten n. 947). Amm. Marceil. 18, 5, 1 ne contra 
acumen calcitraret, flexit se in hlanditias. Augustin c. sec. 
lul. resp. 3, 188 (Migne 45 col. 1328) contra stimulum cälcitrare. 
Zu Ter. a. a. 0. bemerkt Donat: TtctQOiiila cum iXXel^si. deest 
enim iadare. Charis. p. 276, 24 K. contra stimulum cälces i. e. 
rei contrariae resistere. Diomedes p. 462, 27 K, parhoemia est 
vulgaris proverhii usurpatio rebus temporihusque accommodata, 
cum aliud significafur, quam dicitur, ut: adversu/m stimulum calces, 



*) Verg. Aen. 6, 471. 
**) Im wörtlichen Sinne Her. sat. 1, 10, 72 und Cic. in Verr. 2, 
41, 101 vertit stilum in tabulis suis («= tollit ex tahulis). Letztere 
Stelle wird daher mit Unrecht als Beleg für den sprichwörtlichen Ge- 
brauch der Phrase angeführt. 



332 stipes — Studium 

qtu> significaiur contra pessimos vel potentiores andere sMtum esse. 
Pompeius comment. bei Keil gr. lat. 5 p. 311 nesdo qui völuit 
molesius esse ei caesus est, dicis tu ^advirsus stimülum calces'. 
Isidor orig. 1, 37, 28 contra stimülum calces, dum significaiur, 
adver SIS resisiendum, Anecd. Helvet. p. 273, 8 Hag. Adver sus sti- 
mulare calces. tr actus sermo a hohus, qui stimulati calcitrant et 
Herum pungu/ntur. Proverhialiter autem potest ad aliquem re- 
hellem referri, qui ah aliquo increpatus Calcitrat, sed Herum . . . 
puftgitur, Zenob. b^lÖTCQog KivxQalaKxt^eiv (Aesck Agam.1624. 
Eurip. Bacch. 794. fr. 604 N. Apostelgesch. 9, 5. 26, 14). — 
Auf der gleichen Anschauung beruht Plaut. Trucul. 768 si sti- 
mulos pugnis caedis, manihus plus dolet. Vgl. Pseud. 137 
quos quom ferias, tihi plus noceas. 1694. 

2) Plaut. Gas. 2, 6, 8 stimuliiB ego nunc siiin tibi, ich bin 
dir ein Dorn im Auge (= mea praesentia te urit), 

stipes. 1695. 

Cic. Pis. 9, 19 tamqtLam tninons atque stipes si stetisset 
modo, wie ein Klotz, von einem unbeweglichen oder stumpf- 
sinnigen Menschen, de harusp. resp. 3, 5 stipitem illum. post red. 
in sen. 6, 14 Cum hoc homine, an cum^stipite. de nat. deor. 1, 30, 84 
Qui potest esse in eiusmodi irunco sapientia? Ter. Heaut. 877 
Quae dicia stmt in stulto: caudex, stipes, asinus, plumheus. Petron 74 
codex, non mulier. Claudian 18 (in Eutrop. 1), 126 Jeep Et 
nihil exhausto caperent in stipite lucri. Arnob. adv. nat. 2, 24 stipes 
ut aliquis. 

Stipula. 1696. 

Verg. georg. 3, 99 Ut quondam in stipulis magnus sine viri- 
hus ignis Incassum furit. Ov. trist. 5, 8, 20 Flammag'Me de 
stipula nostfui hrevisque fult, Strohfeuer, ffieron. ep. 54, 13 Sed 
tarnen cito ignis stipulae conquiescit, Strohfeuer verraucht bald. 

stomachns. 1697. 

Mart. 12 praef. aduersus quod diffioile est habere cotidie 
bonum stomachiim, um dies zu verdauen, gehört ein guter Magen 
dazu. Quintil. 2, 3, 3 et, hono sane stomacho, contenti sunt. 
6, 3, 93 lucundissima sunt ex his omnihus lenia et, ut sie dixerim, 
honi Stoma Chi. Der Ausdruck war doch wohl volkstümlich. 

Stratum s. asinus 12. 

Studium s. homo 9. 1698. 

Cic. de iin. 5, 2, 5 Suo enim unus quisque studio maxime 



Stratonicus. 

Plaut. Rud. 932 mihi navem faciam atque imitahor Stratonicum: 
Oppida circumvectdbor halte ich nicht mehr für sprichwörtlich. Ge- 
meint scheint nicht der Schatzmeister des Königs Philipp zu sein, 
sondern der Citharöde dieses Namens. (S. v. Wyfs, die Sprichw. bei d. 
röm. Komikern p. 18.) 



stultus — succidia 333 

ducituTy jeder folgt seinen Neigungen. Prop. 3, 9, 20 Naturae 
sequitur semina quisque suae. Ov. ex Pont. 1, 5, 35 SciUcet 
est cupidus studiorum quisque suorum. 2, 5, 60 Et servat 
studii foedera quisque sui. Vgl. Verg. ecl. 2, 65 trahit sua 
quemque voluptas. *Jeder hat sein Steckenpferd.' 

stultus 8. fortuna 13. 1699. 

1) Plaut. Amphitr. 907 nisi sis stultior stultissimo, dümmer 
als dumm (citiert Diomed. p. 325, 2 K.). Curcul. 551 Stultior 
stulto fuisti. Vgl. Most. 965 praeter speciem stultus es. 279 nihil 
hac docta dociius est. Servius in Donat. p. 431, 7 doctior doctis- 
simo. 1700. 

2) Hieron. adv. Pelag. 3, 14 (col. 799 Vall.) quasi stultus 
stultis persuadere conaris, wie ein Thor den anderen. *Wenn 
zwei Esel einander unterrichten, wird keiner ein Doktor' (Körte 
n. 1509). 1701. 

3) Cic. ad famil. 9, 22, 4 Stultorum plena sunt omnia, 
die Welt ist voll Thorheit. Vielleicht ein Sprichwort. 1702. 

4) Cic. ad Att. 7, 1, 5 Itaque, ut stultus primus suam 
sententiam dioat, mihi valde placet u. s. w. Vielleicht formel-- 
haft. 1703. 

5) Senec. apoc. 8 stulte, studel Dummkopf, lerne was! 
Die Mahnung scheint sprichwörtliche Färbung zu haben. 

subllnere s. os 3. 

subsellinm. i704. 

Cic. ad famil. 3, 9, 2 Lougi subsellii, ut noster Pompeius 
appellat, iudioatio et mora, zögernde Prüfung, wobei alles *auf 
die lange Bank geschoben' wird. Donat zu Ter. Eun. 640 quem- 
admodum dieatur longis lineis quid fieri i. e, de longinquo. 
Diese Wendung ist wohl das Vorbild für unsere Redensart (doch 
s. Borchardt, die sprichw. Redensarten n. 93).*) 

subsiciyns s. opera 1. 

subula s. leo 8. 

succidia. 1705. 

1) Varro r. rust. 2, 4, 3 quis enim fundum colit nostrum . \ . 
qui non audierit, patres nostros dicere^ ignavum et sumptuo- 
sum esse, qui sucoidiam in oarnario suspenderit potius ab 
lanario, quam ex domestico fundo?, das sei ein Verschwender, 



*) Dagegen war die Bezeichnung der scurrae und Parasiten beim 
Mahle als imi lecti viri (Plaut. Capt. 471. Stich. 489. Hör. sat. 
2, 8, 40. ep. 1, 18, 10) wohl stehend, aber nicht sprichwörtlich, wie 
man vielfach annimmt. Bei Plaut. Capt. 471 heifsen sie Lacones, 
weil sie standhaft wie die Spartaner Prügel und andere Unbilden 
ertragen. Vgl. Petron 105 et ego quidem tres piagas Spartana nohi- 
litate concoxi. 



334 snctis — Sulla 

der die Speckseite lieber vom Fleischer kaufe, als vom selbst- 
gemästeten Schweine nehme. 1706. 
2) Cic. de sen. 16, 56 lam horttun ipsi agricolae sncci- 
diam alteram appellant, sei eine zweite Speckseite, d. h. ebenso 
einträglich. 

SUCUS. 1707. 

Cic. ad Att. 4, 18, 2 (4, 16, 10) Ämisimus omnem non modo 
Buotim et sanguinemy sed etiam colorem et federn pristinam 
civitatis. Brut. 9, 36 et, tä opinio mea fert, sucus üle et sanguis 
incormptus tts^e ad hanc aetatem oratorum ftdi, Saft und Erafi 
Vgl. Cic. orat. 23, 76 Etsi enim non plurimi sanguinis est, 
haheat tarnen sucum aliquem oportet*) Sucus ist der Speisesaft, 
aus welchem das Blut bereitet wird. 

sudor s. pulvis 2. 1708. 

Ennius hei Cic. de off. 1, 18, 61 und Fest. p. 329 M. Sal 
macida**) spolia sine sudore et sanguine (Vahl. p. 95. Bibb. 
trag.' V. 338), ohne Schweifs und Blut, d. h. ohne Anstrengang 
und Gefahr. Cic. de leg. agr. 2, 6, 16 plurimo sudore et san- 
,guine . . . partam . . . libertatem, ib. 26, 69 vectigalia . . . plurimo 
maiorum vestrorwn sa/nguine et sudore quaesita, Liv. 2, 48, 2 
quorum sanguine et sudore partus sit. 7, 38, 6 qui suo sudore 
ac sanguine . . . deptdisset. Senec. ep. 67, 12 virtus, quae nöbis 
non thure nee sertis, sed sudore et sanguine colenda est. Valer. 
Max. 7, 6, 1. Plin. ep. 2, 7, 1 qui decus istud sudore et sanguine 
et f actis adsequehantur, Macrob. sat. 3, 14, 2 quae hoc imperium 
vel sanguine vel sichre pepererunt. Vgl. Tac. Germ. 14 pigrum 
quin immo et iners videtur sudore adquirere, quod possis sanguine 
parare***) TertuU. adv. Hermog. 31. 

snfflare. 1709. 

Petron 45 dedit gladiatores . . . iam decrepitos, quos si 
sufflASses ceoidissent, man konnte sie umblasen. 

Sulla s. K. 1710. 

1) Cic. ad Att. 8, 11, 2 geniis iUud Stdlani regni, von 
einer grausamen, blutigen Herrschaft. 9, 7, 3 Cn. noster Sullani 
regni simüitudinem concupivit. 9, 11, 3 meros Sullas, parad. 6, 2 
SüUani temporis messis. Senec. rhet. suas. 6, 3 civilis san- 
guinis Syllana sitis. Hart. 11, 5, 9 Sulla cruentus, Ael. 
Spart, vit. Caracall. 4, 10 Syllam se etiam ostendens futurum. 1711. 

2) Apost. 15, 72 ZuXXou qpiXia Kai Met^XXou toö TTioü: 
iid <plk(av &KQaLq>vS>g aal &ö6l(og q>iXovvr(QV AlJiriXovg. Vgl. Plnt. 
apophthegm. reg. 202 E UvXXag 6 sinvxiig AvayoQev&elg t&v ^- 

*) S. E. Wölfflin, die alütt. Verb. d. lat. Spr. p. 84. 
**) So lesen Ribb. und C. F. W. Müller mit Scaliger. Andere 
8<ümaci! da sp. u. e. w. 

***) E. Wölfflin, die allitt. Verb. d. lat. Spr. p. 85. 



summuB — surdus 335 

ytatcov evTvxi&v iitoutto 8vo^ xiiv Hiov Msxikkov g>iliav Kai xb 
firi Ttccxccöndipcci xccg Id&rivccg. 

summus s. caelum 1. fulmen 1. 2. ius 1, läbrum 2. un- 
guis 1. 1712. 

Lucil. bei Non. p. 88, 9 (27, 12 p. 9i M. n. 546Baehr.) 
cum . . . BTunma omnia Fecerim. ima, da ich das Oberste zu 
Unterst gekehrt habe. Hör. carm. 1, 34, 12 Välet ima summis 
Mutare. Hegesipp. 1, 20, 3 ima summis miscere, Boeth. 
consol. phil. 2, 2 infima summis, summa infimis mutare gaudemus. 
Vgl. sursum. 

sumptns s. lucrum 2. 

supercilium. " 1713. 

Plaut. Pseud. 107 superoilium salit, es juckt mir im Auge, 
es wird mir etwas Angenehmes passieren. S. Theoer. id. 3, 37 
'^AXXexcii oq>&ot},^ii6g (isv 6 de^Log. Wkr: Es klingt mir im rechten 
Ohre. 

snperstitio s. onus 1. ^ 

supplicare s. potestas^ 

sapra. ^ 1714. 

Min. Felix Oct^lB, 1 eius viri (sc. Socratis) quotiens de 
ca£lestibus rogahatur, nota responsio est: quod supra nos, nihil 
ad nofl. Lact. inst. 3, 20, 10 celehre hoc proverhium Socraies 
habuit: quod supra nos, nihil ad nos, epit. 37, 3 Usurpahat hoc 
saepe proverhium: guod supra nos^ idem et nihil ad nos perli- 
nere. Hieron. adv. Ruf. 3, 28 (coL 557 Vall.) ut frustra 80 erat es 
ad ethicam transiens dixerit: Quae supra nos, nihil ad nos. Aus 
Versehen Tertull. ad nat. 2, 4 8ed Epicurus, qui dixerat: Quae 
super nos, nihil ad nos. Apost. 15, 95° Tic ineQ '^ifiag o{}dev 
TCQog 'fifA&g: &vxl xov firi ^rjftev xa iitlq övvafitv (nach Aristo bei 
Stob. flor. 80, 7). Zur Lehre des Sokrates s. Xenoph. memor. 1, 
1, 11. 4, 7, 6. 

surdus s. scopulus 1. auris 2. 1715. 

Plaut. Mil. glor. 799 Ne mihi ut surdo verhera awres. Lucr. 
5, 1050 liec ratione docere ulla, BUSLAereque surdis, tauben 
Ohren predigen. — Verg. ecl. 10, 8 Non canimus surdis (an- 
gewandt von Lactant. instit. 5, 1, 13). Prop. 4, 8, 47 Cantahant 
surdo. Augustin c. Faust. 22, 12 quam surdis haec cantem. 
Liban. bei Boisson. anecd. 1, 167 &XV rjöav, x6 xi^g 7taQ0t(ilccgy 
iitl X 097 00. Aeschyl. Choeph. 881 ^acpoig avxto, Sept. 202 xog?^ 
Aeyw. Greg. Cypr. 3, 22. — Ter, Heaut. 222 Nae ille haud seit, 
quam mihi nunc surdo narret fabulam. Hör. ep. 2, 1, 199 
narrare putaret asello Fabellam surdo. Hieron. ep. 117, 2 
sciremque me surdis narrare fabulam, Horaz spielt gleichzeitig an 
auf das griechische Sprichwort ovro xig eXsys (ivd-ov: 6 de xä 
mcc i%lvBi (s. asinus 4). Mehr unter auris 2. 



336 sursnm — suspendere 

HarHUm. i7i6. 

Plaut. Capt. 656 Ita mi stolido snrsuni versum os siib- 
levere, nach allen Bicbtnngen. Amphitr. 1112 rursum vorsum 
traJiere. Ter. Eun. 278 Ne snrsmn deorsnm cursites, hin 
und her. Hec. 315 Trepidari sentio et cursari sursum pror- 
sum, Lucil. 27,27M. (n. 532Baehr.) Modo sursum, mododeor- 
sum tamguam collus cernuL Lucil. incert. 93 p. 144 M. (n. 15 
Baehr.) eunt rursum omnia vorsum, rauf und runter. Senec. 
de provid. 5, 7 sursum et deorsum eat ep. 44, 4 sursum deorsum 
fortuna versavit. Petron 58 nee sursum nee deorsum. 63 quoA 
sursum est, deorsum faeiunt, kehren das Unterste zu oberst. 
Querol. p. 29, 19Peip. Donat zu Ter. Eun. 1059 ProverUak est 
, . . sursum deorsum. Menand. fr. 514 Kock (Mein. fr. com. 4 
p. 221) Tb XEy6(ievov toür ictl vvv Tavm kcctcd^ qxxölv, ta 
xc^roo d' avco. Greg. Cjpr. Leid. 1, 61 ävco Tidtm Tcdvta, alles 
durcheinander. Plato Theaet. p. 153D. Cic. ad Att. 5, 10, 5. Vgl. 
summus. 

SUS s. catuhis. Minerva 1. 1717. 

1) Plaut. Stich. 64 Non homines habitare mecum mihi vi- 
deniur, sed aues. Ps.-Cic. in Sallust. 1, 3 Itaque nihil aliud stuM 
nisi ut häülentus sus cum quölibet volutari, 1718. 

2) Plaut. Mil. glor. 586 sat edepol certo scio Oooisam saepe 
sapere plus multo Bueniy ein totes Schwein hat mehr Verstand. 
Zugleich Wortspiel mit sapere schmecken. *Er hat nicht so viel 
Verstand, wie eine geschlachtete Gans.' Vgl. das griech. Sprichwort 
xäv KvcDv K&v ig yvoiri (Plato Lach. p. 196 D nebst SehoL). 1719- 

3) Plaut. Bud. 660 Froripite hominem pedUms huc üidm 
quasi oooisam suem, wie eine tote Sau. 1720. 

4) Gell. 1 praef. 19 Vetus adagium est: nihü cum fidibus 
gracuh est, nihil oum amaracino sui. ^Was nützt der Enh die 
Muskate?' Zur Erklärung ^s. Lucr. 6, 973 amaradmm M^ 
tat sus. * 1721. 

5) Varro r. rust. 2, 4, 10 Itaque iis (sc. suibus) animam 
datam esse (^dicunC} proinde ao salem, quae servaret oamem. 
Cic. de fin. 5, 13, 38 ut non inscite illud dictum videatur in 
sue, animam Uli pecudi datam pro sale, ne putisceret. de nai 
deor. 2, 64, 160 Sus vero quid habet praeter escam? Cui quidm, 
ne putcsceret, animam ipsam pro säle daiam dicit esse Chrff- 
sippus. Plin. nat. h. 8, 207 animamque d pro seile dötow 
esse non inlcpidc cxistimäbatur, Plut. quaest. conviv. 5 Jiii ^^ 
Tc5v HxmiK&v ivioi ti^i/ iv cd^xa vskqccv ysyovivat JjyovßLV t^? 
^^XV^^ ßtfTC^^ ak&v, naQSöTtuQfiivfig ijthQ rotf öucfiivsiv. Clem. 
Alexandr. ström. 7, 849 Pott. 

suspendere s. nastis 1. 1722 

Plaut. Capt. 636 i dierecium, cor ineum, ac suspende te, 



susque — suns 337 

es ist zum Aufhängen (vor Verzweiflung). Rud. 1189 Quid melius 
est, quam ut hinc intro äbeam et me suspendam clanculum? 1415 
Peru her die: nisi me suspendo, occidi, Pers. 815 JRestim tu tibi 
cape crassam ac te suspende, du tannst dich aufhängen. Poen. 311 
ausculta mihi modo ac suspende te, 396 Capias restim ac te sus- 
pendas. Pseud. 1229 Si mi argentum dederis, te suspendito. Ter. 
Andr. 255 äbi cito ac suspende te, Plin. nat. h. praef. 29 et 
proverhium inde natum suspendio arborem eligendi. Vgl. restis. 

[siisq[ue. 1723. 

Cic. ad Att. 14, 6, 1 nam de Octavia/no susque deque 
(sc. fero, haheo\ ist mir gleichgültig, ficht mich nichts au. Plaut. 
Amphitr. 886. Lucil. fr. 3, 7 M. (n. 79 Baehr.). Laber. v. 29 Ribb. 
Zur Erklärung s. Fest. p. 290 M. und bes. Gell. 16, 9. Gell. 16, 
9, 3 Significat autem ^susque deque ferre^ animo aequo esse et 
quod acddit non magni pendere atque interdum neglegere et con- 
temnere et propemodum id valet, quod dicitur graece &öiag>0QBtv, 
Die Yolkstümliche Phrase, welche man nur uneigentlich uiiter die 
sprichwörtlichen setzen kann, war in späterer Zeit ganz aufser 
Oebrauch gekommen.] 

sntor s. crepida. 1724. 

Plaut. Anlul. 73 tum autem interdius Quasi claudus sutor 
domi sedet totos dies. Der Vergleich klingt proverbiell*.) Ari- 
stoph. Eccles. 385 Kai ÖTJta Ttdvxag ^7iVTOx6[ioig ^kA^oiiev ^OQ&vxsg 
avrovg nebst Schol. 

Sntrium. 1725. 

Fest. p. 310 M. Su(trium quasi eant ut)ique in prover- 
hium (abiU ex hac causa): GaUico tu(mültu quon)dam edictum 
est, legiones Sutrii ut praesto essent cum cibo suo, quod usurpari 
coeptum est in is, qui suis rebus opibusque offici quid praesiarent, 
quibus deberent. Festus beruft sich auf Plaut. Casin. 3, 1, 9 Sed 
facito dum memoria, per volgus quod /)antat, colas: Cum cibo suo 
quique facito veniant, quasi eant Sutrium, wohl vorbereitet, 
ausgerüstet. Betreffs der historischen Thatsache s. Liv. 6, 3. 

snus s. alienus 1. 2. alius 1. ars 4. decet 1. deus 8. fugere 
meminisse, 1726. 

Cic. Tusc. 5, 22, 63 in hoc enim gener e . . . suum ouique 
pulchrum est. Plin. nat. bist. 14, 71 quando suum cuique 
placet Petron 15 videmus, inquit, suam cuique rem esse caris- 
simam.**) In diesem Sinne wendet Cic. ad Att. 14, 20, 3 einen 
Vers des Atilius (v. 1 Ribb.) an: Su^m cuique sponsam, mihi meam: 

*) Von der dauernden sitzenden Beschäftigung rührt auch die bei 

den Griechen sprichwörtliche bleiche Farbe der Schuster her: oiSsv 

levm&v ävS^äiv ^qyov bI ai] ayLvtotofist^v (Schol. zu Aristoph. Fax 1310). 

**) Anders Sallust Catil. 2, 1 Sua cuique satis placebant, jeder 

war mit seiner Lage zufrieden. 

Otto, Sprichwörter der Körner. 22 



338 Sybaris — tacere 

suum cuique amorem, mihi meum. Aristot. Eth. Nicom. 9, 7 nag 
yct^ v6 olxetov igyov iyana fiaXXov ^ u. s. w. ^Jedem 
Narren gefällt seine Eappe.' Jedem gefällt das Seine' (Dü- 
ringsf. I n. 818).*) Vgl. rex 7. 

Sybaris. • 1727. 

Ael. Lamprid. vita Heliog. 30, 6 Sybaritioum missnm sern^er 
exhihuit Zenob. 5, 87 UvßaQixtKii tQci7t£^a: avzl xov iv noXv- 
xbXsIci. TQvg>rixal yccQ ot 2>üßoLqVtat, Vgl. Ov. trist. 2, 417 Kec 
qui composuü nuper Syharitida, ein wollüstiges Gedicht. Mart. 
12, 95, 2 Qui certant Syhariticis lihelUs, Lucian adv. ind. 23. 

symphoniacns s. charaüla. 

[syngrapha. 1728. 

Cic. p. Mar. 17, 35 Pergitisne vos tamqnam ex syngrapha 
agere cum poptdo? S.hnlich Tusc. 5, 11, 33 Tu quidem tahellis 
ohsignatis agis mecum, mit untersiegelten Urkunden, nach 
förmlich vollzogenem Protokoll, d. h. in aller Form des Rechts. 
Ob jedoch beide Formeln wirklich sprichwörtlich waren, bleibt 
sehr ungewifs.] 

Syracusae s. Siculus. 

Syrus. 1729. 

1) Plin. nat. h. 20, 33 venitque in proverhium Graecis: 
malta Syrorum olera^ infolge der hohen Blüte des syrischen 
Gartenbans. Die griechische Form (TtoXla Üvqcov Ac^;^ava) habe 
ich nirgends gefunden. 1730. 

2) Lucil. bei Non. p. 38, 6 (26, 52 M. n. 455 Baehr.) Syrus 
ipse ac**) xnastigias, ein Syrer d. h. ein Gauner. VieUeicht 
sprichwörtlich, vgl. Cic. de orat. 2, 66, 265. 1731. 

3) Fest. p. 298 M. (Soyrmm, non Syr)ium. Die Über- 
lieferung ist zu lückenhaft, als dafs es möglich wäre, genauere 
Einsicht zu gewinnen. Ersichtlich ist nur so viel, dafs ein grie- 
chisches Sprichwort (axvQiov) xai o\)%exi (Svqiov zu Grunde 
liegt. Erklärungs- und Ergänzungsversuche s. bei 0. Müller in 
den supplem. adnot. 

T 

talbella s. syngrapha, 
talbula s. manus 5. 

tacere s. fari. 1732. 

1) Gell. 1, 15, 15 Epicharmium quoque^iUud non insciie 
se habet: Ov Xiysiv xvy iööl ösivog^ aXXcc aiyav &dvva- 



*) Die Verbindung suum cuique begegnet zwar häufig, aber nie 
sprichwörtlich. S. Buchmann, Gefl. W." p. 266 

**) Doch haben die Hsa. ad, wie auch Baehrens liest. 



tacitus 339 

tag (fr. 130 Ahr. p. 262 Lorenz)*), ex quo hoc profecto sumptum 
est: Qui ouin loqui non posset, taoere non pottdt. Hieron. 
ep. 130, 17 et iuxta vetus elogium, cum loqui nesciant, 
tacere non possunt ep. 69, 2 postea ^vero, cum hqui nesdret, 
tacere non potuU, während er nicht zu reden verstand, konnte er 
doch auch nicht schweigen. — Pittacus bei Ps.-Auson. sept. 
sap. p. 247 Seh. Loqui ignoräbit, qui tacere nesciet. Ps.-Senec. de 
mpr. 132 Qui nescit tacere, nescit et loqui. Vgl. Ambros. de offic. 
1, 2, 5 Scio loqui plerosque, cum tacere nesciant (=» 1, 10, 35). 
'Der kann nicht reden, der nicht schweigen kann' (Dtiringsf.'II 
n. 343). . 1733. 

2) Ter. Eun. 476 Taoent, satis laudant. Cic. Catil. 1, 8, 21 
cum tacent, clamant. 1, 7, 18 taoita loquitur. p. Sest. 18, 40 
q^i tum quamquam ob aliam causam tacehant, tamen hominihus 
omnia timentibus tacendo loqui, non infitiando confiteri vide- 
bantur. Ov. art. am. 1, 574 Sa^e tacens vocem verbaue vuUus 
habet Vgl. Catnll 6, 7 Nequiquam tacifum cubüe clamat, Eurip. 
Orest. 1592 Orialv atouTC&v, Iphig. Taur. 763 Aitii (pQccösi 
aty&<Sa, 'Mit Schweigen kann man viel sagen (beantworten).' 
'Keine Antwort ist auch eine Antwort' (Dtiringsf. I n. 104). 
Wir kennen auch ein 'beredtes Schweigen'. 1734. 

3) Cic. p. Sest. 18, 40 non infitiando confiteri videban- 
tur. de iuvent. 1, 32, 54 quoniam taciturnitas imitatur confessio- 
nem. Senec. rhet. controv. 10, 2, 6 sed Silentium videtur oon- 
fessio« Hieron. adv. Ruf. 3, 2 (col. 533 Vall.) ne videar tacendo 
crimen agnoscere. Vgl. Paul. Digest. 50, 17, 142 Qui taoet, 
non utique fatetur, sed tamen verum est cum non negare**) Eurip. 
Iphig. Aul. 1142 Aittb rb (Siy&v SiMXoyovvtog iiSti öov, 'Wer 
schweigt, bejaht' (Dtiringsf. II n. 347). 'Wer schweigt, bekennt 
seine Schuld.' 1735. 

4) Romulus Nilant. II fab. 20 (p. 354Hervieux) in quibus 
praeclarum iUud proverbium impletur: Et loqui poena est et 
retioere tormentum. Unter dem Druck eines Mächtigen ist es 
ebenso geföhrlich zu reden, als schwer zu schweigen. 

tacitus. 1736. 

Pompon. V. 23Bibb. (Non. p. 178, 20) Clandestino tacitus 
taxim perspectavi, schweigend und sachte. Varro bei Non. 
p. 47, 24 Novos maritus taoitulus taxim uxoris solvebat cingil- 
tum (p. 140 R. n. 187 B.) und bei Non. p. 550, 17 Hanc eandem 
voluptatem tacitulus taxim consequi lapathio et ptisano possim 
(p. 171 R. n. 318 B.). 

*) Ebenso Demoerit (fr. phil. gr. ed. Mullach I p. 351 n. 178). 

**) Cic. p. Rose. Amer. 19, 54 quae cum taces, nulla esse concedis. 

— Soph. Trach. 814 ov yioctoiad'% öd'ovvsTicc SvvTiyoQSig ciy&au tc5 xart]- 

22* 



340 Tagus — Tarentum 

TagUS. 1737. 

Dieser spanische Strom war wegen seines Goldreichtams 
ebenso berühmt, wie der Paktolus in Eleinasien: Catnll 29, 19 
atnnis aurifer Tagus. Verg. catal. 11, 52. Ov. am. 1, lö, 34 
Cedat et aurifer i ripa henigna Tagi. Senec. Thyest. 354. Herc. 
für. 1325. Mart. 6, 86, 5 Possideat . . . Tagum. 7, 88, 7. 
10, 16, 4 Aurea quicquid hctbet divitis u/nda Tagi, 10, 96, 3. 
12, 3, 3. Stat. silv. 1, 2, 127. 1, 3, 108. luven. 14, 298 non 
suffecerat aurum, Quod Tagus . . . volvit. Prudent. c. Symmack 
2, 605 quos Tagus aurifluus immdat Claudian 1, 51. 3, 102. 
17, 287. 29, 71Jeep. Boeth. cons. phil. 3, 10 v. 7 Non quic- 
quid Tagtis aareis harenis Donat. Zur Sache s. Plin. nat. b. 
4, 115. Vgl. Padolus. 

talare. i738. 

Gic. ad Att. 14, 21, 4 Quare talaria videamus, ich will 
mich nach Flügelschuhen (wie sie u. a. Merkur hat) umsehen, 
d. h. an die Flucht denken. 

talpa. 1739. 

Hieron. ep. 84, 7 ad ceteros talpae (blind) caprearum in m 
oculoB possidetis. Vgl. ep. 70, 6 oculos caprearum talpa 
c(mtenmat. Diogen. 8, 25 xvtpkorsQog iöfcdkaKog. Blind wie ein 
Maulwurf. 

[talus s. tmguis 1. 1740. 

Hör. ep. 2, 1, 176 Securus, cadat an recto stet fahula talo, 
das Stück steht gut, gefällt. Pers. 5, 104 Tibi recto vivere 
talo Ars dedit, gut, richtig handeln. Pind. Isthm. 6, 12 o&veMv 
6qQ'& ¥<Sxaaag iitl (Sq>vq^. Eurip. Hei. 1449 'O^^w 8b ßfivai 
TtodL Vgl. coxa.] 

Tanais. i74i. 

Hör. sat. 1, 1, 105 Est inter Tanain quiddam soeerom- 
que Viselli. Porphyr, sensu^s huius ex graeco proverhio ,..i} 
öTcddcDv ^ Kif]XiqTrig'y quod tarnen et in Latino serrnone 
usurpari scimus. Keiner hält das richtige Mafs; was der eine 
zu viel hat, hat der andere zu wenig. 

Tantalns. 1742. 

Cic. de fin. 1, 18, 60 Accedit etiam mors, quae quasi saxum 
Tantalo semper impendet, nach dem griechischen 6 TavxdXov 
Xld'og 'ÖTteQ oiE(paX7]g xaXctvxBVBxai {&,vxl xov g>6ßog rjfiäg ^x^i 
öiTjvaTi'qg. Apost. 13, 11).*) Archiloch. fr. 53 (45) Bgk. Pind. 
Isthm. 7, 10. Plato Cratyl. p. 395 D. Stob. flor. 46, 52. 

[Tarentum. 1743. 

Hör. sat. 2, 4, 34 molle Tarentum. ep. 1, 7, 45 imhelle 

*) Mit Tantalus verglich man reiche Geizhälse, die von ihrem 
Überflüsse keinen Genufa haben: Ov. am. 3, 7, 51. her. 17 (18), 181. 
Patron 82. Hieron. ep. 53, 1. Lucian Tim. 18. 



taurue — tectus 341 

Tar, luven. 6, 297 petulans madidumgue Tar. Apoll. Sidon. 
carm. 5, 436 uncta Tarentus. Zur Sache s. Strabo 6, 4. 
Plnt. Pyrrh. 13 und 16.] 

tauras. 1744. 

1) Petron 25 hinc etiam puto proverhium natmn ülud (ut 
dicatur) posse taurum tollere, qui vitulum susttilerit. ^Mit 
Kleinem föngt man an, mit Grofsem hört man auf.' ^Wer nur 
erst die Kälber stiehlt, der stiehlt auch bald die Kühe' (Dü- 
ringsf. II n. 387). Von dem Krotoniaten Milo erzählt Quintil. 
1, 9, 5 Milo, guem vitulum assueverat ferre, taurum ferebat. Vgl. 
hos 6. 1745. 

^2) Lucil. bei Non. p. 363, 5 (fr. 6, 22 M, n. 187 Baehr.) 
Quem neque Tjucanis oriundi montibtis tauri Duoere protelo 
välidis cermdhus possent und bei Non. p. 363, 7 (12, IM. 
n. 318 Baehr.) Nunc iuga mulorum protelo ducere centum Non 
possunt. Zehn Ochsen (Pferde) können ihn nicht von der Stelle 
bringen. 1746. 

3) Amob. adv. nat. 5, 21 auctorem aliquis desideräbit rei: 
tum illum citahimus Tarentinum notumque senarium, quem 
antigwitas canit dicens: tauras draeonem genuit et taurum 
draeo (Ribb. com.^ ooroll. p. XLVn. Baehr. fr. poet. lat. p. 404). 
lul. Firm, de err. prof. rel. p. 426 Gr. ra'GQog ÖQccKovtog aal 
SqoiKtov xavQov TtatriQ, In der Gestalt eines Stiers zeugte 
Zeus mit der Demeter die Persephone und mit dieser in Schlangen- 
gestalt den Zagreus (Lobeck Aglaoph. p. 593).*) 

tectnm. 1747. 

Quintil. 2, 11, 4 Qtdn etiam in cogitando nulla ratione ad- 
hibifa aut teotum intuentes magnum aliquid, quod ultro se of- 
fercU, pluribus saepe diehus expectant, 10, 3, 15 si non resupini 
spectantesque tectum . . . exspectaverimus , quid ohveniat, ge- 
dankenlos an die Decke starrend. 11, 3, 160 Vitiosa enim sunt 
illa, intueri lacunaria. luven. 1, 56 doctus spectare lacunar, 
nichts zu sehen. Lucian dial. meretr. 3, 3 ig tiiv 6^09^1/ 
&vißXenEv. Diphilus fr. 61 Kock (Athen. 6, 236) Oi Kccravocb 
Ttt XQLyXv(p^ oids rag ariyag**) 

tectus s. sartus. 



*) Varro 1. lat. 7, 25 korrigiert 0. Müller statt des überlieferten 
cornua taurum umbram iaci: (Athos) in cornuatam taurum um- 
^Tam iacit nach dem griechischen Sprichwort 'ji&oois cnici^si v&ta 
-^Vfi^Cas ßo6g ( Greg. Cypr. 1, 73. Eustath. p. 980, 44). Ribb. trag.* 
inc. V. 222. Doch s. Spengel z. d. St. 

**) Gleichbedeutend ist die ebenfalls der Volkssprache angehörige 
Phrase alias res agere (Ter. Eun. 347. Hec. 826. Plaut. Pseud. 149. 
Cist. 4, 2, 54. Publil. Syr. 115. Cic. p. Rose. Am. 22, 60. p. Cluent. 1179. 
orat. 3, 61. Brut. 233. S. Landgraf zu Cic. p. Rose. Am. a. a. 0. 



342 tegula — tempus 

tegula s. €i»inus 7. 1748. 

Cic. ad Att. 9, 7, 5 Promiäo tibi, d vcdebU, tegnlam iHutn 
in Italia mülam reliotarum, er wird keinen Ziegel auf den 
Dächern, keinen Stein auf dem andern lassen. VgL Laci&n lud. 
Yoc. 9 fifide 7taa0akov %axuXmuv. 

tela s. Fendope 2. 1749. 

Plant. Bacch. 350 Ezorsa haec tela tum male ornnino mihi 
est, das hab' ich prächtig eingefädelt! Cic. de orat. 3, 60, 226 
quamquam ea tela texitur . . . ti^ n. s. w., obwohl das im Werke 
ist. Ob aber die Metapher wirklich sprichwörtlich war, bleibt 
fraglich. 

tellns s. terra 3. 

telmn s. gladius 2. sagüta. 1750. 

1) Plaut. Amphitr. 269 hmc telo suo sibi, malitia, a fo- 
rihus pellere. Oy. her. 2, 48 heu, potior telis vulnera facta meis. 
Hieron. ep. 69, 2 sua contra illum tela iaciebam, ich be- 
kämpfte ihn mit seinen eigenen Waffen. Lucian piscat. 7 og icaQ^ 
Tjfi&v tic TO^&üfiaxa^ &g g?i)g, Iccßiüv xad' Tjfi&v ito^svsg. Vgl. 
ars 4. castra. 1761. 

2) Senec. ad Marc, de consol. 16, 5 nnllam aiunt fmstra 
cadere telum, qnod in oonfertum agmen inmiissiini est. 
Reiche Leute, sind Verlasten am meisten ausgesetzt; wer nichts 
hat, kann nichts verlieren.*) 

tempus s. dies 1. hara 2. 1752. 

l) Senec. ep. 88, 39 Adeo mihi praeceptum illud scdutarc 
excidit: Tempori paree! ep. 94, 28 Qualia stmt tUa aut reddita 
oraculo aut similia: Tempori parcef Gehe sparsam um mit der 
Zeit. Vgl. dies 1. 1753. 

[2) Ov. trist. 4, 3, 83 Utere temporibus, nütze die Zeit! 
Ov. fast. 5, 353. Hör. carm. 1, 11, 8 carpe diem! Tibull 1, 

8, 47 dum primi floret tibi femporis aetas, Utere! Prep. 4, 5, 60 
Utere, ne quid cras libet ab ore dies. Beliebte Aufforderung zum 
LebensgenuTs.] 1754. 

3) Cic. ad Att. 10, 7, 1 et tempori servienduin est, man 
mufs sich in die Zeit schicken. 12, 51, 2 ut tempora, quibtis 
parere omnes noXitiaol praecipiunt, ad fiam. 4, 9, 2 tem- 
pori cedere L e. necessitati parere, semper sapientis est habitum. 

9, 7, 1 Quid faciam? tempori serviendum est. 10, 3, 3 fuisse 
quoddam tempus, cum homines aestimarent te nimis servire ternpo- 
ribus, du hängest den Mantel zu sehr nach dem Winde, de iln. 



*) Ov. her. 16 (16), 352 Et mihi suntMres, et mea tela nocent 
('Mein Schwert schneidet auch') ist wörtlich zu verstehen und nicht 
sprichwörtlich. Es ist eine Nachahmung von Hom. IL 20, 4a7 iTesirj xal 
i^ibv ßilog 6^v TLdqoid'BV. 



tenebrae — Tenedius 343 

3, 22, 73 Quaeqtie sunt vetera praecepta sapientium, qui mbent 
tempori parere. (Comel. Nep. Alcib. 1, 3 temporibtis cdlUdissime 
serviens.) Senec. Med. 175 tempori aptari decet. Laus Pison. 155 
temporibus servire decet. Apost. 9, 24° KaiQm dovXevsiv kuI 
'»ebg &v iiMc&ov (AnthoL Pal. 9, 441, 6). Paul. Rom. 12, 11 
Schicket euch in die Zeit. ^Der Kluge weifs sich in die Zeit zu 
schicken' (Düringsf. 11 n. 731). 1765. 

4) Pittacus bei iuson. lud. sept. sap. 9 (20, 202 Seh.) 
riyv (06716 xaiqbv qui docui senientiam . . . Bomana sie est vox: 
Venito in tempore u. s. w. Ter. Andr. 758 Veni in tempore. 
Eine Anspielung auch bei Heaut. 364 In tempore ad eam veni, 
qtu)d rerum omnium est Primum, Mant. prov. 2, 59 IlCtta^og S 
xov "Tqq(x\ Kaigbv yvtbO'ij und dazu y. Leutsch. Diog. Laert. 
1, 79. Theognis 401. 1766. 

5) Senec. de ira 2, 22, 3 veritatem dies aperit. Tertull. 
apolog. 7 Bene autem, quod omnia tempus revelat, testibus 
etiam vestris prov erb iis et sententiis, Phaedr. fab. append. 4, 24 
Sed tempore ipso tarnen apparet veritas. Hör. ep. 1, 6, 24 
Quicquid sub terra est, in apricum proferet aetas. Cato dist. 2, 8 
Tempore si peccata latent, et tempore parent. Vgl. Gell. 12, 11, 7 
Alius quidam veterum poetarum . . . veritatem temporis filiam 
esse dixit. Philemon fr. 192 Rock (Mein. fr. com. gr. 4 p. 61) 
%q6vog xa nqvnxh Ttdvxa elg g>dog äyst. Menand. monost. 11 
ayei Se TtQog q>wg rriv Akri^eiav xQOvog. Apost. 13, 86° 
TcdvT &va7iaXv7tta)v 6 xQOvog Tt^bg q>mg g>iQSi (= Menand. monost. 
459). Thaies bei Stob. ecl. 1, 9. Soph. Ai. 646 f Sopbocl. 
fr. 280 N. fr. 832 N. Diog. Laert. 1, 35. Matth. 10, 26. Mark. ' 

4, 22: Denn es ist nichts Verborgenes, das nicht offenbar ge- 
rn acbt werden wird. *Die Sonne bringt es an den Tag.' ^Es 
kommt alles an den Tag' (Dtlringsf. II n. 424). S. veritas 2. 1767. . 

6) Cic. Catil. 1, 1, 2 O tempora, o mores, de domo ad i^ 
pontif. 53, 137. in Verr. 2, 4, 25. 4, 25, 56. p. Deiot. 11, 31. 
Senec. rhet. suas. 6, 3 tuis verbis, Cicero, utendum est: o tem- 
pora, mores! Mart. 9, 70, 1 JDixerat ^o mores, o tempora^ Tul- 
lius olim. Hier. adv. Helvid. 16 (col. 224Vall.). Querol. 5, 3 

p. 54, 8Peip. tempora, o moi^es! Danach war also der Aus- 
ruf noch in spätester Zeit wohl bekannt. 

tenebrae s. micare, 1758. 

Senec. apoc. 13 sa/ne non quem velis tibi in tenebris 
oooTirrere, von einem Menschen, den man im Finstern nicht be- 
gegnen möchte, weil man ihn fürchtet. luven. 5, 54 Et cui per 
mediam nolis occurrere noctem, 

Tenedius. 1759. 

Cic. ad Qu. fr. 2, 11, 2 Tenediorum igitur libertas seenri 
Tenedia praedsa est, ohne weiteres mit strenger Härte. Fronto 



344 tenor — terra 

p. 252, 3Nab. securim Tenediam (den strengen Vorsatz), quam 
minaris, äbde dUquo et reconde. Macar. 8, 7 Tevidtog nikexvg: 
ini t&v iTCotdfKog n xorl Afißbg diajtQcctrofiivmv. iv yciQ Teviöa 
T§ vrißtp ovo neXineig AvinHvxo öeßaafiioi^ 8C &v &vi[iqovvxo oi 
(loixol. Diogen. 8, 58 TBvidiog 7ciXe%vg: ird t&v TCiKQGig ri 
IMckXov öwto^uag iatOKontövrcov xccg ^rjftrifSBigj ri xat xhkXa %^y- 
fiorra, ^ in\ r&v mfi&v vdftov. Nofiov yaq ztg ha^z JCaQ* 
ctitoig^ rbv Tiatcckaßovroc (lotxbv tcbUkci nonxeiv. Dieses Gesetz 
wurde auf einen König Tennes zurückgeführt. S. v. Leutsch za 
Diogen. a. a. 0. 

[tenor. neo. 

Cic. orat. 6, 21 Isque nno tenore ut aiunt, in dicendo 
fluit, in einem, uniftiterbrochenen Zuge. Liv. 5, 5, 7 si uno 
tenore peragitur, in einem Atem. 2, 42, 8 imoque vdut te- 
nore. 7, 40, 9. 22, 37, 10. 22, 15, 1. 23, 49, 3. 35, 16, 8. 
44, 13, 13. 22, 47, 6. Senec. de otio 1, 1. Doch zeigt der so 
überaus häufige Gebrauch bei Livius, dafs die Phrase eine ganz 
gewöhnliche geworden war, die sich von anderen in nichts mehr 
unterschied.] 

tentare. i76i. 

Quintil. 4, 5, 17 Bede enim Graeci praecipiunt, non 
tentanda, quae effioi onmino non possint. Vgl. Zenob. 1, 29 
aövvara d'rjQag, (Chilon bei Diog. Laert. 1, 70.) Vgl. Ov. art. 
am. 1, 389 Äut numquam temptes aut perfice. 

tergnm s. mcmtica. 

terra s. caelum 1. 2. naufragium 2. omnis 3. 1762. 

1) Plaut. Poen. prol. 105 (filias pater) Mariqne teiraque 
usquequaque quaeritat, sucht überall. Vatin. bei Cic. epist. 5, 
^, 2 Ego tarnen terra marique ut conquireretur, praemandavi 
Sali. Catil. 13, 3 vescendi causa terra marique omnia exquirere. 
Vgl, Plaut. Pseud. 317 Aut terra aut mari aut aUcunde evolvam